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Full text of "Der Conservator oder praktische Anleitung, Naturalien aller Reiche zu sammeln, zu conserviren und für wissenschaftliche Zwecke, wie auch zum Vergnügen aufzustellen : Ein Hilfsbuch zum Selbstunterricht für Lehrer, Landprediger, Hauslehrer und alle Diejenigen, welche Naturaliensammlungen zweckmässig, ohne unnöthigen Zeit- und Kosten-Aufwand, anlegen wollen : nach eigenen Erfahrungen bearbeitet und mit Tabellen zur leichteren Bestimmung der Mineralien und Pflanzen [etc.] versehen"

Smithsonian 

Institution 

Libraries 



Purchased from the 
Cullman Endowment 






V 




ob et* 



#raftifd)c Einleitung, 

Naturalien aller fReidje §tt fammefa, $u confctt)iven unb 

für nriffenfcfyaftficfje Stoede, tofe au $ $ um Vergnügen 

auftuftellen. 



€w üjilfstwd) yam 0tlbftuntirrid)t 

für 

Sefym, Sanbprebtger, SjaxiStdjm tmb alte Stejmujcn, midjc 

^aturalienfammUtngen 5m ermäßig, ofjne unnötigen %tiu unb 

&öfim-*9fafba»b, anlegen wollen. 

9?ad) eigenen Erfahrungen bearbeitet unb mit Tabellen jur leichteren 
S3eflimimmg ber Mineralien unb sßflanjen k. be'rfefyen 






I % H fmtW. 



Berlin, 1845. 

Verlag öon gferbincmb §Rubaäj. 



QH - 
7 



2$ p t* * e & e* 



X5ct bem Ooljen Stuffdjwunge ber Naturgefcbtdjte unb if)rer allgemein 
nen Söetbrettung in ber neueren Seit mujj fielen eine Anleitung Na; 
turatienfammlungcn anzulegen rotllfommcn fein, unb um fo mef)r, ba 
ei bi$ \z%t an einem allgemeinen Sßerfe über biefen ©egenftanb 
gefehlt Ijat. 3war ftnb nad) bei", in eine frühere Epocfye fallenben, 'Pu* 
bttfattojt ber trefflichen, jeboef) nun fdjon 5. $1). veralteten Naumann'; 
fdjen S:artbermie, jwei beutfdje ausgaben von bem weit Ijinter unferer 
Seit jurücf gebliebenen Söoitarb'fcben SSBerfe — bk ^Ijon'fdje S3carbei* 
tung von 1827 ift nod) bk beffere, eine viel mangelhaftere fam 1835 
ljerau$ — unb einige Heinere J^tffsbäcber, j. 55. ein „SBabemecum" 
u. f. w., erfcfytencn oljne jeboef) nad) f)tnmd)enben eigenen Erfahrungen 
6ear6eitct &u fein, wag fd)on barauö l)ervorgef)t, ba$ bk in ben größeren 
ßffentltdjcn Sftufeen Norbbeutfd)tanb$ angewanbten Eonfervtrmetfjoben, 
namentlich fo mit biefe bte Heineren 3tticfgrattf)tere betreffen, barin 
ungünftig beurteilt werben, ^fftan barf aber nur j. 93. bk livbeiten 
§e$ ,£rn. 3nfpeftor SRammetsberg betrachten, unb'man wirb miffen, 
wai man von jenen Urteilen ju Ratten Ijat. — Eine jeitgemd^e pitifc 
tifcfjc Anleitung Naturalien ju fonferviren war bafjer Söeburfmjj, unb 
wenn bajTel&e burd) vortiegenbeö SBerfcfjen, befi*en 9ftangell)afttgfeit td) 
leiber felbft fd)on anerkennen muß, in welches icf> aber Uine cinjige Su* 
bereitunge-' ober 2(ufbcwaljruug$metI)obe oljne bk genauere Prüfung 
iljrer Swecfmafjigfeit aufgenommen (jabe, nod) ntd)t befriebigt wirb; 
fo wage td) bod) ju hoffen, ba$ jeljt bai bringenbe Söebürfnijj allge; 
mein gefüllt werbe, unb bajj vielleicht einer ber vorzüglicheren SKeifter 
in biefer .funjl, etwa ein Stamme (£5 berg, welcher feit 33 ^a^ren bk 
(Seele bei Ijieftgen ^ßnigl. joolog. ^Zufeum^ ift, ober nod) einmal ein 
Naumann, ber weltberühmte Ornitfjolog £)eutfd)lanb$, fiel) bewogen 
füllen möchte, jenem S3ebürfniffe vollftanbig abjufjelfen. 

Sag bk Tabelle ber 'Pfknjengattungen (©. 73 — 339) eine fo 
bebeutenbe 2lu6fcef)nung erreicht f)at, wirb 2>enen, bk tfjrer nid)t bc; 
bürfen, unangenehm fein; aber iö) glaube angeljenben SBotanifern bai 
mit einen (gefallen erwiefen ju ()aben. Sie in biefer Ueberfid)tStafcl 
angenommene Terminologie ift bk von 33t fd) off im 2tnl)angc ju fei,' 
nem ßel)rbud)e ber S5otanif u. f. w. Erläuterte; unb bk erfte ©runb; 



tage bei* Tabelle gab ber furje 2C6rijj in Äodj'S Slora Seutfc&fanb«. 

55ie allgemein angenommenen Siagnofen bei* ©attungen unb ganiü 

(ten ftnb faß fammtlid) mit ber Statut* verglichen unb barnacb f)in unb 

wieber ttmaß umgeänbert morben; vorneljmud) fjat es" mit näfe(id) ge* 

fduenen, mcrjre ©attungen mit anbeten ju vereinigen, unb einige neue, 

-burd) SM&tterbau ausgezeichnete — melden (Efyarafter man bisher um 

berucfftd)tigt lieg, ungeachtet bic SMübtcn unb §rfid>te ja aud) nur 

aus flattern gebilbet ftnb — vorjufd) lagen. 35on einigen ©ruppen 

r)abe id) bte »IJjaraftere nid)t an aßen ü)ren Jjauptformen unterfueben 

fönnen, unb in foleben fallen Ijabe id) mid) begnügt, 58tfd)off ganj 

ju folgen, beffen oben genanntes SS?ct*f wie bie ^ocb'fdje §(ora ben 

S3eft£ern bcö QLonfervatorS ntd)t fehlen follte. %n vielen fallen wirb 

jroar ber erfte 2lnfdngcr mit <Sd)miötein'$ Anleitung jum 25otam* 

ftren weit fd)neller fortfommen, aber e&en fo oft wirb man bamit aud) 

ju feinem SKefuftate gelangen, weil ftrenge Sgiffcnfcfjaftlicbfett allein 

ber rtd)tige 2Bcg jur Sßafjrljett bleibt — S)aS Kapitel von ber d)cmü 

fdjen Prüfung ber Mineralien iß metft nad) Söcubant, beffen neues 

SBerf (populäre Mineral, unb ©cot., überfc|tv. £. (£ati) id) leiber 

ju fpdt bekommen Ijabe — u. 21. m. gearbeitet. Uebrigenö wirb man 

ftnben, ba$ id) überall bte bebten £tucllen benuijte: auger ber Statur 

unb ben oben genannten Sßerfen bk übrigen im (Eonfervator jitirteu 

S&ud)er. 

SBaS id) über bk Verwaltung öffentlicher fDiufeen gefagt habe, 
wirb feinem reblid) ©cfmnten anftöjjig fein, unö tfc nur befj; 
l)a(b von mir auSgefprodjen worben, bamit biejenigen $5}. ffim 
fcum&Söeamteten, welche ftcb etwa fo weit ftcrabtaffen würben, mein 
Sßud) ju lefen, baß ©efagte jum Sßofyle beS «Staate» unb ber ge- 
ring ften 9J»ttgliebcr beffelbcn aud) beberjigen mßcbtenl 

<Sd)liejjlid) I)abe id) ben Ferren <p. u. §. Sßoud)e, -3ebi£ unb 
©d)inbel für materielle, 3va.mmelßberg u. 21. m. für münbliclje 
SOtittf)eilungen, weld)e mir auf bk uneigennü^igfte Sßeife geworben 
ftnb, meinen l)cr£uct)cn 2>anf abjuftatten. 

"DJioge ber vorltegcnbc Sonfervator, ber fo mandjeS Opfer, wovon 
bk 2cfer fd)wcr(id) eine 2lljnung (jaben fßnnen, gefoftet I)at, red)t vie? 
len 9?u£en ftiften unb nid)t ganj unfreunblid) aufgenommen werben! 
Non omnia possumus orancs! 

Soor 95cnu|ung beS 93 ud)es\ wolle man gefdlligjl paß Srucffeljler; 
verjeid)ni)3 berücfftcfitigcn. 

So er (in, im «September 1845. 

Set SSetfaffer* 



III 



$nhait$*ctzeitynifi< 



Stllgemeine «Regeln l 

Erfle Stbtbeilung. 

1. 2lbf4>nitt. Sßon ber Einrichtung ber Mineralf ammlungen 4 

2. * @tnige$ über baS Sefltmmen ber Mineralien 10 

1. Aap. EfcemifcOe Prüfung ber Mineralien auf troefnem 2öege ... 10 

2. Aap. * s « / s s naffem 2Bege .... 15 

3. Aap. ©aS Mtneralienfpftem ' 22 

fReguläreS ober tefferaleS ©pft.; ©. 22. — 3wei* unb einarigeso. 
tetragon. o. ppramib. ©.; ©. 24. — ©rei* unbeinarig. o. btber.« 
rbomb. o. fragen. ©.; ©. 25. — Ein unb einarig. o. rbombtfdjeS 

o. prtSmatifcbeS ©.; @. 28. — 3roei* unb etnglieberig. o. flino* 
rbombifcbeS ©.; ©. 30. — (Ein* unb einglieb. 0. anortyot. o. trü 
ftinoebr. ©.; @. 33. 
3h)cite 2lbtbeitung. 35on ber Einrichtung ber ^flanjenfammlungen. 

1. 21bfä)nitt. 33on ben Herbarien , 37 

1. $ap. 25om Einfammeln ber ©ewäcbje 38 

2. Aap. $om Srocfnen ber @emää)fe 49 

3. * Einrichtung beS Herbariums 62 

4. * Ergänzung beS Herbariums burdj anbere ©ammlungen . . 69 

2. 2lbf#nitt. Ueberjtc^t ber beutfepen ^flanjengattungen. 

1. Aap. -Raa; bem natürlichen ©pfieme 72 

2. * * * lünftlicben über ©erual*©pfteme 86 

Slnbang 310 

2lbrif eines SlübtenfatenberS. ©. 310. — Siteratur ©.314. — 9?acö> 
trag jum 2. -Kap. @. 315. — SRegtfler güm 2. Slbfc&mtte ober 
gu &ap. l unb 2. ©. 316. 
©ritte Slbtb eilung. 3ootogtfa)e ©ammlungen u. f. w. 
1. Stbfdjniti. SSon ben ©pirituofen unb anatomifd?en Präparaten ... 327 

1. Aap. Etwas über einige anatomifa)e Präparate 327 

2. $ap. Slufbemabrung ber Präparate u. f. w. in mit gtüfjtgletten 
gefüllten ©efäfen 330 

• 2. Slbfcbmit. SSon ben iroefnen aoologtfcf>en ©ammlungen 334 

1. $ap. 3ubereitung unb troefene Stufbema^rung bort gieren aus ber 
Sinne'fd)en klaffe Vermes 334 

3nfuf. u. *J5olppen @. 334. — £aarfterne, ©eefterne unb ©eetgel 
©. 335. — MolluSfen ©. 335. 

2. Aap. Eonferbat. ber Insecta Lin. ober ber Äonbplopen 337 

gforallt. u. Ärebfe ©. 337. Snfeftenfc&ränfe u. f. tu. ©. 338* ©pin* 

nen @. 342. ßrebfe überhaupt 344. «Raupen ©. 347. galter ©. 
350. ©te anbern Orbnungen ©. 357. 

3. Aap. Eonfetbation ber SBirbeltbiere im 2lltgem. u. b. Fßogeleier . 361 

4. Aap. ©aö SluSflopfen ber faltblütigen SBirbeltbiere 374 

5. Aap. ©aS StuSfJopfen unb Sluffiellen ber Söget 378 

6. Aap. ©aS SluSftopfen ber ©auger . . . , ; 393 

Strang: 3oologif«$e Siteratur 395 



IV 



3ufä£e uni> SSerteffevunaen einiger QX'tömv SDrucffetyler. 



e. 3- »• 

2 7«. (. tepidariis horti Scbindeliani. 
35 15 c. ftreicfjc man : fonbem nadj b. trfteren 

t. einfadjeS Soppcifai). 
57 9 c. f. 2>afjcr ^«t man. 

* 16 0. I. auctumnale 

* 14 ii. f. Sttagma. 

65 9 0. f- liquidum Sydenuami. 
71 15 c. i. tas man audj nadj bem 

75 12 0. 1. (298. 407—8. 

5 7 u. f. ffitumenbfattfrcife allmä'iig 

76 17 u. f. (289 fiatt 284. 

77 7 o. f. $r«I)enbeeren [fiatt Dtaufdj= 

teeren.] , 

81 24 C. I. (111. 162-4. 

* 13 u. fircidje 111. 

82 1 0. f- Monop. Thalamanth. 
s 16 it- f. roirteffiä'nbige betriebenen 

83 4 o.l. Pbytolacceae.Sdjartadjbeeren. 

* 21 o. I. bie gä'djer. 

84 1 0. fireidj': Dicotyl. Apetal. 

t 8 u. 1. 9tir.fr äuttr (fi. Dliyfräuter.) 
91 2 o. f. Äeidjfaum 

* 10 e. I. gidjen. ©riffet 
93 9 o. [. Rbyucbospora. 
97 15 U. I. Antboxanthuni. 

105 18 o. I. sroeifielig (fiatt jroitfelig.) 
f 24 e. 1. ben. 

113 12 U. 1. (85) 

s 8 u. jtreid)': oft äreeifnö'pfig, 
» 5 u. 1. (Smbrno [fi. ginfage.] 

114 3 u. L gercanbt. (1. Sam. Bcrberid.) 

115 10 u. 1. enthält nur 1 «Stein mit faft im» 

met 2 fernen. 

116 1 0. 1. Tetrandr. ft. Triandr. 
5 12 o. 1. 96 fiatt 86. 

117 1 o. (. Digyn. — Tetrag. (Aquif.) 

118 1 e. 1. Tejraudr. Tetragyn. 

120 21 u. I. Onosrua. ßotnntrj. 

* 4 u. 1. fpaitig Ift. faltig.] 

121 16 o. fireidj': mit, unt) lieö: blcibenb; 

123 19 c. 1. Himmelsleiter [fiatt ©peer* 

fraut.] 

124 3 ro i f rf) c n 3. 4u. 5 V.u. Uta: 167. 

a. Nicandra (f. ©. 315). 

125 jroifdjen g. 2 u. 3 P. it. (.: 176 

h. Mandragora (f. ©. 315). 

126 11 tt- I. 2lntfjeren 
131 6 u. i. (42 Jam. 

133 15 0. 1. „burdj bie SBeere fiatt ber ©fein« 
frudjt". 



©. 


3- 


P. 


133 


17 


c. 


134 


4 


0. 


* 





u. 



135 



21 0. 



139 
144 
152 



14 «. 
17 lt. 



f. Celtis. giirgef. 

fireidje man: ©ä'nfefuß. 

1. beiben fiatt bei ben. 

(. 214. Apocynum. 

f. parafitifdje<$5Qinbengcroädjg (82); 
Pgt. ©. 123. 

I. Pastiuäca. 

I. Seselia genuina. 

\\x 9tro. 302. 3. % 1842 befam idj 
brei SBurscfn pon einem Polygo- 
natum gefdjenft; idj pflanjte fie 
ein unb erhielt 1843 Polyg. mul- 
tifloruin.SasfoigenbeSialjrerljiflt 
idj feine SBtiiljtcH, aber ju meinem 
größten ©rftaunen fdjeffen in bie« 
fem S- auss bcufclbcnSSuräelfnoHcn 
fräftige ^Pausen fjcrPor, bie fidj in 
' feiner SSestcfjung, roeber burdj ©ta'n« 
gel, SBtufjtc, ©taubfeiben :c. Pen 
Couvallaria Polygonatum unters 
fdjetben ließen, rooraus bodj roofjl 
ju fdjficßen rcä'rr, bafj beibe gor* 
men nur — roenn audj in berate* 
gel fonfiant'e — SSarietaten einer 
unb berfetben 2(rt ftub. 

9tro. 356. b. gehört fidjer ju Poly- 
gouum. 

f. traubig. ©amenfdjate bünn, Ijä'u» 
tig. Äeim 

1. Smilacinae. 

f. ©tadJEin.©amenfdjaIefjarr, rinbig. 

1. Dracaeuiuae 

f. aMättcm. «Stamm palmenartig. 
SSiüljtcn in SKifpcn. 

1. Arbfitus. 

I. ausgeranbet (3). 

1. abfattenb, gefärbt, 

1. Porljanben, meifi 5*blättcrig. 

f. bis 10 ober 00. 

jroifdjen 7 u. 8 P. 0. 1. 427. a. Cal- 
lianthemnm (f. ©. 315). 

I. Pulsatilleae [ft. Hepaticae]. 

1. Nepete - arum fiatt Nepet-ea- 



217 17 u. I. LupYnus [biss u. f, re. Sann:] 
Sn ber SDiarf bei ^effiu fjabc idj 
meljreSaljre.fjinburdj, 18,37—9; Lu- 
pinus albus in großer SJicngc ge» 
funben. 

224 11 tt. I. feilformig [fiatt firfförmfg] 



löl 


3 11. 


103 


9 0. 


t 


12 0. 


t 


22 0. 


t 


26 0. 


* 


27 C 


1G7 


io. 


177 


13 0. 


.185 


6 u. 


187 


5 0. 


* 


7 0. 


188 19 U, 


192 


18 u. 



NB. JDie ii6rigen ©rucffefiler, fo «eit fie mir bisher aufgefallen ftnb, juiirbe ber Scfcr ieidjt 
ßt)w nä'Oere Eingabe perbefTfrn fönnen. 



Wffgetttritte ftegeht 



^S-He Naturalienfammlungen, bon weld)er 2Irt fte aud) fein »nögcn, 
muffen Ijmreidjent gegen gei'fiöi'ung gefiebert fein. 3 c ?^tt oter »er* 
Sorben werten fie turd) unberufene £3nfo.e, turd) meljre fd;atlid)e 
Spiere, befonterS aut ter Sinnaifd)en klaffe Insecta (Dermestes, Pti- 
nas, Anobium, Tinea, Psocus s. Troctes pulsatorius, Blatta, Le- 
pisma, Spinnen, SWilbeu u. f. w. ), turd) ©dmninel mit @d)tvrtinä 
ine, turd) g-euduigfeit, l;auftgen oter bedeutenden Semperaturwectjfel, 
(Sinwirfuug ter ©ennenflratylcn «. tgl. m. Um foldjen ©d)aten 511 üer« 
Ijüten, türfen Die Naturalien nur in aweefmaßig eingcridKcten, 9erfd;lof= 
feiten ©dwänfen wwal;rt werten. SMe @d)raufe muffen an einem 
troefenen, feinem großen Semperaturwedjfet aufgefegten, fel;r reinlichen 
unt rul;igen Orte freien, auü troefenem ^)olje gearbeitet fein, Ijermetifd) 
gefdjlcffene, eben mit einer Haren weißen ®la6fd)eibe i>erfel;ene, genau 
eingepaßte mit) tecü leidjt au^jicljbare ©dwbfäfrcn (für 2ÄineCatierr r 
93ogeleier, Äerfe, Ärebfe, ©pinnen, 3?ond)t;lien, Heine ©pirituofen) oter 
turd), an ten ©citenwanten augebrad)te, 23crrtd)tungen beweglidje, fefr* 
liegende Suerbretter (für ausgetopfte ©auger, Söögel, 2urd)e, §ifd)e, 
©fclete, größere ©pirituofen), jwet tid)t anfd)üeßente, Uidite, mit einem 
einfad)en ©djloflfc unt einem ©djieber über tem 6cl)lü|Tellod)e »erfe* 
l;ene ftlügefttjüren l;aben, wenigflenä Dreimal mit weißer Oelfarbe an* 
geftridjen fein, unt im $aüt einer 5euer6gefal;r lcid)t unt ftd)er tranö* 
portirt werten fennen. 3° ten ©djranfen mu$ tie größte Ortnung 
unt ^einlidtf'eit Ijerrfdjen, ivefyaib man nid)t allein jete neue 2lcquifts 
tion, bevor fie in ten ©djranf gcftellt wirt, mit ter außerfien ©orgfaft 
öom ©taube oter anteren Unreiuigfeitcn unt etwa »orljautcnen febat* 
lidjen Werfen oter teren Grient, ju faubem t)at, foutem aud), fo oft c$ 
nur irgent tie 3eit erlaubt, fämmtüd)e aufbewahrten ©egeuftänte 31t 
unterfudjen genötljiat ift — eine oft fefjr befdjwerlidjc Arbeit, weldje 
jetod) tein, ter fleißig in feiner ©ammlung ftutirt, faft gar feine Wüi)t 
fofiet. Crtnung Wirt »oqüglid) taturd) erhalten, taß man tie ©amm* 
hing, fo weit tie äußeren 33erl;ältniffe, befonteiw tie ©röße ter Natu* 
ralien, e$ julaffett, mit ter größten ©trenge nad) einem natürlid)en, 
allgemein anerkannten, ©t;fieme ortnet, für fpatcre Erwerbungen einige 
Surfen läßt, unt tie s>erfd)ieteneu ©egenfrante nad) teren (Debraucb, im« 
wer wicter an tie ibnen einmal angewiefene ©teile fe£t, SBenn gleid) Ort» 

1 



2 Slttgcuici'nc Regeln. 

innig unb STCctnlidjfeit anfängttd) biel 3"* ""b SHülje erfovbern unb 
felbfi Sofien »erurfadjen, mit» man fcldje Opfer unter feiner Sebingung 
fdjeuen barf, fo i|l bod) anbrerfeitö auf t>ie größte @infad)()eit ju feben 
unb aller £uru» ju öerbannen, weil bcrfelbe jur (Sljarlatanerte verleitet 
unb in jebem 5 au ** fme äroecftriaßige SStrgrößerung ber ©amintung be* 
tyinbcrt. Sffiehn eine SPrtoatfammlung tuifiVnfcfyaftlidben SSeiu) t;abeu 
füll, fo muß fte fid) auf eine flehte natürliche ©ruppe befd)ranfert, fo 
viel als möglid) öoöfcmmenc ^eprafentanten aller Urten unb ^arietä* 
Un — unb in it?vcu berfdjictenen (^rittwcfclurigäfrüfen unb ©efd)lcd)te* 
verfdjtebenljciten, tvo foldjc rorfemmen — t>eu öerfebiebeneu Sauber, in 
ivcid)en bie einzelnen Wirten unb Abarten fid) finden, nie aber unnötige 
©öubletteri (lüetdje mcil h iV( ü fte ten $iamn befdjranfen, eine leiditc 
Ucbcrjtdjt' öerl;inbern, für bie Sammlung feinen SScrtl; fyaben unb Jjiödfc 
freüS jur (Sruterbung neuer ©egenfranbe tienen fönucn, öertaufdjen, muß) 
enthalten. Sebeö (Srremplar muß uollfommen auSgebiltet (b. l> nid)t 
»erfrüppelt — fel)r merftvürbige SOcißbiltuugen mad)en eine SluSnalmie 
unb werten aufbewahrt) unb uotlfianbig fein, unb eine uad) ben SBclt* 
il;eilen öerfdjieben — Europa iveiß, SRortafrtfa hellblau, Sftabagaöcar 
intigo, ©übafrifa mel;r bunfclblau, D?crtaften fdnvefelgclb, fubn>e(Uid)eS 
Slfien goltgelb, Cftintien orange, 6l)ina oeferfarben, 9ieul)otlanb far* 
minrotl;, ©übfeeinfelh mennigrot^, 9?orbamctjfa i)cü gelbgrün, @üta* 
nrnifa meljr tunfei bläulid) grün, Mexico unt) Sinti-Ken apfclgrün, n&xfc 
lid)e Hälfte ter SBcflfüfte Don Slmcrira Ijelbiolet, füblidje £alfte lila — 
gefärbte Grtiquette u. f. w. l;abcn, auf tbeldjer ter in ber äöiffenfdjaft 
üblidje Dtame nebfi ben n>id)tigfren Simonomen unb fcem uom SSolfc 
gegebenen tarnen, bie beftc Slbbiltung ter 2lrr, ter 'J-unborr, bie $ro= 
snuj ober bä$ SSaterlanb überhaupt; baö Saljtr unb SWonat; in welchem 
tia& (Sremplar gefammelt worben unl) ber 9tame be3 ©eberä, trenn 
man eS uid)t felbft gefunten l;ar, augegeben fmb; ftnb Sitten» s ober 
@efd)led)t6öerfd)ietenl)citcn befannt, fo büvfen aud) tarüber bie Eingaben 
nid)t fehlen. 3. 23. ' 

$jM;o£pl;orfaui'eö Tupfer, in bietfettigen ^)oppclpi;ramiten auf 
öuavj. £ibetl;*23anga bei Steufo^l in Ungarn. (9?o. 135.) 1820. Dr. 
©djmitt. 

Acacia Catechu, Willd. = Mimosa Catecliu Lin. Ind. Orient. 
(No. 1510.) 1836. Dr. 23rantt. 

Acacia undulata Willd. — A. paradoxa Cand. Nov. HoJl. 
(No. 1485). 1843. Colitur Berolini, in horto Schindeliano! 

C e p h a ] a n t h e r a p a 1 1 e n s Rieh. == Epipactis pall. auet. — Se- 
rapias pall. Lin. = ^eufdjnjurj. In qnerceto prope Johannisbur- 
gum. Boruss. orient. ! (No. 3472). 1841. 

Nucula deltoidea var. Lamk. = Fossil, prope Gräg'noa in 
Galliae proviue. Delphinat. (No. 298). 1838. ßegrte, 

Pentastomum taenioides Xitzsch. = Pentastoma taenioid. 
jlud. = Polystoma taenioides Rud. = Prionoderma lanceolata Cuv 



SUTgcmeme SWegrfrt. 8 

= Linguatula taenioid. Lamk. = Tacnia lanceolata Clmb. — Taenia 
rinaria PUg- -Fem,- E. Canis familiär. moloss. laryng. Cfr. Ditsing, 
Annal. Wien. Mus. tom. I. pag. iß, tab III., flg. 1—5. (No. 111.) 
Berolini! 1839. 

Jasius decorus = Papil. Jasius auct Mas. Lausoduni (No. 
513.) 1837. Dr. ®f)<mtmeö. 

3)ie eingedämmerten Turnern bejtel;en ftd) auf fcen Katalog, wel* 
cftm man anfertigen mufj, wenn fcie Sammlung befceutenfc nürfc, Sefce 
Dränung, ofcer minteftens? 3?lafle, fangt »o»t 1. an, Ipat alfo itjre eige* 
nen laufenden Kümmern, Sie mit t>er Slnciennität, (t>. I). in 53e3ug auf 
ityre SIcquijttion für t>k Sammlung) txv gremplare in (Sinftang f5tit>. 



1* 



ÜJJiiKrrtlifnfanimhtrtß. 



(S r fit e r Stfcfdjnitf. 
Sem &c* @tttvtc&tting fcer üOlfitevaltettfammhutßtit* 

SSitl man üftineralien fctbfl fammeln unt i;at man taut eine weite, 
ntd)t oft ut nnefcerfjolente (Sjcurftcn ju madjen ; fo tlntt mau gut, fld) 
mit folgenden ($Jevatl;fct)aften iu öevfefyen: ein 8ötl;rcl;r netfl tragbarer 
Campe unt einem flehten SKeagentienfafren, einige Jammer, ein Steins 
meidet unt ein lederne» ÜRanjel nebji einigen flehten Sadfen öon terber 
£eim»anl) unt einem 23ud)c n>eif?en ©rucfpapierS, um tie einzelnen ^3ar* 
tien leid)ter fontern ju fonnen. 2)er Jammer imn 8csfd)lagcn tev 
g-eBfiiicfe iji wn gutem Stal;l, vier 3cll l;od), in ter SOJittc feiner 
^>öl;e fünf SBitrteljoU in'«5 Ouatjrat ftarf, tie 23at)it v-iereefig, bie feil* 
förmige @d)arfc tem Stiele parallel laufend, ©a6 8c d) für ten Jettes 
reu ifi oöal, einen $cU Ijod), außen etivaö weiter, ter ättittelpunft ter 
Deffnttng ettvaö über antertljalb $qü ton ter @ntntf*ad)e entfernt. 
Scr Stiel, treld)er auö @fd)en= cter anterm jä'tjen ^>olje ifi, tarf l;öd)=» 
freuö fünf SSiertelfup lang fein unt mu$, cl;ne 2lbfaß, gerate in ten 
Ü?opf paffen, nad) ter Spant) jn aber allmälig etwas fiarfer werten; er 
ivivt in ten $ainmeifopf tuie gerüofjnlidj mit eifernen g-lügelfeilen befe= 
fügt. 3 um S-oitnaliftren gehört ein anterer, fleinerer Jammer t>on fcl;c 
gutem Stal;l mit reetangulärer gorm. 3)ie 23a Im tti ÄopfeS ifi neun 
ginien biö einen $qü groß, tie Sptye beträgt neun SSierteljoll. S)er 
<2teinmei§el mit langem -£)antgriffe, iveldjer mit tem (?ifen einen red)* 
ten SSinfel, nne ter £ammerfiiel, biltet, jidjert tie Spant teS Samm« 
ler£ gegen 33erle£ung unt giebt tem Sdjloge meljr ®id)er£eit. 35er 
SJJeifkl t)at eine Sdjärfe tvie ter Jammer unt auf tem oberen fönte 
eine breite, ftadje 23alm, ungefähr nie ter Jammer, mit rueldjem tie 
Sd)tntete t>a$ föifen turd)l;auen. 2>er üReagentieufaften ifi am befien 
eine runtttdje, ungefähr fed;$ 30H l)tyc, rttn fo lange (8ängsturdjmef* 



spZiiteraffenfaimnrung, 5 

fer iii ©ecfelö ofcei" 33otemO unt» vier bis fünf 3ott trcite (Quer* 
turd)mejfer te£ $ecfel£) 23led)büd)fe, inwentig mit URtyvm von 33fed;, 
in tie man tie 9?eagentienflafd)en flecft. 3>ie taviu befi'nSlidjen 9?ea* 
gemien ftn't : 6alpeterfaure, (Jl)lorwaj]"erfiofFfäure, 6d)Wefetfäu'r'e, 8d)ive« 
felfali, fotpctcrfauvc Särtjtfblution; ffüfjige^ blaufaure6 Gnfenfali, (@yans 
eifenfalium oter Äaliuriieifencpnüi'), ©tanhioljlreifen, tüune Tupfers 
greifen, ^upfei'Ojrvt, 9?idfe(o^9 : t>> dünner ©ifentraljt, jucferfaureS Slmmo* 
niaf, efft'gfaure 23Ietfolution, SBorajr, vergiafie 33orfaüre, Patron, pl)o$3 
pljorfaureS aintnöniaf$a(ttge€ Nation, gacfniu^, ßurciima* unt $ernam* 
fcuf'papier unt etwas? ©eltfolution. (Sin Himti Qtijlirtterglaö, eine mit 
Sdjiebcr unt 5j3la'iihafpii|en vevfe^snc Spincette, «in Splatinlcffeldjen unt 
eine Heine 8lböämpffd)cÜe, fünften in foldjem Safdjeulabcraterium ge* 
wöljnlid) and) ncd) 5pla£. Slufjec tiefen ®eratl;fd)aftcn t;at man aud) 
nod) gern bei (id): eine Heine treifäntige geile unt einen ^eiterfral)! jUi' 
ltnterfud)ung Set -f)ärte tee gtoffUierr, einen {'(einen |>anteoüipajj von 
ungefähr jwei 3°^ un 3>urdnneffer, ein 2Diaguetftabd)en in gaitteral unt 
eine fral)lerue Spitje, worauf man jeneö fe£t, um Den SJiaguetiSmuS ter. 
Mineralien ju prüfen, einige gupeh von vier ginien U6 trei ßoö gofuö 
jur ttn'teifudmng Heiner ü?ii;fralle, ein Heines? ad)vomatifd;eö Sernro^r, 
ein Safdjenbud) mit euglifdjem Sttafdjinen * @d)veibpapiei' unt einigen 
^Blattern Pergament, eine Heine überjlod)tene fälatye mit wol;l verhja{jv* 
tem, eingeriebenen ©(anpfropfen für ©alpeterfaure, 3lnf größeren 3^ei* 
fen, we(d)e man, wenn man nur niedrigere ©cbirge mit) ta$ ^[acljc 2ant 
befudjen will, wegen der £i§e nid)t gut im Suni, Juli mit) Shtgufr, 
fontern am jwedmafjigfreu im @pätfrül)lin y e oter im ©pätfommer un'o 
anfange deß £erbfte£ unternimmt, find nod) üfteifebaremeter uebft dajit 
gehörigen Sl;ennometern, Slerometer, ©djreib* unt 3eid)enmaterialieu, 
genaue Santfarteu u. tgl. m. von 2Bid)tigHit. Slufjertem muß mau 
ftd) vorljer von ten geognoftifdjen SSerljaltniffen Der ©egent, weldje man 
bereifen will, fo weit ftd) tieS au$ £3üd)ern und geognoftifdjen <3amm=» 
lungen ermitteln läßt, genau berannt gemacl)t l;aben. 

23eim (ürinfammcln der Mineralien ifi eS nött;ig, taß man Sie 
Stücfe sjon guter Sage (t>. I). foldje, tv>eld)e auf ter oberen $läd)e üor* 
^ug^weife taö 6l;araf'teri^ifd)e enthalten) unt uid)t jii Hein auöivä^le — 
befouterS tie tcr geogno(lifd)en Sammlung, rueld)e minteftenö eine 
@roße öon vier bin fünftel;alb 3°^ l;aben müjfen — taß man it;nen 
fo viel aU möglid) ein gefälliges Format gebe, fo taß ftd) il)rc Sänge 
iu il)rer breite wie 3 ju 2 l A verhalte unt tie ^)öl;e nie 2 Vi überfreige; 
taß man ferner tie @cfen nidjt fetjavf laflfe, fontern tafür forge, ta^ 
fte nad; ten Tanten ^u etwaö runtlid) ablaufen; entlid), taß man fte 
fogleid) mit ©tiquetten verfel;e, tie man vermittelft einer ©ummiaufio* 
fung unten anflebt. g-ür tie geognoftifdje Sammlung ifi eö aud) ncd) 
von außerjtcr 2Bid)tigfett, tie ©ewaffer nad) il)rem d)emifd)en ©eljalte 
in unterfud)en, fammtlid)e ^ond)9lien ter in tec ju unterfudjenten ©e* 
gent lebenten aJJolluöfen unt ßvitflaceeu , gan^ vovjüglidj aber tie 21b* 



6 üftineralienfammluitg. 

trücfe »on ©latteru, &Qn$$tien u. tgl. 111. unt tie üerfleincvtcn lieber* 

refie »ortveltüdjer £l;iere ju fammcln, festere fo 'oollftantig atö möglid) 

cl)ne jetod) tie ftd) nur in Fragmenten vorftntenten ^etrefaften ju w 

nad)täffigcn. Uebrigem» ijl l;ier tie grÖfte SOocftc^t öott 9iötl)cn, weil 

5ergleid;cn Fragmente beim erjlen Slnblid jutr-eilen mit ten voßftanti* 

geren Sremptaren große 2lel;nlid)feit ju l)aben fdjeinen, bei genauerer 

llnterfudjung fid) aber all 51t einer üenvantten Specieö gel/örig enueifen. 

3Jian befinde befonten? Grubenbaue, alte galten mit Stcinbrüd)e, 

foldje Stellen geigen ftd) in tcr Siegel jum Sammeln öor L uiglid; günflig. 

©od; nid)t 2ll(e$ fann man felbfl fammelu. 3Jiand)e$ ift fo feiten der 

fo fdjivcr ju erhalten, tciQ eö nur tie 2?ewol;ncr tiefer ©egent ftnten. 

Man »erfaume tann ja nid)t, fold)e ©egenflante mit gehöriger 2>orftd)t 

an Ort unt) ©teile ju laufen; man fd)affc fid) nidjt unuütj gcfd)liffenc 

ober polirte ©remptare an, wäljle unter Steifleinen nur tie »om mitt* 

leren govmat, mit) laufe überhaupt nur tann, wenn man fid; überzeugt 

l;at, tafj ta$ feilgebotene and) nürflid; iaä ifl, wofür c$ ausgegeben 

nnrt, ooer ipenigftenö tod), taß ter Söerraufer aU xtil\d)ex -JDRann all* 

gemein befannt ijl mit für tie @d)tl;eit te$ StiicfeS unt ridjtige 2ln== 

gäbe tc£ ^-untortew fid) verbürgen fann. 5lu» ©egenten, iveldje man 

nid)t felbfl bereifen fann, muß man fid; natürlich 2llie$, was? man 

braud)t, turd) Äauf oter Saufd) »crfd)affen ; tann cntncl;me man tte 

genmnfdjten ©egenfiaute öon foldjen 9iatuvalicnl;üntlcrn, tie turd) 

flarfen Slbfalj in teil ©taut gefegt billig 311 Verläufen, tie gehörige 

Sad)fcnntniß fjaben mit für tie Sd)U)eit ter tton il;nen yerabgufclgcn* 

ten Sad)en bürgen. — Sperfonen, iveldje nod; gar feine Sammlung l;a* 

ben mit teuen eä tal;er, befqnterS iv.cnn fte nod; angeheilte Sföineralo* 

gen fint, toünfdjfnöioertl; fein muß, ten ©runt gu einer fold)en turd) 

Slnfauf einet', «jcnngleid) nid)t umfajfenten, tod; geertueten, ©äugen 

ju legen, tl;un am heften, wenn fte einen Sad;£'uutigen gu SRatlie giel;en 

oter Don tuiffenfdjaftttc&en SjnjHtuten , j, 23. tem mit lern miueralogis 

fdjen SDiitfcum gu £eitelbcrg in enger SBerbintung {iel;enteu „Beitel* 

berger Mineralien »(Somptoir" te$ 5)3rof. Dr. 231 umc, laufen. Äunji* 

lidje SWotelle tcr ÄrpfraUforme.n ücn ^>olj, iveldje, ta fte ioegen il;rer 

©röpc mit ^egelmä£igfcit eine fcl;r Ieid)te llcberfidjt gewähren, taö 

Stutium ter ^rt)patlograpl;ie gan^ befonterl fevtern, lauft man fcl;r 

gut im Sicnigüdjen mincialogifd)eu SQiufeum gu Berlin, beim -Dicd)ani«= 

fuS mit 9(aturalicnl)autlcr ©raff mit beim 3 c i c i> iIcn * SDJotevialten* 

-^antler 23orrmann in Berlin; man fann fte aber aud), wenn mau 

tie 2Jh'tl;e nid)t fd)eut, jiemlid; leidjt nad; guten, in miucra(ogifd)en 

^>antbüd)ern bcftntlid;cn, giguren aus geiu6l;ulld)er, mäßig getroef neter 

Seife fd;neiten. ©injelue ÄrsjflaHe ert;ält mau aud; red;t gut bei 

©raff (Serufaiemer^Straße, ter ^roueuflraße gegenüber). 

Sine gang befentere Sorgfalt fjat ter reifente Sammler nod) auf 
ta$ äJerpacfcn ter ^liueralien ju sjenventen , ta Unerfaljrenljeit hierin 
iuroeifen tie Störung ter feltenften mit fd;önflen Stürfe, jumal gar» 



SCh'neralienfammlung. 7 

ter ffruftoO* gut ftolge f;at. gn tiefer 3?üifficf;t ift öorjiiglid) folgen« 
te£ 31t beobachten: 2Han fontere guöövterfl tie großen, garten unjö 
fdjwereit, nidjt befenterä gematteten (Sremplarc 0011 ten jarten, leisten 
unt $erbi'ed)lid)en, fdjeite |le tarnt wieterum nad) ten 3>erf;altniffcn \l)* 
rer @rö§e, £arte mit (Sdnr-ere mit umwicfele fte toppett mit ©ruefpfl» 
pier. ®ie garten mit) leid)ten ©tücfe tt>evt>cn tacken bef;utfam mit ei« 
nem möglidjjt weichen Rapier, fotann mit SSera, imt) hierauf nochmals 
mit einem flarfcn ©rucfpaptci' umlu'iflt; ebenfo bei; autelt mau einzelne 
ütriiflalle son ehvaä fejlever @onftjteu$. SBeid)e mit jevbved)tid)e ^offtUen 
»erlangen eine eigene 23orftd)t, mit weiten taf;ev am fidjerften, gumal 
an ten ©te.ßen, iue(d)e üorjüglicjj) 31t fdjonen ftnt, juer$ mit jöauuiwoße 
(äöatte) überlegt unt tann mit ivcid)em Rapiere, tarauf mit SSerg mit 
eutlid) nod) einmal mit ftarfem Srucfpapiev umgeben. <2ef;r jerbred)* 
lid)e 8ad)cn fang man nod) tuvd) befontereö (|inpacfen in eine fleinc 
@d)ad)te( öor @.d)aten l;üten. ^rtjfiaUe aber, teveu ^avrljeU gar fein 
ilnnvid'eln julaßt, of;ne taß eine SJevlcßur.g tev (Srrcmpiare befürchtet 
werten müßte, fud)t man turd) Slufteimen in eine @d)adjtel 511 fdjü^en 
unt ivaijlt taju ten Stjcit teö ©tücfeö, ter am wenigfreu $u öerleljetj 
i|r, 3. 35. einen fd)icflid)cn Spunft tev mit tev @tufe üerwad)feneu ©e^ 
bivgygejleine otev tgl. m. SSill man tay (Srcmplar fpätev ju £aufe 
wieter abnehmen, fo muß pprljej tev Seim tuvd) Dovüd)tige6 23ene£en 
tev befefligten ©teile mit ijeißcm SKaffev aufgelöft werten. QtiwiUn 
fjat man auf 3?eifen uid)t gleid) Seim bei tev £ant, tann mag man 
jid) tatuvd) l;elfcn, taß man fcaS ©tiief in eine genau paffente &d)(id)* 
tu leife jnufdjen aufgetoeferte SDaumwoße legt mit nötigen falls mit 
Sßintfaten fel;r öcvfid)tig befeftigt. — Sfl » utn <mf tiefe SSeife SlUeö jut 
SSevpad'ung borbevritet, fo nimmt man eine paffente nidjt ju große, fJavfe 
unt wol;lgefügte Äifte, belegt ten 33oten tevfelbcn ^uevft mit einer 
@d)id)t Qm, StfooS, £>aeffel> Rapier* otev feine ^oljfpalme unt preßt 
nun tie größeren, terberen $yof|tlien fo tidjt unt fefl nebeiieinaiiter 
hinein, taß felbfi bei ter flarfflcn Bewegung tev Sifte feine SSerriicfung 
unt Reibung megtid) ifl. Sie etwa nod) bleibenden Süden werten ent» 
weter mit fleinercn garten umnncfelten ÜJlineralicn otev mit Rapier 
aufgefüllt, unt tann breitet man über tie ganje evfie ©teiniage ivieter 
eine 6d)id)t ^)eu otev 20?oo6 au$, fe|t tavauf abermals eine ©teinlage 
u» f. f. ©int tie härteren @tücfe alfo »erpaeft, fo fommen auf tie 
näd)fie ^)eu= oter 9J?ooöfd)id)t tie leidjtew, iveid)eren (grempfare, mit 
entlid) ten 33efd)luß mä^en oben tie ganj jarten unt fel;r leid)t 5er* 
bred)lid)en. S)ünne fd)ieferige unt angefdjliffeue ©tücfe werten nid)t 
auf ifjre ßorijontalen ^iädjen gelegt, fontern, nad) il;ven ^)5vtegraten 
unten oter oben, mit itjrer fd)arfen ^ante jwifdjcn tie Sagen an ten 
Steuitern fenfredjt l;ineingefd)oben. (§l;e ter Secfel auf tie ^ifre fommt, 
wirt nod) eine Sage ipeu auf tie le|te ©d)id)t goffilien gebrad)t unt 
wie tie übrigen fefl jufammcugetrüd't, tamit alter freier 9teutm öennie-! 
ten werte unt taö ©anje fefl unt »cOfominen unbeiveglid; riugefdjlof* 



8 ORineralienfauimlung. 

fen fei. — 3)ie ©rb'ße ter tfifle richtet ftd) nad) ter Uttgaty itnt» ©ibße 
ter ju verpacfenten Stücfe; ift ihre SOienge 511 betrSdjtliclji , fo nel;me 
man lieber jwei Heine giften, als eine ju gieße, weil in jenen eine 
forgfältigerc 23erpacfung leidjter mÖgtid) ifh 

@l)e tie neu erworbenen SWmeratien in ten Sd)ranf eingeordnet 
werten kennen, muffen fie gereinigt, t. l). von SÜlem, \va$ nidjt ju il;rer 
SSefentIid)feit gehört, unt aöem Sd)mu§, ter nur it;ien <Sl;arafter »er* 
birgt, befreiet werten. 53ei gewiffen Stufen tarf tiefe Reinigung nur 
turd) 9lbbüiften oter gar nur turd) bel;utfame$ Slbfegen mit einem feljr 
weichen £ufd)pinfel unt bloßed Slbblafen gcfd)el)en, 3. 53. bei vielen ©dt* 
gen; bei ten meiften übrigen gofjilien aber laßt fid) ta£ SLöafdjcn an* 
wehten, woturd) fie beiweitem reiner unt fd)öner werten. ®ieß tann 
namentlid) bei allen tenen Mineralien flattfmten, weldje nid)t turd? 
SSaffcr aufgelbft werten unt teren ©Ijarafter nid)t taturd) ver»ifd)t 
wirfc, wie j. 53. mandje Ocferarteu. 2>aS SSafdjen felbfl gefd)iel;t in 
reinem 23 äff er mit 53ürften oter ^Jinfeln, je nad) tem gärten t>er Stücfe. 
Sn mandjen fällen ijr e6 fel;r jweefmaßig, tie @;rcmplare vor tem 
2Safd)en längere geit im 28affer liegen ju l«ffeft, iveil taturd) ter fefi 
aufteilte Sd)mu£ abweidjt; aud) fann man bei mandjen fyoffitien 
wanneo 23affcr tum Steinigen fcenu£en, unt bei feldjen, iveldje turd) 
Sauren nidjt angegriffen werten, felbft taS 23affer mit etwas Salj* 
eter Salpeterfaure veruiifd)en , woturd) tie Reinigung nod) fdmeüer 
unt vollftäntigcr bewirft wirt. %lad) tem 2I ! afd)en werten tie St liefe 
gum 'Srecfenen auf Fließpapier gelegt. 2?ei einigen SDiineralien wentet 
man entlid) nod) Sdjwefelatfjer mit 23ortt;eil an, unt tarf terfetbe bei 
foldjen, tie nur fel;r fd)wer oter gar nid)t inj SSaffer aupelid) jint, 
mit gereinigtem Ä'ornbranntwein vcvtiinnt werten. 

SeteS einzelne Grremplar wirt fotaun in ein viereefigeS, l)infid)tlid? 
ter ßange unt breite genau paffenteS, aber nur einen l;alben biß l)öd)* 
frenS trei viertel 3°H l)oi)H ^appt'aftdjen gelegt. Salje bewahrt man 
jeted), tamit fte gegen tie (Sinwirfung ter £uft gefdjü^t feien, am 
jwecfmaßigften in lufttid)t verfdjleffenen ©lafern (tie weiß, fet)r flar 
turdjfidjtig unt ol;ne 53lafen oter antere gebier fein muffen); antere 
üö?ineralarten, wie j. 53. Stratylt'ieS, weiten, um fie vor 3erfe|ung ju 
l)üten, in eine 21uflbfung von -^aufenblafe in vertünntem Söeingeifr gc» 
taudjt unt fotaun langfam getrorfnet, oter, nad) Angaben unterer, mit 
tünner ©ummilefung, wo^u man ta£ weißefte, reinfte unt am meifien 
turd)fid)tige arabifd)e ©ummi nimmt, überwogen, gofe ÄröftaHe legt 
man entweter frei in ta^ Spappfafldjen auf eine fd)war^e Unterlage, 
oter man befeftigt fte, wenn fie nur von fel)r geringer ©rb'ße fint, auf 
fleine Stative von fdjwarj lafiitem ^>olj oter (Elfenbein, ©efdjliffene 
©telfieine bewahrt man ^auft'g in jierlid; gearbeiteten g^uttwolen von 
ÜHaroquin au\. Sel;r jarte SCRineralieu legt man nidjt gern auf ten 
bloßen Boten it$ S)3app£aften$, fontern giebt i^nen nod; ein spolfrev von 
weißer ?£atu. 



SRiiieralKiifammruiK). 1) 

!$Me einzelnen ©djubfafren iniifTen fo flroß fein, taß fte »ierjlg bi$ 
funfjtß ©remplarc aufnehmen fpnnen, tamit man gWid) eine Ucbevjtdjt 
über eine ganje ©attung l;abe. 3 ur 23equemlid)feit te<5 $erau*nel;men$ 
einzelner ©ti'icfe tienen fdnnale, ungefähr öicr Linien l;ol;e Seiften, turd) 
weldjc Sie ©djublaten it;rer breite na et; geteilt ftnt nnt jijrar fo, 
tajj tie ^appfaj5d;en genau J)ineinpaffcn. 2)er ganjc ©djranf muß 
wegen ter Bdjwere ter Mineralien von fei;r troefenem, l;arten ^olje 
tauett;aft angefertigt fein. Seine übrige (5inrid)tung, ivic tie weitete 
@onfen>ation ter gefptien ift in tem „allgemeine Regeln" übers 
fdjriebenen 2lbfd;nitte angegeben Worten. 

®ie ©tiquetten fertigt man gern toppett an, unt liebt taö eine 
©remplar iwSwentig an tie 93orterfeite Ccö ^appfäfrdjemS an, ta£ an* 
tcre legt man in taffelbe I;inein, am liebfhn ^wifdjen ten 9{ant teä 
5?äfrd)enö unt tao in tiefem enthaltene Mineral, ©ie Jyavbe te«5 tya* 
piereiS tev Gniquette rid)tet ftd;, wie oben angegeben, nad) ten 25efttt;ei* 
len. Gr$ ifl nötl;wentig, oafj ter $untort> tie fyfrcmatifdje Benennung, 
tie wid)tigftcn Merkmale, j. £3. tie Ärwiratlifationöform, tie beibredjen* 
ten Mineralien, ta£ ©ejrcin, in weldjem taä Mineral eingewadjfen ifr, 
angegeben werten. 33on angefd)üffencn (Steifleinen ivitt aud) nod) tie 
$arbe, taö abfolute unt fpejiftfd)e ®ewid)t, tie 2lrt ter ©djleifttng unt 
antere »orjügtid; bemerfen$wertl;e ©igcnfdjaften aufgefi'il;rt. 3. 53« 
Sopa$. @el;r l;od) weingelb, yoOfcmmen rein unt turd)fid)tig ; abfo* 
lu?e<S ©ewid)t 15 $arat, fpejiftfd;e$ ®etvid)t 3,535; brillantirtetf SBierecf 
u. tgl. m. — 2)ie ©ebirgsarten*(5-tiquetten muffen alle geognofrtfd) in» 
terejfanten 33crt;altniffc berühren, fo weit tie£ ter befd;ranfte fRcum ju* 
läßt; fte tonnen nid)t mit ju großer 93ollfräntigfcit geliefert werten, 
tenn fte fotten gteid)fam tie geclogifdjc ©cfd)id)te ter (©triefe enthalten. 
3. 23. §t;onporpl;t;r »on fd)mu£ig-layentelblauer ©runtmaffe mit 
geltfpatt;*, ®limmer= unt ^ornblcntefr^fraflen unt Öuarjforndjen. 
®egent äwifetjen Sd)emnilj unt ©plintal u. f. f. Sei Spetrefaftett gtebt 
mau nod; tie ®ebirg6formation an, in ter fte gefunten werten. 

SBaö fdUiefülid) tie ^etrefaftenfammtungen betrifft, fo fud)t man 
ftd) foldje nod) turd; gelungene ®^p»abtriicr'c feltencr ©triefe äu »erüotts 
(räntigen, legt große ^nodjenmaffen, weldje jufammen gehören, nad)tcm 
fte rid)tig beftimmt unt etiquettirt Worten ftnt, immer jufammen in eis 
nen 23el;alter unt in einen antcren taneben befmtlid;en tie entfpredjen» 
ten $nod)en ter fid) jenen am meiften näl;ernten, nod) lebenten %l)itv* 
form. SoffHe Änodjen türfeu übrigen^ mit nid;tö überwogen werten, 
fontern muffen in itjrcr i^einljeit erhalten unt bor ©taub forgfättig in 
@d;ränfen mit oter ofyne ©d;ubfafien — \e nad; ter ®röße ter $ne* 
d;en — gcfd;ü|t werten. 



10 (5()cmtfcf)e ^Prüfung ber Mineralien 

3 weiter ^(bfcfynitt. 

(£tntßed übet ba$ §Befltmuten bet SSlinetalien 
(fite Slitfäuger)* 

©ein angel^nten SÄineralogen, lreldier, nadjtcm er einige feine 
§ad)ivi|fcnfd)aft betreffenden 23orlefungen gebort l;at, feine Äenntniffe 
unD feine Sammlungen turd) Reifen ju «jermeferen lvünfdjt, aber, ta 
er meifrcntfjcile 311 $11$ gel;en muf?, feine 33iblictl;cf mit ftd> führen tarn, 
ivirt es l;auftg fein; fdjoer lverten, felbft tr-enu er feine (SoUcgienbeftc 
bei flu) l;aben tonnte, fid) jur red)ten 3eit, ivann e<> ta» ^3eftimmcn unt 
tie genaue llnierfudjung ter gofjHien an it;rem Munterte gilt, aUeö 
teffen au$ ten gcl/öiten SSorlefungen 31t erinnern, waä ju einer foldjen 
Arbeit neujiventig ifi. @r mag fid) taljer mit einem fel;r tünuleibigcn, 
aber grüntlid) gearbeiteten Qfompentium, ivie 3. 5*3. ta$ »on 3111 an ifr, 
Q,,pk Mineralogie." ©eutfd) bearbeitet öonj?. -f)<arrmann« CiucMtn* 
bürg unt Seidig bei 33affe, 1838) ircld)c$ ten SRcifenten ivol)( nur l)cd)ft 
feiten beim 53eftümncn tcr (Sattungeu in ©tid) laffen ivittf , aber eineö 
ÜRcgiftenJ *) betarf, verfeijeu. Siliertem lürfte il;m eine Slnleitung jur 
d;emifd)cn Prüfung tcr g-offtlien nnllfommcn fein, unt> eine foid)e mag 
taljer f;ier, mit fo wenigen ^Sorten aU möglich, in ft-clgentcm gegeben 
werten. 

(Srfieö Äapttel. 
<pie Prüfung t>cr ^Mineralien auf ttm troehenen IPege. 

Sie gefd)ief;t turd) Slnwenttmg te$ $euerv, wobei man ftd) entwc= 
tcr tcr flamme teö ^erjenlidjtc» oter, ta tiefe nur in ten tvenigfren 
ftiilTen au$rctd)t, tcr turd) £i(fe teö 8ötl;rol;r$ öerflarften £ampen* 
flamme — in feltcucn ^aüm tcr Ofcnl;i£e — betient. S)ic Prüfung 
»or tem 2ötl;rol)re ifl für ten 3J?iuciv.logeit tie wid)tigfle. SDian unter* 
fd)citct, wenn man turd) $a$ gotl]rol;r, teffen Spjatmafpi&e man an oter 
in tie flamme bringt, in tiefe pteinblafi uut fte taturd) öerfiarft, tie 

*') 3)aiTclbe fann man fid) jebod) fcljr lcid)t cor tcr 9ieife fcfbff anfertigen 
— eine fietne Arbeit, tie ten STukcn gjMBctyct, tag man beim 35urd)le=» 
fen tcö 33ud)es talTclbc genau fennen lernt, unb incllcid)! aud) nod) auf 
einige Soffilicn aufmcvffamcr gemadjt wirb. Slü'f tcr Srcifc ift cö beauc* 
mer, wenn baS Sud) indit gebunten, fohbern nur etwas fteif brofd)irt ift. 
3um Ijäuelidjen <Sclbffuntorriftt cmpfeljlcn fiel) befonterö: STofe, (Sic* 
mente tcr J5\rt)fia(lograpl)ic, 1838. — öerjeltuö. bic Slnmcnbung beö 
2ötf)rol)i% 1837. — u. Gebell, Safcln ,^ur 23eftimmung tcr iDTinera* 
Iten, 1835. — Beudant, traite elementaire de uiitieralogie, 1830- 
1832. — ST au mann, £cljrbud) tcr SOuneralogte; jmeite Auflage foll 
Salt erfdjetnen. — ©loder, förunbriß tcr 3)iineralogie, 1839. — 
v. Äo&cll, (Slmraftcriftif ter SJTineralien, 1830-1831."— 5)effeiben 
©runbjüge ber 3}ltneralogie, 1838. — Öfen unb 95ald)ner, SXinc* 
ralogie, Stuttg. 1837. — ß. Hartman«, ^anbbud) ber üJltneralo* 
gie. 2 ftarfe Sänbc mit tüelen 3lbbilbungcn. Sßcimar, 1843. — Slum, 
£m)ftognofu\ 1833. — 3Iugcrtcm ttc SBcrfc von §am), 3Xo^, 
^offmann, Srcü^aupt u. 51. 



auf trocfeueni $Begf. 1 1 

andere unt tie innere flamme; jene wirft, fca fte ten Körper mit tem 
©aucrfloff. jD« Stift in s8erül)rung bringt, o ^ i; t> i r c n t) ■j$f$t)ation& 

fener), tie innere aber, intern fie tie erl)i§te Sprcbe umhiebt unt fo 
»on i(;r ten Sauerfroff abgilt, t> e ö ojl*i; t i r c n t? oter retucirent 
C 5t etn c 1 1 o n tj fener). |S3on tem jn untcrfudjenten SMineral wirt 
nur eine Heine ^3robe entwcter mktelft einer, mit ©lieber unt Sptati» 
nafpiljen tterfel^etienen, ^inceüc oter auf einem $ptatinalöffcld)en oter in 
ter Vertiefung einer £ol$fol)le ter götln'ofyrftamme (um feine @d)mclj« 
barfeit gu prüfen mit tie tabci ftattfintenten ©tfdjeiuimgen 511 beebad)* 
ten") oter im Selben (Sfleagentieuglafe, t. f). eine an einem Grnte juge* 
fdnnoljene, am antern @nte mit umgebogenem Spante, jum gehalten 
turd) £raf)t, verfel)enc ©laSröljre, weldjer man jtdj brtient, um ju er* 
fahren, ob fid) etwas olme Zutritt ter £uft M"fjiid)jttgt) oter in einem 
Ieid)t gebogenen ®la£vol)re (tai beifcerfeitS offen ift, — um ju eutteden, 
ob bei ^utritt ter 8uft f.ücljtige £);ri;te oter Säuren gebiltet werten) 
tem Äcr$enlid)te ausgefegt, unt eutwetcr für fid) allein, oter in Serbin» 
tutig mit fogenamiten 9?eageutien bemäntelt, ®ie für ten Mineralogen 
bei ter Prüfung auf trpcfeiiem SSege nctt;roentigcu ^eagentjen ftnt: 1) 
25ora>* tient üomiglid) gut Slufiöfimg fdjivcr fdnnclg barer 6ubfranjen, 
tie am befren in deinen Splittern angewantt werten; man untcrfud)t, 
ob ftc fid) leid)t oter fd)wer, mit oter oi;nc Slufbraufen aufiöfen, ob unt 
wcld) eine ftaxbt erfd)eint, unt man bevüct'ftc!)tigt tabei taö Verhalten 
fcwoljl im O;ri}tation6feuer aU aud) im ^etuftiotiüfeuer. 2)3wetfad)* 
Eol)lenfaure£ Patron tient jur Sluftöfung vieler 33crbintungen (na* 
mcntlid) ©ilil'ate), befontcrö aber juv üftetuftion ter 3)ieta lichte. $üv 
ten lederen ^wed puberiftrt man tie £ol;(e, fnetet ftc mit feudjtein Via* 
tron ju einem Seige unt bemäntelt tiefen auf £oljle im 9ietufticn*3fcuer. 
®ewöl;nlid) jictjt ftd) taS Station in tie 3?ol;le, trcf}l?aXb nad) beentigtet 
Operation tie tamit erfüllten ^ol;lcntl;eile l)Öd)ft fein gepulvert unt forg« 
faltig gefdjlämmt werten muffen, wobei ta«5 2)?etatl am 2Jotcu teö SWör* 
fer6 ^urüd'bleibt. 3) $p i) $ p t) r f a u r e 6 3c a t r n * 51 m m n i a f (j$ l; ö» 
pl;orfal3) tient jur (Srfenntniß ter üftctatlo,tt)te, teren garben mit il;m 
weit beftimmter als mit 23ora> - l;erüorjutreten pflegen; c£ läfjt bei feinen 
d)emifcl)en SBirl'ungen taS Slmmoniac 1 enttv>eid)eu, woturd) ein Sluttjeil 
^3f)o^pt)orfäure frei wirt, weld)er ftd) mit 23afett antercr @alje ju neuen 
(Salden 'oerbintet, intern er tie £äureu jener frei mad)t, unt ftc tat)er 
entweCer serfftegen oter in ter SDJaffe juaief bleiben läpt. 4) Serglafre 
25orfä'ure tient jur ©ntteefung ter pi)06pl)oi;fäufe. 5) @ifen, 
am jwedma9igften in $0x111 üon ©laüicrfaiteu, Wirt ebenfalls taju be= 
nutjt. 6) Äobaltfolution (concentrirte 5luflöfung bon ^obaltnitrat) 
öert;ilft jur ©nttecfuug ter <Zi) oner.be unt Üal^ev-be (Mg.) fiüv 
tie ÜRcaltionen mit ^obaltfolution gilt tie Siegel, tafi fteinartige @ub* 
ftanjen, weldje tie 5 , iwff'ö fc ' t m( ^ t einfaugen, uorljcr l;ödjft fein gepul- 
oert werten muffen, tlebrigenä wirt tiefe 5iealtion turd) tie ©egen- 
wart öon SOJetatlo^^ten itnftd)er, 7) Qinn, in $orm »on Stanniol- 



12 (S|)emif(f)e Prüfung ber Mineralien 

flrcifen, bcfcvtcrt tie »ollfommene S>?rtnftion ter 3JccraKojr9fce. 8) J?up« 
f e r o >• v» Ö tieut jttr ©nttecfüng üon £l)lou unt^ob, 9) 9? icf e l o jry t) 
jjur (Süttecfung bort Bali, 10) Stiefel erbe mit 9?atron gut (Sntbef* 
fung te$ ©d)W>efel» unb ter ©djwefelfauce. Grnfclid) braucht 
man ncd) 11) Sacfinuös, <£urcuma = unt ^ycrnambufpapier 
gut Gntttecfung üen überfdjüfffgec ©Sure u, tgl. m. 

2>ie widjtigfien S^eaftioncu ter beteutcuteren ©Icmentarfteffe unb 
i^ver £>jr!)b'e (refp. Sauren) fitit fclgente: 1.) tTTetalloifce unt» 
beten (Dpygeiuta: 1) @d)wefel liitb ®ulpl;urete entwickeln auf 
S?ol;te oter im ®lasroi)re fdnvefclige Säure; Slrfe'nifs unt SWercurful» 
pbtiret fublimiren im Selben, Scbwefelfaitre oter jeter nod) fo ge* 
ringe Sdjivefelgebalt weiten enttetft, wenn mau ein l)öd)fi fleineö 
Fragment ter Sprobe mit 9?atrou mit) Stiefelette fdjmiljt, eS entfielt 
tanu eine gelbe otcv braune ^3crle. — 2) (Selen unt @ el enf au re 
wratben ftd) tnrd) faulen 9?ettiggerudj im Djrtjtationgfeucr, unt» (äffen 
im ©laärobre bisweilen thvat Seien als gclblid)c$ @3a$ entn>eid)en. — 
3) Spl;oepl;or unt $pijo$pf;orfaure. ÜHau fdjmifjt tie Sprobe mit 
SSörfaure, fteeft ein 6tücfd)en ©laöierfaite in tie glübente ^3erle unt 
bemäntelt tarauf ta£ (San^e im £)r9tationsfcucr; woburd) SjJboäpboret* 
fen gebiltet wirt, tvtldjcö nad) ter SJblublung ter üperle ab? metallifcbeS, 
tem üttagnete folgfamcö Storn ^eraui-gcfdjUigen werten f'ann. SMefe 
Sieaftion fann nur ftattfinten, wenn leine @d)wefelfaure, Sirfenir'faure 
oter burd) @ifcn retujirbarc üttetalloj^te »orbanten ftnt. — 4) ©blor. 
9Jcan fdjmtfjt pl)0$pl;orfaure$ 3?atronammoniaf mit fo öielem Tupfer* 
ojrijb, tag tie ftd) biltente ^JJerlc tief tunfelgrün wirb. 9)cit tiefer Sferle 
fdjmitjt man tie §Probc jufammen, worauf ftd) fogleid) eine purpurblaue 
flamme jetgt, bi£ alteö (£l)lor aufgetrieben ifit. Einige Stupferfalje ge* 
ben für ftd) allein eine al)nlid)e ^eat'ticn, jetod) nie mit §JJljo6>l)orfalj. 
5) Sot giebt, wenn e» auf tiefelbe SSeife, wie eben öom @l;lor ange? 
Qcben ifr, mit Spbosptjorfalj bemäntelt wirt, eine fdjöne grüne ftiamme* 
— 6) %lu or. SBenn ei in geringer Stenge, alö accefforifdjer 33cfrant» 
tljeit, »orbanten ift, fo braud)t man nur tie $£robe für ftd) im Kolben 
ju erbißen, in beffen offene^ (ürnte ein Streifen fcud)tc£ ^^rnambuf'pa* 
picr gefieeft Worten ift: ta$ ®la£ wirt angegriffen unt ta$ g^rnam* 
bufpapicr firobgelb gefärbt. ©tefe ^Jcaftion öerfagt gewöl)tilid), wenn 
£a$ g-luor in größerer üftenge unt in inniger SSerbintung öorl;anten ifi. 
S)ann crl;ilje man tie ^Jrobe mit gefd;moljcncm pl;o^pl)orfauren 9?atron* 
Slmmontaf im offenen @la^rol)rc fo, tag ein §l)cil ter flamme in taö 
3col)r ftreiebt, unt e$ wirt tiefelbe Sceaftion, wie öorjjin angegeben wor* 
fcen, erfolgen.— 7) SS äff* t wiit auö allen ^traten im Kolben au& 
getrieben, in teffen oberen Steile es ftd) nieterfd)lägt. Um jtt erfahren, 
cb tie Stopfen etwa fauer oter alfalifd) reagiren, mug man fte mit 
2acfmuö= unt ©urcumapapier prüfen. — 8) Salpeterfäure. ©ie 
S?itrate verpuffen auf ter ^oblc, wenn fte fdjineljbar ftnt, wo niefcf, fo 
geben fte tod) im tfolben fleglü^et, falpeterfaure^ @a^, — 9) Öorfäure. 



auf trocfcnent Söege. 13 

2)ie Sprobe wirt pulveriffrt mit mit einem $(ufj> attS 1 Stjeil ftlufi* 
fpat^ mit) 4 Vi £i)?it fd)wefelfaure$ Aalt gefd)tnoljen, wobei ftd) fogleid) 
tie gtamme grün färbt. — 10) liefet faure. 2Die ©ilifate werten 
von SpljO^ljorfalä mit 3urücfta|tung ter ftiefeferte jerfe^t, weld)e als 
Spufoec oter atö ^iefelft'elet in ter ^3er(e fdjwimmt. UebertieS fdmieljeri 
tie Gefeierte unt alle ©ilifate mit vorwaltenter ©aure mit Patron 
unter 2luffd)äumen ju einem and) nact) tem (Srfalten Haren ©lafe. — 
11) $ol;lenfäure wirt turd) tfarte (Stimmig ter tytobt entfernt, ift 
aber fo nid)t beuierHar ju madjcn. 

II. liUalien iinb türmen: 1) $ali, Natron unt 8itf;ion 
ftnt fdjwer ju unterfdjeiten. SBenn taS 2e|terc allein »orfommt, fo bil= 
tet tie, mit fot;fenfaurem Station auf Patinbled) gefdjtnolsene, sprobc 
cinen tunfelgelben $lecf*. 23ei allen treten; wenn fte mit ©d)wcfelfaure 
»erbunten ftnt unt mit etwas SSaffer befcudjtet werten, wirt tie glatmne 
turd) Siali uiolet, turd) Natron gelb, turd) 2it|>ion rotl) gefärbt. 23ietc 
litf)ionl)altige 6ilifate geben tiefelbe Neaftion, wenn fte mit einem ^luffe 
von 1 %l). $(ttjjfpatl) unt 4 Vi %l). fdnvefelfaureS ®ali äufammenge» 
fd)tnoljcn werten, ^altfal^e mit Nicfelojrvt gefdjmol^en, werten rött)# 
tid) blau gefärbt. — 2) glmtnoniaf ift angenblicflid; am ©eiud) 5U 
ernennen, wenn tie Sprobe mit Aalt im Kolben erlügt wirt. — 3) 33 as 
ryterte fdjmiljt als £vtrat für fiel) auf ter Äol)le mit Sluffdjäumen; 
als (Sarbcnat jtt einem flaren, nad) tem (SvMtcn emaitweifmt ©tafe; 
in 53ora;c unt Sp^oSp^orfatj löfr ei ftd) fdjaument auf. — 4) ©trons 
tianerte, als £»trat für ftd), verljaft ftd) wie 23art)tcrte, teSglcidjen, 
wenn jte mit 33ora>- unt ^eSptwrfatj bemäntelt wirt; taS ©arbonat 
aber fdjmiljt mir in ten qufjerfren Tanten unt bittet tabei Heine \taus 
tenartige, t;ell -- leud)tente SluSläufer. — 5) Ratterte, rein, ifi füv 
ftd) umjeränterlid) ; als (Karbonat verliert fte tie ©aure unt glül;ct mit 
blententem £id)te; mit 33ora;r fd)mit3t fte ju einer Haren ©lagerte, 
tie bei größerem 3 ll fa£ e waljrent ter ©rfaltung fryftalliftrt; mit ^l;o$* 
Vfjorfatj fd)tntlflt fte $u einem, attd) nad) tem (Spalten Hat bteibenten 
@lafe. — 6) Sftagnefta oter Salferte bleibt, rein, für ftd) tinwi? 
äntert; mit 23ora;r bemäntelt, verhält fte ftd) wie ^atfevte; mit $pi;oS* 
pt)orfat$ wirt fte ju einem Haren, unt in öottfommen gefättigten 3us 
fiante nad) tem ©Halten ^u einem mitd)wetfjen ©lafe; flarf mit Kobalt« 
folution erl;i§t, befotmut fte eine fd)wad)--rofenrotl;e ftatbe. — 7) Sf>on* 
erfce bleibt für ftd) unverändert; fdjmiljt mit S3oraje unt Spl;oSyl;orfaE$ 
tangfam ju Harem ©lafe; wirt, mit Äobattauflöfung fiarf ert;it}t, nad? 
tem Grrfalten blau. — 8) Beryll 5 unt ^jttererte bleiben für fid) 
unyeräntert, fdjmetjcn mit 23ora<r unt ^3l)oSpl)orfatj 511 einem Haren, 
turd) greperen 3 u f a $ ä 11 einem mildjweißen ©lafe, unt werten tttrei 
Äobaltlöfung fd)wärjlid)grau gefärbt. — 10) 3irfone ; rte bleibt für 
ftd) unoeräntert, leud;tet aber mit einem fafi unertrSglid) btenteuten 
Sidjte; mit ©aljen bemäntelt, verhält fte ftd) wie tie 33er»tlerte. 

III. ediwecmetalle; 1) ^upferojroo, (Sitberorpt, 



14 <2f)cmtfcf)c Prüfung ber Mineralien 

6$Urfi!'&tT r SSUiojcpt), SBiämutljojrvfc, 3Hol9&fcanfättr{ unt> 
3tnno;ri)t> lafT^n ftcfj für ftd) auf S?ol)(e tämjtrttu — 2) 3 i " f o r y ^ 
leudtfet ftart ofjne ju fd)tne(jeit, unt> verfliegt im SRefcuftionSfeuer. — 
3) @ifenojri)t, CrifenojrtjMjijtirat, Uranöjrijt), SSolfram* 
fäurc werten im 5?etuftionSfcuer fdjwarg, unt) t?ie beiten erfieren 
SFotpn and) nod) magnettfd). — 4) Slrfenif unt) tie Slrfenihne* 
ta tte geben im Kolben, fcie Slrfeniate unt) Slrfenifoj^tie auf ter 
Äoljle im SftetuftionSfeuer ten eigentl)ümlid)en $no6laudigerud) belS 2lr* 
feniftanipfeS, im ©laSvcfjre fcagegen fr^frallimfdjeö Sublimat »on arfe* 
niger Saure. ®ie Sd) tu efelarfenif arten fublimiren im Kolben 
gelb oter vott). — 5) Guecf filber. Sitte feine Sßerbintungen fubli* 
tniren metaflifdjeu Sflerfur, wenn man ftc mit 3'«» im Kolben erl;ü|t; 
feine ßfjlor* unt> Sdjwefetberbtntsungen geben übrigens weifeS unt 
vctl;eS Sublimat. — 6) SIntimon gibt im @5laSrol;re tiefe, fauere 
kämpfe t-on antimoniger ©aurc, tie ftd) niet>erfd)lägen, aber »on einer 
Stelle jüf antern »erfiud)tigt werten j'örtnen'; auf ter $?ot;le üertampft 
e$, unt) umgibt ftd) tabei mit einer weifen SIrcofe, tie im sRetuftionS* 
feucr »erfd)wintef, Watyrent) ftd) tie ^ylamme fd)wad) grünttc&blau färbt. 
— 7) SStSmutlj fublimirt nid)t im Kolben unt) giebt aud) im ©las* 
teiju feineu -Rand), fontern umgibt ftd) mit gefdjmoljeimn 0>"t;t; auf 
ter S?eb!e öerfcampft c^ unt umgibt ftd) 'tiabei mit einer rotI)gefaumten 
Slreele, wcld)e im JRetuftionSfctter t>erfd)winfcet, ofme tie flamme ju 
färben. — 8) Sellur fublimirt im Äolbeu, gibt im ©laSroljre einen 
weifen Slnftug, ter ftd; 31t wafiVrljeHen Kröpfen fcömeljeu läft; auf ter 
&ol)U öertampft es, unt umgibt ftd) mit einer rotl;gefäumten Slveole, 
tie im SRetüftionSfeiier verfdmüntet, wapenfc ftd) tie flamme grün 
färbt. — 9) Äatmium mvati) ftd) fcl;r leid)t taturd), t>af tie auf 
5tol)le ert;i£te ^Jrcbe von einer gelbrotben Kreole umgeben Witt. — Ue* 
ber tie 9?eaftionen ter fotgeuten funfjeljn aKetaßojr^tie (refp. Sauren) 
mit 53eraje unt pfjoSpfjorfaureS Patron = 2tmmoniaf Jjat SBetttattt fol* 
gente Tabelle 'ufammengefrellt: 10) Sinti mono jrgt) gibt mit 23orajr 
im Cvrotatiousfeuer ein gelbes, erfaltet farblcfeS, im 3?etuftionSfeuer 
ein grauet, trübet, mit spi;oSpl;orfals ftets ein farblofeS ©las» — 
11) 53 i c t> r t; t) mit SBorajr ift im Djtt)fcätiongf?üer l;eif ein gelbes, er* 
faltet farblofeS ©las, relujirt ftd) im SRetuftionSfcuer, ifl mit SpfjoS-- 
ptyorfalj bebantelt in betten flammen farblos. — 12) ©eriumo^^t, 
mit S3ora£ im DrtjtattonSfcuer l;eif orange bis xotl), erfaltet gelblid), 
im ^etufttonSfeuer farblos oter emailweif; mit SpljdSpfjofcfal'j im Opü- 
ÖationSfeuer (;eif rotb, erfaltet farblos, im SietuftionSfeuer ebenfalls 
farblos. — 13) ©Ijromfaure, mit 23orajr im OjrotationSfeuer ftna* 
ragtgrün, im 9?etuf'tionSfeuer l)eif gelblidjbraun, erfaltet farblcS; mit 
«ßljespljorfals in beiten flammen fmaragfcgrüneS ©las. — 14) ©ifen* 
cjrot, mit §3ora,r, im D,ri;tationSfeuer I;etf tuufelrottj, erfaltet lid^t« 
gelb oter farblofeS ©las, im SietuftionSfeuer laud)* oter piftajiengrün; 
mit ^3^osp§crfal3 im O^tationSfeuer §eif tunfelrotf;, erfaltet gelblid? 



auf nnjfem 5DBege. 15 

oter farblos, im 9?etuftionSfeuer laud)s oter pifla^tcugriin» — 15) £'o- 
batto^^t), mit 23orar in betten flammen blauet ©las; mit $pi;oS- 
pborfalj im DrvtationSfeuer jimalteblatt, im 9ictuftionSfeuer blau. — 
16) ^upferojröb, mit 23orajr öjp'ec mit spbospbcrfalj im Oj^bationS* 
feuer grün; mit 33ova>- im ^etuftionSfcuer l;cifj ungefärbt, erf'altet jin* 
noberrotb, mit Spf>o^pbovfat3 falt ebenfalls jinnoberrotl). — 17) Scan* 
ganojrpb mit Saräjc oter SpöoSpljorfala im Dri)tationSfeuer oiotbfou, 
im SKctufttonSfeuer farblos. — 18) Sftoltjbbanfäur e mit 23orajr im 
O'rijbationSfeuer farblos?, im ^ctuftiottSfeuer fcr)mu§igbraun ; mit tylps* 
pfjotfätj im CrsjtationSfeuer beiß grün, erfaltet färbte», im SRebuftionSs 
feuer beiß fd)tvarj, erfaltet fmaragtgrün. — 19) SbidtHsfö mit 23o* 
rar im Or^tationlfeuer beiß orange bis rotb, erfaltet getblid), im 3?e* 
tuftionefeuer grau unt trübe, mit Spfyoepborfatj im Ortjtiatfeuer l)ci0 
vötMid), erfaltet farblos. — 20) £eüurori;b mit 23oraj: oter 5pf)oS* 
pborfalj in Dr^tatfeuer farblos, im SRetuftionSfeuer grau unt) trübe. — 

21) Sitanfaurc, mit 23cra<r im Drrjtatfeuer farblos, erfaltet mild)» 
iveifj, roenn biel ÜJ$D vorbanben ijr, im SRetuftionSfeuer gelb, üiolblau 
unt) iunfelblau nadj ter SWeuge teS Oi^teS; mit 5pi;oSpl;oifa(j, im 
Orütatfeuer farblos, im SRctufiionSfeuer beiß gelb, erfaltet üiolblau. — 

22) Uran or 9t, mit 23orar, im Drijbatfeuev tunfelgelb, im SRetuf* 
tionsfeuer fdjtnuljiggrün ; mit Spljorvborfalj, im Drt'tatfeuer ftrobgelb, 
im SRecuftionSfeuer fd)ön grün. — 23. §Siömutbori>b, mit 23orar, 
im Or^atfeuer farblos, im SRetuftionSfeuer grau unt» trübe; mit SpboS* 
pborfalj, im On)tatfcucr beiß gelblid)« braun, erfaltet farblos, im *Re* 
tuftionSfeucr beiß farblos, erfaltet grau unt trübe. — 24) 5öolfr am» 
faure mit 23orar oter Spbospfjcrfalj im Orijtatfeuer farblos ; im 5Re* 
tuftionSfeucr mit 33orai: orangcgelb biSblutrotb, mit SpijeSvborfalj fd)ön 
blau. — SBo tie Prüfung ücr tem £ötl)robre Itngcivifjbeitcn übrig läßt, 
la rotrb in ber fRegel bie Prüfung auf lern naffen Siege entfd)eiben 
unt) vice versa, taber bette SprüfungSarten ftd) gegenteilig ergänzen 
unb controltren. 

Swetteö Kapitel. 
pic |)rüfu«ö ber ^([ihen auf «aßent We$e. 
©ie grüntet ftcf) auf Die äöedifelimrfting v>erfd)ictencr ^ub^tan^n, 
irenu fte in einer ober* ber antevn §lüffigfeit aufgelöft werten. $)al)er 
ift eS aud) tie i;auptfad)lid)ftc 53etingung, bie ju unterfud)cnten ÜRtnc* 
ralien tiefes 3uftanteS fafjig ju mad)en, roenn fte teffelbcn nid)t fd)ou 
öon 9?atur fal;ig ftnt. S)ie Sßerfudje felbft ft'nb in ber «Regel eben fo 
einfad) als entfdjcifcent, unt laffcu ftd) in fo fleinem SDJaapftabe bor* 
nelmten, tafj man ten ganjen ta$u erfortcrlid)en Apparat bequem (im 
fd}on oben beim portatioen SReagentienfaften ober lafdjenlaboratorium 
bemerft »orten ift) in ter Safdje bei ftd) fübren fann. 211s 3ieagen= 
tien betient man ftd) ter 6äuren (oornel;mlid) ter ©alpeterfäure) 
unt Valien im tropfbar flüfftgen >Juflanbfy mancher ©alje, 3Ke= 



16 @f)fnttfd»e Prüfung ber üttineralien 

rallor^te unt te$ SSafferS; jur (Srfennung ter frei ter QIußbTmtg 
eine$ SHineraU jum S3orfcf?em fominenten Säuren unt SUfalien, felbft 
te$ £acfmu$s unt te<? (£urcumapapier$. 2)a 2lußitelid)feit tie 
83etinguug ifr, unter tvetdjer eine Prüfung auf naffem SSege mcgltd) 
'fv fa jcvfaflm vorläufig für uns fämmtlidje jit prüfente Äörper in 
trei große &(afjen, teren erfte tie im SSaffcr aüfÜQ&litijin Subfiaujen, 
tie ^tveite tie in Sauren (Salpeterfäurc) auflÖ6ltd)en Subfianjen, unt 
tie tritte tte, tveter im SSaffer nod) in Säuren auflitelicften <&ub\tan* 
jen ihü)Uu 

I. S)ie im SS äff er auflo$tid;en Mineralien: A) S^rb* 
I©fe tfitflöfuncj: i) Prüfung ter Sauren, ü)?an »erfeßt cU 
nen Sl;cU ter Slufiöfung mit falpeterfaurer Sarpterte; ivirt ettva$ nie* 
tergefdjlagen, fo ftnt Sdjwefelfaure, SSorfaure eter Äoölenfäure ange* 
geigt. Um tiefe treL Säuren t;ier »on einantcr unterfd)eiten ^u fonnen, 
giefjt mau in einen anteren Sljcil ter conjentrirten Slujlcfung einen 
Sropfcn Sdnvefelfäure; ifi Äb^ü Inf aure »ovljantcn, fo cnüvcidjt fte 
taim mit Slufbraufcn, 33ovfaür,e präeipitirt tagegen in glänjenten 
Sdjuppen, unt entlid) Sd)it'cf elf aure gibt natürlid) gar feine SReaf* 
tion. £at falpeterfaurc SJargtci-te feinen 9?ieterfdtag ya SSege gebracht, 
erfolgt aber ein foldjer turd) falpeterfaureS Silberojryt, fo ift @l;lor 
öorl;antcn. @ibt aber ta$ (entere ffüiiai eben fo ivenig lvie taS elftere 
ein Spräcipitat, fo ifi taturd) Salpeterfäure angezeigt. — 2) 3prü= 
fung ter 33afen. jjjarblofe Saljaupfungeu föunen $ali, Patron, 
Sttnmoniaf, ftalf, Salf'erte, Sbonerte oter %\\\t enthalten. SScrfe^t man 
einen $i;eil ter 2lufibfung mit Slmmontaf im Ueberfdjufj — tiefer ift 
uotl;tvcntig wegen te$ jginfojrpfcä unt ter Salferte — fo gibt ftd) 3'"^* 
ojri)t turd) einen gleicl) anfangt erfolgenten, nad^er ivieter aufgelbfieu 
ÜHietcrfdjlag, Sl;onerte turd) ein permanente^, gallertartig »ßoefigeä, 
turd) 5?a(i aHßeö(id)e$ Sjkäcipitat, 2)Jaguefia aber turd) ein perma* 
nented, pulveriges, turd) Aalt ntd)t aufiöslidjeS Sßcäcipitat ju erfennen. 
fi-aüt Slmmontaf feinen ?iietcrfd)lag # fo nimmt man ojeatfäures $ali; 
ein Ijierauf erfolgenten Spracipitat $cigt Salt an. 53etfagen entlidj 
Slmmoniaf fotvcl;l aU and) cralfatueS ^ali i^ve 9teaftion, fo tiuip tie 
93afiö entiveter Slinmoniaf, Siali oter 9?atron enthalten. S)urd) 3 u f a ^ 
Don faufrifd)em Äali »vitt ta»?lmmoniaf aufgetrieben unt turd) ten 
©erud) erfannt; taö ^ati gibt nad) einiger ßeit mit SSeiuftcinfaure 
einen weisen, mit fafjfaurem Spiatin einen gelben JJieterfdjlag ; Statron 
jeigt fid) gegen alle tiefe ^caftionen indifferent. — B) S^tbige. 2lufs 
lefung geben tie Sulp^ate öou Äupfer, ©ifen, Kobalt unt 
liefet. Tupfer präeipitirt metallifd) auf ein @ifenfiäbd)en, unt färbt 
turd) 3«f a $ ^°» Slmmoniaf tie 5lufiöfuug fdjön lafurblau. Sji taö 
Äupfer turd; @ifen entfernt, fo gibt fid) ta§ Sfticfel turd) eine fd;ön 
violblaue $arbe ju erfennen, nield)e tie Solution turd) Slmmoniaf erhalt. 
©ifenori)tul wirt turd) fol)lenfaureö 5lmmoniaf weiß, Äobaltojrpt 
wt^ gefällt, unt legeres im tleberfd;up te$ gäKung^mitteB tvietev 



auf naffem Söege. 17 

aiiftjclcfl ; au<b faßt (^aneifenWium jenes aU einen Hauen, tiefet als 
einen braunrotf)en Stteterfdjlag. 

If. Sn ©Suren auflb*>lid)c Körper ftnt entweter ol)tie 2Sei= 
tere$ der mit £ilfe ter SSarme in Safpeterfau« auflöslidj unt) fönnen 
fid) tatet auf vierfache SSeife »erljälteu. S)ie ©arbouate enttviefcitt 
unter Slufbraufen ein färb» unt) gerud)lofes? ©aö> tie tfct;lenfäure; 
niedre ÜHetalberbürtungcn, Sulpluiretc, Slrfeniete unt) einige 
£)£9te »eranlaffen «Die (Snüvicfelung »on falpeterfauretu ©afe, einet 
orangefarbenen (SJaöavf »Ott erftuf entern ©eruet); tie .£)9tvofilifaU 
unt) einige wenige iv äff er freie Silif'ate entwickeln fein ©a$, löfen 
ftd) langfaul auf unt) geben einen (Ballert; einige Ojr^te, ^1)06* 
pl;ate, Slrfeuiatc, €tl;vomate, Sulpfyate unt *3l)lormetalle 
cnttvtcfeln fein ©a3 unt .iofeu ftd) langfam auf ohne £u gelatiniren. 
Um bei ten hier nötigen Itnterfudmngcn fidjer 31t ge()en, mufj man 
tarauf aduen, tag tie 31'ufJcfung bei ihrer weiteren Prüfung nidjt ju 
fauer fei, unt c£ ifl fcefjl/aXb jutveileu rathfam, tiefclbe einstampfen 
unt ten 3iücfjiant ipieter in SSaffcr aufjulöfeu. 

A) Prüfung bet <Zatbonate. 5$>ie vorunmnenten 53afeu (Int: 
23ari)tcrte, Strcntiaucrte, Salferte, ©ilberojrt)t, S3leior4)t, GrifenojCi?fcuf, 
ÜRangaiTCjr^tuI, ginfo^t, ^upferojrvt unt ßalt. i) ®urd) Sdjwefek 
faure werten au$ ter Solution £3art)t= unt Sirontiancrtc, 23tcio;ri)t in\Ü 
md) galt gefällt. SSectünnt mau tie Solution mit öiel SSaffer, fo 
lc|l fid) ter fdjwefclfaure Salt Bieter auf; ta£ 231 ei Wirt turd) ein 
3innfia'bd)cn reguliuifd) nietcrgefd)lagen. 23 ärgerte praeipitirt mit 
bernfieinfaurein Slmmoniaf unt $aliumeifenci)anür; Stron tianerte 
verfaßt tiefen S^eafticuen. Sfi tuvd) Sdjwefelfäure fein Spräcipitat er* 
folgt, fo s?erfud)t man 2) Safjfäure, unt erfolgt taturd) ein Bieter* 
fd)lag, fo tnttfilt tiefer Silber. 3) SSenn mau aber iveter turd) 
©cDwefet uod) turd) ©l)lorwafferfroff|aure ein ^räcipitat erhalten I;at, 
fo »erfudjt man auf tie oben angegebene 2Seife alle üi>erfd)iifftgc Saure 
auö ter Sluflöfung ju entfernen, unt öerfe|t taun tie mit tefliüirten 
SBajfex gebiltetc SJuflöfuttg te$ ^iicffrantcö allmalig mit Slmmoniaf 
bt» jum Ucbcrfdiup. ©rfofgt taturd; ein permanentes SPrä'cipitat, fo 
ift üflagnefta, ©ifeno^tul unt ÜÄanganojrytul angezeigt: SNagnefia 
erfdjeint als weifjeS spulöer, wirt aber .turd) (Sijancifenfalium hidjt ge=> 
fällt, n?äl)ient tie weifjeu flocfigen ^Jräeipitate ter £?jrt;t«te ftd) nid)t 
allein taturd) »on jener unrerfdicitcu, fca§ fte ftd) au ter €uft braunen, 
fontern oud) taturd), tafj fcaö b~on ©ifen blau, taö te^ SÄanganö n?eig, 
turd) ©ifenfaliumciianür gefällt wertem (Sin yorttbergclifnteö SpräcU 
pitat jeigt %\nt* unt JUtpfero^t an, tie beite öön einanter nad) 
öollftäntiger $luflöfung lei 9tieterfd)lage£ an ter g-arbe ter Solution, 
fo wie turd) (Sifen ju unterfd)eiten ftnt. 3ft Qat fein 5)3räeipttat er* 
folgt, fo lafjt ftd), wenn tie anfanglidje Solution fcl)r üertünnt war, 
nod) ^alf erwarten, ten man turd) ojralfaured Ä'ali fallt. — Oft ftnt 
melji-e tiefer Söafeit »erbunten ; tantt ifl e<5 nöt&ig fte trennen ju fönnen» 



18 ßfyemifcfje Prüfung ter SWittcrcTien 

2>ie ivid)tigftett SBnMntungen tiefer 21rt ftnt: 1) <gtfenori>tul, 
SDianganorplul, Salferte unt italf. SQJan faßt turd) (Syanei* 
fenfaü'um juerji tie betten Drfcule, leren erfiereg an ler bl<wj#n $axbt, 

tag antere am £ötljrcl;r!?crl)alten teg Sftcterfdjtageg jU erfennen tfr. 
5)ie Salferte tvirt juin §l;eit turd) 2lmmoniaf gefaßt, unt tie dauerte 
turetj ojalfaureg Äali; and) Unn man bette turd) pfyügpfyorfaurisg 
Patron trennen, iueld)cg ten fäait, aber nid)t tie lalfcrte fallt, wenn 
fein Slmmttnial vorl;anten tfr, 2) 3inforpt mit 5t a l f , »cn teucn 
man tag erfrere an feinem SScrfjalten mit Slmmouhif, tag leitete turd) 
oralfaurcg ßaü erfennt. 3} (Sifenorytul itnt Äupferojryt; fte 
p.racipitiren anfangt beite tnrd) SUmnoniaf, ted) ivirt turd) tteberfdjjuiß 
teffelbcn tag Äupferojrsjt tvietcr aufgelöfh 4) Stronttanerte itntÄatf. 
Wlan »erfe^t ten $iü& jrant ter eingetampften Solution mit abfolutem 211* 
fol;o(, in tveldjem ftd) tie ^alferte, nidjt aber tie Stronttanerte, auflb'fr. 
ß. Prüfung ib.ee unter J£nttvict"elung von @t tdf cry b = 
gas «ttflöölid)e ©ubftanjen. @g gefd)icl)t jutr-eilett, taf? in ter 
Solution ein unauflögltd&er 38itcfflant übrig bleibt, nttfUjatb tenn ttjeilg 
tiefer ^ütffrant, tl)tiU tie Solution felbfr ju berüdjtdjtigeu ift. i) 
Prüfung teg SRücffrantcg. ©erfeXbe fann aut 3 in »Wt, Slntimcnoryt, 
SKolybtanfäure, S3letfulpt)at, jum §l)cil and) auö arfeniger Säure be* 
freien. 3 inns un '& Sinti mono* pt löfen ftd) in Saljfaure auf, unt 
tag Untere lvtrt aus ter Solution turd) SB äff er gefallt; ftnt beite vor- 
bauten fo gel)t and) tag 3 itmü >'9t in ten SWeterfcfolag mit über, unt 
ift taljer tag Spracipitat nod) öoc tem Setljrofjr ju untet'fud)ctt. S$o = 
Ii)btanfäure ttürt beim (Steißen jitrongelb, unt unter SBaffer in 
S3en'il)ruug mit %\nt Hau; ©igenfdjaffen, lveldje tem fd)ivefelfauren 
SBlcioryt abgeben, ©ie arfentge Saure (lvelclje übertiefj fdon vor 
tem £ött)rol)re fel)r lcid)t ju erfennen ift} löjr ftd) in jtvb'lf Steilen fie* 
tenten SSafferg auf. 2) Sprüfung ter Solution. Sie fann foivcl;t 
Säuren (Sdjtvefel;, Slrfcntfs unt 6l;routfäure) alä and) SBafen (SBie* 
muH)', 53lei-, Silber*, Quecffttbcr*, Seflur*, Tupfer«, liefet * Kobalt?, 
ttratt* unt ^tnforrt ; Gnfen* unt^Dianganorytul) enthalten, unt mufj 
»er ter weiteren Sprüfung tton übeifd)tiffiger Salpe-terfaurc befreit unt 
gehörig concentrirt werten. S d) w e f e l f a u r e praeipttirt turd) falpetcr» 
faurc SSaryterle unt tag Spracipitat üerwantelt ftd), auf 5?ol;le geglüht, 
in Sd)tvefclbari;um. Slrfcnif fäure präeipititt turd) falpeterfaurcg 
55lei», Dued'ftlbcra oter Silbcrort;t wei^, gelb cter braun, unt tag 
Spracipitat »erratet ftd) fogleid) »or tem götl;rcl)re. <Sl;rom fäure 
praeipitirt turd) tiefelben trei Nitrate orangegelb, fd)arlad)rott; oter 
faiminrotl;; tag spracipitat gibt öor tem £ötl;rel)re feinen ©erud) 
unt Wirt, mit 3?atron bemäntelt, im Sietuftionsfeuer grün, int 
£)ri:tanongfeuer gelb. S)ag SSiSmut^o.rSjb lvirt turd) SBaffer, tag 
S3leiojrt;t turd) Sd)tvcfelfäurc alg ivci^cg Spulöcr, turd) ein 3'nf* 
flabdjen metallifd;, gefällt, unt tag StlberoA-^t turd) Saljfaure 
als ein in 3lmmoniaf ttupögf'^^ Spracipitat nietergefd;lagen. $)aö 



auf Hoffem 3Bege. 19 

Ciuccf fttb er o rpt» pracipitirt cbcnfaltö Imd) ©^lorroafjVrfioflfiaiire, 
fcaö Sßracipitat roirti aber turd) Slmmoniaf grau ol;ne ftd) aufeulb'fen; 
cud) pracipitirt es öly metallifd)c6 graues Pulver turd) ein $upferftä'b» 
d;en. 3 in ^* un ^ ^eilurori;t geben tuvd) Slmmoniaf ein flod'ige£, 
im 1teberfd)uffe ivietcr aujlöslid)e$ Spr.acipitat ; ta$ Tellur pracipitirt 
aud) metaUifd) auf ginf. ^obaltort;t ivirt tuvd) ^ali in ameffjyflv 
rotlien, gelattncfen glocfcn, mit ebenfe turd) Slrmnoniar 1 bei neutraler 
SlufTöfung, gefallt; tic fofylcnfauren 2Ufalien geben pftrjid)blütf;rotl)c$, 




gvüne Solution öiciblau färbt ; Stall, eben fo rol)lcnfaurc$ 2lmuiomaf, 
gibt ein grünes Spradpitat, ta» int Ucbevfdiujje tesJ leßtcrn, nidjt aber 
te$ erfieren, auflöelid) ijr. Uvanori;t gibt eine gelbe Solution, 
pracipitirt tuvd) reine Mhiiun powier^anjengelb, turd) foi;lenfaure Sllfa* 
lien blafigelb (taö Spractpitat ijr im Ueteifduffe tcr letzteren, nidjt in 
tem ter erflercn auflüslidj), turd) ©rjaneifenf'alium bvaunvetb. £>-{ir 
ä)ianganori;tul, Gnfenorrjtul unt Äupferorfjt) gelten tie oben angegebe« 
nen ^eaftioneu. SBcnn mcijve ter genannten 23afen piiglcicl) r-orf'cmmcn, 
fo muß man in tcr SSabl unt Slufeiuantcvfolge iliver g-attungömittet 
gehörige SSorftdjt beobadjtcn. 

C. Prüfung Ö£Kjcntcfen Körper, voetdje (Ballert efe* 
ben. Sie befielen in tiefer gorm lvcfcntlid) aut liefet er tl;i)t rat, 
unt mujj tepljalb ter ©allert jur Sluefdjeitung ter Gefeierte eilige» 
tampft, tarauf mit l;ei{5em 25 äff er auggefüßt unt ftltrirt ivcrtcn. 3Me 
Sluflöfung felbft rann 23aii)t*, kalt*, Stronfiäiu, %alt-, %i)on* unt 
sjttercrte, 5?ali, Patron, @er*, Gnfen-, SWanganorytiil, Tupfer-, 9iife 
fei* unt 3in^rpt enthalten, bringt man <Sd)ivc fei untre in tie neutra* 
lijtvte unt »erbarmte Slufxöfung, fo praetpitiren tie etiva tavin tntyaU 
tene 23a röter te, Strontianert e unt ein ÜJbeil ter Äalf'erbe, 
n>eld)e Körper, rufe oben angegeben ©orten, 51t untcrfd)citeu ftnt. 3)urd) 
Slmmoniaf, iveld)es mau im Hebcvfdjufife ter ncutraliftrtcu unt »ertütiu* 
Jen 5Iuflöfung jufe^en muß, iverten Salt«, Sjjon* unt gjttererte, ©er*, 
@ifen* mit SDJanganor^tul gefüllt. ®ie §alt:crbe pracipitirt alö 
ivei0e6, tr-etcr in ^ali, nod) in fcblenfauvcm Simmoniar 5 auflöslidjeS 
spuloer; tie §Jttererte (n>eld)e aud) tuvd) foblenfauve ?llfalien pra« 
cipitirt, ft'd) aber im lleberfdjujlc terfelben Süietec w\lo\t~) r roirt aU 
roei^cö, tuvd; tlebevfd)up reiner SM fallen nid)t auflb'Slidjeö $Pul»cr ge* 
fällt; tie' Sljonerte gibt einen gallertartig »floef igen, im ttcbevfdjnffe 
»on Slmmoniaf nid)t, rool;l aber in £ali cter Siatvon auflövlid)eu / 9iie# 
tevfdjlag; taö 6evori;tul praeipitirt jvci0, ivirt tanu an ter Suft 
gelb, turd) ©liil;cn braun, unt ifl in reinen §tlra£ien nidjt aufloölid;, 
ivoljl aber ia6 turd; fol)(eufauve 3ilfalien eifolgcnte 5pvaeipitat im Ue* 
berfdjuffe tiefer; @ifenori)tu( roirt alö iveifjc, an ter Juft bxaun 
tvertente, im Ueberfd;utJe tcr ^llfalien nidjt aufTööiidjc großen nieter« 

9* 



20 dhemtfcfye Prüfung tcr SDftncrnficn 

gefdjlagen, ifr aud) turd) 33et)antlung mit Gftjaneifenfalium nidit jit 
ttetfennen, unt öerljält ftd), wenn e£ tvie tafi Gtcrcrpttil mit fel)lenfau* 
reit SUfalien bemäntelt wirb, gau$ wie tiefet; Sföanganojrijbu't aibi 
ftd) altS tvctpeö, floefigeö, an tcr Suft braun werbenteö, öör tem £ikl;* 
rofyre tie bef'annte SReafticn gebentei», *))racipitat ju erfennen, unt wirt 
iibertiefj turd) (Stmneifenfalium weifj gefärbt. Tupfer* unt Stiefel* 
cjri;5 werben cbenfadö turd) Slmmoniaf erfennt. 23enn entlicl) weter 
:Mircl) Sd)tvefelfäure, nod) turd) ?lmmonia£: eine SReaftion erfolgt, fo fonnfe 
SDie Solution möglid)er SSeife nod) $ alterte enthalten, tie ftd) aber 
luxd) -oralfaureS i?ali fallen ließe. 2>er üRücfjtant ber Slufxcfttng tanii 
nun nod) üali unt Patron enthalten, teren Sprüfung bef'nnnt ifr. 

I). S)te Prüfung derjenigen S3afen uub Satje, weldje fein ©a6 
entwickeln nnt) ftd) langfam auflefen ol)ne ©ädert jit geben, übrigen* 
lad) nur fofd)e Dri)te cter Sal^e fmt, leren ^caftieneu fd)on oben an* 
gegeben werten fint, ergibt ftd) au$ tem bt6l)cr ©efagteu. 

III. Sub flanken, weldu tue bei* in TPaffer, nod) in 
©öttee auflö^lid) fint, muffen, um aufTösüd) gemacht ju werten, 
fein pul'oeriftrt mit; mit tem g£cid)en ®cwid)t*l:el)lenfaure6 J?ali oter 
Patron jufammengefcömoljen, tarauf mit ftetentem SSaffer bemäntelt 
unt ftltrirt werten; wobei jwet S-älle möglidj ftnt: entwetertaä'SSaffcr 
fdjwangcrt ftd)- mit einer Säure oter einem Saljc, unt Ijinterläfjt einen 
in Salpcterfäure attflöelidjeu Siücfftant, oter e» nimmt weter Säure 
nod) Sat^ auf, unt) tcr 3'iücfftanb lö'ff ftd) nid)t in Salpeterfäure auf. 
£) %m elfteren $ade fann tie Subftauj ein Santalat, SBclframat, 
äflofybtat, @l;remat, SIrfeniat, ^rjoepljat, Sulpl)af, Sorot* ©ftloret oter 
rvluoret fein, tie »on fobjenfaurem Patron turd) wed)felfeitigen Sluö« 
raufd) ter Sauren unt 23afen öcrfe^t werten, intern ftd) taööryt mit 
la $ol;lenfäure unt tie Saure mit tem 9ktren »erbinten. (§& ftnt 

ei fetvobl tie Säuren att and) tie S3afen jtt prüfen. 3>iefe in ter 
.::.cterfjurctt 2luflcfung teö ^ürffiante^ enthaltenen Ori;te ftnt jetod) 
immer fold)e, teren 9?ea(:'uonen fdjon oben angegeben werten ftnt, unt 
taljer l)icr übergangen werten rennen; wefil;alb nur nod) über tie Sßrü" 
fung ter Saure gefprodjen werten braud)t. Üttan concentrirt tie Sc* 
iution unt öerfe^t einen S'beit terfclbcn mit Salpcterfäure: ein Spraci« 
pitat geigt Santal-, SBolfram*, 3SoU;btäns oter SBorfäure an. Sott* 
ialfäure präeipitirt weiß, ifr nid)t in SSaffer loilid), unt wirt in fo- 
cüenter Salpcterfäure nid)t gelb; SSolframfaure präeipitirt ati ivti-- 
ße^ in SSaffer uuauflöölidieö, in ftetenter Salpeterfaure gelb werten» 
te3 Sputüer; 3Kolt)btänfäure atö weißet, im SSaffer fel;r wenig löö- 
ItdjeS, unt turd) Serülprung mit einem 3'»ffrabe blau wertentee §jJid* 
»er, wirt beim icte^maligen (Srln^cn jitronengelb; 33orfaitre präcipi» 
tirt aU wcif5c£ fcDuppige», ju ©la^ fdnnet^barci?, in 2llfol)ol auf!cclid)Cto 
^ul'oer, unt tiefe 5llfol;olfolution brennt grün. SSenn turd) Salpeter«: 
fäure fein Spracipitat erfolgt ifr, fo tarf man eine tcr übrigen Säuren 
.•ivarten, t>cn weldten tie ©t;romf, 5irfenif« unt Scfyrefelfäure nad; 



auf itflifism $3ege. §i 

teu eben angegebenen Sfaafttonen erfannt werten. $pi;c>ypI)orfaure 
Wirt turd) tie Nitrate Don 23lei, £HiecffUber unt ©trontianerte weiß, 
turd) falpeterfaurcä ©ilberor<)t gelb gefärbt, mit taö ^praeipttat gibt 
»er tem gotJjrol;« feinen ©euid). 6t;lorwa|'ferftcfffäurc gibt 
t)imi) falpeteifaureö ©ilbcrcri)t einen in Slmmoniaf le6lid)cn 9iieterfd)lag. 
©int) Slrfenif, ^U)o6pl;orfäure mit (Sfjtor mgleid) öorljanten, 
fo trennt man erft Xaä (£l;lor turd) fafpctcrfaureö ©ilberor^t nnt) tarnt 
tie Spjjospljorfaurc turd) fatp.eterfaure ©trontianerte, oter man fdjlagt 
tie beiteu elften ©äuren, nad) vorhergegangener §aflung te$ (?l)ler£, 
tun!) 33(einitrat nieter, mit) prüft taö Spracipiiat vor tem £ötf;rol;re. 
filier entlid) wirt turd) alte üorljergcnamiten fafpeterfauren @a^? 
weiß prä'cipitirr, mit am fid)erfren turd) pt}Oupr;orfaures' Stfatrouammo« 
niaf »er bes Sött)icl)rc erfannt. — 2) SScnu hingegen tß3 SBaffer we* 
ter ©aure nod) ©al^ aufgenommen t)at , fo ijt ter ■jRücffhmt entweter 
in Diel ©aljfanre löslidj cter nid)t. 3m eiferen gatte ifr wal)rfd)ein* 
lld) gttanfäure eter ein Sitanfatj »or(;anten, wovon man fid) 
turd) ta$ Serratien Der lern 2ctt;relire, cter and), wenn fein (§ifenert;t> 
verhauten i|t, taturd) .überzeugen fami, taß ein ginfftäbdjen tie ©o* 
luticn blau färbt mit einen victblauen 9?ieterfd)lag hervorbringt. SSemt 
aber ter SRucfftant turd) tie (S"l;. f erwafferftofffäure nidjt angegriffen 
Wirt, fo ift tie jit uiiterfud)ente ©ubftang ein ©ilicat, weld)f£ nodj* 
mal* mit tem tcppelten oter trcifadien ®ewid)te Patron oter Mali 
gcfd)Utol$en , taun crfl mit frarf vertiinnteu ©alpetcrfaure cter <&alü* 
fäure &erfe|t, tarauf jur £rocfne eingetampft, taun wieter in gefäuer* 
tem SBaffcr aufgclöft mit entlid) ftltfirt werten »uif, iuoturd) tie S?ie* 
feierte au6gefd)ieten Wirt. Sluper tenjenigen Diäten, teren ^eaftionera 
oben angegeben werten, formen nod) SScr^ll* unt 3ii'^onerte, fo 
lv t c auä.) Stali, Patron unt £iU;ion in ter gdüfffgfeit enthalten fein, 
Sic betten elfteren werten turd) Slmmoniaf weiß gefärbt, unt ta$ 
Sßracipitat ter JBerylierte, nid)t aber fcaS ter 3ü"fr>nerte, turd) Raul)*)* 
trat aufgclcft; ta aueö foljlenfamvö' Simmontaf beite fällt, fo taun tie 
Servierte, im g-alle fte mit Sllauuerte uorf'ommt, turd) ft)l)lenfau=> 
reo Sltnmontaf Den tiefer gefontert werten, lim i\ali, Statron. 
unt Sitl;ton ftd)erer ju ernennen, mup man eine größere ^3robe nel;= 
men. Sfl tiefe in SSaffei*" oter ©alpeter thüid), fo fann man turd) 
Sinwentung uon üel;lenfaurcm 3Umnoniaf oter anteren jivedfinaßigen 
S^eagentien tie Silf'aüen rein in ter ©olutien tarjiellen, fo tafs fid) au* 
ßet it)nen nur Slmmoniaf unt freie ©aure ft'nten, Wan tampft tie 
ftlirirte «luflöfung ein, glütjt fte, unt löft ten ^üdftaut in wenig SSaf* 
fev auf, worauf 8itl;ion turd) fol)lenfaurcö Patron, ^ali turd) 
$latind)lcritaiif(efuug oter SSeinfieinfäurc gefallt werten, wal;rent 9t a = 
tron in ter Sluftofung mrücfbleibt. SSenn fid) aber tie in miterfus 
djente ^probe nod) nidjt aufKöfeu Läßt, fo muß man ji'e mit falpeterfau* 
rem Sleior^t cter falpeterfaurer S3an;terte fdjmelzen, tie fo erhaltene 
eubftanj pulöeriftren , fte tann in ©alpcier* cter ©l;lctwa|fetftofffäure 



22 «Snflcm feer SKtiieratierti (I. SlbtfjtflO 

auflcfeu Mut) fcann nod) einmal wie vorhin bemänteln, tr-ofcurd) man 
gcftiß 3t: einem SRefultatc fommt. 

Srttteö ßopttel. 
P a ö <JII t ne r a 1 1 e n - £> ij ft e m. 

9? od) tvirt baö SöcfHmnicn tser Mineralien fef)v erreichtest tnrd) ein 
tunfilid)e£, nad) t)en Ärvfraflformen geortneteS @i;fjem, nrie ta3 öon 
©. S^ofe (<2d)ii(er öon SKeifj, unti Sprof. u. Slfateun in Sevlin) in 
feinen Elementen ter Sh'Vfraflögrapljie angegebene ifr. (SS möge l;ier mit 
einigen %u\a{}tn eine ©teile ftnfcen. 

I. Slbtljeilnng: Reguläres (tefferaleö oter teffularU 
fd)ev) Kcyftallifationöfyftem. S>rei SIren flehen redUtvinfelig 
tinf einander nnt ftnt> gleid) lang. Ihn alle formen laßt fid) eine 
$ugel befdjreiben, unU alle ftnt au$ tem SSürfel oter regulären Oft«* 
eter ableitbar, (^»omoetrifdje gönnen, t>. I;. mit ter urfprünglidjen 
§läd)enjal;(, laä fubtfdjsoftaetirifdje @9fbm biltent, ftnt: SSüvfcl oter 
praeter, reguläres Cftaetcr, bauten* oter ÜRi)embcntotef'acter oter 
©ranatoeter, Scucitoit» oter Ccucitocter, Spyramitenoftacter oter Svia« 
. fieoftactev, SetraftSfyejaeter oter ^in-amitemvüvfel, ^eräftSoftaefcer oter 
SetraÜiSgranatoeter oter0edjgmalacl)tfläd)ner. ipcmietrifdje formen t. t> 
mit ter tjafben g-läd)enanjal)l bilden entireter tai geneigtflüdng^eniietiifd)* 
reguläre [oter tetractrifdje] <£t)flem — l;icrl;cr tae reguläre getraetei 
otcr£>emieltaeter, SriafUtetraeter oter SßiH'amitentetracter oter ^alböier* 
untätr>aujigflad)ner, ^rapejOtttotefaetcr oter ^atbtretmafacfytfiadjner, 
^erafietetraeter oter £emit)craf'i*:cftacter oter £>albfcd)6ma[ad)tflad) — oCer 
ta£ parallelfläd)ig*l;emictrtfd);regnläre [cter pjjritoetrifdje] <2t>ffem: ^9* 
ritoit oter Spprttoeter ober Sßentagontotefaeter, Siplepimtoeter oter Sra* 
pe^oittotefaeter oter £eaitoftafis(;eraefcer oter -£)a!bad)tmatfedj*flad) ')• 

A. klaffe: i£infad)e Körper (cter in ter 3?afur fr^frallifut 
unli in reinem 3 ll R an ^ e öorfommente dicmifdjc ©runtftoffe). — ®aU 
hingen: !)....♦♦ (entl;altent tie ©peeieS: Tupfer, «Silber, 
©olt, — ©teftrum, — Platin, — Splatiniritiunrj — ^ernform: 

- SSüvfcl); 2) 28 Um utl) (Of'taetcr); 3) ©iamant (Dftaeter*) a ) 
Slnftang: (ü?ifen, 33lei, %itan f 5pi;o£pt)cr werten im öoUf'cmmen reinen 
^uflante aU ^rgfidtte nur fünftlid) erhalten, geboren aber nad; il;rer 
runfrtidjcn 5^ii;fralifcrm l;icrljer. 

B. ^tnäcelöertinöungen t. i. 58erbintnngen jifeier einfa* 
dien Körper, lvie Gnfenglanj, 0teinfal5. — Ortnungen: a) (EUtecEftl* 
ber«, (Dßmtttm = , "Hntimons, 2tcfe.niUs unb Cell« tue rt im 

bungen. — ©attungen: 4) 21 ma lg am (SRantentotefaeter); 5 

— ©peiafobalt (SSürfeO, Slrfenthücf et (5!ernform unbefannt); 

») Set oen nnfijtigercn ber unten aufgeführten ©attungen i fr ote ^ern* 

form angegeben lvciten. 
3 ) ©tu * bci(utit gcncigtfladjig^finicbrtfc^f, ein f afier paraßelffa^ig* 

5«nicbrtf£öc gorm. 



©pfirin bcr Wlmtalim. (f. 3f&rt>fflO 23 

6?) Sefferame* (Sürfel). — b) edjroefel* itnb ©eUntue- 
binbungen. ©attungen: 7) 2KangängUnj (SBürfel); 8 J B> in ^' 
bleute (9U;ombeutotefaeter*); 93...,..— 23(eiglans, @e* 
lenblei, <2eicufobaitblct, ©elcnquccfftlberblei, ©elenfilber&Ui, 
StfenWeifupf« (SSüifel); 10) ©ilberglanj (SSüifel); 11) Äo» 
ba'ftfie* (Üfracter); 12) giferitieS (^cntagantotet'aeterf)* — 
<;) Cblotrs un£> Sluocoecbinbungen, ©attungen: 13) @al* 
tnial (Oftaeter) ; 14) ©teinfal^ (Söürfel); 1») ^ornerj oter 
©blorfftber (SSürfel); 16) . . . . — fttu§fpatl) (O&aefcei), §J 1 1 r o= 
ccrit (ob $u terfelben ©attmtg gehörig??, $ernfcrm nod) nicl)t ge= 
«au bejtimmt, etiva CHtatratoftacter?). — d) ©aueclToffüecbtns 
öungen: ©attungen: 17) 9iot&f upfeterj (Ol'taeter); 18) 2lrfe* 
nifb lütbe (jDftacber). 

C. 2>oppcIt*binät:e'OeEbtnMntgen (@afje) t. i. tie 23er* 
bintungen stveier binaren 58eibmt>ungeii (wie Sfatffpatb, ©pinelt, 9?ctt)s 
gütiger j). — Ortuuugcn: a) ©auctftoff=ftete ilTin er alten. — 

«) Slntimon* unt Slrfcnif'uerbinottngen: ©attung: 19) $o* 

baltglanj (^entagontotefaetevf), Stficfelglanj (^Surfet), 9?if* 
felantimonglanj (SSmfel). — /S) ©d.Hvefeiocebintumj: ©attung: 
20) Suntfupfererj ( Oftaeter ). — y) G»*l;lomrbintungcn unbe* 

fannt. — b) ©auerftoffoerbtnbuna'en. (Sattungen: 21) — 

«spineü (Oftaeter), Beylanit = <$er;ronit:= 5)3leonafi = ©anfeit (jüU 
iaeter), ©at)nit (Df'taeter), Sföagne teneifenerj (Dfraeter), 
g-canftinit ( Oftacter ), @t)romeifen (Oftaeter); 22) iöoracü 
(Setraetcr*), jtuet SpcciesS: <2ctatit>fpatl) eter eigentlicher 23orajit 
( eine d)emifd)e Sßevbinfcung s>cn 30, 3 bis 36, 3 Salf'erte uut 69, 7 bte 
63,7 23erfäure, alfo fdjeinbar eine sucrtrittel^borfaure lälferbe t. I). 
öier Sltome 53ovfäure gebunten an tret SJtcme falferte; nad) S3erjeliuö 
abev eine doppelt* binare 23erbintung, unt) jtvar eine Sßerbintung öon 
einem Sltome jn>eifajd) * borfattrer Sftagnejta — t. i. eine d)cinifd)e Serbin* 
tung »on jreei Atomen 33orfaure mit einem 5lteme Salferte — mit 
groei SJtomen einfad^borfaurer Salfcrte, in iveid)eu Unteren alfo (in Sltom 
Öcifviure auf ein 2ltom TOagnefta f'ommt) unt SRfeotijtt (ter ein 53o* 
rajit ifr, in tveidjcm tie S'alferte turd) Gallerte eifert ifr, alfo eine 
23erbiutung öon einem 2ltome doppelt = borfaurer Gallerte mit jtüet Slto* 
men einfad) »borfaurcr Äalferte, in Krtjfiallen, n>eld)e Kombinationen 
te» S)otef:aeter6 mit tem Setraetcr ftnt). — Sreifadj* binäre Serbin« 
tungeu ts. i. tie Verbindungen einer ooppett» unt einer einfad) »binas 
ren 53erbintung, roie ©9p$, Slpatit, fel;len tiefer Slbt^eilung ; tal;er tie 
öierte Rlaftt tie 

D. Diecfacbsbinftte TOerbtnbungen (['^oppelfalje ) t. i). 
SSerbintungcn jroeier binären 53crbintungen (roie ^eltfpatl), 33ouvno« 
nit) — Ortnungent a) llntimon;, "ilcfcnt^i nnb ©d>u?efels 
t>ecbtnbttnc?en. ©attungen*. 23) $al;Urj (tetracter*), trei 3k- 
ten: SlrfeniJfal)ler5 oter lennantit, mmtftyii otef gemeine* $aljlcr£, 



24 (Snflcm ber ^inernh'cii. (I.— II. 2l6tf)Io,.) 

^Intimonfaljlerj; enthalten aße brei SIntimon unb ©dnvefel, unb gn>ei 
Ijaben and) SIrfcnif; 24) SumfieS (Würfel), enthalt mit Tupfer, 
3tim mit) @d)iuefel. — b) Sauextfloffuerbinöungen. ©attungen: 
25) ©vanat (9?l;ombeuboteÜacbcr) t;at folgende Sitten: 2Umantin 
ober Äarfuitfel; ^aneefgranat ober ipeffenit; ©roffülar; ©ranat mit 
Sen 93arietaten: Slplom, $olopfconit, 5Jietl;offit, SDtangangranat, Sitan* 
granat; Sp^rop??; Melanit; ©uccingranat ; geueogranert; 26) Seuctt 
("Äemform-: SBürfct). 

E. Süriffad; = b inerte T>eubinbungen b. I;. SSerbintungen 
einer 'oievfad)5 unt 1 einer einfad) * binaren 93erbinbung (wie Slnatjtwi, 
@ubiati;t). S)iefe Ätaffc enthalt mir ©auerfioffoerbinbungen. ©attun- 
gen: 2?) ©obaltt (SKljombenbotefaebcr ); 28) ^iefelivUmutl; 
(Serraebcv*>; 29) Sin alt im (SBiirfel); 30) SBürfelerj -CiBütf«!}; 
31) 91 1 au n (Dftaeber), gtvci Slrten: Kalialaun unfc Slmmomalalaun« 

F. ©edjefad) s binare l^etbinbungen b. b. 23erbintungen 
einer öierfad)« unb einer tcppelt* binaren Söerbinbung (tvic Surmalin, 
•£>elvin). (SbcnfatU nur (Saueifleffoerbinbungen. ©attungen: 32) 
ipclbin (Setraeber*); 33) £aut;n (©ranatoetcr), brei Slrten: 2a* 
fuvflein ober Sajutittj, ßatialitt) ober ^>am;n, Siojian ober SpineHan. 

G. 9? od) ntdjt befummle SSerbinbungen, ©attungen: 34) typ* 
rodjlor (Oftaeber); 35) ^ijrop ÖRljombeutobefaeber) f. ©ranat; 
36) ©ancrintil; (©ranatoeber?)., gehört üießefd)1 ju $am;n; 37) 
tttvaroivit (©obet'aeter der ©rauatoeber?). 

II. Slbtbcilung: ^vöt'u unb einap ige's ( tetraganaleö ober pi>* 
ramibaleö ober quabrotifd)e$ oter biergtiebrigeö) 2U-yft«I.ltffttions,s 
fyflem. ©ine £auptare fdmeitet jrvei antcre unter ftcl) gleid)e unb 
öon ber elften terfdjiebene Siebenaren rcdjtnmifeüg» Sllle t;ierbcr Qd)h 
rigen gönnen lajfen fid) mi einem quabratifdjen Oftacber ober au$ 
einer quabratifdjen ©aide ableiten. 3>ie 33afte ober ber horizontale 
2Diittelquerburd)fcljnitt ifi bei allen ein öuabrat ober ein ft;mmetrifd)f$ 
SWultipliun etrteö folgen, nament(id) ein fimimctrifdjcö quabratifdjeS 
Of'tcgou. £>te aufred)te (Stellung ifi turd) bie £auptare gegeben. (£o- 
moetrifu)e ober quabratcftacbrifdie formen: iOnatratol'taeter ober tetra* 
gonale Sporamibe, Duabratprtema ober quabratifdje Säule, quabratifd)e$ 
2)iol'taebcr ober ßiveimaladjtftadmer ober ^ierunbsüerfantner ober tite= 
tragonale ^.Mn-amite, quatratoftogonatc Säule ober vierunböierfantigeö 
Spriöma ober titctragenaleö ^riSrna. SDie l;emietrifd)en formen fi'nb 
enttveber geneigtßäd)ig = l)emiebrtfd) -- quabratifd) ober quacrattetraebrifdj: 
ta$ quabratifd)e Setracter ober Spbcnoib, laö §>iplotetraeber ober te* 
tragonaleS Sralcuoeter unb laö quatratifdjie ober tetragonale St-ape^o* 
cber — ober parallelfläd)ig - l;emiebrifd) - quabratifd) : cftaeberat;nlid)e$ 
^)emibioftaeber ober l;emiebrifd)'quabratifd)e$ Oftaeber, mit) bemioftogo* 
nalc Säule). (Sinfad)e Körper tiefer 9lbtl)eilung gibt e^ nidjt. 

A. Dinare "Oecbinbungen. a) ©auerftoff*freie$, ^lor* 
^altigeö Mineral. (|attttng: 38) Suecfftlberfcornera (ge* 



epffrm ber WiKxalinu UI.— IIi.2Jbtf)ig.) 25 

rate quatratifdje Säule), b) ©atterftoffpeubinbunge'n. ©attun= 
gen: 39)öraunit (quatraiifdjeä Dftacter); 40) ^innerj, gtuei fe^r 
»erfdüctene Steten: 3' nn ft c ' n (qnabratifd)c$ Öftaeter), SSutil (gerate 
quatratifdje Säule); 41) 2Jn«ta$ (quatratifdje^ Of'tacter). 

B. doppelt * binare Detbinbungen. a) ©djvpefeiver; 
btnbung: 42) (Gattungen : $ upferHeiS (Tuatratifctjeö Oftact« *). — 
b) S.lu-ofüerbin.bung: 43) 5vri;otitl) (gerate reftauguläre Säule). 
— c) ©ftuecfroffueEbin billigen. ©attungen : 44J £au$mar.nit 
(quatratifd)ee Oi taeter) ; 45) $p l; o r 6 p l) o r f a u r e g; 1 1 e v e r t e (gerate 
quatratifdje Säule); 40) Jyergufonit (quatratifdjes Üftaeterj); 47) 
Sdicelfpatt; (jpi|je$, quatratifdj-cS Dfrqetcr), fcrei Wirten: Sungjletn, 
Sd)eelbleifpaU), ®elbbleier$ cter 23tcigeib; 48) ^ixton (quatrattfd;e$ 
Ofraeter). 

C. 2) uei fad) = binare Derbinbuugen. Sämmtlid) Sauer* 
frojfoerbintungeu. ©attungen: a) lUit &\)lotx 49) 23leil)ornerj 
(gerate quatrati[d}e Säule); b) (Drjne @t;lor: 50) Jp o n ig fi ein 
(quatratifdjcö Dftaeter). 

ü. "Diecfad^binäue "Detbtnbungen, enthalten fämmttid) 
Säueifipff. ©attungen: 5i) 58cfu»ian cter SöocraS (ftumpfe$ 
quatratifdjes Dl'taetcr) ; 52) ©el)lenit (redjtrmnfUg^öierfeitige Säule); 
53) 58e.rne.rit (gerate quatratifdje Säule); 54) <£>um bolttüttl) 
(ÖJUätratof taeter f). 

E. Sünff ftd^sbtnäce Deubinbungen, Sauerfloff entljaltcnt. 
©attungen: 55) Uranit (quatratifd)e Säule), jivei Slrten: Tupfer« 
uranit cter (Slmlfoütb, uut falf&altiger Uranglimmer cter Äatf'uranit; 
58) 2Jpopl)i?llit (gerate quatratifdje Säule). — Sedjsfadj = binäre 
S3erbintungen finb ncdj unbekannt. 

F. f ttoä) nidu beftimmte "Deubinbungen ftnt folgende 
Gattungen: 57) 23 tätterer^ (quatratifdje Sqfeln mit Üuatratcftaeter* 
fiädjen); 58) üflelttittj (Üuatratcftaeter?); 59) Cerjlettit 
(quatratifdjes Oftaeter); 59) Sommerpillit (quatratifdje Sä'u(e); 
60) (gtingtonit (quatratifdje Säule — quatrattetraetrifdj*'). 

III. SJbtfjeitung. 2)eeU unb einapigee (tit)eractrifdj»rl;cm* 
bcetrifdjeS cter l;eragonales) Btyfiallfyftem. 25ier Sijren, n>oi>on 
trei untcreinaater gleidjartig fint uut ftd) unter SSinfeln von 60°, tie 
vierte ungleid)artige aber redjüvinf'elig fdjneiten. ®ie sBafid ifl ein rc== 
guläreö .£>eragon cter auf ein foldjeS retucirbar. Sillc gormen laffen 
ftd) auö einem 2)itjeraeter (|)eragontotetaeter) oter auä einem Rljom* 
becter ableiten. S)ie in tiefet St;ftem gehörigen formen Otiten imi 
ülbtljeilungen, tie tifjevaetrifdje cter fedjögliebrige, ivetdje 
ein« uut treiarige Är^fraUformen, tenen ein 2>iljeraeter jum ©runte 
liegt, enthält, uut tie rljomboctrifdje cter trei; unt treiglic* 
triejc, iveldje auö ein - unt treiarigen Ärt;ftaüformen befielt, tenen 
ein 2tf;cmboeter jum ©runte liegt. Sene entbält fojvo^l ^omoet>rifd)e 
— $a$ 2)il;eracter oter ^eragontotefaeter cter l;eragcn«le 5p9ramite 



26 ©pffrm bev STOCiteraKcn. tili. ?i6tf)ig.) 

ober Ouarjoib, bie regular=fcclj$feUige Säule ober ta$ i)cragonaic SjJvtäma 
unb tsaö ©ibobefaeber ober Sed)6* itni) Sedjelantner ober nngleid)fan* 
rtg*fcu)eragonale als jirölffettige Saute, — olö aud) ^cncißtfiädjig = l>c= 
micbrifd)e — SMtriocber ober ^ejragonäle Spgramibe, .f)eragonfrflpejoeber 
ober fragendes Srapejoeber unt» trigdnaleS ot>ec Slrigonfräpejoeber, — 
unt) parallclfläd)ig*l)emiebrifd?e formen-— tat? l;emiebrifd)e ©ifyejtäeber. 
ÜDic rbomboebrifdjen formen fmb nur paratlelfladjig-bemietrifd) ; eö fmbs 
ba$ üftbombeeber, Sa3 Sfalenoeber ober Ijejcagonaleö unt bil;ejjagonau?S 
Sf'alenoebcr 6bec®reU unt $)reifantner, unb tie rl;omboebrifd)e Säule. 

A. S£infad>e 2\öt* per. (Stauungen: 61) ♦ biet Specie^: 

Slntimon, Slrfenif, Tellur (Äernform aller trei Strien: 9ll)cm* 
beeter*); 62) ©rapbtt (regelmäßig * fed)6feUtge Saute)» 

B. Binäre Derbinbungen. a) (Dsmiums, 'Hiittmon?, 
itrfeni^s unb (TeUtiroerbinbungen: (Stattungen: 63) £>6mi* 
umi.ritium (reguläre fed)s fettige Saide ); 64) Slnthnounicfct 
(SMberaetcr?); 65) ^upfernidel (2)il;craebcr?); 66) tellurfüber 
(Kbcmbecbcr). — b) öd}VDefeIr>erbinbttngen. Gattungen: 6?) ^aar» 
fic<5 (^boinboeber?); 68)3innober (Sftjomboeberf); 69) TOolpb* 
tangtanj (reguläre fedjsfeitige Säule). — c) Siuocuerbinbuftg. 
(Gattung. 70) gluorcerium (regelmäßige fed)efeitige Säule). — 
d) ©auerftoffberbinbiingeri, Gattungen: 71) (§U (§)itiioeter) ; 72) 
...... (Sftbomboeterf): Storunt, (Sifenglanj, Sitaneifen* 

erj(?); 73) Sdjnurbleierj (2>il;eraeter); 74) CHtarj (®U 
Ijeraetn-). 

C. iDoppettsbinäre TCerbinbungen: a) £eUurt?erbtnbung: 
(Gattung: 75) Se trab p mit (üKbomboeberf) b) @d)tüefcluccbin* 
bangen: Gattungen: 76) spoltjbafit (reguläre feebsfeitige Säule): 
77) 2fJotl;gittigerj (SKIjomboefcer-J-), jivei Slrten: Slnttmon*$pi;rar-- 
gtyrit unb 3lrfenifs$pi;rarg9rit; 78) 3J?agnetfie6 (regelmäßige fed)£* 
feitige Säule). — c) ©auerftoflfyaltige Gattungen: 79) Ächten« 
faurer Spatl) Oftbomboeterf) mit fofgenben Sirten: kaltfpatfyi 
Söitterfalffpatb (?tcppelt=binare 23erbintung? — Dolomit unb S3raun* 
fpatb), Salffpatt; nebft SHefitinfpatt) , @ifenfpatl;, Mangan* 
fpatl; ober foijlenfaurcö 3J?angan, ginlfpat^; 80) üftatrumfal* 
peter (Stycmbcefcer-}-); 81 ) £9tropbi)llit ober Satf^brat (reguläre 
fcdjöfeitige Säule); 82) 5J3 £; e n a c i t (^l;omboeberf); 83) £ebetiu 
ober SSittemit (SRboinboeterf). 

D. 5>tzifaä) - binäre Derbinbttngen: Sauerfloffs freie SKi* 
neralien unbekannt, a) ©d;n?efel s, ©elen= unb PJ)Oßpt)otv>erbi.nöiuts 

gen t (Gattungen: 84) ♦ ♦ jivci Slrten: Slpatit (regelmäßige 

fed)$fcüigc Säule) in jtvet formen; Apatit uon ©brenfriebensborf unb 
5lpatit »on Suarum; $pt;romorpl;it (Öuarjoib), ebenfalls? jivd §pr* 
»nen: 33raunbleierj »on ^oullauen unb ©riinbfeierj son Sol)ann-@eors 
genftabt. — b) teilte @cuierflofft>ecbmbungen : Gattungen: 85) ^up* 
f erglimm er (^omboeberf); 86) ©iopta^ Womboeberf); 87) 



etjtfcm ber WlimxaUw. (III. Sl&rtjtgo 27 

(Eoqtrimbit ober fctjivcfelfauvcö @ifenort;bl)i;brat au» (Joquimbo, einer 
$tWln'j ben @l)iti (Siberaeber ?). 

E. XMecfadjsbinäceTOefbtn bangen; ©.nterftoffrjaltige mi* 
neralien; ©attungcn; 88) SSanabinbleierj (£il;craeber); 89) 
ßinariger ©lim nur (3M)omboeber) ; 90) 92 e p £; e li n (reguläre 
fcdjefeitige Säule); 33 e f t; tl ober Smaragb (reguläre fcd)*feitigc Säule.) 

F. Sünffad)st»inace Decbinbangen. 9?ur ©aueeftoffuets 
binbungen. a) (Sljlorbaltige ©attungen ; 92) ^roömaliU) (vegu» 
Live fedicfeitige Säule); 93) ©übial^t (^l;omboeber). b) 3?id;t 
d)lcrt;attig : 91) ©babafit (3?t)ombceber) ; 95) £e»t>n (3?f)omboeter) ; 
SS) Sllaunfiein (9ir)omboeber). 

G. ©ed)ßfad)sbin<tre "Detbinbungen. 9?ur ©auetftoffs 
rerbinbungen. @iiijige ©attung: 9ö) %uv malin (SRtjomboctcr). 

•J-H. VXod) nid;t beftimmte TO.erb in bangen: ©attungerti 97) 
spallabium im ©ölte beö ©elenblciglanjeö s>on üEilferobe am J^arj 
CÄetnfoiin ....?)-, 98) (Sridjtcnit (3?l;omboeberf); 99) @l)lorit(re* 
gelmäfjige fed)»feitige Säule); 100) (Sronfrebtit (reguläre fedjäfeüige 
Säule); 101) Siterofd) ifolitb (3<?()omboeber|); 103) «pinit (re* 
getmagige fed)öfeüige Säule); 103) 3)reelit{) (3?bombeeberf). 

S)ie bret folgenben nad) bem ^rtjfrallifdtionSfijfreme gebitbeten gro* 
£en 2lbtl;eilungen fann man in eine nod) größere ©ruppe Vereinigen, 
unb Ujre brei ^ujjraltfyfteme mit bem Manien ungtetdjsbcetaticjeß 
(eter ein- unb etnarigeS ober rl;ombifd)e6 ober priSmati* 
fdjeS) ©yftem jufammenfaffen. S)ie brei SJren fdjneiben ftd) einan* 
ter rcd)luunfctig, unb feine ifi ber anbern gleid). ©et Ijorijontate 
©urdjfdjnüt ifi bei allen einfachen S^'Uien ein 9?l;ombn3 ober 2Rl;otn» 
boib, unb and) bei ben jufammengefe^teren auf eins von beiben giirucf« 
füfjrbar. ©ie einfad)en g 01 ' 11 ™ 11 f e ^fi fi"b Oftaeber unb Säulen mit 
rbombifd;eu ober rl;omboibifdjcr Söaftö. ©a von ben brei ungleid)en 
5lrcn feine an fid) einen Sor^ug von ber anbern l;at, fo fann beliebig 
eine ober bie anbere al$ ipauptare gewählt werben. Sebod) läßt man 
ftd) gern bei tiefer 2Sal;l burdj bie vort;errfd)eube 5lu6bilbung gereiftes 
^yladjen (oorjüglid) bie Seitcnftadjen ber Säulen) leiten, unb muß 
man bann bie für eine ^yorm einmal angenommene £auptare bei al* 
len au$ jener ftct> entretefetnben ober in tiefelbe 9ieu)e gehörigen Jor* 
men beibehalten werben. ©a6 ungleid)*brciarige S^fretn fd)lie§t nidjt 
allein »cllfranbige ober l;omoebrifd)e formen in fid), fonbern ifi aud) 
ganj fccfonber3 reid) an unöoHja^ligen formen. 53" jenen entfpridjt 
jetem £lSd)enpar ein anbereS il;m gleiches unb al;nlid)e$, unb bie 
Söaftö ober bie burd) bie Seitenfanten einer gcfdjloftencn $orm ge* 
legte ©urd)fd)nitt$ebene ifi auf bcr £auptare fenfredjf, alfo bei verti= 
faler Stellung ber $crm l)orijoutal. Sei len unbolljäl;ligcn formen 
ftnb bie g-lad)enpaare enttveber auf bie ^atfte ober auf ein Viertel re« 
bucirt, tvoburd) bie formen im erflem ^yalle l)emiebrifd) (t;atbjäl;lig), 
im jtveiten tetartoebrifd) (öUvtcIja^Ug) werben. 2)ic Ijemiebrifdjcn 



£S e»;j!cm ber ÜJJtiifralien. (IV. Slfrt&rg.) 

Rennen tverten tri et er in fold)e mit geratcr ober Ijorijontaler unt in 
foldie mit geneigter 33afu5 geteilt. @» gibt temnad) tsvci 3lbtt;eilungfii 
tiefet gropen SjjjIcuiS, it>eld)c man felbjl nod) at» Si;|teme betradjtpt. 
@ie beißen: i) taö ein* unt ciliar ige oter jroei* unt gtveigtiete* 
rige oter ta*> rtjombifdje (im engern Sinne oter ovtfyorbombifdje oter 
ta£ piünnatifdje unt unt ortljetype Syjrem; 2) ta$ jivei* mit) ein* 
glietrige ober ta» f'linorrboinbifdje ober taS monoHineetrffdje oter 
la& Ijemipi'i^matifd)« unb bcmicrti)oti)pe Stiftern; 3) taö ein = nnt) 
eingliedrige ober f'linorbomboitifdje oter triflinoetrifd;e oter anor* 
töotppc Stjfscin. 

IV. 2lbtbeilung. 3>aS etn = ttnt> etuartae ©yft'em t(i tureb. 
brei Slren djarafteri jirt , tie fämmtlid) ungleichartig r aber uutereinanter 
recfotunnfelig geneigt fmb. £>ie bicrbergel;örigen formen l;abcn eine bo* 
rijontate rl;ombifdje ober oblonge 23afi» — tie leitete auf tie erftcre 
5iiriicffül)rbav — nnt> [tut behveitem grÖptentljeite feomcetiifd). SOfan 
Eennt nur trei einfad)e formen: ta$ rl;ombifd)c oter ovtborbetnbifdje 
Qttat&tv-, tie rbcmbifdje oter ortl)orl;ombifd)e Säule nebfj: ter oblongen 
Säule ( 3?£)ombcnpri£ma , Dbtongofltaetcr, oblonge Säule) unt ta£ 
rbombifd)c üEctraebcr oter Spl;cnoeber, tveld)e$ bemiebrifd) tfr. 

A. {Einfache 2vör.pet, ©attung 101) Scbivefel (ä;ombifd)e$ 
Oftacter). — lot gehört nad) feiner ^rofrättform ebenfalls §itvl)tv, ob* 
glcid) d uid)t im ifolirten Quftante in ter Statur vorlouunt. 

B. 23tnäce Derbtnöunqen. a) 2tnttmon* nnt Mtfenir* 
t>er.binöungen. (Gattungen: 105) Slntimonfilbcr (gerate rbom= 
bifd)e Säule); 103) SIrfenif eifeu oter Slrfencftbcrit (gerate rl;ombi* 
fd)e Säule). — b) ©d)vt>efelr>er.btnbuncten. ©att. 107) Kup- 
ferglanz (gerate rbcmbifdje Säule), jiuei Slrten: Kupferglanz 
(iveldjcr ein Kupferfulfurct tfr, beftel)enb in buntert Steifen aus? 79, 73 
Kupfer unt 20,27 Sdnrcfcl, t. i. eine einfad) -binare SSerbiutung »ou 
$ir>ei Atomen oter einem 3)eppclatome Kupfer unt einem SItome Sdwe* 
fei) nnt Silbcrtupfcrglanj (beftebenb in buntert ©eividttStbeilen 
auö 52,272 biö 52,71 Silber, 30,478 bis 30,95 Kupfer, 15,782 bis 
15,92 Sd)!V>efel unt einer Keinen 2Jienge [0,24 bis 0,333..] gifen, 
talier wobl eine [eigentlid) toppelt^binäre] 2>erbintung yonglei* 
d)tn Sltomcn Kupfer - unt Silberfulfuret, t. b. öon einem ©oppelatome 
Kupfer, einem Sltome Silber unt jivet Atomen Sduvefei, r-on ir>eld)cn 
letztem eins auf taS ^oppelatom Kupfer, ta£ Sintere auf taö Sltom 
Sdber f'ommt. — 2)arnad) lvürte aber tie Kedjnung in buntert Sljei* 
Icn ju forrigiren fein, unt fo lauten muffen: 53,11 Silber, 51,09 
Kupfer unt 15,80 Sd)it>efel, jufammen 100); 108) 2SiSmntl;glan^ 
(gerate rl;ombifd)e Säule); 109) ........ «) Slntimonglanj 

oter prismatoitifdier 9lntimonglanj (gerate rl)ombifd)e Säule) unt /S) 
Sluripigment (gerate r^ombtfdje Säule); 110) ©raueifenfieS ot>» 
Strahl- unt Spcerlice (gerate rl;ombifd)c Säule). — c) ©au er. fr off* 
faltige (öattunaen; 111) -Jinforub foll nad) ©. ^ofe bierber ge* 



g|)Hcin brr Sfflineralicn. (IV. Slbt^fg.) 211 

l;crcn (Äernfonu wirb »on aßen libvitjeu SDiineiatogcn als fedjöfeitige 
Saufe angegeben); 112) SSetjjantim.onerj cter Slniiiuoubliiljte 
(rl)ombifd)c Säule); 113) $P$,roluft.t •(gerate rl)ombi[d)c Saute), 

C. doppelt *b in äte T>er.btnMtnaen. a) Kcfemr'Daltiae 
(Gattung: 114) 31 vfen t Hi eö (gerate rt)ombtfd)c Saute), jivei Wirten: 
gemeiner SlrfeniftieS unt fcbaltljalttgcr StrfeuictieS. — b) @d>tp : efelbei:s 
binöun.^en. Gattungen : 115) S dno ar ^gilt ig er $ cter 2Ketang(anj 
cter Sprctglaserj (gerate il;otnbifd)e Säule); 116) 23ertl;terit? 
(rbombifdje 6äute); 117) Samefonit (gerate tljombifdje Säule); 
118) jjlnfenjt? (ob l;icrt}cr gehörig? Äcrnforw tH;e.uaetrifd) cter 
rljombifd)?); 119) Äupf erantiinongtan j (rt)oinbifd)c Säule); 
120) Stern bergit (rfjombifcl)e Säule).— c) ©cjuecftoffnevbinbun? 
aen. ©attungeu; 121)? SRenbipit oter ISeqetit (rboiHbifdje Säule); 
122) SRauganit (gerate rljeinbifclje Säule): äftanganit uut 3tabet= 
eiferterj; 123) Sar.talit (gerate oblonge Säule); 121) (Solumbit 
(gerate rl)omb,ifd)e, nad) Sintern fiiuorbombifdje, Säule); 125) 2t e= 
f et; § n i t (wie (Sotumbit) ; 126) ...... (gerate rl;ombifd)e Saute); 

gu tiofer einen (Gattung fetten nad) @. SRofe gehören: «) üffiitberit, 
ß) Stroutianit, y) Slrragonit, <?) Su/nüerit, *) ^leifpatt; 
cter SSei§bleierj ; 127) Sriplit oter SpijOoytycrmanganeifen (^crnforin 
..... ?); 128) Salpeter (gerate rbombi[d)e Säule); 129) 

Staurotitt) (gerate rljombifdie Säule); 130) Stntaluftt (gerate 
rt;ombifd)e Säule); 131) Ott 9 in oter ©t;n;fotitl; (gerate oblonge 
Säule); 132) Sd) u>e f clfaur eS 5?ati otev 3ipt;tbatofe (gerate rl;p»n s 
bifdje Säule); 133) Sfoenarbit (gerate rl;oaibifd)e Säule); 134) 
Sd)ti>efelfaurcr Spa|b. (gerate il;ombifd).e Säule), trei Strien :* 
23ari?t cter Sd)iuer fpatl;, Gf-ölcftin oter Strcntfpatt), SJlciuitriel 
oter SJitriolblcifpatf); 135) 2lnl;i;Drit oter 3Ruriaj.it oter nid)t 
tvafiferfyaltiger @9pö (gerate reetanguläre Säule), 

D . 5) c e i f a d) = b i n ä t 1 V t i b i n t^ u n et e n. Sauerftoftbalnge ilii= 
netßlien. a) (£l;lori)altige ©attung: 136) Sltafamit oter Satjfupfcr* 
cr$ (gerate rbombifde Säule). — b) (Jbjorfreie {Gattungen: 137) 23 a- 
»eltit (gerate rl;embifd)c Säule); 138) C<tibenmatad)it (gerate 
ii;euibifd)e Säule), jivci Strtcu: Dlibenit oter prtematifdjer Queen* 
maladjit utiii Sibctbenit oter bipriämatifdjcr Dlisenroaladjit; 139) 
(£ud)roit (gerate rbotnbifdje Säule); 140) ipaitingerit (rl;ombifc|;e 
Säule); 141) Äiefetflinf erj (gerate rljombifdje Säule); 142) $1= 
froSmin (oblonge Säule); 143) XftaScagnin (rl)oiubifd}e Säule); 

144) 33rort)antit (gerate rbcmbifdje Säule); 145) t (ge= 

rage rbombifdje Säule), jivci Strien: SBttUrfafj unt ^int'öitrioi. 

E. Dtecfad; sbinörc Detbinfrungen: a) ©d^vüefetuerbin« 
btingert. Gattungen: 146) 3?atelerj ($ernform ..,...?); 147) 
23ournonit (gerate reetanguläre Säule). — b) ©auetftoffbeubinbuns 
gen. ©attungen: 148) Sopae (gerate rtjombifdje Säule); 149) 2Jut= 
b(9gontt?, (gerate rbombifdje Säule); 150) ©biaftolttt; (rbembifdje 



30 Altern ber WlinnaUtn. (IV.-V. 216%.) 

(Säule); 151) (Sln-^fobcr^ll (gerate oblonge ©01110; 152) gteiuit 
("gerate rl;ombifdje ©äule); 153) Slllanit oter (Serin (gerate rl)ombifd)e 
©aulc — rwtdj ^aioinger flinorl;ombottifd)) ; 151) £)id)roit (gerate 
rl;embifd)e ©aide); 155) ©pot unten (Hernfcrm . ?). 

F. Sünfad)*btnäte Detbtnbttnaen. XTivtt fauerft off l)o.Itiae 
tYtineralten. (Sattungen: 156) ©forotit (rl;ombifd)e6 Dftaeter); 157) 
sprefynü (gerate rbombifdje ©aide); 158) *pi;ropl)i)llit (Äernform); 
159) Äreujflein oter (Srcintt oter pafatemee Äup(;onfpatf; (gerate ob= 
longe ©aide), jttJciSIvten: £armotom oter Safljtfrcujjjtein unt üftor* 
ntalitt oter ^iflipftt oter ^aKralifreujfrein ; 160) £l;ompfonit oter 
SriploMaS oter orti)otomer Äupbonfpati) (eine ter quatratifdjen fel;r nal;e 
^eminente r^cmbtfdje ©aide; 161)3)e£mtn oter ©tilbit oter priema* 
toitifeber ÄupI;onfpatl; (ertl;ceblonge ©aide); 162) GrpifHlblt (gerate 
rl;ombifd)e ©aide); 163) ^o(9^alit (gerate rl;ombifd)c ©aide). 

G. ©cdjsfad)*binacc DerbtnMtncjen. Hui: ©auerffoffs 
rcrinnbunaen. Cnnjige bekannte (Sattung: 164) (Saletonit oter 
«Fuipfeibleifpatl; (gerate rectaugulare ©aide). 

H. Hod) nid)t beftimmte X)erbinbttncten. gunfje|n 
Gattungen) SSeißtcllurerj (gerate rl;ombifd)e ©aide); 166) 
©d)i IfglaSerj oter 33afttomgfanj (gerate rljotnbifdje ©aide); 167) 
$luellit (rl;ombifd)e6 Oftacter); 168) Spolimiiguit (gerate oblonge 
©aide; 169) 53roofit (gerate rl;ombifd)e ©aide); 170) Stufetier 3 
(gerate rljontbifdie ©aide); 171) Sa'julitjf) (rt)o»nbifd)e$ Oftaeter); 
172) ©l)tltrenit (r(;ombifd)e» Cftacter); 173) Sorfrerit (gerate 
rljombifdje ©aide) ; 174) ©illintanit (ob l)iert;er?, nürfc *>on Sintern 
für f1incrl;ombifd) ausgegeben); 175) 2J?engtt oter Slmenit (gerate 
lange rl)Otnbifd)e ©aide); 176) Äöttigit (fteine gerate rb>mbifd)e 
©äule); 177) 3J?onticellit (fel;r Heine gerate rl;ombifdje ©aide) ; 
179) ^»epeit (feljr fleine gerate rl)ombifd)e ©aide). 

V. §lbtl;eilung. 23a» jreeU uni> etncjlieötige S.cys 
ftallifötion&fyffem (oter taS flinorbombifd)e oter moucflinoetrt= 
fd)c ©tjfietu) ift auSgejeidjnct turd) trei Sljren, tie fämmdid) ungleid)* 
artig ftnt, unt oon tenen jiuei untereinantcr fdjiefiimifelig, beite aber 
gegen tie tritte redjtnutd'elig geneigt ftnt. 3)ie geneigte 23aftS ift ein 
■JKljoutbuS oter taöon abzuleiten. S)ic formen tiefe» i?n)jlüUifationS* 
fyftemS ftnt I;emietrifd) unt jiuar aU gemietet öon ortl)orbombifd)cn 
formen ju betrad)ten. ©efd)loffette eiufadje formen gibt eS in tiefem 
©9ftem gar nid)t; öieltnelje ftnt l)ier alle einfachere ^-ortnen ©äufen, 
«nt aus foldjen bcfref;t aud) taö llinorl;ombifd)e Oftaeter. 3US £>aupts 
form ift tie flinorl;ombifd)e ©aide, (oter taS i2)yl;enocter oter £en* 
tpoeter oter taS fd)iefe rl;cmbifd)e$PriSma), tie cinfadjfte tcS ©i;frem$, 
an$ufei;etn 9?od) ftnt ju bewerfen: taö flinorrljombifdjc oter jtveU unt 
«inglictrige Cftactcr, ba$ ttingefel;rt*iElinoii;ombifd)e oter ein« unt gtbets 
glieterige oter getventets jivet unt eiuglietrigc ©i)flem, ta£ tiflinov^om» 
bifdje oter tif'ltnoetrtfcöe oter §emiancrtl;ott)pe ©Aftern n» f. iv. S)aö 



@9|i«n bev gWineralien. (V. Slbtblg.) 31 

lc|tgcnanntc @9(iem ifi in ter 9iaiur nod) nid)t beobad)tet; trie formen 
teilten fluten ftcf> jetod) an fünftlid) targeftetlten S?r»jktlcn Det> mit«* 
fdjwefelfauren Sfalt». — ©tnfadje Slörper, teren £u;ftaUformen lern 
jivei» mit etngltetrigen Si;fteme folgen, fommen in ter Sftatur ntdjt 
cor; eben fo wenig fed)$fad) = binäre SScrbintungen. Sei l;obcr 2011" 
yeratur fünfHid; f rt?ftaUiftvtcv Sdjtvefel gebort je'Dod; Dieser. 

A. l£in fad) s binäre "Derbinbungen, a") ©d)n?efelDet:lnn* 
Zungen, ©innige (Gattung: 180) 9?eatgar (iternform: fdjiefe rbom» 
bifdje Saide), b) ©auerftoflfyalttcje Gattungen jmu fjeit nod) unbekannt. 

B. 5wetfad> = binäve Uerbinbungen, a) Bauer floff* freie 
Verbindungen: Sdjioefelanthnontjaltige Gattungen: 181) Spiagionit 
(flincrtyombifdjeS Öfraeter); 182) äfli?argt)rit (flinort)cmbifd)e oter 
fd)iefe rbombifdje Squle). — b) ©auerftoffyaltige (Gattungen: 183) 
3?otl;antimoiurj oter 9lntimonblente (fdjiefe rbombifdje Säule>; 
181) SSolframit oter SBolfram (tlincrl;ombifd)e Säule); 185) 
SJotfjbleierrj oter 33Uid;romat (fdjiefe rl;ombifd)e @aul.e)* 186) 
©abotinit (t'linorrfycmbifttjc (Säule); 187) Safelfpatb oter 823 oü 
lajbnit (flinorrbombifd)e Säule); 188) 3lugit (flinovl;ombi)"d)e Säule); 
met;re Sitten: «) SXiopjtt der etter Slugit mit ten 93arietaten Spgrgom* 
augit, Sfcefofiil; mit) Slmpijacit, ß) Sablit= äRalafolitä = ®rüufpad)=: 
Sablaugit, y) £etenbergit oter (Sifeuaugit, cF) ^botonit? j) gemeiner 
SUtgit, s) SJtaßflgc oter metallifüenter Slugit in tret Varietäten, £9* 
perfiben oter «pautit, S3ronjit mit grüner ®iaöag. 

C. iDreifadjsbinare Verbindungen, fämmtlid) fauerffoffs 

faltig, a) 5lncriva|Tcr(io{ffaurel;alttge Gattungen: 189) Sflagnerit 

(fd)icfc rt;ombifd)e Säule); 190) ?£itt)ionglimmcr oter ^elsgitin* 

mer (frincrrbombifdje Säule); b)0l;ne5(uorn>afferfroftfaure: 191) Tla- 

lad)it (fd)ieferljombifd)e Saute? 192) Siatroncarbonat oter Sota 

(flinorbombifdje Säule); 193) Sronna 1 ) (flinorbcinbifdie Säule); 

194) ^3bo3pborod)alcit oter $pbofpl)ad'upferer$ oter fünfroäjferfyäl* 

tigeö pljospljorfaureS 5\upfercri;b öon SKbcinbrciteubad)? (namlid) in bim« 

tert Steilen finten jtdj: 62,847 bid 58,2 £upfcrori)b, 21,687 m 24,2 

mit nad) ^laprotl; felbft 30,95 >pfcospl)orfäuve, nad) Älaprotl; fein 

SSaffer, nad) Slrfüetfon 5,97, nad) tynn 15,454 SSafler; mit ta nun 

nad) £i)nn'£ 2lnalt;fe tie Squerfropmengen ter 23eftanttbeilc etnantcr 

gleid) fi'nt, fo fann man tarauS folgern, ta§ ter 9pf;,o4pb>rod).alä!t eine 

treifad)- binäre 83erbintung fei, nätntid) öon fünf Atomen $?upferori)t> 

[gleid) fünf Sltomen Tupfer üerbmiten mit fünf Sltomcn Saueifioff], 

einem Sltotne ^M)o»pl;orfäure [t. i. ein 2)oppelatom tyfyospfyox mit fünf 

Sltomen Sauerftcft] mit fünf steinen äöafifer [t. I;. jebn Sltomc $£ai' 

ferftoff mit fünf Atomen Saucrjicff], tvcraiiy ftd) ergibt, ta0 tie ^u* 

fammenfe|ung in Muntert Steilen folgente ift: 63,01 ^upfero^t 

22,69 ^boöpborfäure unt 34,3 SBaffer; tod) ftnten fid) auper tiefem 



i) Slnagtamm »on Slatron. 



32 ©pffrm bcr gHfoeralten. (V. 2tbtf)fg.) 

f&ifftjafiertyaltigen baftfd)en pljospborfauren $upfcrort)t aud) in d)emi>- 
fd)ec 23ejiebung SSarietaten 3. 33. tie SBei'btntuug ycit trei Sltcmen 
«Baffer mit einem Sltome Äupfei'o'jrtyfc, taS auö einem Sitome $pbo*Jpf;ors 
fäure unt frcfcö Sltcmen 5?upfcicjf t>t> begebt, tveldje SSerbintung aber 
aud) eine toppelt? binare fein tonnte, nämlid) öoii trei Atomen Äupfer* 
cjtri?ti;i;tvat [t. I;. trei Sttome ^upferojrt?£> üerbunfcen mit trei Sttcmen 
SBaffer] unt einem SUome pboSpljorfaürem Stupferojrtjt, beftebeut «uö 
einem Sltome $pb>gpf;orfäure unt) trei Sltomen Äupfereri>b — flinorbcm* 
bifd)e Säule) ; 195J Oblique prismatic arseniate öfcopper (mit leitet! 
nicljt befannO; 196} ♦...♦. Cflinorljombifd)e Säule J, jivei bjnftdjtlid) 
ter ftc biltenten Stoffe jiemlid) öetfdjietene Slrten": SSiöianit oter 
23laueifenfpatb (eine 23erbintung »Ott fed)6« , nad) Sintern ad)t straffer* 
faltigem pt/oSpborfaurem (§ifcncrt)tul, beftel;enb namlid) in Imiibcrt 
feilen auö 41,0 b.te 47,5, im bittet alfo 44,25 @ifencri)tul, 21,0 
bu3 32,0 5)3t;ogpt;örfäure, unt 20,0 bis 34,0 Sffiaffer, ncxauö bei 23e* 
riicfjtd)tigung ter ä)utteljabl beim Grifeucrtjtul ftd) ergibt, tafj ter 23U 
ttianit ival;rfd)einlid) au& trei Sltomeu (Sifcnortjtui, einem Sitome ^06* 
pt)orfaure unt fed)6 Atomen SSaffer, in buntert Steilen alfo au$ 45, 68 
(Sifencrtjtul, 30,93 spijospbovfäure unt 23,39 iöaffer befreit. $Senu 
man aber tie Sttittcljabten ter ©eirid)t*tt)eile beim Gaffer, — 27,0 — 
oter bei ter $pi)o$pI)orfäure — 26,5 — in 23etrad)t nimmt, fo erl;alt 
man mit 23erjeliu6 ad)t * ruatferljatitgeS pf)C6pljorfatfre£> (S'ifcriorijtuf, t. i. 
tie 23erbintung uon trei Sltomen Gnfenojri;tul, einem 3Itome tyl)cäpl)Qis 
fäure unt ad)t Sltomen SöaflTcr, in l;uhter£ gleiten tcmuad): 42,38 
@ifenort;tul, 28, 69 Spijoepborfaure, 28, 93 2Säffer.) unt £ b a 1 1 fr l ü b t e 
(fed}äti'a{ferl;alttge£', nad) Sintern aber, ter 9?tcf'elblül)te analog, neun» 
tpafledjaltigeS , baftfd)-arfeniffaure£ ^obaltoryt; jene» auä einem 9lto= 
me Slrfeniffäure, trei Sltomen £oboltori;t unt fed)6 Sltemen SSaffcr, 
in Iwntert Steilen alfo auä 40,84 Slrfenif fäure, 39,97 ^cbaltcrijb unt 
19,19 SBaffer befkbent); 197j) £uraulit (flinorbombifd)e Säule; 198) 
£etcrofiterit; 199) $)3barmalcütb (fltnorbcmbifdje Säule); 200) 
Straljlerj oter Cuivre arseniate ferrifere (eine treifad) binärerer* 
bintung? befrebent — freilid) nad) uidjt ganj fieberen eingaben von (Ebe- 
neöir. — in buntert Sbeilcn au* 27,5 Grifenortjt, 22,5 Äupferorpt, 335 
SIrfeniffäure, 12,0 SSafier, 3,0 gefeierte; füuotl;ombifd)c Säule) ; 201) 
Sinfal ctet- natürlid)cr 23orar (fd)icfe rbombifebe Säule); 202) ©lau» 
berfalj (fdjicfe rbombifdje Säule); 203> ®9ps (fd)iefe rectanguläre 
Säule); 204) Onfenbitrol (fd)iefe rl;ombifd)e Säule). 

D. Dierfad) = binäre TCerbinöuncjen, fämmtlid) fauccfloffs 
J)altiac (Gattungen: 205) 23ari;tocalcit (f4)iefc rl;cu;bifd)e Säule); 
206) ^upferlafur (ilinorl)ombifd)e Säule); 207) %vip$plin (HU 
norl;cmbifd)e Säule); 208) 33auquelinit (febr Heine Hiuorbombifdje 
Säule); 209) Sitantt (fd)iefe rbombifd;e Säule); 210) (Spitot (gc= 
rate rbomboitifd)e Säule), öier Slrten: etler ©pitot oter ^ifiajit, 3 oi ffy 
2)ianganepttot wie 23ucflanttt; 2ii) ©ouaerautt (flinort;ombifdje 



erlern Der WiimraUen. (V. — VI. 3töiF>%) 33 

£aule); 212) GrufTaS (fdjiefe rbombifdje Säule); 213) <3nuiarigey 
<Bl immer (fd&icfe rbombifdje Säule); 214) 31 £ mit (flinodjcmbi}d)e 
Säule); 215) Spevn bleute (fdjiefe rboinbifdje Säule) mit ten Sic* 
ten: Scemelit, Straljljhin, Stvfyctifonit, bafaltifd)e SpcpMextii, ^(nti>0- 
»byllit; 216) (ye£t> fpa tt; (ftinorl;cmbifd)e Säule), fripe» 2lrten: OrtbD* 
£Us oter ^etrilitb — in öi?c £auptüarietäten: Sltular, glaftger geHte 
fpatb f gemeiner $eltfpatij unt tidter geltfpatl; oter ^ejtflein ($eljft. 
Petrosilex) — unt SibJjaf olj tb; 217) ©lauberit oter 23rongniai*s 
tiu (llincrbcttibifdje ۊu(e); 218) 33leilafur oter &upferfcleittttrioC 
(fdjiefe rl)ombifd;e Säule); 219) £eabl)illit oter b fehlen- unt fcfcttf* 
felfaureS SMeieryt (flinerbembifdje Säule); 220; l'anarcit oter a fei)* 
len* unt) fditvcfelfaureö 23leiori>ö oter 3)io;rt;liii) oter £ol)lenviU - iolbieU 
fpatb (flincröouibtfdje Säule). 

E. 5ünffad)'btnrtf e Derbinbungen, famuittid) fauerflof f* 
alt ige ©attungen. 221) ©a^liiffit (llinor£;ombifd)e Säule); 222) 
gaumontit (fdjicfe rl)ombifd)e Säule); 223) 3?t e f o 1 1? p (fliuortjcjiis 
btfdje @aufc), givet Untergattungen, 2iebelitb mit ten girren Sfolejit 
unt) Siatrolitb, unt) iTiefolid); 224) Stilbit oter SUatftfjioli^ 
(flinocblonge Säule); 225) 23 retv freut (flincoblouge Säule); 226) 
2)atolitb. (flinorbombifdje Säule): 227) Äoiber SSitriol, rctjjer (§i* 
fenvitriel oter 23otrtyogen (fcfciefe rl;cuibifdje Säule) ; 228) S^anutfc 
ctcv Uranüitricl (flincrljombifdje Säule)* 

■j-F» tTtod? nid>t befttmmte Decbinbu nieten, ^ünf ©Attun* 
gen: 229) Sd)viftecj oter Setlurgclt, (befrel;ent in l)untert Steilen 
auö: 58,81 bte 60,0 fceäur, 26,47 bis 30,0 — tal)cr im Mittel 
28,235— ®olt, unt 10,0 bis 11,47 — alfo im Sattel 10,735— Sil- 
ber, 0,25 bis 2,75 23lci, 0,58 bis 0,66 ■ Slntimon, 0,76 Tupfer unt) 
Spuren öon (Sifen, Slrfenif unt) Sd)tvcfe(, ivorauS fid) mit ?3erjeUu$'$ 
früherer Eingabe folgern ließe, ta$ taS Sellurgolt eine SSerbintttnj ijon 
einem Sltctue Seüurfttber — befhl;ent aus einem 2ltome Tellur unt 
einem Gliome Silber — mit trei 5Uomen Seflurgolt — jcteS 21 tun 
bcfleljent aus einem 2ltcme ©olt unt trei SUcmen Tellur — fei, tvas 
in l;untert Steilen tie ten obigen SDiitteljal)len naiven @ercid)tc-mengcn 
gäbe »on 6!, 35 Settur, 28,36 @olt unt 10,29 Silber; fd)iefe rbom- 
bifdje Säule); 230) Argen t sulfure flexible oter SSeidjftlberglaitj 
(flinortjcmbtfcb); 231) £umit (fliuort;ombifd)e Säule); 232) Sfttfi 
it a 3 1 1 (fd)iefe v^ombifdje Säule); 233) Sumerit (fünövt)outbifd)e 

Säule). 

VI. 2lbtl)eilung. lßtn= unb etngliebuges Ikvyftalli* 
fÄtionsfyftcm Coter anortl)ot«peS oter tviflinoctrifdjeS oter tlinot^cw* 
boitifd)eS oter bcnoetrifd)eS Stiftern), djaraftcriftrt turd) trei SIjbB, tie 
fämmtlid) ungleid;artig itnb unter einantec fd)ieftvinfelig geneigt fint, 
@S ftnten fid) turd)gängig ungleidje 5-läd)enpare, tal;cr an^ tie Sei* 
UnfLad)m tec Säule einen verfd)ieteneu S3ertb ^abett. 25ie l)iei)tv ge* 
porigen Ärüjlaüe ftnfc Setartoetec t)oit crtborrbombifd)en gönnen; jl)? 



34 £$ßföi tä »KTd-'rn. (VI, MtMg.) 

$orfgentaltt vnfc itit fdjiefer &iieftur$fMN fltffc betör* ftbombcite; 
äm$ rann man «n ilmen rirt 33'orn mit £inten, unt> <in 2?cd)t<5 unt) 
£mf$ mrterfdjiciten. SDic Rennen tiefet 'Hzqfitmti juit> fo unfymme* 
Mfd)f t>ap tnan fte tvolil öofflügöhttife irreguläre nennt. @infad)e $tä* 
mm f'önncn tiemnad) gar tvid;t, iveM gefdjlofiVne, «od; effene, wfou;- 
mm* 35ie ?(inorf)omboitifd)e ©a'tite otev ipfnoeter cter ßiu* mit 
©npädmer iß: als $auptfovm tiefet <2t)ftetne$ in betradjten ünfc be? 
ihi)t aw§ Im Rafften »on jivei — taS f(inorrl;ombcitifdK oter heue* 
?t>iifd)e i.%j ein* unt einglieterige Oftacter tagegen auv ten Jpälften 
ü§n vu'i' — i'evfdjietenen r^embifdjeu «Säulen. — 3 U tiefem #r$läQi* 
fation$|>»fieme gehören nur neun Gattungen, teren eine »ou nod) nid)t 
i^ffimmter djemifdjer Sßerbintung ift; iie übrigen ndjt gehören 31t ten 
Wfpdt*, treifad), fcierfati) * unö fedjSfad) * binären 33ertnutungen. 
©infame Störy»«', einfad} * binare mtt> fünffach * binäre 5Serbtntuufl.cn 
fMm h\l)tx gauj. 

A. ^Doppelt = Mn<ite 10 e t btnb an gtn f nur: fattaitofft^ltiae 
.trdnettUien, 5Dvei ©attungen; 23-1) ©affolin der natürlidje 33er* 
jmxtt ©ecattofalj (ton unteutlid)er fln;fraöform, ivirt t?on (Einigen fc* 
gar für rl;ombifd; gehalten); 235) 3)iaspor cter Sl)onertel)9trat an 
::!nt?utiidjen Huiorrlioniboitifdien ©aulen); 236) (Juanit oter prt&iia* 
nfrtjer ^)ifd)enfpiitl) cter Sljencrtefiltf'cU (flinorl)ombcitifd)e <2aule). 

B. ÜD c e i f a ä) * binär.« 10 e c b i n i> tt n et c n , inte ©attesftöff&äfc* 
bmfcuiKfen, (S'injige berannte ©attung: 237) Äupfcrbi tri et oter 
biquer oter cüprifd)er 23üriol cter funfivafferljaltigeS Süiyferfulfat (U\* 
ftOrjjewböicifdje ©aule). 

C. X) t e t f a cb s binäre Vc t4 iWMtn d tit > nur fatteuftofl 'fcälticte 
^öttuitfleiu 238) eatrofcit Cflincitemboitifdie @äu(e); 239) Qath 
sifttiont^onfilifftt (flinor(;cjnbcitifd;e €>äu(e), iner ?Irten: Sinor^ 
r^tt, Dligcf!a£ oter Duitrumfvctumen, SUbit oter fiiefelfpatb oter 
^?«itvonfet^fpatJp — in jitci ^»uiptvxjrietaten : Qllbit cter ^etartiu, 
m\D SperiHin — unl 2a breiter cter ^fllffeltfpatl;; 240) ^3 c t vi - 
Ht ct>ev ^etfllinfpfltl; cter SBerjeUt (f(incrrl)cuibifd) — cb aber Jviilüd) 
t\m tnerfadi - binäre SSerbintmhg ? Slfföetfori'^ Slrialijfe ergab folgend 
33eflanttbei(e tfS «Petalinfpatl^: 70, 212 tfiefclerte, 17,225 Sljoncrte 
unt> 5,761 Sitl;ion, »vorauf man folgerte, taO ta6 3)iineral in OJete ein 
SDojtyelfätä fei, Oeftebent enüveter auö trei SItcmen treifad;-fiei"dfaurer 
Sfionevte «nt 1 einem 9<tomc fediöfad)-f'iefeffiuirem ?itbion, cter au& t\' 
min Gliome jtveifad; s f iefelfaurem Citbott unt einem 2Jtomc treifad)=fie* 
fei Sentit S^nerte. SRaumann tarn ju einem äl;nlid)en 3?efultate, tem^ 
|Ufe(gs ^er 5p'etalit eine ^erbintung »on trei SItomen S?reifad)*li<!fetf<»t* 
?er 3?t)onev£c unt einem ?ltome tveifad; ? fiefelfaurem ?itbicn wäre. 
®m?UR'S Sinalvfe jeigte 74,17 itiefelfäure, 17,41 fbonerte, 5, J6 2i- 
tbien im> Nation, 0,32 ^alferte unt 2, 17 ®h'il)t>er(ufr ; tvas fou tert 
i"crlierg?&enten $?noabett uid)t fel)v ivcfeutUd) perfd;ieten ifl, $>a$en 
*tibU$ bat ^eiinaf ten 93etaltt cfcemifdj imrerfudtf, v.riü tat finc SKa[ 



©pflrm fcer ÜKineralif». (VI. JlbMg.) 36 

gefunden: 77,81 tfiefelfäure, 17,20 tbonerte 2,69 fitzen mit 2, 30 
Patron, tag zweite 2M 77,07 fftefelfaure, 18,00 Stotterte, 2,66£i« 
tl)tt\n unt 2,27 9?atron, @r folgerte au$ tiefen Slnalpfen fclgente 
3ufammenfe§ung: ein 51totn »iertrittel « f iefelfaureö Patron — t. r). ein« 
23erbintung »on fcier Sltouien Äiefelfame unt trei Sltomen Patron «— 
»erbunfcen mit trei 21 tonten iuerfcrittet*fiefe(faureot £itl;ion unt fünfjet)n 
Sltomen »terfaef) * f'efelfaurer Stotterte, tvaS in Runter! Steilen w'äxt 
77,95 @i(icia, 17,34 3Itumia, 2,73 £itl)ion unt 1,98 9?atron. $tttf* 
Uu$ gibt tagegen nad& tenfelben tlnterfud)ungen Jagens einen antern 
3(u6trudf für tie d&emifdje 3"fawtmcnfe£ung te3 fpetalitö, nämlid): ein 
?Itom »iertritte(*fiefelfaure3 gittjertn öerbunten mit einem 3(tome öier« 
trittel*fiefelfauren DiatrcnS unt r-ier Sltomen öierfad) - fiefetfaurer £l;on* 
fite. 3?adb tiefen 3Ut$trücfen ivare ter spetaünfpatr; eigentlich) feirtf 
ttierfad) =■ binäre SSerbintung, fontern nact) ten erfJeren ein einfach 
^oppelfalj, nad) ten (enteren eine fünf» cter fed)$fad&* binare S3erbin* 
tung!). 

D. ©edjßfacr; « btnäte tV.ubtnMtnijen, fauecfloffljaltm« 
©innige ©attung: 241) 2Irinit oter 2$umit, ©Irfjifitt, 5Ifterf<j&b'rl 
(flinorrbouiboittfdje ©aule). 

E. TOon unbefHmmter: T)etbtnbting. 242 unt \e%\t (SJaf* 
tung: öäbingtonit cter arotomer Slugitfpat^ ( flinorrljotnboitifc&f 
QauU), 



Seit bei- eforidjtmtfl t>er ^ffoitjenfammfang. 



(Sxftcv Sf&fc&nitt. 
öpn fcett ä&exhavien obet &ammimt$m geitP«f iteies 

2>a tte widjflgffen ^ennjcidJjen ter öerfdjietenen ©ewad)$*©aittm> 
gen unt Wirten in lern $crl)antenfein, ter ©efialt unt ter Stellung 
Der Organe viel mel)r, als in ten 23erfd)ietenl)eiten ter garbe_ un ^ 
@onftffen3 liegen, fo fann man in fceri meifien fallen tie gamilie, 
(Sattung unt 51 rt einer $P flanke, wenn fte trocfen ift, unt il)ve Organe 
nid)t eine Unndtürtidje Sage unt ©efralt angenommen l)aben, fafi eben 
fo gut, wie an einer lebeuteu ernennen. ©ieß veranlagte tie 93ctanifex> 
fo siel ati mögiid) »oflfiantige, namentlid) mit ten widjttgften Äcnn* 
jeidjen t. 1). ter 23lül)te unt *yrud)t s>erfet)ene , 5Pp an i cne J i:cm Vi 0,:c m * £ 
einer gewiffcn SSorftdjt ju trocfcnen unt tarauS Sammlungen $u bilten, 
wetclje Ärauterfamm hingen oter Herbarien genannt werten, 3)ergfcid)en 
Sammlungen l;aben ftd), fo lange man tie SJotanif wiffenfd)aftlid) be» 
treibt — erjl in 5°^fl c ^ ei * Anlegung von Herbarien ift tie ©eivacti^* 
fttute eine SSiffenfdjaft geworten! — äU attfjerfr jwecfmaßig erwiefen, 
unt ftnt fotvcl;l für ten angeheilten 23otanifer alö für ten (Geübteren 
twn ter größten SBidjtigfeit. S)urd) Herbarien altein Wirt man in 
Stant gefegt, ein ©ewädjS ju jeter beliebigen 3?it Putiren, e$ in äffen 
feinen ©ntwief elungSflüfcn verfolgen unt mit feinen fernen unt naf;en S3er* 
wantlen vergleichen ju fonnen; unt turd) Herbarien allein fann man 
ftd) eine flare Ueberftdjt te6 ©eMcpreidjeS »erfdjaffen. 2)amit nun 
ein Jpevbarimn einen feldjen $lul$en gewähre, mu$ e£ fofgenten @rfor« 
terniffen entfprcd)en: 1) H muß fo reid) aU mögiid) an verfdiietenen 
formen fein. 2) 2lKe in it)m aufbewahrten spffanjen muffen fo »eil* 
fiantig aU nur irgent mb'glid) fein, 3) ®ie ®ewad)fe muffen fo ge* 
treefnet fein, tafj fte nid)t allein einen 5lnfd)ein ter sftatürlidjrVit #&* 
ftdjtüd) ter £age unt g-avbe ter einzelnen Sljdi* §aben, fontevn äü$ 



3H Joint bcm Qn'iifammeln ber ©eiüäcfyfe für '3 Herbarium. 

atU il)re ttefentlidjeu Organe, fclbfl tic fleiujren, tvie tie Staubbeutel 
it. f. n>. muffen nod), genauen llnterfuclumgen nntenvorfeu, richtige 
Siefultate terfelben getvabren f'cnnen. 4) ®te Sammlung mug nacb 
einem natürlichen Syiteme geovtnef, unb jebe 3lrt iictytig benannt fein, 
tamtt man niebt nur jete Spftanje febnett auffüllten, fontern and) fo* 
gteid) mit ibren berujanbtett gönnen »crgleic^e« fenne. 5j 2>a« £er* 
barium mug ungeachtet feine» reichhaltigen 3nt)alte$ fo bequem ab 
möglich f> an bänt)aben fein, taber tarf es feineu übermäßigen Staunt 
einnehmen, feine einzelnen 2Ibtl)cilungen nidit jerftreut fein; alle auger« 
S3orric^tungen jur ©rbattung ter Sammlung muffen tie größte ©in* 
facbfjeit geigen, mit felbfr tie Zubereitung ter Jansen für taS £er* 
barium mug einfach wnb ebne @elt* unt 3rit9trfd}iiitufcun(} gefcbebeit; 
tarier alte unnötigen ^ünfteleien ju »erbannen fmb. 6) Um richtig 
beurteilen ju lernten, ivieöiel tie ©etvadfe turd) laö Srocf'nen uerän* 
tert werben fmt, mug man eine grege §lnja(;l ter ücrfdnetenfreu 
SPflanjen fctbft gefammelt, lihtj tamit niebt genug, felbfl in ter 9?atur 
genau beobachtet unb unterfuebt baben. Saturd) wirb man in Stant 
gefegt, »on Slrten unb fogar Gattungen, tie mau oft nur nacb ten 
Grempfaren etneö Qexbax'mmt unb furjen Angaben über Stantort,53tül)te* 
unb Sftuc&tjett u. tegl m. fennt, eine bclilemmeu genügente SScrfrcl* 
lung ftd) ju macben. 

Sn Itn folgenten ^avntetu werten wir taljer ju t)antcln l;aben: 
1) bem ©infammein ber ^flanjen; 2) bon ter 3»fweitung terfelben 
für'£ Herbarium; 3) ben ter inneren unti augereu Grinricbtung £e* 
Herbariums ; 4) ben ben Sammlungen, jvcldje tie Herbarien ergänzen. 

dv]ic€ Kapitel. 
\icn fcem (Cinfummfln tset <£croäd)fe füV© Herbarium. 

3war fann man fafl alle 5)3jianjen getreefnet, wenn fte nur in l;in* 
reiebenber Slnjabl gefammelt werten Icnnten, für (Seit cter (Selbes* 
wertl; ju laufen belcmmen, unb ijt tieg oft ta$ einzige Mittel, @e- 
waebfe, welcbe bei uns niebt waebfen eter niebt $ur 23lütjte lemmen, für 
tie Sammlung ju ermatten; talier tenn jeter 23ctanifer bon %ad) ge* 
äWungcn ifr, fein Herbarium aueb tuid; 6lauf oter Saufcb ju bereid^ru, 
H'obei nid)tö freiter au bemerfen ift, ati tag man nur mit nambaften 
faebfuntigen Scannern ftd) in tergleicben @efd)afte einlaffe, treil man 
fonfl Gkfabt lauft, l;inficbtlid) tee Stamenö ter SpjJan^en unb ter übrü 
gen Slngaben getäufd)t ju werben. 3>ocb bon biet grb'gerer SBicbtiglcit 
als tiefe mübelofe 8lrt ftd) getreefnete 5pflan^en ju s?erfd)affen , ifi taö 
Selbflfammeln. 

3u liefern 23e^ufc ftellt man bei troefenem fetter, fo oft e^ nur 
tie %eit ertaubt, ju ten öerfcbtebenflen Sage^etten Spaziergange (^)er* 
borifatienen oter betanifebe ©rcurftonen) in'ö Jfrete (SBätter, 5^ üfl V 
23erge, St;äler, Sd}lud}ten u. f. iv. ter Itmgegeut) unb in (harten an, 
enttc-ebet in Begleitung «tneö faebfuntigen, nnffenfcbaftlicb gebitbeteu 



i>on tem dt'nfnmmefii fcer ®ett>äd}fe fitr'3 £crfartuui. 89 

ÜMaiujeS oter eine* 53ud[)et5 oter, wenn man feine*» i>cn öeiten nte§e 
fcefcarf, aUein. SDuin »erficht fiel), lvenu man fcU (Srcuvfieu iüd)i aU>:* 
iveit au£tel;nt, nur mit teil alternöil;igftcn Stifti'untenten ; tmt tiefe 
finjp fefgente : 1) (Sin öetvö^Hltcljci' fitarfer Spajierficcf von feftem 5($en 
-polje, mit gebotener, abfdjvaubbavec Äriicfe mit langer, a&fc£)vaub6ai'et 
,3u>inge, fo taß man an tie Stelle ter Erliefe ein frarfes ftdjctfcnntä 
gebogene^ üfteffer jtim 2lbl;auen ter SBaumjtreige, ivcld)e man nid;t tnü 
ter SZxütfe lange genug Ijeruntevbiegen fann, unt an tie Stelle X>tt 
Steige einen flehten aber ftatfen eifeinen, fdjaufelfermigen — nid)*, 
nie man bauftg ft'ntet, tjerjfötmigeu — «Spaten jum SlitSgraben fce« 
jHJurjcln anfdjrauben fann. £ie Shücfe min) von ter Slvt fein — ettv« 
ein @emeU;orn, taß man fte unbefristet ttt'S SBaffer jlel'cn fann, «tu 
iyaffevgeivadjfe tamit Ijervoijutjolen. 3Kit ten tyerjföimtgen Spaten, 
fogenannten Spflajenfledjevu, ivclcfje i'e.|*t überall »erlauft werten, befdja* 
tigt man febr leid)t tic SSurjefn unt femmt uid)t fo fd)nell jum 3' f frv 
wie mit einem flehten Spaten, mit teilt man, njeun man jugteid) (£titomolocj 
if>, and) fet;r leidet öeifdnetene in ter @rte befintlidje Snfeften, aU %ax* 
9en, DKififafcr (vorjüglid) Copris lunaris, Scarabaeus Typhöeus unt 
tgl. m.), befonterS aber tie ^cll" unt 50?aulinuf^gv9Hen ausgrabt, 
©inige pafftonirtc Sabacfraudjer betienett ftd) ivcl;l cute£ tiu - d)l;ol;lteir 
Stccfeä r^ol;ret5) , an ten fte anjratt ter ühiicfe, Sdilaud) unt ©plge 
unt anflatt ter Zwinge ten Spfeifenfopf nebfl 2lbgu£ anfdmtubcn fön* 
wen, tod) iß tief? nidjt nad,i$ual;men, iveil man mit ter »oHfHtnt igen 
pfeife weter graben ncd) Steige abjuljaefen vermag, unt nad) tem um 
reinlichen Slbfdjrauben ter ^fcifcnjTöcfe man immer nur einen leidjt 
$erbred;lid)en Stocf befugt. 2) ©in botanifd)e$ 93cfiecf, eniljaltent; eine, 
tcppelte cter treifadje Supe mit ten nötigen dienten unt einer fdjik* 
jenten ^)ornfd)ale; eine mittelgroße cter Keine Spincette mit Schiebe« 
unt feinen, aber jum beffern gehalten gerippten Spieen; ein otet* 
|Wei fdjarfe SMeffcr, ungefähr sen ter ©eftalt ter ©teffenba^'fdjesf 
Siersenmeffer, tod) nid)t mit nad) oben gebogener, fonteru mit geratet 
Sd)neite unt gewöhnlicher Spitze »). 3) (Sine weifjbledjene, gvünlacfiil^ 
S3led)fapfel jum fiebern £ranspcrtiren ter gcfammelten dkwadife. SDiefs 
S3led)fapfeln jint allgemein — unter tem 9?amen : 23otanifhiromnuln 
— befannt : fte tmben tie gewclnilidic elliptifd) * jtnintrifdje @ef?as't 
muffen in ter 5D?itte ein gro^eö fi-ad) Juc Slufnaljme »on 70 ~ SO 
?P]fIaujen öcu ter gange eineö $o(iobogcr.6, unt an betten Seiten ein 
flehtcreS jur 3lufnaf;me öon 5Saffergeivädjfen , flehten ^tafdien, !leinev° 
fettet ju ©tiquetten u. tgl. m. enthalten. Sie $l;üreu cter ®ecfel 
türfen nidjt mit Sral;tfd)iebern »erfel;en fein, iveil tiefe mit ter %e\i 
lofe werten, unt man aletann fpa'ter fietö in ©efal)r ifi mit offenem 
unt tal;er leerer ^apfel öon ter ^erberifation jurücfiu£el;ren; »iel«ie£v 



5 ) Setaniittje Seftccfe mit befonbciö guten Supen fauft man p» wb 
billig i« Sßcrlm-frei ^ßrffel (unter i?eu Sintert rce&nfiaff), 



4i) Uten fccm (rmfammdn t>cr @cwäd}]e (ür's Herbarium. 

muffen tie ©ecfct eine ?Irt Gramme btev £>a*ve l)aben, sermittelfi te* 
tert tie 5tapfct 0efcl;tcffcti Wirt. 21 ud) ifi c£ am jwecfmäfjigftcn, wenn 
tie betten Sieben« oter ©eit'enfäcfter gerate eben fo liegen, wie tas 
Mittels der -£>auptfad), taljer eben feld)e SDetfel cter klappen haben, 
alfo nid)t tie (Srntcn abgeflaut werten, unt tie 9?ebcnfäd)er uid)t tie 
ebenen ©dieiteiva'nte jum 23otcn erhalten, fontcrij al)5 «Seiten» 
wänte besaiten, mit ter 23eten tei feiten gcivelbf ift, wie im £am>i* 
f'*id)e, S» tem einen Sftcbenfadjc muffen ein Knäuel ©am unt nul;rcrc 
Sogen wei'ßeä gttejjpapier liegen, in tem antern circa tjtmtert b« @*** 
Querto befummle 3eüel jfqn 2 3otl Sänge unt i'/i 3cU £el;e, alle 
gufammen an einer Grde turd)ftod)cn unt auf einen g-aten gelegen, fo 
tap fie »id)t am? einanter fallen, fcamit man jeten einzelnen 3 c£tf * 
nad) belieben abreißen fan'n, 2*enft man fiel) jeten $tittl, turd) 23tei- 
ftiftlinien, ter Sänge nad) in t>ier ünh ter Sptyc nad) in trei glcidie 
Steile geseilt, fo werten tie beiten SängSlüiun von teit betten anderen 
Oucrlinicn turdjfrcüjt. $ie Rttttl muffen nun fämmtlidj auf im 
freiten gä'ngölinien fo turd}fd)niticn fein, ta'fj tiefe geraten, parallelen 
©dntitre, bis an tie äußeren Cuerlinien reid)cn. 2>iefc Sdmitre, weldie 
ta^u tieiien, tafj man tett ©tätiget ter ^-fianje turdifietff, mit ter 
Sßapierftreif alfo an tem ©eivadj» Ijaftc, mad)t man jeted) au$ freiet 
■£>ant, unt nad) einiger liebung wirt man tie Oeffnungen nie 311 groß' 
cter 311 Hein fdjnciten. Stuf jet-cn tiefer %iUcl fdireibt man nun tett 
Stamm unt ten guntort ter tarau befeftigten Spftahje, wie and) Im 
%aa, an weld;em man fte -gefüllten 1>U, 5. 23. 



Sedura rupestre. 

Giebichenstein prope Haiarn Saxonum, 

die 7. mens. Jul. 1S42. 




4) (gine gtora t. b. ein SSeqeidmifj ter in einer gewiffen ©egent Witt 
wadjfentcn «pftanjen. $)ieg ÖSei^idjnig tarf fein ble£e£ troefene* 9?a* 
nteiwcr^eidmijj fein, fontern c3 niufj eine bequeme, nid)t langweilige unt 
Jettraubente, analiuifdie Säbelte nad) tem uatürlid)en unt runftlidjeu 
@9fieme ^w 23eftimmung ter Gattungen, einen 23lul)tenfalenter, unt 
tie ©iugnofen aXUx Sitten mit twrjw Slngabe einiger minter tvic&tU 



2?on beut Grinfaiimiefn ber ©emfidjfe für'ä fyexbaxium. 41 

gcr aber mein- in tic §lugcn fallcnter üKcrfmalc 3. 33. ter ftarbi 
ter, 2?lüt)te , ter S31attcr : ; tic £b'l;e tcv ^ffanjc u, tgl. mV, unt ter 
©tantortc bei feltneren Otiten, enthalten. (ürntlid) muß itt SHuef flar 
unt) tcutlid), aber fleht (ein, weil taS 23ud) ein tünnlcibigeS Sas 
febenbud) fein feil, ©ine ftlotä, tie allen tiefen ^nfortcrun'gcn tili» 
fpridn, erifiirt noii) nid)t, obgleid) tic Slnjafel botanifdjer SSevfe, fclbjl 
vortreffiidier 33cfd)rcibungen ter 93e.getation einzelner Cäntcr cter 5)}vo* 
vimen, Cebion ijt ')• — 5) @in fleineS S^oti^bud;, mit gut gefpißtem 
231ciflifte, in tcr 33rujrta fdje, 

Tiadjt man eine größere 3ieife, fo mufj man SBaromctcr, üj^ermo* 
ittefer, ein SWifreffcp, 3eid)henmaterialien u. tgl. m. mitnehmen. Sind) 
reid)t tarnt gewelmlid) eine 23otariiftrtrommei nid)t gut aus, unt cS ifl 
in feldjen ftäflen geratljener, fid) einer aittcrcn (Situidjtung ju betienen. 
4)cppe fdjlagt *>or, tag taS 33{ed)bcl)altui0 nidjt mcl)r eine verlängerte 
SBüctifc fei, foutetu tie ©eflalt eine» ungefähr 1 bis 1% ft-ujj l)ol)cn, 
8 %cU tiefen unt an fange tie £crbariumbogcn um einige %oü über* 
trcjfcntcn Koffers mit gewölbtem, Übergreifenten 3)ecfel l;abe. Um 
tiefen haften leidjter tragen jtt rennen, werten an ten betten fdjmalen 
Seiten große bewcglidje mcfftngenc 9linge angebradjt, turd) $ve(d)e man 
einen breiten leternen Giemen Ijinturd) tfdß, unt fo ten Raftm über 
tie 8d)ulfer l;angt. 3) er fran$cftfd.)e Oberfi 23 ort; von @t. 23ütcent, 
aU naturferfdjenter 3Jeifenter begannt, I;at ued) eine anterc ©eratl;* 
fdiaft, weldje er goquettc nennt, empfohlen. SMefe ifi auf fetgente 
SScife fenftruirt: 

(5in Sörett von 23irnbauml)ot$, »venig größer aU tie 23ogen te$ 
43eba'riumS, unt auf ter einen breiten (Seite etwas gewölbt, fo fcajj cS 
ter £änge nad) in ter 2)?ittc ungefähr um % ßcü frärf'cr ift als am, 
ungefähr % 30II flarfen 3?antc, ferner tic Ouerfeitcn mit £013 eingefaßt, 
tamit fidj tas ^)olj nidjt werfen fann — tieö madjt tie @rttntlage 
tes ganzen Apparates au$. Sluf tie nidjt gewölbte <©eüc jenes, mit 



25er jc&t eine in feiner f&tQfifo allgemein WaMMxt $Ma Ijcraiisge* 
fcen wia, muß fic tcutfd) fdjreitrn. weil 1) tie auf ten Scminaricn 
flfluloctcn Set)rerijcwct)nlicl) niebt lateinifd) uerfteljen, unt) 2) auf mrlj* 
ren (jöt)cren 5ßürgerfd)ulen, ^olt)ted)nifd)en Scljranftaltrn u. t>gl. m. un* 
»erantreortlidjcr 5öetfe nidjt latetnifd) ßeleDrt wiro. (So nortrefflid) oie 
Scce mar, ten ©mnnafien (©elctjrtcnfdjulcu) öegcntiticr ©djulen für- 
ten Ijötjeren SSürgerftant) 3« cr-riditcn, in tenen bie Böglintje nidjt 
iinnüß mit ter Erlernung alfer (Spradjen bei S'ernadjlagigung In 
realen SSilTcnfdjaftcn gequält würben; fo fdiäblid) muffen foldje 2tyx* 
anftalten mtrfen, wenn fre nun wieber einfeitig werben, tinb man bif 
ibcellcn 5ÖilTenfd)aftcn nebft Dem (Stubium alter epradjen gänjlid) ron 
iljnen cerbannt. Sn ten ftjijmnafien foll taö ©tubium ter aften 
©pradjen, in ten Ijof^ren 33ürgcr* unt ©emerbefdjuten taö ter $hu 
tutwi||cnfd)aften nur be»or|iuflt wetten, iud)t aber las (Sine taö 
Wintere gauj uertrangen. ä^citcö fint 2)utlel ©eift unt ^erj 3a biibeit, 
unt SScite cröänjen cinanter. 



48 Jöon Um <£tnfaniuicln ber ©etradifc für'ö Herbarium, 

einer ÜJienge Heiner fcöd)er turbotjrten 23reteS werten auf ten bei&en 
i'angefeiten, nalj)er tum fönte *u, gwei furje ftai'te, breit« tfterne Giemen 
mit Sdmatfen feft aufgenagelt, in tie Cluerfeiten aber etwa fteben Stüct 
Schrauben tergcfialt in gleichen Entfernungen mit fo, tefj jwei tiefet an 
ten föcfen freien, fo tief cingefdnaubt, taß tie Stopfe nur nod) V*,3.oK 
weit »erfreuen. $)iejj ifl tie eine £älfte teS Apparates. ®ie antcre 
befielt aus einem Stütfe toppelt gelegter unt äufammeugenäfyter, redu 
feffer ^atfleinwant oter SDriüid). Sit tie betten langen Seiten tiefe« 
©tücfeS trivt) ein runter eiferncr Stab öen tcr Tiefe einer Qtterfpuie 
eingenai;et, unt au gleicher Stelle wie tie Sd)naöen an tem 23rete 
ß'ivei diente mit Sdmattenlöd&ern. S)ie beiteu fuijen Seiten crl)alteu 
Sd)nürlöd)er, weldje fo verteilt werten, tafj je eins ,$wifd;en Jirei tcv 
'Schrauben an tem ^rete ju liegen fommt, unt tiefe Sdmürlödicc 
werten, um ter befiVrn £altbarfe't willen, mit mefftngcnen fingen, tie 
eingenäht werten, gefüttert. <5ntttc0 gehören 51t tiefem Apparate nod) 
ein paar flarf'e £anffc$m'ire. — SSitt man ftd) nun ter Soquette betie> 
um, fo Wirt auf tie gewölbte Seite teS SBreteS taS Rapier gelegt, worin 
tie Spffatijen eingelegt werten fint, unt weldjeS genau tie Sänge unt 
-Breite ter 23ogett teS Herbariums haben muß. 2Iuf tiefes Rapier 
Wirt tann taS QtUQftüd aufgelegt, tie Giemen an ten langen Seiten 
eingefdjnaltt, unt tie beiten luvten Seiten öcrmittelfl ter Schrauben, 
Sd)nürlöcl;er unt Sdjnüre jufammengefdmürt. 23cfanntlid) terlieren 
tie ©ewädjfc turd) $u frarfeS ^reffen 3U öiel von iljrer ökfralt, unt 
bei ju wenigem 35rucfe werten He turd) (ürinfdjrumpfen unfenutlidj* 
üöermittelji ter Giemen unt Sd)uüre fann man ten in tie ßoquette 
gelegten ^fknjeit jeten beliebigen 2)ruc£ geben. 2lud) betarf eS bei 
tiefer 5?orrid)tung nid)t teS UmlegenS ter ^pftanjeu unt teS 3Sed)felS 
ter ^apterbogen, außer bei g-ettgewadjfeu unt ^afjf'rvfjanjen 1 , weturd) 
beim gewöl;nlid)en 93erfal;rcn fo öiel ^cit verloren gcl)t. 2!m befielt unt 
fdmeflftett troefnet man in tiefer Cotwette, wenn man fte l;ot)l mittelft 
einer Unterlage auf tie Cuerfeite flellt unt ter Sonne ausfegt, llebri* 
genS ifi taS 93erfd)ren teS (5inlcgenS ganj taS gcwcl>nlid)e : faftige 
ipflattjen werten seiner gebrütet, unt ftnt, nebfr ten Schwammen tie 
einzigen, weldje man umlegen muß, um taS Slnfleben ju öerljintern, 
2m allgemeinen erhalten alle @ewad)fe, tie man in tie Sequette bringr, 
befenterS aber tie fieifen unt ftarf'en, öorl;er einen ®ruci in ter treffe 
Son 10 bis 24 Stunteu. 

®ie treffe, teren man fid) auf weiten Steifen betient, ifr eine trag* 
bare eiferne ^flanjenpreffe, wddje aus jWei ftarf'eu, an Sänge tie Sc* 
qttette etwas Übertreffenten, eifernett Sdjienen befielt. ®iefe ftnt an 
beiten (Sitten turd)bct;rt, um tie jiemlid) langen Sdjrauben turd)ju* 
fieefen, weldje, um teS 5 c ^ c ^ enö bitten, mit ten Stopfen in tie eine 
Schiene üerfenf't werten unt am @nte ^wei »Dtuttern erhalten, wehte 
utittelfi eines Sd;raubenfdjlüffelS f nadjtem mau tie ^Pflanjen jwifdifu 
üwei Scquetenbretern tet Sänge nad? swifdjeu tie Sdjienen gebracht bat, 



SSoit beut fönfammeln tev (gmuidjfe furo Jperbanutu, l«i 

mctir cter weniger feft gefdwaubt werten fönneu. — £o lvirt) c* gf* 
wölwlid) angegeben, jjyito teil ftall ßker, ^ a ß 3 Wf » otcv vier fiel;eng 
£3rejer leidjter cter eben fo leidjt ju tran^pertiren {int, wie eine eifern« 
^ftanjenpreffe, ftnt foldje fid)cr auö unten nal;er au£ugcbenten ©rünteis 
öor^ic^en. (Sinen Stein cter ein autereö ©cwidjt fintet man überaß. 
5%l. fcaä fclgentc Äapttel. 

(*utlid) betarf eö tvo^l faum tcr jgrwaljnung, taß man bei einet 
nur etwatf größeren ©rauften fietS mit einer genauen '©yejialfartc tw 
Regent unt mit Lebensmitteln »erfeben fein muß. OJJan fann in einem 
Ü'atte fiel) »crirren, unt meilenweit gelten ol;ue ein £>aiu> cter ein 
Gaffer anzutreffen, man Unn turd) einen neu angelegten großen unt 
mit SSaffcr gefüllten ©rabeu geuvungen werten, ten meilenweiten 
'^üefweg in tcr breunentfren ®onnenl)i£e anzutreten, mau fann turd) 
einen Unfall in eine tiefe <2d)lud)t geraten, aus" tcr man nidjt fobalt 
wieter l;erau$ fann, befonters' wenn man ermattet ifi; unt »venu mau 
tann ci)ne Lebensmittel iji, fo fann tie .£>crbcrifation tie übelften folgen 
für tie ©efuntlieit l;aben. @in ©tücf ©djwarjbrot, ein Stücfdjen ge* 
räucherte SBurfi, eine Slpfelftne, ein §lafd)d)en reines kirfdjwaffet unt 
ein iufammcnfaltbarer leterner Sagtbedjer fint in foldjen fallen »ou 
größtem 9?u$en. 25er Sagtbedjer ifi fel;v zweefmaßig, um au$ »erforn* 
mentcu reinen CucUen bequem SSaffer fdjövfeu unt trinfen ui fönneu, 
unt ta» 5?irfd)waffer, »on tem man einige Srovfen lern frtfdjcn SSaf* 
fer cter ter fül;len SJiild), wenn man tiefe unteuvegeS in einem 2öirtl;£~ 
l)aufe »erfülltet, beimifd)t, tient taju, eine plö(jlid)e (Srfaltung teS SDfa* 
genS zu »ert)ütcn. 

SSenu tcr 5lnfanget ta angelangt ifi, wo er feine Unterfudjungeu 
beginnen unt pflanzen für fein Herbarium einfammeln wollte, fo l;älf 
er fid) juuorterfl bei ter näd)jren großblütienten unt befonterS tym 
fd)on tem 2lufel;en unt tarnen nad) genauer befannten pflanze auf, 
©r beginnt tamit, taß er einige 23lü£tcn, unt wo möglid) and) einige, 
wenn gteid) unvollkommene cter unreife ^rüdjte mit ten Stielen unt 
blättern, »or fid) nimmt, unt au$ ter %al)l unt 33iltung ter 23lül;ten* 
ll)ctle, ter Stellung ter Staubfäten, ter 3?rone unt teS i?etd)e$ ju tem 
te$ dierfiocfeS, ter Sage tcö (^mtr^o, tem 33lattbaue unt tem -^abituö 
311 ermitteln fud)e, ju weld)er klaffe unt Ortnung teö natürtid;en unt 
fünfrlidjen ©pfremeö taö ^u unterfud)ente @ewäd)ö gel/ort. S)ann fä(;rj 
er auf äl;nlid;e SSeife fort, tie natürliche 5 am ' 1 '-«/ teren SKitgliet feing 
^p^anje ifl, auf^uftnten, unt ifi il;m tieß gelungen, fo s?ergleid;t cc 
wieterum tie Äenn^eidjen ter in ter ^yamilie begriffenen (Gattungen fei- 
ner ftioxa, ft'ntet tiefenige, mit iveld)er feine ^pjlanje in allen 3J?crfmalcn 
übereinfiimmt, unt erfennt entlid) auä ten übrigen 23egetation^erl;ält* 
niffen unt Biltung ter Stfebenorgane tie 5lrt, ju iveld)er fein ®eivad)£ 
get)ött. 8d)ließtid) bemerft ter tlntcrfud)ente, ob in tem SSerfe, nad) 
ireld)em er feine Spflanje bejlimmt l;at, tie aufgefuntene %xt ati ©ift* 
fttwadiz angezeigt, um fid) nctf)igenfall<? — t»efcnterö wenn er fid) 'mit 



44 So« bcui Süifammefti ber ©erbäcfyfe fiiv'S £evbavtum. 

tem refjenten ©afte bei- SBotfnttt^avtcn> fce$ €d)iafraute3 u. bgl. m. 
beficeft — burd) Slfcivafdjen ber £5nbc öor Stäben ?u betvabren. 
sßicjjt giftige spflanjen beeilt unb roflet er neeb S3lübte, ©langet, 
«fttnbe, Slaft, SSuqet, unb prägt ftd) ©cfcbinacf unb ©erudj in baS 
©etadmüG ober madjt ftd) barüber S3emerfungen in fein 3?oti5bud). 

®am auf bicfelbe SBeife »erfahre ber Anfänger mid) Sinnet S&tfb 
mit fünf^ö anbercu ibui bm tarnen nad) genau befaunten ^ätfnngen; 
bann cnttvevfe et feltfi KaÜg beut £ebcn fcDviftlid; ben ©bäräft« »on 
fünfzig öeifebifbetten ©atturigeu; cnbücl) befdreibe er nad) tot Srtnung 
fit SSid/tigfeit ber Organe ungefähr fecbjig Strien wn ^flanjen, intern 
er mit ben leichteren, cinfadjeren anfängt unb ju ben fd,nvcreren übet* 
cctit 6cine 23cfd)rcibung «oergleide ev fobann mit bei 23efd)reibung 
Siebret anerfannt guter 23ötamfer (j. 23. benen in 23tfä)bp gebrbud) 
ter Sptömfj 33b. 3, ober ftöftele|fi'$ ineti^inifder fttcra ober ber Pörä 
&eutfä)länb$ öon Herten* unb £cd) u. bgl. m.). @o ninbfam biefe 
Sirbett im Stnfange and) fdjeinen mafö bind) «Dtatb, @ifcr unb St'uS* 
tauer gelangt mau auf tiefem SSege bafb bdiin, nid}t nur mit Seid)* 
tigfeit jebeSmal ben Hainen ber klaffe, Crbmtng, Sunfr, ft-amilie, 
Gattung unb Slrt einer Spftanje 51t fmben, fonbern fogteicö and) ibrfcn 
gamen Innern 23au, ibre @igenfd)aften unb «Serivanbtfcbaften mit ante* 
ren «pfianjenarten unb ©attungen $u eVferinen unb glcidjfaw im 58er« 
aus au befiimmen. 

SBa* nun pcß ginfammefn ber ©ctvad)ic betrifft, fo bat man 
tarüber folgenbe Wedeln ju beobachten: 

Üflait nimmt ven aiUn ftd) gerabe öorft'ntenben Strien; trenn jie 
Jttr Seit mit ihren ebaraftcriftifeben ÜHerfmaten verfemen finb, bie »oBf* 
ftantigflen unb »iofffomtoenjlMi Grreniplare mit nad) £aufe. ©a«s öott* 
fianbige ©rempiare befreit SBurjel, ©langet, bie Krfdiicbenen Statt« 
all": SSurjelbtatter; untere unb obere ©tangetbfatter, ©ecffrlattcr u, f.n\, 




vevfdjrumpf^u, entfärbten ober *>on Snfeften angenagten Slatter; feine 
' Merfümmerten 33liu)ten feabeh, fonbern fogleicb errennen taffen, la$ fie 
»bätommen gefunb unb fräftig finb; ti biirfen batjer an ißnen and) 
einzelne St;cile nid)t auf Sofien anberer uiebr auegebttbet unt bal;er 
Verbatet fein, atfo ntd)t etwa, ta$ la$ ©eiväd)^ ftd> burd; S3Iattnmd)es 
vung ausjeid)ne, aber nur wellige 23iüt;teri auögebittet f)abe, ober umge* 
fckt eö barf feine gefiiütcn (bct-peltcn) ölübten tragen u. tg(. m. 
Scbo'd) nur »on febr wenigen ?irten ftnbet man (Sremplare, feeldje allen 
tiefen Slnforterungcn ©eniige leiten; beim behveUcm bie meifien tragen 
er,! fpät nad) ber 33tiibte entivicfelte Svücbte, mel;re blühen beüor fie 
Blatter haben, anbere finb fo greg j. 53. 53autne, etraudjer, *a% man 
nidt tarari benfen tann, fte ^Oftänbig mit $xu®t, etamm unb SSur* 
seUinuilcgen, anbete baben nur gefüate Blumen 3. 23. Rosa centifolia. 



^ott fcem (fffnfammrfn ber @en?cld)fe för^ £erbarium, 4« 

oter tie Slühtentljeile Ijaufig nicht in ter natürlichen %af>l 3. SB. f.y~ 
ciuni barbarum, Butoinus umbellatns, Citrus decumana u, f, iv, 7 
nod) ante« jmt faum antevS als mit jerfreffenctt 33(attem 3U füntcn 3.33. 
Epilobium tetragonum, mehre Salix* Sitten u, f. f., mand)e cntlid) 
nehmen nad) ten t>erfd)ieteuen Stantorten ein ganj öevfcljieteneo 2ln* 
fehlen an 5. 53. Thymus Serpyllnm wivt auf fel;r türrcut §3oten gatt? 
jottig, weil tteß @etvad)S &crmttteljr ter -ipaare geuchtigfeit aus ter 
guft einfaugt — bei @d)fuhr heißt tiefe Slbänterung Thymus lmm- 
ginosus, unt ©ietrid) bat tiefe $orm nad) ai^ eigene 21 rt in feine 
Flora Marchica »Ott 1841! aufgenommen, iveldje überhaupt reid) an 
fold;eu Unarten ifr, — Trifolium repens l;at in fielen ©arten gan$ 
fchwarje, Atriplex hortensis blutbrothe SBlatter« 

SSon ten immer utwoUftautigen Spflanjcn fudjt man ftd> temnad) tk 
yoUflantigfien unt »oflfommenffrn aus, wenn fte füv'S Herbarium nicht 31$ 
groß ftnt, unt l)olt fpater tie fel;(enten^ei(e nad); ijabm fte abev 
eine jtt beteutente @roße, fo fchneitet man fo viel ab, als man ge* 
braudtf, um taran tie djarafterifHfcben 2J?ertmale aufjuftnten, wobei 
man ftd) tann aud) nad) tem <Jormat teS .f>erbaiiumS rid)ten muß, 
93on einem Saume fdjneitet man alfo einen ^föeüj mit männlidjen unt 
weiblidjen Slühten ab, unt jivar fo, tag er nidjt über tie Sogen te£ 
Herbariums hinausragt; aud) fudjt man ten aus, tec minteflens fdjon 
SlattfnoSpen, noch lieber ten, welcher fdjon junge Blätter tragt; fpatcv 
fchneitet man einen eben fo großen 3 lve <3 Wit ausgewachsenen Slattem 
unt ein Stücf SKinte ab^ entlid) holt man aud) nod) unreife unt reife 
fruchte. 3 fr ein fttaui oter ein Statt fo groß, tag eS über ten Sos 
gen teS ^etbartumS ljert>orfM;eu würte, fo tbeilt man, wenn et ftd) 
nid;t anters in ter Sotanifirtrommel fortbringen laßt, in fo wenig unt 
fo große ©triefe als möglich (t. *)♦ man fchneitet tie über tem Soge« 
hinauSragente <&tüde ab) unt bintet fte lofe mit etwas ©arti jufam* 
men; toch. ifi tabei ju bemerken, taß ter Schnitt immer fdjarf unt 
fchief fein mu$, fo taß man (eicht tie Steile an einanter gaffen Unn? 
um taS @anje »or Singen ju haben; aud) tarf ter Schnitt feinen 
knoten teS StangeB treffen, unt tec blühtentragente Sl;eit mufi fo 
lang als mögüd), tal;er nid;t umfü| s?on blättern u. tgU m. entblößt 
fein. 33red)en übrigens foldje groß* 5j3^anjen nidjt leidjt, wie 3. iß. 
tie meinen ©rafer, fo laßt man fte ijorlauftg nod) gan^, unt legt fte 
|ufammengebogen (aber nid)t eingefnieft, auch nidjt fo gebogen, tafj 
Blattei* oter 93lüt)ten befdjatigt werten) in tie ^)erboriftyfapfel, Spflan* 
Jen mit unförmig großer oter gar nid)t auSgejeid)neter SSur^el fdjneitei 
man haufüg ticht über ter @rte ab;, tiefes 5öerfa^)ren ift jetod) im 
gweiten %aUt nid)t nadj^uahmen, unt wenigflenS mu^ man tarauf fe* 
hen, taß, wenn ein (Sewad)S ftd) turd) tie SBurjelblätter auszeichnet, man 
jetes 3)?al auch tiefe an feinem ©jremplar h^be* Sogenannte friedjente 
unt antere Sproffen*, Knollen (Saxifraga granulata u. cn m. ) trei* 
Unt* Gurgeln, gwiebeln «♦ tgl. w. twvfen m festen, wenn tiefe 



4(> Ben tem (linfammetu ber ®r)u&<f)ff für'e J^erbariiim. 

%l)t\U nicht SU überinüfng grof? fint, unt muffen jfe fammt ihren feinen 
Burjelfafcrn vollkommen unt unbefd)ätigt auö ter Qhte genommen 
werten, woju man ftd) ter «einen ©rabfdjaufel, welche an ten ©tocf 
gcfdjroben werten fann, vorfkhtig bctient. — Von tyffatyin bei tenen 
eine üftißbiltung jur ^cjc( oter fafl jur 3?egel geworten ifl, nimmt man 
auch ein unvollkommene^ oter verbildete* (Sjremplac mit, unt jwar taS, 
welche^ tieSlrt, wie fie gewöhnlich, vortommt, am beften reprä'fentirt. ©am* 
mclt man in ©arten, ®ew3d)$haufern u. tgl. m., fo verfd)mal;t man 
aud) nicht au£ge$eid)nete ©artenerjeugntffe, felbfl wenn fie tie 
Gattung»* oter Slrtdjaraftere eingebüßt haben 3. 33. merfwürtige 33a« 
ftartpjknjen , au$gejeid)nete Varietäten, eigenthütnlid)e oter feiten öor* 
fommentc gefüllte 23lumett u. f. f.; nur tarf man nicht taran tenfen, 
alle «einen 21bweid)ungen, weldje bei ©artnern unt 33!umenltebhaberu 
in Slnfehen ft?hen j. 33. tie vcrfdjietenen S)3clargonienformen, ©eorginen 
u. a. m. in fein Herbarium aufnehmen ju wollen, weil tiefet alstann 
unnü£ erweitert würte, unt taturd) an Ueberftchtlid)feit unt 33raud)« 
barfeit betetttent verlöre. 

SSirt man mit tem 33efHtnmen einer wilt wad)fenten 3lrt nid)t 
gleich fertig, etwa, weil tie Spflanje jur %eit nid)t vollfräntig genug ifr, 
um ciuö ter 2>iagnofe errannt 311 werten, oter weil tie ferneren Slnga« 
ben in ter glora 51t relativ fint, unt jetenfallö tie genaue ^euntnip 
nod) einer antcren, nal;e venvantten, gorm erfortern; fo halte man ftch 
nicht unnü£ mit tiefer 33efd)äftigung ju lange auf, fontern fammele meiere 
ftrei oter vier) ©.remplare von ter nid)t beftitnmten 'äpflanje, unt vergleidje 
üe in £aufe mit au6führlid)eren 33efd)reibungen, guten 5lbbiltungen unt 
ten nadjften verwantten Rennen, tie man fdjou in ter ©ammlung 
ftat; beft^t man afle$ trei nicht oter nur unjureid)ent, fo wente man 
ftd) an einen geübten 33otanifer, unt fann man and) tief} nid)t, fo legt 
man ta$ nid)t ernannte @ewäd)3, nacktem e$ getroefnet geworten, vor* 
läufig mit unvollfläntigem oter olmc 9?amen, aber mit genauen Qeify 
jtungen, in ti« Slbtheilung te$ Herbariums, in welche t& nad} feinen 
$ennjcid)en gehört. Sft tie Spränge feiten, unt fommt fie nur an ge« 
«vifien einzelnen, entfernt liegenten ©teilen vor, fo tft jum wenigfien 
taturd) fürs Herbarium nod) nidjtS verloren, taß man fte nid)t gleich 
jrfannte, wenn man fie nur gefammelt hat. Viele &'tin$tara von ci* 
uem feltencn ©ewacfcfe tarf man aber nicht mitnehmen, unt hat man 
*in foldjco gleich ernannt, (befiimmt), fo mufj man ftd) mit einem 
guten ©.remplare begnügen, weil man fonfi tie feltene ^flan^e noch fei* 
tener madjt, unt wenn 2ille fo mit ihr umgingen, fie binnen fturjeut 
ausgerottet werten würte. @d ifl aUt im 3nte»{fe ter 2BiJTenfd;aft 
an unt für ftd), wie aud) in tem ter frateren 23otanifer, tag eine 
fold)e feltene tyflanit ju ferneren Beobachtungen unt tlnterfucfiungen 
an ihrem ©tantorte erhalten werte; tal;er mau Sperfcnen, tie feltene 
^JfJanjen verringern, um ihre ©iec unt $atfu$t nad) fold)*n ©d)ä^en 
ju fcefrietigen, mit tem $ö$fi «ntehrenten @d;im^fnamen ^botanifd;er 



Zauber" belegt, — $ft ein ($t\\>ad)& iiditig benimmt ivcrtei», fo fctjifbf 
man tie Ortiauette auf tie oben angegebene -SBeife fo auf ten ^flan^en* 
flängel, taß er nie von fclb'ji l)erünter fallen fann; tieß beroevffrcfligt 
man, intern man tie C?tiquette ennvetev über ten Stengel te«5 iittrerf&h 
Xtiaitä, lvenn taffelbe Hein ßenug ift, fdiiebt, cter mit ctivaö turd) Sir* 
fenif vergifteter bter mit SRiritergafle verfemter Qluflcfung von (Summt 
Svagatit et er arabicum aufflebt, cter aud) »vcl;l mit einer fiarf vevjinn* 
tea Stecfnatel feftfreeft. 

©S betarf faum ter (?nväl)ntmg, taß alle einmfammelnten (Se* 
n\id)fe vollkommen rein fein «lüften. Sie türfeu taljer lveter fcefraubt, 
iicd) mit Ungeziefer cter teren abgelegten ^)ü£len befe£t fein, nod) einen 
gummiartigen cter fiebrigen llcbermg auf verfdjietcneit Stellen tev 
Blätter cter faß Stängeltf haben; nreil foldie @erväd)fe nid)t nur ten 
itatüilidjeu (Stjarafter nid)t rein an ftd) tragen, fontern aui) getroefnet, 
i\\$ Ungejiefer l)eraujiel;en, itoturd) taä ganje Herbarium ter (Sefal)V 
y-reiS gegeben mit, von ten ftd) fiarf veruntreuten fd)atlid)eu Snfeften 
in tütijzt ^eit mit) unbemerkt ganjlid) jerftert jtt tverten. 2)ie Spflanjen 
v ürfen aber und) uid.it einmal vom Siegen cter 2l;au beucht fein, mit 
He SSurjel muß bon alter taran (laftcnter (Irrte vollkommen befreit 
fein, iveil tergleidien (SeiySdjfe fenfr ftcfjVv mißfarbig, werten, ju fd)im« 
mrln anfangen, mit tie (5~itc tie jarten £3lüi;tentl)eile vertirbt. Sft 
man jeted) gejivttngett, angefcudjtete ^flanjcn ju fammeln, — einige 
(>)eivad)fe blüljen ja nur tc£ 9?ad)t$, mit »tili man fte in voller 23lül;te 
:uuegen, fo muß man fie fd)on vom £l)au befeudjtet einfammeln, uufe 
fte nad) ter f;icr fclgcnttn SSorfdirift bemänteln, aber fte aad) tvatjmtt 
ter Dtadnscit mit offenen 3*ltil;tcn einlegen, — fo mu$ man fte, fobalfc 
Juan ut ^»attfe angelangt ifr, mit ihrem unteren Steile in frifdjcS 9Saf* 
fei gebradjt, an einen luftigen, riidjt ter Sonne aufgefegten Ort fiellen, 
nut fie tafclbft fo (enge laffctt, biö fte turdjausS abgetroefnet ijf. £>j# 
?3lül;tf n troefnen tabei am tangfamften, bcfentcrS tie Sippen *, garven ; mit 
anterc uuregelmäfiige Blumen. ^t;aneroganifd)e 53affergetväd)fe — ivie 
|i 3& 2lrt»u von Alismai, Callitriche, Caltlia, Ceratophyllum, Chara, Hip- 
nuris, Hottotiia, Lenin«, Mentha, Montia, JVIyosotis, MyriophylIuin ? 
Nuphar, Nymphaea, Potamoft'eton, Ranunculus, Thalictrum, Utricu- 
iaria, Zannicbellia, Zostera etc. bemäntelt man fafi ebenfo: man laßt 
S«£ ilmen anl;angentc SSaffer ablaufen, roicfelt fte lofe in einige 23ogen 
i}licßpavier, fd)lägt tarum nod) einen 23ogcn $aiti& Sd)reibpapier, bin* 
tet um tie ^olie, tie man oben unt unten ,;ufatnmentrel;t, leid)t einen 
^yaten, mit) fied't fte, ivenn fdjon antere ©etvadjfe in ter 23led)fapfei 
liegen, in tie §afd)e. 93?an fann fte jetod) eben fo gut unten auf ten 
?3ctcn ter 53otaniftrbüd)fe legen, unt tarüber unbefefcatet tie troefenen 
&?ntgeiväd)fe bringen. <§& ift tabei aber fret£ 3U bcrücffttttigen, taß, 
sjifiin taö SSajfer von ten SBa|ferpjl[an5eu nidjt gehörig abgelaufen, 
xml tie Papierrolle, n^orin fte liegen, am oberen unt unteren @nfce 
mdit Qut »erfditoiTen ift, ti^ übrigen Spflanjen turdj l\t $wü)t'\Qh\t — 



48 Soll bem (gtufauimeht ber ©cmädjfe för'ö Jperbariuw. 

»venu fluci) nur feucl)te Slustunfrung — unfehlbar leiten muffen, unt 
tafj feiner tie SSaffei^ftcnjen , wenn fte, von tem tljnen anfangenden 
gBafier befreit, tem Sutritt ter 8uft ausgefegt ftnt, biel fcbneUev 
afS tie 8ant))fltanjeh weifen, U;re natürliche ©eftalt verlieren unt ganj 
unf'enntlid) werten, befouterS taturd), tafj öcrgügiid) il;re ißlaUer fd)nell 
Mifammenfd)tuutpfett. Sejfer ifi ei tal;er aUertingS, wenn man u)nen 
nid)t aüjuüiel SSajfer entjiel;t, unt weiter feine 5Pf[anscn ju iljnen in 
tie 23otanijtrtromtuel legt; tod) oft ft'ntet man auf einer nid)t fo leidjt 
iüieter ju unternehmenden weiteren Crvcurfton ju gleidjer %e\t feltene 
£ant)s uns feltene SSaffergewadjfe, unt in fcldiem '$aüe nimmt mau 
Jöeite» mit, bemäntelt e$ aber mit ter gehörigen 23crjtd)t« giaijrt man 
aber nad) tem Orte, wo man l;erbcriftren will — unt tief? femmt 
nid)t treuer ju ftcl;en, wenn fid) 2M;re taju bereinigen oter wenn eine 
@ifcnbaü)n tal;in füt;rt — fo ge^t man am aUerjicuerjren, wenn man 
einige 23ud) Fließpapier in tem ü)cdel eines Sd)weiu*leter» Folianten, 
ten man mit einigen angebradjten Kantern jubinteu fann, mit ftd) 
fitfert, unt tarin tie SSalJerpfknjen an Ort unt ©teile einlegt, 3?ann 
man tief? nidjt, unt muß man fte taljer ju £aufe einlegen, fo muß 
man fic t)ier nod)tnal$ in 3S affer bringen unt in i&rer natürlidjen Sage 
unt Ausbreitung mit frei fem 6d)rcibpapier auffangen, unt fogleid) in 
tiefe Sagen von ßcfdjpapier bringen. 8int fte aber unterwegeö ctivaö, 
aber nid)t beteutent, weif geworten, fo jielit man fte mit tem unteren 
SÜjeite an einen nid)t ter «Sonne aufgefegten Ort in ein ©cfäß mit 
weid)em SSaifer, worin fte ftd) balt wieter erl;olen; fdjeint ein fold)c3 
SDiittel inteffen nid)t au$reid)en ju wollen, fo lofe man etvoaS Dampfer 
in ter nötigen 3)2enge äöeingeifi (Spiritus) auf unt mifd)e tiefe Sluf* 
iöfung ju tem SSaffer, in weld),e$ man tie 5pflan$cn fe£f, unt worin tann 
fafi alle angewehten ®ewad)fe ter »erfdjietenßen 5lrt balt il;re befle 
fiebensfraft auf eine rttrje %tit jurücferl;alten» — Sou ten t'rvptogamt» 
fd)eu 2öaffer<jcwadjfen fann man tie kräftigeren unt gröberen, welche 
ju £>aufc aufgcwcidjt, g(eid)fam wieter aufleben, fogleid) am Ufer in 
ter «Sonne trodnen, unt fte ju ^)aufc nad) belieben wieter auftveidjeu, 
regelred)t ausbreiten u> tgl. m. 3)ic jarteren aber tl;ut man einzeln 
mit iljrem Söaffer in g-lafdjen, weld)e man mit ftd) fül;ren muß, cter 
man fängt fte bet;utfam mit turnten quaoratifd)en ©laoplatten (von un« 
gefätyr öier £2uatrat$o£l ) auf, fdjneitet tie überf?cl;cnten §l;eüe unter 
tem 23affcrfpiegel ferg faltig mit einer @d)eere ab, jieljt tann leife tie 
©la^platte mit ter tarauf vermittelt'* einer ftumpfen 9?atel au^gebreite* 
ten 51 Ige l;erau$, läßt taö 2Saffer turd) ©djiefl;alten ter tylaitc ablau» 
fen, beteeft fte mit einer großen, tiiunen ©limmerplatte, unt läßt fie 
fo in freier 2uft troefenen. 

©ntticO ifl nod) ju bemerfeu, taß man gledjten, mld)t auf ter 
glitte ter 53aume, auf Reifen unt anteren fefJeu Unterlagen md)Un, 
unt fid) öcn tiefen nidjt gut trennen laffen, mit einem Sl;eile ter Un= 
lü&t vertttittelfl eines ÜHeigelö vovffc^ticj ablöft, unt fie in ^afidjen »on 



9>om @infegen ber @Jen?. ober bereu fernerer 3"&fr. *c. 49 

?Pappc cter ©djadjfelu, t)te man in einem ter beiten Siebenfacher In 
Söctaniftrtrommel fyaben tann, ferjt imt) tarin aud) ferner aufbewahrt, 
©voöe, faftige, feftroere oter bornige «Pffanjen, ive(d)e fcie andern »erleben 
rennten, muffen flctö unter tiefe auf ten 53oten ter 23ü'd)fe gelegt wer« 
ten. gerne treefene $rü'd)te, tveldje in ter Zapfet jerbrodjeii cter fonji 
befd)ätigt werten rennen, tuitfelt man in ein forgfältig «erfdjlcffeneS 
Su'id lveifjeS @d)vci%avier, auf !vrid)e'«i man ten Stauten gefdjrieben 
Ijat. Sehr jarte Slühren cter Blumen entlieft' legt man $rt>ifd;en jivci 
S5iättdjeu Rapier »erftebtig in tie 6d>reibtafel ein. 

S^ette^ SiapitzL 

Vom (anlegen fcer g?euiä'tl)fe oter bereit fanerer Zubereitung fürs 

Herbarium. 

$at man feine gefammeltcu «Pflanzen tredfen unt gut nad) £aufe 
gebrad)t, fo muß man fie, ungeachtet man sott ten deinen ©trapajen 
ter Grrcurftcn mute gerborten ift, fogleid) junt groefnen einlegen, $aim 
tiefet aber au& irgent einem ©runte -feennoeft nicht gefdjehen, fo ftelTt 
man faimntlicfte ®ett>äcftfc in geraumige ©efafje in frifefteö 23a{fcr Ä 
tod) fo, tajj fie nur mit tem unterften lt;cile teS ©tangeis ins? SB äffe c 
fommen, alle übrigen Itbcile aber, namentlid) tie 33(ätter unt blühten, 
yollfommcn trotfen bleiben. 3" Strien füllen ifi es febr jruecfinaßig, 
tvenn man tem SSaffet etwas »on einer gefattigten 21launlöfung jur 
beffern (Erhaltung ter färben beimifd)t '). 

%um ©infegen unt Srocfnen ter ^p^anjen betient man ftd) teS lveifiien 
(aber fd)ou betrueften — SJJaf'ulatur — ) S)rucf = unt tes grauen, aber 
fnotc-nlcfen gliefjpapiereö, s?on tveld)en beiten ©orten jufammen man 
ungefähr trei bte öier Sttef? öorratbig haben mu§. S0»an muf? tie ein* 
jelne 35ud)e oter halben 33ud)c Rapier auSeinanter nehmen unt fo jer* 
tbeilen, tap immer nur je jn?ei oter trei 23ogen Jyließpapicr im golio* 
formate in einanter liegen, unt einen in ter SJJitte Uegentcn eben fo 
großen ^-oliobogen weißen 2>rucfpapier6 umgeben. 35abei ift ju betner* 
Fen, tafj jeteß SJtal tie Sauden, befonterS tie breiten bilden ter a'uge» 
reu 33ogen te<3 23ticfte6, mit einem opfert* oter <2d)weinjäbne recht -glatt 
unt flach geftridien werten muffen. — SDJan läßt ftd) »om Sifdjter jwei, 
»ier, fedjS, oter je nad) tem 23etüifniffe nod) mehr, soHfommen ebene 
unt glatt abgehobelte ftefttene oter tannene SBreter, um ein ganj ®erm« 
geö größer aU tie ^3apierbogen teö ^)erbarium^, anfertigen. $at man 
taö Sllleö »orrdtl)ig, unt iuill mau nun ^}fianjcn tum Srocfnen cinle* 
gen, fo nimmt man cin£ »on ten nad) obiger Slngabe jugcridjtetcn ^3a* 
pierpäd d)en , legt in ten mittetften (3)rud'papierO 23ogcu eine 5ppan3e , 
nad) ter unten näljer angegebenen SSeife ein, l'lappt taö ^a'cfdjen itic* 
ter bel;utfam ju, unt bringt eö auf einö ter oben genanten 23retcr, 

*) 3)ocft tiirfcn in foldjem SBaffer bie ©civad)fc nieftf ju lange bleiben, 
weil bcr gebrannte 3luum für fic ©ift ift uftö tyren lob bcfdjleunigt. 

4 



50 SSom <£inte$m ber ©en>äd)fe ober beren 

Sluf biefeS SpädE^c« legt man ein anbereS, in jvc(d;cö man ebenfalls ein®e- 
wa'd)S gelegt & at » barauf ein eben fctdjcö brittes, öierteS 5päcfd)en unt fo 
fort, bis t« gaitje Stop Rapier ungefähr tie $>U)t »on einem Sparifev 
5«$ erreicht l;at, worauf bann tiefer Stoß als »oÜjKmtig mit einem 
gleiten §3rete gefefefofien, unti bann mit einem Steine oter antern ®e* 
Wtdjtß öon treißtg bis öierjig Spfunb befd)wert ivtrt», fo taß tcr 3>ruc£ 
an alten Seiten gleidjmaßtg ftattftntet, unb ter Stoß l;c"d)ßcnS um ein 
SedjSiel feiner anfauglid)eu <f>öl)e jufatnmenfinft. Qaim läßt man il;n 
fo an einem warmen, troefenen unb red)t luftigen Orte f}el;en, uuC tie 
in ii>m beftnblidjen @ewäd)fe alfo troefnen. @S reidjt aber tiefes -Ser= 
fal;rcn nod) nid)t yoUfommcn aus , unb eS bleibt nod) als £auptfad)e 
Seim SpjUanjcntrocfnen baS öftere, unb meljre Sage, ja in einzelnen %&l* 
len 5Bod)en l;intnrd), fortgefe£te Umlegen bei- Spflanjen in treefeneS 
Fließpapier, wobei man bie ausgebreiteten spjlanjen unberührt jivifden 
Im teilen flattern ityrcS SruefpapierbcgenS liegen läßt, unb jeten 2ag 
nur bie bajwifdjen liegenben, burd) ben auSgefogencn Saft ber spfknjen 
feucht geworbenen ßagen beS ^ließpapiereS mit troefenen Sagen üertaufdjt: 
$tn ®efd)äfr, ftcl$e& bei einer maßigen Spffanaemnenge nur wenig $e'\t 
unb Siül)e erforbert. Spflanjen, weldje, ol;ne aus ber iljnen gegebeneu 
2aa t e ju kommen, nid)t unmittelbar in tie £cl)e gehoben werten türfen, 
Segt man cl)ne Serrüefung einfad) folgenbermaßen um: nadjbcm man 
bie tiberltegenten feufytm 53lätter beliutfam entfernt l;at, legt man tie 
£>affenbe Slujaljl ber troefenen Jpalbbogeu tarauf, faßt tann bie junädifl 
unter ber ^Pfxanje liegenden 53ogenl)älften auf einmal, bringt fie unt 
la$ (SewadjS auf bie Seite, legt tie linfe £>anb unten, tie rechte oben 
!£)in, unb Ul)xt bie ganje Sage — rote eine gefduefte $od)inn ben (5ier* 
fud)cn in ber Pfanne — um, weburd) nun tie ^jknje auf tie troefnen 
23ogen ju liegen fommt, unb bau feudjte Rapier entfernt werten fann, 
2>aS Srocfenwerben ber ©ewäct;fe läßt ftd; nod) ungemein befdjleunijeu, 
ioenu man erwärmtes Rapier junt Umlegen tcrfelbitt anwenten fann; 
mtd) trägt eS offenbar ^um fd)nelleren Srocfnen bei, wenn man tas erfre 
SHal mit lern Umlegen ber ^flaujen nidjt länger als jivölf Stunten wartet, 
iinb bann regelmäßig alle 21 Stunten tiefe Operation wtebeiljoft, bis 
bie ^pfTan^en faji trcd'cn geworten fint; tann fann man aud) xvpfyl 
Cime 9^ad)tl;eil juweiien einen Sag mit tem SBedjfeln berfelben auSs 
fe£en. S)ie geit übrigens, in roeldjer ein @e»väd)S öolll'ommen treefnet, 
i]t »erfd)ieten nad) lern met>x ober weniger faftigen 23au, befonterS 
aber nad) ber teidjter ober fdjrcerer öor ftdf) gel^enben SSerbunfiung, ober 
mit anteren SKorten, nad) ber mel;r iväifrigen ober jäfjen (fd)leimigen, 
fiebrigen, mild)igen tt. f. ro.) Sefd;affenl;eit beS in i^»r entrjaltenten 
Saftes. So Wirt 3. SS. eine ©raSart im Slllgemeinen fcfmetler troefnen 
als ein ^afel« ober ©idjenjweig, unt biefer wieber in fiirjerer 3eit alö 
?ine SSoifSmilctji ober 8aud)art ober als ein anbereS S^'ebelgewäd)». 
SJältrenb lemnad) mand)c @ewäd}fe in wenigen Sagen troefnen, fönnen 
Ui anbern brei M vin* 2Bod)en vergeben, tes?ot: man ft* a«ö bem 



fernerer Suberdrttua, fiirä j>evbaritim, 5 i 

Stofje nehmen tarf. ^äv yoüfommeu jjetvoäfnet ifr eine fyfta\v ö e ahn 
nur tann $u acfjten, wenn ftd) feiner üwcr Steile imt)t f'alt oter lue* 
nigfhm» fülil beim 2lnfül)l.cu jeigt. SMefe 3"eit f. an«» inteljcn, tute fdjott 
bemerft, fel;r abgefürjt weiten, »venu man mafjtg crwarmteö Rapier 
311m Umlegen anwentet; tod) ijr e* gut, nid)t gleid) anfangt, fontern 
erjr nad) einigen Jagen, ftd) teS erwärmten §p-aptet'eä ju betienen, unt 
tic ^Jflanjen juerjr in ungeioarmteo Rapier uuijulegeu, weil t>iele Blät- 
ter * mit Slul)tent£;eile turd) t>te SSiirme leidjt jn fdjuell aueUrocfneu, 
unt tatyrd) uneben werten. 

Siele ^eifcnen weiten flatr t«? 2>nicf* unt friicflpapierS @d)reib* 
papier jum Ürocfucn an, mit tonnen gar nid)t aufhören, tief} Serfal)« 
ren a.tfi auiierfi jivecfmaßig anjupreifen. SSir muffen jetod) gefrcl;en, 
tafj u ufere' Grrfajnuna, tagegen fpridjt. (Sä ifl jwar nidjt ju leugnene 
tafj Jansen, wenn fle ol;ne 3 lv 'fd}en(age unmittelbar in taö grobe 
£ö|\tpapier gelegt werten, fel;r inet von il;rcm natürlichen anfeilen »er* 
lieren, tief) ftntct aber in feltenen fallen fiaü, wenn fte juöörtcrfl nod) in 
2>rucf papier fommen, nur mtifj taö ©ruefpapier glatt unt nid)t grob, ja um 
fo feiner fein, je feiner unt jartcr tic Slüljtentbeile fint. (&$ ijt bei fet?r jar* 
ten Hjcwadjfcn tßl;cr red)t gut, wenn man fte junadvfl iu-$wei bi« trei Sogen 
feine» glatte» Selin=2)rucfpapier legt, unt tiefe erfi mit tem g-lieppapiere 
umgibt; tiefe, mit einzelnen Steilen licryorragcnte ^ßanjen 3. 53. 
25ifrcln, Sonnenblumen u. tgl. m., erhalten hingegen eine beteutent 
paffere Umlage »Ott #lief;papier, fo ta0 wan fte tarüber mit tem 6>e* 
füfjle nidjt mel;r fld)cr wal)rnel;men fann. ©eleimte»5 Rapier aber, 
ftlbft Speflpapier. lagt tie Jansen nie fdjnell genug troefrien; oiclmcln: 
werten fte uneben unt büßen tabei oon il)rer ^yarbe ein. 3n>ar wiffen 
ftd) jene Beute, weldje tie 5lnwentnng te<? ©djrcibpapiereä fo tringent 
anempfehlen, tagegen $u t;elfen, intern fte tie Spflanjcn in fogendnntett 
£antpreffeu fel;r ftart 1 preffen, unt Ü;ncn taturd) ein etwas 1 gefälligeres 1 
Slnfetjen ju geben wiffen. Gnu fotdjc 33erfal;rnngj?weife jetod) ifl ganj 
verwerfUd), weil tabei mintejlenö tie jarteren, aber f)öd)ft wid)tigen, 
Stjeüe ter Slütjteu fo jerqttetfdH werten, ta§ auf tiefe 2Ut bemäntelte 
©ewaeöfe, wenn fte and) ten Unf'untigen leid)t anfpredjen, jur ferneren 
llntevfudjung »öflig untauglid), unt folglid) für ten Sotanifer öon ftad) 
gang wertlos' fint. llcberl;aupt ijt tie Slnwentung ter J^antpreffen, 
weld)e eine 2lrt f leiner Sitd)binterpreffen ftnt, im Slllgemeinen nictu 
anzuempfehlen, weil man yermittelft il;rcr nie im «Stante ifi, «imn gleid)« 
mäßigen 2)rucf ^erooräubringett, fontern tiefen balt 31t jtarf, balt ju 
fd)wad) erhalten Wirt. 

Seim ©inlegen felbft ter ^3f(attjen l^at man nun uod? folgente 
Regeln ju beobachten: 

S)ic ipflanjcn muffen fo eingelegt werten, taf? fte »ollfommeu in 
ta$ 5 0i:m at teö 'jpapiereö, weldjeS in tiefer S3e3iel;ung mit ten Sogen 
le& ^)erbariumö genau übereinftimmen mup, paffen, alfo nirgent über* 
freien, »ielmebr mit ten am meijten fteröorragenten feilen wenigjlen^ 



52 SSom (Sinfcgen Dev ©eivärfjfe ober bereit 

einen halbm 3°^ bon beut Sföaftbe beö ^tapfere* entfernt Heiben. Sit 
tai)er ein @eiväd)6 ju groß, fo wirb e$, wie fcDon im öerigen Kapitel 
angegeben werben, öerftdjtig jerfd)nitten, fo tofj tie einzelnen Steile, 
wie fte jufammen geboren, oi;ne SDcülje aneinander gelegt werten fonnen, 
unb laö baburd) erhaltene ©anje ein yolltommneS SBilb ber Spfkn« 
Itnaxt, weldje man tjor ftd) rjat, gewahrt. 

%)Un l)at leim Einlegen nnb ausbreiten ber Spflanjen alle rtattir* 
wibrigen Äünfrcleien ju »einleiten, nnb jnn§ man jene öielmetw gerate 
in ber. 2a$i jit erhalten ober barin wteber j« öerfe£en fndjen, in welcher 
fte ftd) in ber 9?atur vorftnten. brumme Steile türfen bemnad) nicfyt 
gerate, Ijangente nid)t aufredit, aufredete nid)t abwärts gerid)tet ober 
gebogen werben, fontern tie troefnen (§>ewad)fe muffen fo vor uns ta 
liegen, baß fte im ©anjen naturgemäß tie Steile enthalten, ' 93onfian= 
l'iQ laßt ftd) bieß jwar nid)t erreidjen, weil tie troefene Sßf(an$e wie eine 
Sföalerei faftnur eine ©bette barbietet; bod) muß fte immer fo jugeridjtet 
fein, la$ bei* Spflanjenfenner, felbjt wenn er tie vorliegcnte 2lrt uod) 
n\d)t gefel;en l)at, ftd) fogletd) ein naturgetreues 23ilt öon einem (eben* 
ben <£jr?mpiar biefer 5lrt entwerfen rann. Sfyeile, weld)e über ten 
Iftanb bcö SogenS hinausragen würben, wie 3. 23. große Blatter fd)neibet 
man nad) ^autu unb ©djicfüd^eit jum gjbeife ober ganj ab, um fte be* 
(onberS einzulegen. ^weiQe, -Dornen, ©tadjeln unb anbere Sl;eile, 
ttetdje ftd) fperren ober einen ^)ügel bitben würben, fdmeitet man fd)arf 
ab unb legt fte bei; nur muß man tat Slbfdjnciben ber Scebettjwcige 
bei benjenigen Wirten untertajfen, welche eben burd) bie gekauften 9?e* 
fcenjweige eftarafteriftrt fmb, unb sjielieid)t gar biefer @igetttl;ümlid)t'eit 
fbrenSlrtnamen (etwa ramosus, ramosissiuius etc.) ttertanfeu. <2old)e 
SPfJanjcn, weldje febr faftig unb tabei »erfd)icbent(id) gebogen ftnb, alfo 
Ibeim treffen bred)en würben, läßt man gewöbnlid) üor lern (Einlegen 
ein wenig weit werben, wo fte ftd) bann fd)tniegett ; nod) beffer aber ifr 
e$ f baß man fte g(eid) öorftdjtig einlegt, aber taS Spätfd)en Rapier, worin 
ftd) ein foldjeS ®ewäd)$ beftntet, erft nad) einiger $eit ju tem übrigen 
Stoße unter tie treffe bringt. Um tie entfalteten unb ausgebreiteten 
übeilein ber ir)nen gegebenen £age auf beut unterliegenben 53cgen bis 311m 
@d)lu|Te feji ju galten, wäbrenb man bie übrigen l;crrid)tet, betaflet man 
fte einftweilcn mit fleinett 33lei«, äftarmor*, @d)iefer* ober ©(abplatten. 

ferner uermeibe man möglid)fr, l'ie 23lätter auf 23lü^)ten, ©tauget 
unb Slejte }u legen, befonberö wenn tiefe fet;r bief unb ^art ftnb. 93?an 
lege unb btel;e fte nidjt ade nad) einer «Seite, fontern fet;rc nad) Ceid)« 
iigfeit balb bie obere, balb b.ie untere 23(attfeite i;ert>or. @tel;eu fte ju 
tld)t, fo fd)neibe man fo biete als nötl;ig ftnt, au$, laffe aber etwaö 
öon ten §3lattflielen jtel;en, bamit man leidjt erfenne, wo fte fel;len. 
©oldjeu ©ewäd)fen jebcd), für mld)e bie große Stnja^l 23lätter djaraf* 
teriflifd) ifr, 3. 53. Sinapis foliosus etc., barf man nid)t beS bea,ttemes 
ren @tnl«geuS ober befferen Slnfe^enS falber etwas »on lern 23latter* 
reid)tt)«m« nehmen* (Seftebfrfe glätter, (»efonberS bie ber £ülfenge* 



fernere SiibettimtiQ füv4 S^evbaviünu ö3 

tväcfyfe, legen ftet» gern mit ihren 23(äWdjen gegen einanter; mit |)Ufe 
eine£ Streid) = oter (Startbeines entfernt man fte aber nneter bon ein« 
anter, uno belegt fte fotann einzeln mit '^artenblatteru der anterem 
(reifen Rapiere, 3>er eigentümliche Blül;tenfrant muß ebenfalls un=> 
ueränDcrlid) unt> fenntlid) bleiben; ja tief ift fogar öon ter größten 
35id)tigfeit, mit) ein in tiefer -£)in|1d)t begangener geiler mad)t fcaS 
ganje (£rcmplar ganjlid) unbraud)bar. 9?nr in tem gälte, taß t-ie 
Blühten ju getrangt freien, unt in tcr treffe mel)ifad) über einander, 
ju liegen tarnen, wie bei manchen holten, ®d)irmcn, Straußen, BÜ* 
fd)eln u. tgl. m., fd)neitet man einige an ter tirf'fren ©teile au$, laft 
aber tie S3lüt)tenfiiele flehen. 2lber aud) t)ier laßt ftd) nod) oft genug, 
ta£ 2Ju$fdmeitett vermeiten, unt mir, trenn tie Blumenfronen fel;r 
Hein, tie $?eld)e aber feljr groß unt t;art ftnt, ivirt ter geübte Botanik 
fer einzelne ftörente Blül)ten wegnehmen, tatnit nid)t alle, turd) ta& 
^reffen über unt turd) einanter gctrüd't, eine unförmlidie SDiaffe bif* 
ten. 3 ,v 'f$ cn ^' c (teilen bleibentcn, bidjji gedrängten Blütjten fdjiebt 
man fleine Stücfe glattes Rapier, fo taß tie Blumenblätter ter »orte* 
ren Blül)ten nidjt unmittelbar auf tie I;arten grucljtlnoten ter bintemi 
ju liegen fommen. 2)urd> kfytcö SDiittel fann man bei gleiß unt ©es 
tult ten ttd)tejren Btül)tenftant gut unt fdjön treefnen, unt in fot? 
d)cm 3 u P an ^ c erhalten. 9SaS tie Blumen betrifft, fo l)aben eS »tele 
^>albbotanifer gerate am meifren tarauf abgefeljen, fie redjt unnatürlich 
vor Slugeu ju legen, intern fie jene auSeinanter jenen , auffd)neiten, 
umbiegen oter in il)ren, ivat;ren Stellungen jutuiteren, SRidjtungcn fkd)s 
tvücf'ein 3)od) nie tarf eine Blume am Stamme auf folche SSeife ge* 
notfoüd)tigt tverten. ($htt ijr .eS, roenn einige Blumen fo ju liegen tem* 
men, ta§ man tie %al)l ter Blumenblätter unt übrigen Blül)tenttjieile 
fo tute il;re natürliche ßage ju einanter tcutlid) feljen faun ; niemals 
tarf tieß aber mit ©etralt errungen werten; tenn ter wal;ve Botanis 
Ut eefennt leidjt aus tem äußeren Umriffe fd)cn ten Blül)tcnbau, unt) 
wenn er tiefen genau unterfud}en will, fo weidjt er ftd) eine nidit fd)arf 
gepreßte Blül;te in lauwarmen SSaffer auf, um fotann alle §l;eile teut* 
lid) ju ernennen. 2Sill man inteß eine Blül)te aufgefd)nitteu troefnett 
unt eine fold)e wirt für ten Anfänger oter weniger ©eübtern atlevtingS 
ton Stufen fein, — fo mu^ man eine einzelne Blüljte auf tiefe Sfficife 
bemäntelt, unt befonterS in Rapier gelegt, tem aufyubewal)renten 
^flanjeneremplare beifügen. SSon fetjr großem s i3ertl;e ifl e^ attd}, 
luenn man uon jeter Slrt eine genaue unt naturgetreu eolorifte 5lbbit* 
tung nebft f)iureid)ent vergrößerten ©etail^etdjnungen anfertigt, unt» 
aud) tiefe enttveter mit einlegt, oter foldjc Slbbütungen fammclt unt? 
tarauö eigene £eftc mad)t. (§6 terfiet;t ftd), taß ju teig(eid}en Seid)* 
nungen ein nietjt unbeteutenteö unt l)imeid)cnt au^gebiltcteö Talent 
jum 3eid)nen unt SMen, ivie aud) @efd)icflid)f'eit in ter £antl)abuug 
tt& SKifroffopeß unt anterer 33ergrößerungs5glafer, ljinreid)ente botam* 
fcfce 5Bcrfetmtniffc unt ein feiner'Saft in ter Siu^tval;l ter ©cgenftänte 



ö4 5Bcnt (Sinlcgeii tcv ÖJcivädjfe oter fccren 

unt in ter 2lfcfdja£uncf ter .3Si#tigfrit befohtercr 33ifoun<j$»ä:tyattnHr<! 
erfordert werten, unt taß ter, weldier tief 2Ifle6 nid)t bcjt§t, mit 2ln. 
fertigting Don wcrtljle fen 3 c «d) nun 9 ei1 °^ ne @nte nur unnü£ feine 3"* 
öerfdjwenten würbe. — ©ute 3 c ^ uuin ä cn haben aber einen ganj be= 
fontcreu SSertty, unt behalten il;n immerfort; twrjüglid) wenn 0e foldjc 
Spjlanjen mit itjren Slnälgferi tarfhllen, tie feiten fint, unt teien Stru)* 
ten fid) auf icine SJSeife troefen erhalten laffen wellen. (5s gibt nom» 
-Eid) üiele garte 33lül)teu g. $3. einige tfrtcri ter ©attung Tradescanlra 
sriele Drdjiteen, Slmomeen, giliaeeen, 2lpqci;ncen, glScleptateen, Labiaten 
it. tgl. m. weldjc fd>led)tertingy taö Qrinlegeu nid)t »ertragen, unt uid)t 
Meß ityre färben verlieren oter öera.ntern, fontern aud) fo gufennmen* 
fallen cter an einanter aufleben, taß man ftc nid)t mel;r ernennen, 
Jtod) weniger aber nad) ten innern feilen iinterfudjeh l'ann. Süill 
man alfo von ilmen für eine wijfenfd)aftlid)c Unterfudumg aufbewahren, 
fo muffen fie befonter« in eigenen weißglaftgen ^fafdjcn mit weiter 
Deffnung (Opoteltoffiafcuen, 5pul»er= oter 3"cftrglafcrn) in SScingcifi 
aufgesaugt werten, tiefer cntgiel;t ten SSegetabilien jetod) alle l;argt= 
gen 53efranotl;ei(e j. 33. tag ©ßtoropljpH, unt tie übrigen garbftoffV, 
unt tie Sölumcnc'rone Wirt turd) ten Sllfcljcl vollkommen farblos, 
turdjfidjtig, fpröte unt 'j. %l). ücrunftaltet; and) einzelne Steile ter 
23lüt)te, wie ter Rollen unt teffen 2>nl;alt öeVanterh ftdj betcutent, 
•]a felbfi tie 9?arbe fdirmupft jttweilcn jufammen unt ter ^ru$tfnetcti 
»ergießt fid) etxoaä. @iue gute 3cid)nung ' ergangt l)icr 3llle^. Solan 
l)ai gwar uedj empfohlen, tie SBiüjjten in, mit 3llann verfemte*», fettet 
£>el, aU fSRübU, 23aumbl, Odifenftauenfctt u. tgl. m. ju bringen, aber 
abgcfelien tatwn, tag tiefe <£cnfer»irmetl;otc als folebe nod) fo Sfiaris 
d)c6 gu wünfdjeu übrig laßt, ifi eine terartige 33efdjaftigung für einen 
(5>elel;rten ju fdnnierig unt gcfabrlid), ta er oft tie 51t unterfueftenteu 
%l)t'üe mit f'oftbaren 53ilterwerfeu öerglcidjen müf?, unt leidtf in @c. 
faf;r fommt, außer feinen Äleitungßflücfen nod) treuere 5öerfe, tie il;m 
öiellcidjt gar nid)t geboren, ju befd)mu(3cn. — ©cljt garte ^Jflat«en 
troefnet man eigene, intern man gwifditn il;re Ülicile belmtfam Streifen 
öon feinem ungeleimten Velinpapier oter aud) wol)l vom allertünnfren 
5pot7papier (tem fogenanuten „ 9?agler'ö 23ertru9'0 fteeft, unt fte in 
3eitungöpapierbcgen in große 53üdier einfegt J. 3). Iris, Cypripediuin 
it* a. m. Uebrigenö fann man im 9?otl;falte and) alle übrigen ©cwäcbfe, 
ein toppetteö oter treifad)eö %eituv$$papiev unt einen 23ogen g'fifßpa- 
pier gefdjlagen, in alten, fonfl unbraud)baren / großen groüanten troef* 
neu, wenn man teren l;inreid)enb beft|t, oter ter %uwadj$ neuer ^pian* 
gen fictö nur gering ifl. 33?an muß fid) jetod) tabei in 2ld)t nel;men, 
taß man nid)t tie ©ewad)fe ju nal;e an einanter bringt, alfo nidjt 
;u »iel auf ein SKal in fo(d)eö 53ud) gelegt werten, weil fonfl tie 53lät* 
ter tet- Folianten feud}t werten, tiefe fiel; fd)wer troefnen lajfen, unt 
ta^er tie tarin eingelegten ©ewädjfe leid)t tem <sd)tmmeln au^gefe^t 
f!nt. 5lud) ifl ter 2)rud in einem 5° { « ant ^ m * Qieid)mäpig, «nt 



fernerer 3n&ereitung f" r( $ Herbarium. 65 

tjejenigeu Sbeile, ivefd;e tiefer hinein t. $. lern dürfen te*J g-cUanren 
naber liegen, erhalten einen fiä'rferen 2)ruci:, als tie tem 9?ante otet 
<£d)nittc nabe liegenten Organe; fteßtregen tie oben angegebene greife 
mit einem ©etvtdjte immer Vorlieben tft. 

(§6 gibt nod) maneberlei ©etvädjfe , tvelcbc beim Srodfncn große 
*8dnvierig feiten tarbteten. .gunadjfl. foofleh nur diejenigen fpflan^eti be* 
werfen, lveldje ivegen 2Iu$fd)ivi$en6 eines fiebrigen @ummi u. tgl. m. 
gern an Idä Rapier aufleben, unt treefen ftctj nid)t ebne 23efd)ätigung 
ablefen laffen $. 53. Ahms glutinosa, Aquilegia viscosa, Azalea 
viscosa, Cerastium viscosum, Cuphea viscosissima, Drosera, Eu- 
phorbia fulgens, Euphrasia viscosa, Kitaibelia vitifolia, Lychnis 
viscaria, Madia viscosa, Ononis viscosa, Salvia glutinosa, Sileue 
museipula unt viele antcre mebr. 2>a3 einjige bte jjetjt bekannte 2Kit* 
tel tiefem tlebelftante atjuf)elfcn ift, mit 3!u£naf)me te» unten angege* 
benen GnnötcnS ter -pflanzen, fotgente* : man bejtrcut tiefe ©eiväcbfe, 
fo Nie ta6 5|3apicr, worin man (te troefnet, mit tem fo^enannten £eren* 
mebl (Semen Lycopodii ter Offenen), fcaS man nad) erreichtem ^weefe 
tvegbläfl, lvcbei atlertingö nid)t ju vergüten ift, taß einiget £ejremnel)[ 
an ten Heinigen feilen (igen bleibt. — ÜKcijbarc ©eivacbfc 3. £3. 
Miuiosa pudica, laffen ftd) rvegen te* fdjnellen 3tifammenfalten$ ter 
5*iter]blattd)en cter anterer Sbcilc ebenfalls febr fdnvcr einlegen, S)a 
tie 3iei5barfert an füblcren, feudjten Sagen geringer ifi, fo muß man 
eine ridtige $e\t abraffen, «nt fie an Ort mit 6telfe einlegen, intern 
man bebutfam mit einem großen geöffneten S5ud)e nafjr, vcrftdjtig ten 
einjulegenten Sbcil ebne ibn felbft ju berühren, fontern turd) ©re&ett 
te$ 23ud)e$ in günßige Sage ju temfefben jirifd)en tie beiten au$einan* 
ter fiebenten £alften tejfelben bringt, unt tann plö$Ud) mit tcr groß« 
ten'dJefdnvintigfeit aber obne großen Äraftaufrvant ta» 33ud) fdjließt. 
Xann erjr febueitet man ten fo eingeflemmten Sbcil ter ^3fl[an§c ab, 
laßt il;n eine SEöeile unberührt in tem SBudje liegen, bi£ ta$ Grjt&m'plar. 
tott oter tod) unbeiveglid) geroorten ift, »vorauf man e6, tvie getvöbnlid), 
umlegt. — ©ine tritte 2lbtbeiluug fdnrierig flu bebantefnter spflanflen 
bitten tiejeniijen, iveldje, (ivie tie meifien Wirten ter ©attung Erica 
unt SSerroantte, befontcrS tie in ©eroadjsfyaufcrn f'ultivirtcn formen) 
fobalt fie troefen ftnt, ibre Blätter verlieren. 5D?an bilft fiel) taturd), 
taß man tergleidjen @eroad)fe in Spiritu» taudjt; fie troefnen tann 
fcl;r fdinell, unt verlieren tie befe (Sigenfdiaft, it;re S3lätter bei tcr ge* 
ringfkn 23eroeguug fallen jü laffen. <2ie büßen aber aiid) tabei ettra^ 
»on il;rer ftatbe ein, unt tefro mebr, je langer fie im «Spiritus gercefen 
ftnt j man muß fie tcmfclben alfo nur fo viel, ati e» gerate notieren* 
tig ifi, auefe^en, unt befontcrä tarauf ad)ten, taß tie 33tüf;teu n\A)U 
vom Sllfol;ot leiten. 2)ian legt fie tann, ivie tie übrigen 5pftanjen, 
ein. — 23efd)iverltd) werten aud) foldje ©cfrädjfe, teren ©tauget IMfrS 
unt äiemlid; tief tfl, unt iveldje überhaupt turd; 3)icfe unt ©teifl;eit 
ibrer Sbeile «uf tie benachbarten, unter* oter cberbatb Uegenten, jar« 



56 «Born Einlegen ber ©en>äcf)fe ober bereit 

rcren ^Jffonjen einen febr fdjatlidjen £rucf ausüben tvürtttn, wenn ter* 
fetbe nidjt turefy tie großen $aptcrinaff«n, womit man jene umbullt, 
beteutent gcfd)wäd)t würtc. ©6 ijr ober beffer, fte befonterS emjulegen 
unt ein wenig ftärfet Ali preffen. Mand)e ©ammler jiel;en t6 M>r, 
folde erhabene Sbeile 311 fpalten, unt v>cn borgen Sbeilcn (nad) 81 uf* 
fd)ü§üng tcr einen (Seite unt 2Iusfd)älung Ui f>ol-jeÖ bloß tie SKinte 
einzulegen. @ine fcerartige jeitraubehfce Sirbeit ift turdjawS nid)t 315 
empfeblen, weil tie ^ffanje türd) eine fold)e tunfUicfoe Manipulation 
ju unnatürlid) wirö, unt) man turd) tie 9lu$l)cblung fcen fdiatlidien 
jgnfeften @djftipfwinfei tarbietet, worin fte für jal;lreid)e SRacftfonraun* 
\d)aU folgen. — ©ewaebfe mit großen SSurjeln oter mit ^wiebeln,. 
Knollen u. f. w. legt man ebenfalls befontcrS ein. Man wal;lt fcajU', 
wenn eö möglid) ijr, tie mit ten flcinfren Knollen oter gwiebeln auö, 
trenn fte im llcbrigen ftd) jurSouferüatiou eignen, £äuft'g ift e$ sor* 
tbeübaft, tie gtvkbd oter tie Knolle flbjufdjnciten, unt einzeln ^u trod* 
nen; tann muß aber jeter Sbeil ntd) etwas »cm Stängel behalten, 
ter @d)nitt fo geführt fein, taß man tie %lje\U leid)t an einanter pafc 
fen tann, unt beite Sbeilc muffen mit einer (Stiqnettt »erfeben werten, 
— 21m aflerfebwierigfien laffen ftd> aber tie ftett- unt .@aftpfJanj\en 
unt tie nieiflen gwiebelgewadjfe ( j. 33. Sedum, Telephium, Semper- 
vivum, Crassula, Portulaca, Mesembryanihemuin, Aizoon, Cactus 7 
Escheverifs, Aloe, Ornithogalum, Lilium, Colchicum, aud) Fucus, Ulva 
etc.) troefnen. ©ei ihnen wirrte man nad) ter juerfi betriebenen 
Metbote feinen gweef nur febr unöoilftäntig oter gar nidjt erreidjen, 
weil öiele tiefer ©ewad)fe fclbfi unter tcr treffe lange fort »egetiren, 
Monate binturd) grünen, tabei ööüig öerblüb'eu unt felbfl grüßte an* 
feigen (5. 53. Scilla amoena), tann ibre 33latter fallen (äffen unt fo* 
gar mit ©djtmmel unt Motcr überteeft werten. 33ci fold)eu ©eivad)= 
fen muß man »or tem ©inlegen tie gebensfraft ertötten*. 2>ieß gefd)icbt 
turd) Slbbriiben in ftetencem Gaffer, wobei man fid) jetod) wol;l fouten 
muß, cie* 83lübtcn einjutandjen oter fte and) nur tem beißen SBaffer* 
tunfi au^ufe^en, weil tiefe taturd) öertevbcn unt unfenntlid) werten; 
taber man über tie SBliibtcn, uad)tem tie spflanjcn jwifdjen ibren bei* 
ten S)rucfpapierblättern auf eine Unterlage öon Fließpapier gelegt wor= 
ten, ncd) mit einem warmen 23üge(-('JHatt)cifen fo lange bebutfam bin* 
unt berfireidjen muß, bi£ mau an tem auötringenten <&afte bewerft, 
taß aud) fte ertöttet feien. Man fann aber aud) laä Slbbrübcn, wo- 
turd) olmetieß tie J-arbe lcid)t öerbleid)t, öÖÜig entbebren, ivenn man tie 
ganje 5)3flanje, nad)tem fte 5wifd)en ibren 2)rudpapierblattcrn ausgebreitet 
Worten, »ermitteljr teß 53ügelftal;lö (^lättcifenö) töttet. 9^ur \\l 311 bemers 
fen, taß mau nie mit tem beißen ©table unmittelbar tie ^pflanje be* 
rül;reu, fontern immer ein, nad) Maßgabe ter Umfrante aud) mebre 
SÖlatter Rapier auf tie teßtern lege, ©oldje turd) ta$ Slbbruben oter 
ten beißen @tal;l getötteten ©ewad)fe feilen fdjon nad) etwa fedjö 
©tunten hum erften Male, unt tann mebre Male ade awölf @tunten 



fernerer gttöereftung f«rö ^erbartttm. 57 

in treefcneS Rapier umgelegt werten, »vett jte in ten crflen Sogen ge« 
ivcl;nltd) eine größere 2)?cnge ft-cudjtigfeit von ftd) getreu, bei verfidjtigcr 
53ebantlung aber aud) fo fd)iteu\ ja gutveilcn fdmeller troefnen, atö 
mandje weniger faftreU)en SPfUinjcn. Bei ten auf tiefe SScife bebau* 
telten ©eivadifen ift e«S aber nid)t immer mcglid), tie jarteren 23t übten* 
tbeile (befonters bei ten meiffen ' Cactus Wirten) fo ju ermatten, tafj 
tiefelbcn nod) in tem ©rate, wie bei anteren gut getrod'neten Spfxanjert, 
jur wiffenfdjafttidjen llnterfudumg täuglid) ftnt. S)a|)er man bter be* 
fonterö tarauf gu fei;en, taß Sage, (Stellung, unt Umriffe möglicbfi 
erhalten teerten. Bei mand)en QwitfalQctoaäÄin 3. 33. Sitten Ijält tief? 
fdjwer, intern tie Sperigönblatter ftd) fel;r leid)t ablöfen; ein momenta« 
neö @intaud)en in fiarfen SSeingeifl: bjlft juweilen, obne ter Blübtens 
färbe ju fet)r ©tntrag ju tbun, SQJebre 3^icbelgeivad)fe laffen ftd) vors 
trefflid) troefnen, wenn man tie 3wtfbel allein treefnet. (Sin (Sxemplai 
Von Colchicum austumnale, teffen 3^^ h^) n Minuten binturd) in, 
über tem fteutv bcftntlidjetu, ftetenten SSaflfer gehalten tvurte, obne 
taß tiefe ibre gcbensFrdft verlor, cbgleid) ibre äußere <5d)ciU jerrif, 
wuvte nad) ganjtidjer Trennung ter 3tviebel fct;r fdjb'n getrerf'net, unt 
fpater tie erfi nad; viel längerer 3 e ^ abgeworbene 3wiebel ibr Bieter 
beigefügt. <Sebr oft ift e6 aud) vertbeityaft tie Blübtert für ftd) allein ju 
bemänteln. Cactus« Blühten troefnen l;äuftg red)t gut unt braudjbar, 
wenn man ten Blübtenfiiet mit glübenten Latein getöttet, eine tüd)* 
tige 2age Fließpapier um ten ftc einbüllcnten ©ruefbogen gcfd)lagett 
Ijat, obne treffe in fyeißem ©onncnfdjeine bei febr ftarfem Cuftjuge, 
wobei nur ein fleineö ©enudjt angewantt wirt, um tie Bogen fefl$ul;als 
ten, 98er aber eine fo viel al$ möglid) voUftäntige unt red)t Qut er« 
fältelte Sammlung troefener FcUpftanjcn anlegen will, tarf ftd) tie 
3J}übe unt UnaHnel;mlid)feit, tiefe Spjianjeh mit Oel ju tränfen, ri\d)t 
vertrießen laffen. SOJan reibe gu tiefem 3wecf einen Sbeil fein pulvc* 
rtftrtcn, gebrannten Sllaun auf einem 3teibfteine oter matt gefd)lijfenen 
©piegelglafe mit einer unten eben gefdjtiffencn ©laöfeule mit etwas 
rafftnirten dübele jum unfül;lbaren Sftagna ab, vermifd)e taffelbe mit 
ad)tjef)tt bU jwafijig Steilen SRübÖl turd) tyeftigeS @d)üttcln in cinev 
$ytafd)e, gieße tie ganje SR äffe in eine fladje ©djüfifel, taud)e tavin tie 
%u bel)antelnte ^pfianje .gebeng ein, laffc tann taö Oel ablaufen, unt 
breite tie ^fHanje regclred)t auf ter einen -fnilftc eine^ 53ogenß ®ruefs 
papier, ter auf Dielen 33ogen grauen Oöfdjpapierö liegt, au$, lege Jtvi* 
fd)en tie Blumenblätter unt anteren garten Sbeilcn, reeld)e jufammens 
jufleben trotten, ©tücfdjen feineö Rapier, unt beteefe tann tie ^Jffanjc 
mit ter anteren £3lfte ter unter il;r liegenten Bogen. ^Darauf bringe 
man fte in tie treffe, unt öle ftc am folgenten Sage, lvcnn fie nod) 
nid)t l;inveid)ent Oel aufgenommen l;at, nod) ein 3JZal ein. Spat mau 
ttiel;re auf tiefe 31rt zubereitete ^flanjen unter ter treffe, fo fontert 
man tie ^Jäcfd)cn, in tenen tie nur ein 5DM geölten, troef eueren ©e» 
lvädjfe liegen, von ten anteren, tveldje tie jtveimal geölten enthalten, 



58 Sßom (Irinlegen ber ©ewäcfjfe ober beren 

burd) ein büuneS S3rctd)cn. 3?adj abevmajS »ietun&jwaöjifl, Stuntcu 
weiten ätierfi tie 511m ^weiten SJJale geölten ©ewadjfe burdigcfebcn, wo* 
bei in ter Siegel nun aüe vollkommen turd)jogeu eifcbeinen, unb in 
trocfeneä (Söfd)*) Rapier gelegt. Sollten inbefj, felbfi nad) tiefer 3 e ' f / 
ftd) tcd) nod) einige ftnCen, 3. 33. Iris Wirten, tie nid)t turdjjcgen jint, 
fo fami man nun ein für tiefen §att befonberS praparirteä Cef, aus 
süer Sl)eilen ließ gewöi)nlid)en unt> einem Steile Steinet (Petroleum) 
befteljent, auf fie fo anwenben, tag ter ganje Stängcl fammt allen 33lät* 
tern bauon turdjjogcn werten, aber tie 23lül)tcn taoon ganj befreit 
bleiben, worauf man fte abermals unter tie treffe bringt. S)ie in trof» 
Jenem Rapiere befmtlicben ^Jpattjen fd)id)tet man um, wed)felt tas feudjtc 
Rapier mit treefenem, unt bringt fte mit ten nod) burrt)$tcl)enten ©ewäd)* 
fen, jetod) wieber von tiefen burd) ein bünncS 53ret getrennt, unter tie 
treffe. Pachtern tie 5pflangen wieter einen Sag gepreßt ftnt, lege man 
aud; tie juleljt geölten, weldje jje^t »otlt'ctmnen turdjjogen fein werten, 
in trocfeneS Rapier, lajfe tie anbeten aber unberührt, unt bringe fie 
bann fämmtlid) nochmals unter tie treffe. 2lm folgenten Sage wirb 
las Sßaptec gcwed)felt, wobei tie trocf'enen ^füanjen berauSgcnotnmen 
unb in reine 23ogen weißen Schreibpapiers 001t terfelben Sorte, wie bie 
übrigen 23ogcn teS Herbariums, gelegt werten. 3luf tiefe SSeife fät)rt 
man mit tem Umlegen unb tem 233ed)feln beS «Papier« fort, bis alle 
aufgetrocknet ftnt, wedjfelt atfo nad) ten erfreu 24 Stunten, wa'l)renb 
Welcher tie Sßfianjen im troefnen Rapiere gtlegen l;aben, tiefet, naditem 
ober nur immer nad) Serlauf von 48 Stunten. 33ei tem @in; unb 
Umlegen ifi cS gut, eine gewifle Ortnunfl 51t beobad)ten, weld)c tarin 
befiel)*, tag man eifienS nad) tem jeteSmaltgen Oelen taS übrig biet* 
beute Ocl in eine ^y(afd;e jurücfgiejjt, tamit es beim näd)flcn ©ebraud) 
wieterum in terfelben tüd)tig umgefduittett werten fönne, unt zweitens 
fcaS Rapier, welches man jur Unterlage ber ^flan^cn beim Linolen 
biefer benutzt, fietS von tem anteren, weldjeS 511m Srccfnen benimmt 
ifi, gefontert halte, aud) tiefes nid)t einmal mit tem Rapiere verwed)* 
feie, weldjcS man jum Srccfenen ter nid)t eingeölten ©ewadjfe antuen« 
bei. 23ci mehren troefenen 25lumen, weld)e bie \yaxbe »eräntert haben, 
fann man tiefe baturd) berftellen, la$ man auf unl unter tie Vßlu* 
men* ober ^crigonblätrcr ein mit frarf vertünttter Salpeteifäurc (be* 
frel)enb aus einem Steile teS gcwöl)nlid)en öertauflid)en SchciteiüafferS 
unb jcbn bis jwölf Steilen SSaffer) gehäuftes 331ättd)en ßofdjpapier 
legt, fanft auftrücft unb fo ungefähr fünf SWinuten liegen läßt; nur 
barf baffelbe nid)t tie grünen Sbeile beriil)ren. Sft bann tie natürliche 
g-arbe turd)gangig wietergefehrt, fo fd)lägt man tie Spflanje nod) ein* 
mal in frifdjeS ®rucfpapier, weld)c$ nod) mit 5wei bis trei 33ogen 
£öfd)papier umgeben ifl, unb bringt fte auf einige ©tunten unter tie 
treffe. Einige wenige ©ewad)fe verlieren ungeachtet aller biefer S3or* 
februngen tie garbe il)rer 23lül)te', fold)e mu$ man, wenn man fte wie* 
ber fammelt, fo fdjnett als nur irgenb möglid), troefnen laffen, unb, 



fernerer BnbwtiimiQ ftirö jperbartum. 59 

wenn man tann, tiefen Slft auf folgende SKeife 311 befd)teunigcn fud)eu. 
Wlan neunte frifcf) gebrannten, nidjt an ter Stift jerfaßenen, fpntern 
ätjenten galt, jerfroße Um ju einem fetnfb'rnigen v .pnber, unt fd)ütte 
tieß in papierne 53cutcl, weldje man au$ weißem $)rucfpapier anfertigt, 
intern man einen 33ogen teffelben in ta$ ^olioformat jufammenfoMagt, 
unt runt um mit Seim oter Älcifler tidjt betriebt, an einer paffenten 
Steile aber einen, einen falben ^oü langen, @d)li(j läßt, turd) ten 
man fo »ief galt I)ineinfd)üttet, taß tiefer, glattgefhid)en, ungefähr 
eine, einen 5Sierteljotl ftarfe Sage bittet, vorauf man tic Oeffnung 
»erf'lebf. liefen überall glcid) Ijeljen Äalfbeutel legt man auf ein Spreß* 
bret, tarauf bringt man tie fd)nell ju treefnente ^ftan^e mit 1$ ter litt* 
terlage, beterft fte mit jrnei 33ogen Cöfdjpapicr, worauf man wieter eine 
fo eingeridjtete Äalffdn\tt bringt, legt tarauf wieter in »orgetad)ter 
SSeife eine ^flänje unt fo fort. %Ran preßt aliStann tiefe ^pfilaM^cn 
nidjt jtarf, unt fteijt fd)on nad) einer ©tunte nad), ob fte trod'en ftnt, 
unt wenn tteß nod; nidjt ter galt ijr, in nod) furjeren Raufen, ta* 
mit fte nidjt üerbrenuen. @eljr faftreid)e ^flan^en »erlangen bcteu= 
tentere -ßwifdienlagen ' t>en Rapier, tamit nidjt ter galt eine große 
S^'ify entwicfele. — 2luf tie eben angegebene 91 rt Kiffen ftd) außer ten 
%ttl* unt @aftpflanjen aud) fafl alle übrigen ©ewäd)fe zubereiten; 
tod) werten ftd) nur wenige S3otanifcr tamit abgeben wollen, unnötig 
mit £>el um^uge^en, weil tajtt eine ängfflidje 23orftd)t erfortert 
Wirt, unt trolj terfelbcn tennod) 6d)ateu angeridtfet werten fann. — 
(§6 nnrt übrigen^ cinleud)ten, taß man tie ©cwädjfe nad) ter verfdue* 
tenen öeljantlungtfart, weldje fte verlangen, am beften aud) in »crfd)ic* 
tenen SprclTen trod'net, alfo tie gcwöljnltdjen, feine ©djwierigl'eiten bei 
ter ^"^rcitung tarbietenten ^flanjen aufammen in einer, oter je nad) 
lein turd) tie 2)?enge Ijerüorgetufenen 23etürfnijfe in meieren ^reffen, 
tie JÜ'notlengewad)fe unt große 3^iebeln in einer anteren, tie SöajTcr* 
pflanzen wieter in einer antern, tie J-ettpftan^en unt ätynlidje ($>e* 
wädjfe nod) in einer antern treffe. 

$yrüd)te, weld)e wenig öoluminöS ftnt unt ftd) leidjt troefnen laf» 
fen, legt man mit ter ^Pflan^e fetbft ein; fold)e, weldje ftd) jtuar taju 
eignen, allein gern auffpringen oter ?erbred)en, unt tabei iljre <§aa* 
menförner leid)t »erlicren, legt man l)albreif ein; tagegen fcljr volttmt* 
nufe, faftige, fleifcbige, weid)e, reife grüd)te, weldje auf tiefe 21 rt nid)t 
untergebrad)t werten lönnen, fammclt man befonterö. ©roße Äapfeln, 
nidjt fieifdjige 9?üffe troefnet man, unt üerwaljrt fte alötann in lcid)t 
»erbuntenen ^ucfergläfern, in tie man ^tücl mit tem tarnen ter Spfian* 
jenart unt ter 3eit, wann fte eingefammclt werten ftnt, beilegt, ^ylei* 
fd)ige %xüd)te, mit frleifd) überzogene 9?üffe u. tgl. m. l;ebt man in 
SBeingeifl auf, unt fügt ein Spergamentblättdjen bei, weld)es Tanten ter 
2lrt, 3eit unt Ort ter Grinfamtnlung, unt garbe ter Oberhaut aufge* 
fd)rieben enthalt. S)te ^lafdjen, weld)e »on weißem, blafenlofen ©lafe, 
unt mit einem $otfpfrcpfe ^ermetifd) gefdjloffen fein muffen, erhalten 



60 f8om Grinfegeit ber @ett)ad)fe ober bereu 

eine mit ©ummiaufTöfung anjufle&enbe ©tifette, wcld)e nur tic bota* 
uifdjen §pjTatijenitamcii angibt. 

®ie nidjt auf ©lasplatten gefammelfenSUgen erweid)t man wicter in veU 
netnSSaffer unt fangt ftc unter SBaffct mit ©lasplatten auf, wcld)e man mit 
tem Rapiere, auf taS fte für immer femmen fotlen, burd} 23cfeud)tung bc« 
tedt hatte. SDJan breitet fte unter 2Ba|Tcr mit £tlfe fhtmpfer Latein auf tent 
Rapiere fo auS, tajj ftc il;re natürlidje ßage erhalten. <2o laßt man fte 
trotfnen, wobei tie 2llge ftd) feft an iaä Rapier anlegt, IcßtcreS aber 
nad) tem Ürocfnen öon tem ©lafe leidjt abgeteilt werten rann* SSitt 
man tie 2llge in ter J' ^ 6 untcrfudien, fo wcidjt man fte im SS äff er 
öon Vettern ttom Rapiere los. ©cl;r jweefmaßig ifi eß and) Heine 
©tücfe frudjttragentcr Slfgen auf f'leine weiße @la?platteu aufmfau* 
gen, wetd)e rein, »ollfoinmcn turd)ftd)tig, cl)ne ©dwammen uut> 23lafen 
flnt, unt "Die mif'roff'optfdje Uuterfudnmg gu jeter 3^it geftatten. SDian 
betedt ftc mit feinen, tagu l;ergerid)teten, ©litnmerplatteu, wetd)e man 
bei ter llnterfudjung gar nid)t abjttneljmen braudjt, unt) laßt ftc fo 
troefnen. SMefe fo betedten ©(abplatten legt man, wie aud) tie, weldie 
«tan mit fcen feineren Sllgen gleid) an Ort urtt> ©teile öerfeijen l;at, 
tem Herbarium bei, wo man fte gehörigen OrteS entweter mit ©tegels 
lad 5 ober nod) beffer mit >papierftrcifett befefHgen f'anu. SMefe Rapier* 
fketfen flebc man aber nidjt mit ©umuiiauftöfung über, fontern fdnieioe 
fte an jetem Grnte auf beiten «Seiten etwas ein, unt flappe tic Gntten, 
fo weit eS ter ©djnitt gulaßt, jufammen, ungefähr fo; 



• ! '■ 



lann fd)neitc man in tie rcd)te £alfte tcS 53ogenS, worin taS ©e* 
tv\id}S ju liegen fowimr, paralietlaufente @infd)nitte, weldje ter (gntfers 
uung ter @tnfct)n.tte »on cinanter ben 5?apterftreifen unt ter ©reße ter 
jufammengcfalteten ©nten ter lederen entfprcdicn. S)urd) tiefe in ten 
Sogen angebrad)ten ©d)lirjc fred't man tic jufammengcflappteu Otiten ter 
«papierftveifen, jiebt fte auf ter antcren 8cite, fo weit cS gcl)t, Und) unt 
faltet fte wteter auseinanter. ©iefe auf fold^e SSeife »oltfommen be* 
fetfigteu 5papicrftreifen muffen in l)inreid)enter 2litjal;l unt üon l;itireu 
djenter ©röße unt gtarfe fein, unt frettjWcifc überciuanter gu liegen 
kommen, weil fonfl taö ©ewidjt ter ©laötafeln fte turdjreißen würte. 
2>ic 23afi"ermoofc, SOJarftüareen unt ©l;aren bemäntelt man wie tie 
härteren p|ianeroganifd)cu 5SafTergcwad)fe, tie ^arenfrauter, g^fopotien, 
tic meiften ®d)ad)tell)alme, Santmoofe, Sebermoofc unt ftledjtcn aber, 
wie gewöl)nlid) tie etwas jarteren Cantpflanjen. SOfel;rc an etwaö freien 
etanbörtern beftntlid;e Sftoofe, Cebcrmoofc unb §led;tcn ftnb jcbod) in 



fernerer Rubere trung fori Jrper&artum. .6 1 

fcer warmen SatjreSjeit tvo matt tie meifren £erborifationen anfWlt, 
turdt tie ©onnenwarme fo auSgctrocfnetj taß fie mefjr cter weniger un* 
fenntlid), oter tod) wenigfrenS fel)r $erbrcd)lid), gewerten flrtt. €ie 
muffen tann öor fcem Einlegen in 5Saffer efngeweictjt et er tamit be» 
geffen werten, woturd) fic iljre natürlidje ©efralt, $arbe wnt 23iegfauv 
fett ivieter erhalten; unt erfl nad)tem uiatt -taS etwa 31t viel eiitgefo* 
gene SBaffer turd) untergelegte Fließpapier, cter turd) fanfteS 3)rücfcn 
givifdjen jtvei £öfd)blattern wieter entfernt l;at, werten fie auf feie ge= 
wet;ulid)e, eben befdjriebene SSeife unter tie treffe gebracht, erhalten 
aber, wie tie übrigen fri;ptogamtfd)en ($ewad)fe, nur einen S)vucf »oti 
ad)t bis jelnt 5J3funt). — 2>ie meiften üpüje unt @d)wämme laffen ftd) 
niemals umjcrfeljrt oter unuerfarbt und fenntlid) längere 3 f it treefen 
au fbewal;ren; tal;er muß man ftd) mit Slbbiltungen unt) @pirituoferi 
bereifen, ©od) aud) im SBeingeifl galten ftd) beiweitem tie wenigjten 
fo, laß fte jur Unterfud)ung tauglid) blieben. 2Ser ftd) taljer mit il)ncn 
fpejieller befd)5ftigen will, muß fte taljer in, mit v gebranntem SJlaun 
Verfemten, S^übote oter in §a(g gefotten, auf betrafen. ®iefe ©onfer* 
öirmetfjöte ftntet man weitläufig auSeinarttergefe|t in Cütertcrf f'S. 
@d)rift, betitelt: „2)aS Sluftrocfnen ter spfknjen für'S Herbarium unti 
tie 2lufbcwal;rung ter ty\ii,e." 3Da mir t)iefe 2Hetl;ote nie felbft er* 
probt, unt> gewiß nur wenige Sefer unferS (SonferttatorS ftd) mit ter 
3?aturgefd)id)te ter fpilje fo innig befreundet haben, and) ®ela$ genug 
befreit, um eine fo öiel Siautu erferternte (Sammlung aufjtifteÜ'en; fo 
glauben wir tiefen §f)cil ter Spflangenfammlungen, nad) Jpittweifung 
ter tafür ftd) 3"terefjtrenten auf taS oben genannte 23ud), übergel;en 
jit turfen. 

@S bleibt uns in tiefem Kapitel nod) übrig, über tag Srocfnen teS 
inter^pretTc gewefenen 5}JapiereS ju fpred)en. ©ie Stillegung eines brauet)* 
baren Herbariums würte für tie Steiften ju f'oftfpielig werten, wenn 
fte tie Sogen ®ruef* unt Fließpapier, worin Spflangen getretf'net wor= 
ten ftut, 11öC ^ jetem einmaligen ©ebraudje als nun unbraud)bar weg- 
werfen feilten. Sttan fann jetod) taS Rapier mel)re 3al;re l;inturd) 
cl;ne ten gcringften 9iad)tt)cit benutzen, wenn eS tie aus ten tarin ein* 
gefüllt gewefenen Sprangen eingefogene $tu4)tigfeit wieter abgegeben 
fyat; man braud)t eS alfo nur 31t troefnen. 953er ntd)t über einen l;ins 
länglichen Raum gebieten fann, um taö beim Umlegen l;erau6genoms 
mene, feud)te 5)3apier an einem Orte, weld)er ten nötl;igen Suft^ug t;at, 
ouSjubreiten, ter fann ftd) taö ^reefnen tiefe» SpapiereS ungemein ta=» 
turd) erleichtern, taß er je »ier oter fünf jufammengetjbrente ©ruef* 
cter F'U f ßpap^iccgen öermittelft einer @d)nur an einer ter Hinteren 
©den jufatnmenl)eftet, unt tann an tiefer «Stelle einen @d)Iuvf on* 
bringt, weit genug, um einen fyöljernen €>tab turd)|tecfen ju fontten, 
SJuf tiefen fann man nun, »ermittelfi ter Sd)lüpfe, tie ^ufammenge* 
hefteten Sogen fel;r leid)t in ter Entfernung »on einem bis ^wei 3ott 
wfatyMt «nt tann <tn rtn geöffnetes ftenfter fangen, »m tos Rapier, 



6*2 Von ber äußern u. tnnern Einrichtung beg jperbctriume. 

wetdjeö auf tiefe SSeife weniger -Raum wegnimmt, ju treefnen. ©ollte 
tie Stetige te$ 5papier$ ftd) fo anlaufen, taf5 man mebre ©täbe nötbig 
t)at, fo ifi ein ©cfrell au$ jwei fcnfred)ten, mit heitern $u$t üerfel;enen 
Satten, in weldjen £öd)er jum (Sinfdjieben bei Sred'enitäbe angebracht, 
unX) tie ferner nad) eben mit unten lind) Querlatten öerbunten unt 
befefiigt $nX>, febr nüj-slid), weil man auf temfelben eine grojje ÜJienge 
Rapiers* t uim Srocfnen aufbänden, unt tie gattje Vorrid)tung an einem 
mit binlanglidjem £uftjiige öerfebenen Orte uufftellen fann. Sft ^ a $ 
fyüpiex ganj sjollfemmcu treefen geworten, aber üielleidjt nid)t au 
allen ©teilen binretdjent glatt ober eben geblieben, fo fann man tarnt 
nod) ein Uebrige^ tl;un, intern man ei in tie 5p reffe bringt, c6 mit be= 
beuteuten ©ewidjrcn oter febr großen Steinen belafiet, unt fo be* 
fdjwcrt einige %a$c in ber Spreffe laßt. 

£ri'tre$ ßapitel. 
Won an äußeren unb inneren €inrtd)tttttg brs Herbariums. 

ipat mau fidj enblid) überzeugt, tafj tie oingefammelten spftanjen 
fd)ön treefen, tretet- »cm ©diimiuel befallen, nod) fdiwar^ getvorten 
ftttt — nur wenige Spßanjen werten beim bloßen Srodnea ol;ne weitere 
Vorbereitung, jetetjeit fdnvarj 3. 53. Cytisus nigricans, mel;re Sitten 
»on Melampyruui, Monarda didyma, Ociuium basilicum, Orobus 
niger, Salvia officinalis, Salvia patens, Spartium scoparium unb 
tgl. m., inxl ttc9 fann mau größtentbeite öerl;üten, wenn man feldje 
®ewad)fe furj uor beut ©inlegen mit tem unteren Sbeile ibretf ©tau- 
get in eine Slußöfung öon einer tlnje Qllaun unt einem ©ran ©alpe= 
ter in fed)» llnjen Gaffer ftcltr, fte aber ntd)t viel über einen Sag tarin 
laßt, weil fte fonft auf eine antere 5Seife ibre natürlidje Jyarbe veran* 
bern, — fo nimmt man fte au£ ter treffe, mit bringt fte in tas> ei* 
gentlid)e Herbarium. 2>iefe$ legt man im Sleufjercn fclgentcimafjcn an: 

3utn aufbewahren ter gctiod'neten spflanjen nimmt mau ein gu= 
te$, weißet, glattes, ftarfetf, aber ntdjt ju tiefet (Sonceptpapier ton gro» 
fjem gorinate, fo tap tie bann ,ju legenten ©ewädjfe überall s>on tem 
llmfange te» Spapicreö mintefienS einen ^oü entfernt bleiben, unb tie 
Stänter ber spapierbogen fid; ringsum genau fd)liefjen; tenn taturd) 
werten am befien ©taub unb Snfef'ten abgebalten. 2Da$ Rapier muß 
eine gangbare ©orte fein, 0011 ber man nid)t erwarten barf, bafj fte 
nad) Verlauf einer furjen 3 cit uid)t mebr angefertigt werbe. Itm ganj 
fkfoer ju gel;en, fauft man aber gleid) einan gan$en Vorratb, wenigftenS 
eiuen Saiten, unt t?erwenbet biefj Rapier auöfdjlie^lid) jum ^)erba* 
dum. @ö verfte^t ftd) »on felbjr, la$ las Rapier gleidjmäpig befdmit* 
ten fein mu$. 

Seber JBogen erhalt nnr eine 5pflanjen*5orm, gleid)öiel o& Slrt 
ober Varietät, unb in ter -Kegel aud) nur ein Grremplar, Von kleineren 
©ber blü^tenarmen 5pfiqnjen tann man iebod; met;re in einen S3ogen 



$on ter äußern it. tnnern Gfinridjfimg beö Jperfcarimml. 63 

bringen; nur türfen nie tie ©eivadjfe auf einander gelegt werten. Jpat 
man alfo niedre <Srem)>lare der turd) ^erfdmeiten einer ju großen 
SPftatiie meine Steile tcrfelben, fo muß man fte titrct) tajwifd'eit ge- 
legte l;a!5e 33ogen öon etnanter fontern. 3/iefe l;albe 33ogen legt man 
in ter «Reget frei ein, fcod) tfi e£ beffer, fle tuvdj 3lnjt;eften, im SNou)* 
fall aud) turd) SlnHeben mit vergifteter ®uuimiauf|ßfung, $u befefrigeu« 
@» l)at aud) fein ®ute*, wenn fammtlidie <S>ercäd)fe nid)t frei in tte 
53ogen ju liegen fommen, fontern tarin befeftigt werten, nur ift jeteö 
SlnHeben oter ^efUeimen af6 l)öd)|r jwedfwttrig ju »erbarmen, weil tte 
©ewadtfe fcaju ta ftnt; um unterftntt ju werten, ongeHebte Csrrmplare 
aber tie Unterfudnutg erfdjweren oter uumöglid) madjen , mintefienö 
fceim 2lbnel;men leidjt »ertorben werten, mit außertem turd) ta$ 
©umtut, teu Ceim oter Äleitfer tie räuberifdjen S"feHf»i nux "cd) 
mcl;r anjieljen. kleinere ©eroadjfe legt man tatjer jete£ in eine Äapfel 
öctftunnem Zollpapiere, weldje leidu L ut offnen ifr, unt mit ten ©den an 
ten 33ogen feftgenäl;t oter fefrgefkgelt ift; größere ^fran^en werten »er« 
mitteilt ^apierftreifen, tie ten <2tängcl um f äffen oter fefU;altcn, auf 
tie im üorigen i?apitel bei ter 53cl)antlung ter tilgen angegebene SScife 
befeftigt. @injelne Blumen, fleine $rüd)te u. tgl. m. werten wie tie 
Heinen ©ewaeöfe in angenähte Äapfeln gebrad)t, unt eben fo »erfährt 
man gewöl;nlid) mit treefenett, reifen ©amen, wenn man tergleidjen im 
Herbarium aufbeben will, tod) muffen tiefe verber nod) einmal in 
Rapier gefüllt fein. -Dian legt taju gcivblmlid) 35riitetoHa»blätter ter 
gange nad) tcppelt jufammen, fneift tie gängäranter toppelt um, fo 
taß tarau» eine %utt wirt, tie nur nod) an ten beiten ©nten goffuet 
ifh 2)aun fnifft man tie eine @'cfc te$ einen (§nteö fo um, taß täö 
taju geberige <8tütf teö toppelt umgelegten £äng<?rante6 ter Jute auä- 
wentig ju liegen fommt, unt gleid)fam einer Seifte al;iilid) ftel;t, fyinter 
tie man nun ten antern 3'Pfcl teffclben Grnteä legt, woturd) tie Sitte 
auet) auf tiefer Seite feft uerfdileffen ift ; tarauf fdnittet man ten Sa* 
mm ein, ftreid)t tie lütt tvteter ettvaö h"ad) , unt yerfd)ließt aud) tie 
le^te Oeffttuug gerate eben fo wie ta$ erfte @nte, unt fdjreibt entltct) 
ten 2lrtnamen auf, fo taß eine foldje »erfdjlcffene «Samentutc ta$ 51ns 
fefjen ter l)ier folgentcn Slbbiltuugen l;at. 



64 2>on ber äußern u. inner« Einrichtung beö Jper&ariumS. 
=■;"_'■ -Cbcrfcite :""! 

Semina Chclidonii majoris. lecta 
BeroHtii. die 16. mens. Jiinii 18'k3. 




V 




\ s Xtnterfettc !"" 




Chelidonium inajus 
i : «/. 43- | | 




©iefe Samentüten tverten nun enttüeter, ten allgemeinen übttdjen 
93orfd)riften jwfolfle, nod)mal6 in ^apfeln gelegt, tie man an ten .£>er* 
fcariumbogen befefligt, öter man fdjiebt fte jtvifdjcn jnJei nalje aneinan* 
fcer gebrad)te parallel laufende Spapierjfreifcn , tveldje in ter 3>{id)tung 
ter 23ogeut)öl;e befefligt fmt, uni) aus tenen fte nid)t »on felbft beraub 
faden tonnen, (©ollen tie Samen ü;re ^ettnfäl;igteit nid)t »ertieren, 
fo muffen fte l)üb\'d) troefen eingelegt werten; ted) Dürfen fte nur an 
freier £uft getroefnet unt nie einer SBärme »on meftr aU plus treifjig 
(Brat ter 3teaumiir'fd)eti Sfala au»gefet|t Worten fein. 8egt man fte 
nicljt troefen ein, fo fd)immeln fte, verlieren taturd) ihre Äeimfal;igjfeit, 
unt jlecfen feie getroefneten ^flau^en an, tveldje tarnt aud) turd) ten 
Sdjimmel ganjlid} öerterben werten. 

S5ic Herbarien Jjabeu febr gefal;rlid)e feinte an mehren Käfern 
ttnb ^aferlaroen, unt einigen antereu Snfeften, weldje tie ©ewadjfe 
tnwentig jernagen, fo ta§ fte in ©taub jerfatten; uamentlid) gehören ta* 
t)in tietiefe weiße Sföate te6 Anobiuni pertinax unt Anobium paniceuni, 
ferner Ptinus Für, aud) tie Sarben ter Speljfafer (Dermestes Fellio"), 
fcann tie gemeine SKotte (Tinea pellionella), taS 3ucfergajrd)en (Le- 
pisma saccharinum), unt in geringerem ©rate tie fogenannte Rapier* 
Uw& (Troctes v. Psocus pulsatorius). £>ie übrigen Snfeftcn werten 
fd)on abgehalten turd) ten ungebinterten Zutritt teö gidjteS, turd) öf* 
terö gematteten Ouftjug, turd; l;inreid)ent fefteö 3ubinten ter $a6citei r 
öcrjüglid) aber turd} fyauftge» Siadjfebcn unt fieifjigen (Debraud) te$ 
Herbariums, fabelt ftd) Snfef'ten einmal in »erwabrlofte Sammlun* 
gen cingeniftet, fo tji e£ äufjcrfi fdjwer, fte bötlig ju bertiigen, unt alle 
erfl tann gegen tiefelben angewantten d)emifd)en @onferbatiom>mtttel ft'nt 
utijttlänglid) ; mandje unter tiefen — unt jivar tie am meifien empfot;* 
Jenen — ftut felbft für ten, ter eine tamit bemäntelte Sammlung be« 
nu^en will, gefabrltd) oter ten $Pflan$en nacbtbeilig. ©arum tfl e$ 
Keffer, tie aderige «Sorgfalt auf fein Herbarium fdjen w>n fceffen 



35on ber andern u. itmtrn (&inrid)ttmg hei Jper&ariitniS. 65 

@rrid)tung an ansuivenben, bannt jene Hebel nidjt über taffcJbe fem* 
inen mögen. Um tie fduiblidjeu Snfeften fd nidjt ftd) einnifien ju taf* 
fen, fonbern fte fd)on üon fern ab-jüi)tflren, lege man Heine Streifen $Pa* 
pier, feie mit einer, fetg'e'nfeerma^en ju bereitenden, ©albe befinden fmb, 
ju jeber ^Pflaitje t TOan reibe eine llnje Oued'ftlber mit einer Unje 
arabifcDem ®ummi unt etma& Gntveiß fo lange in einem fteinerneu 
Dörfer, bis ade Ouedfftlberrugelcben garijlid) »erfdjttmnben ftnb, fü'cfe 
bann nod) eine 2)rad)me Laudanum liquidum (Tinctura opii crocata 
tev Pharmacopoea liorussica) nebft ehvai Dampfer, Serpentin unb 
©ajeputöl l)injii> unb bringe tä burd) Reiben jur ©albcncouftfrenj. Sföif 
tiefem ^rafeiVattöe bfftreid)e mar. gan^e S3ogen Schreibpapier, laffe fte 
bann trodnen, unt» jerfd)neibe fte bjernad) in lange, fdjmale «Streifen, 
iveld)c man neben bie spfranjen legt. 2Bem bie Bereitung tiefet 9)<it* 
teU gcfätjrlid) fd)eim, ober auä fonft einem ©runbe (aftig ifl, lex rann 
ftd) baffelbe iii jeber 2Ipotl;efe nad) tiefer 23orfd)rift anfertigen laffen, 
unb braudjt aud) tue Spapierflreiferi gar nid)t mit. bloßen ganten aiv 5 u* 
faffen, fonbern bediene ftd) la^u einer ^injette. 2>eu Cungen trüb bieß 
fein jertljeilte ^raferbatio nid)t fd)d'b(id), ta ei fefl ifr, unt man e£ nidjt 
tid)t unter tie s J?afe jii bringen braudu. 23on allen bteljer empfohlenen 
(SonferöationSmitteln fdjeint eS taS befte ju fein, nur tarf man ftd) nie 
auf tiefet Mittel allein »erlaffcn, fontern mu$ aud) tie übrigen oben 
angegebenen 23orfduiften beobachten, lvenn man fidjer gelten n>it£. §Jußer* 
tem ifr eS nod) fel;r ratl)fam, in ten l;eißen ©otmnertagen tie tyaddjen 
fee$ £erbarium$, rceldje tie (Gattungen ober tod) tie tlnterfamilicn 
(@ippfd)aftcn) enthalten, einzeln auö einanter unb auf Uretern, an 
fid)ern Orten, ter 3"fll u ft tttvaä äiiägefe^t} in tie <3onnenfiral;len $u les 
gen, rcoturd) bicllcid)t eingefogene 5eud)tigfdt entfernt, unt tie etwa 
eingefd)lid)enen Snfcftcnlorocn u. f. f. »ollent^ gelobtet werten. — Grht 
nad 1 tiefen 23ocfduiften forgfaltig eingerid)teteö unb erhaltenes £erba« 
rium l'ann ftdjer S^rljunterte Jn'nturd) »ollfommen braudjbar unt in 
gutem 3 u ßanbe bleiben. 

Seber 35ogcn erhält auf ber 9Iußenfeite, uugeadjtet jebel in b'emfels 
ben bcfmtlicUe »Pfianjenejremplar mit feiner eigenen (Stiquette öerfeljen 
ifr, eine pafiente 2luffd)rift. ®ev ividuigfte %t)t\i terfelben ifr ber rid)* 
tige botanifdje 9?ame, tveld)er bat)er mit etwas größeren 23ud)fiaben 
eben an gefdjrieben ivirb; barauf folgen in einer anberen Sinic unb ein« 
geflammert bie fonfi nod) jiemlid) allgemein übltd)en ober liblidj geive* 
fenen botanifdjeu tarnen öon ginne'* Reiten an, unt tann bie beutfd)en 
unb in ben benadjbarten gänbern gebraud)ten tarnen, fo iveit man biefe 
nid)t au6 SBiidjem allein, fontern au$ ber Sprache teö S3ol( : e^ f'ennen 
gelernt l;at. ©nblid) lommen nod) tie eingaben über 23tül;te= unb 
^•rudjtjeit in len »erfd)icbenen Satjreh, in meld)cn mau bie betreffenbß 
%Lti beobachtet bat, bann bag 93aterlanb, unb bei feLncreu Sliten hie 
<o?xfd)\t§ihm ©tsntiJrts .- an- : b?n?n man fte felbfi g'efn'ntenä Slnßer« 
Dem tarn mn no^j ^xti '.'■ - in '^ :a ein* @cfs tes; ©og^MjSlft« — ca 

5 



66 üßon ber äußmt u. irntent (Jüiridjtiuig fccä £erbaviu«n$. 

ifi gleid) »icl in ivetcbe, nur muß man taju für immer rnüpetaj; tic 
linfc oter für immer tie rcd)te benu&en, nidjt ober batt* tiefe, balt jeuc 
nehmen — ten Hainen t)«ö 2SclttbeHe<> , iveldjcni tie 5lrt angehört, 
fd)reiben, unt »or tenjenigen botanifd)en Siamcn, iveldicm man ten 
23orjug gegeben l)at, ein jlclji.enteS £reu$ mad)cn, »venu tie 5frt in tcr 
92abe t-eS töol;norte£ (oter in ter 5)3roöin$) tc$ S3efw)en3 urfprünglid) 
»iß), ein llegentcSSvieu} aber, trenn fie in großen 3Ji äffen angebaut oter 
»ertr-iltert »orfommt, ein ©tcmd)en entlieh, nenn fte nur in Chartert 
©ter ©eivädjSbaufern gejegen tvirt. SDem Slnfangcr, jutveilen felbft tem 
©eübteren, mirt c$ tnandjmal febiver eine ^ftauje genau ju beflimmen, 
tveil fie entiveter einer »on jtvei oter mel;re febr nahe »envantten oter 
rcobt gar itentifchen, aber in 23üd)crn att »erfdneten aufgeführten, oter 
nod) nid)t fd)arf genug d>ai-aftcvtfirten Slrten oter (Gattungen angcl)cct, 
oter »ielleicbt nod) ganj neu t. I;. gar nid)t berannt oter bteber mit 
antern gönnen »cnvecbfclt ifi, oter entlieh in tcr @egcnt, n>o man Ü;r 
begegnet ifl, früher nod) nid)t gefunten, unt taber auch nid)t in tie jutu 
beflimmen benuljte Flora oter Chloris aufgenommen trotten ifl u. f. f. 
3n tergletcben galten trüd't man fein Petenten wegen te$ rid)tigcn 
Sßamenä turd) ein gragejeieben au6, 2lud) betient man fjeto teffelben 
3eicben$, trenn man wegen tc$ SSaterlauteS oter J-untortefS einer nid)t 
felbft gesammelten ^pflanje in 3 n,c 'f c £ ifl- Crin 9lu3mfung£jcid)en hin- 
gegen beteutet, je nad) tcr ©teile, tie e£ einnimmt, taß tic betreffente 
SPflaMe von tem, ter tie 5lrt juerft richtig benannt hat, felbft beftimmt, 
oter toeb öon tem 23efi£er mit ter gleichnamigen ^pffanje tetS £crba* 
riumö te$ SftamengebcrS i>erg(jd)en unt aU »ollrommcn itentifd) befnn« 
tun Worten ifl; oter taß man ta6 einliegente Spfjanseneremplar an ter 
genannten Stelle eigenhantig gcfammelt bat. 3. 23. ? Elaphomyces 
granulatus Fr. fjeißt: c£ ifl ungewiß, ob ter Spil^ wirflid) ju ter ge* 
nannten 2lvt unt (Sattung gebort; Elaphomyces? granulatus Fr. würte 
beteuten, taß man fcaran jwcifeltj taß tic fonft rid)tig errannte 2lrt 
tiüiflid) tem genus, Elaphomyces beijujablcn fei; EJa, homyces gra- 
nulatus ? Fr. wäre öicUeiebt uidjt tiefe Slrt, fontern ctiva Elaphomy- 
ces muricatus Fr-', entlich Elaphomyces granulatus Fr. ? würte be* 
teilten, taß ter vorliegcnte fpilj unzweifelhaft teifelbe ifl, iveldjer in 
einem 23ucbc ati foldjer au6fül;rlid) befchrieben ifl, ta| man aber ten* 
nod) ©ruut hat 51t bejttcifeln — etira iveil ftrieö feine ^3efchreibung 
in furj geliefert hatte, fo tag tiefe noch auf eine antere §Jrt paffen 
fönnte oter aueb taö feine töefcbreibung in einigen fünften »on ter an« 
teren, aus fübvUcb/cren alnveid)t. — taß ter in jenem 23ud)e befchriebene 
«pilj wirflieb teifelbe ifl, n>eld)en grieö fo benannt l)At. Elaphomyces 
granulatus Fr.\ Ijeifu enftveter, tciß man taS ©jemplar unter tie* 
fem Spanien »on $xie$ felbft erhalten, oter ta§ mau t& felber nad) 
$rie$'S Sammlung j^eftimmt hat. ^fanjöftfcb = S3ud>^ofg ! aber betcu* 
let, taß man felbfl tie betreffente ^fianjC tort gefunten i)at. Hut 
tergleicben mehr. 



2?on ber äußeren u. üineru dütn'cfjfung bc# .$fr&ni'üim$. 6? 

5£ie »oKfiautige »uffdjrift eines S3cgenS lvüvte balKr nad) folgen* 
lern €d}e»na $u entwerfen fein: 

Europa. 

t ; ;§tell&&l'ia media Villars. Delph. [HI.6I5J1 et Engl. 
„Bot. [t. 537. j! 

„(=Alsine media Lin., Lk.! Hayne [Arzeneigcvv.il. t, 4?}i 
,,= Aisine vulgaris M önch. ? = Stellaria Alsine Dav, Dietr. 
„[Flor. Deuisclil. i, t 45]? — QJiierc, Sßogetmeier, in bei- SOZarl 
„23ranbeuburg! .£>ü bn erbarm, in Sbüringen ! SJeaufebarm, in 
„Sacbfen mit am 9?bcin! Stern m i ere, in Söaben! SSogelmtere, 
„in Dfipveußen ! SÄttr.8! SDiecflcnburg! S^ü bne rbiß, in •D?ed'(enburg, 
jfältmmt, Thüringen, Sadifeu, ©tl)(cftnt uno Oefkeid)! 53 o g e 1 45 v a ??, 
„in <2dm?aben! 23ogelfraut, in pnj ^reußen, ©actifeu, 3?iecf(enb.uvg, 
„23aben! Stemm i er e unb <S t er 11 E v au t, in Siidj.ernJ 

„Cfr. Kunlh. Fora Beroiinensis, I. 131. 

„Patria: Per totain Europam ubique frequenlissime. 

„Fioret totum per annum!"' 
£)ber : : 

jjAmerica meridionalis. 

*.,AloyslsS, citriodora Or teg.; Lk. [in horte regio 
botanico Berol.J ! 

„(— Vejbena triphylla L!Herit — Lippia tripli. Kth. — [gl* 
„tronenbuftenbe] 21 H 9 f.i a ', im Sdjöneberger ©arten!; [per tat - 
„uifebe] ^itronmetiffe, in mebven ^Tivatgarten 23cfün'» 3, §3, 
„bei 5p. *3oud)e u. 21. m.!) 

„Patria: Peru, Chili etc. — Exempl. cuK. Berol. in tepidar. 
..horti Schindeliani. 

„Floret: menss. Majo, Junio, Julio, Aug., Septbr. 18421 April. 

„ad Septbr. 1813!" 

£>ie %3o$en, wrldje tie ju einer ©attung gehörigen ^ftanjen ent* 
galten, weiten zufammengclegt, unb erhalten einen gemeiufcbaftlidien 
Umfd)iag son ebenfo großen ooer ü\va£ größeren, farbigen (beßbl'auen) 
ttwaä fteiferen, -})apierbogen, nteiebe aber ebenfalls für ta» ganje Jpevs 
barium nnr öon einer ©orte fein bürfen. 2hif tiefe Umfdjlä'ge fdu'fibt 
man mit großer Sdirift ten 9?amen ber ©attung, unb bemerft barun- 
Ut mit deiner 6d)rift bie bekannten Synonymen, wie aud) bie Blaffe, 
Drbnung u. f. tv. beö natürlid)en unb be» ginnäifdjeu SyjkmeS. 23e* 
fiebt eine (Gattung nur auä einer 2ht, fo muß fte beunod) biefen Um* 
fcljiag befommen; ift }le aber an Sl-vten febr jabireid) unb Heftet man 
^epväfentanten aus mehren Unterabteilungen (Untergattungen) einet' 
folgen, fo erhalt jebe terfelfcen ibren befonberen llmfdjlag, auf ive(d)em 
neben bem bevorzugten ©aitinigSnamen, mit berfelbrn Sci)rifr, aber in 
tyatanü]c\e, ber 9?ame beS subgenus angegeben ifr. 3. S3. 



Gö fßon fcer äußern it. irntcrn (Sinricfyrmtg be3 Jperbavium*. 

..SiyelmKs (Agrostemma Lin.) 

„Polypetalae. Cary ophy llinae. Sileneae. 

,, Decandria Pentag" yni a." 

2)ie (Gattungen werten nur nadj einer gewiffen 3?eit)efelge, tie ter 
Anfänger nad) einem ter beteuteutcieu fyfiematifdie« SBcrfe (etwa 2)c 
(Santotle'S Prodromus systematis Regni vegetabilis, Äuntl;'ö 
Synopsis plantarum oinnium hueusque cog'nitarmn, dlei d) enb a d)'tf 
©pfrem te$ $Pftan$enwid)e$, Äit'tel'i» Ue&erfe£ung »on 51. Rid)art'i 
©runfcrifj ter öetanif, Grnfclidjer'i» genera plantaruin, Cinf'e 23e* 
arbeitung &on SSilltenow'» Ärauterfunte oter tgl. m. ) einnehmen 
mag, nad) Familien, tiefe *u günfteii); tiefe tarnt nicter nad) 
Ordnungen, unt entlid) nad) Ät äffen unt Greifen jufarmmeh« 
gelegt. ®a» ganjc J£)erbai-ium tl)eilt man tafln nad) tiefen natürlichen 
Abteilungen' in l)öd)fren$ üier gofl flarf'e gaöcifel; eS l)ängt Dabei »ou 
Ter (Drcße teS iperbariunrö unt tein Umfange jener- natürlichen (Gruppen 
ab, üb man für jete 5 am ^' e c ^ n ' 3 un f f e * n eigene* ^ä&tfei benimmt. 
3Dtejj ifi in jetem ^-alle taö 3 a,cc f m ^'äf^/ nur lVfnn eme ^awllie gu 
artenretd) ttf, unt» taS tafür bestimmte ^yaöcif c( frarfer aU öier 3*^ 
würbe, mufj man tamit, je nad) tem 23etürfntflfe, jwei, tret oter mel;r 
ffflappen füllen. %cX>eö ftaäcitel erhält eine ®ecfe oter Sftappe, weldje 
auy jwei ftarfeit platten öon ^appe, ulii ein SßentgeS größer alö tie 
33ogeu Uä f)erbar.ium$ , beflctjt: unt jete tiefer Rappen ifr mit fedli? 
ftarfeu, leinenen 33äntern (einem an jeten ter ruberen, gtvei an jeten 
ter längeren Kantern) öerfeljen, tieldje tenefl ter {weiten Spappe soll* 
femmen entfpred)en, unt turd) iDeld)e bette beeret, nadjtem man givi* 
fd)en fte tie ju einer ^amitie gehörigen spfknjenerempfare gattungS* 
weife gelegt ijat, fefr auf einanter gebunten werten', faft nad) 21rt ter 
3eid)nenmappen OPortefeuillcf). 

5Die gauje Sammlung nimmt entlid) ein in Querfad)er abgeheilter 
©djranf, ter tie im Slnfange teä öorliegenten 23ud;e$ unter ten allge? 
meinen Regeln angeführten (Jigenfd)aften fabelt mufj, oter blof? ein in 
£}uerfad)er geseiltes ©eftell ein, auf teffen 53reter tie ^asctfel ebenfalls 
nad) ter angenommenen fyfrematifcfcen SReiljefolge aufredet fo neben ein* 
anter gebellt werten, tafj feine spjknje fo ju fagen auf tem i?opfe 
fret)t, unt tie Rüden fammtlid)er ©attungSumfdjlagc nad) 93orn t. I;. 
anöwart^ gefeiert fmo. ®cn S^eil \ttU ftatiiUtfr, wcld/cr in tem 
@d)ranfe frei nad) 2luj5eu flel)t, öerfte^t man turd) tyntieben an tie 
Snnenfcite te£ linfen 2)ecfclö mit einem l;'eröorfre{jenteh %ettel, \vcld)n 
ten mit großen 53ud)fraben gefdjriebenen tarnen ter 3 im f f °^ ctr ^amtlie, 
utä tie mit kleinerer Sdirift gefd)ricbenen bauten ter Unterfamilien 
unl ©attungen in terfclbni Reihenfolge, in weld)er tiefe in tem ftae* 
eitel )äc\l geortnet liegen, enthält, woturd) la£ 2luffud)cn fel;r crleid)^ 
Uti Wirt. Sic ^(ügeti^iifen tec 6d)ranfeö muffen faft immer offen 
).ctuü, um ter £uft befferen 3 u 3 an 3 s u öevfdjaffen, fte ftut aoer »oua 



SSßit fcenj. &anmt. hMcfje b. fycrb. ergänzen. G9 

ßic^ten Stufen, trenn taS ffimmer gereinigt wirt. Gnu Mfoflcö ©efrcU 
ol;ue 23ant unt Sjjüren ifl nidjt fo empfei;(etu>werü), Weit ter @taitb 
jtt leidjt l;ineingie{;t; miutefrenS muß e6 gegen &*h übergroßen 3 U * 
traug tefjelben bei ter Reinigung tcS ftimmevä fcurd) einen l;inreid)ent 
großen, faltigen 33orl;ang von letztem ^eitgi gefdjütjt wetten; and) tür* 
.fett tie greifet nie $u nal)e an tie 2Sant teä ^immerö- gcn'icft wer* 
ten, weil tiefe immer mel;r ober weniger feud)t ifi. Green fo fd)ätlid) 
ifi ec, trenn man in £a$ unterfte find) teö <®d)tavite6 oter d>efiette£ 
feine Sammlung bringt, tveil ftd; ta ter ©taub am leidjteften fammelt, 
tie feuchte 8lu$tünjrung rom etwaigen <2tubenfd;euern tieSpflanjen fetw 
fduteH unt in großer SDJenge erreid)t, unt entlid) tie $antl;abung ter 
greife! and) unbequem ift. SJiandje 53otanifer glauben it)re ©attim- 
lung nidjt aufred)t l;infreKen ju Dürfen, treu fie meinen ©efaljr 3U lau* 
fen, taß Heine ^pfianjen ron iljrer ©teile gleiten oter beim SGBegneljmen 
ter ftaäcltü ganj herausfallen würben, unl ireil jte, trenn fte tiefe fefter ju^ 
fammenfdmürten, jartere Steile ter ©etrad)fe leid)t jerbredjen tonnten« 
53ei Befolgung unfercr obiger SBorfdtlägc ifl cö aber ganj unmög(idj„ 
taß nur eine 'ißftanje herausfalle oter auf eine fdjätlictyc SSeife i#ren 
^3lfl| rcrantere; tenn alle (Sremplare ftnfc pinreidjent befefligt. Slber 
felbfl, trenn tieß Severe nidjt ter galt iräre, fo trürte tennod) mit 
feiten etwas aus einem gaScit'el fallen fönnen, treil tiefer tod) fletS fefl 
genug gebunten trevten muß, fo taß jenes unmöglid) tritt, wobei im- 
mer nod) riel taran fel;lt, taß tie g-atkifel ^um 33erbiegen oter jßerbre* 
d)en einzelner spftanjentl/eile jufammengefdjnürt trorten träfen. ®ai 
Slufredttflelten ter fta&citcl erleidjtert aber tie Ueberfidjt ter @amtn* 
lung, erfortert weniger 3 c it beim £erau<5nel;men einer ÜJZappe, \veld)e 
beim Siegen üon mel;ren anteren beteeft fein trürte, unt gewährt c.nDliÄj 
tem ^tin^ einen beffern Slnblicf. . 

2>a» leer gebliebene unterfte £yad) teS ^ffanjenfdjranfeS oter dk* 
fietleS tarnt ©lafern mit troefenen grüdjten, oter einer ipoljbiblioitjef, 
oter großen ^upferwerfen, oter reinlid) unt troefen gehaltenen botatti» 
fd)en ©eratl;fd)aften, aU Spflänjentrommet, ÜJieißel, ^fianjenfpaten mit) 
tgl. m., oter entlid; tem troefenen §papier&orratt) überlafjen werten. 

33ierte6 ßayiteL' 

Von tenjeniöeit j&ammlungen tottir pfimt3?n oter äb$tftotbettex |it"lon- 
icnH)nie, tnetdje trie Herbarien frgttitjeit. 

55on foldjen »pfianjen oter 5pfjanjentl)ei(en, tre(d)e in iperbarie« 
nidjt jur Unterfud)ung taugiid) erhalten wetten tonnen, unt teßtsalö 
in 5-läfd)d)en mit SCBeingetft aufbewahrt werten müfjen, i;abcn wir fd)0tt 
nebenher in ten öorigen Kapiteln gefprcd)en, unt jugleid) temerft, taß 
tiefe <Sonferrirmetl;ote jur Qe'n immer nod) tie $wecfmäßigfte unter 
ötlen tenen ifl, weldje tie 5lufbewa|rung naflfer ©ewäd}öfammlungen 
ium ©egenfiante l;aben, obgleid; jene an großen Mängeln leitet, befott* 



10 So» fccnj. ©rtmml. tobtcr ^flanjftt ober atcjeftorbcner 

terS allen öegetabtlifd)cn Steilen il;ren ^yarbeflcff entjirljt. Sit trielcn 
gaffen erhalten ftd) jetod) feie SpfJanjenfafbcn im 2Seingeipc beffer, 
nährt mau temfelben e>tn?as »•evtiinntev Salpctcrfäure unt eine fc^tr gc* 
tinge Qrättität dampfet Jttfe^t; in atttereu fällen, tvenn man tl)« 
turd) Sllaunauflcfung uevtünnt; jetod) läßt aud) tiefe 2>ietl)ote nod) 
fci)r »icl ju tttanfdjen üövig.* 

(Sine t»cn 2iebl;abertt tjäuft'g angett-antte 2)?etl)ote ©etvädjfe ju troef* 
neu, fo taß tiefe iljre ©eflait unt <yarbc, überhaupt il;r natmiid)eö 
STnfeljen behalten, nn'iroe für ten 3Jiann »on 2Biffenfd)aft »on Stufen 
fein, ruetut eine fo jubereitete Sammlung niefet einen ju großen 9?aum 
einnähme. 3jieücid)t formte eS aber Demant einfallen, einige wenige 
ausgewalzte ^ftanjen, ivcld)e ftd) nid)t bcfontcrS gut auf antere SScifc 
erhalten (äffen, troefnen ju wollen, fclbfi auf tic ©efafr l)tn, taß er 
ftc nad)l)n mci)r jur ßimmeroerjterung als ju wiffenfd)aftlid)en Unter* 
fiidjungert benagen unkte. ®cßl)alb mag tic naljere Zugabe tiefet 
©onferöariottSmerljote t)ter eine Stelle finten. 

SD? an fteeft tie abgefd)uittencn jjweige llt1 ^ Blumen, möge man ftc 
ftujeln oter in Souquete, SVänje u. f. Ku jufammeugebunten, troefnen 
ivoüen, öorfteu einen cter einige Sage tu eine 2lufiöfung öon einer Unje 
$liaun unt einem ©ran Salpeter in feefaö llnjen SBaffer, tiefe 2)2 i* 
fdnmg befeftigt, tvie wir fd)on yon »orfrer wijfcn, tie färben; wenn 
man fte jetod) ju lange tariu ftel;en läßt, fo »eräntern ftd) tie letzteren, 
unt tjtlkctfy Wirt) fielet, Dielet blau, gclbgrüttltd) u. f. w. — -2Sovt)ei' 
muß man ftd) einen ganä feinen 23afferfant jubereitet t)aben, taturd), 
taß man öon tem jarten ^fesfant aus Jlüffen unt 53äd)en eine Öiian* 
ritat teS atlerfcittförnigfren fo lange mit reinem SSaffer abgewafd)en 
(gefd)lemmt) l;at, bis tiefes öon allen ertigen feilen frei, ganj l;ei'l ablief, 
worauf ter Sant, forgfältig gegen ©taub betp:al;rt, tollftäntig getroefnet 
wurte. Spat mau alfo i>on tiefem ©ante »crrättjig, unt t)aben tie 
-liftanjen lauge genug in tem SSaffer geftanten, fo nimmt man einen 
ter ©roße ter Blumen cntfpredjenten r/öljemen haften, bringt tarin 
eine terbe 2aQt Saut, unt fe(3t nun jcie einjelncn Slumen oter taö 
S3ou.(j.ü'et mit ten Stielen in tiefen Sant, laßt tann, intern man 
tie 7 ©ew.äd)fe fleljent erhalt, unt tafür forgt, taß webet SBlatter nod) 
53lül)ten aus tl;rcr Sage l'ommen, laugfaiu yon jenem ©ante fcurd) ei* 
nen engiöl^vigen S;rid)ter tergcfralt um tie ganjen 6tängel unt 3?tt'il;ten 
herumlaufen, taß tiefe »on allen Seiten tamit umgeben iverten. Tlan 
lyat tabei befonteiS tarauf $u adjten, taß man nie el;cr Saut auf ir= 
gent einen 5l;eil üön £)btn laufen läßt, als bis tiefer Sb)cil eine gehö- 
rige Unterlage Don Sant evl;alten l)at, intern er ftd) fonfi nuter* 
natürlid) jurücfbiegen rrürtc. 5)urd) faufteS Sd)üttetn an tem ©efäße 
öerl)tttet man, taß ftd) irgeutroo Stufen bitten, 5lm forgfalttgjlen müf= 
fett Äranje bemäntelt iverten, lveldic man an ^ateu aufhängen muß» 
Spat man fo taS ganje ©efäß nod) ein par o'i^g»" breit über tie 
©liibten mit Sant gefüllt t fo fe£t man e* in einen Reißen Ofen, in 



fflau^ntljeüe, rotlcfje tie Herbarien crgäujcu. 71 

welcüem et wenigßen£ 24 Junten oter langer bleiben muß, tatnit tie 
93flan$en gehörig auetreefnen. SBenn tieß gefdjeljen tjr, f© fd) littet man: 
ten Saut fcorftdjtig ab, unt blafl ten etwa nod) anfangenden weg oter 
entfernt i£m mit einem £>aarpinfel* «So getroefuete spfianjen werten tit 
©ladfajfrn aufbewahrt, tie man wo§l an tie 9&ant Ijangt. Xtt 
Sonne aber am?gefe£t, blcidjen tie g-arben ungeachtet ter getroffenen 
93orfel;rungcn tenncd) au$ t 

23on größerer SSidjtigfeit für ten gelehrten 53ctanifer, ten 8anfc* 
mit gorflöfonomen u. f. w. i|l eine fyolfiibliQttyU SSflan läßt ftd) tia^u 
von jeter £ofjart ein Äaftdjen in S3ud)form mad)en, an welchem tec 
fUMen immer tton ter natürlichen Stinte te£ 23aumeö gebiltct werten 
muß,auf weld)e mau tie Gniquctte wie ter 23ud)btnter auf ten ©inbant 
etneö 33ud)e$ ten litel liebt; tie Seiten unt Der Sd)ttitt muffen aber auä 
£ang = unt Querl;olj befreien, taß man aud) uad) ten öerfdjietenen 
Sllter te£ 23aume£ unt ter tarauS l^errüljrenten 23erfd)ictem)eit fceö 
<£>ot,$ei? wat;len, unt an £>oublctten fitd) poltren (äffen fann. SSemt 
man nid}t fo große Stücfe t>at, als ta$u erforterlid) fint, um taö ges 
wal;lte gormat tyerjufreHen, fo (;ilft man jtii) wotyl turd) 3u\ammenku 
men, oter laßt ta$ #afid)en bloß fourniren. 2>a$ $aftd)en öffnet ftd) 
mit einem Sd)ieber, unt fann inwentig tie getroefneteu Sölatter, S3lü^ 
ten unt grudjte te$ $3aume», tie il;m fd)ätlid)en Snfeften in U;rert 
s>erfd)ietenen auftauten, Sdjwamme u. tgl. m. enthalten. %m befreit 
legt man aber für tergleidien ©egeufiänte eigene Sammlungen an, 
weld)e fcauerl;after fint, unt begnügt ftd) tautit, in jeteS 2htd) ter 
^cljbibliotbeE einen Qtttel mit näheren eingaben über ta£ Stücf ^>ol| 
ju legen. ®te Sammlung wirt nod) infiruftiöer, wenn au<\) JMelleiii)t 
minter fd)ön, wenn man nod; non Käfern jerfreflfene oter turd?bol>rte 
ipoljflücfe, wie fte 9ca£eburg im Sejete feiner 9?aturgefd)idjte ter §crfl* 
tnfeften £>flt abbitten taffen, in tie 23ibltotr)e(: aufnimmt. 



Dicol. Polypetal» Thalaniopet. 73 



Heberftcfjt ber in Qeutfdylmtb \mlbtifaä>icnbei% 

Pbanevv&anii&en ^iiüi^enfamüun mib 

(BattnnQen ')♦ 

dvflei Stalltet. 

Pie naturltdjcn spflanjeufamllten JScutfdjlanto. 

(SKit 2(uSfct)tuB bcr Är«ptogamcnO 

I. DICOTYLEDOXEAE. 

1. Polypetälae. S3luf)ten in ber üfegel »olffiänoig, 
23 1 n m e n frone »iel&Iättrtg. 
A. Thalainopetälae. 23lul;ten untevflanbig (b. Ij. S3lil^ 
tenfjüllen nia)t bem @ i e r fl c df e a itfgeiv ad; fenO 
A. (gnfroeber metjre, getrennte Gncrftörfe, jeber etnfelne 
grtffeltragenb; ober mc&re 3U einer lappenförmtge 
grüßt rerroad)fene Onerftöcfe, jeber Sappen griffet* 
tragend; ober ein einfad)cr Gnerftod* mit einem ein* 
gigen, fettlidjen, ©amenträger. 



•) 3)icfe Ucbcrftdjt fonnte md)t ganj nad) bem natürlichen Spffcme georbnet 
werben, roeil angcijenbe SSotanifcr barin einige (Sdjnrierigfeitcn gefunben 
Ratten. 3)ie 3lu$einanberfe£ung ber gamüten iß faft ganjlid) nad) \ ber 
Safe! in ber trefflid)en Synopsis Florae Germanicae et Helveticae 
(1843. pag. LllI — LX.) gearbeitet, weit in ü)r bie ©egenfä^c ber 
(Sfjarafterc ber ücrfd)tcbcnen gamtlien fo ftarf unb flar rjeroortreten. 
UcbrigcnS featte id) bie aufgenommenen 126 Familien feinesroeges für 
gleicfjn)rrtf)ige (Sruppen, unb eben fo romig bie fjicr befolgte 9ieil)efolge 
berfelben für eine natürliche Slnorbnung. 3>ic (Gattungen finb nod) nad) 
bem 2tnnäifd)en ©»fteme, bem einfanden unb t>erftänbtid)ftcn für ben 
Anfänger, georbnet; jcbod) ift augleid) überall 9\ütffid)t auf l>a$ natiir^ 
Iid)e ©Aftern genommen, unb in ben Drbnungen finb niedre natürliche 
Sruppen 3ufammengeftellt roorben. 31 ud) ift es ja befannt, bafi einige 
klaffen unb Orbnungen beö ©eruatfyftcm« wirflid) 3ünftcn unb Sa* 
milien ber natürlichen ©pfteme r-otlfommen entfpred)cn. 51 ud) I)ier bin 
id) in ben meiften gälten ber oben genannten Arbeit tfoer/ö gefolgt; bod? 
tjabe id) öfter« bie (Gattungen anberö georbnet, jumeilen anbtr« beftimmt 
unb ttircn Umfang erweitert ober befdjranft, je nacfybcm ti mir nötfiig 



74 Dicot. Polypetal. Thalamopet. 

1) .Smment'rorte. regelmäßig. 

a) Äelc^ blattet frei, niefct am ©vuntf verwarfen. 
©taubfäDen l;9poa,i?ntfd). 



fdjien; enblid) finD mefjre fdjmierigere ©enera unt> fofdjc, rotldje üorjug$# 
weife als (tnpifebe) 9tepräfentanten fcer Familien, ju Denen fic gcl?örrn. 
Dienen fönnen , faft mit Söefcftreibungen ftutt furjer 3)iagnefen uerfetjen 
luorbcn : fo baß iä) boffe, btefe UeberfidU roirb Den £efern, befonbers 
Slnfängern, nid)t unaullfommen fein, jumal Da niedre Sloren einer %a» 
belle jur 35eftimmung Der ©attungen entbehren, anDere nur mit roenifl 
iiberfict)tlid)en, oft fe&r Dürftig auöge|tatteten unb Den Anfänger roie De« 
©eübteren ermiiDenDen, analuttfdjen Tabellen uerfeben finD. diejenigen 
Sefcr, roeldje baö ßinnc'fdje Suftem nid)t im $oöfe baben, mögen iirt) 
merfen, fcaß Die Dreijcbn erften klaffen ^flanjen mit 3nütterblüfjtcn mit. 
freien gleid) langen ©taubfdbcn — Dicfe (inD ivo()l aud) bter, aber nur 
rein sufällig, ucn ungleicher Sa'nge, unb nie roie in Der rienebuten unb 
fünfzehnten Älaffe geftellt — enthalten, nad) Der Babl Der Staubgefäße 
unterfdneben unD georDnet worben finD. Geben fo finD Die OrDnungen 
in Diefen klaffen nad) Der 3aöJ Der «Staubit-ege ober ^ifttlle (roeiblicber 
jDrganc) georDnet, wobei ju bemerfen ift, Dag man 3unäd)ft auf Die Sin* 
jabl Der §rud)tfnofen (Juanen, ©icrftörJc), wenn aber nur einer vor* 
|anDcn ift, auf Die Safjl Der ©riffel, unD wenn aud) von Diefen nur ei« 
ner Da ift, auf Die 9lnjaf)l Der Starben, bei Slufftellung unD 33egrenjung 
Der Örbnungen SKücfficbt genommen bar» 35te oievjeijnff nnD fitnfjebntc 
klaffe roirb aus ©eiväcbfen gebilDet, Deren 351ii()te fiel) nid)t allein Da* 
Durd) auöieidwet, Dag regelmäßig jii'ei Durd) iljre Stellung genau be* 
ftimmte «Btaubfäben Etiler finD als Die übrigen, fonDern Dag aud) Die 
anberen 23lübtentbeile unD Die $rud)t eine eigcntbümlidie SBilDung »eigen. 
3)ie fed)S.;ebntc, jiebenjebnte unD ad)tjebnte klaffe werben Durd) mef)r 
c-Der weniger mit einanber ,3U einem ober mebren 33ünbeln vermacfcfenen 
©taubfäDcn djarafterifirt, roäljrenb in Der neunzehnten klaffe Die «Staub* 
folben ( s Jlntberen) mit cinanDer ju einer ÜRöfjre verroaebfen finD. 3>ie 
©ewäd)fe Der [iebenjebntrn unD neunjcbnten klaffe jeidjnen fid) aud) 
nod) Durd) anDere febr auffallenbc, von Der &>lü£)ten* unD grud)tbilDung 
bergenommene, 3)icrfmale au$. 3lud) Die jwanjigfte klaffe, wüi)t Die 
?Pflan$en umfdjliefjt, bei Denen Die «Staubgefäße mit Dem ^iftille ner* 
wad)fen (inD, ift i)infid)tlid) Der abroeidjenDen Söliibjen* unD Srucbtbtlbun» 
gen merfmürDig. 3)iefe jroaujig erften klaffen entbalten ©ewäd)fc mit 
Switferrdübten, unD wenn männlid)e oDer meiblid)c 33iül)ten vorfommen, 
fo ift bieg nur ausnabmemeife, Durd) SBerfümmerung. 23ei Den folgenDen 
betten klaffen Dagegen ftnDen (id) regelmäßig nur eingefd)led)tige (Difti* 
nifd)e) 23lübfen, unD jwar finD in Der einunDjwanjigften männlid)e unD 
weiblid)e 23 1 ü fj> t c n auf einer unb Derfelben ^flanje, mäbrenD fie in Der 
jireiunD3tvanjigi'ten auf verfdiiebenc ®eiväd)fe vcrtbeilt finD. ®ie Drei 
unDjiDansigftc .fflaiTe, weld)e Durd) taö Seifammenfein ron IjermaöbroDi. 
rifeben, mannlid)en unb meiblidien 23lübfen auf Derfelben ^fianje äjaxaU 
reriftrt »vurDe, tfr aufgelöft morDen, unD ibre ©dttungen (3. ®. Acer, 
Parietaria, Atripiex u. a. m.) l)at man unter Die uorljergebenDett 
klaffen r-ertbeilt. Stod) ift ju bemerfen, üa§ Die altein in klammern 
eingefd)loffenen Siffern binter Den §amiliend)arafteren unD vor einigen, 
nid)t »on i)iagnofen gefolgten, ©aftung^namen auf Die laufenDe 9Tu- 
mern Der ©attungen, Die binter Den ©attungä* oDer ©rubpendjarafteren 
unD mit einem tarnen in klammern gefd)(offenen 3iff<rn in Der Slnal^fe 
Der (Gattungen auf Die laufenden Siumern Der gamilen fid; bejie^en. 



Dicot. Polypetal. Thalamopet. 75 

1. Berberideae. ©auerfcome. StlaWt, fcer ?!ntl;erenfäd)er »on ter 

Safte nad) fcer @pi£e auffpringen^ (118. 303). 

2. Ranunculaceae. 3?a nun fein oter £al;uenfufje. ©tau Mol* 

beu in jtvci CänßSri^en a\teivar$> aüffpringent). (438. 444 — 46)» 

b) $eld)bläuer mel;r ei) et »ueniget- mit emanier v>env>ad)* 
fen. 

3. Crassulaceae. ^y e 1 1 p f t a n 3 c n. ©taubfafcen fo öiel ofcer toppelt 

fo öiel alt SfronfttWStti*; fcem ÄcW;j angefügt. (132. 133. 299. 
401—410. 793). 

4. Rosaceae. 3£ofen, ©taubfaten jrcaugjjj oter met)i', tem $eld)e 

augeivadjfeu (407 — 8. 426 — 433.). 

2) 2?lument'i:one unm-;elma|?ig. 

5. Resedaceae. £öaue. Seid) Meibenfc. ©taubfatm jfoolf bte öier 

unt ßtvanflig. (409). 

6. Papilionaceae. © d)metterlina,6blül)t er. Seid) abfaUcnfc ofcer 

»erroelf enfc ; jcl;n weiß fciafcelpfeifd)* ©taubfäi>en, Crmbrijo ge* 
fiiimmt. (576 — 612). 

7. Caesalpinieae. i?eld) äbfaKene ofcer t>n*iuel.f eit)D ; jel;n ©taubfäcen; 

(gmbrpo gerate. (202. 368.) 

ß) £)uarium einfad); jro-ei üfcer nicfjre & er SBanb ooer 
fcen ©d)eit>ctva']ifcen anflew ad) fe«e s }Hacenten. 

1) Eocolle regelmäßig, iner.blatfr.tg. (Cruciflorae.) 

8. Papaveraceae. 3JioI)ne. ^eld) jmeibjatirig. (128. 434 — 436). 

9. Cruciferae. Ar cujb lü t)t e r. Äeld) »ierblattrig; ©taubfüten fed)<5, 

tetratpuamifd). (512 — 569). 

10. Capparideae. kapern. JMd) öierblattrig ; ©taubfaten fed)<5 ofcec 

meljr, nie tetrattmamifd). (437). 

2) ÄocolU regelmäßig, fünfblattcig. 

11. Cistineae. (Sifirb'Sd) en. fitld) fünfblattrrg , fcie fcrei inneren 

§3lattd)en im 23lül;tenr"nopfe um eiuanter getrebt. (440—41.) 

12. Droseraceae. ©onnent i> a ue. Svetd) fünfblättrig, 23lättd)en im 

SMü&tenfnopfe jiegeftadjförmig; ©ame faljl. (297. 301). 

13. Tamariscineae. Samar Ufern $eld) fünfblättrig,' ©amen bt> 

Ijaax}. (291. 565.) 

3) Slumenr'rone regelmäßig, mit fetyr. vlden 2$lumenblätteni. 

14. Nymphaeaceae. luwm ein. Blumenblätter allmälig in ©taub- 

faten ubergetjenb. (442 — 443). 

4) 23lumenr\'one unregelmäßig, 

15. Fumariaceae. ^)ol;ltvur3e. ßdd) jrüei&lattrig ofcer fdjlcnl ; Staub* 

gefafe fedte, fcie fraget in jwei gegenfttintige Sünfcet mwatyfttu 
(573—574). 

16. \iolarieae. 23eild)cn. $eld) fünfblättrig, ©taubgefäfje fünf, frei 



76 Dicot. Polypetal. Thalamopet. 

c) £>parium einfad), mit f reidftänMgen Srui&t&lättmi. 

1) £eld> im 2>litl)tent'nopfe flappicf. 

17. Malvaceae. Rappeln ober Stocfrofen. Staubgefäße cinbriitrig. 

(568. — 723. 

18. Tiliaceae. gingen. Staubgefäße frei cter fafl öielbrütrtg, l)t>* 

pogonifd). (-139). 

19. Rhainneae. SSegfccrne. ©taubgefape an lex SDZüntung teö 

$?clä)e$, t>oi- fcie Äronenblatter gefreut. (193—195). 

20. Lythrarieae. 5BeiSenri36d)en ; SSeiSevidu. Staubgefäße auf 

lex Stütytyxtj »on gleicher ecer tcppelter 5ln$ai)l feer Ä'ronenblät* 
ter. (504. 406), 

2) Äeld) im 25lül)ten£nopfe 3teaelfcacbföt:mig ; 25lume.nt'fone 
unregelmäßig. 

21. Balsamineae. Springf vauter. Äe(cl) Jtveiblartriij, abfällig. (188), 

22. Hippocastaneae. 9?oßt* afl an ien, Äeld) fünfjübnig. (314), 

3) 2\eld) im 23Iül)tenl'nopfe stegett^cbfctmtg, einblättrig, ge^ 
3ar;nt; Äcrolle regelmäßig, 

23. Aniygdaleae. pflaumen ofcer Steinobfl. Staubgefäße tem 

$eld)fd)lunfce eingefügt. (415 — 18). 

24. Sileneae. helfen. Staubgefäße untenveibig, l)auft'g mit lex 53lu* 

menfrone in eine fcen Stetnpelfiiel iiberflettenfce 9?er)re $>envad)fen 
(294. 378 — 83. 399). 

4) £eld) im ;glul)tentnopfe 3tegelbacr;förmig, rief QttytiU obit 
mebrblättrig ; 2\rone ttgiil&t* 

a) ©ierftoef cinfäßeri/j. 

25. Terebinthaceae. ©ierjtocf eineiig. (284. 787). 

26. Portulaceae. 23 urg ein. (Sierfroct - ineljreüg; fteld) jweiblattrig. 

(24. 405). 

27. Alsineae. 23ogelf rauter. Grterfroct; öieleiig; field) tvci = bis 

fünfblattvig; Blattei nebenblattlcS. (1S9. 389—398. 

28. Paronychieae. ©icrjlocf öieleiig; $eld) fcrets bis fünfblattvig; 

«Blattet mit tredeut;äutigen Nebenblättern. (102. 198 — 200. 
292. 293). 

b) £)»arium mcfjrfadKrig ; Staubgefäße Btetöritörig. 

29. Hypericiueae. 3 obannisfräuter, £avtl;eue. (613 — 4), 

c) Sicrftocf mcfirfa'djcrigj Sfatiögefajc am Cärunce ctnbrü* 
öerig. 

30. Lineae. Sinnen. (Steijfrjef ad)t* bi£ get)nfad)erig. (131. 300). 

31. Oxalideae. Sauevfleee. Qnerficcf fünffäcbevig, fcic^adjer mebi- 

eiig. (400). 

32. Geraniaceae. &xa nnenfd) na b el. ©ierflocf fünffäd&erig ; ftacbes 

jröeieiig, in lex reifen ftruajt einfamig. C556 — 7). 



Dicot Polypetal. Thalamopet. Calycop. 77 

d) Ouarium metjrfädjerig; Staubgefäße frei; Griffel einer. 

33. Acerineae. Sporne. Sld)t Staubgefö^e, fünf Sk&xiiviplatitx; 

g=vud)t ätveiflügeüg, in jtvei gefd)(offene, mißartiije, meijt einfamige 
$yrüd)td)en ftei) trennent. (345). 

34. Empetreae. 9iaufd) beeren. Staubgefäße fedjs; $?ronenblatter 

trei; ein ©rijfel. (779). 

35. ViteaesAmpelideae. lieben. SJSJet lue fünf v>er tie 23lumen* 

fronblätter geffrUte Staubgefäße. (190 — 191). 

36. Celastrineae. 23ier bis fünf mit ten Äronenblatfern ablved)fclnte, 

auf ter perh oter l)i)pogtmifd)en, meifl fcem $eld)gruttte ange* 
ivad)fcnen Sd)eibe freljenten Staubgefäße; tie 23afts tes" $eld)eö 
an SDev $rud)t bleibent. (192. 290). 

37. Rutaceae. bauten, Staubgefäße fünf, ad)t oter 3 eint, auf "Dem 

IjupogüuifcOett, tem Äeld)e nid)t angeii>ad)fenen, ©isfat» fkl;ent; 
Blumenblätter fünf oter «oier; Blätter nebenblattlos\ (326. 263), 

38. Zygophylleae. Bürjeltorne. Staubfätcn jet;n, untenueibig; eine 

unterreeibige, tem $eld)e nid)t angeivad)fenc, gefe.rbte Scheibe oter 
fratt terfelben gefonterte ©rufen ; Äronenblatter fünf; Glättet mit 
Nebenblättern. (367). 

39. Monotropeae. SSaltro ur je. 3^» oter ad)t Staubgefäße, i)ie^).ilfte 

abivcdjfelnö aus lern @iufd;uitte tev ten ©runt tes ©ievftccfeß 
umftel;cnten ©rufen entfpringent, tie antereu mit tiefen ©rufen 
abivedjfelnt. Sd)maro£ev ; teren Blätter in gefärbte Sduippen 
umgeivantelt ftnt. (364). 

40. Pirolaceae. SSint ergrün e. ©ierfteef ol;ne 3?iug oter ©rufen an 

feinem ©runte; jel;n Staubgefäße, fünf Blumenblätter. (366). 

e) (Stcrftocf mcljreiig; mefore ©"riffel. 

4t. Elatineae. San nein. Blumenblätter l;ypogi)nifd), trei bte fünf; 
eben fo öiel ©riffel; Staubgefafe eben fo öiel qti Blummlronens 
blattet* oter Doppelt fo öiel. (359). 

LJ. Calycopetälae. 231 ü 16 ten obe rjlant ig. 

Ä) (Sin c i n f ä ii) c r t ö c ö £> d a v i u m. (Grossularinae ). 

42. Cacteae. Seljr öiete Staubgefäße. (411). 

43. Grossularieae. i?r iftorbeeren. g-üiif Staubgefäße, (196). 

b) iDuarium mefjrfä'c&rig; Sädnr »ielciig, in jirei 
Dteifjen über einander geftellt, trei untere, fünf 
bU neun obere. 

44. Granateae. ©ranaten. ®dd) in tem Blüljtenfcpfe flappig, 

fleifdjig. (414). 

c) Dparium groei ofcer mel)rfäd)erig, mit geufralen 
glasen ten. 

1) TOiecmal fo tfiel obet nod) me\)t ©taubfäfcen als Ätons 
Hättet. 



78 Dicot. Polypetal. Catyeopet — Monopet. Calycanth. 

45. Pomaeeae. Slcpfel oter ilernobfr. SMä'ttcr mit Nebenblättern. 

(419 — 425). 

46. Myrtaceae. jstyvten. ISiattiv nebmHatät>$. Same euveißiog. (413). 

47. Philadel pheae. SBIatfer nebenblattlog, ©amen mit Ghpeifj. (412). 

2) l£ben \o viele ©taubaefäfie als 2\ronbI«ttei: ttno mit il)ncii ab* 
wecbfelno, ober- doppelt fo lüel ©tanaciblattec, obnencbentlätteu. 

48. Umbelliferae. 2) oft enge iväd) f e. Äronblatter in tcr Snofpung 

mit tet Spi£e ciit^cioüt ; groei auf einer obenveibtgen jivci* 
gehaltenen Sdjeibe fjeßtttte (griffe! mit einfachen Narben, g-rudit 
2)oppelad)äiie: ifeim Hein, im oberen (Snte teö Griivcißeg, mit 
aufwärts gelehrtem SSürgeldjen. trauter mit rcedlf^fHintigen 
blättern oljne Nebenblätter, uift 23liil;ten in, weift jufammeuge* 
festen, Sollen. (218 — 288.). 

49. Hederaceae. Grpbeue. Straud)artige 3?3tntengeroäd)fe mit n>ed)fel* 

ftäntigen Blattern u. fielen Sufinmrjelit. Blumenblätter im 231ÜI)* 
tenenopfe flappig ; Bcercnfrucbt. 3?eim adifeufräntig, gerate, ebenfo 
lang alg tag Gfhveifj, mit nad) oben gefeiltem SBi'irjcldjen. (197). 

50. Corneae. Hartriegel. Orbenfo, nnr meiß nid)t einteilte ©trau* 

d)er, mit gegenfräntigen Blattern mit Steinfrucht. (119). 

51. Onagrarieae. SSeitericbe. Kräuter. Blumenblätter im Blüb» 

tenfnopfe jiegeltad)formig ; ein ©rijfel. (6. 120. 127. 346 — 7). 

52. Saxifrag-eae. Steinbred)c. Kräuter. 6ten fo, aber greci oter 

mel;re ©riffel. (375 — 377. 

53. Halorngeae. ^eterf xa uter. ^rautartige £ßaffergeivad)fe. @ben fo 

wie vorige, aber fein ©riffel, niedre Narben. (7ä5). 

3) i£ben fo viele Stattbaefafk als Blumenblätter, tiefen ae= 
aenüberffaljeno. 

54. Loranthaceae. fKifrcln. Staubgefäße mit beut ©runte tei* 

Äroncnblätter oter ganj mit tiefen »envad)fen. (305. 782). 

II. Monopetälae. 525 1 ü t> r e n ttt b erreget ö o 11 frän big, 
SBlumenfrone »erwach, fen blättrig. 
A. Calycanthae. Bltiljten o berflänt ig. 

A) Staubgefäße cor oem epigijnifdjcn, geferbten %>U* 
f u ö eingefügt. 

55. Vaccineae. ^Jreußeln. Staubgefäße hießt mit ter Blumenfrone 

»ertvaebfen. Staubfolben gehören. Beere. Samcnfdjale anfdjüeg» 
fent. $?eim iveuig fürjer alg tag (Siiveiß. (352). 

b ) S t a u b g e f ä 8 f t m 6 r u n b c b e r £ o ro 1 1 c b t m £> u a r i u m 
eingefügt. 

56. Cucurbitaceae. (Surfen oter ^ürbfe. Staubgefäße fünf, trei* 

brütcrig. (773—6). 

57. Lobeliaceae. Staubgefäße fünf, mit freien Iragern; .ftorctle un= 

regelmäßig. (180), 



Dicot. Monopet. Calycanth. — Thalamanth. 79 

58. Campanulaceae. ©locten. Staubgefäße fünf, mit freien %w* 

gern; fforoHe regulär. (191 — 186). 

c) Staubgefäße fecr S8IumcnriJ6rc ober g n? t f d> e n bte 
3ipffl t) er tfrone eingefügt. 

59. Compositae. Äo rbblül; ter -3lntl)ercn mit einanfcer 51t einem 39* 

Unter »ern>ad)fen; fironenjipfel im ^lütbrnfnopfe Happig. 93gl. 22. 
ÄlafiV be* eerudfofhm*. (615 — 708. 764). 

60. Stellatae. 2Keierfränte r. trauter meijl mit rifpigen S3tül;te« 

unt quirlfläntigen unjertljeilten flattern. Staubgefäße frei. Ären» 
jipfel im ©lüfctenfnopfe 1 flappig. Samen jnr«, eiweißhaltig. 
Äeim mit abwärts gerichtetem äöürjeldjcn. (112 — 117). 

61. Dipsaceae. harten. 23lüöjen auf gemeinfd)aftlid)em Stuften« 

boten. Staubgefäße frei; i?ronenjtpfct im 23lul;tenfnopfe jiegel* 
tad)förmig; 5?eld) toppelt. ©ierfroef einfäc&erig, eineiig. Same 
eitr>cißl)altig. Äeim gerate, mit oberfKintigem Söürjeldjen. (103—107). 

62. Valerianeae. SBaltvianc. trauter mit gekauften 23lüt;ten. 

Staubgefäße frei; ifronenjipfel im Slütjtenfnopfe jiegeltad)fcrmig ; 
$eld) einfad); 0»arium trcifä'djerig, eineiig. 9Idjane. Same ei« 
iveißloö. Äeim gerate mit obcrfranfcigem 3Kürjeld)en. (2.22.23). 

63. Capnfoliaceae. Sdjlingen. (Sben fo; nur fcie ftädjer teö @ier* 

ftocfeö jrocieiig. 53eere oter Zapfet. Samen eiweißhaltig. 3?eime 
gerate, ad)fcnfiäntig, mit ncid) oben gefeiltem 23ür$rldien. 
Straud)er mit gegenflantigen blättern unt Ü3lüljten in holten 
oter Srugtolten. (187. 295 — 296. 385. 508). 
B. Thalamanthae. müm'eri unt erfiänt ig. 

A) 93 1 er eineiige (Sterftcif e, einem unterroetbigen 2>i$» 
fu$ auffifienb. C?in ©rtffcl, ber u-cr mitte tft beö 3)i3* 
! u i m i t b e n @ i e r ft tf e n 3 u f a m m c n ä n g t. (Tetracarpae). 

64. Asperifolieae*Boragineae. S d) ar f ür a uter. <&taüb$t$$e fünf, 

mit ten Ä'ronemipfelu abn>ed)felnt. (135 — 151). 

65. Labiatae. ?ip penblübter. Staubgefäße »ier, tit^namifet;, oter 

j»ei. (19 — 21. 463—490). 

b) (Sin einziges, einfäcberig es, einetgetf £)oanum. 
33lüt)ten in 9lcljren ober Köpfchen, oft mit fpreiu 
blättrigem SSlüötenlager. 

66. Plumbagineae. ©ra^nelfen. Äeld) gefaltet; fünf Staubgefäße. 

(152. 302). 

67. Globularieae. Svugelb lütter. Sveld) fünffpaltig; wer Staubgc* 

fäße. (108). 

c) Sin einiges, einfäcberigei5, »ieleiigeö Duartum; 
Samenträger mittelftänbig, frei, atjltnbrifd). 

68. Primulaceae. ^rimeln. ftcrclfe regelmäßig; sicr bu! fünfter 

«Svoneujipfeln gegenüberfielvmbe Staubgefäße, (110. 153 — 161. 
201. 343). 



80 Picot. Monopet. Thalamanth. 

69. Lentibularieae. Sd)m e er frauter. Gerolle unregelmäßig, jtvei* 

lippig; Staubgefäße jwet. (13. 14). 

0) ©in c i n U 9 f ö £>r-arium mit mitt clftänbigem, freien, 
f $ e i b c rc a n b f e r m i g e n S a m c n f r ä g e r. 

70. Piantngineae. 3Begerid)e. Sloroöe öie'rfpaltig, trocfenbautig. 

trauter mit abrigeut ober fepftgen 23lül;tcnfiante. (109. 748). 

E) Sin einziges Doarium, 311m* ober me^rfädjerig , 
m i t m i 1 1 e l ft ä n b i g e n S a m e n t r ä g e r n ; ober e i n f ä d) e r i g 
mit roanbftanbigeri Samen.trägern; ober 3 ir> e t £)üa* 
r i e i! , ^3 1 a c e n t a ir> a n b ft ä n b i g. 

1) Staubgefäße untenneibig, unter. ^en fkifd)igen 3&ig3Su6 ein= 
gefügt, wenig obct gat nicht bec Äorolle angewacbfen, 
frei; Staubbeutel svoeifäcberig , in ein Hoch ober eine 
^ir^e auffpttngenb». 

71. Erieineae. $ciX> et räu ter. 2)en 23accineen (55) naljefrelieut. 

(172. 350 — 351. 365. 369 — 73). 

2) Staubgefäße bec 2\otolle eingefügt, mit einanbet vet' 
vpad;fen. 

72. Polygaleae. S c n e cj a pf Unjcn. Staubfatcn imterwfirfjS ein* 

briibrria,, obenvSrtf meifi in jro« gleiche, gegenftäntige 53itntcl 
getbeilt; Staubbeutel aebt, eiufädjertg, an ter Spille- in ein 
£ed) auffpringent. (575). 

3) Staubgefäße ciuf beu 23lumen¥cone, jtttY. 

a) Sivfi Staubgefäße; .ffrone regelmäßig. Sträucljer ober 
SBäume. (Ligustrinae). 

73. Jasraineae. 2>aSmine. ®ie fr 3 d) er fce$ fr"rud)tfnoten$ eineiig; 

@id)cn aufredjt. (7). 

74. Oleaceae. Oliöcn oter SKatntveiten. Dbarienfädjer jroeieiig; 

©id)en l;angcnt. (8—12). 

b) Staubgefäße strei, ober üier bibMnamtfcfjc; Gerolle irregulär 
ober unglcid). (Personatae.) 

75. Orobancheae. Sd)u ppenreurje. Oaarium einfacberig, mit 

jrt'ei gegenftantigen, öieteiigen Samentragein. (491—492). 

76. Rhinantheae. ') Cöarium jroetfadjerig ; Sinteren am ©runtc mit 

Imi Stad)elfpi<3en. (493 — 499). 

77. Anlirrbineae. (incl. Veronie. Ben Ib.) Ouarium meifr jtveif ad)* 

rig; 3lntt;cren unbefpi|tj Samen mit Griireiß. (15 — 18. 501 
— 507). 

») ^?od)"6 Synopsis florae Germanicae folgenb, untertreiben mir fliirf) 

liier bie !&bihantfjeen ron 'ixn ^ntintjinecn unb 2$er&aSceen, finb aber 

ü&crjfu'gf, ta$ biefe ©nippen nur fiinfilid) unb iingleifiumtbig finb, 
aber jufainmrn eine frbr natürliche Familie bilben. 



Dicot. Moiiopet. Thalamanth. — Apetal. 81 

78. Acanthaceae. Su'renflaue. ©benfo, toc^ Same eirceifiloS. (508). 

79. Verbenaceae. 8 eu fd)pfla njeu, ©ifenfrä'uter. Oöarium vier» 

faserig, $yäd)er eineiig, ft-rudjt fteinfrudjtartig ober in vier 3?üß* 
djen jerfaUenb. (510—11). 

c) Staubgefäge fünf, ober bier m$f bibpnamifc&c ; ßuanenfätfjer 
ein* ober jroetettgl 

80. Ebenaccae. Staubgefäße auf bec SQlumt angetvadjfen, in boppel* 

ter bte vier fad) er %al)l ter Siüinenjipfei. (349). 

81. Aquifoliaceae. hülfen ober Stechpalmen. ^oroCfe vier* bi& 

fünfteilig; Staubgefäße fo »iel afö 23(umen£ipfef, mit it)nen ab» 
wcdjfelnfc. (130). 

82. Convolvulaceae. SS inten. 5?oroHenfaum fünftägig; GitaubQt* 

fäfüe fünf, ter SMumenrobre aufgen>ad)feu. (166. 218). 

d) Staubgefäße fünf, ober mer nicöt btbpnamtf^e ; &mltnfjl$tt 
meletig. 

83. Verbasceae. ^önigSferjen. Staubgefäße meiß ungleidj, Sin« 

teeren ter verbreiterten Spi£e ter 6taubfäten quer ober fdjief 
aufgeroadjfen. (171. 500). 

84. Polemoniaceae. Speerf r au ter. Slntljeren öufredjt. £)»artum 

breifäerjerig. (165). 

85. Gentianeae. Sittenvur je ober £>imtnel$ftang el» SIntl)eren 

aufred;t. ©variutn ein* bte jiveifädjerig. $rone verivelfenb. 
(162 — 164. 215 — 217. 348). 

86. Solaneae. 3Zad)tfd)atten oter Saum elf rauter. Staubbeutel 

aufredet; 33lumenfrone abfallent, intern Slül)tenfnopfe gefaltet ; ein 
einziges jtvets ct. vierfacfcerigeS Ovariutn. (167— 170.175 — 178). 

87. Apocyneae. Singrüne ot. 4>unbör»ürg*er. Staubbeutel auf* 

red)t, tneifl ter Sftarbe aufliegent. Gerolle binfallig, im Söliitjten« 
fnopfe jiegeltad)förmig. ©in jtveifadjeriger grudjtfncten ober jtvet 
einfädjerige Ovarien mit gemeinfd)aftlidjer SJiarbe, Rollen fernig 
(üölumenftaub). (111. 173. 174). 

88. Asclepiadeae. ©tftroenten, £orenjf rauter. ©benfo; aber ber 

Rotten in road)6ar)nltd)en, feltener in fbrnigen, 2Jtaffen vereinigt, tie 
fid) an fünf eigent^ümücf/eSyortfa^e te£ Stfarbenförperö (tie fogenann* 
ten £altcr) beim Deffnen ter Staubbeutel anheften. (213). 

III. ApctaIae«Unöon(lönbt'ge53fumcn mit einfacher 

ober feiner 25(üf)tenl}üne. 
A, 23 ü l) t e n fr a n t f e i n e ® a % d; en. 
a). SSlü t) ten oberftänbig. 

89. Cytineae. 23 u n t e r b l u m e n, SS u r j e 1 1 ö 1 1 e r. SBlüijtcn eingefdjf ecö» 

tig. 3lntr)eren ber (vorjugüd) von ten verrvadjfenen Staubfaben ge- 
bilbeten) jentralen Säule aufgelaufen. Ovariutn vieleiig. (772). 

90. Aristolochieae (Asarinae alior.) Sdplangentv-ur^e, Staub« 

6 



&$ Dicot. Monopet. Thalamanth, ApetaL 

ßefage lein ööatium oter tie Sinteren ter Stfarbe aufgeivactfrn. 
$rud)tfnoten »ielciig. (404. 733). 

91. Hippurideae. Sannenwet el. (Sin, tem g-vudjtfnctcn dwfgefe$* 

ter, Staubfaten. Oüarium eineiig. (I). 

92. Santalaceae. -^amf rauter. Staubgefäße im ©runteter SJJeri* 

gcnatpfcl befefhgt;(5ierftocf einfad)edg,$tt)ei* biö »iereiig.(203.778). 
B) SUtiljteit unter ftä'n&iß. 

1) Scudjt in niedre Äatpelte 3ecfal(enb. 

93. Callitrichineae. 53 affer (lerne. 2>ie reife Srud)t in öier ffavpelie 

^erfaHent). $eme 2lre. 9?arben ungeteilt. (735). 
91. Euphorbiaceae. ©iftmtld) er. SDrei, feltencr jivei oter meftre 
i?arpefle, ter 3f«traia.r« angeheftet. Starben geteilt. (734. 
749. 794). 

2) Srucbt md?t auffpringenö, 

a) SSId'tter mit STcbcnbluttern. 

95. Polygoneae. #nöterid)e. Nebenblätter in len 23lamt>inc"eln 

flel;ent. (335. 341. 356). 

96. Sanguisorbeae. SSiefen f nöpfe. Siebenblatter tem S3lül)ten» 

(liefe angetuad)fen. (125. 126. 758). 

97. Ürticeae. ftlacbfc, («Reffetn, £anfe.) Sttebenblatter frei, 

hinfällig. (123. 2U4 — 5. 747. 751. — 2. 771. 785 — 6). 
b) 25ld'tter nebenblattlol 

a) Sölüfjte« einläufig ; bte weibUdien ofjne ©tüfjUnfjüfle- 
9S. Ambrosiaceae. @pi§f leiten, ^alfde ^rudu au$ lern »ergrö* 
Herten iinl »erwarteten ii>eiblid)en ^>auptfeld)e entflanten. SIntbe 
ren nid)t öertvadjfen. Sonfl nne Compositae. (764). 
99. Ceratophylleae. Sgellocfe oter |>orn blatte, Gfine roal;re 9?u§. 
83ier roirtelfläntige ^ifotplctonen. (763). 
ß) ©lüfjtett JjermapfKD&titfct) eber poltigamifä. 
««) ßrabrne gcrabt. 

100. Laurineae. C o r e n. 2lntl)erenfad)er mit SMappen auffpringent. (360). 

101. Thymeleae. ©et 15 ein. ?Jntl;enenfad)er in IRiljen auffpringent. 

(Sine roafjre $rud/t. (354 — 5). 

102. Klaeagneae. 2lntl;erenfad)er inJJitjen auffpringenl. ftalfcfce Stein* 

frud)t, in ter faftig gercortenen^erigonibljre eingebettet (124. 781). 

ßß) ffimbtflo pertptyertfd), bogenförmig gtfrümmt ober 
fpiralt«. 

103. Sclerantheae. Änauel, Santfnotericfie. Same an ter Spi£e 

U$ in ter $rud)tl)öt;le auffleigentcn »ftabeljlrattgeS fjangent. (374). 

104. Chenopodeae. Gelten. Same auf ten Solen ter $ru$t» 

lieble angeheftet, Staubgefäße im ©runte teö «perigonS befefligt, 
ten 3^feln tcffelben gegenüber ge(leflf (4.29. 122.206 — 212. 
750,760— 9, 788), 



Dicot. Apetal. Monocotyled. 83 

105. Amarantaceae. $aufentfd)öne , 5ud)$fd)W<5n3e. Cfbenfc, 

Staubgefäß unterweibiq. (759). 

106. Phytotacceae $xuü)t eine ivafire, ein* cter tnefjtfadjerige 

33ecre. Staubgefäße »on gleidjer^aftl ivietie^perigonblaiter u. mit 
tiefen abwedtfclnt, oter tcpp.clt fo öicle, oter ncd; me()i( er)» (10.3). 

B. üftannlicbe 53 lüften in $ätjd)en gefreflt; tie nmMt* 
djen oft einzeln oter sufammengetrangt« 

A) grudjtfnorcn unterftanbig. 

1) JEiecflodJ ein- U& viclfäfyetia , Säd)ct 3tt>ej.eit£, JEidjen 
l)angenb, 

107. Cnpuliferae. Surfte it. 9?uf5 »on ter £üße umgeben. (765— 70)» 

2) l£tecffoc£ etneita, l£id;:n aufredet. 

108. Juglandeae. 9Saltnu£ba ume. Steinfrucht naeft (olme fcfe 

S3tüt;tcnl)üflO- SBciblidje 23(üt£>cn metfi mit s>ier frautigen 23lu* 
menblattern. (757). 

B) 5rud)rfnofcn Dberftanbtg, ober fcalbobc rftänbig mit 
angercacMcium ^crigonium, ober naeftf, freie, itn 
Ovaxi en dijnlicfye Grier. 

109. Salicineae. 23eiten. Gricrftocf öieleiig. (777. 792). 

110. Betulineae. Strien. Dcarium jtvei faserig, ta$ ftüdjer eineiig, 

(751 771). 

111. Myriceae. ©agetn. Döarium einfadjerig. gtvet verlängerte 

Farben. (781). 

112. Goniferae. froren. 9?acf te Samen, in eine beerenartige glitte 

cter in einen 3apfen cingefd)loffen. (711. 753. 772 . 788 - 9. 797). 

II. MONUCÖTYLEDONEAE Tel ACROBLASTAE. 

Stamm getvelmlid; einfad), feiten »eraftelf, fteit cl;ne ivaljrc 9iinte, 
£olj unt üHarf. Slatter abuu'djfelnb, an iljrem ©rurite meifl 
fefteitenartig erweitert, mit einfad)rn, parellclen £ängeatern »er» 
fel;en. 5" teil 23iiil;icntt;eilen t>tc ®reijal)[, teren 93erfccppc* 
hing oter 3Ser»ielfad)ung sorl;rrrfd)cnt; eine Siumenf'rone fctylt 
flete; l;auftg ober fintet fiel) ein toppelteö Spcrigenium, ton tem 
ta$ aupere tem $eld)e, ta$ innere baufi$ turd) g-ävbung einer 
Slorolle al;nlid) ftel;t uno tneijt aud) tiefen Hainen tragt, (gnu 
br^o monofotylctonifd). 
1. SDc e l; r e Ovarien (tie entroeter nid)t mit einanter »erbunten, 
oter nur an il;rem ©runte, cter ganj $ufammengetvad)fcn fmc, 
unt tann jur SReife öon ter ^entv<ilaye abfallen; jetes einzelne 
i{l griffeltragent cter bat eine fu)ente 9?arbe). 
A. Ovarien ein« bi£ jtreieiig. 

113. AJismaceae. $rof d; lof f el. ©in tcp-pelteö Spcrigcniiun, fcd}4* 

blättrig; taö innere gefärbt. (342. 756). 



84 Dicot. Apetal. Monocotyled. 

114. Juncagincac. ..... Csbenfo; ta$ innere sperigonium tem aufa* 

ren feld)artigen o^ntic^, wenig oter nidjt gefärbt. (339 — 48). 

115. Potameae. Saidjf r.auter. Sperigonium feljlenfc cfcer jwei» oter 

»iertl;eilig. (3. 134. 738). 

B. Cumrium »irieüg. 

116. Batomeae. @d)n>anenblumen. Samentrager fcie ganje SSant) 

te£ SyrudirtttotenS einneljtnenfc. (361). 

117. Colchicaceae. geitlofen. Samenträger tcr itmern 9Ral;t an« 

geheftet. (336—8). 

If. @tn einjtgeö Ott an um. 

A. grud)tfnoten unterfiäntig. 

128. Orchideae. Stengeln. Staubgefäße mit Dem ©riffet »er» 
u>ad)fen. (709 — 32). 

119. Hydrocharideae. 25afferfd)eeren. Staubgefäße frei, ^erigo* 

nium Doppelt: Der Slußenfelcl) dreiblättrig, Der innere fcrotlenat;nlu 
d)e$rei$ ebenfalls Dreiblatterig, jutveilen frt;lenD. (780. 795—6). 

120. Irideae. Sd) wert ein. Staubgefäße Drei, frei oDer monaDel* 

pl;ifd> 23lül?renl;üfle f'orolTenartig. (25—28). 
12 i . Amaryllideae. S et) m a d) 1 1 i l i e n. tyc rigonium blumenartig. Staub* 
gefaße fed)ö, meifi frei, ftrudjt in ter 5?eget eine Dreifädjcrtge, 
Dreiflappige Äapfel. fötveig fleifdjig. (306—308. 310). 

122. Bioscoreae. . ♦ Sperigon forollenartig. Staubgefäße 

frei, fedjS. $rud)t in Der Siegel eine 23eere. (Sireeiß kornartig, 
in einer £öl)le Den Keinen Äeim entljalienD. (791). 

123. Broineliaceae. Stadjelltlien. ^erigonium fed'sfpaltig, Die Drei 

äußeren Sappen feldjartig. ©ed)S freie Staubgefäße. (307). 

B. Sructjtfnoten oberfiänDig, 
A) S3Iü^ten ntd)t balaarttg. 

1) periaontum ¥oi*oUenäl;nltd) gefärbt, fecbeblätttia: 

124. Liliaceae. £ilicu. @ine troefene auffpringcnDe 5 l " U( $ r » (311» 

313 — 4. 316 — 331). 

125. Asparageae. Sp arg ein. ©ine faftige nidjt aufbringende grud)t. 

(121. 312—15. 357. 690. 798). 

2) pet'tcjon ^auttg obec am Ranbe tt-eniaffene ttotfentyautta, 
einen fedjsblatttia'en 2\eld) üorflellenb; ober: fel)lenb. 
Sumpfs cbet tt>affetaevr<act)fe. (Limnophilae, Stirfräuter.) 

126. Juncaceae. 93 in fe n. ^Jerigon fedjSblättrig, feidjartig, mit tref» 

fenl;äutigem 3?anDe, fafl balgä^nlictj ; 23lül;ten tyeriitapln-oDitifd). 
Samen mit großem ©irüeiß. (332 — 333). 

127. Aroideae. ©iftfolber. Sperigon fedjSbtättrig, l;äutig unD an 

Der S'pt|e meifl frautartig; oDer fetrtenD. 23lü'l;ten auf einem 
Solben fietyenD, jivitterig oDer etngefdjledjttg. Samen mit (§i» 
n;eiß. (334. 739—40). 



Monocotyled. 8fl 

128. Typhaceae. 5?ol)rfoloer. ^Jerigon au$ Rurigen ©ct)uppen cltt 
23orflen bfflc^ent?. 25ie Stuften einläufig, in \«f)v gedrängte 
ttatjige ober fuge (ige Staren jufammengefMt ; tte oberen Sieben 
mä'unlid), tie unteren tveiMidj* @ainen eitveißijattig. (742 — 3), 

129. Najadeae. 9? irb turnen. Slütjtcnfyiiu'e fef?lent). ©lüften me^c 

ober ivenigcr jerfireut. ©amen eiiveißfoS (3. 736 — 8). 

130. Lemnaceae. SBafferlinfen. SJ)eiigon fel)tent>, flatt fceffetben 

eine fctjtaucfjartige, Ijciutige, anfangs ungeteilte, jute^t unregelmä« 
£ig gefpaftene, ©cfycite £ie einläufigen S3liil;ten umgebenfc. ©a« 
inen ehvei§l)a(tig. (5). 

s) SSalgblübtcn ; t>. §. 2>lüijfentjii((c au$ einem äroeitTappigcn fetßar« 
tigen 33atge unt» einem saieifpcljigen btumenarttgen SBalglcin bt< 
&efle(jenb. ©raubgffctjje metft t»rci ; Sinteren in Sangöxt^cn auf« 
fpringenb. Cncrftotf einfd'd)erig , eineiig, grüßt eine einfamtge 
tfanjopfe ober; ein DTiigc^cn. ©ante aufregt, mit groBcm ßi* 
Neig. (Sßalgbliiljter; Glumaceae.) 

131. Cyreraceae, 9?iete ober 3 9V ^ r 3 r « f f r / £albgräfer. 5ln* 

teeren an fcer @pi|e ungeteilt, ©riffet ineifi einer, mit gefpal* 
tencr 3?arbe. $eim fet;r ftein, im unteren Steile fceS @iroeif?e$ 
meifl cingefc^toffen, in fcer Siegel mit unfceutlidjem it'nofpcrjen» 
ölattfdjeifce nidjt gefpatten, tutenförmig, (30 — 7. 744—5)4 

132. Gramineae. ©räfer. 5lnü)eren am ©rur.t>e unt> an fcer @pi£e 

auggeranfcet ofcer ^iveifpaltig. ©rijfel meiflenS jwei. Äeim fcem 

(Sirocipe an teffen unterem G£nt>e feitlid; anliegend, mit einem 

meifl fceutlid)em $nöfpd»en. Blätter mit langen gefertigten 
©elften. (38-101. 746). 



Pfi Monandria. — Dtnndria. Moiiogyn. 



£$ weite* Stapittl. 

lanhü imcf) dem ^erna!ft)jteine ftcütbnet. 

I. klaffe. 
JV10NANDRIA. 

@tn freier Stätt&fa&cn in einer gwitterifienSHirbte« 

1. O f i n u n g. 
MONOGYN1A. 

<&xn S' taub tos 9» 

1. Hippuris. Sannwefcel. 33liif;tenl)iiu'e au$ einem imfceittHcUen l;äu* 
iigen fdnvad^jrceüappigen SRanfce über lein ftviuiittnotm beflc^cnt». 
gnidbt: ein etnfamigeS, an ter 0pi|c fcurd)boljrte$ 9?iifM)en. »l?af* 
ferpfknje. (91). 
8, Centranthus. Spornblnme. SMdifaum nad) tem 23fiil;en in eine 
|>aaifrone a\x6 gcl)ent>. 33lmncnfrone einblättrig, gefpornt. (62). 
[fyiexfyet nod;: (4) Salicornia unü Sitten fcer (Gattung 
(206) Coris{)ermum]. 

2. Ordnung. 

D1GYN1A. 

£ tu z i §' t « u Im ? | s , 
f$itrljen (735) Callitriche. 
(212) Blitum. 

(98) Festuca Myurus, Pseudomyuru« et sciuroide*. 
(38) Psilurus. 
?(5) Lemna]. 

II. Äfaffe. 
DIANDRIA. 

Stoet freie &taub<\efä$t in einer ^toittevblübU* 

i, Ordnung. 
MONOGYNIA. 

<£ i tt Ä t « u b w £ ü- 
A. UncoHfiänfcige, unterfiäntige 23(ityten. 
S. Ruppi» tfein* ©lii&tcntyüKe. 23ter 9?üfj$en. (115.129). 



Diandria. (Ligustr. Person!. Labiat)» 87 

4. Salieornia. <3la$f deutele. SMületen in ein* $u*$o$lung Ut 
Spintel einejefenft, ju treien beifaimnen fteleent). 23(u^enf;üOe 
jieifd)i£, ungeteilt, turd> eine Jii$e geöffnet, ©viffet fefor fur$ # 
mit jivii bis fcrei Starben. 9?ufj pon fcer bleibenden (fdjuppcnfor* 
migen) Slülitenfoülle uing:ben. (104). 

6. Lemna. SSafferlinf e, @ntengrülje. $3liiietenl;üUt febfenö. 
23lumenfd)cifce frugig, IfäutiQ, gan^ranbig ofcer geferbt ober jweige« 
fpalten. (130). •) 

(£tet!;er nede: 

öon (12) Fraxinus Vit Slrten o£ne tölumenfvone ; feines mebre 
Slrten öon 



») Lemna war bt^cr bte einige (Gattung ber Familie Leranaceae; erit tu 
neuefter Sfit bat man mebre (Borna in biefer ©ruppe aufgehellt, btitft 
Tonnen fie nur als Untergattungen (jcltcn. 35er poüftanbige (Sbaraftee 
biefer merfnuirbigen Familie tft: .,5rri auf bem SSaffer fdemimmenbe 
monfofnlebouifdee ©eroädefe aus einem blattäbnlideen Säger, olene Q5egen* 
faß pon •Stange! unb23latt befiebenb. s l>lü()ten einzeln am -ftanbe beö Sager* 
be'rporbrrdeenb, poltegamifde. SUumen&ülIe bünnbäuttg. napfförmig, am 
%mbe jtreilappig. Staubgefäße jroei, von ungleicher (SJvoßc. mit faben* 
förmigen Stäubfaberi unb je jroei fugcligen, bipergirenben 3lnf&erenfa"' 
d)ern. ftrudetfnoren rtnfädeerig mit einem bis tfjer brm Soben ange&ef* 
teten (Stern, 6)riffel einfad), mit ein'gefenfter ölarbe. Stüßdeen tin* 
bis pierfamig, bünnljäüttg. Same metft aufredet; eamenfdealc grftreiff. 
5?eim gerate, aufredet ober qücrliegenb; SSür.jeldeen ipaljenformig. furj; 
^eimbiatt pon ber Spifie bis nalee an's Söüi'äeldeen wn einem in eine 
runbhdjc £öble enbenben Äanal bürdeten, in beffen liefe fide bas j?e* 
berd)en befinbjt, unb jugleide rticfroä'rts in eine ringförmige SÖulft auf* 
getrieben, rceldeebasSS üneldeen feiner ganzen Cange nad) umgibt," ginjige 
Gattung mit ben Untergattungen: a. Wolfia Hork. — Horkelia. Uchh, 
„SBunrllo*. 3)teift nur eine männlidee unb eine neeiblideeSiiUefe. Staubfaben 
furj unb bitf. ©ierftotf einfadeerig, mit einem aufredeten (Sie. ftrudet ein* 
famig; @ame aufredet. (Smbrno t reifeiförmig mit ober fiänbigemSöiiqefcbciK 
(InpuS: Lemna hyalina)." b) Lemna. „3n?ci männlidee Silübten,. 
eine frii&er entroicfelt. ©taubfaben jurücfgebogen. Qrierftocf einfadeerig. 
mit einem aufredeten, balbgegenrcenbigen (Sideen. $rud)t einfamig, nid)£ 
üuffpringenb; Same im ©runbe befefttgt, feorijontal. «) Lenticula. 
2eie blattartigen Sager cirunb, bieflid), ju brei unb pier jufammenban* 
genb, am ©runbe mit einanber perroadefen, einrourjelig. Sppus: Lemna 
minor, ß) Staurogeton tichb. Säger lanjettlide, angefd)neeift-ge* 
Säfent, in einen langen Stiel perfdjmälert, jart. (Inmi Lemna tri— 
sulca). c) Telmatophaf-e Schieid. Unterfdeeibet fide oon Lemma burd) 
jurücfgcfrümmte, in ber »Dutte »erbreiterte Staubfdben, jrpei ober mebre 
aufredete, gegenftä'nbige ©ideen im einfadeerigen Srudetfnoten, langen ju* 
rücfgebogenen (Briffel, ijäutige, umfdenitten-auffieringenbe jmei» bi? rief* 
famige itapfel, febr fleines ©ireeii in ben aufredeten Samen, feler große« 
geberdeen t>tt ©mbrpoö unb unterftänbigeö SBürjeldjen (liepufl Lemna 
gibba.)" d) Suirodela Schieid. „Sliibten unterfdjeiben fid) ooit 
benen ber porigen Untergattung burd) unterroärtä bünne Staubfäben unb 
grr-eieügeö £)partum. fUielrourjelicj. grudJt |ur 3«t nodj unbefannt. 
^2ppuö Lemna polyrhiza)." 



88 Diandria. (Ligustr.). 

(36) Scirpus unb 

(33) Rhynchospora. Xann fcie ©attung 
(32) Cladium unb »tele Slrten tu Gattungen ber $atnilie: 
(38 — 101) Graraineae. (»gl. im »origen Kapitel gamil. 132).] 
B. Sollfränbige SUiibten. 

.4) JBiü'fjten oberftänbig. Stängcl fraufit}. (Onagrariarum pars). 

6. Circaea. SpexcnUauL 53lnmeni:rone jrceiblätterig. SBlätter »er« 

fei;rt sternförmig; Äeldj jroeitijeitig , mit bitnner -Si'öfyxe. grudjt: 
eine stueifacberige, jroeifamige, mit l^afenfcrmigen 23orfid)en befe^te 
Zapfet. 231 übten iveig ober vot^lid;, in gipfelftanbigen Trauben. 
(51). 

b. ©luvten unterjtanfcig, monofarpifd). 

1) 25liu)ten regelmäßig. @träud;eu ober. 25äume mit meift 
gegenftänbigen, einfachen, gebreiten ober. unpatigsgefTtebetten 
flattern. 2\clcb frei, ge$ä\)nt ober geseilt, feiten fel)lenb. 
•Blume untervoeibig, ttgtlmöfiig gefpalten ober utetblätterig, 
Staubgefäße frei, untenreibiej ober bec Blumenrohre ange* 
tr«d)fen, mit ben gipfeln bes 23lumenfcuimeö abvt>ed>fdnb. 
ifterftod; sroeifäcbectg. (Ligustrinae Bärtig 

n) Sttlfy fünf* biö ad)tääf)nig ober fünf* bis afbjttjeüig. 33ht» 
menfrone mit fünf» bis acintljeiligrm Saume, bie 3ipfcl im 
SBlü'fjtenfnopfe ta^ig^ufammcngcbrcOt. (Staubgefäße ber SBIu- 
menrtfbre angetjeftet. Sädjer £>cö @terftotfeö eineiig; Sieben 
üufrecfjf. 33eerc ober $apfel ein = ober jnmfäcbcrig, unb meift 
nur ein* ober jmeifamig. (Same faft ober »eilig eircetßltf?. 
tfeim gerabe mit abwärts gefc^rtem äöursclctjcn« SKetft min» 
benbe ©trautet. (73 gam. Jasmineae.) 

7, Jasminum. SoSmin* $efd)* unb 23tumenfaum fünf* bte ad)U 

tl)eilig, (euerer mit etroaS fdjiefen 3'Pf^"» ©djeiteroanb be£ Gricr« 
froefeö ben klappen parallel, gaudjt: eine ein« ober jt»eifäd;erige, 
ein* biß jroeifamige 23eere. 

b) 5\clc& »icrjäljnig, feiten feljlenb. ßrone tiftfpäUig ober Pier* 
blättrig, mit parroeife burtb. einen Staubfabcn jufammenge» 
Ijcftftcn ^Blumenblättern, im SBliifjtenfnopfe flappig, feiten 
fcfjlenb. Staubgefäße fjtjpogpnifrb ober ber Slumenröljre an» 
geheftet, gäcber beä ßierffoefes meift sroeietig; ©ietjen ban» 
genb, neben einanber fteljenb. gruc&t oft nur einfäcberig 
unb einfamig. Same etnmßbaltig; $eim gerabe, mit auf» 
roartö gcfe&rtem ©ürjelc&en. (74 Sam. Oleaceae), 

«) SJlüfjien meift eoflfiänbtg. €cf)eiberoaub be* gfrudHfnotcn* ben Älap« 
pen parallel, gruebt fteifrfnfl ober fapfelia. Stangelblattet einfad) 
ober aebreit (Oleineae). 



Diandria. (Ligustr. Utricular. Personat). b9 

8. Ligustrum. §?aimveit>e. ftronenfamn »iertbeilig. grudjt bees 
venattig. 

9. Phillyrea. ©teinttnbc. ^ronenfaum öierfpaltig. 0teinfrud)t mit 

jevbred)üd)er i?ernfd)ate. 

10. Olea. Oelbaum. ©benfo, aber S?crnfd)ale beinljait. 5\cld> »ier* 

2ai)nig, feinfäUig. 

11. Syringa. § lieb er. Äronenfnum vierteilig, ftapfelfrudjt. @a* 

inen häutig berantet. 

ß) ©lüfyten meift nn»ofl(Tan&ig (f)dufig poltigamifd) «nö nactt). ©tf)et= 
teroanb bcg grucfjtfnotcnS in ben illappcn entgegengefegter Siicfjtung. 
©lättcr gefiebert, Slügclfruebt. (Fraxineae). 

12. Fraxinus. ©fd)e. ßwei Untergattungen: Fraxinus p. s. d. mit 

unöollftänbigen, unt> Ornus, mit »pU^änt)igen SBtüljten. 

- 2) 25lü\)tm unugelmäfiig. 

a) £>Mrium etnfädjerig, mit fugelformig üer&tcftcr Sftitfelfäule, 
rooran riefe ®ier. 3)er ©riffel mit sroei Farben, tfapfel ein- 
fa'^erig, üielfamig. €amen of;ne diroeiß. j?eim aufrecht. 
SSaffcr * ot)er Sumpfgeivädjfe mit iBlü&ren auf naeffem Strafte. 
tfrone ftetS gefpornt. (69 gam. Utricularinae). 

13. Pinguicüla. $et tfr aut. 23lüt;ten cinjeln, offen, bioler, überijan* 

genb; Äeld) fünffpaltig, jiveilippig. $rone radjenförmig. ^apfel 
bte jur ^älfte jrociflaypig. 2luf Scrfiviefen. 

14. Utricularia. 2Safferfd)laud). 23lül;ten in Rauben, $roue 

larvenfermig. Äapfel ringö utn aufbringend — Mangel unt 
S3lättcr unter SSaffcr getaud)t unt) nur fcte armblül)tigtn, gelben 
53lül)tentrauben fel;en au£ fcemfelten l;er»cr. 3rcifd)en ben viel* 
fad) sertyeilten, tturjefartigen SBtätterh befinden ftd) fleine Bd)laudie, 
rr>eld)e bor ber 93lül)te mit SSaffer angefüllt ftn"D, gegen tie 23lüfcs 

- tejeit aber ftd) mit £uft füllen unb t>ic Spflanje an bie Oberfiadjc 
l;eben. %lad) ber S3lül)te nimmt üöaffet mietet; t>ie «Stelle ttx 
Suft ein, unb ta$ @en>äd)$ ftnft ju 23oben unt) nmvjelt* 

b) £>t>arium jroeifadxrig »teleiig. Äaj)fcl äroeifädjerig, jroei* 
flappig juweilen mit jmeifpaltigcn klappen, feiten nur an 
ber <Spi£e utuioliftänbig flapptg, in ober mit einem %tU 
fei aufbringen!) , feiten beerig unö nid)( auffpringenb, 
meift üielfamig, Samenträger in ber ÜDutte ber «Scbeibcroanö 
aufgelaufen. Samen eiweißhaltig, tfeim arenftänbig, gerate 
mit zentripetalem 2ßürseld)en. — Mi) frei, Bier* bis ffinfjafj- 
nig ober ttjeüig ober blättrig, oft ungleich, bleibenb. S3lumc 
untenreibig, vier bis fünffpaltig, ungleich, meift jtüeilippig. 
[Staubgefäße nur bti ben folgenben ©attungen jraei, in ber 
Siegel oier jmeimäctitige, jureeilen auet) fünf. 23gl. Didynamia 
Angiospermia.] (Scrophularinae s, Personatae, §am. 76. 



DU Diandria. (Personat. Labiat). — Triandr. 

77. 83). — Sinteren o^ne £facfcelfpi|jen. jivrifädjeria. (77 
gam. Antirrhineae). 

a) 9Intfjerenfäd)er parallel, nur am ©runfce aefonöert. in Jirci 
auffprtngcnD. DTarbe ungeteilt. (Veroniccae). 

15. Paederota .... ßapfel fdmabelforinig jügefpi^t. Ärouc 

fafi jivcilippig. 

16. Verontca, (§ f>renprei£. Statfä au&jerantet. $rone faß rat* 

förmig. 

£) 31nf$er*nfädjer entfernt, in jtvei 9rifccn auffpiingenb. Starbt 
SNeiplattia, (Gratioleae). 

17. Gratiöla. ©nafc enf raut. ftrone jiveüippig. 5?e(cb mit j»vei 

33ra£tern. 

y) »Ifntfjeren nierenfonntg , in anmlappige Stapften auffpnn* 
genfr. (Wulfenieae). 

18. Wulfenia Ärone jiveilippig, mit gebartetem 6d)lun£c. 

C. 23liit)ten unter fiänfcig, irregulär, tetra farpifefj 
(oier 51 d) t u i e n). 23gl. Didynamia Gymnospermia), 
(65 ty am< Labiatae ex parte). 

19. Lycöpus. SBo t fö tr a VP* Stureren jtveifueberig, jirciritjig. Siufie 

glatt, treifantig, mit fd)tv>ieligett Slufienräntcrn. 

20. Rosaiarinus. Rosmarin, ^ntberen einfadjerig; Staubfäden am 

©vunfce mit einem rücftvärtS gerichtetem ' $al)ne ncifeben. 
21 Salvia. Saloei. 2lntberen einfädjerig; Staubfaten unge^nt; 
Äonnefiio fraubfaten- (träger *) ät;nlid). 
(3n tiefe Ordnung geboren aueb: 

(525) Lepidium ruderale, unfc mebre Slrten »on 
(206) Corispermum unö 
(212) Blitum.] 

2. O r t n u n g. 
DIGYXI «. 
JÜ xt 3 m c i $) t ft t 1 1 1 n> 

[Spiexi)et t 

(60) Anthoxanthum.] 

III. $ raffe. 

TR1ANDRIA. 

ftivitte t blühte n mit bvei freie» <5taubfäbtn. 

1. Ordnung. 

MOSOGYNJA. 

$)lit einem SJtaujbjtpegfc, 

A. S3lüöten »cllflänfcig. 

A) SSiii^ten ß&erfunbia, — Mtytyxt mit bem ^rufit« 



Triaudr. Monugyn. öl 

fnoien innig oernoac^rrn ; tfelfaum balb unregelmäßig gejä&nt 
oötr gelappt, balb niuifiariig eingerollt, balb unbeutlicf;. tfrone 
oielblättrig, auf ben Svudjtf noten ; Saum fem** ins fünffpaltig. 
mel;r ober weniger Deutlich unregelmäßig, bic Styfri in ber 
flnofprnlagc gcfdyinbclt; iftöbre am ÜJrunbc häufig mit einem 
Koffer ober Sporn. Staubgefäße ber ßroncnröljre eingefügt, 
frei, (oier oDcr weniger, in c i fr aber brei). grudjtfnotcn t>rci* 
fädjerig, bod) abortiven in ber Siegel jroei gädjer; eins ift nur 
frudjtbar unb entnält nur ein r)angenbcö ©iefeen (Briffci einer, mit 
ein bis brei Starben. Same .eiweißlos; S?cim gerabf, Sßiir* 
äcld)cn jum STabel gerietet '}■ (62 Sani. Valerianearum pars). 

22. Valeriana. 23 al tri an. ^clcbfaum jute^t in eine ^eterfrene aut* 

it>acl}fcnfe ; Äronc am ©runfce mit einem £b\fev 2 ). (62). 

23. Valerianella s. Fedia. geltfalat. ^elcljfaunt ßejäl;nt, feltener 

unfOjeiubar 3 ). (62). 

B) 23lüt)ten unrerfednbig. 

24. Montia. üftontie oter Üuellfraut. ftelcf) sweiblättrio, , bleu 

beut. ftrene am ©mute an ter einen Seite gefpalten, mit fünf* 
lappigem Saume. §>rei Starben. $apfetfrucl)t. kleine, faftirje, 
fleifcfcige, fel;r dftige $Pflan}e; an Quellen, ©räben. (62). 
B. Q3lül;ten unöolljtänfcig. 

A) sperigontum biumen artig, Im grudjifnotcn angewaa> 
fen, mit fed)Stf)ciligcm Saume, befien brei innere Sipfel häufig 
fleiner als iii äußeren finb. Staubgefäße meift getrennt, ge* 

*) 3n biefe gamilie gebort nod), wenn autf) nidjt ju bcrfelben Cinnäifdjen 
klaffe unb £)rbnung. Centran<hus. 

*) (Sinige §ubcn ganj gleiß gebilbefe S3lübten; anbere Sirten zeichnen fid? 
burd) bas 23orf)crif£t)cn bes einen ®cfd)led)tes aus, inbem balb bic 33lu* 
men größer finb unb aus biefen Ue Staubfaben weit berr-orragrn, bali) 
fleiner unb bann bic Staubgefäße ganj einfd)ließenb, wärjrcnb ber Gkif* 
fei r)cruorftct>t, fo U^ folcbe Wirten polfjgamifd) * biöjifd) erfdieinen. S3ci 
einigen biefen finb bie Stängelblättcr gefiebert, bei anbern breijäbjig, bei 
nod) anbern ganj. 

*) Stfan untcrfrfjcibet oier Unterabteilungen : Locustae. VC. 25ie 2Banfe 
bes 5rud)tgct)äufcS am Stiirfen bes fruchtbaren gad)cs uerbifftij bic un* 
fruchtbaren güd)cr burd) eine nnoollfemmcne Sd)cibcwanb getrennt, b) 
Selenocoelae DC. 2)ie Sßanb ber ??nid)tbü'Ue nid)t oerbidt; bie Säcber 
burd) eine poUfommene Sd)cibcwanb ron einanber getrennt. ßeid)faum 
unfdKtnbar eDcr einjäbnig c) PsilocoeJae DC. %\t beiben unfrud)tba- 
ren «äd)cr oiel enger als bas fruchtbare, fabenfermig. 2>er .ftclcbfaum 
entroeber mit brcbjunbcn, pfriemenförmigcn,3urücfgefrümmten Snbnen ober 
frautig, fd)ief abgcfru£t, mit größerem £inter.jaf)ne, d) Platycoelae. K. 
%\t unfruebtbareu gäcfcer fa(T bem fruchtbaren gleid) ober nod) grö* 
fier. Äeld)faum entroeber frautig, fdnef abgeftu^t, mit größcrem hinter- 
?a^ne, ober beajerig'glocfig ober fugelig, unb abernc^ig, in fedj* bis 
iroölf Sorjtcn auögcöenb. 



92 Triandr. Monogyu. (Irid. — Cyper.) 

itfS§ÄK^ ben brei inneren ^.ertflonjipfrln am ©runbe ange« 
warfen. Sinteren ausmärt* in £ä'ngSTt£en auffpringenb. <£ier* 
ftotf breifätberig, meift üieteiig. Starben trei, oft blumenblatt« 
artig r-rrbreitet. tfapfel bretfäcberig, breiflapptg. Samen mit 
©tauig, • ifeim arenffan'big, iai SSur.jflenbe sentripetal. SD?o* 
notoüjlabemfdK .Knollen- ober 3roiebetgen>äd)fe mit febroertförmi* 
gen ober linealifcben, reitenben flattern. (120 gam. irideae). 

25. Iris, ©djtvertel. 23lül)teni)üllenfaum fecb^eilig, mit ungleichen, 

rced)feltt>eife jurfiefgebogenen 3'Pf^ 11 ' ©njfd treifpaltig, mit btu* 
menblattäl)nlid)en Sappen. 

26. Trichonema Sperigonfaum fect)$tl;eitig, cffenficl)enb, 

regelmäßig. ©riffcUappcn fel)r fd)maf, juniefgebogen. 

27. Crocus. (Safran. Sßerigonfaum fedjSfijfeilig , gteefig, regelmäßig. 

9?arberijipfe{ nad) oben verbreitert. 

28. Gladiolus. ©tegivurj. ^Jrigonfaiim fe d)$ti) eilig , unregelmäßig, 

fafr jrceilippig. Staubgefäße aufftrebenb. 
B) 23'lü^tenl)ülle f eldjäbnUd). häutige, einfamige 
9t ü B d) « n. 

29. Polycnemum. fttibt pfeif raut. 23lül;tenl;üne fünfteilig, von jtvei 

ober brei 23rafteen unterftü^t. (Same runblid), fiein, »on bünner 
£aut unb bem 5Md)e umfd)loffcn. tfeim ringförmig. (104). 
O S5algblüljten. ^erigon feblenb ober am brei bis feebö unb 
mehren SBorften ober l)aarat)nlid)en Saben, feltener aus häutigen, 
frautigen ober fnorpeltgen §3lättd)en (Speljen) gcbilbet, unb bann 
rigentlid) ein Söälglein barftellenb, bat juivcilcn in ein fdjlaud)ige$, 
an ber Spi(?e burdjbolirtes SBliififenfdjeibcben jufammen gemaebfen 
i|L Staubgefäße mit an ber ®pi£e ungeteilten €taubfolben. 
Starben iroei bis brei, 3uroeilen ift felbft ber ©riffel ärceifpaltig. 
9Iuß sufammengebrücft ober bretfantig, natft ober wn bem bleiben* 
ben ^Jerigon umgeben; bie grud}tbiillc fruftig ober beinljart, itm 
©amen ntdjt aufgemaebfen. Samen eiroeißfjaltig, mit fer)c fleinem, 
meift im untern @nbe bes diroetljes eingefcbloffenen tfeime; tfnöfp' 
eben unbeutlid). üDionofottjlebonifcbe Kräuter mit büfdjcliger Safer» 
rourjel ober gegu'ebertem, befdjeibeten, friedjenben SSSurjelftocfe. 
£alme feiten fnottg*gegliebert. 25ltif)ten bcrmapbrobitifd) , polp« 
gamifd) ober monöjtfd), in einjetne ober gehäufte, badu'ge Slebren 
Sufammengefteüt;. jet>e einjelne S5lül)te oon einem, feiten 3roei, 
fduppigen ober febeibigen S)ecfblättem (S3algflappen) unterftüfct. 
(131 §am. Cyperacearum pars major vel tribus Scirpinarum 
et Cyperearuoi). 

1) 7let)tä)tn $voe\$tilig. 
30, Cyperus. $öpe rgra*. 23älge gefielt, jaljlrcia), bie beiben unte- 
ren Meiner unb getvermlid) blüi)tento6. 



Triandr. Monogyn. (Cyper.) 93 

3i. Chaetospora = Schoenus. ftnopfriet. 23älge einer bii neun, fcie 
unteren jtyei biö fcrei leer. 

1) 2let>r.d)en überall $u$tlbad)fc>tmig; fcie unteren fcrei bi? 
tner 23ältje kleinen unb unfruchtbar. 

32. Cladiura. ©cbneit>e. 23iutnenl)ülle fehlt. 9iü§d)en ebne lieber« 

refi te$ ©riffele, mit fciefer, lefceravtiger, nad) lern 23ertrccftten 
jerbrcd)lid)cr Schale. 

33. Phynchospora. SDiocrfimfe, ^lumenbüfle fed)6borfHg. Stäben 

mit tem bleibenden, erwarteten, langen, am ©runte breiten mit 
fiadjen Ueberrefle fce£ ©riffele t)urd) ein ©elenf »«bunten, 
3, Itetytcben überall siccjelbadjförmüj; cue unteren 23alae gro* 
f er, einer bis S^ei unfruchtbar. 
31. Heleochäris. 3ciet. 23orfhn nid)t berttorragent ober feblent. 
SRufidjen fpigentig mit tein vertieften, am ©runte eingefdjnürtcn 
Ueberrefie te$ ©riffele gefrönt. 

35. Fimbristylus Werften uid)t rjersorragent euer fefjlent. 

9?üfjd)en fpt§cntig. ©riffel äufammengetrücft, über Um ©runfce 
gegücbert. 

36. Scirpus. ©imfe. 33orfhn nidjt fjerüorragent oter feblent. 9?ü0s 

eben fpi^entig, nidtf mit ter bleibenden ©rijfelbafte turd) ein ©e* 
lenf t-ertunten. (13i). 

37. Eriophürura. 3Sollgra$. Sollten Jjeröorrageht , ttiel länger alä 

tie 55dlge, befonterö naJ) ter 23efrud)tung. 2let)re einzeln, enfc* 
ftantig, ober mebre 2lebrd)en jur ©pirre »erfammelt. 9cüfkben 
cl;ne meillidien Ucberrefi te$ ©riffele. 

3m natürlichen ©tjfleme- werten tie teutfeben (£9peraceen auf 
folgente 5Seife öertbeilt. 

1. mit 5nurterbiüt)ten. 

tl) Cypereac. 5letjrd)cn meift mejbliiljtig. ©djujtyen (33ä'lge) 

jweireiljUjj fct)r wenige ber unteren oft leer, tfetd) feljlenb, 

©rtffei am ©runbe gleid), abfällig. Sirene niemals gefdjnabelr. 

i.(30). Cyperus. 3u>ct Untergattungen: Pycreus (©riffel jweifpaltta, ; 

5rud)t »on ten ©eilen äufammengebrücft) iwt) Cyperus p. s. d. 

(©riffel treifpaltig. ^ 9?u§ treieefig oter treifantig.) 

b) Scirpihae. 23ä(ge fafi überall fdüntelig. 

«. Scirpeae. "Jleljren meift oielbliiljtig. 23alge überall fdunbelt'g, 

ungleich; bie unteren gröger, febr wenige bcrfelben oft leer. 

Äeld) balb niebt oorfjanben, balb rubimentär; bann fed)S, 

feiten merjr ober weniger SBorften ober Kardien. Srucbt meijl 

burd) Den bleibenben (Sriffelgrunb fta^elfpt|ig ober gcfcbnäbelt, 

2.(34). Heleochäris. 2)rei Unterabteilungen: a. Eleocharis s. str« 

©dwppcn weitläufiger gefMt, etroaö fpi| oter ftumpf, ein« 

(feiten breiOneröig, gefielt = fabnförmig. ©riffel meift treifpal= 

tig. — b. Eleogenus. ©djuppen Siebter, mit runtlidjsftuuip* 

fec ©pi$e, einnerbig, toimx* ©rifel meifi ^roeifpalt^. — c. 



94 Triandr. Monogyn. (Cyper.} 

Liranocharis. &<A)üp))en fefor tiefet tad)jiegeu*agig, fein viel* 
nersig, fafi leterig mit turd)fd)einentem SRante uufc €yi£e. 
3.(35). Fimbristylus. 

4.(36). Scirpus. 3)ret Untergattungen, a. Scirpus. Sichren meifi t>ier» 
blür-tig. 3fteiji fed)ä getvöjmÜcl) rücftvärtö fiad)elig*raul)l)aarige 
(juivcitcn nber auc^ febr lange glatte oter »orn fieifbaarige oter 
feterige) Söorfien. ©rijfel gettöJjmHcb treifpaltig. Stoci Uns 
1 rerabtbeilungen: «. Limnochloe Baeothryon alior. 2lebre ein* 
jcln, entfiarifcig, ringö um gefdjintelf, »telblübtig, ot;ne ein 
fiangeiblattförmigeS 25ecfblatt. 33lument;üQe meift fed)ß= (au<ü) 
trei =) borfiig oter au$ ganj feblcnt. 9iü0d)en ebne mcvflidjen 
Uebevrefl teö ©riffele, ß. Scirpidiuin. Sieforen toltig, mit 
e'nem oter mebren ftangelblattartigen 2)eeJfblättern. Slet;rd)cn 
ringsum gefd)intclt, »telblübtig. 9tügd)en fcom fadenförmigen 
©rijfel gefrönt. — b. Isolepis. Sieforen gefefeinteft, üielblüb* 
tig. #9pog9nifd)e t. b. SMumenfoülle biltente ÜBorfien oter 
ed)iippd)eu niebt »orbanten. ©rijfel meift treifpaltig. 9iüfjd)en 
meifi treieefig, gcivöbnlid) mit bleibendem ©riffelgrunte. 2DM;re 
Unterabteilungen: «. Isolepis s. str, Sieforcben jufamuienge* 
fnäuelt, fafi feitlid). %mi £>üflblättd)cn, teren unterem aber 
abfällt, h)8forent ta<5 obere länger ati tie SIefordien nürt und 
tcu Spahn fortfe^t. Sftüfjdjen treiedig. ß. Eleögiton. Slebr* 
d)tn entfiäntig, einzeln, naeft. ^artjepfe einförmig, toppelt* 
fouöer. j'. Holoschoenus. 9Ieford)en entfiäntig, jufammen* 
gcfnäuelt. Unter tem 23lüfotenfiante ein alnvärtS gerid)tcteS 
borfienförmigeS Hüllblatt unt einige fleinere tetfblattartige, 
Nelcfce fürjcr aU tie Slefore ftnt. — c. Blysraus. Sieforen 
iruei' büs acfotblüfotig. Sd)uypen fielförmig=fonöe,r, öierreibig« 
tacfojiegeflagig. 3)ieifi trei oter fedjS rütfwärtS geftadjelte 33ors 
fien. ©rijfel jtveigefpalten. $rud)t flacftlid) fonuer, mit tem 
©riffelgrunte gefrönt. Slefore »on einem jiänn,elblattartigen 
35ccfblatte unterflii|t. SSur^elfiocf borijcntal, friedjent. 
S. (37). Eriophorum. $)rei Untergattungen: a. Hexachaeta. 9?ur mit 
fed)o lameflenarttgeu $?eld)borfien. b. Eriophora genuina 
haben febr »tele lameflenartige £>aare. «. Eriophcruui s. str. 
©tängcl blattlos oter nur mit Sölattfdjeiten ebne platte, ty.tty 
ren einzeln, entftäntig, aufrcdjt. ß. Polystachyum. ©täugel 
beblättert, <8pirre mit niefenten 2Jel;rd)en. 

ß. Rhynchosporeae. 2tef;ren meift armblüf)ttg. gdjuppen 
gtt)eireit)ig ober überaü jiegeltadiartig ; tie unteren fleiner 
unt leer. 53lül;ten häufiger voH)gamifd). Äeldjborfieu in 
»erfdjietener 2lnjar ; l: meifi fed)ö, jun>eüen mel;r oter awi) 
tveniger unt bäufig gan^ fet;lcnt. @taubgefa0c meifi trei, 
jutvetten fed)^. ftxuQt mit tem ©riffelgrunte gefrönt. 



Triandr. Monogyn. ~ Digyn. 95 

««. 9lc(jrd)cn unbeutlidj ärccijcilifl, in rnfeftänoige tfityfcbrn 
Sufammcngcträngf. CSchoe?ünae). 
6.(31). Schoenus— -Chaetosporaet Schoenus alior. Sichren ein* bi$ 
fünfbliihtig; alle blühten jidtterig. $rei bi£ fed)$ raube ctet 
feurige $c Idjborften. ©riffel treifpaltig, am ©runte nid)t »er? 
lieft, abfällig, grucht treifantig, tint) bei einl;cimifd)en (yot;* 
nie (ßftarafter ter Untergattung Chaetospora, »eiche aber 
ttie Schoenus s. str, meifl fütliche 2lrten enthält) von 53or« 
ften umgeben. 

ßß. 5lcljrd)en «beratl ta^sifgcHagig (Cladieae), 
7.(32). Cladium. 
8,(33). Rhynchospora. 

2) 2tfür;ten cntlinifch, entroec'et: n\cm.o$i0p obet polygamifd}* 
monö3ifd), 

c) Caricineae. 23gl. Monoecia Triandria. 
9.(744). Carex mit ten Untergattungen Phyllosphora, Vignea unt 
Carex s. str. 93gt. teßhalb 9<?r. 744. in 5er Monoecia 
Triandria. 
10. (745). Elymus mit ten beiten Untergattungen Elymus s. str. unt 
Kobresia. ©. fflv, 785. in ter Monoecia Triandria. 

[3n tte Triandria Monogynia gehören nod) einige ?Jrten ter 

^atnilie 
Gramineae (»gl. Triandria Digynia 9?r. 32 — 101 unt 

(113) Asperula tinetoria]. 

2. O r t n u n g. 

DIGYNIA. 

|3ttlflblühtfnmtt3iD<rt $J i ft t U e tt. 

^erigon fel;r unöoUf'ommen, aus jwet, feltener trei untertveibigen, 
tttvaö fieifd)igen, juroeilen jufammengen?ad)fenen ed)üppd)en (3)ccf* 
cter £onigfpeljen) beflebent oter fehlcnt« Staubgefäße meifl trei, fei» 
tener mehr oter roentger. ©riflfel jivei ct>cr einer mit jivei Farben, 
ffartjopfe »on ten fdicicigen S)ecfblättd)en umfüllt unt frei (naeft) cter 
mit tenfelben öerwaebfen; tie gruchttjülle tünn, papieranig styäutig, 
fehr feiten frufiig, lern ©amen aufgeivadifen. Gritveifj groß, mehlig biä 
fafl hornartig; a n lern untern Grnte teffelben ter feiüicb anliegende 
Stetn mit meifl teutlicöem S?ncfpd)en. 2Monoftett>letonifd)e, meifl fraut* 
artige ©eirächfe mit büfdjeliger^^ffrnjur^el oter gcglietcrtcm, fried)entem 
SSurjelflocfe unt meifl ftielruntcn, fnotig geglieterten Halmen mit ich* 
rigen ©lietern. £3lätter roechfelflantig, über jeten ©liete in eine 
©cbeite ^ufammengerollt, auf tiefer ein häutige^ 5lul;angfel tragend. 
Slübten meifl jtmtterig oter »ielehig, feiten monbjifd), fon jtvei, tie be* 
fönte« Slühtenfcheite (öälglein) biltenten ©pelzen umhüllt, ju mehren 



96 Triandr. Digyn. (Gramineae). 

in jtreiljauftge tadjige 5lel;rd)en öereinigt, ireldje an einer gemeinfebaft« 
lid)en @pintcl ju)en unt eine sufamtnen gefegte 9Iel;re bitten, oter ge* 
fliclt unt in eine Svifpe aufammengeffrllt fmt. (132 gamUie. Grami- 
neae, (Strafet}. 

A. 51 e l; r d; e n in 2lusl;öl}lungcn ter ©ptntel eingefenft. 

38. Psilurus. ^orfienfcDroang. SBatg cinftappig (in ter @nt» 

blüljte groeiflappig), oiet (ärger als tie 33iül;te* 

39. Lepturus. $y a &* »fdj wanj. 23a(g ein« bis gtt-eiclappig, tfte ein* 

gefenfte S3lüi)te beterfent. 

B. 5IUe 9le$r$en auf 3&$nen ter ©pintel filjent, ei» 
ntrje gefltelt. 

40. Nardus. 23orfiengra$. Ol;ne 23alg. 

41. Loliura. Zold), tflayQxat. 23alg ter <Seitenal;rd)en einflappig, 

ter Gfntal;rd)en mit jroei klappen. 

42. Hordeum. ©erfle. 2Jel;rd)en trei an jetetn Qaljn ter «Spindel, 

einblumig; tie feirfic&en meifl nur mannlid). 

43. Elymus. 4> aar 9 l ' aö - 2lel;rd)en stvet bi» öier an jetem %al)n ter 

©pintet, ein« bte »telblumig. 

44. Gaudinia. 2lel;rd;en eingeht. Sfeujjere 6pelge mit einer gegliedert» 

nietergebogenen ©ranne. 

45. Aegilops. 2&ald> Slefordjen eingeht. 23lül;ten an ter ©pi^e gtvei* 

biö öiergäljnig; 3fym ü fc begrannt. 
46» Triticum. 2S eigen. 2let;rd)eu eingeht. 23lül?ten an ter ©pi£e 
begrannt oter nidjt. 2Jel;rdjentecfblätter eiförmig oter eblanjett* 
förmig. 

47. Secäle. Joggen, ©ang eben fo roie Triticum, nur Sie ©ran» 

nen ter 53lumentecfbla'tter ftnfc länger. 

C. 2lel;rd)en an ten ©lietern ter Siebte oter an ter 
geglieterten SKifpe partveife, eins fi£ent, ta£ an» 
tere gefiie lt. 

48. Erianlbus. äSolljucfer. 5lffe 5lel)rdjen fruchtbar unt ade line» 

alifd). 

49. Audropogon. 23artgra3. S)ie Renten Sfefcrdjen guuttcrig, tie 

gezielten männlid), alle liunalifd). 

50. Sorghum. Sföoorbirfe. SMe ji^enten 21el?rd)en fcerinapfjrotitifd), 

eiförmig oter cUlangettförmig, an ter <Spi£e treigäimig; tie ge» 
ftielten mannlid). 

51. Heteropogon. ©djopfgraS. 5>ie unteren ter Renten unt äße 

gezielten 5Jlel;rd)en mannlidj ; tie oberen Renten turd) fte^lfdjlag 
ivciblid). 



Triam! r. Digyn. (öraimneae). 97 

D. 2lcl;rd)en länger, cter für^er«, auiveilen fe£r futj 
gcfiielt, einblütig', otcr einblütig mit hm 9?u* 
thnente ter ^weiten oberen ot> et- ter jiuei unteren 
83 fügten. 

1. 7fel>cd)en öom JUtcFen tycr 3ufammena'et>i:üd?t. 

52. PanTcum. £)irfe. §öaltj fdjetniar tretflappig, tie leere untere, 

einer Salgflappe aljnclnte ©pcl^e Heiner fllö tie leiten Alanen, 
oft feljr flein. .$lel)rd)enfiiele ol:ne §3orfknl;)üfle. 

53. Setaria. gtenn id). (Sbenfo; nur tie Stiele am ©runte te* 

Sleördjen öbn einer 33orflcnt;üHß uuiijeben. 

54. Lappago=Tragus alior. .... S3afi] ^eiffappig ; tie untere 

klappe fel;r ftciu unt tünnljäutig, tie obere leterartig, faß flache* 
lig. 33lutnenSecf&latter (;a'utig. 

55. Milium. &• lattergraö. 33a(^ jtwiflapptg, uieift großer al3 tie 

unbetvefyrte fnorpclartige 23lume. 

56. Piptatherura. ©ranne nl;ir fe. 53a lg jtveiflappig , größer als tie 

fajl gleiten, entließ forpeltgen ©pelzen, teren äußere unter ter 
@pi§e eine ictcijt abfaHente ©ranne l;at. 

2. "He^rden von bet ©ette 3ufrtmmengec>tücl?t. 2vetm 25alg. 

57. Leersia ©pelzen tie Sarpopfe einfd)liefjent. 

58. Coleantlms = Schnndiia alior 6pi£e cur^ec ati tif 

^arijopfe. 

3. 7ie\)td)tn von bzt Seite 3ufammencfe&ritc&. 23alg 3vc>ets 
Happig. £>te 23lül;te tragt an il)rem ©runbe. nod) 
ein Ine $n?ei fdjuppen förmige ober fpeljartige leere uns 
tere 25älglein (23tumem:ui>imente). 

59. Phaläris. 53antgraö. 53alglein ter ^witterbliityte für^er qU ter 

53alg, jiveifpcljig, f'norpelig, grannehloö. 

60. Anthoxantium STCitdigraS. Spesen ter leeren 53ä(gtein auf tem 

Briefen begrannt, tie beiteu te$ fruchtbaren 53afgleinS Heiner,. 
graunenlcsS. 

4. 2lel)rd)en von ber «Seite jufammengebrttctt ober fctel)» 
nmö, 23alg jroettlappig, einblür^tig, 3tm?eilen mit bem 
ttutnmente einer oberen 23lül)te. 

a. Starben fa'bltd), aus oer ©ptjje fccö SöälflleinS Ijcrcor* 
frefeno. 

61. Alopecürus. 5ud)öfd)n)anj. 53älglein einfpeljig, fd)laud)fönnig, 

auf tem einen Spante oberwartS gefpalten, auf tem SRücEen unter 
ter ÜJlitte begrannt. 

62. Chamagrostis. 3n>erggra£. 53algf läppen ungeftelt; 33atglein 

Jtveifpeljig. . 

63. Phleum. giefdje. 53algflappen gefielt, fafl gteid; lang, langer als 

tie Speisen. 7 



98 Triand. Digyn. (Gramineae). 

64. Crypsis. 2)orngrao. 53algf (appeu gefielt, ungleicl) lang (tie nn* 

tern fur^er), h'ivjcc als tie Speien; tiefe jicmlid) uon ^leictif r 
^dnge, tie obere nur tvenig fü-r^er. 

65, Sparlina. 33 ef engrag. 23algflappen gefielt, tie untern fiirjcr aU 

t*aö Ualgtein. ©peljen ungleid), tie obere länger. 

b) kar&t.n bem jiemfid) langen ©riffel aflfflltänb, $pttiwßlfcc8#< 
unter ber ©fitfjj bcö 33alölcmö Ijevuüvtretcnb. 

66» Cynödon floppen fdnnal, offen jtefjent. Sie 

obere @pelje linienförmig sitnufielig, tie untere faljnformig jufam* 
mengetrücff, papierartig. 

67. Imperata. , . . . . 33algflappen fcbttefjen ta& treifpeljige 

jartl)äutige 33atgtein ein. Sie ©riffel t>om ©runtc an btö jur 
5D?itte mit einanter öenvad)fen. 

c) STavbfii ßVfieWf, unter bev ©jiijif beö Ü3ähjlcin$ (fcriwfrcftnfc. 
©riffel fürs oöer feölenb. 

68. Lagurus, ©ammetgraö, 53algflappeu pfriemfermig, in eine 

©ranne auögebent. £>ie untere ©pefje mit jtvet (gntgranuen 
unt einer fniebeugigeu ^üefengranne. 

69. Polypogon. ..... 23algf£appen auö ter abgefaßten oter 

fafl auSgeranteten @pi£e gegrannt. ©pefjen tünnfjautig. 

70. Agrostis. Straußgras. SÖälgflappen fpüj, tie untere größer. 

©pelzen tünuf;autig, fal;£ oter am grünte »ou fefjr furjen $aa* 
reit umgeben. 

71. Apera. SBintt;atm, (Sbenfc, aber tie untere 23algflappc fleincr. 

72. Calaraagrostis. @d)üf. 23on ten fpi£cn $3algflappen ift tie untere 

tie größere. 2>ie (Spelien fmt> am ©rünfce mit oielen feitenarti- 
gen paaren umgeben, tie langer a(3 ter duerturcömcffer ter 
©peljen ftnt. 

73. Trosehelia— AmmophYIa. Santfyalm. (Sbenfo, tod) tie untere 

Salgflappe ifl tie fleinere. (35er 9?ame Amraophila ifr fcöen in 
ter 3oologie an eine Smme »ergeben. Sei) fcblagc oor tiefe ©ras» 
gattung tem Zoologen Srofdjel ju (5i;ren Troschelia ju nennen. 

74. Lasiagrostis, SiaubgraS. 53algflappen fpi£, tie untere größer. 

®ie untere ©pelje auf tem liieren mit langen paaren befe£t. 
©raune bleibend, unter ter ©pi£e eingefugt. 

75. Stipa. Spfriemenfraut. Satgftappen fpiß oter auö ter @pi£c 

begrannt, länger al6 taS S3älgleiu, tie untere klappe größer. S)a£ 
jtveifpeljige S3äfgfein juleßi teter; oter fnorpefartig ; tie untere 
©pelje iualjig^ufammengerollt, in eine getreue, am ©runtc mit 
einem ©etenfe yerfeben, aber bleibente, fhrfe ©ranne auSge£)ent. 

76. Gastridiuin. 9iifjengra$. 23algf£appeu fpiß, feh> jufammengee 

trücft, am ©runte fafr fugclförmig angefdjn'ollen, ©peljen bautig. 



Triand. Digyn, (Gramiueae.) ^ 

E. H«Jfc<$tn langer oter fürjer, jumeilen fef)r furj getfielr, jwei* 
bte »felblujjttg, tie untern feiten gefdjled)tsle$ ober mann* 
tid), tie obere aber l;auft<j »evfümroert. 

1) Warben fabenföcmüj, aus t»ec ©pttje bes 2fel)cdjens 
lancr Jjewomuienb. 

77. Sesleria. ..... *S)ie untere ©pel^e ganj, ftad)elfpi£ig oter 

begrannt, oter an Ut Spi§e trei* bti fünftälmig, tie §atj>ne fla» 
djetfpi^ig oter begrannt. 

78. Echinaria. ^lettengras?. S)ie untere ©pefye ^antförmig , fünf« 

fpaltig, tie 3'Pfe£ lan^ettlid^pfi-iemenförmir]. 

2) Starben foztngwtbtllg, unter: bei' Spitze bes 23äujleins 
l)ecr>otttetenb. 

79. Arundo. 5pfal){rol)r. Sletjrdjen »ielbiübtig; «He §3afg!ein, roe=- 

nigjlenä tie unteren, l)er«uipl;robitifd), auf tem 9i liefen mit lan- 
gen paaren befe£t. 5J3ä£4jIetn äiveifpel^ig , untere ©petje unter» 
wartö mit langen paaren befe^t, an ter @pi|e treifpaltig, tie 
3'pfel ftad)elfpi£ig, ter mittlere in einer ©ranne »erlangen. 53aig* 
ffappen fo lang aU ta£ 5lel;rdjen. 

80. Phragm'ites. 9?ol)r, 2Iet;rd)en öielblütjtig; tie untere 23lüi)te 

männlid) oter gefd)led)töfe$, mit naeftetn 23alglein; tie übrigen 
jttntterig, il;r 23algtein mit langen paaren umgeben. 53älglein 
jrceifpeljig , grannenlcö: tie untere Spelte an ter 0pu)e unge* 
tfyeilt. 23algflappen fairer als t>ie untern §3älglein. 

81. Hierochlöa. 33iar tengraS. ?le^rd)en tmbti'ibjig ; tie beiden mt= 

teren §3lül;ten mannlid), treimännig, tie obere juuttertg, jiveiman* 
nig; tie §3alglem tai)U 

3) Watben gefiebert, am (Brunbe ber. 23lül)ten ^etvotVotiii 
menb. 

83. Lamarckia (BefcbJed)t3lofe §IeI)rd)cn tfielblübtig, 

mit runt(id)*abge(hi§ten Spesen; pittcrige §lel;vd;cn einblütig 
mit Sftutimente einer uveiten 53lüt)te. 

83. Arhenatheruiu. SBteftn&afcr. Sle&rc&eti jkvetblitytig ; tie untere 

23lübje männlid), begrannt; tie obere äftitterig, ungegranut. 

84. Holcus. uferte» der £oniggra$. 2iel)rd)en ^eiblül)tig; un* 

tere 231ür;te jnütterig, unbegraunt; tie obere männlid), gegrannf. 

85. Corynephörus. ©ilbergra^. 2lel;rd)en jiteibtü^ig; 23lül;teit 

3tt)itterig. Untere 6pelje mit ganzer @pige, am ©vunte auf 
ten SHücfcn begrannt; ©ranne feulförmig, in ter SDiitte geglietert 
unt mit einem jarten ipaarlranje umgeben. 

86. Aira. 6cbmele. 2let;rd)en atveiblübjig ; tyermapfirctitifd). 2)ic m* 

tere @pelje mit jtveigefpaltener oter jweigrannigei* @pi£e, auf ten 
Rüden mit einer am ©runfce getreten ©ranne, 

87. Arena. £afer. 2lel;rd)en jtveU oter mel;rblüt)tig 23lüfajcn l;ev* 

maprjrctitifd;. S)ie untere €>pe(je mit jtveigefpaltener oter jtvei* 

7* 



100 Triand. Digyn. (Grnmineae.) 

granniger @pi(5e, auf tem 3Wicfen «nit etneu am ©mute gctrel;- 
tcn ©ranne. 

88. Dnnthonia. ■ ?lcl)rd}en givei- bi» t>ielbliil;ttg, jivitterig. 

Untere ©pcl^e an ter 0pi£e jroeigefpalten, ciuö ter Spalte eine 
am ©runte flad)e uni) getreue ©ranne anöfentent. 

89. Tridens~Triodin. S5reijal)tu 5W;rd}en jroei* fciö siclblüljtig; 

23lü()ten jnntterig. Untere ©pcije mit treijabniger Sp;£e; ter 
mittlere 3 a 0" fladjelfpi^ig. (£>er fflaim Triodia ift ivie eine ab» 
gegriffene CDauije, tereu ©eprage nid)t iu erfennen ifr. «Sd.)on 
treimal ifi tiefer 9?ame an *>erfd)ietenen ©attungen gegeben unt 
tann ivieter öertra'ngt ivortcn ; aufjertem eriftirt nod) ein at)tiiid) 
flingenecr 3?ame Triodea. S?untl) (Enumeratio plant. I. y.) 
fclbft roeifj nid)t, tvaö er au$ öronm'ö ©attung Triodia madjenfoH. 
©ntlidj ifr ter $lame fd)led)t gebildet unt nmg Tridens Reißen, 
rocldjen 5Iu^ruct Körner imt> <Sd)ulte gebraud)t Jjaben. 

90. Meliea. 5perlgra£. 9Iel;rd)en jrbei- oter met;rb(üt)tig. Safglein 

unbeiväljrf, V\$ untere ober tic jtvet untern liermapf;rotitifd) , i>oll= 
kommen, ta$ jtveite oter tritte unaimlid), uuöofifommcu, unt ein 
bis jivei unyoUf'ommene 33tül)ten einfdjliefscnt. 

91. Koehleria, ._♦.., 2lel;rd)en jnm« bis snelblisfytig. 23älg= 

lein lanjettiid), rielformig äufammengetrücf.t. Untere ©pelje an 
ter jtveifpaitigen oter ganzen ©pi£e gegrannt oter flad)elfpi£ig, 
©rannen borfiig, gerate. 

92. Dactylis. S?naulgra3. 5Iein - d)eu trei* bis s>ielMul;tig, lanjeft* 

förmig, an ter äußern Seite foti|.ey, an tcr hinein fonfdtf. 21 eu* 
$ere @pelje unglcid)feüig gefielt, auf ter ungeteilten oter pveu 
fpaltigen @pu)c flad)flfpi£tg oter begraiint; ©raune borßenfer* 
mig, gerate. 

93. Poa. SRifpengrav. $lel)rd}en jtüei* biö iMelblüijtig. 23alglcin 

ei> oter lanzettförmig, auf tem bilden fielförmig jufammenge* 
trücft, gvanrienlo», mit einem ©liete tet- an ten ©elenfen jule^t 
fid) trennenteu ©pinteldjenS abfällig. 

94. Eragrostis. Sieb es gras?. 3(el)rdjen jivcU biö viclblüfetig: 23afg 

lein eirunt oter lanjettlid), auf tem Sü'icfcn gerielNjufammcnges 
trücft, graunenlcS; obere @pcljc mit ter @pintel fttjeu btei= 
beut. 

95. Glyceria. ©dnvaten. Sleln-cüeu jrc-'ei* oter t>ie£bliit;tig. S?äfg(em 

länglid), mit fafi rcaljen förmigen Saiden, eimvartS fafi baudjig, 
oben fhnnpf, abgeruntet oter f'urj gejafmr, granncnloS. 

98, Molinia ♦ 5-?el)rd)en ji^ei- bisS DielbliHjtig. S3älgfcin r 

am ©runte eintvSrW baud}ig, mit l;albjolintrifdH' , m ^üefen, nor? 
geilredter fcgelförtuiga - Spiyc, tic entireter uubegraunt ift, oter 
eine gerate ©ranne tiat. ©Viffrf an in $3afki einanter .jiemticö 
gemifjert. 



Triandr. Big, (Gramineae). 101 

97. Briza. 3 i 1 1 er 3 v a ^. 5W)rd)eu g»fis bil ötelMufata* Untere 

©pclje am ©mute geö£relt4;erjförmig. 

98. Festüca. @d) n> in gel. 2lel;i\1)en jroei' biu tüclblütjtig. 2)älglein 

lan$ettlid) otei* lanjeftlidjspfriemeuförmig, auf lern üftücfcn {riet* 
runfcsgeroölbt, begranut ober unbewegt. Obere Speljc am ®runte 
fein behaart. Farben tcr @p:£e *>f$ $$rud){fnoren$ «"fäffnfl^ 
Oljue £ü'Ke» 

99. Cynosurus. Äauttngraß. $ie einzelnen §Iel;rd)en am ©runteturd) 

eine, aivS fielen stveijc'itfgen klappen gebildeten, ^üOe unterfingt. 
Uebrigenß tvic Festu«;a. 

100. Brachypodiuia. Qvocnte. 2Sie Festuca; todj tie obere ©peljc 
am -Kante borfiia/gcf'rümmt. 

10J. Bromus. Srefpe. ?lel;rd)eu öielblut;tig. 93afglein tat^cftlidj oter 

eiruntslansettförmig, begrauut ober unbciveljrf. ftrudjtfnotcn an 

bei: @pi(je behaart, auf ber werteren ©eite oberhalb ber Glitte tie 

furzen ©riffel tragenb. 

Sn Dem natürlidjen @yf?cm mürben bie beutfd)eu @rafer folgender* 

maßen &ertt;eilt werben kennen. 

f. Phaläres, S3ui!)fen j, £rj'. pofygamifd) ober biflmifdj, 
nur einige jnjitterig. 23Iüi)tenftanb rtfpenföruug. 

A. Olyreae. S3lü(;ten eingefd/cdjtig, monöjifd); utannltdje unt) 
ir-eiblidje 23lüt)ten in öerfclnebenen 2lel;rd)en; tie männlidjen unb 
tveiblidjen 5lel;rd)eu unai)nfict). 

1. (746) Zea. 

B, Alopeeurinae, ®ie Skljrdjen finb geftielt, »ielreentig, mciflöon 
ben Seiten jufammengetrueft unb enthalten nur eine l;ermapr)ros 
titifdje, au^ertem aber eft nod) eine oter niedre gefc£)(ed)iwlofe ober 
mannlid)c 331ül)Jten. 23algl'(appcn fo lang ober länger alö ta$ 
23alglein. Farben unter ber <Spi£e te$ 23a(gtein» (leröovtretent. 
Spesen oft glanjent unb in tcr ^-rudjt »erwartet. 

A. Alopecuroideae. 5fe^rd)en vifpjg ober in einer einfachen %x&ü* 
De ivedjfelftänbig, außer ber 3tvittcrblül)te nod) ein oberes, leeres 
ober oerffunmerteS S3älglein entljalfenb. 3Mc ©riffel üerlängcvt, 
mit fäblidjen, betjaarten Starben. 

9. (61) Alopecurus. 

3. (64) Crypsis. 

4. (63) Phleum. ferner jivei Untergattungen: Chilochloa. SIel;rd)en 

am ©runbe ber oberen ©petye mit bem flielförmigen, pfriemlidjen 
SRubimente einer jioeiten SBlubte) unb Phleum (ol;ne baß pfrie» 
menförmige 6tielct>en einer jiueiten 23iüt)te im $el;rd)eu. 

5. (62) ChainagTOStis = Sturiiiia. Hop. 

B. Phalarideae, Sieben auger ber 3rcitterblül)tc nod) ein ober 
\w\ leere lÄjlcin ober eine bis strei untere mcinnlicbc S3iitljfen 



102 Triandr. Dig\ (Gramineae). 

entljaltcnb. (Sriffel fang ; bie Starben faft febcrig, aus ber ©pifcc 
t>eö Sfefjf^enö fierr-ortretent). 
6» C^9) Phalaris mit jtvet in ter %vad)t fefjr t>erfd)ietenen Untergat- 
tungen: Phalaris (9?ifpe atjrenförmig gctrungen, eiruntlid); ter 
5tiet ÖcjJ öalgflappe mit einem ^lügelfortfdge v-crfeljen) unt Bal- 
dingera (Sftfpe lappig, in ter 23lübte$eit abftebcnt, ihre unteren 
9Iefh meifl j« artete«, unt eben r-erjiveigt; Satgftappen am Stitti 
md)t geflügelt). 

7. (81) Hierochloa. 

8. (603 Anthoxanthum. 

c. Holcoideae. Sftifpe öÜftf^enö. Slcljrßcn auger ber 3roifftr&lü(jte 

tiod) eine obere männliche SBlüOte entljaltenb. ©riffcl furj ; Die 

Starben febcrig, fetfroärfS {jemortretenb. 

6. (81) Holcus. 3}?an fyat jivet Untergattungen unterfdneten, Holcus 

(©ranne ter mannücöen 33lül;te Ijccfenförmig äurücfgerriimmt, in 

Sie 23algtTappen eingefcfyleffen ; SBurjel faferig, tidjte S^afen bil- 

tent)) unt Hippochloe (mit rried)enteut SSurjelftocfe tritt) gefrtiet» 

eingebogener, über tie SSalgffappen biuauSragenter ©ranne ter 

männlichen $3lül)te), todj türften fte vieHeidjt nid)t faltbar fein. 

C. Andropogoneae. 2leljvd)en'mcifl v>om ^tiefen (jer jufammens 
getrücft, ju jiveien, jeteö eine bcrmapbrotitifdje unt eine untere 
männliche &lül)tc, oter ftatt ter lederen ein leeret 33alglcin ent« 
entbaltent. 23algftappen meifr uon gleicher Sänge, U'enigftenö tte 
untere nid)t fleiner. ©riffcl lang; Farben fprengtvetelig, unter 
ter 6pi£e te$ 23älg(eing l;cn>ortretent. Spesen jarter alö tie 
Sialgflappen, tneift turefoftetytig. 

A. Imperateae. ^ebrdjcn uon ben Seiten äufammengebriieft. ©pel« 
seit unbearanut. £oiiiöfpefjcn feljlenb. 0ttti nur jroei «Staub« 
.flefäge. 

10. (67) Imperata. 23algflappen auswärt» mit fel)r langen @eitent}aa* 

reu befe£r. Itebrigcnö, fo weit c>3 ter ©ruppencfytrafter erlaubt, 
nue (18) Erianthus (f. unten), 
b. Eriantheae. Sfejjrdjcn r-om Wfirfen jufammcttße&riicff. Spcljen 

jum %l)dl bearannt. £omgfpef$en uorljaiiben. SÖuift brei Staub» 

gefagc. 

11. (19 — 51) Andropogon. 2ler)vcften parig, bie eutflantigen^utrei: 

ein» DoHfiäntig, begvannt unt ein et er jivct öerfümmerte unfrud)t* 
bare unt in ter 9?egel nid}t gegrannt; jene jiveiblütjtig, tie untere 
23ltil)te einfpel^ig, gefc&ledjtslo»', tie obere jtveifpelsig, zitterig, fei* 
tm ivciblid;. 33älßc unbegranttt unt fpStcr leterarttg »erhärtet; 
Spelje f leinet - turcbftdjtig, tie untere ter %mttcvklül)te mit febr 
langer ©ranne. Staubgefäße trei, ©riffel jtvei. Oöarium unt 
^arpopfc friht; ledere öon tem 23alge unt ten Spesen umbtiflt, 
frei. 2)rei Untergattungen: [19] Andropog-on, [51] Heteropo- 



Triandr. Dig\ (Gramineae). 103 

gon unb [50] Sorghum, weldje oben alt eigene ©attungen auf» 
geführt unb ifa'fHbfi fct;oit cfniraftci-tftvf Worten fmb. 
18. (48) Erianthus. 2We Siebreben fruchtbar, jwitlingSparig, ba$ eine 
ftßenb, ba§ antere geftielt, beibe am ©runte $egtieberi^ jtveibtüi)' 
tig. Salgftappen l;autig. %mi ober brei «Staubgefäße unt) jivci 
lange ©riffel. UebrigeuS wie vorige ©attung (Andropogon). 

II. Arundinaceac. S3lüf)teu jwittcn'g ober metebjg, SSrufj* 

renftanb meijl rifpenfonmg. 2iel)rcr)en meift em*, 

feftencr me^rbfü^tfg, halb beut Diücfen balb oon beit 

©eiten jufamutengebrücr'r, 3«nt großen £f)eil !)of)c 

unb fe()r fyauftYj fitmpfrgen 33oben iieOente ©räfer. 

A. Stipaceae. 9let)rd)en Dorn Briefen f>er mehr ober weniger JU* 

fammengetrürft, nur eine Qtolttetblufyte entßaltenb. 

A. Paniceae. Sfefjrcbcn auf bem üftüien gewölbt, r-orn nteljr ober 

tverttger fladj, unter ber Swifterbiütjte meifr nod) eine, aber nur 

leere Speise entbaltenb, »reiche einer Dritten SMgflappc ablieft. 

Sie untere 33algflappen Heiner als bie obere, oft fefjr fletn, ber 

fläzen ©eite beö Sle&rtbenö angebriieff. ©peljen mtfjx ober wc* 

niger leberig ober papierartig. (Sriffel lang; Starben fprengwe* 

bclig, unter ber Spitze beö 23äfgletn$ ^eroortretenb. 

13. (52 — 3) Panicum. ©d&einbar Irei 33algl;lappen wcam ber leeren 

untern ^pelje. 233(glein ber 3witterblül;te knorpelig ober (eberig. 

Untergattungen: a. Panicum. Slebrdjeuftielc cluie 53orfient)ufle. 

33algftappen unb ©pelzen unbegrannt. @d)üppeöen bobeiförmig 

ober abgcfhi^ts jtvcU bu? breilappig. «. Digitaria, mit ciufettigen, 

bureb eine furze ©pintel oerbunbenen, fafl wie Ringer georbneten 

8lel;rdjen. ß. Panicum, ^>irfe; mit weitfdjweifiger, großer, fafl 

überftangenter 3iifpe; au$ Oftiubieu, bei uns angebaut. — b. Ho- 

plismenus-Echinochloe. S'tifpe auZ einfeitigen, gufammengefc^ten 

3lel;ren gebittet. 23afgflappen begrannt, ©peljen ftadjetfoi^ig, auf 

ben Heroen nebfl ber ©pintel mit Reiften bcfe£t. <©d;iippd)en 

ungeteilt. — c. Sctaria. (9?o. 53). SIetwe walzenförmig; Stiele 

ber 2lebrd)en am ©runbe öon einer ©ranne umgeben. 

11 (54) Lappago "Tragus alior. 

b, MiJiaceae. Sfebrc&en r>om 9tücfen ber 3ufammengebrii1.fr, nur eine 
Switterblüfjte einfdjließenb. S)ie untere 23lü(jte uerfümmert. ffialg 
unb Spesen ber Swifterblütfjc otjne ©ranne; jener wegen $ef)l* 
fdilag ber untern klappe, nur einflappig. 2>ie Spetjen unbe* 
grannt, oon ber Sänge bes 23alges ober ftirjer; bie untere bic 
obere jweinertüge umfajTenb, wie bei Panicum. ©riffei febr f urj ; 
Starben feberig, an ben Seiten bco SBälgleins beroortretenb. 
15. (55) Milium. SMfpc flatterig auSeinaubec fabrenb, mit baartiinnen 
Sleflen, o^nc 53orften. 



104 Triandr. Dig. (Gramineae). 

C. Stipcne. 3fel)rd)en beutlid) der vom ÜHüden jufammcngcöriicft 
oDer fttelrunb, mir eine 3untterbliil)ie einfd)liefjenD; Die obere 
§3lüf)te uerfümmert. 35alg länger als Da<5 Salglein; Die untere 
klappe größer ^ t)ie obere. 3)ic untere <2pclje eingerollt, an 
Der ©pi£e mit einer einfachen ober Dretfpaltigcn, oft am ©runDe 
gegliebenen ©ranne, in Der grit d)t meift uerljä'rtet. £)mmum ge« 
ftielt. 3)ieift Drei £onigfpeIjen. ©riffel fttrj oDer fefytenb; tilax* 
ben fcDerig, an Den ©citen Des 23älgleinö IjenjortretenD. 

a. s 3fcf)rd)en Deutlid) Ijcr vom 9iüc£en sufammengeDrücff. 
16*. (56) Piptatherum. 

b. Sfe(jrd)cn unnievflidj rem Otüd'en Ijcr jufanimengebrüd't, faft 
fttefnuiD. 

17. (74) Lasiagrosfis. 

18. (75) Stipa. 

13. Agrostideae. 5lcf)rd)eu von Den Seiten meljr oDer weniger 
$ufammengeDrücft, gcfiielt, ttieltvenDig eine ^nütrerblüljre ^ 1 ' *uö- 
fer tiefer nod) einen 51 n faß j« einem oberen 23älgtein entbaltenD. 
33algflappen fo lang cDcr langer alt laß 2?ä(glein Der ftivitUu 
blühte unD wie Die Spesen b^utig-fr-autig ; Die untere Spelte oft 
begrannt. ©riffel fnrj oDer fel;lcnD; Starben feterig, über Den 
©runD De« Söalgleinö beroorragcuD'. blühten behaart. 

19. (68) Lagarus. 

20. (69) Polypogon. 

21. (70 — 1) Agrostis. Sler)rd)en in einer SKifpc, foimr^nfammenge* 

Drücft. 23algf(appeu fpi£, Die untere meift länger. -23älglein am 
©runDe mit febr furzen £aarbüfd)elu geflutt, begrannt oDer gran= 
nenloö; ©rannen feljr Dünn. gwei Untergattungen: [7i] Apera 
(Die untere 23algflappe Heiner als Die obere; Die untere Spelte 
mit mefyrmal fo langer ©ranne ale fte felbfi ift; Die obere Heiner 
3tvett:ielig ;) unD [70] Agrostis (Die untere ISalgffappe langer att 
Die obere; Spesen nid)t oDer nur f'iiv.j begrannt, Die obere giiwei« 
len feljlenD). Seßtcrc jerfattt tvieDer in jbet Sektionen, Tricho- 
dium (Die untere ©peljc unter Der Sftitte Deö SÄiicfenö meift be> 
grannt, Die obere fc&r Hein, faft fcblenD; SSurjelblätter fd)mal, ^u= 
fammengefaltet*bor)tenfcamig, in Did)ten 33üfcl)eln) unD Agrostis 
(untere Spelte fafr oDer gauj grannenloy; alle Statt« fkd), 
lineal). 

22. (76) Gastridium. 

23. (72) Calamagrostis. 

24. (73) TroscheliarrAinmophila. 

C. Oryzinae. 3lel)rd)cn s>on Den Seiten äufammcngeDrüdt, ge* 
ftielt ot>er fajl ftßenD, yieltvenDig, nur crne3ir>ttterblül)te oDer auö* 
ferDem nod) ein biö jtvei leere etnfpeljige söalglein enu)altenD. 
23algl:lappen feljr flein oDer feljlenD. — Grine abervante ©ruppe. 



Triandr. Dig\ (Üramineae). 103 

A. Oryzeae verae. 351iil;icn fctjr lutufig biflin tfd), mcifl fccfcö* 

mä'nnig, aber audj mit einem, brei, riet ai)t u. f. ro. ©taubg?« 

fügen. GJviffcl oorl;anben enbftänbig; 0Tarbrn feberig, aus5 ber 

(Seife t?c0 3let)rd)enS Ijeportre.tenb. SRifye traubenfövmig. — - 

a. Leersinae. Sßiüljten nid)t bifiinifdj. Stielten Der 3lel)rd)en 

auf einem uerbteften ©eienfe -ruljenb. Sßalgflappen feljlenb. 

%7, (57) Leersia. Spesen papierartig, fleif, grannenlo*, am Siele 

genmnpcrt, ttc aujjere öiel breiter unt tie eben fo lange innere um» 

faffent. 

-ß. Coleantheae. Sßlüfjten nidit bifiinifd), ffete nur jroeimpmg, 

mit Id'nglidKii, DeiberfeitS jinciöcfpaltcnen ©taubfoiben. ©riffei 

fcjjlcnb; Starben fü)enb, perlfd)tuirformig* gemimt. 5iifpen faft 

einfad), enbffä'nbtg. SJafßflappen feljlen'b. 

28. (58) Coleanthus. SSurjel rafenarrig; mel;re feberförmige Saline. 

Spesen ungleidj lang; tie untere eiförmig, gefielt, ^ugefpißt mit 

fur^e.r ©ranne, einneriüg; tie obere nur $alb fo lang, jweineröig, 

• jjvicfelig, an ter <2pi£e jroeigefpatten. ^cnigfpetjen fe^lent. 

D. Aruadineae. Slef)rd)en balt einblütig mit oter oi)ne Stiel» 
djen tcr obern Stürze, balt sietblüt;tig. S3lüf;ten meifl mit lan» 
gen ivcicryeu paaren befel^t ober taöcn am ©runte umgeben, §3a(g= 
flappeu unt ©petje jwei, l)autig=t'räutig ; jene fo lang al$ tie 23lüt> 
ten ober lauger. Spofyt ©rafer mtt jiarfen, feflen $ ahnen. (§$ 
fdjeint, als wäre tiefe gan^c ©ruppe mit ter Slgrojliteen ju fcer» 
einigen. 

?.4. Calamagrostideae führen iü ben 'ülgroffibeen hinüber. s ]lefjrd)eii 
son ben «Seiten jufammengebrüri't, geftielt, nur eine 3ir>titerbliit)te 
ent^altenb. Staubgefäße brei. ©riffel fefij furj ober feljlenb; 
Starben feberig ober fäblid). 

23. (72) Calamagrostis. SRifpe afrig, mel)r oter iveniger offen. 5lel;r» 

djen balt mit, balt ol;ue ftielförmigen Slnfa^ jur jtveiten ölüljte. 
33atgflappcn fafl gleich lang oter tie untere etiva$ länger. 33lü$= 
tenfHel laug bel;aar!. Untere ©peljen meift begrannt. %mx Un» 
tergattungen: Calamagrostis (2lel)rd)en nur einblütig ol;ne 9ln» 
fa§ jur jiveiten S8ltit)te ; Farben fafl jt^ent, nid)t teuttid) feberig) 
unt Deycuxia (Sle^rdjen mit einem feterig »{iielförmigen 51nfa|, 
jur feiten S3lül)te am ©runte ter oberen Spelte; Farben fete» 
rig, auf jtvei furjen entftäntigen ©riffeln; meifl SÜpenpfJattjen), 

24. (?3)Troschelia=Ammophilaalior. üftifpe jufammengejogen; 2lefH°* 

$en eiublüljtig, -mit ftielförmigem Slnfage jur jiveiten 23lül;te. 
Untere Satgftappe «ttvaö tur^er al» tie obere. Farben flijent, ff* 
terig it. f. iv. ©tarre, friec^ente @antgeivad)fe. 

B. Phragmites. 5le()fd)en i»ei ober mefjre 3it3ttterblüljfen uno aiu 
f.erbem nod) eine ober mc^re leere a5älglein ent^altenb. ©riffd 
me^r ober iveniger üei'üingert. Starben fprengioebelig, auö ober 



106 r Iriandr. Dig\ (Gramineae.) 

Aber ber 2)?itte be$ S3äfgfctnö Iflrvotfntrnb. 2>iffe k Ä&$eifafla 
»ermittelt ben Uebcrgang sur folgenben grogcn ©nippe. 

»5. (79) Arundo. 

86. (80) Phragraites, 

III. Melicaceae. «Brufen $nnttertg ober »ielefyig. Si'ehr* 
ct)en balb gezielt, in eine S^tfpe ober inef)r jijbfeT* 
flänbig. äkbreften äufaimnengejlellt, balb j7£enb 
ober in bie 2Iu$boIungen einer «Spt'nbel etngefenfr, 
eine einzelne gipfelflänbige 2Jef)re bilbenb. ©riffel 
metfl furj ober fefylenb, feiten lang; Farben groß* 
tentfyeilS feberig. 
A. Glyceriaceae. Siebreben in eine 9?ifpe ober in tneijre gipfelfian* 

bige Sieben gefreut. 

A. Echinarieae. ^fefjrdjeH eine, jnm ober mc^rc BrcifferOtü^fcn unb 
nttferbfm noeb öfter Sinfü^e non »erfiimmerten oberen 2$Iüt)ten 
entfjaltenb. Sßalgftappen unb «Speisen Ijäuttg^nuitig. ©riffef oer* 
Rieben; Starben behaart ober faft fprengioebelig. 

1) Chlorideae. lltytfytn von ben ©eiten sufaminengebrüctt, 
fit^enb ober faf? fi^enb, an ben £auptfpinoeln einfeitig ge* 
ftellt. iDie «Sriffel mittelmäßig ober lang, 3int>eilen wer* 
tuaebfen. 

29. (65) Spartina. 

80. (66) Cynodon. 

8) Seslerinae. lltfyttyen fifetß $\vä ober metyren 3untter* 
blühten aufer ben nod? häufig Dorfommenoen üerfümmer* 
ten 25lül)ten entyaltenb, 3weireÜ)ig. 25alg groß, faft bk 
23älgtein bebetfenb» Untere £3pei3e breU biß fünffpaltig 
ober «^armtg. «Sriffel fetyleno ober fetyr ¥m$; Starben atiß 
ber Spitze beß 25älgleinß tyeroortretenb. — Rafen bilbenoe 
<Srafcr mit kugeligen Herren. 

31. (77) Sesleria. 

32. (78) Echinaria. 

B. Avenaceae. 3fe&rdjen mit jtüet ober mehren 3nntterblfn)ten unb 
oft nocl) einer ober mehren uerfiimmerten ober männlichen SJffiljten. 
sSalgfiappcn unb ©pcljen meift ljäutig*fräutigs untere Speise ge< 
lüötmtid) begrannt. ©riffcl fürs ober fel)lcnb ; Starben feberig, über 
bem ©runbe bes SBälgleinö ju beiben Seiten beruortretenb. 

i) Aveneae. (Pbcrfle 23lül)te meift ueifümmert. 3alg groß, 
meift bai 7le\)tä)en fafJ gant, umgebenb. 2>te (Branne, auf 
bem 3lüc£en ber unteren 0pel3e, gebretyr. 

33. (86) Alra. ©rei Untergattungen: Aira (2lel;rcb>n jivfib(ül;tig, un* 

tere 33(ül>te (<§enb, obere hirj gestielt ; untere ©pclje jiveigefpciteu, 



Trjandr. Big. (Grumineaej. 107 

auf Ism JRiicfen unterhalb eer Wüte mit einer getieften ©ranne), 
Avenaria (2lel;rci)en jiveiblüljtig, £3(üf)ten furj gefiielt, faflfttjeiüV, 
©ranne fcer untern ©^elje gefnieet) unt> Dechampsia ($lel>rcben 
weift jivet aber aud) fcreiblü£)tig, untere SBlübte fafi fi£ent>, ^we 
langer gefiielt, mit cem behaarten, flielförmigen üftuttinente fcer 
t ritten S5li5r)tt; ©ranne an c£>er über i>er23afi6 ter untern 6pclje, 
borfienförmig, gerate). 

34. (85) Corynephorus. 

35. (44.87) Avena. 23icr Untergattungen: [44] Gaudinia (Slürjtenin 

Sletyren), Avena (9?tfpe offen; 5lel;ren jnm* biy treiblül;tig , tue 
cberfle 23lül;te »errummert; SJalgflappen fjautig; untere ©pelje 
aufer fcer SRücfengranne uod) an ter ©pife jroeijälmig oter }ix>ei» 
grannig, einjährige ©rafer Avenastrum (0tifpe jufammen gebogen; 
Sieben $röeiblül;tig mit t>em pinfclartig = fHelförmigen Sfiutimente 
einer dritten 23lül;te; ^algflappen unt> ©pelzen meifl eüyaS raul), 
an ter ©pi£e troef enrjautig ; perennirente ©räfer) unt Trisetuin 
(wie Avena s. str. nur fcte SRifpe gleichförmig ausgebreitet; Sleü>r* 
ctjen trcibh'ibjig; £auptftiel behaart; tie ©pi§« ter, übertief am 
dürfen begrannten, unteren ©pel^e in gtvet S3orftm au»gel;entf 
perennirente^ ©ra$). 
86. (83) Arrhenaterum. 

37. (88) Danthonia. 

38. (89) Tridens=Triodiä. 

2. Meliceae. 2lel)rdjen qefitelt, jvr-et bis r>telblür)ticj ; bte obet« 
ften 25Iül)ten juweilen ueetaimmecr. 25alctflappen meift un= 
fjletd), mer;c ooec weniger; l>äitticr ; ©peljen Ijaitttg, untere 
fet)r r;äufüg otyne unb nie mit cjebcel)tec (Scanne, £onig; 
fpeljen uorljanben, ftteift Olafen biloenoe (Srafec mit fias 
d)en 25lattecn, tmo oft gebcangter , $umeilen atyrenföemtgen 
Rifpen, 

39. (90) Melica. 

40. (91) Koeleria mit jtuet Unterabteilungen: Koeleria (mit ©ranne 

an ter untern ©pel$e) unt> Airochloa (ol;ne ©ranne). 

41. (82) Lamarckia. 

3) Festuceae. "Herjccben jrcet obec tüelblürjttg ; bie obeefre 
23liÜ)te oft peefümmect. 23alcr ¥üc$er; obec mit* fo lang 
als öaö nääjfte 25älgletn. 25alg£lappen unb Spesen l)äu= 
tig*r"cauttg, jurceilen febecig. (Scanne, vomn fie oocfyanbeit 
ift, nidjt gebeert. 

42. (93) Poa. 

43. (95) Glyceria. ®rei Untergattungen: Glyceria (9fafpe cntroicfclt, 

mit aufgerichteten, jerftreuten, entfernten heften; 5lefprcb,en runo, 
p^ramttal, »ielblübjig; 33lüj)te unten mit einer gefonterten ©cfcivtele; 
Salgflappen £autig, fittmpf; ©rijfel mehrmals geteilt), Hydro- 



108 Triandr. Dig. (Gramineae). 

ehloa (Sftfpe ausgebreitet ; 9lcl;rd)cn jufamme ngetriicf f, pln'atnitaf, 
üitMüfßfi fairoi gefpaltene 93lattfci)eit.e) unt Catabrosa (9ltfpe 
ausgebreitet; Sleljrdjen meifl giueibtiituiß ; 83a!gt!li<Sp#eH uuglcid), 
viel f&'tjer als t?ie S3tübten, miitjefeijrt * ^erjfbvmia , tie obere ge= 

44. (96) Molinia. 

45. (97) Briza. 

46. (98) Festuca. Untergattungen: a. Sclerochioa. 9ti|>e jufamnun* 

gebogen. Sichreren gedielt; @pel$en ftumpf, fpi|, febr feiten $&* 
djelfpi£ig. — b. Mygalurus=:Vu]pia. Sftifpe mit auSgefctjnittener 
@ptni)el unt febr vertieften 2Ieljrenjticlen; eine gefontertc fs#tr>iele 
unter ten 23(übten; Spetje lang begrannt. — c. Brizopyrain, 
Siebrdjen in 2M;mi gefteüt, fi^enb ; ©pel^c inejfl unbegranut: 
c Brizopyrum g'enuinuBi. Sttfpe ferjr jufammengejogen, oben oft 
jur Slebrc ruerteut; Qiebrdjen gufawmcngetrüjfft; lutteve Spelte 
ungegrannt, tie ante« einfd)üc$ent. — ß. Catapodium. --?Ut) a 
renfpintel fkd), bin- unt bergebogen; Siebrdjen einfeitig, lved)* 
feint. XL f. iv. — d. Festuca s. sir. Sftifpe mit auSgefdjnitiener 
©pintcl; Slebrcbeu p^ramital; untere ©pelje meijt gegvannt; -£>o* 
nigfpeljeu an t>er @pi§e meifi jireiaabuig : «. Sehoenodorus. 
3?ifpe aftig ; 31eb;rd)ctt viclblü'btig gefiielt jitfammengetrücft cter 
ruutlid), Stielten feilförmig; untere ©pelje gegraunt. Sölübten« 
fJicte an ter Spifje mit trei ^>aarbiifd)eln; 23lastcr fiad), nidjt 
mit jrceiöbrigem 23lattbautd)eiu ß. Feetucae legitimae. 9iifpe 
aflig; 2lel;rd)en vielblübtig, jufammengetrucft;jtveiäciUg ; unter tun 
SBlübten eine abgefonfcerte ©cbtviele; S3algflappen fpi£, unglcid); 
untere ©pel^e mit furjer ©ranne. — e. Bromoides. SRifpe ein* 
fciiStventig, jufammenge^ogen, trauben* cter äbvenförmig; Stebr* 
cbenftieldjen jiemlid) tief', faft feulenfcrmig; 2lebrd)en UmaUlän* 
jettförmig; 23lül;ten nur mit einem Staubgefäße, ia^ettüd^pfrie* 
menförmig, an ter @pi§e raub unt fürjer tie ©ranne. fyaUrit 
in loderen Svafen, oben blattlos unt Ui'gl. 
17. (101) Bromus. 

48. (92) Daciylis. 

49. (99) Cynosurus, 

B. Hordeaccae. 9iel)rd)en ft|ent oter feüener fcl;v tuvi gefiielt 
an ten SluSfdjnitten ter allgemeinen (Spintet, ftetS eine einzelne 
gipfelflantige §iebre biltent. 2Jebrd)en meijt mebrblubtigj tie im* 
tere ölübte nur unvoßfiantig, trenn eine bösere ftctj vclifiäntig 
auSbiltet. 

A. Nardoideac. ©rifffl einer bi* jtrei, wrlä'ngertj Farben fäö- 
licb, sotttg. 

50. (40) Nardus. 



Triandr. Big. (Crnmiucae). 109 

B. Hordeinae. ©rtffei cntivcber \mx. f c & r furj, fottmärfö öcboflrn 
unb weit con einan&ev ftc&cnö, fy'cx fe^lttife. Farben fcDcrig. 

1) Rottboeliiaceae. ©pinbel meift gegliebert; Stechen ein« 
ober svoi'U, fetjr feiten bmblül)tig , in ttuetyölungen ber 
©pinbel eingefent't, balb cin^dn, balb parig, ba» eine ge= 
flielt, oft oerfümmert; balb bie obere, balb bie untere 
23lül)te in ber vollkommenen streitlustigen 7k\)tt unr>oll= 
ftänbig ; 25algtlappen ein biß 3reei, jureeilen ferjlenb, meift 
leberig, ©peljen ijüütig, feiten gegrannt. 

51. (38) Psilurus. 

52. (39) Lepturns 

2) Hordeae. 2(ebrd;en brei* ober melblül)tig, bisweilen ein* 
blütytig, tyäuft'g gegrannit; oberfte 25lül)te »emtmmert, 23alg= 
Happen unb ©peljen yeod., frautig, jene ferjr feiten fel)= 
lenb. i£ierftoc¥ meifl behaart. ©pinbel feiten gegttebett-, 

53. (45) Aegilops. 

54. (4!) Loliura. 

55. (42—3) Kordeum. 3le(?re gtuet ober and) mehrteilig. 5Iebrd?en 

jroei tiö fcier an jebem %al)m ber ©pinbel, biefer mit ber breiten 
Seite jugeroanfct, 23algflappen ungleid), ftarr, frautig, (d)maUv 
als bie ©pelzen, neben einanber üor bie 5lu£enfeite ber ?Iel;rd)en 
gefiellt, meift f'urjgrannig»sugefpÜ,5t. Untere (ttorbere) Spelte fon* 
fae, fafl immer begrannt; obere jtvetfielig. 3n>ei jiemlid) öon ein* 
auber abiveidjenbe Untergattungen : a. Elymus. Slebre jtreijeilig ; 
5lel>rd)en jiuei bis öier — gcivöljnlidj aber ju imex, in ber SDJitte 
ber 2Iebre aber ju brei — an jebem 3 a ^ ue tfl " Spinbet, meifi 
jroei- oter öiel-, feltener einblütig. — b. Hordeum, Sleljte atvei* 
unb me^freibig; 2lel;rd)en ju 'Drei auf jebem Spinbeljatme, triel= 
blü(;fig, mit ober ol;ne 2lnfa§ ju einer feiten SBliiljtf* 2Die feite 
Udien 21ebvd)en metfl (bei lexx bei unö tr>ilbtvad)fenben Sitten fietö) 
nur mit Staubgefäßen, bie mittleren aber jnüttevblübtig. 23alg* 
f läppen auf ber fliM feite beä Sleljrcbenö, fdjmaUlanjettltd) ober 
pfneir.üd); untere Spelte bey mittleren ?lcl)rd)cn$ ober aud) aßer 
Slel;rd)en begrannt. 

56. (46. 47. 100. 3.) Triticum. ©ctreibe, $orn. Blühten jwks 

reinig, 23algflappen faft cinanber gegenüberilc^enb, unbei»el)rt ober 
begrannt. 8pef#rn crautig, untere balb unbcivebrt, balb fiacbel* 
fpi|ig, balb mit einer ©raune; obere ime'xtitÜQ, $iele mebv ober 
treniger ftadjelumuperig. Cüarium birnförmig, an ber Spi£e be« 
Ijaart. £onigfpeljen meift ganj mil) gcwimpeit. Sle^rdjen ber 
^»auptfpinbel parallel Sö?el)re jiemlid) v>on einanber abiveidjenbe 
Untergattungen: Triticum p. s. d. 5Qeiäeu, §lel)re jiueijeilig. 
Slel;rd)en einzeln, mit ber fladjen Seite ber Spinbel jugervanbt, 
brei« ober mel)rblübtig, jufammengebiücft, auf ^tn ©elenfen ber 



i 10 Triandr. Trig. 

a,emeiufd}aftlidjen ©pintel ücütg ff§#nfc. SoJgflajJpea fa^ gleid) 
lang, unten bauefeig länglid)*eiförmig, oben tfumpf eter abgejhi^t 
unt unregelmäßig g*jä'l;nt. — Agropyrum. £}uecfe. @beufo, 
wie a. Triticum; nur tie fafl gleid) langen Sßalgl'lappen lanjett-- 
licl) oter linealifd)'(anglid), fpilj oter fhunpf. 5Jeljrd)en ebenfalls 
fi^ent unD in eine 5lcipie gcjreflt. — ?c. Brachypodium. ^tveuf e. 
(100). 2lel;rd)en einzeln an ten 3äl)iten &** ©pintel, fel;r rurj ge* 
fiielt, fafi walzenförmig , fünf; oter met;rblüt)tig , in eine Jtveijei« 
[ige Staube gefletlt. $3atg£lappen rurjer aU tie untere 35lül;ten, 
lanjettlid) äug?fpi£t; tue untere fürjer ale tie obere. 2)ie untere 
@pelje an$ ]Der ©pi^e begrannt. — d. Seeale. Joggen. (47). 
2lel)rd)eu einjelu auf ten ©elenf'en ter ©pintel ji£ent, jiveiblül)* 
tig, mit einem langgeflieften 51nfa£e ju einer tritt/n $3liu)te. 33alg* 
fUVV cn fcÖVnäl uut pfriemlid). Untere Spelte auf beiden Seiten 
mit fteifen Serpen fammfermig befeljt unt an ter @pi$e lang» 
begrannt. 

[Sn tiefe Ortnung (Triandria Digynia), aber nirfjt ju ter $a* 
milie ter ©ramineen gehören nod): 
(206). Corisperraum, 
(212). Blitum.] 

3. Ordnung. 

TRIGYN1A & TETRAGYNIA. 
JIX tt tftei o\iev »ter JS' i a u b so e 3 e u. 

102. Poiycarpum $eld) fünfteilig, mit gezielten 3tpfeln. 

Äronenbldtter fünf, ©riffel fei>r furj. Zapfet tretflapig, einfadjc* 
rig, »ielfamig. (28). 3)iefe ©attung repiäfentiit tie ©ruppe lex 
spotyfarpecn, iveld)e eine 3lbtl)ellung ter $amilic ter sparonydjicen 
i(l. ©a tie Sftitglieter tiefer gamilic turd) taö £innäifd)t @9* 
frem fel;r jerfjhrcut ftnt; fo mag l;ier ter (5l;araftfr ter ^aronp* 
d)ieen folgen: 

tfeld) fünfteilig, bleibend, in fe« J?«ofpenlage 5iegeltacl)förmig« 
Blumenblätter enttveter fünf, oft flein, unt ftaubfolbenlofen 
©taubfäten äl;nlid), tem Äcldjc eingefügt unt mit tefien 3'Pf fm 
alternirent — oter aud) fel;leno. Staubgefäße fo s>iel oter n>e* 
niger ati Shoublätter, frei, perigpmfd;, »or tie ^eldjjipfet gejtetlt. 
Ooarium frei, einfadjerig, entweder mel;rciig, tie 6id)en lern freien, 
centralen ©amentrager angeheftet, oter eineiig, ta$ Qridjen an ter 
@pi£e te£ verlängerten, auö tem ©runtc te» %ad)rt entfpringen* 
ten, Sfcabelflrangeö tyangent; ©riffel jivei oter trei, getrennt oter 
an ter 53affe yerivad;fcn. 5rud)t troefen, treiffappig oter nidjt 
auffpringent. Samt circeifjljaltig ; ©mbrijo feitlid; oter periptye* 



Tetrandr Monogyn. 1 1 i 

vifer) ; la$ SStii'äelcvjen jum 9?at>ei Qfttlßt. — £tange(Mättcr mit 
tvoefcn&Sutigfn Sltbtnblattfytn, 2>rel Untcvfojnilirn: 

I. Polycarpeae ©tängel&Iätter gegcnftänbig. trotten* 
blätter fünf ober feblenb. Äapfel einfäcfjerig, Otdfn* 
miß. — ©atf. Polycarpuin. 
II. Ulecebreae. Sgl. Pentandria Monogynia. B. a* 1», 

3?o. 198 — 200. 
III. Telephicae Sgl. Pentandria Trigynia. 9?o. 292 — 3. 

Sn biß dritte Orbming ter Triandria gehören i\cd)x 
i) mit btei ©riffeln: 
(.393) Holosteum. 
(i32) Tillaea. 

2) VittroiMg: 
(359) ElaUnac] ■ 

IV, Älaffc. 

TETRANDRIA. 

fßlebv obez toemßcr teQelmä$i$e, nidyt Itppetts u&et? 

nutöfenfpvttttge £$tt>itterHtiI)teK mit incr frdeBt 

^tairögefafiett s?oti fikidjjes vbet bvtfy nidttbeftimmt 

itt 2än$e* C Sgl. XIV. Älafife Didynamia.) 

i. Ordnung. 

MOSOGYA'IA. 
4ttit «in«r,i $?iftiU. 
A, 33h'il;tcn »ollflanbig. 

,4. ©in beppeiter i?e(#; ber innere Qtifyvfy bem ©terfiotf ange- 
Wrttfcfcn ; berede einblättrig. 3)fr SSiti&tenfopf »on einer piel- 
blätterigen -frülie C&auplfeicfi) umgeben. 3)te einzelnen 35iü> 
teri oft burd) Spreitblättcfyen gefonberr. JMd} boppeft, biet* 
benb ; ber innere $ule£t bem Duarium angcroadjfcn, bei* äußere 
C&efon&ere £üüY) bie reife Sruc&t cng<einfd)ließenb unb beffen 
äußere #ufle bilbenb. 3>ie einblätterige .Krone bem Saume 
be$ inneren ^eldjes aufgefegt, üter» bis fiinffpaitig, mit unglei- 
chen Sipfei«- S»ie üier freien Staubgefäße ber Jfronenrß&re 
angefügt; Staubfäbcn nid)t geglicberr. ©in (griffet mit ein* 
fad) er STarbe. £)r>arium einfädjerig, eineiig; (SJidjen tjangenb. 
grudjt nic^t aufbringend, häutig ober faft nußäfjnlid), meift ge- 
fd)näbeit. Same ciivei|i;altig; .Keim gerabe mit bem SBtirjel- 
djen jum Stabcl gerietet. — Kräuter ober ^albfträudjer, mit 
gegenftänbigen blättern etjne SRcbcnblätfev. (61 gam. Di- 
psaceae.) 



% 12 Tetrandr. Monogyn (Dipsac.) 

103. Knaiitia. £>aarfopf, <&d)\vaxt ra u t. ftrud)tboten mit feinen 
§3erften ftatt ter £preublattd)en Defekt, Sie teutfefoen SIrten ge* 
l;ören jur Untergattung Trichera, ©vtntfraut (mit ausgebrei* 
tetem ^auptfetebe unt) meift bläulid>rotl;en 23lumcn.) 

i04. Dipsäcus. harten. 23liif;tenlagcr fpreublattrig. Slußenfeld) sier* 
biö sieijatmig. ®ie äußeren 93lättd)en ter gemeinfd)flftlid)en SjMe 
länger ate tie inneren unt al» "Die Sprcub!ättd)en. 

105. Cephalaria. geterOcpf. |>ütte jtegeltad)förmig , tur^er aU tie 
Slufjen6lattd)en. UebrigenS hne Dipsäcus. 

106. SuccTsa. §lbbtfj. 53Iül)tcnboten fpreublatterig. Slufjcnfeld) tuer- 
lappig, Sappen frautig. 

107. Scabiosa (incl. Asterocephal.) ?P eters fraut, 2Did)tfopf. 
53lü£)tenlager fpreuig. $\u$e\ittld) trocfenfja'utig, gtocftg oter rat* 
förmig. 

35aö natürlidje 53crl)aftni£i ter SDipfaeeen ju ciuauter lapt ftd) auf 

folgende SScifc anfd)autid) machen: 
•J- Morineae. örotifd). 
ff Scabioseae. ä3(umcm*rone nidjt rad)ig. 

(106 — 7). Scabiosa. ipauptfeld) (•£u'iü'e) öielblätterig, Slätter in top* 
pelter SReifjc. 23lüf)teubetett fpreuig. SDte befoutere £>üfle 
adjtfurdjig, oft beinahe rcaljenförmig. $?cld)faiun am ©runte 
' l;al3artig verengert, oben in rneift fünf grannenartige S3orjlen 
auslaufeut. — 2htfred)te perenuirentc Kräuter oter ^>alb= 
frraud)er. 3DM;re Untergattungen: a. Succisa (106). Seid)* 
faum fdjüffelförmig, fiinfaärjntg ober ganjranttg ; <£>üfld)en tief 
ad)tfurd)ig, mit inerlappigen, frautarttgen Saume. — Scabiosa 
(107). .ffcld)faum ebenfalls fduififelfÖrmig mit) mit fünf bis 
jel)n borfrenfpi^igeu £&ä$neii oter ganjranDig; £üHd)en in fei« 
ner ganzen oter I;albcn gange tief adjtfurdjig, oter ad)trippig 
unt nid)t gefurd)t, ßetö mit einem großen, glccFen* oter rat« 
förmigen, trocfenJjautigeu, turdjftd)tigen @aume. «. Sclero- 
steinma. tyettxötvaut (ftrone teS £ütld;en$ von einfallen 
Heroen (hakenartig turdjjogen, mit unteutlid) geferbtem 
SRance; $vud)t non ad)t tiefen, fpifctgen §urd)en turdijogen, 
weldje eben fo biel fhufe liefen jivifdjen ftd) ' iajfen.) ß. Gyr- 
tostemma, £Sittn>enblum e. (ftrudjt fcrei)runtüd) mit ad)t 
erhabenen Striemen. Äronc teS £üßdjen$ glockenförmig, au<5 
adjt fladjeu, breiten, knorpeligen, am @aume bogenartig gufattu 
menneigenten unt) fcaruntc^ fcurd) eine tünnc £aut öerbunte* 
nen Sterben gebildet, mit in einen f ttr jen , bäutigen, franst 



■) Sm »orißen ^erbft fa$ td) bei LM'figtamaitaer agergvößcrunö fför ofuf* 
lieb, tag reu ben Steruen auf oer 3nnenfette beö ^üücöcnö M Sc. atro- 
purpurea, jeeer mit einer cotpelrcn ^aarret^c befe^t \va\: 3n otefem 
Sa^re (SRonat 9fugufr) finöc it& oie aetjt ^ppcUen ^aarreifjen m'ajt. — 



Tetrandr. Mouogyn. 1 i 3 

faltigen Saum enfcigent). Keld) auf einem öeriängerten Stiel* 
djen, am Saume mit fünf fel)r fangen 23orjren). y. Astcro- 
eephälus, Stemt'opf. §rucöt Dorn ©runcc bi$ 3ur Stifte 
trefnitnfclid) glatt ober unbeutlid) gerippt, fcid)t äottig*bel)aart, 
über t>ic üKitte l;mauS in ad)t Sä'uldjenjälme geseilt, belebe 
curd) eben fo ei.W* ©riibcbeu, fcie mit einer nadj innen gefal* 
teten aWcmbran aufgefüllt, tierbunten ftnt> r unt ten glccfen* 
ober ratförmigen, häutigen, »an cinfad)en $lmiti frraljienartig 
burd^ogenen £üllfaum tragen ). cT. Callistemraa. (grüdjte 
wie bei Asterocephalus, aber am ©runbe nidjt jottig, fonSern 
flaumig mit anliegenden paaren. ^elm fammfönnig-gercim« 
pevte Keidjborficu. 

Pterocephalus. (3?id}t in ®eutfd>lanb). 

(103). Knautia mit ber Untergattung Trichcra. 

(105). Cephalaria. %nei Untergattungen: Lepicephalus (|)ülTd)en 
in »ier ober mel;re fnorpelartige $&fyni enbigenb ) unb Cerion- 
anthus (-fmlldjenfaum troc£enl;äutig, glockenförmig »ieljäl;* 
nig. 9?ur bie äußeren Sprcublättdjen fhimpf ober ßumpflid). 
^erennirenbe Kräuter). 

(104). Dipsacus. 

B. Qrinfadjer fidfy. 53iumenfrone einblättrig, unterfiänbig. 

108. Globularia. Kugelblume. Korolle unregelmäßig, brei* bis fünf* 
fpaltig. (67). 

109. Plantag-o. SBegerid). Kronenfaum regelmäßig, öiertljetlig, meift 
juriicfgefd)lagen. 3?arbe länglid), pfriemenförmig, fkutnig. Kap* 
fei umfdjnitten (70). 

110. Ceotunculus. Kleinling. Kronenfaum regelmäßig öiertf?eilig, 
offen. 9?arbe fopfformig. Kapfei umfdjnitten (68). 

111« Cicendia (Exacum Willd. = Micro cala Lh. ) t 

Kronenfaum regelmäßig, »iertl;eilig, offen ober nad) innen gebe* 
gen. Kapfei in bie Sänge auffpringmb (87). 

C. (Siufadjer Keld), eft mit unfdjeinbarem Saume. Krone ein* 
blättrig, uier* bis> fed)$fpalrig, oberftanbig. Staubgefäße ber 
Krone aufgefügt, cbenfoöiel als btefe Bipfei 1)&U uni) mit ben* 
felben abiredifeinb. (ünerfreef einer, oft gtueititöpftg, jiveifadje* 
tig, §äd)er eineiig, (Steljen aufred)t. ©riffel einer, oft jtvei* 
fpaltig; mit jtvei Starben. §rud)t nüßd)en= ober beerenartig, 
nid)t auffpringenb, oft jiveifnöpftg. (Einlage gerate, in ber 
3lj« be$ pornigen (SitveißeS, mit jum 3?abel getvanbtem SJÖür» 



Ucbrigenö ift tt jroeifclWt, ob bie Untergattung Scyrtostemma in 
3)eutfd)lanb repräfentüt wirb, inbem bie Sc. marina bei uns nod) nt#t 
gefunben werben ift. 8 



1 14 Triandr. Monogyn. (Stellatae.) 

£eld)en, Kräuter mit nebenblattlofcn, Ijauftj in SSirteln ge= 
flcüten Blattern. (60 $am* Stellatae s. Rubiaceae.) 

112, Crucianella. $reu$blatt. Lovelle tiidj>tcvfcvnng f mit einwärts 
gebogenen, gegen einander neigenteu Sappen. &eld}faum utt* 
teutUd). 

113, Asperiila, üttetfievUi n. 2 ) Lovelle trid)tev förmig oterglorf'ig, mit 
abgedientem Saume, ^eldjfaum terwifdjt* 

114, Sherardia, ..... Ärone trichterförmig mit abgedientem 
(säume* SMd)faum fedjß$S§riig-. 

115, Galiuai. Sab* unt Älcbüraut. ^rone flad) glccftg oter rat)« 
förmig. (Sine troefene jtveifnöpftge §ritd)t. 2)tcl)re Untergattung 
gen : a. Cruciata. Btiibtenfhint blatttvinfelfrantig. Blühten pc* 
lijgamifd), mer)r oter weniger gelb; Grntbtübten ter Sßerjiveigun« 
gungen frud;tbar ; tie feitlid)cn mannlid), unfruchtbar. Blühten« 
fiiele \\a<^ ter Blüt)te bogenförmig jurücfgeraimmt, tie grüd)te 
unter ten nun aud) twabgebogenen ©tängelblättern »erbergent. — 
b. VaillaDtioides. (Sbenfo, nur tie Stängelblätter nidjt berabge* 
bogen; Blüljten weiß. (G. sacchaiatnm). — c. Aparine, Blüb* 
tenfrant wirtctflantig, julefct rifpig; Blühten l;ermapl;rotitifd) ; 
©tangel, unt 3. 21). aüd) tie Blätter, mit deinen, rücfwartö ge« 
frommten, cttvaö breiten Stadjelbaarcn befetjt, taturd) feftarf unt 
ten ^(eitern anfyaffent. — d. Platygalium. BliU;:enfrant eutfläns 
tig, rifpig; Blühten fyermaphrctitifd) weiß, ft-rudmragente Blumen* 
ftiele aufred)t, Stangelblätfer treinewig. — e. Eugalium. Blüh* 
ienfiant entftanbig, rifpig oter quivlig; Sitzten bermapljrotitifd). 
Blübtenfliete nad) tcr Blül)te gerate, ©tahgelblatter einneröig; 
Stängel fiets cf)ne jurücfgebogcne @tad)eld)en, balt rauhhaarig, 
balt fahl. 

116, Rubia. &of$.c. (Sbenfo, aber #rucht faftig ( jwfirnöpft'ge, jwetfa* 
mige Speere). 

117* Vaillantia. (Sbenfo, aber 5'* ruc ^ t fcreiprmg. 
D. $rone vielblättrig. 
1) Blume unterftäntig. ßtl$Hitttx trri bis fecös, abrr>ed)fefnb 
gcftcllt. Blumenblätter eben fo riet als Geißblätter, 1111b biefen 
gegenüber geftellt, fetten boppclt fo üiel 5 mit Prüfen ober einem 
STebcnblumenblatte am ©runbe. Staubgefäße Injpogttnifd), frei 
vor (bie Blumenblätter geftettt; Staubfelbcn angeroaebfen; iljre 
gäcber com ©runbe naß ber 6ßi($.e flappig«auffprtngenb @m 
einfäcöerigeö £)i>artum, mit einfettigem 6amenträgerj 9?arbe 
einfad), faft fi£enb. Samen einer bis brei, an ben (Srunb 
beö Samenträgers befefttgt, eiroeigljaltig. Geim gerabe, aren* 
ftänbig; bas SBürjeldjen 311m STabel geroanbf. 

»)9Tid)t Söalbmeifter ober SBalbmeifterlein, wefeber 9Tame nur 
auf eine 5lrt (A„ odorata, bie fieb, in SSälbern finbet) paßt. 



Tetandr. Monogyn. 115 

118. Epimedium. Socfenblnme. ffetd), Stvont wiiö gZfdfiifrom riet« 
blätterig, (i). 

2) ^IumenYrone obetftäncucj. JReld? uh$ Ärone tner&lättricj. 
21m ©rvmbe tes (Briffels ein ttüftger: 2iincj. ©ante 

119. Cornus. ») ^ärtrieget, ' Äöriifhirfclje. Steinfrucht anfangö 
flcti» jn>eifäü)erig. Samen mit fieifebigem ©hveiß unt umgefebr* 
tetn Äeime. 3?lübten in Scbirmtrauben. Sträucber oter 33au* 
ine. (50). 

120. Trapst: SSaffernuß. 9iuß mit einem toinigen ©eljaufe, 3ivei 
Tangenten ©amen mit fe^r ungleichen tfeimlappen ebne (Sitvciß. 
Blumenblätter im 23iübtenfnopfe um einander getrebt. Unterge* 
tauchte SBaflcrpftonjen. (51}. SSgl. unten 9?o. 127. 

B. 33lübten tuwonfläntig. 
A. 23lüf)ten unterftänbig. 

121. Majanthemum. Schattenblume, Einblatt, ^orolfenä^nltclje 
vierteilige, fkcbglocfige oter jurücfgebogenc 23lumenbülle. 3)?ono* 
fotyletenifebeö ®ctr>äd;S. (125), 

122. Camphorosma. $amp ferf raut. ^Jerigonium vier$al)nig, jtvei 
gegenüberflebente %al)iu größer. Staubgefäße tem ©runte ter 
23lübtenbüUe aufgefegt. (104). 

123. Parietaria. 3Sant>= unt ©latffraut. ^olögamifcbe 23lübten mit 
glockenförmigem sperigonium. Staubgefäße lern ©runte ter 33lub'- 
tenbülle aufgefiigt. (27) 

124. Elaeagnus. $Paratie$baum. ^erigonium glockenförmig, am 
©runfce in eine Stfefyre verengt. Staubgefäße tem Saume ter 
Sölumenbülle angefügt. 23lübten potvgatnifcty. (102). 

f Sanguisorbeae, S?elo) trei« biä fünffpaltig, Sipfel im 
33lübicnfnopfe flappig; ter Scblunt tureb; einen 9Jing ver« 
engert. Staubgefäße vier, viel feltener weniger, um teil 
SKing te$ Scblunlcö gebellt. £>»ariuut einö bU »ier, ein« 
eiig, ten ©riffel auf ter Spi^e oter an ter Seite tragent; 
<5td;eu Ijangcnt oter aufredjt; fflaxbt fopftg oter pinfelar» 

') 3)te gfriidjt enthält faft immer mir einen €fcin. — Ufbrtcjenö tft 
ote Samtitc ter Gorneen, fceren cinjtgcr Sieprafcntant für 3)eutfd)fanb 
bie obige ©attung ift, mit ter Samüie ter 51raliaceen (<S. Pentandria 
Monogynia. A. u. 2. a. 9?o. 197.) ffr)r nafie rermantl, unb con 
tiefer faft nur fcureb fei« Srucbt unferfebiebe n ; fo tag mcbje 35otanifcr 
fid) bewogen gefügt §abcn, reibe }u Bereinigen, 9lußertcm fmb bei Den 
Gornccn Die SBIätter meift gegenftäntig unb ganj, unb ter tfcicö, tie 
SBlume unb bie ©taubfaben »icrjäbltg ; wäfyrenb bie 35lätter ter$lralia» 
cecit meift wecbfelftä'nbig , bäuftg gelappt ober äufammengefe i)t , unb bie 
SSlütfKntfKile meid fünftägig ftnb ober bie SJcrtoppelungen ter Sünf« 
3ar>l an fiaj tragen. 8 # 



1 16 Triandr. Monogyn. (Sfinguisorb. Ünagr.) 

tig oter gebartet. 9?ufjd)en in ten bleibenten oft evt)ävte* 
ten SMd)e cingefd)loffen ; Same eiivei^toö. — trauter oter 
Sträud)er mit IfäufiQ unparig* gcftctcvtcn blättern mit 9?e» 
anblättern, itnt» meift in gipfetfräntige SrjtgJofiDen, £cpf= 
tym oter Sieben gefreuten, feltener einzelnen, btatttvinfelz 
fiantigen, unt pctyganufcfyen, oter cingefd)led)tigeu 53liil;ten. 

125. Alchemilla. Sinau, S-rauenmantel. Geleeartige 23lül;tent)iille 
mit ad)tfpaltigem Saume. Staubgefäße um ten 9£iug tee Sdjlttm 
" te$ gejteHt. $)3crigon grün mit gelbem Sdjlunte. (96). 
i26. Sanguisorba. SSiefenl'nopf. (£benfo, aber ta$ feld)artige ^)eri* 
gon gefärbt unt »ierfpaltig. 23litl;ten polijgamifd). (86). 

[ ^n tiefe natürtid)c ^antiCtc gehört and) nodj : 
(758) Poterium.] 

B. SStü^tcn oberftänbtg. ÄeutrB&re bem Partum angetvadjfen , oft 

über baffelbe Ijinauö verlängert; «Saum jroei* biö fünfteilig, am 
t)äuftg|?en mertf)eilig, im 23lüf)fenfnopfe Happig. Blumenblätter fo 
Diele als Äelc&jtpfcl , mit tiefen abroedjfrtnb , im SBlübtenfnopfe 
um etnanber gebreljt ober gefd)inbelt, nebft ben ©taubfäben im 
,field)fd)lunbe befeftigt. Staubgefäße in gleicher flnja^l mit ten 
5\eld)blättern, oft aber aud) boppelt unb aufteilen nur l)alb fo »tele 
Doarium arcei* ober 'mejjrfädjeng, mit jentralen (Samenträgern, 
©riffel einer, STarbe fopfig ober gefpalten. ©ante einmßloä; i?eim 
gerate, ba$ 3Sür$ctd)en gegen bm STabel gefegt. (51 $am. ona- 
grarieae). 3)iefe gamilte jerfällt in me&re Unterabteilungen, 
oon benen oit meifttn ftetö mit uollftänbtgen sßliiliten »erleben 
fmb : 

a. Onagreae. .Keutjrofjre länger afi Der Sierftocf; ber freie 

%\)('ü mit tem Saume abfällig. &gl. 9?o. 346 — 7. 

b. Jussieae. .ftetd)röljre nid)t über ben $rud)tfnoten binauö- 

gebenb; Saum Hier» biö fed)öfpattig , blcibenb. 3luffprin- 
genbe $apfctfrud)t. 

127. Isnardia. . ♦ . ♦ . Geld) (^Jerigonium) mit oiertljeiligein, 
bleibenten Saume. ^Blumenblätter tner oter fefjlent. ©riffel vom 
©runte an fätltd), abfällig; fRatty fopft'g. ^apfel öierftappig, 
»icrfäd)erig, öielfamig, fad)fpattig=auffpringent. 

c. Circaeeae. ßeldjröljre nid)t über oen ©ierffod 1 IjinauS »er» 

längert; Saum imu ober uterfpaltig, abfallenb. 
[(6.) Circaea,] 

d. Hydrocaryes. j?eld)rö'bre feffgenjadjfen,- Saum bleibenb. 

grud)t nußartig, beinhart. 
[(120.) Trapa,] 



Tetrandr. Digyn. (Aquifol. Lin.) 117 

[Sn tiefe Oronung (Tetrandria Monogynia) gehören audj mef)re 
2lrten ter Gattungen: 
(217) Gentiana. 
(122) Evonymus. 
(203) Thesiuni unb 
(646) Cardamine hirsuta. 

2. Oronung, 

D I G Y N I A. 
ßilit 3 in ei Griffeln. 

128. Hypecoum. Held) siveibtättrig, tyrnfäßig. Hrone vierblättiige. Hap<- 
fei fd)otenfönnig, quer in einfaulige ©lieoer jerfatlenb. (8). 

iW> Buffonia. Held) »ierblättrig, bleibend. Hrone »ierblättrig. Hapfet 
jü»trTä$>ig, ^tveifamig. (24). 

3. Drtnuug. 
TETRAGYNIA. 

JMit viex £>taubro?g?n. 

A. Aquifoliaceae. Held) frei, sier^ bte fed)6gtiefcrig , in fcem 23lül)teits 
fnopfe fcadjig. Blumenttone irier« bü> fed}$t()eilig ofcer eben fo biet 
blatterig, nebft een gleid)jal)ligen, getrennten Staubgefäßen auf lern 
grudjtboten flel;ent. Döarium jtveUbte fed)$fäd;erig, otme t>rü«= 
flge Sdjeibe; Syäcfter eineiig. Stemfrud)t beerenartig, jroet bis 
fed)s etnfamige Steine einfd)lteßen'D. Saaten an feljr früher 9?as 
belfdjmtr l)angenfc, eiweißhaltig. Heim flein, arenftäntig, mit auf» 
lvärtS gefeintem s 2Sürjeld)en. 

130. Hex. Stechpalme. Held) »ierjetjnig. Hrone iuerttjeilig. ©riffel 
feljlenc. Oyarium öierfäd)erig. Strand). (81). 

B. Lineae. Held) öter* bis fünfblätterig, bleiben*) ,. im Blühten« 
fnepfe, gefdjintett. Hrone regelmäßig, l^pogvnifd) ; Blnmenblät* 
ter fo biet ati Hetzblätter, in 5er Hnofpentage um einander ge= 
tret)t,. juivcitcn an ten Nägeln unter fid) unt» mit fceu Staubfäden 
jufammen^angent). Staubgefäße meift fünf, mit ien 23lumen= 
blättern afcroed)felnt>, t)t)pogynifd), am ©runfce in einen üfting öer* 
n?ad)fen, mit eben fo vielen 5ajtt)ifd)cn fietjenten 3ät;nd)en, tvelcbe 
aU 9?uMmente eines Innern StaubfatenfreifeS ju betrachten ftnt>, 
unt) t>en Blumenblättern gegenüberftetjem Staubf'clben jtveiri^ig. 
(Sierftocf mit »ter ofcer fünf »ottfiäntigen , au& einer doppelten 
Membran gebildeten, unt» eben fo Dielen unöoHfommenen Sd)eite= 
tvänfcen, afyt' bis äct)nfäd)erig ; $äd)er eineiig, ©idjen l;angent> 
an centralen Samenträgern. ©riffel öier bis fünf. ®ame 
eiroeißloS; Heim gerate, Söürjelc&en jum Ütfabel gelel;rt. Hräuter 
ocer Strauber mit nebenbtattlofen Stangelbtättern. ©iefe %a= 



118 Pentandr. Monogyn. (Crassul. Potain.) 

fcfjett SöfictnS) abgel;antett ; ictoct) ifi eS allgemein tie betten ju 
jener gehörigen ©attungen unter tie vierte unt> fünfte ^lafie &u 
»erteilen : 

131. Radiola. ßauterforn. 5Mcl) vierfpaltig, 3ipfel im'h biö treifpaltig. 

$rone vierblättrig. Ovarium ad)tfäd;erig. (30). 
[(309) Linuin. 23(ül;tc unt) $rud)t fünfteilig.] 

C. Crassulaceae. 8dd) gefpalten o"Dcf geteilt, trotte regelmäßig; 
Blumenblätter fo »tele al$ 3tetd)$ipfel, mit tiefen abrcedjfelnt, frei 
oter in eine einblätterige $rone mit eiuanter vcnvad)fen. €taub* 
gefäfe ivie tie Blumenblätter tem Äeldjgrunte angeheftet, balt 
eben fo viele afcS tiefe unt mit U;nen alteruirent, balt toppelt 
fo viele, GrierflÖcfe von ter $al)l ter ivronenblättcr, il;uen gegen* 
ftäntig, frei oter unterwärts jufammenlpangent, am ©runte turd) 
eine untertveibige @d)uppe geflitzt. 2>a\mn an ter Snnennaljt 
ter grüdjtdjen. $eim gerate, mit tem SBiir^eldjen jum Nabel 
gefel;rt. ©aftige Kräuter (gettpflanien) mit nebenblattlofcn 
blättern. 

132. Tillaea. S?eld) trei* bis vierteilig. Svont vierblättrig. 2)rei bB 

vier jtveifamige Äpfeln. (3). 

133. Bulliarda. Äelcl) vierteilig. ftrone vierbla'ttrig. Sßier vielfamige 

ffapfeln. (3). 
[Slufiertem gehören tiefer ^amilie an, aber nidjt 31t terfetben £innäi* 
fdjen klaffe unt Ortnung: 
(793) Rhodiola, 
(399) Crassala, 

(401) Sedum, 
(410) Sempervivuin, 

(402) Uinbilicus. ] 

D. Potaineae. SBlumenljülte an$ vier 6djuppen oter einer garten, 
ganjrantigen nebenblattartigen Jpaut gebiltet oter gar nid)t vor« 
ganten, ftntdjtfnoten vier, je einer mit einem Tangenten (5i. 
Narbe mit oter ol;ne ©riffel, fdjiltförmig, in ter Sftitte vertieft. 
Nü§d)en troefeu oter leterartig mit einem Tangenten- ettvcifjfofen 
Samen. Äetm geftümmt oter fpiralig eingerollt, mit jlarf ver« 
tidjtem §Sürjeld;en, jugefpi^ten Äcimblatte unt fe^r ausgebildeten 
^eterd)en. — ü#cnofotvietonifd)e, nur mit ter 33liH;te auftau« 
d)ente, ©üfjtvajfergcivadjfe, teren @tängel geglietert unt tie am 
©runte fdjeitenförmigen Stängelblätter mit tutenförmigen, teu 
©tauget umfd)liefjenten Nebenblättern verfemen ftnt. $u fcfef« 
$amilie gehören: 

[(738) Zannichellia. 
(3.) Ruppia unt] 

134. Potainogetön. @amf raut. gerigolt vierteilig. SSier ft^ente 

©teinfrüdjte. Bafferpflanje. (115.) 



Pentandr. flfonogyn. (Boragineae.) i 19 

[2lußert>em muffen in fcer Tetandria Tetragyuia et'tväfjnt tocE^pn ; 
(395) Sagina. 
(391) Moenchia. 

(.318) Cuscuta, ttnt) niedre Slrten uon 
(217) Gentiana] 

V. Ar äffe. 

PENTANDRIA. 
Sivittetbtätfycn mit fünf fveien <&t<mb$efä%en* 

1. Ortmung. 

M N O G Y N 1 A. 
Mlit einem $taubiD£0(. 

A. 53 f ü f) t en üollftänbig. 
A. ©lumenfronen einblätterig. 
1. 23IüJ)ten unterftänMcf. 
a. 33ier ein* ober sroetfamige STiifTe. — ß'eld) frei, fünf*, fei' 
ten uierttjeilig ober fünfblafferig'; bfeibenb. Stume mUx* 
fteibig; ©aum fünf*, feiten üierttjeiüg, ölcid) ober ungleich, 
bie Stpfel im Mttjtcnfnopfe badn'g; ber 6d)lunb oft bcfränjt. 
(Staubgefäße ber SJlumenröfjre angeheftet, fo üiele aU 5?ro* 
nen$ipfel, unb mit tiefen abroedjfelnö. £>uarium jnvci', fiep 
ober ad)tfäd)erig ober pei peifädjerige ober tuet. einfa'd)erige 
auf einer l$pogt)nifd)en Sdjeibe ffeöenbe ©ierftöcfe; bie Sä* 
c&er fo wie bie getrennten @ierfioife eineiig; Grieben ^angenb. 
©riffel einer, ganj. ©ante eirccißlos. $eim gerabe. (64 $m\. 
Asperifolieae s. Boragineae.) 

«. ©in Doarium mit wer Staaten, 3ur Steife in utcr «ug* 
artige $äd)er jcrfaüenb. 
135. Heliotropium. ©onnetuvenfce. Ärone tridjterftfrmig, mit madiger 
Sftö^re unS gefaltetem <©aume. 
ß. SSier «Kliffe. 
t Stüffe mit fcem ^liefen tem bleibenden ©riffel ») angeivadbfem 
13€. Asperügo. <3d)langenäugtein, Sftatterauge. 3?iiffe jufams 
mengefcriieft, mit t>er fd)malern <2eite an fcen (Griffel fefigeivaef)* 
fen. 2)er fruchttragende Äeld) flad) jufammengetriieft, 
137. Echinospermura. Sgelfame. 9?wjfe üreifantig, am Spante mit 
treiben 0tadjeln befe^t. 

l ) (5* finbet eigentlich aud) Ijier feine unmittelbare §8erbinbung bes ©rif* 
felö mit ben ©terftötfen ober hülfen, fonbern mit bem fäulenförmigen 
?rud)tträger, ftatt. 



120 Pentandr. Monogyn. (Asperifol.) 

138. Cynogiossum. Jpunt Sauge. 3?üff* vmlM)*ylatt, überaH mit 

midien (Stadeln. 

139. Ouiphalödes. ©et enNmetn. 9iüffe son oben §er abjjcvUittct, 

imt> am Spante mit einem aufivart^ gelichteten , oben verengerten, 
l;äutigen 9iinge »erfel;en. 

ff 9c ü ff e ter unterweibigen ©dieibe angeheftet, am ©runfce 
auSgetyölt unt mit einer ringförmigen gefalteten 3Infd)iveU 
hing umgeben. 

140. Borägo. Sorätfdj. $h'one ratförmig, mit turjen aufgerundeten 

$ecfflappen im @d)luWe. 

141. Anchüsa. Sieb äuge l. 3honc trtdjierförmig, mit gerater 9?öl;re; 

@d)lunt oon jtad) gewölbten ©djuppen gefdjloffen. 

142. Lycopsis. 25olf«auge. ©benfo, aber $ronenröl;re rniefermig anf= 

ivattt gerrümmt, €>auxn unregelmäßig, fdjicf. 

143. Nounea. Ä'orolle tridjterfcrmig, mit gerater 3?öf)re; <2d)lunt offen, 
umgeben mit einem £aarf"ran$e oter mit fe&r rurjen, behaarten, 
ntcfyt *nfainmenfd)lic§enten @d)uppen. 

144. Syinp-hytuin. 53 ein well, äöallwur^. ^rone waljtgsglocfenföt* 

mig, fünftal;nig; <8d)lunt verfdjloffen tnrd) fünf fdmiale, ju ei* 
nem aufredeten $egel jufammengeneigte «Sdjuppen. 

fff 9?üffe ter unterweibigen @d)eibe angeheftet, am ©runte 
nidjt ausgehöhlt. 

145. Onosma. Forelle watjenförmig-glccfig ofine ^Dccttlappeu im @d)lunte. 

©taubl'olben , pfeiiförmi£, am ©runte jnfanimenfyöngent. SSiev 
Sßüffe. 
146» Cerinthe. 58ad)Sblume. Crbenfo, aber jwei Griffe. 

147. Echium. harter top f. Äorolle glccfenfönnig oter allmalig er* 

weitert, beinahe ^weilipjng, olme S)ccfllappen im @d)lunte. 5ln« 
teeren eirunt, frei. 

148. Pulmonaria. Cungenf raut. 5trone trichterförmig mit behaartem 

@d;lunte, oljne ©edfflappen. Äeld) fünffpaltig. 

149. Lithospermum, (©teinfame. Ärone trichterförmig; @d)lunt 

tmd) fünf behaarte galten faft gefd)(offen. Äeld) fünfjäönig. 

150. Myosotis. 23ergifhneinnid)t. @d)lunt ter Ärone tnrd) fünf 

rable, flehte, flumpfe (gelbe) ©ecrllappen verengert. 9iüf5d)en 
unberantet. 

151. Eritrichium. ..... Grbcnfo, aber tie 9?iiffe üon einem 

bersorragenten SKante umgeben. 

b) ©ine cinfäcfocrige, einfamige $apftl. — JMd) frei, fünf« 
faltig, fünfjä&nig. SBlumen frone fji>pogwufd) , mit f«nf= 
heiligem gleiten Saume, ober fünfblättrig, Blätter mit 9?ä e 
gcln; 3ij.-fel oter Blätter im 33IiibJenfnopfe um einanber ge* 
brebt. (Staubgefäße vor tie Bfumenu'pfel geftellt, unrerwei' 



Pentandr. Monogyn. (Pltimbag. Primulac.) SÄI 

big ober an bfe STägel ber .Rronenbla'tter angercad)fen. (Sier* 
frod einfäd)erig, eineiig; ©ic^cn vom oberen ßnbe t>ce uerlän« 
gcxfcn STabctffrangeö Ocrab&angcnb. ©riffel einer ober fünf 
mit eben fo fielen Starben. S3om bieibenben 5?cld)e umfd)fof* 
feite Sd)laud)frud)t, an ber Spike fünffiawig*auffr>ringenb ober 
gefd)loffen blcibcnb, emfatmg. Same eiweiybaifig; ßeim gerabe, 
mit oberftänbigem 2ßürjeld)en. (66 gam. Plumbagincae). — 

152. PJumbag-o. Sleirourj. Sh'one tiid;tcvfcnnig, fünffpaltig. §rud)t 

flappig auffpringenfc. 

[3» tiefer ftamilie gehört nod): 
(302) Statice cum Ameria.J 

c) föinc ctnfddjerige üier* pti ftebenfiapinge, fettener umfd)nittene 
Zapfet, beren Samenträger (^lajenta) eine freie, c-itfe 2)iiftel* 
faule barftellt. — .ftelcf) frei ober feiten bem $rud)ffnoten an* 
geroad)fen, mit fünffpaltig ober fünfteilig, bleibenb, 331ume 
meift untenvetbig, mit uier*, fünf» ober jubentbetligem «Saume, 
feiten fefjlenb. Staubgefäße ber J?rone angeheftet unb uor bc» 
ren 3ipfel gefreut, suroeifen etnbrübrig, ober mit ittn fo »ielen 
äroifdjen geseilten unfrudrtbaren Staubgefäßen abrced)felnb. @ier« 
ftod einfäd)erig, uieleüg. Samen fcbjlbig, eiweißhaltig; ^eim 
gerabe, quer* ober läng^liegenb, mit uerfdjiebenaKnbigem 2Sür* 
3eld)en. (68 gam. Primulaceae.) 

«. Äorollcnjipfel am @nbe ber furjen, glcrfigen Sichre prüff« 
gebrochen. 

153. Cyclämen, Grrfcfd)etbe, Sd)roetnebrot>. SBurjelfiod niefcerge* 

tirücft fugettd). Zapfet lefcerig. Samen nierenfennig, geljen mit 
nur einem sollfornmenen Samenlappen auf. 

ß, tforolle trid)fer* ober tellerförmig. Äelß fünfgefpalten ober 
fünftägig. 

154. Andrösace. ÜW an nfcE)i(t). ^ronenrcijre fnrj, baudjig, amSdjlunfce 

jufatnmengefdmürt. Staubgefäße frei. 

155. Priinüla. Sprimel, Sdjlüffelb turne. ^oroHenrcljre, 59lintrtf$ 

ofcer keulenförmig. «Staubgefäße frei. Set;r snete (gidjen. 

156. Aretia. £immelfd)lüffe l. $rcnenröt)re keulenförmig. Staub« 

gefaße frei. §ünf @ier. 

157. Cortüsa $orollenrcl)ve furj, walzenförmig. Staub« 

gefaße an ter 23affe l>urd) eine SDiembran »erbunten. 

y. Hrone trtdjter* ober tellerförmig, $tl$ fünfteilig. 

158. Lysimachia. ^ i* i e t» l o ö. ^rone ratfÖrmig, fünfteilig. Zap- 

fet fünfftappig, fugelid). 

159. Anagallis. ©au d)l; eil. (Sbenfo, aber Zapfet mnfdjnttten. 

Staubfäden lang behaart. 

160. Hottonia. Sffiafferf efcer. $rone tellerförmig , mit jt)linfcrifd)er 

5Röl;re unt> fladjem, fünfteiligem Swme. 



1Ä2 Pentandr. Monogyn. (Gentian.) 

161. Soldanella. £cot>t>elblume. $rone trichterförmig, mit Ciirjet 

9?öl;re unt) in äatylreic&e 3'Pfd gehaltenem Saume. 

[3" tiefet ^ainilie gehören ferner: 
(179) Saraolus, 
(201) Glaux unt) 
(343) Trientalis.J 

(I) Gnn rinfädjcriger Srudjtfnotcn mit jroci rvanbftänbigen $la> 
Seilten. (Menyantheae.) 

162. Menyanthes. fßibtttlet* Ärone tricl)terig. SRatfte ungeteilt. (85). 

163. Limnanthemuin (Villarsia alior.) Scefnnne. trotte ratför* 

mig; Sparte jweitl;eilig. (85). 

e) Äapfel jivci* &tö fünffädjerig. 

a) Geutianeae (85 $am.) — Äclcl) frei, riet'» ober fünf', 
feiten fedjS* fci$ jwSlft&rifijje $rone Ijtjpogpifd}, oier* btö 
jtvölffpaltig, Berrcclfenb , fc&r feiten abfällig, im Slüt&en» 
fnopfc sufammengebreljt ober feiten Happig» ^weilen mit ei« 
nem Äranjc im 6d)lunbe. Staubgefäße ber SBlume ange« 
ruftet, fo r-tel alö Slumenjipfel, unö mit biefen auroctf}feln&, 
meift getrennt, ©ierftoef einer, »ielciig ; ©riffel jroei ober et« 
»er unb bann oft 3roeifpaltig; Starben groei ober eine. $ap* 
fei Diefamig, äroeiflappig , cntiveber cinfädjerig unb W £lap» 
benranber famentragenb, ober jnjeifäd)crtg , bie 9?änber ber 
beiben $rud)tblätter einwartö gebogen, tit Sctjeiberoanb bi(« 
benb, unb babttrd) bie ©amcntra'ger «renftänbig ; feiten eine 
»ierfamige 35eere. Qamt eiroeißfjaltig, fdjopffos. $ctm ge» 
rabe, eingefdjloffen; bat Sßitrjelc&en jum STabel gerid)tet. 
Kräuter mit Stängelblättern o$nr Nebenblätter. 3mei \ln* 
ferfamüien: 
««) Gentianeae p. s. d. Söläfter gegenftänbig ; 23lumen« 

jipfel im 23lütt)eufnopfe sufammengebrebt. teilte unter* 

roeibige Scheibe, £icrt)er: 
[(215) Swertia. 

(216) Lowatogonium. 

(217) Gentiana. 
(318) Chlora unt) 

161, Erythraca. Saufentgültent'raut. Äronc trister* ober teller- 
förmig. £te entleerten Staubbeutel firicfat;nüd) gefcreljt. (85.) 

ßß. Menyantheae. Slätter roedjfclffänbig. ^lumenjipfel int 

23lütl;enfnopfe flappig. (Sine unterrceibige Scheibe ober 

ben ©ierftod umgebenbe 3>rJLft. B. d. STo. 162—163. 

iS) Luridae. ßcltö frei, fünflappig, faft immer regelmäßig, ftr- 

fjen blei&enb. $rone unterroeibig, hinfällig, regelmäßig, trid)* 

ttx>, rat»* ober glocfenformig, mit offener Sfiöljre unb fünf- 



Pentandr. Monogyn. (Luritlae.) l%& 

tfjciligcm Saume, ^iinf flfcicij« Sfau&sefäfe an bcr 5\voik. 
gfruc&tfnoten \mv £>iö otcrfäc&erig, uicleiig, fcltener ctnfadje« 
riß, jroci*, utci> die fcrtjefamig ; ©riffei mctft einer (juweü 
len jroei ober jnjei bis fcrei Starben). Same mit ©iroctß 
unb getnimmtem Keime. Kräuter ober Stauben mctft mit 
abir-ed)fclnben, einfachen Blättern. 

««, Poleinoniaceae. (81 $am.) ßtlü) fünfjä'ljnig bis fünf* 
tfjcifig bleibend. Blume tridjtcrig*, röbrcn» ober tcücv= 
förmig, Hiebt gefaltet Saum fünfteilig, mit meift glei* 
d)cn, im Blütbcnfnopfc bad)tgcn, surocilen um einander 
gebrebten 3ipfeln. Staubgefäße in ber Blumenrohre bc* 
feftigt, getrennt. Dtuirium auf einer untmreibigen 
Sdjeibc ftetjenb, brct>, fetten fünffäd)crig. Säd)er ein* 
ober uicleiig, Kapfei brcifädierig, meift fad)fpaltig=<brei» 
Happig; Sädjcr ein* über mcfjrjamtg. Samen aufrrdjf, 
eirceiübaltig; Keim gerabc, arenftänbig mit untcrftänbi* 
gen SSürjeldjcn urio flauen Keimblättern. 
165. Polemonium. 0peerfraut. 3?rcne rabförmtg. 2)m Sterben. 
Statter fuberfdjnittig, ctjue Siebenblätter. Blühten in Sftfpcn. (84). 

ßß. Convolvulaceae. (82 gam.) Staubgefäße bem ®runbe 
ber Krone eingefügt. Srud)tfnoten frei, an feinem ©rttnbe 
meift üon einer brüfigen Sdjcibc umgeben, jrocK brei* 
ober merfäcberig, jebes 'Bad) meift sireiig. ©riffel einer, 
oft jwei gefpatten ober jnjet. Kapfei ein« bis r-icrfäcbc* 
rig, meift fd)eibcwanbfpalttg , ein* bis üicrflappig; jcbcö 
%ai) mit einem ober sivei eiligen Samen. Keim gebo* 
gen; Kotnlcboncn gefncllf, häufig sroeUappig. — 2£in« 
benbe Kräuter. 

[a. Cuscuteae. Keld) fünf* ober öUrtl)'«tijj. Blume glocfhj 
ober freujig, sertvelfenb, gule^t am ©runbe- itmfdmitten, 
mit fünf-» ober fetten öiertl;eütgem Saume; bie 3'Pf*l nu 
Blütljentnopfe bad;ig. (Staubgefäße »ier bi$ fünf, in In 
Blumenrötjre befefttgt, mit Un 3'Pfrt" abre>d)fetnb ; am 
©runbe ber Staubgefäße ober etroaä tiefer meift eben fo 
iüele bemfetben gletdj -gefMte Sd)üvpd)en. ©ieiftocf jtvei* 
fächerig, g-ad)er jtveietig; Griffet jivet, einfad), feiten einer, 
mit 5»eifpattiß« Sterbe. Stepfei ^iveifädjerig, über ber Ba= 
ftö umfdjnitten.' g-ad)er jtvei ober etnfamig. Sd)eiben>anb 
bünn, burd) bie 5lre ftd) fpaltenb. Keim fd;raubenfÖrmig, 
o^ne Keimblätter. Blattlofe @d)maro£ergetvad)fe. 
(218) Cuscuta.] 

b. Convolvuleae. Keld) fünfcblattrio, , 'jälmig ober streitig. 
Blume gtoefig, trtdjterig ober fa(i tellerförmig ; ©anm fünf* 



124 Pentandr. Monogyn. (Luridae). 

lappig, meifi fcer Sauge nad) gefaltet, im 33lütl;encnopfe ju« 
fammengefcrelit, feiten fcadjig. Staubgefäße fünf, im ©ruufce 
fcer 23tumenfrone, feltener im Sd)luufce bcfefligt, getrennt. 
@ierfioc£ jir-eU bis »ier=, feiten etnfad)erig, juroeilen au<& aus 
jtvei getrennten, ein* ofcer jroeifadiierigen Fruchtblättern ge~ 
gebilfcct; $äd)er jtvei = ober eineiig; (Sidjen neben einander 
flef)enfc, aufrcd)t. ©rtffei einer oft jtveifpaltig, jutveilen 
jtvei. @ine Happige ofcer umfeßnittene armfamige Kapfei 
(feiteuer jtvei = ofcer vier einfamige grüdjtdien ofcer eine 
Söeere). Samen im ©ruufce fcer 5rud)tl)öl)le angeheftet, 
mit wenigem (üntveifj. Keim gel'rümmt, mit einem unter« 
ftäufcigen SSürjelctyen unfc fnidfaltigen Keimblättern. — 
SDtcift nmifcenfcc Krauter mit tvecOfelfränfcigen, meifl einfa* 
d)en flattern, ol;nc 9?ebenbenblätter. 

166. Convolvulus (incl. Calystegia), 3$infce. Krone trid)terförmig= 
glocfig, gefaltet, mit eefig fünflappigem Saume. Dvarienfadjer 
gtveieiig. XL f. tu. S" 2>eutfd)lanfc jtvei Untergattungen: a. Ca- 
lystegia, 3 au ntvinfce. 23lül;tcn am ©runfcc mit jtvei öerbrei* 
terten 25ecfblattern umgeben. SSlmnent'rone trid)terig=glocfig« Diarbe 
$tveifpaltig, mit ftumpfen, ftielrunfclid)en, feltener kugeligen 3'Pfan. 
Dvarium t;alb jtveifädjerig. — b. Convolvulus, Slcfertvi nfce. 
®cd blatter von ten 33lül)ten entfernt. 23lume trid;terig*tellerför* 
mig. Siarbe f'opft'g, jtvei* bie fcreilappig. Gnertfocf' vollfoimnen 
jtveifadjerig. (82). 

yy. Solanaceae. (86 gam.). ^ f W) nteid fünfteilig, blei6cnb 
ober feiten umfd)nittcn'abfällig, mit bleibenber 35afis. S3lumc 
raöförmtg, glocfig, trid)fertg cter tellerförmig, in bem SBXüO* 
tenfnopfe langöfaltig ober lappig; 3ipfel tcö ©aumeö fo 
viele als Kclcfoipfel, meid gleid). Staubgefäße im ©runbe 
oer SMume befeftigt, meid getrennt, ©ierdoef 3tvetfäd)erig 
ooer unvoüftänbig-üierfädKrig, feiten brei* ober fünffäd)ertg; 
Sädjcr vieleüg. (Briffcl einer, mit gan3cr ober stvetlappigcr 
STarbe. grud)t eine jnxiflappige, feltener werflappige ober 
umfdjnirtene Tüpfel, ober eine 35eere, viclfamig. (Samen* 
träger bid, in bfr 2ftitte ber ©djeibctvanb angetvadjfen. 
©amen mit großem (£trceiß. Keim gebogen bit ringförmig 
ober fdjraubcnförmig. Keimblätter flache Krauter mit tvälTe« 
rigem narfotifdjen Safte; ol)nc Nebenblätter. 

a) Stfit Kapfelfrudjt. (Datureae.) 

167. Datüra. StedjapfeL Krone trichterförmig = gefaltet, fünferf'ig. 
Keld) über fcem blcibenfcen ©runfce umfdjnitten, abfällig. (86). 

168. Nicotiana. Sabar. Krone ebenfo. ^dä) blei&enfc. Oöarienfä- 
cfcer öieleiig. (86). 



Pentandr. Monogyn. (JLuridae. Apocyn.) 125 

169. Hyoscyainus. Söüfenfraut. Jncne tvidjtcvfcriuifl. 3?ap|e( bau* 
d)ig, in einen $al& verengert, mit einem 3)ed'cl nmfcum auffprin* 
gent). (86). 

170. Scopolina $rcne rb^rigsglocfeuförmig. ^apfel 

umfdjnitten. (86). 

b) SDMt 23eerenfrud)t (Solanene). Sgl. g. 175 — 178. 
cTcT. 9M) wdjnrt man häufig (jieröer bic 33fr6a«wi, roeldje je» 
{)0(ö beffer su beit (Scropliularineen gcfiellr werben. Sßgl. Di- 
dynamia Angiospermia, JB, ^. 1. 

171. Verbascum. ^önigSferje, SSollfraut. Forelle rabförmig, 
©taubfclben In verbreiterten Spitze ter Iräger quer aufgeivad)fen. 
$pi;ramiben ct>er kegelförmig gebaute üvrauter mit Blühten in alj= 
venförmigen Rauben ober Sftfpen. (83). 

y) Ericeae (7i Familien). 

172. Azalea $?orolle glocfenfcnnig, ©raubgefajje vor 

einer untertveibigen 6d)eibe, unti üidjt ter 23lumenlrone, ein* 
gefügt. (71). 

f) 3irci Salgfapfeln (ober Stcinfrüdjte, eber eine meift jWfifädjcrifle 
.Rapfci. ©tcinfrudjt ober Beere) (Sicrpöcfc jtüct, einfädierig (ober 
einer unb siveifä'd)erig) unb nur ein — burd) Serroadjfung jmeier 
— entftanbener, beiben gemeinfd)aftlid)cr (ober sroci) ©rtffel. 
Md) frei, meift fünfteilig. Blumenfrone unterroeibtg, meift fünf' 
fpaltig, mit gleiten, im SSIüfjtcnfnopfe meift bad)ig*3ufammengc= 
breiten 3ipfcin, im <2d)lunbe juuuilen mit einem ßranje. <&tmh 
gefä'ße auf bie Blume befefiigt, meift getrennt; Staubfolben häufig 
ber Staube aufliegend — JDIeifl ötra'udjcr mit gegenftanbigen ober 
roirteligen, einfachen ganzen Blättern otjne Siebenblätter. (87 fsoxn. 
Apocyneae.) 

173. Vinca. Singrün, ^orolle präfentirtetlerfcrmig , mit fd)ief abge= 
ftujten 3'Pf«In unt> nadtem @d)Umte. (87). 

174. Nerium. Oleanber. S?rone trid)terformig, mit fd)ief abgeftit^s 
ten 3ipfelit ; im @d)lunt>e ein Äranj von fünf fctyli£ig = gemalmten, 
ten Siumen^ipfeln gleid;gefiefiten Sdjuppen. (87). 

g) 23eerenfrud)t, (Solaneae; vide supra.) 

175. Lycium. 23ocr$bart. Sirene trichterförmig. ®er frud)trragente. 
Äeld) flein, an fcie 33af!ö fceS langlidjen, ätoeifädjngen 23eere an* 
getrütft. (86). 

176. Atropa. Sollfirfdje. Äuone glocfig. 23eere gtwtfadjeng, viel* 
famig, am ©runfcc von lern vergrößerten, ausgebreiteten üMdje 
umgeben. (86). 

177. Physälis. @d)lutte oter SntienHvfdje. trotte rafcförmig. 
«Staubbeutel getrennt, in Säng&igen aufjprtngent). (86). 



126 Pentandr. Monogyn, (Luridae. Campanulinae.) 

178. Solanum. 9?ad)tfd)atteu. Stvttii ratföttnig. Sletljcren jufam* 
menfcJ)lief}ent>, an fcer @pi|e mit jnw Sccbern au ffpringent). (86> 

2) 23lul)ten obeeftäntug. 

a) tfapfelfrucfot. 

«) £eld) fyalb über bem grud)tfnofen. 3e&n ©tauten, bauon 
fünf unfrudjtbar. Öüarium cinfäd)erig. 

179. Samulus. 23unge. 23lume ßlccfig,, fünfteilig. Ratfd fyatb 
fünfflappig. Sumpfpflanze. (68). 

ß. 33lüljten »ollfcmmen oberftänbig. günf «Staubgefäße, alle 

frudjtbar. — ^eldj meift bem ©ieiftücfc angtrea^fen, mit g> 

tljeiltem, bleibenden Saume. 23tume im ,5?eld)fd)lunbe angewad)* 

fen, mit geteiltem Saume, im SBlübjenfopfe flappig. Staub* 

gefäge meift auf einem 9iingc ober einer oberrcetbigen Scheibe, 

fo oiel als 23lumeiijipfel, unb mit biefen abn>ed)felnb. ©ierftoef 

meift äirei* bii mef)rfäd)erig ; gädjer meift üieteiig. ßeim aren- 

ftänbig, gcrabe, mit zentripetalem Sßürjddjen. SOTcift trauter 

ober £albfträud)er, oft mtld)cnb, mit meift roedjfclftänbigen, ein» 

fad)en Stängelblättern ol;nc STebenblätter. Campanulinae). 

««♦ SBlume um ben Sterftocf angei»ad)fen, mit fünfteiligem, 

meift unregelmäßigen uub jiueilippigen Saume; Sichre oft 

auf einer Seite ber Sänge nad) gefpalten. Slnttjeren jmei» 

fäd)erig, meljr ober weniger ret)rig*uerrcad)fen, j. %l). an ber 

Spifje gebartet, ßierffoef äiuei* bis brei=, feiten cinfäd)crig; 

$äd)er uieleiig. ©rtffei einer; STarbe meift ausgeranbet ober 

jivctlappig, ron einem ^aarfranje umgeben. $rud)t ein» bi$ 

bvcifädjerig, rielfamig, meift eine fad)fpaltig=flappige ^apfef. 

Same flein, eiweißhaltig. (57 gam. Lobeliaceae.) 

180. Lobelia. Sinteren mit einander »erwadjfen. 33tu* 

menrö^vc auf einer Seite gefpalten. 

ßß. 23lumenfrone auf ben $eld) befefiigt, meift regelmäßig; 
3ipfet beö Saumes fo oiel als ßcldjjipfel (meift fünf, aber 
brei bis jeljn). Sfetberen jweifäcbcrig, jtnveilen am ©runbc 
Krn>ad)fen. Sterfiod sir>et - bis jeimfäd)erig, mit oieleiigen 
Färbern, febr [üten faft einfädjerig unb oicreiig. (griffet tU 
ner; STarbe naift, meift in fo Diele 3ipfel gefpalten, als li- 
eber bcö ©ierftocfcö oorbanben jinb. tfapfel auf ben Seiten 
ober am ©runbc in Söd)er fid) öffnenb, ober auf ben Sdjei« 
tel fiappig*, feiten in ein £od) auffpringenb, meift oielfamig. 
Samen flein, etweißfjaltig. (58 gam, Campanulaceae). 
a) Wahlenbergieae. J?apfel auf teil Scheitel auffpriu= 
gent. 23lü't)tenfiielci)en nad) fcer 33lül;te aufrecht. 

181. Jasiöne, ^ronfnjipfel fcömal, beim 5lufblül)en 



Pentandr. Monogyn. (Campanuliüae.) 127 

vertvad)fen, äulefct von unten nad) oben ftd) trennenb. ©taubfdben 
pfriemtief); «Staubbeutel am ©runbe äufamment)angenb, oben ju* 
te|t in einem ©lernten abftefjenb. Zapfet jtveifdcfjertg, in ein 
£od) auffpringenb. — SMume Ijimmelblau. 

182. Wahlenbergia ^rone gtoefig ober tridjtertg. ^apfel 

Jjalboberftdnbtg, an ber @pi|e in 3—5 fcbetbetvanbfüljrenbe 
Etappen auffpringenb. %m Uebrtgcn mie Campauula. 

b) Campanuleae. ^apfel fettlid) auffpringenb. 

183. Pbyteuma. ^eufeUfra l(e. fronen jipfel wie bei Jasione, ©taub? 
fdben am ©runbe verbreitert; ©taubfotben frei, a) SMumenjipfel 
an ber @pi|e nie getrennt, ©taubfdben am ©runbe fajt gleich/ 
breit. Starben 2; ^apfel jroetfaeljerig : Synotoma. SMüf)ten blau, 
fcl)r furj gejtieft, in einen gipfclffdnbtgen (öderen 93ufc^et ober in 
eine einfache S)o(be gefreut. — b) ^ronenjtpfel an ber @pi§e lange 
verivad)fen, $u(e£t frei, ©taubfdbcn am ©runbe breiter. Starben 2 
—3, Zapfet brctfddjcrig; bie ©rcijaljl vorljerrfdjenb : «) Hedran- 
tbum. SMüftten füjenb, fopftg ober bid)t dftt'tg, 2lel)rcn becfbldtteng, 
SMumen meift violet; 3'Pftl jur SMürjtcjeit von unten nad) oben 
ftd) bauchig trennenb. Zapfet feitlid) gegen bk 33iitte in 2—3 Söcfyer 
auffpringenb. ß) Podantbum. QMüljten furj gejtielt, loclfer dl)rig;trau; 
big ober rifpig, 2 — 3 von einer Sraftee geftu^t, himmelblau; 
^rone au£en behaart; SMumcnjipfet von ber ©pi|e nad) bem 
©runbe, ftd) trennenb, enbltd) rabförmig abflefyenb. Farben 3; 
Zapfet fettlid) gegen bte @pi£e in 3 göcfyer auffpringenb. 

184. Campanula ©locfenblume. .^rone funflapptg ober fünffpaftig, 
glocftg ober rabförmig, mit f reifeiförmiger Svöfjre: ©taubfdben 
am ©runbe verbreitert, bafefbft geivölbarttg jufammenfc^lie^enb 
unb bk obenveibige, flad)(icf)e «Scheibe bebeefenb. 2mtl)eren frei. 
Zapfet f reifeiförmig, brei; biß fünf fächerig, am ©runbe ober 
unter bem iveld)faume unb ebenfo viel £öcf)er fid) öjfncnb. Un? 
tergattungen: a. Medium = Marianthemum. 9Müt)te von jurüct' 
gebogenen ^eld)anl)dngfeln bebedrt. Zapfet breü biß funffdeherig, 
mit am ©runbe bcflnbtidjen Etappen auffpringenb. b. Eucödon. 
SMüljten vom Jveld)e nid)t bebeett. Zapfet breifdd)crig, meiftenömit 
am ©runbe, feltener obenvdrtö befünblid)en, klappen auffpringenb. 

185. Adenopböra. <Sd)el(enb;i ume. SBte 184; nur bk obertvctbtge 
@d)etbe $u einer, bk ©riffelbafi'3 umgebenben, SKöfjre verlängert. 

186. Specularia. ©ptegelblume, 23enuö' ober §rauenfpiegel. 
Ärone rabförmig. Zapfet ibealtfd>-oblong, prtömatifd), in feitlidje 
Stilen auffpringenb. 

b) Söeerenfrudjt, oft einfdd)erig, $e(d) oberftdnbig; mit jtuef* biß 
funffpaltigen ober faft ganjem ©aum. SMume bem Sierftocfe auf; 
gefegt; mit vier; ober funffpalttgem ©aume. ©taubgefdjje an bk 



128 Pentandr. Monogyn. (Caprifol. Balsamin.) 

Grone befeftigt, frei, von ber galjl &*f Btumenjipfet unb mit 

iljnen a6tüccf>fc(nb- ober boppctt fo viel, ober wer, biövnamtfdje. 

(Sierfrocf brei* bis fünffach, ertg; §ddjer ein- Stö mefyreüg; <£tdjett 

Ijangenb. Getm mitten im Eiweiß : ba€ SBurjelcben gegen ben fSlat 

bei gerietet. $rucbt biätvetlen aus jtvet mit cinanber vertvaßfe* 

nen $riKl)tbldttern gebilbet, von jtvet Gefctjen gefrönt. Stdngel/ 

Matter gegenffanbig, meifr ofine Nebenblätter, ©trauter. (§am. 

63.) Caprifoliaceae. gtvei Unterfcimttten: 

[«. Sambuceae. .^rone rabförmtg. ©riffel ober Starben bret 

U$ fünf. (358) Adoxa. (296) Sambucus. (295) Viburnum.] 

ß. Lönicereae. ^rone röljrtg ober glocfig, oft unregelmdßig. 

(£in fdblicf)er ©riffet. 

187. Lonicera. ©ti$blatt Getcf)faum Hein, fünfjdfjnig. Blumen röf)/ 

rig ober faft glocfig, mit unregelmäßigem fünffpalttgen Saume. 

§önf Staubgefäße. Sftarbe fopftg. Beere bretfdefterig. gdcfcer arm* 

famig. ©amen mit rinbenartiger Schale. Straudj. groei Unter* 

gattungen: a. Caprifolium. Btüfjten i opftg<'CjUtr((tdnbtg ; Beeren 

vom bteibenben Gelcbfaumc gefrönt. Stdngel ivinbenb. b. Xylo- 

steum., S$zä enftrfcfye. Bluljten parig; Gefcljfaum abfällig, ntc^t 

bie Beere frönenb. Stamme aufrecht. (63.) 

[(500) Linnaea.] 
B. Blumenfrone vielbldtterig. 
- 1) Btüljten unterfrdnbig. 
a) Unregelmäßige Blume, gefpornt. Staubfolben meljr ober tveni; 
gec mit einanber verwarfen ober bod) jufammenfjangenb. @nu 
brt)o gcrabe mit jum Nabel gefefjrtem SBürjelc^cn — trauter. 
a. Geld) funfbldtterig , unregelmäßig, abfällig, in ber Gnofpe 
gefcljinbett; bte $tvet oberen, bem unparen Blumenblatte am 
ndcbften ftel)enbe Geißblätter metftenS fefijenb (bä ber ge* 
füllten ©artenbalfamine jumeilen gefpornt); ba$ unpareviel 
größer, gefpornt. Grone fßeinbar breibldtterig; baß obere 
Blumenblatt fpmmetrifß, bk fettlidjen Blumenblätter par* 
roeife verwarfen) auf jeber «Seite nur ein fctvetfpaltigeS Blatt 
bilbenb, afpmmetrifcb,. Staubgefäße ben §rudjtfnoten bifyt 
umgebenb; Tlntljeren ätvetfdcfyerig, meljr ober weniger jufam* 
mengetvadjfcn, in ßdnggrifjen auffpringenb. (£ier(Iocf fünf* 
fächerig; $dd)er meljreüg; Sieljen Ijangenb; Samentrdger 
jentral. Gapfei funfflapprig, elaftiftf) auffpringenb. Same 
oljne Eiweiß. ^Oceift faftige jarte Grduter; Stdngelbldtter 
ofyne Nebenblätter. (21. %am. ßalsamineae). 
188. Impatiens. Spring famtraut,Balfa mine. Geld) breibldttrig, 
bo.$ unpare Blatt viel größer, gefpornt. Grone breibldttrig. 
ß. Geiß fänfbtdttrig, bleibenb; bk Btdtter oft ungleich unb 
tydufig in ein 2fnfjdngfet vorgewogen. Grone meifl unregel* 



Pentandr. Monogyn, (Viol.) 12Ö 

mäßig occr wnijleict), fünfblätterig; fcas unparige, untere 
Statt oft gefpornf. Staubgefäße auf einer unterroeibigen 
Sdjeibe ; Staubfolben auf ter innern Seite fcer Staubfäcen, 
an fcer Spt£e mit einem trodentyäutigen 2lnf>angfel, frei 
ofcer jufammenl;angent>, fyäuftg an Im ©terftod: anget>rüdt. 
Oöarium einfadjerig'; mit fcrei wancfränfcigen Samenträgern. 
Samen mit fleifd)igem @iweiß. — ©en>öl)nlic£ Kräuter 
mit n>ed)felfKintigen Blättern mit freien Nebenblättern. 
(16 $am. Violarieae). 

189. Viola. S3eild)en, Stiefmütterchen. $eld) unl) Ärone fünf« 
blätterig; ^efd)blätter fceanfjä'ngfelt. Blumenblätter ungteid), la$ 
unpare gefpornt. Staubgefäße ausgebreitet, in einem Runter flu* 
fammengefiellt, aber nid)t nm-flid) jufammengetvad)fen ; fcie beißen 
unteren am ©runoe mit einer fpornfermigen 2lnl?ängfel. Unter* 
gattungen u. f. w. n. Nomimium Ging. ®ie $x>ei mittleren Blu* 
menblättee feitlid) abfief)enö, fel;r l;auftg am ©runfce bärtig; fcaö 
untere immer ol;ne Bart, ©riffel gerate ofcer wenig gebogen, am 
©runfce »erfcünnt. ^Die fpäteren 33lül;ten ot;ne 3?rone. 3Bur$ef* 
ftoef fd)ief ofcer tned)enfc. «. Narbe in -ein fdjiefeS Spiättcfoen aus* 
ausgebreitet ofcer an fcer Spilje fd)ief abgefiu£t. $rud)tfliele aufs 
red)t, oben Ijafenförtniq gebogen, mit nid'enfcer Zapfet, nadj fcer 
Blül)te öiel ftärfer. StängeUofe Kräuter, ß, Narbe in ein £erab* 
gebogene» Sd)näbeld)en öerfcünnt. grudtfjiiele auf fcie (free lfm» 
gefireeft. BtattwudjS nad) fcer Blübte t>iel reidjlidjer. $rud)tbare 
Blül;ten blumenlos. — Narbe in ein niedergebogenes Sd)nabeld;en 
»erfcünnt. ^rudjtftiele untteränfcert aufredjt, mit an fcer Spi^e 
nidenfcer Zapfet. ®ie Sommerpflaujcn fcen ftmfyiinQiQewatfjftn 
meifl unäfmlid); tiefe einfad), uiit Bluinentragenfcen Blühten, lang 
gefiielten Blättern, größeren Nebenblättern; jene »eräflet, mit blu* 
menlofe Blühten, furjj gejrielten Blättern an fcen Steigen, unfc 
fleinen Nebenblättern. — b. Dischidiuia. ®ie t>ier oberen Blut 
menblätter aufwärts gerichtet unfc aufwärts fcad)ig. (Kriftel am 
©runfce niefcergelrümtnt, fcann in einen Söinfel gebogen, auffiel* 
genfc, oberwärts feulförmig öerfcidt; Narbe fiadj, fafi jweilippig. 
Sitte Blühten öoHfommen. SSurjelftod friedjenfc. — c. Melanium. 
25ie srier oberen Blumenblatter aufwärts gerichtet unfcfcad)ig. ©rifs 
fei auffieigenfc, oberwärts keulenförmig , mit großer l'rugförmigcr 
Narbe, fcie meifl -auf beifcen Seiten mit einem £aarbüfd)el , unfc 
unterwärts mit einem befefrigten ßippdjen »erfeben ifl. 

b. Negetmäßige Blühten. 

«. Blumenblätter meifl fünf (and) oier) mit fcen gäbndjen fce$ 
fleinen $eld)es abwed)felnfc, einer fcrüffgen Sd)eibe auSwen* 
fcig angefe^t. Staubfäfcen fo öiel als Blumenblätter, »er 

9 



130 Pentandr. Monog. (Vit. Celastr. Rhamn.) 

tiefe gefleHt, ter ©treibe aufgefiigt. Oarium frei, vier* 
eitg, (Sid)en aufrecht ; ©rijfel einer; 9uirbe einfad). Beeren* 
fvud)t mit ehüeifljaltigen ©amen, ömbujo gerate mit jum 
üftabel gefeljrtetn SBürjeldjen. Kletternte Ijoljige ©etvädjff. 
(35 $am. Viteae = Ampelideae). 

190. Vitis. 2Seinrebe. Blumenblatter an ter S|>i(je jufamtnen$anc 
gent. Keld) unteutlid) fünfjäl;nig. 

191. Ampelopsis. £unt£rebe. Blumenblätter »on ter Spi£e bis jum 
©vünfce ftd; ablöfent. Keldjfaum faft gan^. 9?arbe fo^ftg. 

ß. Blumenblätter auf tem Keldje (rezent, 
ß«. Staubgefäße »on ter %at)l ter Kronenblätter uut) mit tie* 
fen abived)felnt, an cter auf einen ten ^rudjtfnotcn ums 
gebenden fleifdjigen 9?ing befefiigt. Keld) »ier* bis fünf* 
faltig der »ier* bis fünft^eili;], im 33lüt)tenfnopfe gefdjin« 
telt. Krcne regelmäßig, Ouarium frei, jiuei* bis vierfache» 
dg, gadjer ein* bis meljreiig; Qridjen aufrecht; Samenträ* 
ger arenftäntig. dnrceiß fefylent oter flcifdjig. Keim gerade, 
mit tem SBürjeldjen juni Stfabel gercentet. (36 %am. Ce- 
lastrineae). gtrei Unterfamilietu 
o. Evonymeae. Samen mit Samenmantel gegen ten tfla- 

bd ju nid)t abgeftulpt. Grmbrpo in ter 2lrt teS fleifd)igen 

(girceißeS. Blätter einfad;. 

192. Evonymus. $pfaffenl;ütletn , $Pfaf f en£äppd)en, Spin* 
tel bäum. Kronenblätter unt Staubgefäße »ter bis fünf. 

[b, Staphyleaceae. Samen beüüjart, am 9iabet abgeftutjt, 
ot;ne Samenmantel, ©weiß fel;leut oter fel;r gering. 
Keimblätter tief. Blätter jufammengefe£t. 23gl. Pentan- 
dria Trigynia, 9?o. 290. Staphylea.] 

ßß. Staubgefäße fo Diel aU Blumenblätter, tiefen, gegenüber* 
überjrel)ent. Keld) öier* bis fünffpaltig ; Gipfel in tem Blut)* 
tenfnopfe flappig, abfallend: IRtyxc bleibend, mel)r cter n?e= 
niger tem ftrudjtfnoten angetvadjfen. Blumenblätter mit 
ten Keld)jipfeln abtredjfelnt, l;auftg fdjuppenförmig. (Sier* 
tfoef wn einer trüftgen Sdjeibe umgeben, itoeU bis sierfä* 
djerig; gadjer eineiig; Gridjen aufredjt, ©riffel einer, mit 
jtvei bi* »ier Starben, juroetlen am ©runte geseilt. Keim 
gerate, mit tem Bürjeldjen tem SRabel jugefrljrt. (19 gatn. 
Rbamneac). 

193. Rhamnus. Kreujtom, göulbaum. Kronblatter fcier bis fünf, 
Steinfrucht (oter Beere) jwei* bis inerfleinig , Stcinfd)alen frtor* 
pelig, ter Cänae nad) aufbringend. Samen mit einer tiefen 
§urd)e. 5>ier Untergattungen; a. Cervispina. ^twige gegenfiän* 
t>ig; 2)ovn ter einjährigen S^'fl« entfiantig, fpäter aflwinfelftSns 



Pentandr. Monog. (Rharnn. Grossul.) 131 

lig. 231attev gegenfiäntig, an fcen ©eiten In %miQt büfd)elig, 
mit jct>erfeit$ fcrei, meitf fonöergirenten £auptat>ern. Blüljten 
polygam ifd)-tiöjifd>, »ierjaljlig (mit sier Blumenblättern unt) »i« 
©taubgefäpeu) , fajl büfctjelroetfe an Im feitlidjen Sieben, grün= 
cfcer getblid). ©rijfel jn)ei= bis t>reifpaltig. — q. Rhamnus. 3roei* 
gc tuccltfeljJänfcig , unbeu>e(;it. Blattet abfaHent», mit geraten, 
fd)ief=paralell laufenden 2ltem. Blüljten polt>gamifd)st)iö$ifd), öier« 
5al;fig ; am ©runfce t>ec 2leftd)en in Den SSinfeln Der ^infaßi^en, 
, fcrafteenartigen ©tängclblättev mit) in fcen Steffeln fcer unteren afl* 
flänt)igen Blätter, ©rijfel jiveü bi» fcreifpaltig. — c, Alaternus. 
3^eige tvecbfelfiänöig, unbeiveljrt. Blätter peremiirent», Ijart, let>er* 
artig. Biül;ten pclijgamifdj'tiii^ifd), mit öier bi£ fünf Blumen* 
blättern, in i)cn 21 .d; fein fcer Blätter, ©riffel 3tv>ei* bis fcrcifpaU 
tig. — d. Frangü!a. Faulbaum. 3 W£i ö e n>ed)felfiänt>ig, olwe 
©crnen. Blätter abfällig, mit gerate, fdjief? parallelen 2löern. 
Blühten juntterig, fünftägig (mit fünf Blumenblätter unt> fünf- 
männig). ©riffel ungeteilt; Sftarbe fopftg. 

194. Zizyphus. 2ufcent>om. ©tebtfrudjt ungezügelt; ©teinfdjale 
nid}t auffpringent, jt»e"U bU treifädjerig , mit emfamige.n &a<$ern. 
©amen eingccrücft, obne §urd)e. 

195. Paliurus. ©ted)t>om. ©temfrudjt trocfen, nidjt auffpringenb, 

runt» mit breitem ftlÜQtl umgeben; |ivei- biö fcreifädjcrig. ®am 

clme gurd)e» 

2) 23Iityten ©betftänbtg. 

a) Keld)faum oberjlänfcig, vier* biö fünffpaltig, regelmäßig, fafi 
flad; oter glocfig der rcl;rig. Blumenblätter wer bi$ fünf, 
an ten fftant) te6 Keld)fd)lunoe3 eingefügt, mit fcen 3ip* 
fein te$ KeldjfaumeS abwedjfetnt>, gleid). Staubgefäße oier 
bte fünf, jtvifcfyen tue Kronblätter eingefügt, gleid;. ©taub* 
folben in fcie Sänge auffpringent», 3i»eifäd)erig. Gnerjtocf 
einfäd)ertg, üieleiig; jroei w>ant>#ant>ige, gegenflänfcige ©amen« 
träger, ©riffel jitei« bis üierfpalttg. %xud)t eine Beere, »oin 
öertvelfenten Keldje gefront, ©amen mit fcer inneren (breiteren 
unt) ftumpfcn) ©pi£* an langen 9tabelfd)nüren befefHgt, ei* 
roetfjl)altig; äußere SDecre gallertartig, innere tjäutig. jfeim 
fTein, »cm fftabel abgeivantt, an Vit ©pi|e te$ fpißen ©amenS 
liegent), mit tum 9?abel gefeljrten Keimblättern. ©träudjer. 
(13 ^yam. Grossul arieae). 

126. Ribes, Jgo^anne*», 2ü;l= unt) ©tad)elbeere. Blumenfronblät- 
ter unt) ©taubfäten im Äcld)fd)lunte befefiigt. Kronblätter mit 
l?agel (45) jinei lintergattungen: Grossularia. ©tad)elbeeve. 
Blübtenftiele ein* bid treiblül;tig. ©tamm meifl tornig, tic 
©tadjeln tieS^eiglein ftü^ent). — b, Ribesia. Soljanjttö- un^ 

9* 



132 Pentandr. Monogyn. (Aral. Illecebr.) 

51 l;l beere. Blühten traubig, Trauben »icn bi$ mel;rblübtig. Stau* 

gel unbewaffnet. 

b) ^elcferc^re bem (Sierflocfe angetvad)fen ; «Saum oberfränbig, 
vier* bis fünfjär;nig. Sfrone fünf- bis jc^nblätterig, »er eine 
oberweibige Sd)cibe eingefügt; Blumenblätter ft(?enb, mit 
breitem ©mute, im Blül;tenfnepfe ftappig. (Staubgefäße fünf, 
mit ten Blumenblättern eingefugt urtb mit Urnen abived)fetnb 
ober mit iljnen »on gleicher 2lnjal)L Oearium jwei* bis meljr* 
fäcuerig, $ad)t\' eineiig; @id)en fyangenb. ©rijfet einer ober 
mef)re, mit einfacher, entfianbiger Narbe. $rud)t eine Beere. 
böd)ft feiten eine Steinfrucht. Same eiweißhaltig, l;angenb. 
$?eim gerate, arenflanbig, mit lern SSürjeldjen ?um Nabel 
gerichtet. Sfteifi flimmenbe Sträudjcr of>ne Nebenblätter. Un= 
teifd)eiben ftd) »onbennabe »erwantten 6orneen(ogl. Seite 115) 
fajt nur burd) bie Stein frud.t. (49 ^am. Araliaceae). 

197. Hedera. Grptjeu. Blumenblätter, ofjne Nagel, unb wie bie 
Staubgefäße, auf beut ^eldjrante »er einem epigtmifdicn %>i$tu6 
(tetyenb. 

B. Blühten unüoUfianbig. 
A . Unterftänbige Blühten. 

1) %d)\\ Staubfaden, son benen fünf olme Staubbeutel ftnb* 
Blatter gegenftäntig, mit Nebenblättern. Blumenblätter 
febjenb ober fdjciubar »ertjanben, aber bann fe^r flein, Pfriem* 
lid), unfruchtbaren Staubgefäßen ä^nlid), bem perpginifdjen 
Nincje felbfi augefügt. SSal;re Staubgefäße fünf, feltener 
weniger, brei ober eins. (£*infamige Sd)laud)frud)t. Sa* 
me an ber öcrlängerten, au$ bem (S>runbe ber g^ 110 ^ ^ el ' s 
soirommenben Nabclfdmur ibangenb. Itnterfamilien ber 
$Paron$d)icen. »gl. S. 111. (Illecebreae). 

198. Herniaria. Saufenbforn, Br ud) fr au t. SPerigonium fünf= 
heilig, 3'Pf cl fiadHcnfa». ©riffel fel;r furj, mit gtvei flumpfen 
Narben. Scblaud)frud)t »om bleibenben flelclje bebed't, olme SDecfeU 
rubiment, l;3utig, einfamig. (28). 

199. Paronychia. ♦ . . . . (Jbenfo, aber Sd)Iaud)frud)t mit einem 

angervad)fenen 35ecfeld;en »erfeben. ©riflfet langer, jweifpaltig ; bie 
Narben ungeteilt, frumpf. (28). 

200. Illecebrum 2)ie £ipfel fce3 fünfteiligen SperigomJ 

»erbieft, öon ber Seite jufammengebrücft, innere Oberfläche fcbmal, 
etwas »ertieft, ©riffel fel;r hirj, mit jwei fiumpfen Narben. 
ScQlaud)frucbt einfamig, längSfurdjig, nad; ben fturdjen in me^r 
3ipfel auffpringenb. (28). 

2) giinf ©taubgefäfje. 

201. Glaux, 3J?il darauf, «perigonium glodig, fünf lappig, gefärbt. 



Pentandr. Moiiog. — Digyn. (Ulm, Chenop.J 133 

grudjtfnoten fünffäcberig 2>amcn fdjiltig=angebeftet eirceifüJjaltig ; 
Sttim mit ten Sftabel gleicblaufent. ^eine Nebenblätter. (68). 

202. Ceratonia. Sobann i$b rot bäum. 5?e(d) fünfteilig. Ärene 
feblt. §Biüt)tc potygamifd) ober tiöjifd). (Sine öielfauiige hülfen« 
frudjt. @ame ehveijjlcS, mit geratem ©mbr^o. S3aum. blattet a\>- 
ived)felnb, mit Nebenblättern. (7), 

B, Dberfianbige SDlüfyten. 

203. Thesium. S3er rneinf raut. s })erigoni um tem ©ierfrocfe ange« 
tvad)fcn, teHer* ober trichterförmig, mit öier* bis fünffpaltigetn, ins 
nern gefärbten Saume. §>ie Staubgefäße am ©runte ter 3tyf** 
angeivad)feu, mit einem £aarbüfd)el umgeben. (92), 

[3n tiefe Ordnung f'emmen nod): 
(116) Rubia. 
(112) Crucianella, 
(356) Polygonuui. 
(217) Gentiana.] 

2. Oitnung. 

D1GYNIA. 

ßä'xt imex Stau bro t gfii. 

A. tlnsoüftäutige 33lül;ten. 

1) 25äume unt> ©ttäuebet. 231ätter mit Hebenblrtttetn, 35lü^s 
ten eürae t^d-enar-tiej. (Ulmeae). 

204. Ulmus. ÜRiifWv. Sperigon »ier* big fünfjülmtg. Oöavium jtveW 
fad)erig. Nufj turd) Slbortuö einfädjerig, einfamig, gebügelt. (97), 

205. Celtis. ..... $Slüt)lcnl)üüe fünf* bis fed)Stl)eilig. ©ine 

einfamige Steinfrudjt mit beinharter $?ernfd)ale. (97), 

2) Iktäüttt o^eL• <g>albffcüiiii?ei:. Blätter ol>ne VTebenblftttec. — 
23lumenl)ülle meifi fünfteilig, bleibend; £appen im 33lül;ten= 
fnopfe über einander liegenb. Staubgefäße im ©runbe ber 
23tuinenl)ülle befeftigt, zuweilen bt)pogt>nifdj, ten «perigonjipfeln 
gegenüberfteljcnt, unb mit Urnen »on gleid)er %al)l, feiten tve= 
niger. (Sierftocf frei über mit ter 23aftö ber SperigonS »er= 
readjfen, e;ufad)erig, eineiig, ©riffel einer, meifi' jtvei-, juivei* 
len aud) öierfpaltig, feiten einfad) ; Farben ungeteilt. g-rud)t 
eine gefd)loffene Sd)laud)frud)t oter S?au)upfe, »on tem meift 
vergrößerten unb aufteilen fleifd)igen ^erigen eingefdjlofiVn. 
Samen auf tem 23oten ter %tud)Ü)'ci)U angeheftet, mit oter 
aud) ol;ne ©weiß. (104 gatn. Cheuopodeae. ) 

a) Spirolobeae. Same eirceifjlog oter mit wenig (Shverß. 
Äeim fdjraubenförmig geraunten. 

206. SalsÖla. (inel. Suacda). Saljfraut, Sota. Sperigon fünftr)et« 



134 Pentandr. Digyn. (Chenopod.) 

l»9f fcie 3'PM ä»le£t auf tem fliüäm querüber mit einem Äiete 
cfcer Slnbängfel »erbunten. (104). 

207. Schoberia. ©änfefufj. 53(üf)tenballe fünftljeHig, oljne 2In= 
bangt el. 

b) Cyclolobeae. Same eiroeifjtyaltig fä'tim ringförmig, 
c) Salicornieae. S3lübten jivrtterig; ©tangel gegliebcrf. 
[(4?) Salicornia.] 

j8) Chenopodieae Jeg'itiniae. SSlübtcn stritierig; ©tätiget im* 
gegliedert. 
[(29?) Polycneraum. 
(122?) Cainphorosma.] 

208. Corispermuin. SSanjcnfamc. fpcricjcn feblt cfcer utei Ut'int, 
farbtofe, fcurd)ftd)tige, l;autige ©djuppen, Stfujj geflügelt. (104). 

209. Beta. SJJangolU, S)ctc, Wunfel* mit rot^c 3? üb f. «Perigou 

fünffpattig, am ©runte in eine ten (5-ierf?oc£ uuigebetfte Sflöl)« 
verengt. (104). 

210. Kochia. tBlübtenbüllc fünfteilig, jnU^t auf tem 

SKücf'cn mit einer Ouerfalte ptyr §lüget »erfefeeu. 3 lVf i Untevgat= 
Hingen: Willemetia. (^3erigonlappen ter gaudjr mit bautigeui g-lü* 
gel) unt) Ehinopsilon OPerigonjipfet ter grrud)t in 2>ornen ante 
tvecbfelift). (104). 

211. Chenopodium. ©ä'nfefuß. sperigonium ebeufo. Äeitn peripbe* 
rifd). 510e Samen tvageredjr. (104). 

212. Blitura. (Sri beerf pinat. 5j3erigpn tret* t>tö ' fünfteilig, ol;ne 
Sfnbangfel. Sitte Samen auf red) t oter mit tvageredjten untermengt. 
3n?ei Untergattungen % ßlitum s. str. $erige« ter g : rüd)t bee* 
renartig unt gefärbt. Agatbopbytum = Orthosporum. S)3erigonium 
uad) ter 33Iül)tejeit öertveltent. (104). 

y) Atriplicineae. Stuften eingefd)ted)tig, monesifd) oter tiö= 
jifcb, feiten polygamifd). ©tätiget ungegliedert. 
{(760) Atriplex. 

(761) Halimus. 
(750) Diotis=Eurotia. 
(783) Spinacia. 

(762) Thelygonum. 
B. SSotlfKitftige 33lübten. 

A. 53iül)ten unterfiantig, mit einblätteriger fironc. 

1) ^wei Unarten mit einem emsigen, fcitlidjcn ©amentcßget. 
Sirin, bei box ®v>atun gemein ferner. (Bciffet. 
2t3. Cynanchum. @d)U)atbenit>ur$, £u ntSivürger. 53(umc fafi 
rat förmig, fünffpattig, mit äurücfgefcbtagenen S'Pfctn. 3?ran^ ein* 
fadi, fleifdjig, fünflappig. ©taubgefape vor tie 5?ran5blättd)en ge* 
fiettt. ©taubfolben mit einem bautigen $ortfa§e am oberen 
©nte. (89). 



Pentandr. Digyn. (Gent. Cuscut. Ürabell.) 13ö 

214. Apoccynum. £unt>3tot>. 33lumemöl;re mit fünf eingefdiloffenen 
3äl;nen. Staubbeutetfadjer l;tnten verlängert, günf @#Mpptti 
unter fcem ^vucf;tfnoten. (87), 

2) i£in dXnuium mit $\vei cjeaenffäncucjen Qamtntz'agctn* 
(Gentianearum pars). 

21Ä. Svvertia Svronenjipfet am ©runfce mit jroei b©n 

Syranjen umgebenen 9Mtargruben »eiferen, rcofcurd) fcer Sd)tunfc 
bärtig tvtrt». (85). 

216. LoBiatogonium. Syranjen f'ante. 0()ne Sieftargruben unt ol;n» 
©rtffei. 21m ®d)lunDe fcer ratfönnigen ^rone eine von ^eljn gc* 
fd)li$ten Sdmppen gcbiltete üftebenfvone. 9iarbe tux$, beiberfeitS 
mit Pupillen an tiln Staaten lt$ grudjtfnotenS Ijerablaufent), (85). 

217. Gentiana. $ i m m e U ft ä' n g e l , 23 1 1 1 e r ro u r $♦ fronen jipfel ol;ne 
SMtargrube. ^voti ©riffel ober ein Stauörceg mit gtvei 9?av* 
bcn. (85). 

3) i£m irx>äßd)ztigt$ (Diwiiim, auf bedien (Bcunfre in jebem 
Sadje swet aufuedjte iEiev. Äapfel 3it>eifäcr;encr, am ©tarnbe 
cinas umfd)nitten. (6 S^n. Cuscuteae). 

248. Cuscuta. SeufelSjiv im. trotte bier? bk? fünffpattig, mit eben fo 
bieten Scbüppd)en im Snnern, <5iniät;iige» tä)t paraftttfd) SSin» 
tengetväd)6. (92). 

it. 33liil;ten oberfianfcig, mit fünfblätteriger SBlumenfrone, ju hol- 
ten ofcer ^ opfctjen bereinigt. ^yrudT>t eine ©oppetadjane; fcie 
ipalbfrüd)td)en mit tem falben $etd)e überfielet, bei t>er Steife 
meifi öom ©runfce gegen tie Spi^e ftd) trennend, unl an bei* 
gelöfien, in §orm eines fälligen, ju>eifpaltigen, Sänldjens" jus 
rücf bleibenden, famenhagenlen %lal)t ( $rud)Ü)alter ) tjangenfc» 
5lud) jeid)nen ftd) fcie £>albfrüd)te burd) Ijeröorragenfce £äng3« 
linien (liefen) unO beten 3^>f4)envaume (Sljäldjen) auf il> 
ver 9Jüc£enfette, nne aud) eurer; bie meifi in ben §l;ald)en uno 
auf ber ftugenfeite (n>eld)e bie beioen .£>albfrüd)te einander $u* 
fel;ren) liegenben, mit ©tunmitjars ober ätfjertfdjem £)ele aus* 
gefüllten, Äanaldjen («Striemen ) auö. (48 gamtlien Urnbel- 
liferae). 

21. ©ölten einfad) ober unöoflrommen, zuweilen auty fopftge 

S5lül;ten. £albfrüd)te meift ctme Striemen. 0amenfern 

(Gntveifj) auf ber ^yuejenfeite ftad) et er tonttejr. 

1) 5cud)t von ber Seite jufcmmenc/ejoäen ober: $aä) jus 

fcmmengebritcft, bie Stüd)tcr;en mit geiDölbtem obet gte 

ferjarftem Rüdfen, £)olt>en unpollr'ommen. (Hydro- 

cotyleae). 

219. Hydrocotyle, SSaffev nobel. ^cld)ronti öerivifdjt. Äronenblat* 

res eirunfc, ganj, mit geratev Spijje, flernförmig * ausgebreitet, 

^iel* unt) Seitenriefen oft unceutlidj; tie beiden mittleren bogig. 



136 Pentandr. Digyn. (Üml)ellif.) 

2) Stucbt auf bem (ftuetfdmttre faft ftieluunb, mit »djup* 
pen obet Stacheln bebedfr.. 2>olben ein fad) ober unte« 
cjelmafna; jttfammenqefegt, oft büfdjelicj ober, fopfret. 
(Sanicuieaej. 

220. Erynginm. ÜJ? annStreue. Blübjen in Siebten £öpfd)en, mit 
fpreuigen §>ecf blättern untermifdjt, *>on tenen Sie äußern gettöl;n= 
lid) eine £üße bilden. Blumenblätter, tuie bei ten folgenden, auf» 
red)t*3ufammenfd)lie§enS, öon ter ÜJJitte an eingefnieft. grud)t 
öerfebrt ' eiförmig, febuppig ober fnetig. 5 ruc & tc ^ n riefen* unb 
ftrtetnenloS. ^p^anjen mit ftarren tornigen Blättern, unt tveiflp 
d)m ober blaulid)cn Blübtenfepfdjen. 

221. Astrantia. ©tränke, %t) alft ern. Jyrudbt im Umriffe lang* 
lid), wom ^tiefen fdwad) jufammengetrücft, fcblaudjig. ftrücbtdjen 
ftrietnenloS, mit fünf ftarf öorfpringenten, geftumpften, faltig ges- 
urften, aufgeblafenen liefen; liefe in ibrer £fiblung eine feine, 
röbrige Sftiefe einfd)lie§enb. (SDölteben regelmäßig, reid)blübtig, mit 
einer fdjonen großblattrig*fternfönnigen ^üKe). 

222. Haequetia (Dondia). ..... $>rüd)td)en mit fünf jiem= 

lieb, gleid) erhabenen, fabenförmigen, innerhalb öon einem banale 
burebbobrten, liefen, unt glatten, ftriemeulofeu §bald)en. 

223. Sanicüla. ♦ . . . . ®olbe unregelmäßig jufammengefe^t, 
armftrablig, armbtübtig. Blühten uielebig, tie inannlidjen or)ne 
$Md)röbre. $rud)t faft kugelig, tid)t mit hakenförmigen Stadjeln 
befeßt; &iüd)td)en obne tcutlidje liefen, öielftriemig. 

B. ©ollen jufammengefe^t oter «ollfommen; Striemen faft im* 
tner »ort;anteu. 

1) ©amenVetn votn (auf bei: Sugenfeite) fiad) ober foni^r. 
a) äftit fünf meift fälligen £aupt= aber feinen Stfebenriefen. 
a) gfrucfyt öon Ser @eitc Seutlid) jnfammengclrüdt. 
«) Äronenblatter ganj. 

224. Bupleurura. £af enöbrcben Blumenblatter obal, beinahe bis 
gegen tie 9J?itte ibrer ganjen Breite nad) eingefdjlageu, an lex 
<©pi£e abgeftußt. 

225. Helosciadium. @d)eiberid). S?ronenblatter fternförmig auä* 
gebreitet, bcrjförmig, fpt|, ober mit einer geraten oter einwärts 
gebogenen fleiuen ©pil^e, ftumpflid). 

226. Apium. @elleri, Blumenblätter fternförmig ausgebreitet, runb* 
lieb, mit fnapp umgebogenen @pi£d)en. $ 

227. Trinia. ♦ . . . • ^ronenblätter lex mannlidien Blühten 
lanjettlid) eingebogen. liefen lex §beitfrüd)td)cn turd)bobrt. 

228. Petroselinura. $})eterfilge. Äronenblätter runtlieb, einwärts 
geftümmt, genj, frmm auSgerantet, in ein einwärts gebogenes 
Säppcben tterengert. %l)äld>en einftriemig. 



Pentandr. Digyn (Umbellif.) i»*< 

ß) Äronenblättev wvUfyü > l;a-jförmig mit einem firmen 
einwärts gebotenen ßappdien. .ßditfaiuij uiueiiilid): 

229. Auimi ^vonenblä'ttev unregelmäßig. 

230. Aegopodium. ©erfd). S3Iumenbl5ter »e u clniagtgl »yrüdudien 
ffriemenloä. 

231. Sison StorottehblatttT regulär. Sjjaldjeii ter £>d(b* 

flüchte mit mttenvarts »ertieften Daumen. 

232. Buniuin. $ronenb!arter regelmäfjig rrie bei ten 

folgenden unt beiten j?orl;ergel}enten ©taubgefa§e äuvütfgebogen. 
$vud)t langlid) ; 5t;äld)?u mit tvei fä'tliröen Striemen. 

233. Carinii, tiimmd. @bcn|'o, aber tie Si;äl,d)Cii nur einfiviemig. 

234. Pimpiuella. 58 tbevne I le. ©rtffei haarfein, »cit einantcr ab- 
fle^ent. ®ie jipeifcpftge §rud)t mit &reijiricmtgen i£l)ätd)cn, 
©triemen fatlid). 

y) ^rbhenblattcr ebenfe, aber tev Steld) füufsaimig: 
««) Sljaldjen (oter Tillen) einfhiemig. 

235. Cicuta, 33ütt)er id) , SSaffer fdjierling. ©amenfevu beim 
£luertuvd)fd)nitte fafi fiiclrunt'. $ntd)t ämcifnöpftg. ©tiiemen 
tie §l;ald)en au$fülleut unt rnvae jtarfrr öcifpiingcnt als tie 
liefen. 

236. Ptychotis ©itveiß »ovn flad). $>a$ ßippdjen ter 

.ßroncnblätter atiö einer Suerfalte l)er>ortretent. 

237. Falcaric. ©idjelmcve. ©amenfern Dorn flad). Äronenjipfel 

aü& ter 2lu6vantung tev Blumenblätter l;cn>ovvagenfc. 
/S/S) Sfyaldjen treifiriethig. 

238. Berüla. Sßcrle. Striemen öon tev vintenavtigen $xüd)tl)üttc be 
teert, unt tal)er bon außen nidjt ival)vnel)tnbar. 

239. Sium. 9J?cvr\ Striemen an tev ©bevfladjc, »on au$m be* 
mevfbav. 

b) $xud)t auf tem Ouertuvd)fd)nitte ftielvunt, otev s>oin 
SKücfen, aber nidjt linfenförmig äufammengctvütft. liefen 
fatlid) oter geflügelt. 

ß) ©amen tev ftvud;tfd)ale nid)t an^angent), fontevn ganj 
frei im ^yruc^tge^äufe liegent. 

240. Crithmum. 53ajille. liefen geflügelt, tie fcitlidjen fautn 
breiter. 

241. ArchangelTca. ©nge lit>uvj. ®ie tvet mittleren Riefen tieflid) 
mit flügelförtnigen fielen, tie feitlidjen "Doppelt fo biet gebügelt. 
@amenfd)ale »ielftriemig. 

/s) tarnen nur mit tem XI;äld)en an tie $rud)tb / üu'e ge* 
geroadjfen. 

242. Ostericum. «Wuttevwurj. ®ie tvei SRücfenriefen fatlid), er- 
gaben, tie itvci feitlid;en liefen breit geflügelt, alle im Snnern 



138 Pentandr. Digyn. (ümbellat.) 

röt;rig:=au£gel;öf)£t. $bäld)en etnflrtemicj ; ©triemen anttx ter 
§rud)tfd)alc »ei'&örgen. 

j') ©ame ganj mit ter ^nidjlbütte jufammengeivadjfen. 

aa) fronen btätter ganj, fpitj eter gugefptgt. 

243. Meum. 33avenivu rj. liefen gefdjärft, aflegleid); fturdjenfcvei* 
bi3 inerfiriemig. 

244. Angelica. Bvufltüuvj. 9<?ücfeiuiefen fät>Ud)*geftelf, tU beiten 
9?antriefen aber fet;r breit geflügelt; St)äld)eu nur einfhiemig. 

bb, Svronenblätter aufietgt, »on ter -Kitte an in gäppcöen etn- 
eingefnicft. 
[223. Sanicula]. 

cc. ^ronenblatter runtlid), ganj, rfhttSvtt gerollt. 

245. Koenictilum. gendjel. Blumenblätter gfeici), in ein gejtu(;te$, 
fafl öievecfigeS gappdjen entigent. 

dd. ^rünenblatter fafl nmb, tittUl)vt eiförmig eter »crfefjvt l;er^ 
förmig, mit eimvärtS gebogenen gappdjen. 
««) Sbäld)en ftnemmloi oter mit unteutlicben ©trtemen. 

248. Gaya liefen geflügelt. 

ßß) Surfen einfkiemig. 
f Äeidjfaum unteuttid). 
247. Levisticum. gieb flö cf'ef. liefen gebügelt, tie feittidjen doppelt 
breiter. Blumenblätter gleid), runttid), ganj, einwärts gernimmt, 
in ein fatrjeS ftumpfesS Ca'ppdjcn entigent. 
24S. Selmum. ©ilge. liefen ebenfo; Stillen jutveilen jtveifrrietnig. 
Blumenblätter utngefeljrt* eiförmig au^gerantft. 

249. Aethnsa. ©teiffe. liefen ergaben, tief, fdjarf*gefielt; tie feit* 
lid)en rcenig breiter. Blumenblätter ungleid?, »erfebrt fjer$förmig. 
§rud)t fefi, eiförmig^'ugelig. 

250. Cnidium, Brennfaat. liefen gleidi, faji l;äutig-geflügelt. 

tt Äelcbfaum gf$äl;nelr. 

251. Oenanthe. ^fert efaat. ©riffel aufredet. %yuti)ti)aUtt ten 
ftd) trennenten giüdjtcyen angcivad)fen. -^antriefen tvenig breiter. 

252. Seseli. © efe t. (SrijfVl juvücfgebogen. ^nuttljalter frei. 3tant; 
riefen ivenig breiter a(» tie äfiittelriefen. ^eld^älme, hiv ö , tieflid), 
treierfig. Sboldjcn eiu= bis treifhiemig. 

253. Libanötis. ^)irfd) tvurj. 23ie Seseli, nur tie Äecblappen lang 
jugefpi^t unC bei ter Steife abfallent. 

yy. Tillen treiftriemig. 

254. Conioselinum. ©d)ierling$filge. 5\eld)f..uun tmnnfdjt. füit* 
fen tünnl)äutig geflügelt, tie feitlidjen ueeb. einmal fo breit alö 
tie übrigen. 



l»entandr. Digyn. (Umbellat.) 13«J 

255. Athamanta. Slugenrourg. liefen fafl gleid). ©riffcl aufrecht. 
Blumenblätter ftirj benagelt. ftpldjfanm fnnfjäljnig. 

956. Trochiscanthes. &i äfc d) enbli'Ü;t e. 555 ie vorige ©attung, aber 
tte Blumenblätter baben einen langen 9?agel uns ein fitvjcö ein* 
ro'äitS gebogenes Säwdjen, unt* fi»fc fyatelföruttg. 

257. Ligusticudi. giebfrod. Unterfdjcifcet ftd) fcurd) verteilt «berg* 
förmige Blumenblätter. 

258. Silaus. @iiau. Unterfdjeifcet fiel) turd), am ©runfce breite, 
fißente Äronenblätter, imfc unteut(id)cn £eld)faum. 

[252 Seseli.]' 

c) grud)t ö ° m ^tiefen flad) oter linfenförmig jufammenge* 

trücft; tie $rüd)td)en ring 4 um »»st ibre« Kantern auf 

einander liegent), mit einem verbreiterten geflügelten, »ei- 

flachten ofcer f'onvejcen mX> vertieften ^qnte. 

«) €?ebr jafjlreidje , teu SameutVrn ganj beteefente, 

«triemen. 

259. Feruhigo, Birftvurj, '^üdenflricmen von fcer grud)tbüu*e be* 
terft. 

£) Striemen oberflädjig, in jetem Sbaldjen ein bis jivei. 

aa) liefen febr tiinn, fiftlid) ; fcie mittleren gleid; »veit von 
einander abfiefcenfc, fcie jivei @eitenreifeu aber mebr uon 
tt;ncn entfernt, unt> an t)em verbreiterten Spante anlie- 
gend, oter von i-bm beted't. 

260. Tordyiium. ßirmet. Blumenblätter verM)rt4^vjfor»nig. %ianX> 
fcer 5"i-ucf>t vertieft. (Striemen fadenförmig. 

261. Heracleum. Barenflau, ^>eilüraut. Blumenblätter fafl 
ebenfo. Striemen nur bis ungefabr jur Raffte ter Tillen Ißnab* 
reidjeut, nad) unten gu f>ulföruiig=verfc>idr. 9?ant> ter 5* l 'wd)t ab« 
gefkebt. 

262. Pastinäea. SjJafHnaf. Äcldjfaum rerrcifcüt ofcer flein - funfjäb> 

nig. Blumenblätter runtlid), gang, einwärts gerollt, geflutt. 
Sbäldjen einftriemig ; Striemen linealifd), fpifj, fo lang als tic 
Süllen. 

bb) 5ilfe liefen gleid) »reit »on einander entfernt, fafcltd). 

263. Aaethupj. %\{\. SMcbfaum verruiferjt. ftronenbtätter runfclid), 
mit einer fafr vieredigen auSgcranfcetcn, eingebogenen «Spige. 
§rucbt mit breitem, ftadjen S?ante. ©eitlidje liefen in ttn %iant> 
übergebend. 2l)äld)en einfrriemig. 

264. Imperatoria. 2)t ei ff erwürg. SMcbJaum venvifd)t. fronen* 
Matter öerceyrUber^förmig. gwdjtran'o breit geflügelt, tlebrigenS 
kvie Peticedanum. 

265. Peucedänam. |>aarflra ng. Ä'cldjfaum meifl fanfjälmig. #ro« 
nenblätter runfcüd), umgefcljrt -berjförmig, oler verfemt »eifprmig, 



140 Pcntandr. Digyn. (Umbellat.) 

cbenvärtö in ein eingefdjtagcncö £üppd)en gtifammcnaejogen , flad). 
, T ,rud)t linfcnförmig, mit breitem, flachen Siante. Scitlidie Rie- 
fen in ten S?ant ubefgefyent. Tillen ein = bte treiftriemig ; tie 
(Striemen ter Innern Seite fdjon von äugen ivol;rnet)mbar. 

268. Tommasinia ©benfo , nur fcie Shonenblatter ein« 

geroßt. 

267. Thysselluum. Del fe nid). 3Sie Peucedanurn ; nur tie Strie= 
nun Der gugenfeite tief liegend unt öon außen nid)t ivafyr:* 
neljmbar. 

b) ftiml fadenförmige £aupt* unt oier 9?ebeuriefen. 

o) ga' u 4>t »cni Siüdfen liufenförmig jufauunengetrücft. 
liefen flügellos, tie betten fe!tlid)en £auptrtefen rantbil« 
tent, tie Sfebenriefcn weniger tjercerragent. (Silerinae). 

268. S Her. SRoßfümmel. 5?etd)faum fünfjaljmg. Blumenblätter 
gleid), 6erfel;rt ^crjfb'rmig, mit einwärts gebogenem £äppd)en. 
§l;äld)en unter ten 3?cbenriefen einftrimig. 

b) £*rud)t öom SJücfen jufammengetrücft oter fafi fiielrunt. 
2)ie jtvei feiilidkn |>auptrieffn auf tcr $yugenfeite; tie 
jroei äußeren oter alle Siebenriefen (weljrtosO geflügelt. 

269. Laserpitiuin. Safer fr out. $eld)faum fünfjafmig. Blumen* 
biatter öerfeljrtsJjerjförmig, mit einwärts gebogenem Sappdjen. §)ie 
vier S?cbenriefen geflügelt, tie fttügel ganj. 

c) §rud)t öotn dürfen jufainmengetrücft, oter fiielruntlid). 
£auptriefen jtnveilen mit Borflen befe§t, tie feitlidjen 
bis auf tie innere Seite ter ftrücfytdjen juvücfgeträngt; 
9?ebenriefen ftärfer ausgebildet unt mit Stacheln befe^r, 
tie juiveilen flügelartig i?erbunten ftut. 

270. Daucus. SDJöre. ^eld)faum fünf$äl;nig. Blumenblatter ungleid), 
tjerfel;rt Ijerjförmig, mit einem einwärts gebogenen £appd)en, taS 
außerfie Blumenblatt ter Santblüt)tcn »tel größer, jwetfpaltig, tie 
beiten taneben beftntlidjen turd) ungleidje gappen unregelmäßig, 
£auptriefen furjborftig; Siebenriefen »on einer einfadjen Sieil;e 
Stacheln befe£t; St;ald)en unter ten Siebenriefen einftriemig. 

271. Orlaya. Breitfame Siebenriefen mit jiuei cter trei Stad)el= 
reiben. 

2) Sament'ern mit ben "Ränbetn eincjeboaen obet einaerottt, 
ober, auf oec Sitrjrenfeite mit einer ianaorinne &itrd>30cjen. 
(Campylosperuiae). 

a) $ru$t an ten Seiten jufammengejogen oter Stietrunt» 
lid). grüdjtcfcen mit fatüdjen, borfiigen oter fur^fradje* 
ligen £auptriefen, taran jtr»ei fritlidje auf ter ^ugenfeite 
liegen, unt mit üier, mrift ftärfer öorfpringenten, fradjes 
ligen Sfebenriefeu. 



Pentandr. Digyn. (Umhellatae). 1^1 

272. Caucalis. £aftfatne. 5\eld)faum unD Äronenblatter uue bei 
Daucus. 3)ie öicr 9?ebcnriefen ftavfec beroorfvnitgfiiD, mit einer 
einfachen bis Dreifadjen ©tad)elreil)e befetjt. Ibalcrien unter tfn 
9?cbenriefen einftriemig. 

273. Turg-enia ftruebt faji aWcifo\b>fig; t)ii ä»vei auf 

Der gugenfeite ItcgenDeu .£>aufctriefen fuije tveidifladjelig : He trei 
auf Der 3?ücf'enfeite beftnDlicben nebfr Den vier Utöfimitfm mit jivei 
bis trei Reiben glcidCjev v£tad)eln befe^t. 

274. TorTlis. Klettenkerbel. SSie Caucalis; nur Die fünf £>auvt< 
riefen etivaS borflig, Die Siebenriefen unfenntlicb ver einer SDienge 
Die Sbalcben ganj erfüHenter ©tadjeln. 

b) g-rüdjtcben nid)t ftadjelig, jurocilen mit jerftreuten, bor* 
ftcntragenDen £>öcfern. liefen nieDergeDrücfr, fiumpf, 
nid)t geferbt. 

275. Echinophora. ©tadjelfaat. Blübtcn einläufig; i?eld)faum 
fünfjäl;nig; Blumenblätter »er febrt-l; eiförmig, ftrablenD, ungleid). 
^rüdjte fur| gcfd)nabelt, betterfeits wellige liefen tragcnD, Tillen 
einfhtemtg. 

276. Anthriscus. Kerbel. Helcbfaum vernufebt. Blumenblätter un* 
gleid), verfeljrtseirunD, mit einwärts gebogenen £äppcb,en. $rud)t 
feft, an Der ©eite jufammengesogen, gefcbnäbelt. §rüd)te fefl 
fiielrunD, riefenlos, nur am «Sdpnabel fünfrieftg, firiemenloS. @a= 
menferu faft ftielrunD, vorn mit einer tiefen £ängSfurd)e Durchbogen. 

277. Scandix. 9?aD elf erb et. ©benfo; aber gauicbj febr lang ge* 
fdjnä'belt. $rüd;td)en fünfrieftg, liefen gestumpft, gteidj, Tillen 
ftrieuienloS oDer feinfiriemig. 

278. Chaerophyllum. ^älberfopf. grudjt ungefdjnübelt» 3fte* 
fen fel;r fiumpf fätlidj. %fyat$en cinfhietnig. ©riffel fäDlid;, 
©onfi tvte Anthriscus. 

279. PhysocauliK«. Farben auf Der ©pi£c Der ©riffelpclfier ft^ent; 
©riffel fafi ganj fejjlcnD. UebrigenS wie Chaerophyllum. 

c) ftrücbtcben nid)t fradjelig. liefen gefcfyarft euer geflü= 
gelt, ntebt gelammt, 

280. Malabaila ©amenfern mit Dem ÜKanDe eingerollt, 

frei in Der fa|t häutigen ©amenljütle liegenD, Sxiefen fünf, fdjarf 
etwas geflügelt gleich, t>tr feitlicben ranDenD. tbäldjen flad), Drei* 
firiemig; ©triemen Dem sperifarptuin eingewad)fen. 

281» Myrrhis. ©üfjfaat. $ctd)faum »erwifd)t. Blumenblätter un« 
gleid), öerfet;rt4;erjförmig. grudtt von Den (Seiten jufammenge* 
Drucft, fcblaucbig. §rüd;td)en fünfrieftg, Die liefen gleid), flügel- 
artig vorfpringenD, innen hobt. Sbaldjen fifiemenloS. ©amen* 
fern an Den SRänDern eingerollt, mit gerillter ©amenbaut. 

282. Biasolettia. . , ♦ ♦ . ©amenfern Der ©amenbaut angewach= 
fen, vorn mit einer tiefen fturebe, Blumenblatter faft eirunD, 



142 Pentandr. Digyn. (Umbellatae). 

283. Molospennum. S tri c tuen f am e. Samenfern an tie ©amen« 
l;üUe fcfTgeiradjfcn, frumpf snerecfig, an tem ber g-ugenfeite gegen* 
übcrfiebcnten SBinfel eine tiefe gurd)e. 2l;ald)en einfkiemig» 
Blumenblätter lanjettlicb, lang jiigefpi&t. 

28J. Smyrnium Sameufern mit tem ^eritarpium öcr* 

warfen, eingerollt; ^ronenblatter lanjettlid), |ugefpi$t. 

(I) $yrüd)td)en uid)t fracbclig; liefen erraten, geerbt. 

285. Comam. Schierling. $etd)faum »crwifdjt. Blumenblätter 
»erf'ebrt fyerjförtnig, mit einem einwartsgebegenen gappcbetu $-rud)t 
»on ten Seiten jufammengctrütft, eiförmig, grücbtcben funfrie« 
riefig, liefen gleidj, »orfpriugent , wellig gel'erbt; nid)t bobl; bie 
feittidjen bart am Staute ber $rud)te. §i;ald)cn »ieljireiftg , ebne 
Striemen. Oriweiß mit tiefer fdimaler ^Tirdje turdjjogen. 

286. Pleurospermum. Beutelf aar. ©benfo; aber ^eldjfaum fünf* 
Sabnig; liefen tief aufgeblafen, bobf, innen abermals fünf liefen 
entbaltent. Milieu ein* bti treiftrietnig; Striemen in ber innern 
grucbtwanb liegenb. ©iweifj auf lern Ouerfdjnitte balbwont* 
förmig. 

3) Sament'crn tyalbt'ucteltcj ober fac¥ärti£> r"o.nfttt). — Stttcbt 
Vuijelicj ober j?»ei$öp% ; 5tüd)td>en mit fünf niebercjebcüif* 
ten, oft uernüfebten , <5cutptetefen , unb rner ftet-irer r>or= 
fprtnqenben, flügdlofen nebenriefen. 

287. Coriandrum. $orianber. ^elcbfaum fiinfjal;nig. Blumenblät* 
ter ungfeid), »erfebrt * l;erjförmig. £>ie fünf §>auptriefen nie* 
tergetrücft, fdjlängelig, tie jwei feitlidjen swn tem Siebcnranbc 
liegenb; bie vier 9?ebetuiefen fiärfer Ejewcrfpringeuo, gefielt — - 
tie accefforifdjen Räuber ber g-rüdjtdjen in tbrer Bereinigung ncd) 
eine Slrt SRiefe bilbenb — ; Sbäld)en flriemenlbS; £yugenfeite fon= 
fat>, äweijkiemig. ftrudjtbalter an tie Baffe unb Spitze ber $rücb> 
eben angeivacbfen, beider tiefe ft'd) niebt trennent. 

288. Bifora. $eld)faum üernnfebt. ftrucfct jweifnöpftg. 

^rucbidjen fafi fugelig=&aud)ig, gefornb-runaelig , mit fünf ein* 
getrücften, unteutlicben ©triefen, liefen unt Striemen fel;len. 
Berüljrung$f{äd)e äweilödjerig. 

Sn bem rein natürlichen Söfrem werben bie SDoltengewadjfe nad) 
^ed) folgentermafjen aertbeilt. 

A. örthospermae. <£imi$ auf bem Guerfdjnftfe breljninb ober 

cm ber Snnenfeite flacf) ober fZadjlid), mtb tteber an ben 

Ü?änbertt gernimmt nod) faefarttej^onfaü. 

«. Hydrocotyleae. grudji »on ten Seiten 3ufammenge$ogen 

cter flad) jufammengetrücft, mit gewölbtem oter gefd)ä'rf* 

tem dürfen. gitveif »cm flad)lid}. Blumenblätter atftr- 



Pentandrr Digyn. (Umhell.) 143 

fjcnt, gans, fpi£; tie @pi|je gerate cCer faft eingebogen. 
holten un»oflfommen : 

1. (219) Hydrocotyle. ©lül;ten weif? oter vet^üd) u.f.w. 

b. Saniculeae. %xiityt auf tetn Suerfdjnitte faft frielrunt. 
SbetlfrüdUdKu mit fünf glcidjen £aupi* unt feinen Sieben- 
riefen oter mit »eiwifditen liefen, »on ©eftuppen unt ©ta= 
d)eln beteeft. ©iweifj auf tem Ouerfdjnitte l>alb»trel;runt, 
vom fiadjlid). Blumenblätter aufredjt, von ter ÜJiitte an 
emgelnocbensau^gerantet. holten ju 33üfd)eln gehäuft oter 
fopft'g einfad) oter unregelma0ig 5ufammengefe£t, cter Co* 
pftge S)clt)d)en. 

2. (223) Sanicula. 93lübJen weif oter rötblid), potygamifdj n.f.w. 

3. (222) Hacquetia. 

4. (221) Astrantia. 23lül;ten weif oter weiflid;. 

5. (220) Eryngium; 23lül;fen blaulid). 

c. Aimnineae. $rud)t »on ter Seite teutlid) äufainmeuge* 
triicft unt ineift turd) tie giifammengejogenen «Seiten $wei* 
fnöpftg. S^eilfiüd)te mit fünf fatenfbrmigen, feltenerpfriem« 
Iid)en liefen, tie feitlid)en liefen rantjlanfcig, afle gteid). 
(Stweif trel)runtlid)= oter Ijb'cfengsf'cnttejr, vorn flad)lid? cter 
auf tem &uerfd)nitte treljruntüd). holten öoflfcmtnen, 
äufammengefe^t. 

6. (235) Cicuta. Blühten weif. 

7. (226) Apiura. ©lüften weif unt ftein. 

8. (228) Petroselinum. 53lul)ten grüngelb. 

9. (227) Trinia. Blühten weif. 

10. (225) Helosciadium. 23fül;ten weif oter grüntid). 

11. (236) Ptychotis, Blühten weif. 

12. (237) Falcaria. 33lübten weif. 

13. (231) Sison, ©lüften weiß. 

14. (229) Amrai. Stuften weif. 

15. (230) Aegopodium. Stuften weif. 

16. (232 — 233) Carum. 23lül;ten weif. Untergattungen; a. Carum. 

S^äldjen einftriemig. a. Carvi. Äeiue Jpülle; £ülldjen fei)* 
lent oter wenigbldtterig. ß. Bulbocastanum. 3)ie allgemeine 
Jpüfle (für tie 2)oltej einreihig unt tie befontere (für tie 
2>öltd)en) meljrblatterig. — Bunium. Sl;ald)en treifiriemig. 

17. (234) Pimpinella. Untergattungen: a. Tragoselinum. grudjte 

tal)l-, SBurjel perennirent. b. Tragium. $rüd)te flaumhaarig 
cter fteift^aarig. Sßurjel perennirent oter jweija^rig. c. Ani- 
sum. (Siniä^rig. &rüd)te ttwtö flaumhaarig. 

18. (238) Berula. 

19. (239) sium. Untergattungen: a. Sium. ©djenfel Ux ^vudjt* 



144 Peiitaadi*. Digyn. (Umbellatae.) 

träger ten Sbeilfrüd)ten angetvad)fen. b. Sisarum. g-rud)tbalter 
äivcitbetltg,, frei. 

20. (224) ßupleurum. 23lübten gelb. SDiebre Unterabteilungen: 

n. ©tängclblätter nid)t turd)j»ad)fen. «. §rüd}te fb'rfligsfcbarf. 
ß, %fyMä)tn ter Jyrüdtfdjeu glatt, niebt fornig. ««. ©mjäfjrig. 
ßß. SJJerennircnt. b. ©tängelblätter turdnvadjfen. 

d. Seseluiae. grudn auf tem Querfd)nitte trebrunt oter 
jlielntntlicb. $iüd)td)en mit fünf fatlidjen oter geflügel* 
ttn liefen, tie feitliiljen ranterit, ten übrigen gleid) 
oter ettvaS breiter. OHiveiß auf lern dürfen fonoer unt 
»orn fiad) oter fafl fiielrunD. 2)ie §ugennabt ranfcftän* 
tig oter fajr rantflänttg. ®ö(tc »ollfcmtnen. 

21. (25t) Oennnthe. 3'W' Untergattungen: a. Oenanthae verae. 

SSurjel aus mehren länglichen büfdjeligen, mebr oter weniger 
fnoKig »ertitf'ten ftafcvn gebiltet. b. Phellandriuin. ^öurjet 
[pinselförmig, tünnjafertg. 

22. (249) Aethusa. 

23. (245) Foeniculuin. Stühlen gelb. 

24. (252. 255) Seseli. Äelc&fauin fünfjäbnig; Blumenblätter »er* 

febrt^etrunt, in einen eingebogenen 3'Pf^ berengt, auegerantet 
oter fajt gan^, ineifl tveiß oter iveiglid). $rud)t eirunt oter 
länglid), auf tem £luerfd)nitte fafi runtlid) oter »on ter ©cite 
febr tvenig aufammengetrücft, »on ten jurüdgebogenen oter 
au$gefprei$ten ©eiffeln gefrönt, grüc&tdjen füufrieftg, tie feit* 
lidjen liefen rantent unt oft ettvaö breiter. Sbäld)en ein- 
biö treifiriemig. gaucfctträger jiueitbeilig. (Siivcif? fafl balb* 
trebrunt. a. Seselia geniuin. grud)t »on ten jurücfgeboge* 
nen ©riffeln gefrönt. Sljeilfrücbte mit fünf fd)tvad) beröortre* 
tenten oter erhabenen, tiefen unt rintenartigen liefen. %l)ai- 
cben ein*, feltener ittet* bi$ treiftrietnig. «. Euseseli. 3är;ne 
te$ Äeld)fauine$ furj unt ett»a$ »ertieft. ««. Seselinura. 
Sjüüdim ter S)öttd)en frei, ßß, Hippoinarathrum. £üUd)en* 
blätter bis faft an tie @pi£e mit cinanter »erivactjfen. — 
b. Athamantha. ftxutyt »on ten aufredeten oter au$gefprei$=" 
ttn ©riffeln gefrönt. §beilfrüd)te mit fünf fatenförtnigen, 
ungezügelten gleiten Riefen. Sbälcben jtvet* bte treifhiemig. 
Blumenblätter mit febr fur^em 9?agel. 
2». (250) Cnidiuin. Blumen rceifj. 

26. (256) Trochiscanthes. Blübten tv-eifj. 

27. (257) Ligusticuin. Blübte weiß. 

28. (258) Silaus. Blübfe tveiglicö gelb. 

29. (243) Meum. 

30. (246) Gaya. 



l'entaridr. Bigyn. (UmbeH.J 145 

8i. (240; Crithmnm. 

32. (254} Conioselinum. 

e. Angeliceae. ftrud)t vom bilden l;er äufammengebrticft, 
mit verbreitertem ßcptiiqctte« 9?anbe, »regen ber Flügel ber 

'%l)c'ü\n\d)tt tlaffenl, instant »regen ber antraten clet fafl 
antrafen gugcunai)t t'fppdl geflügelt. ^^eiCfviidjte mit 
fünf Qviiptl'itfeii , tiefe enttreber fammtlid) beutlid) geflu* 
gelt et er bie brei 9tucfenricfen fabfrifermig^ bie feitlidjen 
liefen immev tiugelartig ausgebreitet unb fafr boppelt fo 
breit aU bie 3cütfenriefcn. Gmveifj vorn fkdjlid). SDolte 
voüfemmen. 

33. (247) Levisticum. 

34. (248) Selmura. 

35. (242) Oster icam. 

36. (244) Ano-elica. 

37. (244) Archangelica. $tul)teu grünlidj. 

f. Peucedaneae. grud)t vom ^liefen fkd> ober (infenfikmig« 
jufammengebrueft, mit verbreitertem, geflügelten, fladjen, 
ganjeu, -nic#t ffaffenben SRanbe. §l)eilfrüd)te mit fünf fa* 
benförmigen, btsivetlen fel;r bunnen ^>auptrtefett, bie feitli« 
cljeu liefen mit lern verbreiterten 3tanbe äufammenfliefjen& 
der in tcnfelben au6gei)ent; Sftebenriefen fel;len. tarnen' 
nal)t ranbftanbig, baj)er bie §r;id)t von beiben Seiten ein« 
fh'igeüg. (Shveifj fLad) sufammeugebrücft ober am Briefen 
ttuoqä Genfer. 35olbe vofifommen, 

38. (259) Ferulago. 

39. (265. 266.) Peucedänum. ^elcöfaum fünfaarjnig ober unceut« 

lid) (unfdjeinbar). Blumenblätter verfel;rt> eiförmig, in einen 
eingebogenen 3ipf*l verengt, auSgcranbet ober fafl ganj ober 
eingerollt. %m$t vom Sci'icfen JUid) ' ober linfenförmig*3ufam* 
mengebrücff, von einem verbreiterten, verflachten üRanbe umge« 
ben. %fy£\tfxüd)H mit faft gleid) lvcit von einanber fteljenben 
liefen; bie brei mittleren liefen fablid) , bie beiben feittid)en 
mel)r ver»v'ifä)t, mit bem verbreiterten Sfanbe jnfammenflcfwifc 
ober in benfelben iibergct)enb. Gntveifj vorn ffad). Üfjatdjcn 
ein* in» breiftriemig ; bie «Striemen auf ber gugenfeite ob«* 
flddjUd). grud)tträgcr frei, jtveitl;eilig. Untergattungen; 

a. Imperatoria. ^eldjfaum unfd)einbar. ^ructjtfruget breit,— 

b. Seldjfaum beutlid), funfjalmig. a. Peucedana legitima. 
Blumenblätter geraubef ober fafl ganj, nid)t eingerollt, ««♦SRanfc 
ter £l)eilfrüd)te weniger verbreitert. «. Peucedanastram. 2111« 
gemeine ipülte fel)(enb ober armbtatterig. *♦ Cervaria, SIBge* 
meine £ülle vielblatterig. ßß. Selmoides, 3lanb ber $xüd)U 

10 



146 Pentandr. Digyn. (Umbell.) 

d)tn breit, faft turd)fd)einenc. Slllgemeine £ülle »ielbtätterig. 
— ß. Tommnsinia. SDiagenfiärf. Blumenblätter in einen 
eingebogenen Gipfel »erfdjmälcrt, eingerollt. Slllgemeinc Sjüüt 
fetylt lvie bei Imperatoria unt einigen ju antercn llntcrab« 
Teilungen gehörigen Wirten. 

40. (267) Thysselinum unterfdjeitet fTd) »en ter »crigen ©attung 

nur fcaturd), ta0 tie atvei Striemen ter ^-ugenfladje unter 
ter Samenbaut »erborgen liegen. (ftelcbrant teutlid;, §rud)t* 
flüget fdnnal, £auptriefen ergaben, $l?a(d)en einftriemig, ^>ül* 
len »ielblatterig.) Sft »ießeid)t ncd) mit Peucednnum $u »er* 
einigen. 

41. (263) Anethum. 23lül)ten gelb. 

42. (262) Pastinäca. Slume gelb. 

43. (261) Heracleum. 23lübten weif? cter grünlid) gelb. 3^" Un- 

tergattungen: a. Euheracleuna. ^yu^enfladje jtveiftriemig. 
b. Wendia. Jyugenflädje ofene oter mit undeutlichen oter mit 
äufjerfi kleinen Striemen. 

44. (260) Tordylium. Blühten tvetfj. 3n>ei Untergattungen: a. Eu- 

tordyliuin. 3fj>äld)en einjtriemig ; gugenßad)e jsveiflrlemig. — b. 

Condylocarpus. Sl;alcöen trei», 5 u 3 cn f^ e »ielfirieinig. 

g. Silerincae. §rud)t »om SRüdfen l;er linfenförmig^ufamuten« 
getrücft. £?rüd)td)en mit fünf £auptriefeu, Sie feitltcfjen 
rantent; Sftebcnriefen »ier, weniger »orfpringent. JyrudJt* 
fern »orn flad)üd). 

45. (268) SiJer. 

h. Thapsieae. grud)t »om SRücfcn l>er jiifammengetrücft oter 
auf tem Ouerfdjnitte fair fHelrunt. §riid;td)cn mit fünf 
fatlidjcn, juiveilen mit 23er jren befehlen Hauptrippen, tie 
teilen feitlidjen Hauptrippen auf ter $ugenflad)e Jtegent; 
Siebemiefen »ier, tie imiern fätlid), feie aufkrn oter alle 
(trer)rloö) gebügelt; tal;cr tic §rud)t balt adjtflügelig, balt) 
auf jeter Seite jrceiflügellg. ©iivcijj vom fladj. 

46. (269) Laserpitium. Blühten rceiß oter tveijjlid). 

i. Daucineae. §rud)t vcm Jftücfen ber linfenförmig^ufam« 
mengetrücft, oter auf tem Cuerfdjmtte- faft ftielrunt. 
Sl;eilfrüd}te mit fünf fadenförmigen, borkigen ^)auptricfeiv« 
»cn Jenen tie beiten feitlkten auf ter g-ugenflad)e liegen ; 
3iebenriefen »ier, fiärfer »crfpringent, (tadjelig, tie 6ta* 
d)eln entweder frei oter gleictyam in einen ftlügel »er» 
u>ad)fen. 

47. (270) Dnucu*. 

48. (»71) OrJftjr» 



Pen tan dr. Digyn. (Ünibcli.) 147 

B. Campylospermae. Grnveiß mit ben Kantern emge6ogeu 
ober gan$ eingerollt, ober auf ber innern ©fite mit einer 
Sängörinne bur^ogen. 

k. Caucalineac. §rud)t »on ten ©eiten £er ßUfammengcjogen 
ober flielritnlD. $riid;td)en mit fünf fä'blid)en, fcorftigeu 
ober fladjeligen £nuptrtefen, öcn teilen bie brei mittleren 
auf bcin Sftütfen, tie beiten feitlidjen auf ber ^yngenflädje 
fid) beftnben; Dtebenriefen incr, meifl flarfer »orfpringent, 
ftadjelig, ober öon ben, ba3 ganje £t)äldjen bebeefenben, 
©tadjelu »erbeeff. Gntveifj eingerollt ober am Zantic einge- 
bogen. 53lmne weifj ober rct^lid/* 

49. (272j Caucälis. 

50. (273) Turgenia. 

51. (274) Törilis. 

1. Scandicineae. grud)t öon ber Seite merflid) jufammen« 
gebn'icft ober jufammenge^ogen, lang gejlredt, fcauftg ge* 
gefdjnäbelt. ga'nd^en mit fünf gleidjen, fabenförmigen, 
bisir-eilen geflügelten, ober am ©runbe »ernrifdjteu nnb nur 
an ber @pi£e betulichen £auptriefen, bie betten fetttid)en 
Im 3tanb bilbenb; Sfobcnriefen fel;(en. gru'djtrern £'onöe,r, 
öorn mit einer tiefen g*urd)e ober am Plante etngeroHt* 

52. (277) Scandix. 23tül)ten n>eifj. £roei Untergattungen : a. Pec- 

ten, ©rfmabel ber grudjt öom 9tücfen f)et jufammengebriieft. 
— b. Wylia. 5rud;tfd;nabel »on ber £eite jufammenge* 
brücft, 

53. (276) Änthriscus. 23(umen lveip. 

54. (279) Physocaulus. 

55. (278) Chaerophyllum. 

56. (282) Biasolettia. 

57. (281) Myirhis. 

58. (283) Molospermum. 23lume weiß. 

m. Smyrneae. Srucfct angcfdjrootten , v>on ber Seite jufam« 
mengejogen. $rüd)td)en fünfrieftg, bie feitlidjen liefen 
ranbbilbenb ober sjor beut üRanbe liegenb, unb bie liefen 
juiDeilen fajt öerpToffen, unf'ennttid). 0amenfern eingerollt 
ober an ber Snnenfeile gefurd)t, auf bem Üuerfdjnitt« 
fyalbmonbförmig ober gefaltet. 

59^(275) Echinophora. ölumen tveifj. 

69. (285) Coninm. SJlumc toeifj. 

61. (286) Pleurospermum. 23ltibten weif. 

62. (280) Malabaila. 33lut)te weiß. 

63. (284) Smyrnium. Söfumen &tlb. 

10* 



148 Peutnndr. Dlgyn. (Umbell) — Trigyn. 

C. Coelosperroae. ©ameufcrn f)al6fua,e!i$? ober facfavtia/ 

foufaö. 

n. Coriaudreae. g-rudjt f iißctivj cter turd) tie beiten fnft 

fwgeligeri grud)td)eH gtteifttöpftvj. SfjMtfrüdjtt mit fünf 

•nictcrgetrücften, gebogenen oter eine unteutlid)e $uvcl)e bif« 

teilten ^auptriefen nnt) trier flärfcr ^fiuovtvctentcn 3?eben« 

tiefen; tie feitlicfecn -£)auptriefen t>ov ten 9?ebenrant ge= 

freut; tie Sftebenriefen fammtlid; ungezügelt, ©amenfern 

juie in ter £>berabtf;eifung angegeben werten ifl. 

64. (288) ßifora. Blume weiß. 

65. (287) Coriandrum. Biül;ten ebenfalls iveif?. 

[2Iu§ertem gehören tiefer Drtmmg an: 
(198) Herniaria. 
(29) Polycneinum. 
(194) Zizyphus.] 

3^ Ordnung. 
T R I G Y N I A. 

frei P i ft i H r. 

A. Blühten öoOfiantig, unterftäntig, 

289. Rhus. ..... S?el$ fünfteilig. Blume fiinfblaiterig. 

©ierftoef einfadjerig, tvei tuv ö c ©riffel oter trei fi^entc Laiben, 
©tetnfrudjt treefen, etufamig, feiten treifamig. gtim feitemvur* 
jelig. (25). 

290. Slaphylea, , . .' . . gdd) fünfteilig, gefärbt, günf auf* 
redete Blumenblatter. $apfel I)äutig aufgeblafen , poet* biä trei' 
fächerig, am ©runte }ufammeugeiuad)fcu, Batrn beinhart. (36). 

291. Tamärix fidd) meijl fünfteilig. Blume fünf- 

blättrig, rofenfarbig. ©rijfel abftefjcnt, ebenoartS in tie 9iarbe 
vertieft. Zapfet einfäc&erig, tretflappig. ©amen auf tem <®d)su 
tel mit ftijentem £aarfd)opfe. (13). 

292. Corrigiöla. . . ... 5?eld) fünfteilig, Blumenblätter fünf, 

fcem S?eld;e aufgefegt. $)rei fi^ente Farben, ©infamige uidjt 
auffpringente ^apfef. (28;. 

293. Telephium. ..... ^c(d) fünft^eilitJ» Blumenblätter fünf, 

tem unteren §l;eile oe$ $eldje» angefügt, ©tiffel fäolid), abfie* 
fcent^urücfgefrümmt. Rapid trciflappig, am ©mute treifadie- 
rig. @el;r »iele tarnen. (28). 

294. Drypis £cld; röl;rig, fünftägig cter fünffpaltig. 

Blumenblätter fünf. Gnnfamige umfd)nittene ^apfel. (24). 

B. Blühten öoüjläntig, oberftäntig in Srugtolten. (Saml)ucineae=: 
Caprifoliacearum pars ; 63 g^wO 

295. Viburnura. ©Ojnee ball. 9?afc= oter fafl fllocfige oter fo$rw= 



Pentandr. Telrag. Pentag. 149 

förmige Ärone, fünffö^^i^, tveifjlid); $efd;faum fünftägig. 9?ar* 
ben ftY|ent. Seeren einfamig. 
295, Sambücus. ^olunüer. Sluinc rat förmig, «ertieft, fünffpaltig, 
iveijslid); ih-onenfatmi juleigt jurücfgebogen. Äelcljfauin fTein, 
fünfjährig. Farben jigearöi Söeeve oter (Steinfrucht tuet« DiS fünf* 
famig. 

[5lu0ertcw ned) $u. tiefet ©rtmmg: 
(195) Paliurus. j 

4. Ordnung. 
TETRAGYNI . 

tUtfr <§hiubiiug« v 

Familie (12). Droseraceae. täüd) fünfblättrig, in ter Änofpen* 
läge gefdrintelt. Ärone regelmäßig, fünfblattcrig. (Staubgefäße fünf 
oter mel;re, untenveibig, getrennt; ©taubf'otben entftäntig. spifiiU ans 
tvei bte fünf »eriv-acbfenen g-rudjtblätiern gebiltet; ©ierfrocr! frei, ein« 
bte treifadjerig, (Samenträger roautftäntig.- 9M;re, oft geteilte, ©rif* 
fei otev mel;re ft&enee Farben, (Stnbrtyö gerate, in lex Sljre tc£ <5i« 
weifes, mit Um SBürjeldjen juui 5?abel getvantt. ®ie jüngeren ©tan» 
gelblätter i>on ter S|ri£e jur 53a|t6 fd)ned:enlimg«eingeroflt» gtvei Xln- 
terfamilien: 

[a) Drosereae. Sn ecut rceiblidjen (Elemente ter 23lüljte mit in 
ter $rud)tbiltuug tie günftal/l &orl;errfd)ent ; ©riffel trei bis 
fünf. &amc jmoeilen (oder bemäntelt, eitveifjljatttg. Sp'mtyx 
t-on einljeimifd)en ©aitungen nur 
(30 J) Drosera.] 

b, Paniassieac, 3n ten tv>eiblid)en 53lnfctentl;eilen tie 23ier5a|)l 
»or$errfd)enfc ; ©riffet fel;fenb; 23ier ff^ente Färbern <Same 
locfer bemäntelt, eljne (5*iivei0. 

297. Parnassia. ^er^blatt. gunfblattrige, trüftg * gefranste 9?e- 
benl'rone. (12). 

5. Ortnung. 

PENTÄGYN1A. 
ß&il fünf Staubtüegen. 

a) Rosaceae. 

298. Sibbaldia. ..... §ünf freie Oöarten. Sfelcö 2e$nfpafc 

«ß. (3). 

b) Crassulaceae. 

299. Crasstila, .'- . . . . $ünf am ©runte »ertt>ad)fene Ovarien. 
5?eW& fünffpaltig. (3). 



150 Pentandr. Pentagyn. 

c.) Lineae. 
SOO. Linura. Sein (gladjö). @in je^nfädjerjged , jetmciigeS Oüavi- 
um. iWd) fünfteilig, f&iümi vier- oltv fünfblalterig, unteuvei* 
big. Staubgefäße am ©runte einbvüfcerig. ©riffel faClid). Tidx* 
b«i einfad). 3)ie 5te(rt;btättcv ftnt) balfc am Staute tvüfenlotf, 
wnt fcie 6tängel,blätter röedjfelfJänliig unt» jerfh-eut, otser tie 
unteren nur gegenftäntig ; oter e$ ftnt alle ©tangelblatter 
gegenftänfcig ; ball) ftnt» tie Geißblätter am Sjiante hüjtgs 
gewimpeif, unt tarnt ttuterfdjeitet man tie Slrten mit gel- 
ben 53tumeu unt fcte mit himmelblauen, refenfavbigen et er weifjf 
liefen 53lül)ten. (30). 

d) Droseraceäe, 

301. Drosera. ©onuentl; ein. ©in einfad}erige£, mel;reiigce Ovavium. 
©itffcl tret biw fünf, pein)eilig, mit folbigen ©d&enfeln unt 
ganzen oter auSgevantet atvelfpattigeu Farben: Geld) tief fünf* 
fpaltig. 23lumc fiiufblättrig, bertreefueut. (12). 

d) Pluuibagineae. 

302. Statfce. SBite r fir o fj , QJraStuIfe. @in eineiigem Cöarium. 
(Griffel l;aarttiun, Geld) trid)terig, gefaltet, obenrartS trocfenl;au« 
tig. 5"nf benagelte 23lutnenb(ätter. Jpauptfrud)t ftappentoS« 
3tv>ci Untergattungen: Armeria. d>ra »nelfe. (ölüljteufpirre jum 
Gopfe jufammengeträngt, umgeben mit trocfenl;iüutigen, gefd)in* 
telten, jttr aUgemeinen 23li'itytenl;yfl.e üufammenge^ogeneu 2)ecf* 
blättern, unt» aufkrtem uoeö mit einem tutenföanigen ©ecfblatte, 
welches jiu'ücfgcfd)lagen tie Spi£e fcc.ö ©djaftew einpiittt) unt Sta- 
ticc, SStterfioß, @t r an tnclfe. (Scöcifte äjfig, 53liit)ten in 
einfeiteiventigen, tccfblattrigen 21f^ren ffel?ent). 

[ gernet uod) : 

(398) Cerastium. 
(396) Spergula.] 

6. r b-n u n a, 
POLYGYNIA. 

ÜJ i e l e & t tt u b tu c g <? . 
[$ierli?r; 

(457) Myosurns. ] 



Hexandr. Monogyn. 151 

VI. ÄTn ff c. 

HEXANDRIA. 

$t&itievbtübten mit fc<b§ fveien, fielet» langen 

®taub$efä%en> Ginnte übet $\cld) m'cfct tfiexblätU 

tifc?t€U\fvvmifr jyntc^t feine ^c&etc 

(Sgl. XV. titdftt Tetradynamia). 

1. Ordnung. 

M O iV O G Y N 1 A. 

„filit einem J&taubtacgc. 

A. SSotlfommeue S3Iu^ten. 

304. Berberis. 53erberi§e, Sauertorn. ÄelcJ) fedjöbldtUrig, mt« 
rerflantig, Staubgefäße reisbar. 53eere jtvei» tltv treifamig. 
Straucf}. (1). 

304. Pcplis. 53ad}burgel. 8dd) jtvölfjdljnig, unterjläntig. 53lumen* 
Matter fel;r l;infdtlig. Zapfet jroeifdcljerig; üielfamig. Sin feuchten 
Orten. (Sinjdbrig. (20). 

305, Loranthus. . ; . . . fteld) lvcnig öer(lct;ent, unteutlid) g<« 
jttt)nt, oberjtdntig. 53eere cinfamig. Sdmiaro§erpflanje auf ©du» 
men. (54). 

B. Statt ter Slumenfronc unt te$ #eld)e$ ein ^erigomum. 
4) Sperigonium forolleuät;nticr;. 

i) 23lül)tenl)ülle obei'ftän&ia. 

309 Sternbergia ♦ Sperigonium trichterförmig, mit fedjS* 

fpaltigetn Saume, Staubfäten lern ©runte ter ^Jertgonjipfel an* 
-Ijangent, abtvecfyfelnt fleiner, gerate. 9?arbe fa{l fepft'g, treU 
lappig. (121). 

307. Agave. ...... 23li"tt)tent)üQe gtoefig* trichterförmig, mit 

fed)6tbeiligem Saume, am ©runde röbvig. Staubgefäße ter SRÖtyr« 
eingefügt, *>or tev Entfaltung ter 53lül;te eingebogen. (123). 

308. Leucuinm 23lübtenu)eile glocf ig , biö juin ©runte 

fect)6t{;e:lig, mit gleichen, eiförmigen, an ter Spitze »ertieften 3'F* 
fein, ©riffel keulenförmig mit fpi^er Siarbe. Äapfel treifäctycrig, 
tretflappig. (121). 

309. Galanthus. @ cbneeglöcf eben. 53lül;tenl;üllc glocfig, biö jum 
©runte fect)£ti)eilig, mit ungleichen .gipfeln, oon tenen tie trei 
dufjern i?erfe&rt=eifcnntg , abfiebent, tie trei innern aufreebt, für« 
jev, an ter Spilje auSgerantet ftnt. ©riffel fafl pfriemeuformig, 
mit flumpfer Sterbe, ^apfel treifantig, tretfdeberig. (121). 

810. Narcissüs. 9?arjiffe. 33lüt)tent)iille prdfentirteUerförmig, fccf)ö* 
tbeilig. €toubgefd$e abivecbjelnt Eürjer, unt mit ter glecfenför* 



152 Hexandr. Monogyn. 

migen Ötebenfione tent Sdjlunfce fcci* ©luljtenimric eingefügt. 
Siaxbt fcieilappig, jhtmpf. Äapfel fcreifantig, tteifftcQtrtg. (121). 

2) 25Iitl)tenl)ülk ttnteufläncna. 

a) Sperigontnm fed)%U;nig cter fed)6fpaltig. 

311. Heraerocallis. Saßlilie, SJJevigon »Ott tdd;teng-erw)eitcitfui ©4U* 
ine, untenvarts in eine f'uvje, nal^ige 5ftöl>re aufammengejogen. 
Staubgefäße im ©vtÄ t>er Sfuijtenfoülfe befefligt, pfriemlid), ab* 
toävtö geneigt. ©riffel ffölict), tton fcer SRid)tung tcr Staubgefäße; 
9?arbe fcreieefig.' Same abgeumoet. (124). 

312. Convallaria. Maiblume. SBlitytenfeulle glccfig, ofcei vöi;vig-- 

trtd)terig, Ijalb fed)6fpaltig ofcer fedjsjäljnig. Staubfäden pfriem- 
lid), 2lntl)cren aufredet. Griffel fatenfönnig, Sterbe treifeitig, 
fhmipf. dievfrod:" treifädjevig, J-ädjcr jiveieug. 33«ve treifädjerig, 
^yact;ec ein« bis jtveifamig. g^ei IJutergatttungcu : Convallaria 
str. s. d. (Gerigoa glccfig, fcd)£fpaUig. 23lüi)ien. auf einem blait- 
fefen Stängcl.) unt> Polygo natura, Salomon 4 fiegel, 3Be iß* 
n>ur$. Öpengön völlig, fed)£jälmig. Stillten in Im SöiaftnJuis 
fein). (125). 

313. Endymion beugen glccfig, fcdjßfpaltig. $?apfel= 

frud)t. (124). 

314* Muscäri. . . . - . . 23lül)tenl)t'Hle fugetig ober jl)fmti"ifd) ; 
am Sdjlunbe eingefdjnürt, mit fel;r fur^em, fed)öjal;nigen Sau* 
nie. Staubgefäße in ter S?öt;ve befefligt. grudjtfuoten cl;ne 
9Mtargvübd)en. Sterbe tveieefig. Same fugelig. (124). 

b) S8lül)tfnl)iiße fecr^blattciig. 
«) ©riffel oben breifpaUig. 

315. As|>arägus. Spargel, ölüljten fcurd) §el)lfd)lageu £n>eil;;iuftg. 
Sperigori glccfig, am ©runbe oft in ein, mit lern 53liU;fenfriclc gc* 
gttetertcS, blübtenfHelfcrmige$ 3?öi)vd)en verengert. Staubgefäße 
gegen fcen ©ruub fcec ^}erigonjipfet angeheftet, mit pfriemlidjen 
Prägern unt> (dileförmigen Staubfolben. Sterben fcrei, juriiefge* 
bogen. (Sierftocf fcreifadjerig. §äd)ev jiueieiig. Seere fcreifadje* 
rig. $äd)er ^lveifamig. (125). 

316. Fritiliana. Sd)ad)blume, ^aiferf rone. Mengen glccfig, "Die 
33(ättd)en innen am övunte mit einet £oniggrube. 2lntl;ereu 
aufrecht, unbeiveglid). Laiben ftumpf. Same platt. (124). 

317. Erythronium. . . . . \ ®ie Iret inneren Sperigoublättec an 
bei" 33aft8 siveifdnuielig. (124). 

348. Bulbocodiura ^3erigcubtäiter lang genagelt; SJa? 

gel in eine Stöt}fe ^fanimetrneigtlHbj an fcer Spitze Surcö, Sei* 
tenjäfmc jufammei!l;atigeut> unc tie Staubgefäße tragent. (134). 
ß~) (LUiffel uüt ungeteilter Spu)e ober fel)leut. DJavbe 
flumpf ctei 'fci'eilappig." 



Oexandr. Monogyn. ioS 

aa) <2taub£olben aufrecht, mit ifcrer S3afi6 In @ptt|e Des 
Sragerö aufgefegt. 

319. Streptöpus. ffnofcnfup? 5Die Drei äußern S)3engoublätter faU 
fig vertieft, ©riffel fadenförmig. 23eer,e Dreifadjevig; in jeDem 
$ad)e viele ©ainen. (124). 

300. Gagea. ©elDflern. 35elDc mit flängelblattfcrmigen $ecf Matter». 
^3erigonblätier am ©runDe gletdj. ©taubfäDen nacl) unten ju 
fdjivad) verbreitert, ©riffel aufre'djt. S?apfcl armfimiig, ©amen« 
fd)iile gelt'. (124). 

321. TulT[ja. Sulpe. ^erigon giocfig; Q3läüd)esi el;ne ^onigbeljälte?* 
(Staubgefäße am Slül>tenboDen befeftigt; Slnfyeren berceglid). $eiu 
©riffel, fantern: Starbe fttjcnD, Dreilappig*fammförmig* $m<fyu 
fnoten prUmatifri)»Dretfettig. Äapfel vielfamig @ame fiad), §o= 
njtm'tat. (124). 

bb) ©taubfotben aufliegend. 

««) $}.*erigont>lätter am (Brunne mit einem 9Mtarimin 

322 Liliura. £ilie. Slti^ten^mllblätter am ©rimDe mit einer l>onig* 
füljrenDen, rinnigen oter gefdjloffenen 2äng£furd)e. ©uffel mit 
Dretediger, 9?arbe. Zapfet Dreifeiiig, fed)£furd)ig. <®awe fiad) 
jufammengetrueft/ tjortjoittal. (i24> 

323. Lloydia. ..... $)a* 9?eftarümi ijt eine IjonigfüljrenDe 

Cluerfalte am ©runDe Der prigonblätter, (124). 

/S/S) Stein SMtarimn an Den ^3erigonbl3tiern. 

a) ^erigonium am ©runDe blüi)tenftielal)nlid) »er* 
engt , mit Dem §3lütl)enfttele Durd) ein ©elenf 
aniruttrenD. 

324. Anthericuin. ©ra^ltttc. Sraube öfter Mifpe mit ©edfblättern 
unter Den geglieDerten SBlumeujtielen. SlüljteiilmlTblätter feljr ab* 
fie^enD. Staubgefäße auf Den ^yrudjtboDen befefiigt, pfriendid), 
am ©runDe nid)t verbreitert, naeft. $rud)t£noten mit Drei 9M* 
tarDrüfcn- ©riffel fäDlid), Dreifeiiig. Stfarbe fajl feufig. fiapfd 
mepr oDer weniger kugelig, fhtmpf Dretfeitig, Dreifurcöig, armfa* 
mig. @ame Dreikantig. (124) 

325. Asphodelus. 2Bpl)oDill, SlffoDilt. gaft ebeufo. ßtautyc* 
faße mit ira-em verbreiterten ©runDe geivclbartig aufamtnenfdjlieSs 
fenD unD Den (Sievftocf überDedenD. ©riffel fäfclid) oDer ettvaö 
t eulig, länger ati Die (Staubgefäße. 9?arbe au6geranDet*Dretlap* 
08- (124). 

b) Spetigomum nidjt btübtenftieläl;nlicft veren« 
gert. 

326. Allium. Saud). 2)olDe oDer ßöpfdjeu mit einem ober ätvei Dünn; 
l)äutigen , frity (vor Dem 3lufblül;en ) ivetfenDen 5>ecfblättern 



154 Hcxandr. Monogyn. 

(23lübteufc&ette). Staubgefäße mcl)t oter mint« tetn ©mute 
ter Sperigonbtätter angen?ad)fen utit> unter einander turd) ein für* 
jcö £autcfoen m-punten. GJrtffel fa'tlid), mit Heiner unteutlid) 
tretecfiäcr Sftarbe. ftapfet treifurefoig, ft-adjer jnjeifamiß, ©amen 
fantig. 3 Wf ' Untergattungen: Allium. (©ölte mit jivei ©ecf« 
blättern; ©taubfaten pfriemiid;) unt Porrum (©ölte mit einem 
©ecfblatte); "Die &ret innern ©taubfaten breit, mit trei ©pi£en, t'«* 
ren mittlere teil ©taubfot&en , anf ter 3J?itte te$ Siücfcn* befe= 
fügt, tragt. (121). 

327. Narthecium. ..... .Reine 33lül;tenfd;eite. 23lül;ten ä> 

rigstraubig. 53lüljtenl;ülle f:efienbteibent, ©taubfaten n>oni;aarig» 
gebartet, an ter ©pi£e rnieförmig. 5 CUl t>tfnoten pyramital, ober« 
ivartö vfcicmcnfövaiig in ten (Griffel übergebent. 9?arbe einfad). 
Zapfet fed)sfantig vtelfatnig. ©amen eilanglid), an beiten @nten 
mit einem fadenförmigen gortfa|e. (124). 

328. Czackia ©Inte 23lübtcnfd;ette. ©taubfd'ten U% 

auf ten ettva^ erhabenen ft-rudjtboten befejtigt. ©riffel trei= 
fantig. (124). 

3i9. Ornithögalum, S3ogelmild). llnterfdjeitft ftcfc bon Antherioum 
fflfi nur turd) ten 23liil)tenfrant (©trauß) nnt tie ungeglieterten 
23lül;tcnfliele. — - ©tattbgefä&e vor ten ^erigonblättcru befefitgt. 
©liffel treifantig. Steine 5ölüf)tenfd)eite. (124). 

330. Myogälum. 33iild)Rern. (Sbenfo, nur mit traubigem 231Ü&- 
teuftaute unt breiten, in trei©pi$en entigenten ©taubfaten, auf 
teren furjerer mittlerer ©pi£e tie ©taubfolben mitten am dürfen 
fcefefligt ßnfc (124). 

331. Seiila. SReerjtütebel. Sraube oter ©oltentraube. ©taub* 
fafcen febr abfiebent, an ter sBaft^ ter ^Jerigonblätter befejtigt, 
glcidjförinig, pfriemlid;. 9?arbe ein fad;, ©amen fafl fugelig, ju- 
tveUen ettr-aö »erfxad)t. tlebrigenö ivie (329) Ornithögalum. (124). 

B. ölül;tenbüUe feld)artig (turcöjkbiig oter treefenbäutig). — 
©röjjtentl;eilä ©umpfpflanjen. 

1) Junceae. 23liir;tcnfl(tnb fp irren* oter tritgoolben*, fei* 
ten traubenförmig, mit 3tt>et bis orei Deckblättern unter 
jeoer 2>lül)tc. 23lttmenl)ülle tief fecbstbeiltg, metft fpreu* 
artig, Staubgefäße por t»ic tret äußern perigon^ipfei 
gefleüt, aus oec 23afis berfelben entfpringenb. Bapfet 
oreit'lappig. (Briffel einfach mit brei Farben, ©amen* 
fcbale häutig, oft fcblaff ober an oen iZnbcn febroammig* 
aufgetrieben. 2\eim unten im fleifebigen l£hr<eiß. 

332. Juncus. Stufe, «peiigonbldtter fafi troefenbautig, balgabnlid). 
©taubgefape feebs, fcltcnev trei. ©riffel mit trei fatenförmigen, 
feterbaarigen , m^ifr geivuuteneu Starben. Äapfel treifädjerig, 



Hexandr. Monogyn. »55 

J)icifaaiig| ÄtavV^" *« Zapfet in fc'er SDiiUe mit riii.ec St$ett>e* 
tränt». Scßeingräfer mit £almen, fdjeifcigen blättern, mit 53lü()* 
ten in einer feitüdjeu Spirre oter in 3)ol5entrauben unü Stifpen. 
(126). 

333. Luzüla. 3D?arbeI, £ainfhnfe. $afi ebenfo. Äapfel einfä« 
ctjerig, fcreifamtg; Etappen fcer Zapfet oi)ne S.1:eileivanfci; Samen 
aufrecht. Staubgefäße fictö fed)3. JÖlättec am Zantic lang*be< 
fcaart, mit i)ärtlici)er Spi(5?« (126). 

2) Aroideae. 23Iirmenl)ii[fe metß fcljlcnt). feucht eine 
23ecte tt. f. tt>. — ©. Monoecia Monandria Vlo. 739. 

334. Acorus. Salmuä. S3tül)tenfolbeu fegeiförmig, an fcer Seite ei* 
neö blattförmigen Sd)afte6, Üperigonblätter fcdjs bfeibente Sdjup* 
pen. Staubfaten für* uni5 t>icf, Staubfclben gedoppelt. Qkiffct 
fefylenfc, Stfarbe ftyent), (lump f. Zapfet treifädjerig, nVd)t auffprin* 
gen*. (127). 

[$u tiefet* Orttuing femmen noef): 
(126) Elaeagnus. 
(40f>) Lythruin Hyssopifolia.] 

2. Orfcuung. 

D1GYX1A. 
jtilit 3 n> et öStaubroeflnt. 

335. Oxyria Sperigcnium ttierblättrig; fcie fceifcen in* 

nein SMattc&en größer, bteibent. Samentytiüe teifienförmig , mit 
geflügeltem 9£ante. (95). 

[2Iußcrt:em noct): 
(205) Celtis.] 

3. Or-tmuig. 

TR1G YJXIA. 

P c t i B t a u b iü c fl e u. 

A, Melanthiaceae == Colchicaceae. ftrautartige monefciijiet'cntfdjü 
®iftgett>acfcfe mit ti-ectyfelfränfcigen euer nur grunfcfränfcigeu, cinfa* 
d)en, ganzen, am ©ruufce fdjeftigen 33lattern, §31üt;ten regclmä' 
ßig, gipfeltfäntig, eiujeln, traubig, büfd)eüg ofcet vifpig. Sperigon 
blumenartig, frei, mit eingefd)lagener ^nefpung. Staubgefäße 1)9* 
pogyntfci) oter lern ^erigon angeheftet- Präger getrennt, Staub* 
folbeu au^tvärtS. pfiiU üuv tirci getrennten ot)cr in Im SBaud)* 
waijUn sm'buntcnen, mel;reiigen gructjfblättem gebildet. Starben 
einfad), g-ruct)t m& trei ^arpefieu cfcer fcrei g-ad)mt befMmit, 
»telfainig. Same euvetßl)altig; $etm cingefcfylojjen, meifl n>at-ig. 
(117 Familie). 3 n,f - Unterfamilien; 



15G Heyandr. Trigyn. (Melanth. Juncag.) 

A. Colchiceae. ©tangetfofe ©ewad)fe mit swtebeltragentw 2Bur* 
jcl unt> fel;r langröl;riger, einblätteriger ^lumenbülle. 
336. Colchicum, ^eittofe. Spertgon foroKcnaljnlid) , tridjtevig, mit 
fel;r langer fRoi)ve. Staubgefäße ans @nte t>cv 3?el;re angewad)* 
fen. Sinteren fdnvebent>. griffet fe^r lang; Starben folbig. 
Zapfet etwas aufgeblafen, treifäd)erig, »ielfatnig ; S^et ober* 
wartS nacl? Stuten auffpringent». 23lül;ten eingeht. (117). 

ß. Veratreae. @ewäd)fe mit gwiebet*, fpblen* ofcer büfd)clfÖrmU 

gec SBuvjel, meifi beblättertem Sdjaftc, frei- (fedj$*)blättevü 

gen, tiiqen Slumenfyüllen meifi in Srauben , 2lel;ren oter 

3ftfpen. 

33?. Veratrum, ©ermer. 23lül)ten polpgamtfd) in SHifpen ofcesSrau* 

ben geflellt. Sperigonium fafi feroUenaviig, Sßlatter abfiel;ent>. 

©taubfäten an t>er Söafiö bev Spcrigonblatter. 9lntl;eren in 2ftäpf s 

eben au ffpringent. Ovarien tret, in ftirje ©riffel öertünnt, am 

©runte »erwaebfen. Farben unteutlid). 53algfapfe(n »telfamig 

mit einwärts auffpringenten ftädjexn, (ti7). 

338, Tofleldia ©benfo, nur t>ie Staubbeutel ter gonge 

nacl) auffpringent), unt> t»ie Ovarien bis utr Sftitte mit etuantev 
»erwacfcfett. (117). 

B, Juncagineae. $rautartige inonofot^tetcuifdje ©mupfgewad)fe mit 
grünt)--, feiten ftängelfräntigen, fdjmalen. oter fcidlidjett, graSartt* 
gen, am ©runt>e fdjcitigen blättern, unfdjeinli'djen, meifi auf 
fcetn ©ipfel teS ©djafteS eter ©tangeis eine Sraube oter 
Siebte bilfcenteu SSlübtett. Sperigon meift fekbariig, feiten fe^ 
lent> oter etwas gefärbt, Staubgefäße b|)pogimifd) oter t>en $pe* 
vigöttblättern am ©runte angewad)fen; Stntbcrcn auswärts auf* 
fprtngent* $piftiU aus tret bis fedjS, meifi freisfianoigen (feiten 
fpiralfiänoigen coer äljrig gekauften gnictytblattcrn gebildet ; (Sicr* 
fietfe ot>cv g-acbet ein= bis -jweieiig; (Jidjeu gruntfläneig auf« 
redjt. ga-udjt troefen; (Samen eiwetßloS; $eim gerate. 

339. Trigloehin, ®retjacf. Ovarien orei bis fedjS; Stapfet bei fcer 
Steife in U;re fcrei oter fedjS einfamige g-äd)er verfallene; cie ga* 
d)er tom ©mute an ftd) ableferto, an eer inneren Staute in ei* 
ue SängSri£e geöffnet, ein fauliges 3Jiittelfauld)en jurucflaffenU, 
©rififel feblent>; Farben trei bis fedjS, fhmtpf, feterig, Slntberen 
fafi ftljent, auswärts auffpringent). Sperigou feldjartig ot>et tot- 
uig gefärbt, mit abfälligen gipfeln, krautige ©«mpfpftanjeit mit 
entfläntigen Slcbren. (114). 

310. Scheuchzeria, ♦ . . . ♦ Sraube eufcfiäntig; SBlumen^ipfel 
bteibent. ©tanbfolben unten befefligt. ©rijf^i fel;(enb; 9?arbe 
an Ser ©pi§e teS ©riffeis auswärts fdjrag angewadjfen, ^rüdjt* 



Hexandr. Trigyn. — Polygyn. 15? 

<$<m fcrei, gai.13 frei, ein* bi£ gtvfifo.mig- Uebrigcnd tvie Trlglo- 
cliin. (114). 

C, Polygoneae. gifotylctonifd). 8cd)£ Spevigonblatter u. f. iv. — - 
23gl. Oetahdr. Monogyn. 6. 160—1. 
341., a. Rumex. -Sluipfer. <5*in einfad)crige$ , eineiige!? Otfarium. ©rif= 
fei fcrei, mit guoßeti, ptnfelf oviitigcu tTt aro'efi. 53lüf>ten jn>itterig, 
»ieleljig oter jivcUjüuftg, grüniid) otei* rötl)üd>, in Dielen Quirlen, 
lveldje Sftifpen oter brauten bitten: spevigon fcd)6blätterig otei 
tief fcd)6ti)eilig, fcie fcret innern %\\>Ul ober SBlätter größer, jufdjlie- 
ßent>, fpäter tic dreikantige nußartige ^VriTopfe, tute tie Älappen 
einer Zapfet, völlig befce<fent, unfc häufig mit einer <Sd)tt>iele »er* 
fef)cn. «Staubgefäße panveife i>or ten Drei äußeren, Heineren 
Äpfeln oter blättern te£ 5)3erigony. Wlan unterfd)eit>et : Acelosa 
mit jtvetyäuffgett 23lüljten, feinen ©riffeln mit) ßttyveUm blättern 
urio Lapatlium mit pott>gamifd)en oter nur ^ruitttevbXä|>J#n , frem 
gvudjtf'noten cbertvärti? angelaufenen ©riffeln unl am ©runte 
nid)t geöt;relten fonfcern pfetlförmigen blättern. (95). 

341, b? Oxyria. Unterfd)eitet ftd) öon Rumex ourd) öierblätterigeö 
sjJerigon, jufammengetiuücften föierfiecf,. iivci ©riffel unt> eirunt? 
.lic&e S-liigclfrudjt. (95,) 

[3u tiefer Crtmuwj fommt nod): 
(3599 E 1 a t i 11 e Iiexandra. ] 

4. r c n u n g. 

P0£ Yö r N I A. 

,J$2it wteljr ab övei i§taufo»es$nt. 

342. Alisuja. g rofd)löffel. sperigonimn doppelt. SMd) dreiblättrig, 
bleibend; Siumenfföne dreiblättrig. Staubgefäße fed)6 oter metyr. 
?(ntl;eren in ?äügSril$en auffpringent. ©terfiöcfe ja^lreid), getrennt, 
in einem Greife fietjent. ©riffel feitlid), in eine fiumpfe iinfoeut* 
lidje SRarbe eutigenfc. $DM;re tid)t nebeneinander ftel;entie ü\arys 
opfeu. SSaffcrl'räuter mit ineijt quiitfcrmig<rifpig gepeilten 23liil;e 
tenäften. (113), 

[3u biefer Orfcmmg gehört: 

(319) Triglochin inaritimum. 



158 Hcptandr. — Üctandr. Monogyn. 

VII. JUaffe. 

BEPTÄNDKli 
^toittevbliibten mit ficben fveieu &taubfäben* 

i. Ordnung. 
MONOGYNIA. 

ßAit einem S'taubuiea e. 

343. Trientalis. Siebentem. STeld; tief ftcbentljciUg ; trotte ftebeu* 
fpaltig ofcer ftebenblätterig, lie einzelnen %l)eiU fcuvd) eine« iniven/ 
tig »oia'agenSfn 9iing serbunfcen, auf lvctctyein t>ie Staubgefäße 
fi^cn ; Staubbeutel nad) fcetn S3crblü£>en »on teu Spiße an ju* 
rücfgeroüt. SMfdJigv btelfämige, in (leben klappen auffpnngenfce 
Stapfelfrudjt. 53iül;tens imb gvud)tt£etle »aviiren 5mvei(en »on fünf 
bis neun. (68). 

344. Aesculus. SRofJfafranie. 5teld) fünftätynig; £rone mit bier 
ofcer fünf ung(etd)en blättern. Staubfaden öorgeneigt, aufficigent. 
©ieiflocf. fcretfädjcvig, $äd)er atveieiig. Zapfet mit tiefem, lefcrigen 
(Belaufe, metft ftadjeüg, fcvetftappig, iwei ofcer fcret grepe Samen 
entyaltenb. 23aum. (S2). 

VIII. klaffe. 

OCTANDRIA. 
fttvitUvhlühUn mit a$>t fveien <&taubftefä$en^ 

1. Or t> n u n g. 

J#OA T OGYiVii4. 

glHit einem «Griffet. 

-4. ©lüften bottflänfcig. 23lumenfrone fünfblättevig. {33 $am. 
Acerineae). 

345. Acer. 2U;crn. 2J(üf)ten biefef)ig. $efd) meifl fünf* (aber audj 
»iet* bi$ neun*) tfjetfig ; Blumenblätter fo öiel aU Äeld&iipfel. 
Staubgefäß einer grubigen Scheibe eingefügt, acf)t QuivetUtt fünf 
bis jcl;n). (Sin ©riffel mit jtuei einfachen 0?arben. ftrudjt jtvei» 
flügeüg. 33aum mit fnotigen Sieben unli meifl gangförmigen 
blättern. (33). 

B, ä3lül)ten »cUjtantig. 33lumenfrone bierblattrig. (Onagreae.) 
23gl. Tetrandria Monogynia B. B. a. S. 116. 

346. Ofnothera, Sf?ad)tfevje. ffeld}röb>e über fc«m @tcrflccfe frarf 



Gctandr. Monogyn. 159 

verlängert, atfaüig ; S?eld)faum vierteilig. $3Iumenfrone Pier« 
blatterig, auf fcem fteld)fd)(unfcc, bei ter offenen 23lüf)te auiQt» 
breitet, ©riffel fallid), 9?arbe meifi vierteilig, flapiel länglid) 
ofcer feulenförmig, vierfadjerig, vierflappig, vtelfamig; Samen olme 
£aarfd)opf. £of;e Kräuter mit großen fdjtvefclgelben 33lumen in 
ten oberen 53latttvinfeln. (51). 

347. Epilobium. Sdjotentveioerid). SSic (346) Oenothera; aber 
tie RtlibxUjve tamn über cen (Srierflocf verlängert, unt cie Sa* 
wen Hein mit einem Sdjopfe von Seifcenljaaren. §lufred)te Stxaw 
ter mit fdjmalen, it>eitieualjnlid)en blättern uvft rotten S31ÜI;* 
ten in 9üfpen cter Srauben. (51). Untergattungen: Chamaenc- 
rion. blattet $erjireut; 23lül;ten flad)lidi; Stelfixtyxe fafi gar 
nid)t vorbauten. Staubgefäße abanirti geneigt; ©riffel gUlc^t 
Ijafenferuiig jurücfgefrümmt. b. Lysimachion. Untere Stängel» 
blätter gegenjränfcig, obere ivedjfelflanfcig. 33lumen trtd)terfbrinig; 
JMd)röl)re jivar furj aber leidji wahrnehmbar. Staubgefäße auf« 
regt, (51). 

C. SSlumenfrone einblätterig. 

1) 23liir;ten voVLffänbig, imtecflänbig. 

a) $eld) einblätterig. 

348. Chlora $eld) (fedjS* bi<J) ad)ttl;etlig ; 23lumen* 

frone ftieltetlerförmig mit furjer SRcljre uno (fed)£* biö) adjtfpal' 
tigern Samne. Staubfaten (fedjö bi$ ätvölf) cer Äronenröi)ri 
aufgewad)fen. Farben fcrei bU vier, $apfel fiinffad;erig. (85). 

349. Diospyros $eld) tief (trete bi$ fed)$=, meifr) 

vierfpaltig ; 23(umenfrone frugförmig, meifr tief* vierfpaltig. ©taub* 

.faoen Doppelt fo viel ate Stümenläppen. 23liif)teu polvgamifdj. 
S3eere adp bi» $tvölffad)erig, $yäd)er einfamig. (80). 

b) Stld) vierblätterig, ftronenfauui vierfpaltig. Staubfol* 
ben mit fammförmigen gortfä^en. GHerjrocf am QJrunce 
mit einem SRinge ooer mit Sriifen umgeben. Zapfet 
vierfädjerig, vierflappig. Samen flein. (Ericeae.) 

350. a. Calluna. ^aioefraut. $rone glocfig, vierfpaltig. Zapfet 
in ten 9?äf)teu vierHappig auffpringent», tie Sd)eifcetvano von ten 
Etappen ftd) trennend unt an tem 2Kittelfäuld)en jurücfblei* 
bent. (71). 

350. b. Erica, (gried). i§s&n}» 53 reufdj, 23lnmbaifce. 353ie Calluna, 
nur cie Sdjeifcewanfce beim Sluffpringcn am füanU lex ftlappen 
unt nid)t an ter JDMttclfäule l;angen bleibend. 

351. Teträlix— Erica alior., 2ftoorfyeite. Sfeld) vierblätterig oöer 
tief vierteilig. 23lume glocfig, röbrig oter frugig, mit »ierjäbni* 
gern Saume. Staubgefäße au$ tem £onlgringe «ntfpringenS, 
tfapfrl auf ter Wittt Ux ftafyv <fi»ffprlitfl*K&. (71). 



?6G öctandr. 3fonogyn. 

2) 25lü\)ien ivUftänbig , obetcfTänbtcj. <3taubr , olbeit qetyömt, 
m 6eu <3pi§e bei: fj'ozwtt ficb. öffnen"?, in bct Änofpc aitf« 
i*ed)t. ffar.be. fuadig. 23eete inet; bi» fünffäcberia, mit 
melfcmicten Sadjetn tmb rtnfdjliefomber; ®amenfd)ale. Äeld) 
iner^bis finifeälwicj, jtnveilen gan^dncücj, 23Iume jcujjicj 
ober alodricr, mit tnecs ofca* fünffpaltütem ©cuune. ÜDen 
ISciceen perrganöf; (Vaccinearum pars). 

352. Vaccinfuni. Spreu fjelb f ere. Rauben an t>« @pi|$c bei* ßroeigf. 
5?eid) öicfja^nig. Ärene glodig. (Staufrfotben uitgefpcrnt. (55). 

353. a. Myrtillus. .£>eibelbeerc. $3lül;ten rurj gejttelt in ben 23latt- 

ad)fe(n. Äeld) ötcv= bis fiihfja^nig. 3Trone faft kugelig ober eirunC, 
mit furjen ©aumlappen. ©taubfotbtn auf tem ^tiefen jtvei- 
fpernig. (55). 
353. b. Schollera=: Oxycoccua. 5Jcoo6beere. 23lü£)ten long gcjrielt 
in ben 53lattad)feln. $rone flau) ober äurücfgetmcft, tief öiertbji* 
lig. ©tauWolben ungefpornt. 

3) 23lül)ten ünooIKommen (nuc 25Iiu)tenl)ülle), unter:* 
fränbig. 

a) 33lumenl;ülic mit »ier=, feiten fünfteiligem «Saume, 
©taubfäben bei S^cl;re aufgefegt. Staubfolben aufredjt. 
(gier Ijangenb. 9?ujj ober Pflaume, meift einfamig. @a* 
me Ijangenb, c^ne ober faft ol;ne (Sitneifj. Äeim aufrecht, 
nüt fKeifdngcn (Samenblättern, ^träudjer. (10t gain. 
Thymeleae). 

354, Daphne. ©cibelbafh Blumen Snnlter, m # büfd)ehvcife wt 
Seite ober anbei* <2pi£e ber gtbeige. $Perigonium trichterförmig, 
mit öiertbeiligem @aume, ganj abfaHenb» ©taubgcfä'füe in jtvei 
greifen auä ber 23iutnenröl;re entfpringenb. 33eerenartige Stein* 
fruebt. (101). ' 

355, Passeriua. Sperlings junge. S3lübtett jttitteiig ober jtwi|jaii= 
jtg. 5>?u0 »on ber auSbauernben S3lül)tenl)üu'e umgeben. (101). 

b) 23lmnent)ülle öier bt» fed)^, meid fünfteilig, gewebn* 
lief) tief geseilt, bei* ^nofpung nad) jiveireifyig. Staub* 
folben mit ber50iitte beS9tticfenS ben fadenförmigen Prägern 
angeheftet, Staubfä'bcn einjcln, partvetfe ober ju breien 
»or bie ^erigonjipfel gefaßt ; bauftg mit SJrüfen 
an il;rcr 53afu>. grudjtfnoten einfikbrig , mit et» 
nem aufrechten @ic, Barne aufrecht. $eim um' 
gefegt, gefrümmt, feitrcä'rtS am mehligen Gniveig. 
©eivöt)nlid) frautaitige Sumpfgettmd)fe mit ineifi rced)« 
felfianbigen 6tängel!?la't!e*:n, am ©rtmbe fd)eibenföi*s 



Octfttidr. Alonogyn. 16 I 

migru ?Mattfriel?n unt in ter -Kegel tutenförmig sertvaciV 
fenen 9<cbenbfättern. (95 $am. Polygoneae). 

f Slu^cr teil lux Hexandria Trigynia gierigen @at* 
tungen 

(3ila.) Rumex unb 

(34ib.J Oxyria gehören tiefet gatuilie an:] 
356. a. Polygönum. Knöterid). 23lumem)üfle fünfteilig; frei Söp* 
, pen mefer nad) innen, jtvei meljr aufwärts (iegent, fetten einer oter 
jivet fel)lent. 93on teu fünf bi$ ad)t Staubgefäßen trei »or ten 
inneren Sperigcnjipfeln, öier peirmeife t?or ten beißen äußeren, taS 
äcfyte tiefer etnjeln ta , wo f er fechte sperigonjipfel $u fehlen 
fdjeint; tjäuftg frnt) Aber fie inneren Staubfäten nid)t öoflfräntig; 
feltener fi'nten ftd) neun oter wer Staubgefäße; am ©runte eini* 
ger ober aller Präger i)äuftg Prüfen. Farben $roei bis trei; tie 
©riffel balt fef;lenf , balt ttorljanten. ®reifantige oter linfen* 
förmige, som bleibeuten ^erigon beteefte Kernfrudtf. Keim ge* 
nümmt ; feitivärtS am ©itveiß. 23lül)ten weif? oter rötylidb. Sftefyxc 
Untergattungen: a. Bistorta. Gattern; urj. Sld)t oter weniger 
Staubgefäße, trei am ©runfe »erwadjfene (griffet, Keine, fafr 
föpftge Farben; treifantige 5ftuß üom faum größer geworfenen 
SPerigonium beteeft; Kotylefonen anliegent. Sperennirente, f'nollig* 
geringelte, fdjlangenförinig-gefrümntfe SBurjel; einfache aufrechte 
gtängel; einzelne, entfhüntige äl;renförmige Srauben. — b. Per- 
sicaria. g-löt)tob, Bitterling. 93ier bU ad)t Staubgefäße 
ätvet bis trei unterwärts »ertvadtfene ©riffel, fopftge Farben ; 9?uf* 
Unfenfcrtnig-jufammengetrücft oter treifantig, mit tem fauin »er* 
größerten Gerigoa beteeft; Kotylcfonen anliegent. ^eräßclte, metfi 
einjährige Kräuter mit ajj'ren* oter fopftgen, ent* oter adjfelfrän« 
fiautigen, einzeln fkfjentcn 23lüf)tentrauben. — c. Avicularia. 
ttnöertret. Sldjt Staubgefäße, feine ©rufen im ©runte tcS 
KeldjeS, frei überaus fur^ ©riffel, fepftge oter feulenförinige 
Farben; SJuß wie bei (a) Bistorta; Keimblätter aufliegend. (Sin* 
jährige oter Ijalbfrraudja^nlidje ©ewädjfe mit Oüfdjelig* gehäuften 
oter in untrrbrcdjenen Sraubm oter Weisen fici)enten £3lüt)ten. 
— d. Tiniaria. Sd)liugf nöterid). llcfyt Staubgefäße, feine 
prüfen im Keldjgrunte, furjer ©riffel, tiefe, tieilappige 9?arbe; 
treifantigeS SRüßdjen com öergrößerten ^3erigon umfdiloflTen ; $eim» 
blattet; anliegent. Sßiutente ein* oter au einjährige Krauter mit 
büfdjeligen Blühten-, fie äd)felfiäntigen 33üfd)cln einjeln, tie ent« 
ftäntigen locfer«=traubig biö beinaije fcpft'g. 
356. b. Fagopyruin. 33ud)nut3en. 58lumeijl;ülle fünfteilig. Staub* 
gefaße ftetä a<^t, wie bei Polygonum gefielft, mit atyt Prüfen, 
abwedjfclnt. 35rei ©riffcl mit fugeligen Warben. 9?üßcr/en frei* 

11 



163 Octandr. Monogyn. — Tetragyn. (Asparag.) 

fantig, am ©runfce vorn ^cvtgon umgeben, $eim gerat?, mit 
breiten, beiberfeitö fd)n>anenl;al6förmigen $ott?lebon«u 
. [S" t)tcfe Ordnung frellt man nodj: 

(362) Rata. 

(364) Monotröpa.] 

2. €> r b n u n g. 

D1 — TRIGYN1A. 

£mi aber brei UM1M. 

[£>ierl)cr: 
(359) Elatine. 
(375) Chiysosplenium. 
(390) Moehringia. 

(204) Ulmus effusa, mit) niedre 5Jrfen wn 
(356) Polygonum.] 

3. öt'Uung. 
TETRÄGYMA. 

V i ex &' t a u b ro e jj e. 

A. Asparageae. SDßonofotnlebonifdje, größtenteils fc^attcnltc? 
benbe Kräuter ober £albjlräud)er mit meifl: triedjenbem üöur* 
Selftccf e unb aufrechte n jumeilen flimmenben ©tängeln. 25lüf)* 
teil jraitterig ober etngefdjledjtig ; 23lüf)tenflield)eu meift geglte* 
bert unb mit £)ec?blättern befe^t. gerigolt meift blumen* 
artig, frei, fcuer* bt$ acfjt*, meifl aber fed)$tl)eilig. ©taub* 
gefäße meift ferfjö, aber aud) a&)t, tn;pogt;nifd) ober auf ba& 
^ertgon geheftet, gemötynlid) getrennt. grucf)tfnoteu $tt>et* 
6t$ ttier*, meift breifädjerig, gäd)er meifl armeüg, @td)en 
öerfd)tebeu raenbig; ©rijfel ]o m'el af$ gadjer, fyauftg »er* 
»ad) fen ; mit einfad)cn Starben» 33eeren jmei* biö »ier*, 
meifl breifädjerig, mit armfamigen gädjern, feiten einfädje* 
rig unb einfamig. ©dme eimei|5t)altig. $eim fefjr Hein, 
in einer t>om Wabd oft entfernten JpöMung be$ ^twei^eö 
liegenb. 3»ci Unterfamtlien: 

a. Parideae. ©rfjatteupffanjen mit getrennten ©riffeln. 5ille 

S3füi)tenrt)ctle »ier^lig» 33h'il)ten enbfiäntig, einzeln, $eim 

mit tein SSü'rjeldjen jum ©amennabel gef>l)rt. 

357. Paris, ©in beere. 3)ecfblättev unrtelförmig $>on b er einigen @nb* 

blume weit abfrel;eufc. 23lül)teiu)iiu'e n>agered)t abfte^enß ober $u- 

riicfgefdjlagen, bis auf Un ®runb ad)tu)eiüg ; tic öier auperen, 



Ociandr. Tetragyn. (Asparag.) 163 

lanzettförmigen, 3'Pf f * einen fteld), tic vier inneren, fd)tnaleren, 
eine S3luuien{:ro'ne tarffellent. ©taubgcfaße an ter verbreiterten 
33afB unter fid) »errcaebfen. ©riffeC Vier bü> fteben. 33eere vier 
biö ftebenfa'djerjg, §äcbcr *#?? ^^ aebtfamig. (125), 

[b. Smilaceae. §)ie ©riffel mit einander Vertvadjfen, Sn ten 
ölübtentbeilen mit fefcr feltenen 2Utfnabu*en (Majanthe- 
niuni) tie 2>rei$a|)t oticr vielmebr teren SQertoppelung vor* 
l;errfcbent. 33lübte meift traubig. Äeim gerade, mit tem 
tSürjeldjeu nad) ter speripberie te$ ©amen* gercentet. 
©cbattenliebente Eräuter mit tcutlid) geaterten blättern. 
«. Convaliariaceae. 33lu£>ten bermapl)rotitifcö. 

(312) Convallaria mit Polygonatum. 

(121) Majanthemuin — Smilacina. 

(319) Streptopus. 

ß. Smilacina-- 53lübjen tifoftf^titfyttg. 
(790) Sniilax. 
(798) Ruscus. 

c. Asparaginae. 33on ter vorigen 91btbetlung (Smilaceae) 
nur turd; Die £rad)t unterfdjietene, meifi ©antboten lie* 
beute, frautartige £albffraud)er b\$ 33aume mit vielverjtveig* 
tem blätterreidjen ©tauget, juivetten mit ©tackeln. 
«. Asparaginae genuinae. Ärautaitige £alb|h*aud)er mit 
Fdjmalen blättern, 
(315) Asparägus. 

ß, Dracaenina. baumartige erottfdje ©eivadjfe mit brei* 
teren blättern.] 

B. Difotylctomfcfye ©etvädjfe. 

358, Adoxa. 33ifamraud). 23lül)teu in entflantigen holten, ofme 
©erf blattet-, fünf blumig, mit fel;r • furjen 2Miil)Unfiielen. Steld) 
fjalb eberfiemtig, in ter ©ntblübte jtvei*, in ten feitlicben 23lübten 
trei= bis fünffpaltig. SDtumenfrone ratförmig, vier* bis fünftt;ei= 
(ig, ungefärbt, ©taubfäten tief gehalten, auf jeter @pi£e eine 
balbe 5lntbere tragent, tic mit tem SKücfen fd)iltförmig auf* 
fi|t. 2>rei* bte fünffamige 23eere. (63), 

359, Elatlne. Kännel. Äetd) jivcis bi£ vierteilig ; trotte treu bU vier* 
blättrig. ©taubfatenft-ete einfad) üter topp.lt, tat)er trei, vier, 
fed)s oter ad)t «Staubgefäße, ©riffel trei unt vier, Eapfel treU biä 
fünffäd)erig, vielfamig. ©amen fatenförmig, fiietrunt, jiemlid) 
gerate oter t)ufeifen förmig gebogen, steine ISaffergeiväcbJe, (41). 



164 Enneandr. — Decaiidr. Monogyn. (Ilutac.) 

IX. Ä( äffe. 

ENNEANDRIA. 
$tt>tttef bltt&tctt mit neun freien <a5t<titbfäbcn. 

i. Ottnunj. 

MOXOGYK1A. 

€in ^tttubtueg. 

360. Laurus, 2orbeer. Spevigomum öiei'ttjeitig. ©eittidje Stuften 
neun*, (Jntbliil;ten jtvelffaroig. Sinteren in klappen auffprin« 
gent). (100> 

2. O t 6 n « n 3. 

HEXAGYNIA. 

B t d) 9 ^taubtuege. 

361. Butömus. ©d)tt>anenb turne. SKaffergetvacbfe mit S3lül&>n in 
3)olten. Sperigonium t ronenartig > fed^blättrig, tie fcrei Süßeren 
Stattet Heiner. Staubgefäße ftet)en 51t jiueien »et fcen äußern $Je* 
rigonbiäitern unt> trei innerhalb, ftapfeln fed}$, unten jitfam» 
mentjartgmt», einfadjerig. (116_), 

X. Älafff., 

DECANDRIA. 
%%»iUevh\üf)ten mit gel$n fteteit ^trtubfä&cn. 

f. Ordnung. 

MO\0GYNIA. 
Jtlü einem jitaubnjege. 

A. .ftrene fünf*, fetten tuerbtättrig. 

a. ©traudjer oter ©tauten Cime Stebeublottev ; fcie ©tangclblatter 
mit jevfireuten turctyficl)tigeu fünften. fleld) trei? bte fünf- 
teilig. Äroncnblätter Don gleicher %ai)l, au$ einem Oopogpni* 
fetyen £i»fuö entfpringent. Staubgefäße gen>öl;nlid) toppelt fo 
siel, alt ftroneubUitter. grudjtfcbale toppelt: fcie äußere flei- 
fd)ig öfter leterartig, fcie innern t;ol^ig unt) meift elaßifd}, tarnt 
in jroei klappen augeinanterfpvingent, unt) tie äußere jerrei* 
ßent. tfetm gernhnmt, im @itveiß liegent, taö SKürjeldjen 
»om Stfabel abgeivantt. (37. ^aröiUe: Rutaceae). ß^ei 
Unterfamilien : 

1) Ruteae. 3nnenr;aut ^er köpfet von bet t11ittelfd)id>t ber* 
felben (f>em Srud)tfletfd)e) nid)t ablösbar. 



Decandr. Monogyn. 165 

862, Ruta. Staute. Sttld) öier* bhs fünfteilig, bleibend, Blumen« 
blattet bier bi* fünf. Sin frei 1 uuteweibftden ©d)eite ad)t 9?ef* 
targruben. ^yrucl;tfad)ev <im dkuute »em>ad)fen. ©taubgefafe 
«c&t ot« jeljm. 

2) Diosmeae. ~mnent)aut öet Äapfel elaftifd? loafprincfen&. 

363. Dictamnus. Diptam, $eld) fünfteilig o'Dcr fünfbtättrig, abfat« 
lent. Blumenblätter fünf, ungleid)mäf?ig; Staubgefäße toppelt 
fo siel, mit tem (Griffel nietergebogen. Döarium fünftappig, an 
«neu rurjen ^r'u^ttragev befefiigt. grudjtfädjer ein« bis jtveU 
famig. 

B. kleine ©träudjer, ©tauten oter Ärauter ot)ne Nebenblätter. 
Sfelco: öier- oter fünfteilig oter eben fo biel blättrig. tfrone 
ebenfo geteilt. «Staubgefäße nerf) einmal fo viel, aus ter 
Äronenröbre oter tem grudtffnoten entfpringent. Siefer bier* 
oter fünffad)crig, mit einer eben fo üiet*flügetigen, $tt>ifd)enten 
klügeln ten ©d)eitcu>anten ftngetv-ad)fenen, SDftttelfaule. 5™$* 
eine me$rfa<$erige oter me^rfamige ^apfel oter Beere. 

3641, Monotröpa. Dl;nblatt. ^3ara(itifd;e$ Äraut mit gefärbten 
Schuppen ftatt ter Blätter. Blühten gipfelfräntig, einzeln oter. 
traubig. S?eld) öier = bis fünf'otattrig. Sh'one glod'ig, bier* bi£ 
fünfblättrig, Blätter am ©mute bucfelig oter in furje ©aef* 
ü)m öerlängevt, innttxentig mit ^onißtrüfen, mit tenen tie adjt 
oter jclm ©taubgefafje in 23erbintnng fielen. Narbe trid)terför* 
mig. Äapfel s»ier? bie fünffädjerig. (39). 

365. Ledum. 93orfi. $eld) Kein, fünfjafenig, bleibmt. Streue tief 
fünfteilig. <Btaub^efa^t an ten Nant te£ _geferblen l^pogpni* 
fdjen SHshiS befefiigt. Staubbeutel an ter ©pl£e ftd} öffnen?. 
Äapfel fünffädjertg, trielfamig, öon ter Bafte bis jur ©pi§e in 
fünf klappen auffpringent. (71), . 

366. Piröla. SS int er grün. SMd) fünfteilig, bleibend. Äronenblat* 
ter beinahe frei, eimvartl gewölbt, ©taubfaten runt, meifi jeljn; 
©taubfolben jroeiljörnig, an ter @ptt|e ter Körner ftd) öffnent. 
Narbe fünflappig, Äapfel frei fünffädjerig , tueifi an ten Tanten 
auffpringent. ®rei Untergattungen: Pirola s. str. Traube auf 
nadftem ©dafte. Svefd) fünfteilig. Äronblatter einwärts ge* 
ivölbt. ©taubfaten runt, ©riffel öorfiet)ent. Stapfcl auf tem 
Sauden ter $yäd)?r in fünf ©palten auffpringent, tie auf ter 
£rennung$f(äd)e ftljig (int unt rueter ten ©runt nod) t>en ©ipfel 
tet 5™d>t erleiden. — Bryophthalmum. S^oo Sauge. Blühte 
einjeln auf langem, entftantigen ©tiele. Reld} fünfjaljnig, blei* 
bent. Blumenblätter flad) ausgebreitet, ©taubfaten treifantig. 
Stapfei n>ie bei Pirola, tod) tie Älitpp€ni - ant.er'c|ne;0 : fl3"; ~ Chi- 
raophila. (Bidjtfraut. S)oltentraube entfräutig. Äeld fünf« 



166 Decandr. Monogyn. 

eä'ljnig. ölmnenblattcr einwärts gewölbt. Staubfäben unten breit, 
fcreifantig. ©riffel in tie juriicfgejogene Spi^e tec Äapfcl einge* 
fcnlt. Narbe fcöeibenförmig, fünfftvat;lig. Zapfet wie bei Bry- 
ophthalmam. 

C. ®ewäd)fe mit Nebenblättern. 

i) iSinjaljtü^e j&täuter mit regelmäßiger: Ärone unb untere 

n-eibigen ©taubfaben. Seid; fünfblättrig, in ber 2\no* 

, fpenkge geKlnnbelt. 2\ronenbl«tter auf bem Srucbtboben. 

i£ierftoc£ eineiig, fünf faserig; S'zfyct ein- bis mel)reiig, 

ober mit übereinanbec gefMlten (üuetfebeibewanben uerfe- 

t>en; jenteale ©amenträger; Kidjen ])ort3ontal ober r;an* 

genb. lEine untermeitige get'erbte ©cbeibe ober ffott ber* 

felben gefonberte £>rüfen. Seim gerabe, tt)ür3eld)en Dom 

V7«bel entfernt, ©tängelblättec gegenftenbig, ntd)t punttirt. 

(38 Sam, Zygophylleae). 

36?. Tribiilus. ♦ ♦ . ,♦ . Sveld) öier* bis ftinfblättrtg abfalieub. 

Ärouenblä'tter fünf, auf bem grudjtboben. (Uviffel fet;r tm%. %wei 

J)9pcgtmifd)e ©rufen jivifcfteu fcen äußeren Staubgefäßen unb bem 

grud)tnioten; liefer fünffädjerig. günf nußartige Äarpelle. 

2) ©traueber ober 23äume mit fcbmetterlingsförmiger. 25lume 

unb perigymfcben Staubgefäßen. Samen etroerglos, mit 

gerabem i£mbryo, Blatter abmed;felnb mit nebenblättern. 

(7 S«m. Caesalpineae ex parte). 

368. Cercis. Subaöbaum. $elcö glocfig. Staubgefäße frei, ut\* 

QUid). <£ine einfacJjerige öielfamige -fnilfenfrudjt. 23liibte rofen- 

farbig. 

B. SHumenfrone einblättrig. $eld) imterfMnbig. (_71 %cim> 
Ericeae). 

-369. Rhododendron. SUpenrofe, 5llpenbalfam. Äeld) fünftbeU 
lig. Ärone trid)ter= ober ratförmig. Slntberen an ber Spi||e in 
ein ober jwei fdjiefen Socbein auffpringenb. Zapfet fünffädjertg, 

fdjeibewanbfpaltig*fiinff(apptg. ßwei Untergattungen: Rhodo- 
thauinus. (Srone rabförtnig ; Staubgefäße abfrebent) unb Rhodo- 
dendron (Äelcp gefärbt, ^rone trichterförmig,- Staubgefäße nie* 
bergebogen. 

370. Clmmaedaphne. @n ten weib e. $eld) fünfteilig. Stronenröljre 
eiförmig, mit funfjäbnigem Saume. Stauülolben lang gebörnr, 
obme Sporen. Äapfcl fünfeälmig, fünfllappig, mit mittelllapptgen 
@d)eibew8nben. 

371. Androneda. £oft. ßbeufc, aber Staublotben nal>e an ber un- 
gelernten Spille jid) öfFuenb "unb bafelbft jtveifporuig. 



Decandr. Monog'yn. (Eric.) 167 

372« Arctostaphylos. Barentraube. 3Sif Andromeda (371); 

nur mit fünffteiniger, fünffamiger Beere oter Steinfrucht* 
373. Arbütus. (£rt beer bäum, (5'benfo ; nur mit funffactjeriger 

Beere unt öier* bte fünffamigcn $ad)ern. (71), 

Sm natürlichen Ssjflem muffen tie (Srtceen unt teren nad)jre tw* 
wantte gönnen fo uifanuneugefteHt werten: 

Ericinae. $Tcld) »ter« oter fünfteilig, feiten eben fo Diel blatte« 
rig, meifi frei, trotte in ter Siegel nad) lern RSerwetfeu bleibend, 
tnetfl Dier* bis fünfteilig. Staubgefäße in ter Siegel bereit fo 
viel alö Blumenblätter oter ^ipfet. 5lntl;eren tiefer oter l)6t)tt 
am 3cücfen befejttgt, nad) innen gefeiert, wenigfteng wat)reut Der 
Slü^tejeit, oben meifl getrennt, in kernförmige $yortfä£e Derlän* 
gert, tie ftd) an ter Spi£e runt öffnen, l;äuftg auf tem Sauden 
oter an einem ter beißen Cnifcen mit einem Sporn oter Samm. 
©ierfioef in ter Siegel mit eben fo fiel 5äd)eru fl!6 Äremmjtyfel 
oter tfronenbtatter, einer eben fo öiel flügeligen, jwifdjen ten klü- 
geln ten Sdjeitewauten angewad)fenen üttittelfäute, unbeftimmt 
»ielen (Stern au ten $!ügelforifä£en ter Sattle, einfachem ©viffet 
unt meifi »ter« oter fünftägiger ^arbe. $rud)t in ter Siegel eine 
freie Zapfet oter Beere, (nur bei ten Sßacciuieen ift tie Beere un° 
terftäntig), (kts metyrfädjerig unt meftryauiig. $cim umgefeljrf 
in ter 9tre te$ fteifd)igfit (Siweifks. — Stauten, Sträudjer — 
felbji Saume — mit fd)rauben* oter roirtel-, fetten gegenfiantigeu, 
meifi leterartigen, immergrünen Blättern, SD?et)re fyamitien: 

a, Vaccinieae. Staubfotben fktS gel)örnt, an ter Spi^e ter £ör* 
ner ftd; Öffnent, in ter Änofpe aufrecht» Stfarbe fugetig. Beere 
unterfräntig. Samenfd)a(e anfd)liefjent. $eim .venig frirjer 
ati ta£ ©iweig. 

1. (352) Vaccinium mit ten 9?ebengattungeu 

2. (353 a.) Myrtillus unt 

3. (353 b.) Schollera^Oxycoccus. 

b. Ericeae. Seid) unt 5?rone mel;r oter weniger tief getf;eilt. 
Staubfotben batD gedornt, batt ungelernt, aitx @nte oter fei* 
tener ter gange nad) auffpringent, in ter Änofpe aufredet. 
Sfiarbe öter* oter fünftappig, feiten faß ungeteilt unt triditerig. 
Äapfel oter Beere frets frei. Samenfdjate meifi <mfd)liefjent. 
Seim wenig fürjer aU taö ©irüeifj. 

«♦ Arbateae, gruebj eine Beere. 

4. (373) Arbutns mit ter ^ebengattung 

5. (372) Arctostaphyios. 

ß. Ericaceae. ft-adjfpaltig* oter wanta Orient* auffpringente 
Zapfet. 



168 Decandr. Monogyn. (Eric.) 

«u. Andromedeae. ©Uibtentbette fünfja^Ug« . 
ü. (371) Andromeda mit fcer SRebengattung 

7. (370) Chamaedaphne. 

ßß. Ericeae genuinae. ©lütytentbeUe öierj3f?Ug. 

8. (350a.) Calluna. 

9. (350 b.) Erica, 

10. (351.) Tetralix. 

y. Slhodoraceue. £?avfetttucöt fd)eifcetüant>fpaltig*auffpringenö. 
SIntfoeren ungelernt. 

««. Azaleae. Staubgefäße fünf; 2lnt(;eren fcer ßange nad) 
auffpringenfc ; ©ierfrod 2 unfc> Zapfet jtvei* &te fci-eifad)ertg. 

11. (172) Azalea. 

ßß. Rhododendreae. Staubgefäße jefen; Sinteren mit et* 
ncm 8od)e auffpringenfc ; Gnerfrctf un& ßapfel fünf- 
fac&erig. 

12. (369) Rhododendron mbft Rodothamnus. 

13. (365) Ledum. 

c. Piroleae. SMd) fünfteilig. Sh-oncnblättev beinahe frei, mit 
breitem ©runte, 3ugleid) abfaflcnt!. Steigeren nat)t am übe* 
ven @nfce angeheftet, jto$U;ot;nig, an fccr Spitze ler ^örnerjtd) 
offnem), ot;nc Stnbangfei, in tjcr ^nojpe rüdwarrS übergefdrta* 
gen. Siarbe junfiappig. itapfel. frei, Samenfd)ale tveiter 
als t>er Sern, itcim weit für^er alä las föhveiß. 

14. (3tS6) PitroJa mit teil Untergattungen Bryophthaliaum unt> Chi- 
mophila, 

d. Monotropeae. tyarafttifd)c bleiche Kräuter mit @d)uppen ftatt 
In 33Iatter. Traube enttfäntig. $eld) ^veU bis funfblat* 
terig. ^ronenblärter öoßfommen frei, öier bis fünf, robrenför* 
migsjufammenfd)Heßent, oben offen, am ©runfce facffermig* 
eingetrücft. Staubgefäße ad)t bis jebn, mit eben fo biet war* 
jcnfÖrmigcn prüfen, öon tencn je jtuei in Vertiefungen fcec 
SMumenblä'tter eintrinjen. Slntberen fd)einbac einfad)crig, 
quer auffpringent. ^rud)tfnoten öier = oter fünffad)erig; t>ie 
Sdicifceivante öcrbunten mit einer ad)t* bis jefanftügcfigen 
*D?itte(fau(e, woran »iele (frier filmen. 9?arbe trid)terförmig, auf 
einfad)em ©riffer. Äapfel üoötommen öiec* bis fünffacßerig, 
bis jnr £>älfte in sier bis fünf Etappen auf fcet üftitte fcer ga* 
di er auffprtngenfc. Samenfdjalc weiter als In #ern. 

15. ('-]Qi) Monotropa.] 

[£u tevfelben Ümtäifdjen Ottnung fommen nod): 
(352) Vaccinium. 
(362) Rufa, 



Decandr. Monogyn. — Diß}/®< OSaxifr.) M>9 

(375) Chrysosplenium. 
(567) Krodiuns 
(566) Geraniuin. 

S, Orinun g. 

Ü1GYN1A. 

A £)|)ne Sfuntenfrottf. 

374. Scleranthus. An auf 1. 3?elcb fünfjabnig biö fiinffpaltig. (flüf* 
eben tyautig, »on t>em öerbarteten Äeld)e umge'ton. (103). 

[#lerb>r nodj: 

(375) Chrysosplenium.] 

B. WHt Sßluuienfrone. 

.4. 23lübten oberflanfcig. — $e(d) vier bis fünffpattig oter t$ei* 
lig, bleibend, angetnad/fen ofcer frei, im Slü&tenfnopfe gefdjtn* 
lelt. 23lumenblätter v>ier bi$ fünf, fcetri Äeld)e aufgefegt, mit 
fceffen 3'Pf** n alttrnirent. Staubgefäße lern belebe angefügt 
05er i;9pogt)nifd). Ober- cfcer untem>eibige ©cbeibe juroeilen 
fct;lenfc. Gfierftocf ein» bis stveifädjerig, aus jivei, am 9?anfce 
frucbttragenfcen, ^yvuc^tbtattevn befreljeufc; gädjer »ieleiig; @a* 
menträger ivanißanüig im ein*, jentval im jfteifädjertgen grudjt* 
fnoten. ©riffel jivei, bleibend, mit fdjief angercaebfenen 9?ar* 
ben. Oft jiveilappige Äapfelfrudjt, jttifeben lern ©riffd mit 
einem 2od>e cter mit einer ©palte öom (Sruntc bis jur @pi|e 
auffpringenfc. (Smbrpo in 5er 2lrc leä ©hveifüe^, mit Dem 
SSütjelcben jum 9?abel gewannt.- — (52 §am. Saxifrageae). 

375. Chrysosplenium. SRüifraut, Sleld) öierfpaltig, Ijalboberfian« 
fcig, flad); 5?rone meifi (ifjlevto* «Staubgefäße fcem bjjpogpnifcben 
%>Utuä aufgefegt, aebt ofcer jebn, je jrcei am ®runt>e bäufi'g ju» 
famincngewadjfen. Cnnfäd)erige, »ielfamige Zapfet mit jtvei für* 
Jen (8d)näbcln. 

376. Saxifräga. ©teinbred). Steld) fünffpaltig ofcer fünfteilig, 
bleibend, $rone fünf blättrig. Äapfel lern $eld)e mefjr ofcer tue« 
niger angetvadjfen, turdj tie bleibenden ©riffel jtveifd}nabelig, ml* 
fd)eu fcen ©dmabeln auffpringenfc, jroeifacöerig unt> öielfamig. 

377. Zahlenbrucknera. ..... 93lumenfrone wie fcer $elcb ge* 

färbt unS tiefem febr abntid) , juweilen fet)lenfc. ©onfi tvie »orige 
Gattung, 

b. ftelcb unterftänfcig, fünfj<u)nig. ^ronenblätter fünf- (24 gam. 
Silenearum pars). 

378. Gypsophtla. ©i)pö£raut. £eld) am Qkunfce ebne ©d)uppen. 
^ronenblatter »etfebvt^tfü-nnig , geferbt, fajl obne 9tagel. Zapfet 



170 Decandr. Digyn, Trigyn. (Caryophyll.) 

fugelförmig, einfädjerig, an fcer Spi£e üierffappig, öielfatnig. Same 
nierenförmigsfugelig» 

379. Tunica &eid) am ©runfce fcurd) Sdjuppen un* 

terfrüfjt. Äronenblatter nadf> t>er Safte ju fiel) altmälig berfdjma» 
leint). Zapfet einfacfyerig , an fcer Spille »ierflappig. Same wie 
bei fcer folgenden ©attung. 

380. Dianthus. Keife. 9&<b AWl (Samte fcurd) Sdmppen unter* 
frü§t. 5?ronenblatter plößlid) in einen lineatifdjen üftagtl jugejo* 
gen. Äapfet waljig, etnfd'd)erig an fcer Spilje öierflappig. Same 
fdnlfcförmig, auf fcer einen Seite ergaben, auf fcer anfcern »er* 
tieft unfc mit einem l;eröorragenfcen Stiele t>erfel;en. 

381. Saponaria. (Seife nfraut. Reld) röhrenförmig, am ©runfce 
elme Scfcuppeu. Äronenblätter am Sd)lunfce in einen linealen, 
langen 9?agel jugejogen. Äapfel emfad)erig, an fcer Spi§e vier* 
flappig. Same fugeligs nierenförmig. 

[3u tiefer Drfcnung gehört nod): 
(389) Moehringia.] 

3. Ordnung. 

TRIGYNIA. 

Prei JS't au broejje. 

A. ÄeI4> einblättrig, fünftägig; $ronblättcr fünf, metfi jwet* 
fpafttg c&er jnmtljeiltg, mit langem 9?agel. ©ante ttteren* 
förmig. (Silenearuin pars). 

382. Cucubälus. £ül; nerbiß. ^elcl) röhrenförmig, weit. Srocfene 
23eere einfädjerig, fugelrunfc. Samen nierenförmig. (24). 

383. Silene. Saubenfropf, SRarienröSdjen, ßeimfraut. $ap* 
fei am ©runfce fcreifädjerig, an fcer Spi$e fed^ftappig,- (24). 

B. Sttld) fünf => (feiten tuerOMättrtg ober tief fünf* (üt'crO 
tfyeUig. (27 $am. Alsinearum pars.) 

1) Äapfel mit \'o t>iel2tfappen als (Briffel (älfo toetftappia). 

384. Cherleria. . . . • . Stronenblätter gan$ ofcer feljlenfc. gwei 
länglid)4inealifdje Brufen am ©runfce fcer andern Staubfäfcen &> 
fefitgt. STapfel fcreiflappig. 

385. Alsine ^ronenblater ganj ofcer fdjwad) auSgeran* 

fcet. Staubgefäße oft weniger als jeljn; fcie äußeren am ©runfce 
fcurd) jwei fleine ©rufen unterftü$t. ^ayfel fcreiflappig. Saute 
nierenförmig, ungeflügelt, ofene üKantel. 

386. Lepigönum. Seefparf. Blumenblätter gan^. SDie beifcen an* 
ßem Staubgefäße mit jtvet fteinen ©rufen am ©runfce. Äapfel 
fcreiflappig. Same treiedftg ofcer »erfel;rt-eiruntlic§, geflügelt unt) 
ungeflügelt. Stangetblättev am ©runfce frei, mit Sflebenblätterm 



Decaudr. Trigyn. (Caryophyll.) 171 

387. Facchinia. Bckb. (Alsine Janceolata). (Sbenfo, 

nur ter Same niercnförmig , mit einer breite t>on fpreuälmlieften 
paaren be\e%t. 
3S8. Halianthus^Honkenya. S tränt trau t. ©benfo, aber Saute 
eiförmig, auf einer Seite buefefig f'onöer, auf ter eutgegengcfeljteu 
Seite mit einer ßängögrube. 

2) Äpfeln mit boppelt \o viel Etappen al» (Büffel ooul)aii* 
£>en ftne». 

390. Moehringia. ..... tf ronenblätter ganj oter ftfwacb aut* 

gerantet, tveifj. 3 lve ' °^ cl ' tl ' ei ©riffef« Äapfel vier* oter fedjö* 
Happig, Saine mit einem weif tieften 5lnt;angfel am 9?abel, ganj 
glatt, glä'njent. 

391. Arenaria. Santfraut. Zapfet an ter Spi£e fedjöflappig, -Sa= 
me cl)m Slnfjangfel, nierenformig. Uebrigeuö tvie (389) Moeh- 
ringia. 33(ül)ten weiß, 

392. Holosteum. Spurre. $ronenb(ätter an ter Spi£e trei^atmig, 
meifl tveiß. Staubgefäße trei biö fünf. ®ie einfadjrige Äapfel 
an £« Spt£e mit fed)$ gä'ftnen auffpringent. Same fd)iltför* 
mig, au\ ter tfft)i»$ mei;r erhabenen Seite auögefurd)t, auf ter 
fonfasen Seife xilit einem t)eis?onagenten $iele, 

393. Stellaria. 23ogelfraut, Sog etmeier, £ül)nert arm, Wivt, 
Stemfraut. Äionenbtatter $iveitl;ei(ig faii swcifpaltig, tveiß. 
Zapfet feeft^f lappig, einfäd)erig, öiclfamig. Staubgefäße jiuwttett 
fünf. (Alsine media). 

S)en gr'öften %f)ät ter Decandria bittet tie ©ruppe ter ^ar^op^t« 
laceen, lvelefte fotgenteu (Stjarafter fyalx S?e(d) öicr* biö fünfblätterig oter 
eben fo öiel tt;eitig, unt tann völjrig, im 23tüt;tenfnopfe gefdjintett ; fünf 
genagette Blumenblätter. Staubgefäße auf einer t;i)pcgt;nifd)en Sdjeibe. 
Gnerftocf ein* biö fünffädjerig, meifl üietetig. Samenträger batt jentraf, 
balt roinfelfläntig. ©rtffet jtuei biö fünf, jeter mit einer pfriemförmi« 
gen 9?arbe. grud)t meift eine Zapfet, rceidje entivetcr an i£;rem 
©riffel mittelfl Heiner ^afyiu, tie ftd) üon einanter entfernen, coer tureft 
»ottfläntige Etappen ftd) offnen. 3?eim jurücfgef'rüuamt oter gleidjfam 
um taö mehlige ©iiveiß gerollt. Kräuter" mit oft fnotigetn, geglieter* 
ten Stanget, geg^enfiantigen oter aud) rcirtelftäntigeu, einfadjen, meifl 
nebenblattlefcn Blättern unt jreitterigen, gipfel* oter blatttt-infelfläntis 
gen Blüljten. — Ttan unterfdjeitet jtr-ei ^amitieu, tie Sileneen unt 
tie Sllfmeen. 

2)ie Sileneen l;aben ein£n einblätterigen, röl;rigen Sveld) unt lang 
genagelte Blumenblätter, Sie verfallen in tie S)iantl)een unt tie S)r|)s 
peen; jene l;aben üielfamige $rüd)te, tiefe eine einfamige umfeljnitten<r 
^apfelfrucftt unt nur fünf Staubgefäße. SDie SUftneen Ijaben perig^ni- 
fetje Blühten unt einen met)rbtätnigen, ausgebreiteten Äeldj. Sm na« 



178 Decandr. Trigyn. (Caryophyll.) 

türUc^en <89Jhme tuürttn t>ie fceutfctyen ftaxwpfyttacitn fotgenfcermafüen 
geordnet rcerfcen: 

I. Sileneae. 

A. Diantheae. 

1) Sünfweibig. 

(399) Lychnis mit ten Untergattungen Agrostemma, Coronaria, 
Lychnis, Melandryum unfc Viscaria, 

2) Scchneibig ; 
(392) Cucubalns. 
(.383) Silene. 

3) 3wnvt>eibig : 

(378) Gypsophila. 

(379) Tunica. 

(380) Dianthus mit folgenden Untergattungen: a. Kohlrauschia» ftelcb 
j. %i). ofcne $ecf blattet- ; Blumenblätter ganjranfcig, rb'{l)li#. 
<2amc meifi gla?t. — b. Armeriastrum. Blühten fopft'g oter 
gekauft ; Äeldj mit ®ecf blättern ; Blumenblätter gejä&nt, pTeifdj* 
farbig cfcer purpurrote. — c. Caryophyllum. Blüpten ein« 
jeln ofcer rifpig; 5?el<$ mit $)e<f blättern ; Blumenblätter nie 
öoltfommen ganjranfcig, oft tief fingerförmig* bU ftefcerfpaltig 
eingefdmttten. 

(397) Saponaria. 

B. Drypeae. 
(294) Drypis. 

II. Alsineae. 

1) 3cl)nmannta, fiinfveeibig. 

(398) Cerastium mit fcen Untergattungen : Orthodon (Zapfet an fcev 
©pilje mebr ofcer weniger aufrcärt$ gebogen, mit geraten, an 
tien Kantern etivaS jurüct'gerollten %'ätynen) unt> Strephodon 
(Zapfet gerate, mit freifelförmig juriicfgerotlten 3<u)nen). 

(396) Lepigonum. 

(397) Malachium, unt> fca$ <©ubgenu$: 
Spergella tgl. Sagina. 

2) ÜDcehüelbtg. 

a) 5-ünf bU je^n «Staubgefäßen. 
c) ^apfel fcreiflappig. 
(388) Halianthus = Honkenya. 

(384) Cherleria. 

(385) Alsine. 
(387) Facchinia. 



Decandr. Trigyn.— Tetragyn. (Caryophyll.) 173 

ß. tfapfel fcc^öftapptg. 
2)ie Untergattung Sabuline (f. unter b. 3. 390) ; fern« : 

(391) Arenaria. 

(393) Stellaria nebfl fcen Untergattungen : Dichodon (ftapfel an ter 
©pi£e mit 3^;"fu auffpringent) ; Sföittclfäufe lang); Hylebia 
(cbenfo, nur iie 3?apfel ivenigflens bis flur 3D?itte auffprin- 
gent:); Stellaria (^apfel minteftenö t>iö jur Witte auffprln* 
gent, am ©runte runtlicb; oter weniger »crtünnt; @auldjen 
febr furj); Larbrea (Äapfet minteflen$ bte jur ÜÄitte fecr)$« 
flappig auffpringent, am ©runte »ertüunt; S?eid)grunfc furj 
trichterförmig). 

b) ®rei &U5 fünf Staubgefäße. 

(392) Holosteum. 

3) 3^^i= bis metrctlbig, 
.(394) Moenchia. 
(395) Sagina. Untergattungen: Saginella (Sölü^ten unt ftrucßt* 

tbcile yterjablig) unt» Spergella (Stuften* unt 5rud)ttbeüe 

fünfjäßag). 
(390) Moehringia. Untergatt. Moehringia. (3?lüf)tcn !>teru)eüig) 

unb Sabulina ( $3lüf;tenr;üfle fünftägig). 
(113) Buffonia. 

4. Ordnung. 

TETRAGYXIA. 
HS ier ^"taubm^jje. 

394. Moencbia Stetd) öier« (bis fünfteilig, ©lu« 

menblatter üier (aud) fünf), ganj oter fcbtvact) au$gefd)nitten, 
reeiß. Staubgefäße öier, acbt oter jebn. ©ierfiocf vieleiig. ©riffel 
öier (and) fünf). Zapfet ac^t* (tön jebn^lappig. — 5lrten: 
Moenchia erecta auct.=M. quaternella Ehrh. == Sagina erecta 
Li unt> M. mantica Barth — Cerastium manticum £in. = Mala- 
ehiurn Rchb. (27). 
[tlufüertcm nocb: 
(395) Sagina. 
(358) Adoxa. 



*'-*• Deeandr. Pentagyn. (Caryophyll.) 

5. r b n u n g. 

PESTAGYWA. 

Jiüni oStauhvatQs. 

A. £>»arium ct'nfad), etnfäcrjertg. Mdd) tief getf)ctlt ober mefjr* 
blättrig. Grmbrpo perjpt)ettfci) , 2Bür$eld)en tum Nabel 
geraanbt. (27 $ain. Alsinearum pars.) 

395. Sagina. SSa ff er perle. Steld) vier* ober fünfteilig; Streuen* 
Matter vier ober fünf, ganj. Staubgefäße vier, fünf ober jetyn. 
©ierfrotf öteleiig. ©riffel fünf, and) vier. Stapf el fünf* ober vier« 
flappig. Samen nierenförmig, ungezügelt. (®ie vierteilige 
3lrten bilben la$ subgenus Saginella, bte fünfteiligen ein an« 
bereS, Spergella. 

396. Spergula. 6 per f. Steld) fünfbldtteiig; Blumenblätter fünf, ganj, 
weiß. Staubgefäße fünf ober jel;n. Ovarium vieleiig. Stapfei 
fünff lappig. Samen freilrünb, von einem geflügelten SKanoe um« 
geben, ©tängelblätter am ©runbc frei, mit Nebenblättern. 

397. Malachiura. 23eid)fraut. Steld) fünfbiättrig; Blumenblätter 
fünf, jiveifpaltig. Ovarium vieleiig. Stapfet fünfffappig, mit obeu 
jtt?eiäat;nigen Stlappen. (Sjiexijtv nur Malachium aquaticum). 

398. Cerastium. ipornfraut. Steld) fünf* (feiten vier*) blätterig. 
Blumenblätter fünf (feiten vier), jroeifpaltig ober au^geranbet, 
treif?» Staubgefäße jet)n, aufteilen ad)t ober fünf, ©riffel fünf, 
aber and) vier unt> Drei. Ovarium vieleiig. Stapfei anberSpi^e 
(in doppelt fo viel 3ai)ne auffpringenb, als" ©riffel Da ftnb, lafyev 
meijt) jefynflapptg. 

B. Ottarium einfach, etnfädjerfa. ober fjalbfünff ad) ertg. Map* 
fü an ber 6ptge mit fünf ober jefjn 3äf)nen auffprin* 
genb. St eich funfjafjm'g mib ofyne Schuppen. SSlumen* 
blätter genagelt. Farben auf ber tnnern ©ette mit ^)a> 
ptllen befegt. (ürmbrno ioie bei ben »origen peripfyerifcf}, 
ba$ $BürjeIcf;en S uul Wabd geroanbt. (Silenearum pars). 

399. Lychnis. 8id)tnclfe. 'ftityxt f«&* d;arafterißifd)e Untergattun* 
gen: 1. Agrostemtna. S^abe, mit leberartigem Stetd)e, langer aU 
bie Strone, ungeteilte Stronenblattern ol)ne Strengen, überall be* 
haarten Narben unb einfadjeriger, mit fünf 3äeten auffpringenber 
Stapfei. 2. Coronaria mit unbehaarten Narben, ungeteilten, mit 
einem hornigen Ströndjcn verfeene Blumenblättern, unb einfa» 
djeriger, an ber Spi£e fünfaäeüger Stapfei. 3. Lychnis ebenfo, 
aber oe*e .ftrönd)en an Im tief vierfpattigen Blumenblättern. 4. 
Melandrium. Stufuf^nelfe, wie Lychnis, aber mit jebnjätmii 
ger Äapfel un^ ftalbatvc jfpattigen, gefönten Blumenblättern. 5, Vi- 



Decandr. Pentagyn. — Decagyn. 175 

scaria, iJ3 cc^ nett ?, mit unten für.jfddjeriger oben ftinfj&&nigct 
Zapfet, 

C. £)öarium einfad), fünffacher ig, oieleiig, Staubgefäße am 
©runbe furj monabelpt)tfd>. «Same in eine fleifcfnge 
fyaut eingefdjloffeu, bie bei bcr ditife üon oben nad) unten 
aufreißt unb bcn ©amen elafrifd) fortfcfyleubert. Mtim 
gerabe, ba€ ülöürjelcfyen ttom üßabef abgestaubt. (31 gam, 
OxalideaeJ. 

4U0. Oxälis. «Sauerflee. iMcty fünfbltXttvig blcibcnb; Ärene fünf* 
blättrig, genagelt, $apfcl langlid), fünftantig, fünffadjerig. 

D. Oöarten fo »fei aU Mvonenbtättet ober Äeldjlappen (fünf) 

öieleüg. < &tauha,tfä$e unb 23(umenbla' trer auf bem $efd)e 
Itehenb. dmbxtyo gerabe, SBürjelc^eu bem 3?abel juge* 
U\)xt. ©aftpflanjen ol)ne Nebenblätter. (Crassulaceae 
partim). 

401. Seduin. Mauerpfeffer, SMd) fünfteilig; 23lumenblc/rter fünf. 
Dttarium fünf am ©runbe öeuvad)fen , am ©runbe, t>urd) fünf 
r;9pogt)mfd)e @d)uppcn unterfiü£t. (3). 

402. Umbillcus 5?eld) fünfteilig ; $ m9 tferblättrig, 

glocfig, fünffpaltig, mit aufrechten Bi^ln. ©taubfaben auf ber 
Slumenh-one. günf l^pog^ifdH ©dmppen. ^arpelle fünf» 
(3). 

[Sn biefe Drbnung gehört uo<$; 
(394) Moenchi»,] 

6. Ordnung. 

DECAGYNIA. 

«3el)n ^taubroefle. 

403. Phytolacca. ©d&arlacty* ober Äerm eSbecve. ^ünfblattri» 
gev Spevtgon. Oberjlanbigc 33eere. (106). 



170 llodecandr. Monogyn. — Trigyn. 

XI. Älaffe. 

DÜDECANDR1A. 

3tt>ittct&Itt^ten mit elf bi* ungefaßt ntmntfyn freien 

sStaubgefrt#ett. 

i. Ö r t n u n g. 

MOWteYNlA. 

<£ i n & t « u b tu c g. 

404. Asärum. 4>afetn>ur3. £reifpaftige$ obttftönMg«* SPerigoniuut, 
gtocfig, teterartig, bleiben*, ©taubfa&en Äf. Jtfarbe fed)$tap» 
piß. STapfel Ictcrarttg , fed)$fäd)crig, unregelmäßig ftd& cffnenfc. 
(90). 

405. Portuläca. $ o r t u l a f . $ettpflan$e mit jweifpoltigem Sf etdjc unfc 
Pier* bis fe<$$blättriger ^rone auf lern $tld)e. Staubgefäße ad)t 
btö fünjet;n. Laiben fef)r »tele. Zapfet umfcfcnitten cfcer fciei* 
flappig. Same eitr-eiftyattig; (Embryo petipljerifd}. ftetne fflc 
benblatter. (86). 

406. Lythrum. SS ei Send), ftetcfc röt;rig, meijl jtvclf* (aber aud) 
bi* ad)t<)jäl;ntg. Äronenblattcr fed)i, auf tein ffelcörante. Stap* 
fei jweif aderig, jtveiHappig, öielfamtg; ©amentrager jentrat ; ©a« 
nie eiiwtplo*. Äeim gerade, ©tangelblatter ncbenMattloS. (20). 

2. Ordnung. 

DIGYNIA. 

,3ttiei gtaubraege. 

407. Ag-rimonia. Odermennig. Äeld) freifelfcrmig, mit jaljlreicfcen 
^afenförmigeu, rceid)en (bei fcer Srucfct wrgrogerten unfc erwarte* 
ten) 2)örnd)en unter Sern fünffpaltigem @aum. Staubgefäße 
jtvclf bU fünfje&n. Küjjc&en j»ei. (4). 

408. Aremonia. ..... (Sbenfo, nur unter fcem $eld)fauine fünf 

3ät;nd)en, tvelcfce bei fcer SKeife in lange, gerate dornen öerrcan« 
Seit finfc. (4). 

3. O r t> n u n g. 

TRIGYNIA. 

JUrt ^tttühroeßf. 

409. Resedn. SS au. ffroneublatter unregelmäßig, mit Wuppenför* 

migetn Waget, Staubgefäße über jwölf. ffapfel ^autig , bed&er- 
[ förmig, fcrei* bi«S fetfefantig, oben effen, einfa^erig; €a»nentragc* 



Dodecandr. Dodecag^n. — Icos. Monog. 177 

nmntilanfctg. Keim gefrümmt; (Sifoeifj fafi fel;lenl>; SSüraeldjcn 
nalje Um 3?abel liegent). - ^tänßelblättci- rurcOfeipauti^, ßjvci 
Untergattungen: Itesedastrum (Kelchblätter fcdjg, eben fo »iel 
Blumenblätter; trei Farben) unt> Luteöla ( Blü f)tentl}eile bier* 
htyfyß (5). 

4. Ortnit n g. » 
DODECAGYMA. 

410. Sempervivum. f> au Staub oter ^auilauc^. ftettpflanje mit 
fect)$ bte jtfanjig Kelcfoipfeln unt> Kronenblättern, ®iefe frei cfcev 
unter fid) unt> mit Im Staubgefäßen an fcer auperfien Bajtö ju* 
3.ufamment;angent). -£>©nigfcrüfen auSgeranfcet. 

[§)er Klaffe gel/ort nod) am 
(360) Laurus.] 

XU. klaffe. 

1C0SANDRIA. 

&evutapf)tvbitii$)e SMüUtm mit jit»att|tg ttnb mt|$ 
Staubfäden, ivtf$e auf dem St'elcfc beftftiqt ftufc. 

1. O r t> n u n g. 

AfOIVOGFiVJA 

€tn JStanbnug. ' 

A. 23Iüf)tfn üoflfommen, oberjlänbt'g. 
vi. Stamm faftig, mit @tad)eln. Keld) tem grud)tfnoten ange* 
u>ad)fen , in S3IaUd?en ftd) enfcigenfc. Blumenblätter in jrcei 
oter »ielen Sfleiljen. Staubfaden in Dielen 3ieil;en. Sftarbc 
bielfpaltig. Beere einfäd;erig. &ame mit (Shvtiß. (iS^am. 
Cacteae). 

411. Cactus (Subgenus Opuntia). $ad clfc ijlel. ©lieber Wiä 6tam= 
uieö flad} iufammengetrücft. Beere ^öcferig. 9?arben »tele, auf; 
recbt. 

b. ©tamtn f>ol}ig mit Blattern. Stelty bier* bis ftebeutljeilig; 

Kronenblätter eben fo biel. ^rudji; eine mef)rfädjerige Beere 

ofcer Kapfei. ©awe meifl olme (Siweifi. (Myrteae Juss.) 

1) (Bttffel tnevfpalttg (mit mehren Hartren). — Kcldjröbre 

freifetförmig, fcem Ooarium anfangend, mit bicr* bis iel;ns 

tbeiügem, bleibenden Qmmt. Blumenblatter fo »iel al<5* 

Keld)jipfel, mit tiefen abwed;felnt> f im Blübtcnfnopf« ju 

12 



178 leosandr. Monogyn. 

fammengeroflt. Staubgefäße mit ten tfronblättern Dem 
Äeldjfd)(unt>e aufgefegt. Zapfet lfm £cld)e juc Hälfte an- 
geroadjfcn, vier* bi$ jelmfädjerig, vielfamig. ©amenpfriem* 
lidj, in ten neutralen SBinfeln ter Syädjer am roinfelfianfcü 
gen ©amenträger gekauft; mit einem lodern, l;äutigcn ©a* 
tnenmantel unt) fleißigem ©üveifje. 5?eim mit tem 2Sür= 
jeldjen vom !ftabel abgeroantt. ©tängelblätter gegenßäntig, 
ol;ne ©vüfenpunfte, nebenblattlo$ unt) ot;ne Kantaten 
(47 §am. PhiJadelpheae). 
41$. Philadelphia. SJ3feif enflvau d). ileld)fanm ttier* bi$ fünftbei* 

lig. 5?ronblatter vier bi* fünf, roeiß. Aap fei vier* bi-J fünfllap- 

pig, »ievs bis fünffädjerig. 

2) (Briffel einer, mit etnfad;er VTatbe. — tfelcbrb'bre Dem 
Dvariunt anbangent, mit ineift fünf; (auefc vier; bis fec&S«) 
rl;etligem ©aumc. Blumenblätter fo viel als STeldjsipfel 
unt) mit tiefen altevnirent ; rvie tie ©taubgefäfje lern Jtelcö- 
fc&lunfce aufgefegt, Staubgefäße fcoppelt fo viel als $?ro* 
nenblattcr bis 8; Präger balt» frei, balt) am ©runte viel* 
brüterig, im -Blüfjtentnopfe gefrümint; Staubbeutel eifer* 
mig, mit toppelter 9?i(3e aiiffpringent. ©ierftoef vielfache* 
rig, mit centralen ©amentragern. £y l 'ud)t eine jivet* oter 
treifacberige , troefene Beere, ©ame ehveißloS; ^eim ge= 
rate, mit nid)t ^ufammengerollten ^eimlappen; 3Bürjeld;en 
jum 9?abel gefehrt. ©tängelblätter nebenblattlos, ganjran* 
tig, mit vielen trüfigen fünften. (46 g^aut, Myrteae). 

413. Myrtus. SKprte. Äronenblätter fünf, S?cld)$ipfel im Blühten* 
fnopfe siegeltadjförmig. Beere vom $eld)faume gefrönt. 

3) ©riffel mit einfädle H^rbe. 23eete i>om Selchfaume g,t* 
t'rönt, rinbig bwä) eine l)ort3ontak ©d>eic , e , .fani> in 3rr>ei 
Kammern geseilt, von benen tue obere ^iinf* bis neunfa= 
cberiq, bit untere Heiner, breifäcbrig ift. Samen in eine 
fafticjfbceiicie Sertt eiuaefd)loffen , ol)ne l£in>ei#. Beleb« 
jipfcl im 25lül)tenFnopfe Happig. (44 Sani. Granateae). 

414. Punica. ©ranate. Blumenblätter fünf, Idjarladirotb. 

B, Blühen ttoflfommen, nnterfränfetg. $dd) fünfaäfymg, frei, 
abfätttg, tunruetibig mit faß fleifdjfgen, ntftarfüljxenbm 
*piätfcr)en. ©ierftoef frei, rmfärfierig, jtücieü'g. Sftarbe ein* 
fact). ©teinfrudjt metfl emfamig. Qfmbrwo gerate, eimeif^ 
loö. SBäuuie ober ©rräudjer. (23 $am. Amygdaleae). ') 



») 'Sie liier aufarfüt>rten vier Genera, ober niinbcftenS bod) bie brrt 
legten (416 — 8.), finb nur fiinftlia)e ©ruppen, unb bilben eine ein« 

itge iicfiiriidje Gattung. 



Icosandr. Monog. — Di -Pentag. t?9 

415. Amygdalus. 33? anbei, ©teiufrudjt faftfotf. <2d)a(e bei bet 
SKeife unregelmäßig auffprtngenb. 

416. PersTca. spfi.rfidj. Steinfrucht faftig, nid)t auffpringenb. Schale 
unregelmajjig«furd)ig tinD eingejrod)en=löd)erig. 

417. Prunus (incl. Ceraso). Pflaume, $irfd)e. (Sbenfo, aber 
mit glatter, nid)t Icc^fiiijci- @teinfd;ale, 23lül;ten einzeln, par* 
tveife ober bolbig, iveifj. 9Jiel;re Untergattungen: a. Armeniäea. 
©teinfrudjt fammetartig. §3lürjten einzeln ober parig, feitlid), vor 
ben Startern au$ eigenen Änofpen jtd} entnncfelnb. Sungere 
33fatter jufammcngeroUt. — b. Pranus. Steinfrucht faljt, blau» 
tid) ober tveifUid) bereift. 23lül;teii.. unb jüngere Stängelblätter lüle 
vorige. — c. Ceräsus. Steinfrucht idi)l, ofjne 9?eif. 33tul;ten 
au6 ber Änofpe ju gtveien , ober bolbig, unb mit ben Stangel* 
blättern jugleid) ober tvenig früher fid) euttvidelnt. jüngere 23lät» 
ter'geboppclt. 

418. Padus. Sraubenfirfcft e. föbenfe, aber Stcinfdjäle runzlig* 
gefurd)t, unb S3lüt)ten in Sraubcn ober Sd)irmtrauben, nacktem 
bie Stängrlblätter fiel; fdjen entfaltet l;abcn, ftd) enttvicfelnb. 

2. r b n u n g. 

DI r PEST AGYSI A. 

Jklit $mi bis fünf «irtatibtöegen. 

A. SlüijtcH »oflfouimen, obfrjränbig. JMcr) ffetfdjtg werbenb, 
mit ben 3tt>et btö fünf grucrjtblättern üern?ad)fen imb tiefe 
unter (id) ücrbiubenb. Saute nufrecfjt. (45 $am. Poma- 
ceae). 

419. Crataegus. äße iß bor n- Steinfrucht eins biö fünffieinig, Ott bei' 
Spi£e mit einer »erengten- Sdjeibe. Steinferne im ftrudjtfleifdj* 
eingebettet. Qtadjtin^e Straudjer. 

420. MespTlus. 2>iifpel. Stcinfrudjt fünffteinig, birnaitig, an ber 
Spi£e mit einer erweiterten, vertieften <2d)ctt>e. Steinfern tiem 
$rud)tfleifd)e eingebettet. 

421. Cotoneaster. %we rgmifp el. Steinfrucht breU bie fünffl.inig. 
Steinferne tem fleifctjigen icelcfce angetvadjfen, an tev Spi$e naft 
unb frei, unter ftd; jufammenljangenb, aber nidrt in la$ $vud)U 
ftcifd) eingebettet. 

422. Pirus. 33irne, Slpfet. SJpfelfrudjt iwtu bte fünffadjeiig, gäd)er 
mit einer pergainentartigcn £aut auiJgef leibet, 5iuet= (burd) %fyU 
(djlagen eiv&) famig. gtuei Untergattungen: Pirus p. s. d. (©riffel 
frei; grudjt fajr runb ober mefyr fegelförmig, am@runbe nidjt ge» 
nabelt. 33lumen weiß) unb Malus (©rijfel am ©runbe mit ein» 
anber berroad)fen; ^rud)t an ber <§infü'gung$fiefle be$ grud)tfHe* 
le$ genabelt.) 

12* 



180 lcosandr. Di-Pentag*. — Polyg. 

423. Cydonia. Duitte. ©anj ebenfo; nur tie gäilw »idfamfg. 

424. Aronia. "Reifen birne. Oöarium fnnfactjtvig, #äd)er tuveb eine 
unöollfommene ©djeibcivanb jtveifpaltig, jivcieiig. 23eere (turd) 
^Ifdjlagen) bret* bU fünffamig. 

425. Sorbus. ©berefebe. (Sbenfo, nur tie Radier oI;ne @cbeite»vanb. 
23cere (burd) geblfcblag) eins bie fünffamig* 

B. S3füt)ten »ollfornmen, unterflänbig. Äe(d) nidjt fletfobtg 
roerbenb. ©ine ober mebre einfaeberige, jroei* bte fecrj3> 
famtge ^ajofeln. @ame l)nngenb. (Spiraeaceae). 

426. Spiraea. ©eifjbart. field) fünfteilig, Untergattungen t Cha- 
raaedryon (6lüi)ten tjermapl;:obitifdj; feine Nebenblätter), Arun- 

■ cus (ßtütfttn |3ot9gam.ifc»)sbii5jifd).; feine Nebenblätter) unbUlma- 
ria (93lüt)ten f)crmap£rebitifd) ; ©tangelblätter mit Nebenblätter«, 
tiefe bem 53(attfHcle angetvad)fen). (4). 

3. €> r b n ti n g. 

POLYGYMA. 

dMehjr aU fünf jetanbiuegf , btefe feitltd). t^iele nidjt auffjmmjcnbe 
etnfamtge ^rüdjtdjen. 

(4. ^yainifie : Rosaceae). 

A. Nitren jafylveid), beinbart, lofe mit SBorflen befefct, in ber 
vergrößerten unb gefärbten, beercnäbnlicben frugförmtgen 
$eld)rö!)re eingefcrjloJTen. $eld) fünffpaltig, 3«Pf^f nur 
in einem Äreife fkfyeiib, in bem 23lübtenfnopfe gefcfjinbeft. 
(Roseae). 

427. Rosa. Nofe. 

B. Äarpefle jroei ober febr öicle, mißeben* ober (teinfrncfjtar* 
artig, bem troefenen ober fleifd)igen $rud)tbofeen aufpfcenb. 
5?eld) frautig ober verwartet, 3'Pfcf im 23lül)tenfnopfe flap* 
piQ. (Potentilleae). 

A, SMd) fünf* bU neunfpattig, 3'Pfa nm in einem Greife. 

428. Rubus. $ims, 93 rem beere. 5rud)t eine au6 vielen f leinen 
©teinfrücbteu jufamtnengefefjte, auf tem metjr ober weniger fegcl» 
förmigen ^ruefotboben tefefligte, oben erhabene, unten .vertiefte, 
falfdje S3eere. SliiMcn in Nifpen ober' ©trauten. 

429. Dryas. ..... 55icle Nüßdien auf bem tyalbfugeligfnjrudjt* 

boten -bcfejtigt. ©rijfel blctbeiib, entlid) mit einem bärtig »gefte« 
terten @d)n>anje. 



Icosandr. Polygyn. 181 

$. Sttld) ad)U bis jebnfpaltig, tie Btpfcl in jivrt ftreife ge* 
flellt, tie äußeren deiner, anbängfelartig. 

430. Geum. 9? elf entvur j, Söeneti ftenfraut. grucbjfnoten trof« 
fen, walzenförmige Sftüjjcben mit tem fielen bleibenteu, gebrannten, 

rauhhaarigen oter fabfen dkiflfil entigent. 

431. Fragaria. @rt beere, ©rijfet abfällig, ^rudjtboten nad) tem 
SSerblü&eu ftdj ^rgröjjevnt , fteifd)tg unt faftig roertent , gefärbt 
unt mit ten l;alberogefenften 3?üpd;en eine Weinbeere tarfleHent. 

432. Comärum. 53 tu tauge, ©benfo, $rud)tbcten nad) tem 53evbtu- 
(;en öergrößert, fleifdjig, aber fdjrcammig. Md) gefärbt. 

433. Potentilla (incl. Tornientilla), ©änfefraut, $ i ng er fr aut. 
Frud)tboten fenöer oter fegelförtnig, faftlo*, niebt beerenartig tver* 
tent. Äeld) unt trotte fünf, feiten (Tormentilla) üierjal;utg. 
tlebrigenS nne (431) Fragaria. 

[$iefer Ortnung gehören nod) an einige Slrten ter ©attuug: 
(426) Spiraea.] 

§)en größten Styeil ter Sfcfjntrie bitten tie Rosiflorae, bereu 
C&baraftev ifh 
&eld) einblätterig, »ier= bte funffpaltig, jutveUe.n öon einer £üße um« 
geben, tie mit ibm »envad)|r. . ^rone öiers bü$ fünfblätterig, feiten 
febfent; ^ronenblätter fall immer gteid), tem 5?eld;e angewachsen. 
Spiflill tneijl au$ mebren Fruchtblättern gebildet, juiveiten and) nuv 
a\x$ einem $rud)tblatte beftebent. $xud)t verfebieten, ein* bte arm« 
famig. 6ame meifl eitveifjloS. $etm gerate, Kräuter, Stauten üter 
Caume. Stängelblätter mit bleibenten Nebenblättern. Sflebr« $a« 
milien : 

1. Drupaceae. 93gt. @. 178. B. 9?o. 415 - 8. 
//. Spiraeaceae. @. @. 180 oben. S?o. 426. 
17J. Potentilleae. Q, 180 unten. (Sattungen: 

(429) Dryas. 
(428) Rubus. 

(430) Geura. fyvti subgenera; Caryophyllata (@tängel meb>Müö* 
tig; ©riffel in ter aKitte bafenförmig geglietert, oberfieß ©Hei 
abfallig) unt Oreogeum = Siversia, Wüid. (Stängel einbfii^ 
tig; ©riffel ungegüetert). 

(431) Fragaria. 

(432) Coinarum. 

(433) Potentilla mit ten Untergattungen; a. Potentilla s. str. Aar* 
pelle fabl; ^rudjtbofceit behaart, aber tie £aare faum bon tet 
Sänge ter $xüd)td)m. «. Acephalae, SSurjel einfad), ein ctei* 
jtt>eiiäl;rig, einen einigen, einfachen oter einen am ©ruuie in 
mcl;re ftd) t^eilenten ©tangel, aber feine unfruchtbare, fm fot* 
genten Sa!)« blübtentragente Äöpfdjen, beröorbringent. ölumen 



182 lcosandr. Polygyn. — Polyandr. Mono«:. 

gelb, ß. Multicipites. SSurjel percnnirenb , boljig, öietfopftg, 
blübtentragcnbe Stangyl unb ItiQitity SBlattbüfcbel, namlicb ttn* 
fruchtbare, im fünftigen Sabre blübcnte Söpfe beröotbringenb. 
Blätter geftefccrt unb bann £ie 23lül)ten entwcber weif? ober gelb, 
ober blattet gefingert unb bie Slumen gelb. Ib. Fragariastrum. 
S*üd)td)en auf ber ganjen Cber^äcfoe otcr bocb am Siabel mit 
ipaareu befe£t. 
(248) Sibbaldia. 
(407) Agrinionia. 
(403) Aremonia. 

IV. Sanguisorbeae. @. @. 115. f 9?o. 1£5. 1S6. 758. 
V. Roseae. 0. 180. A. 9?o. 487. 
Vi. Pomaceae. @. @. 179. A, 9?0. 419 — 425. 



XM. JUaffe. 
P0LYANDR1A. 

3u>tttevMü&teu mit 5ttmttät$ turö me^c, auf dem 
fitndythvbeti fref efttgtett , freien 3fou&ß?fäj£eit. 

1. £> f t~n u n g. 
MÖNÖGYNIÄ. 

<£in ^toubtü^rj. 

A. SBluntenfYonc ötcrbläffmg. Äelcf, 1 atVtjl fyinfäöicj. 

.4. S\eld) jwciblättevig ; Strone vierblätterig, gewöhnlich leiebt ab- 

fällig. (Sriffct einer eber gar feiner, Gipfel nieifr flapptg* 

auffpriugcnb , mit wanbfKinfcigetr, gwifcbenflapptgen Samen* 

tragern, reiebfamig. @ame eiweißhaltig, fteim gerate. (8 ftaur. 

Papaveraceae). 

444. Chelidonium. <Sd) öllf raut. Starbe ^weilappig. ^apfel febo« 

tenförmig, einfäcberig, jweif lappig; klappen i>cn ber 33afte gegen 

bie ©pil^e auffpriugent. Samen zahlreich, mit fammförmigen 

Siabelwülfrcbcu. 

435. Giaucium. ^cnimoijii. 3wcifäcr)erige, fdjetenförmige ^apfel 
mit biefer, forfig;fchwammiger Scheibewanb. @ame chjie 9?abel* 
wüschen. 

436. Papäver. Tlol)t\. ßdd) hinfällig. Qrierfiocf meifl oberreartö t>if= 

fer; ©riffet feblenb; jftarbe fcbilbfcrinig , oier* bis jivan^igflrab* 
lig. Zapfet unvoUftäubig öier* bi£ gwanjigfacberig, in geebern mit 
furzen Stoppe« unter ber 9?arbe ouffpringent ; «Uwebtr ßeifbaa* 
rig ober fahl. 



Polyandr. Monogyn. 183 

[3u tiefer ftamilie gehört nod): 
(128) Hypecoum. (8. 117.)] 
B. 8eld) t>ierblatterig, abfällig, im Ölübtenfncpfe bac!)ig oter 
Happig, g-rudjt meifr einfädjcrig unl uielfamig. 

1) ©ame ehveifjloe. j&etm cfeMimmt. (10. Samtlie: 
Capparideae). 

437. Cappäris. Aap er. ©taubfolben aufliegent, tretybar. Seete rin* 
fcig. ©amen in gmcfytbrei eingebettet. 

2) ©taubfolben einwärts c^et feitlid; auffpnn^eni). ©Arne 
ehr>eifül)«tti£. 2xctm getabe. (Paeoniacearum pars). 

438. Actaea. 2Sol fsb'cere. ©taubtolben ter »erbreiterten ©pilje ter 
©taubbeutel angeheftet, £yrud)t einzeln, beerenartig, einfädjerig, 
ötelfautig. ©amen auf Cef einen ©eite an einen Cäng^trager be* 
fefligt. ©amenfd)ale glatt, (2). 

B. Sßlumcnfronc fünf blätterig. 

.4. $eld)blätter mit Happiger, ftronenblätter mit fdjinteligee 
$nofpung. Starben »on ter 3al;t ter ^mdjtrnoten, auf tu 
nem ©riffel »ereint, ©amen mit fkifcfyigem Grhr>ci{l ^eim 
gerate, mit tem Söürjcldjen ^um 9?abel getvantt. (IS^am. 
Tiliaceae). 

439. Tilia. Cinte. Sfeldj fünfblätferig, gefärbt, abfädig; 5?roncnbtätter 
fünf mit oter olme 3fM'tarfd)tippe am ©runte. ftapfel rugelfcr* 
mig, teterartig, nidjt auffprmgent, (fünf-'/ turd) geljtfdjtag aber 
weift) einfädjerig unt ein» bis jiveifamig. 

B. $eld) füufblätterig, bleibend, tie trei inneren Blatter im 
23(ül;tenfncpfe um einander getrel;t; ebenfo tie JBIumen* 
blattet-, jetod) in einer ten i?cld)blättern enrgegenfeßten 3ftd)* 
tung, l;mfällig. ©riffel mit einfad)er Stfarbe. &ame mit 
mehligem Gritveifj. (11 gam. Cistineae). 

440. Cistus. <£tflr eSdjen. 8äd) fünf blättrig unt unglctd) oter trei« 
blättrig unt gleid); Blumenblätter fünf, ^apfcl fünf» cter 3elju' 
fächerig, fad)[paltig* fünf* oter jeljnf lappig, »ielfamig. ©amen« 
träger in ten inneren gadninnfeln. Untergattungen: Ledonia 
(9?arbe faft O^enti) unt Erythrocistus. ((griffet treljrunt, »on 
ter ßänge Der ©taubfäten oter länger). 

441. HeJianthemum. © onn engünf cl, ©onnenrb'sSd)en. (Sbenfo, 
nur tie Zapfet einfadjerig, tveillappig; ©amen an gangetragern 
in ter äßitte ter klappen ft^ent. 2)rei Untergattungen: Tube- 
raria (Staubfolben an ter ©pi£e nid)t au^gerantet, ncd) ter 
2lusfd)üttung te$ SBlumenftaubeS fpitj; Narbe faflfi^ent), Pseu- 
docistus (2lntl;eren am ©runte unt an ter Spitze au&jerantet; 
©riffel länger ati tie Starke; ©tängelblä'tter o^ne Nebenblätter) 



184 Polyandr. Monogyn. — Vo\yg, 

unb Eubelianthenium (roie Pseudocistus, ab« mit Neben« 
blättern). 

C. S3iumenfrone utelblättrig. Farben fo üiele al$ gädjer 
beö (5ierftocfe$, in eine flrafjlige Sdyeibf üerrc>ad)fen. 25eere 
$ufe£t rroefen, »ielfädjerig, $äd)er sielfamig. (Samen tn 
ißrei eingebettet, auf £>d)etben>änbe angeheftet. Äeim au6* 
ferha!6 beg Grimeiße^ in einem befonbern ©äcfcfyen. 2ßaö* 
fer^fEnn^cn mit großen fclmnmmenben, fcrn'lbftieiigen, fyerjför* 
migen blättern. 14 ficim. Nymphaeaceae). 

442. Nymphaea. Seerofe. Blumenblätter cljne £oniggrübd)en, tveiß. 
Sfeld; metft öierblättrig, innen gefärbt. 

443. Nuphar. äRummel. ^ronenblatter Hein, mit £oniggrübct/en 
auf tem dürfen, $eld) fünf blättrig. 

2. Ortn» n g. 

flä xt in c S) r ab einem <§ t u u b ns e ^ i . 

iWd) frei, brei- bi» fed^blattevig, im 23lüt)tentuopfe tadng, oft fro* 
henafjnlid). Blumenblätter brei ober tnel;rc, untcm>eibig, oft mel;r ober 
weniger »erfymmert unb neftarienartig ; ^rone mit badjigev ÄnofpuRg, 
jiin}ctien ganj feljlent). Staubgefäße l)t)pogtmifdj, frei, unbeftimmr, mit 
augeroacrjfenen, in bereiter Sfti^e aüffpringenberi Staubbeuteln, ©rijfel 
mit einfad)en Narben, fiets getrennt; Ovarien fet)r tncle, jebe$ einzelne 
griffeltragenb, oter in ein einjige^ gelabtes jufammengeu>ad)fen unb je* 
Der Cappen einen ©riffel tragenb, ober ein einiges Ooartum mit einfeie 
tigern Samenträger. Starpelle ein* oter mefyrfamig; Samen ber innern 
Naljt angeheftet. Äeim flein, olnie i?eimfacf, in einem (5*ut>e be£ @U 
tt>eiße3, gerate. Stangelblätter oft am ©runte ju (;albftängetumfa|Xtn* 
ben ausgebreitet, ol;ne Nebenblätter. (2 §am. Ranunculaceae). 

A. Cöarium mehr* ober üieleiig. $apfel einmärtS auffpriu* 
getib (Acouiteae Lk.) 
A. 3Müt)tctt regelmäßig. 

i) Slumenr'rone vict" (feiten fünf=)blatteuia, am (Buunfce 
£>onig ausfonbeinb, vek tue Geißblätter «bfallicf. (Pae- 
oniacearum pars). 
441. Cimicifuga. SB an je n t rau t. Srocfene, fapfelartige ftarpette. 
©amenfdjale fdjupp'g. 

2) 23litmenr~vone fünf- ober, meljfblätteng ; 2\ronenblAttei: 
?ia<5>, größer al» öec Seid) ; biefec frrautig, fttjen bUU 
btnb, (Paeoniacearum pars). 
445. Paeonia. ^äonic. Geißblätter fünf, ungleich; ffronenblätter fünf 



Polyandr. Di- Pulygyn. 185 

oter mel;r, ol;ne SRettamim. STapfel etnfädjerig in ter 33aud}*- 

nabt auffpringent, Same glänjent. 

3) ^lumenVrone fünf? oi^r. mel)vblättetta. JReld) blu* 
menFconat)nlid). Bremen blattet rörjria, meiff jwetlippifl, 
l)Orti$fttftfür)renb ot>ec fel)Ienfc>. Sriidbtcben metjtfamicv 
auffptinaent» , 3tm?eilen 311 einet: fächerigen 2\apfel uec* 
trad)fen, (Helleboreae verae). 

446. Caltha. Sdjmaljj, Kuhblume, Sumpfgclt. Blumen* 
fronblattet febjent. $?eld) fünfblätterig, blumenartig. i?apfeln 
fünf bi$ jeljn, in einem ßöpfdjen. 

337. Isopyrum. Solltocfe, 30? u f djetblu ms. Äeldjbldtter fünf, 
gefärbt, hinfällig, größer aU t>ie ^ronenblatter; liefe" fünf, faß 
iiveilippig, tie äußere Sippe gefpalten. ^apfeln auf fcem grud)t* 
boten ft§ent, häutig. 

448. Eranthis. SStnterling. £etd) fünf? bis ad)tblätterig, blnmenar* 
tig, hinfällig. Stronenbläiter fünf bis ad)t, Heiner aU tie Äeldj* 
blattet, laug benagelt, mit röhrenförmiger, ungleid) = weilippiger 
platte, tie untere Sippe febr furj. üftebre $apfetn, auf lern 
^rudjtboten lang geftielt. Samen in einfacher SRetbe. 

449. Hellebörus. 9? i e ß ro u r 3. $eld) bleibend , fronenätynlidj , fünf* 
blättrig. Äronenblätter fünf biö jjvölf, Heiner al$ tie Äeldjblatter, 
genagelt, mit röbrig*jtveilipper platte, ^apfeln leterartig, unge- 
(lieft. Samen in toppeUer Reifte. 

450. Trollius. Srcllblume. S?eld)blattcr blumenartig, abfaHent, 
fünf bis fünfjebn, fafl fugeiförmig jufammengeneigt; ftronenblat* 
ter fünf bü> groanjtg, kleiner al$ jene, lineal, am ®tunte »er« 
fd)mälert, mit einem unbetecften ^>oniggrübd)en. ^apfeln gabl= 
reid), fafl jijlintrifd), ft£ent>, in einem ÄÖpfcben, öielfamig. 

451. Nigella. Sd)iv arjfümmcL Äeldj fünfteilig, blumenartig ; 
Ärone Heiner, SSlumenblättcr genagelt, am ©runte ter platte mit 
einer, öon einer Scbuppe betecften SZeftarguibe , gttetlippig. Aap* 
fein fünf bte jebn, mit langen (tebenbleibenteu ©riffeln, am ©runte 
mebr oter roeniger jufammengettacbfen. 

452. Aquileoia. 5lglei. Äeld) fünf blättrig ; Äronenblatter fünf, trid)« 
terfcrmig, mit lern Spante leg fdjufcn Samuel angeheftet, unten 
mit einem tyoblen Sporn. Griffel fünf; Äapfcln fünf, getrennt. 

B. S3lül;ten unregelmäßig. (Delphineae = Helleboreae cae- 
terae). 

453. Delphiniam. %l\ tterfporn. fteld) abfaflent gefärbt, fünfblat; 
terig , fca$ obere Statt in, einen äußern Sporn .»erlangen. SSiec 
feiten »eraacbfene Blumenblätter, tie beiten oberen in einen innern 
Sporn oerlangert, oter alle gefpornt. $>rei Staubtvege. 5?apfel 
eine, trei oter fünf, »ielfamig. Untergattungen: ConsolTda (ein 
Oöarium ; Blumenblätter in eini öerroacbfen), Delphinastrura (öier 



186 Polyandr. Di-Folygyn. 

93tumetibtatfei> bie jtvci oberen am ©runbe gefpornt, Die jweiun« 
teren in ber SWitte gebärtelt; Kapfei fafl ^lintrifd)) «nb Staphys- 
agria (üon t>en öier Kronblättern fmb> Die Letten oberen furj 
gefpornt, Die unteren oljne 23art). 

454. Aconitum, Stur ml;ut, Sturmhaube. Kelchblätter fünf, blu- 
menblattartig gefärbt, Da$ unpare, obere, tjelutförmig. Kronen* 
blattet* fünf ober weniger, bie beib?n ober;n unter beut £elm 
liegenden lang gezielt, tappenförmig mit l;oruartig gekrümmter 
@pifce ber Kappe. Staubwege mcifl Drei; Kapfein Drei bis fünf, 
«ielfauiig. 

B. Dttarium eineiig grüd)tcr)en etnfanug, niäjt auffpriu* 
genb. ^Blumenblätter flad) ober fefylenb. (Anemonideae £&.) 

A. 8d& unb Kronenblätter im 3Mül;tenfnopfe D«cf)ig, Stän= 
gelblättcr wedjfelßänDig, (Ratiunculinae). 

1) ©ante aufredet. £ronenblättec fünf obec metyr, am 
(örunbe mit einem, nackten ober, von einer ©djuppe be= 
'fcec&en, <5onigarü T od;en, feiten jti?eifipptg. (Ranunculeae). 

455. Ranunculus (incl. Ficaria), £al)nenfufi. Keldj fünf* (feiten 
bei Ficaria Drei*)blätterig; Kronenblätter fünf bis jwölf, mit fe£r 
furjem 9?agel. Döarium emfaeljerig. 9iü§djen jal^lreid), auf ei* 
nem halbkugeligen, fegeligen ot>er waldigen ^rudjtboDen ft£enb, 
ein Köpfchen oDer eine 2lel;re DarfiellenD. Untergattungen; a. Ba- 
trachium. 23lül)ten weip mit gelbem Sftagel; SMtargrube Weber 
von einer Sdmppe bcltdt, ned) mit erhabenem 3?anDe; Karpelle 
querflreiftg-rutiäelig, ober« unb unterwärts fein gefielt, übrigens 
nidjt geranbet. JSaffergewädjfe. — b. Ranunculus p. s. d. 23lu» 
men gelb ober goltgelb; Steltargrube am QkunDe ber 23tumen* 
blätter »on einer etwas fleifdjigen , aufwarte gerichteten, bisweilen 
fetyr t leinen, Sdmppe beDecft; grrüdjtdjen geranbet; DcrSKanDuut* 
gibt Den, bisweilen mit Dörfern befehlen g-rud;tl)of, »on beiDen Seu 
ten; juweilen tjt t>a$ ganje KarpeU mit Spidern unD flehten 
Stacheln befe^t. — c Ficaria. 2Bie üorige Untergattung, aber 
Drei hinfällige Keld)* unb meifi neun hinfällige Blumenblätter; 
Starben ft£enb, gauj ; §rüd)td)en unbewegt, glatt. — d. Hecato- 
nia. 53lumen (mit SluSnalnne Des gelbblüt)enben R. gramineus) 
weiß; 9?eftargrube mit naeftem Staube, ober ber SftaitD ifl in eine 
SRöljre oDer oberwärte in eine, oft jweifpaltige Sdmppe öorgejo* 
gen, Die SRBbre ober Sdmppe aber nur büunfoäutig, riidjt Dicflid) 
unb fieifdüg; KarpeUe ober* unb unterwärts mit einem fänaUU 
artig auslaufcnben, feinen Kiele befeljt. 

Ä5Ö. Ceratocephälus 2lü$d)tn ja^lreid), eine Siebte 

DarfieHenb, etnfamia,, mit jtvei leeren ^äc^ern, am ©nmbt jtvet* 



Polyandr. Di-Polygyn. 187 

bocferig, mit fdwertförmigem 5>©i-tfa£*. gdd) unt) £rone fünf* 
blättrig, Blumenblätter ßcnagelt. 

2) Samt tyangtnb. (Aneaioneae). 

a) 33lumeufrene verDauten, fünfblätterig. 
«) Blumenblätter mit Honiggrübdjeu. Stau&gefä'ßi fünf 
big jetyn. (Myosureae). 
4.27. Myosürus. ä)i ä u f f fdjivanj. ®ti$Uatiii! fünf, gefärbt, mit ei* 
\mn r^örrtfotbrig/n , fcod) nidjt i)ol;len govtfa^ nach unten ju. 
Ärcnenblätter fünf, mit langen rcßrenfßrntigen S?ägeln, in fcenen 
la^ Honiggrübd)en liegt. Staubgefäße meift nur fünf, Tonnen 
jefcodj big ju äivanjig »orfommen. Stfüßiien fcmfantig, fpi§, glatt, 
an lern julctjt fct;v langen gaudjtboten jufammengefcrängt, 

ß) £ronblätter oljne SJeftartrüfen. Staubgefäße fel;r i>ieU. 
(Adonideae). 

458. Adöuis. Slfconig. Slcld) abfallend, fünfblätterig, regelmäßig, 
ol;ne SDecfbläfter. Blumenblätter fünf big fünfeelw. 3?üßd)en jaul* 
veidj, öon einem fugeligen ofcer iva^igen ^au^tboten getragen. 
Untergattungen Adouia (SSurjel einjährig; ^riidjtcfien mit gera= 
lern oter auffteigentem ©riffel) unt) Consiligo (Sßur^el augtau« 
ernt; ©riffcl l;a£'enartig abtvärtg gebogen}. 

459. Anemone (ine!. Pulsatilla, Hepatica etc.) 2Sintrögd)en, 
Slnemonc, Ojlerblume, $ubfd)elle, Seberfraut. %tiüt)' 
ten einzeln frcl;ent>. $eld) fünf* big fünfaebnblätterig, in Xw 
Änofpuug gefdjintclt, juiveilen (bei Hepatica) fcureb ©eefblätter 
unterftüijt. Staubfäden fefer jatylreith. ©riffel meifi tu*i, juipeU 
len jet)od) (bei Pulsatilla) fe£r lang, ©infamige, nü§d)enartige 
^arpeße. 3 ul ' ^ ei f e »ei'3*ößert ftd) Der grudptbotien unt) luirt) fe* 
gelförmig oter l;alb£ugelig. Untergattungen : a, Hepatica. iDrei fti» 

-äenDe, ungeteilte, ter Blüt)te fchr genäherte, einen $elch Dar* 
fUUente Hüllblätter, fleiuer alg tie Blübte. — b. Pulsatilla. ©rei 
ft^ente, ftngcrig»aielu)eilige, am ©ruube in eine Sdjeifce öevtDfldj* 
fene Hüllblätter, ^arpelle in einen langen, gebärteten Schrcanj »er* 
längert. Häufig fmfcen fid) geftielte 2) rufen jivifd)en S?eld)blättern 

_ unt> ©taubfäten. — c. Aneinonanthea. ipüüUatttyen fttjent, gan3 
eter fingerförmig eingefcö'.ütten, »on ten Blühten entfernt, ©riffel 
an ter ^yvue^t ruenig öeränfcert, rtidjt in einen Sd)n>anj verlängert. 
— d. Preonanthus. QMblälttytn trei, auf einem furjen, »er« 
breiteten Stiele ftgenti, iv-ie tie SBurjelblätter. 5?arpette in einen 
langen gebärteten Scöiuanj verlängert. — e. Anemone. Hüllblatt« 
d)cn rcie bei (d) Preonanthus. ©riffel an Der §md)t tt>enig »er« 
änfcert, nidjt in einen Sd)tvan$ auggejogen. SSurjelblätter mand)* 
mal feftlenfc. 

460. Thalictrum. £eilbUtt, SStnt) taute, $eld} vieu big fünfblät* 
terig. Sfaubfolben lineal, aufredjt. Sftüßebrn biet big fcd)gjebn, 
gejlreift, auf einem fleinen, febeibenfikmigen gruebibefcen. ©luvten 



188 Polyandr. Di-Polygyn. 

jafolreicf) In SRtften ofcer Srauben. Sßur^elflcct mit friecfoenfcen 5lu$* 
läufcrn. 3roei Untergattungen : Tripterium (ftarpelle fcreifdmeitig 
mit geflügelten Äanten, übrigens glatt unt> nictjt gefkeift) nnt 
Euthalictrum (^arpeUe mit ßangsfurcben). 

b. $eld)blätter öier biö fünf, gefärbt, im SSlübtenfnopfe flappifl 
unt labet oft an fcen Kantern eingefaltet. Blumenblätter 
o&ne Jponigfcrüfe. &ame bangenfc. ©tängelbätter gegenjtän« 
tig. (Clematideae.) 

461. Clemätis. SBalfcrebe. Ol)ne 23lumenfrone. 3wti Untergattung 
gen: Flammüla (^)ülle fel)lent; ÄarpeUe mit langen bärtigen 
©cötvänjen; ©tängel frautig nnt aufrecht ofcer fkaucbartig, ftet= 
ternfc) unt Viticella (^arpeße mit furzen, nicfct gebarteten ©cbnnin« 
jen; ©tängel ftraudjtg, fletternt). 

462. Atragene. SDoppelblutne. Blumenfrone ötelblättrtg , befceutenfc 
Keiner aU fcer 5Md> 

2>tn natürlichen <2yjreme nmrten fcie 9?anunculaceen auf folgende 
SSeife verteilt werten: 

I. Anemonideae. @. @. 186. B. 

J. Clematideae. @. 188. B. Sic 461—2. 

77. Ranunculinae. ©. 186. A. 

1. Anemoneae. @. 187, ». 

a. Hepaticae. «flo. 459—60. 

b. Adonideae. 3?o. 458. 

c. Myosureac. 9?o. 457. 

2. Ranunculeae. @. 186, «. 9?o. 455—6. 
IL Aconiteae. ©. <2 184. A. 

/. Helleboreae. Slntberen auöroärtS gefeiert. 

1. Delphineae. ^rone unregelmäßig. 9?o. 453—4. 

2. Helleboreae verae. ^rone regelmäßig. ??o. 446—52. 
II, Paeoniaceae. Slntberen einwärts gefebrt. 9?o. 438. 444—5. 

[S3on tiefer Älajfe Polyandria bleiben auSgefcbJoften : 
(409) Reseda.' 

(569) Lavatera. 
(571) Malva. 

(570) Altbaea. 

(757) Sagittaria. 
(763) Ceratophyllura. 

(758) Poterium. 
(795) Hydrocharis. 
(794) Mercurialis.] 



Didynamia, Gymnosperra. (Labiatae). 189 

XiV. ÄIaffe. 

DIDYNAMIA. 

<£tttivetbt$e Rivittetblübten mit imvc(\elwäfHftcv f 

einblättriger (iipptm obev niaöfeitfotmiger) 33iii6 

menfione, pvti langen unb gtt>et furjcit, freien 

(&tattbaefä#eit «n& ein einher &tifftU 

1. © t b n u u g. 
GYMXOSBEM1A. 

23ter 9?üfjdjen vom bletbenben ßrfd)e cingcfdjlofTcn. — 5\cld> frei, fünftägig 
ober fiinffpaltig, balo regelmäßig, Mb jnmüppig. 23lume unferrüctbia, 
ri^ricj, mit ungleid) fünf« oter oierfpaltigem, oft 3iocilippigem, Saume, 
Die obere Sippe im SBliiljtenfnopfe bie untere bebeefenb. ©ierftoif au« 
oier getrennten, »on einer unfenreibigen ©djeibe getragenen, eineiigen 
knöpfen beftc^enfc». ©iefeen aufregt, ©in ©riffel, jnüfdjen jenen ßnö> 
pfen aus cer Scheibe fjeroortretenb, meift mit jrcetfpaltiger <£pi£e. Same 
eiroeißloö. #eim gerabe, mit unterftänbißem Söärjelc^en. — 2)Ieift Ärdu« 
ter mit üierfamigem ©tängcl, gegenftänbtgen blättern unb iiuirlftänbi* 
- gen, ftarf buftenben, SSlüljten. (65. gamilie: Labiatae). 

A. ©taubfoibenfädjer gefpretjt, an ber tnnern ober unteren 
9iaf)t gerotmperr, mtttelft jvueier klappen auffprütgenb. 

463. Galeopsis. $)aun, Seifig fr auf; Meld) glecfig, mit fünf ©ta« 
^eljätjnen. Ärone mit erweitertem 3?ad)en; Oberlippe gewölbt, 
fein geferbt; Unterlippe treilappig, am ©runbe betterfeita mit et* 
nem £öcfer. Staubgefäße unter ter Oberlippe parallel; fcie beiden 
oberen fürjer, (E tribu Stachydearum). 

B. ©taubfolbeu nierenförmtg, einfädjertg, mit einer rjalbfretä* 
runben üitfce auffpringenb, naef) Entleerung beä Rollens ein 
?ret3runbf$, fladjeS Patronen barfMenb. 93lutnc jnjeiltp* 
ptg, ©taubgefäpe abwarte geneigt (Ocimoideae}. 

464. Ocimuin. 33rufilge (oerborben au& SBajtticum). Oberlippe ber 
23(utnenfrone »ierfpaüig, Unterlippe gan$. — Hclcb glocfig, jrceU 
lippig; SBlume raa)ig; Staubgefäße ter Unterlippe tcr 53lume auf* 
liegent. 

465. Lavandtila. @ptfe (öon Spica). £eld) röl;rtg, ungleid) * fünf* 
jafjnig; Sölume tddjterig* tellerförmig, mit langer, fajl lvaljiger 
9Jöl?re, flachen Sippen, »on benen bie obere, größere, jiteifpaltig, 
bie untere bretfpaltig ifl. ©efdjlectyteorgane in ber Slumenrötjrc 
verborg«!. 

C. ©taubfolben gerabe, gletdjlaufenb ober fpreijenb, einjefn mit 
einer Sängärifce auffpringenb, ober mit ben ©pifcen $ufam* 



1iM) Didynamia. Gymnosperm. (Libiatae). 

inengettMcrjfen, unb bann au$ einer einzigen, beiben Slntfye* 
renfädjern gemeinfcfyaftltdjen , £äng$ri|$e ben Reffen auü» 
frreuenb. 

A. 3)-ie 23lumenröl)re inmvenfcig an ber Snfertionsfrelle ber Staub* 
gefäße mit einem unterbrochenen <£)aarringe serfeljen. €tem» 
pel unb Staubgefäße eingefd)(offen. (Stachydearum pars). 

466. Marrubium. Slnborn. 9?iißd)en an ber Spiße mit einer tret* 
eefigen $ytad)e ivie abgefd)nitten. ßeld) gleidnnäßig fünf* ober 5el;n* 
l'tywQr ffiw faß flad)elfpi£ig. $?ronröl)re fm^er ati 5Md); Ober« 
lippe aufredet, fdjmal, gan$ranbig ober furj jtr-eifpaltig, Unterlippe 
breilappig, aurüdgebegen, SWUteflappen großer unb aiiSgeianbet. 
Staubgefäße in ber breite »erborgen ; ~ 2lnu)erenfäd)er mit bei; 
Spi£e fafl jufainmenfließfnb. Farben furj.y fiumpf. Sftüßdjen 
mit breieefiger £yläd)e oben abgeflutet. 

467. Sidentis. ©litfd;. (Sbenfo; aber 9?üßdjcn mit $ugeiunbeter 
Spige. Äelcb funftaljnia, ober ungleid)=fitnffpaltig, arceilippig, bie 
ßippen ausgebreitet, 3?arbe uugleicljfpaltig , ber untere, längere, 
?appen ben oberen umfaflenb. ^üßdjcn runblid). 

il, £>ie SBlumenröfire innen, unterhalb ber SufettionefMe ber 
•Staubgefäße mit einem ununterbrochenen £>aarringe. ©riffel 
immer aut bem Sfacven ber iMumeufrone l;ei9orragenb. 

1) Staubgefäße auseinander freljenb, unter ber Oberlippe ber 
Ärone gebogen^ufammennetgenb. (MeJissinearum pars). 

468. Hormiuuin $cld) jtreilippig. 

2) Staubgefäße genähert, unter ber ü)berlippe parallel. Seid? 
5tt>eilippig. 

469. Prunella. SBrunelle. 2)er frud)ttragenbe Äeld) burd) bie auf* 
einanber liegenben ßippen sufammengebnidt'gefdjtoffen, braun. 
Staubfaden an ber Spige mit einem 3 a § ne °ber «£>öcfer. (_Scu- 
tellarinearum pars). 

470. Prasium. ..... $rud)tfeld) offen; grillt fteifdjig, ftein« 

fmdjtailig. (©ruppe Prasieae.) 

3. Staubgefäße genähert, gladrtaufenb, £eld> fünf3äl)nig. 
(Oberlippe ber 2\rone \'t\)t tvtt,, flach. (Ajugoideäruni 
pars). 

471. Ajüga. S3laivelle, ©ünfcl. Oberlippe ber 23lume fe£r Hein, 
jireilappig, bie untere viel größer unb bieifpaltig. 9iüßdjen ne£* 
förmig*runäelig. 

4) Staubgefäße genähert, unter ber Oberlippe gleidjlaufenb. 
£elcr; fü^äbmg. (Dbet Lippe fcer 23lumenft:one geroöibt 
ober au»gel)öl)lt. (Stachydearum pars major). 

472. Lamium. Saubneffel. Unterlippe ber Ärcne mit febr tleintn 
jal)nfermtgen Seitenlappeu, ober liefe gan$ fefclenb. Ärenröhre 



Didynam. Gymnogperm. (Labiatae.) 191 

meif^ länger al$ $eld). ©taubfolbeu an ter Slufjenfeite vaul). 
9?arben 5itgefpi£t. 

473. Galeobdolon. ®oltneffel. Unterlippe ter $rone mit Iva fpij» 
jcn gipfeln'; ©taubfolben glatt. 

474. Stacbys. 93 e f et) r tit taut, Unterlippe ter Ärone treilappig, tie 
©ettenlappen mngcfeblagen, ter mittlere größer, »crr*b>t«eirunij oter 
vtxUtyiUfytttfcxmia,. <&taubQtfü$e nad) tem &erMü§eji jiifammen« 
getrebt unt feitroartö gebogen. 9?üfjdjen eben abgeruntet. 

475. Baiiota, ($>otte£t>ergeß. (Sbcnfo, aber tie ©taubfäten nad} tem 
-53crbliu)en gerate. 

476. Phiomis Unterlippe ter 33(umenrrone treifpaltig, 

mit {rümpfen 3'Pf cm * ^fkljVn mit treieeftger glädje oben roie 
abgefiußt oter an ter @pi§e gejährt, ©taubfäten unterhalb ihrer 
angeiuadjfenen Sajtö beanbängfelt. 3cu0cfjen treifettig abgeflutet, 
an ter ©pifje mit furzen paaren üerfeben. 

477a. Leonürus (Cardiäca). Jperjgefpanu. 3'Pfa V& treifpaltigen 
Unterlippe ven ter Slumenfrone fiumpf unt meift in einen einjU 
gen fpitjen 3ipf fl Aufgerollt. Äelctojabne fiadjelfpitjig. @taubge< 
fafje obne Sinbangfel am ©tunte, nach. \>&m Serblüben au&vartö 
geraunten. Siiijdxt« mit treiediger g-läd)e oben ivie abgefd)nitten. 
(2)ie andere £alfte ter ©attung — Ciiaetsirus — hinter 3?o. 483. 
Betonica.) 

C. ^croltenrcbre innen naeft oter tod) ol)ne |)aarrtng. 

1) Oberlippe t>er astttmcnr'ivne sweitrjetlirf, bic 5ipfel auf ben 
Rant> ber Unterlippe üoraetiidft ; batyz Me Oberlippe 3t» 
fehlen, anftatt fcerfelben aber eine ©palte 3U fein feljetnf, 
imb bk Unterlippe fiinfl-appict erfd)dnt, beren mittlerer 
Happen am größten ift; ©taubgefä^e genähert, aus bet 
©palte bet Oberlippe ijec'&oicthtmb, (Ajugoidearum pars.) 

478. Teucrium. Soge, ©amanter. 5?e!d) röfotig oter gtoefig, »ier- 
oter fünfjäfjuig, etwa» jtveilippig. 5lntberen in einer gemeinfdjaft- 
lidjen Sah'gSrilje auffpriugent. — Siüßd^en in-^förmig*Funjelig. 

2) Oberlippe btt Srone flad;, gerate, ausgeranfret; ©raubte* 
fäfje unter t»er Oberlippe gletdjlaufenb, genähert, nad; fcem 
TOerblüben manchmal 3ur ©eire binabgebogen. 

a) Cberc Staubgefäße länger, gabn* tc$ $xüd)tteld)eä ive» 
nig oter gor nicht abjlebent. C^epetearuin pars). 

479. Nepeta (incl. Glechoma). ^a^enfraut, ^a^enminje, 
©Untermann, © u n t c l r e b e. 8d&) rb'brig, fd)roac& gefrummr, 
meifi mit fd)iefer SDiüntung, treten- bä> fünfiebnner&ig. Ärone 
^erau^raöenti, mit aufßeblafenem Sdjlunte; Unterlippe treifpattig, 
ter SKittcttappen rceit größer aU tie feitttd)en, unt entrocter (bei 
Glechoma) flad;, «erfebrt*ber}förinig, oter (bei Cataria- Nepeta 



192 Didyiuun. Gymnosperm. (Labiatae). 

p. s. d.) Mrgejkecr't, fc^c breit, ffrtvf fonfa^ unt tic feitlicben 3i* 
pfet jurücfgefdjlagen. 35t c in 9?i$en auffpringenten 2lntberenfäd)er 
ftnt) entweder partveife in ein Shettj grfleUt (Glechoma)., cter 
nid)t (Cataria). 

b. Untere Staubgefäß langer. %al)nt ted $rud)tfnoten$ ab* 
flebent). (Stachydearum pars). 

480. Melittis. Sien fange. 5?elcb glotfig, mit uuregelmäfjigrtn Slter* 
ne£e, jtteilippig, mit jroeUappiger, breiter Unterlippe. Ärone groß, 

£: mit bercorragenter SKöbre, Unterlippe flacb, treilappig. ©taub« 
fölbdjen partveife in ein Ärettj geftellt. SHjjttjen runtlid), faß 
fhunpfctreifantig, flaumhaarig. 

3) (Dbetlippe bec 25lumenr , tone mebe obet weniger: gewölbt 
obec ausgehöhlt. Staubgefäße einanfcet: genähert, unter* 
f>et (Dbecltppe gleichlaufend 
a. Äelcb jtveilippig. 

a. grud&tfeld) turd) tie auf einander liegenden Sippen 
glatt gefchlcffeu. (Scutellarinearum pars.) 

481. Scutellaria. ©cbilttrüger. 5?eld)lippen ganjrantig, nact) tem 
33erbtüben gefcfclofien, jur %t\t lex Steife bi» jür 23aftö fieb fpal* 
tent. Oberlippe mit einem £öcfer auf tem dürfen. $5ie 3?öbre 
ter Sölumenfrone lang, tie Oberlippe auf tem Sftücfen mit einer 
oberrcärts fonfaöen, jur Steife abfaltenten Schuppe, jufammenge= 
trücft, aufliegent. Untere «ataubfolben meift nur einfäcterig. 
Obere 9?arbe für^er all tie untere. 

ß. 3Äljne Uö §rud)tfeid}e$ jufammenneigenfci« (Nepet- 
earum pars). 

482. Oracocephälum. 2)rad) euf opf, JMd) treij|el;n = bi$ fünfeebn» 
neröig, gerate, röbrig, Oberlippe trtijä'bnig , Unterlippe jweitbeilig. 
Äronenröijre lang, SKittcflappen ter Unterlippe fafi find), febr groß, 
öert i ebrt«berjförmig. 2lntl;erenfäcfd)en über einanter geftettt, in eine 
sjemeinfcbaftlicbe £äng$ri£e auffpringent. SJtüfjcben länglid), fafi 
treifantig. 

b. Äeld) mebr oter weniger gleichmäßig fünfsjradjeljä'&nig. 
Untere Btaubfäten länger all tie oberen. 3&l)nt te<5 
5rud}tfeld)eö abftchenfc. (Stachydearum pars). 

483. Betonica. ^ebrfraut. $eld) röl;rig--glocfig, fünf* biä äebnnertig. 
Äronenröbre lang, unten gebogen, Unterlippe berabbangent, trcU 
lappig, üJiittellappen ttiel größer, attlgerantet. 9lntberenfäcfd)en 
über einanter flebent. Sftüßcben runtlicb, atv ter <2pi£e aufam- 
mengetrücfr. 

477b. Leonurus (Chaeturus). Unterfcbcitet ftcb öon Leonurus (Car- 
diaca — f. oben 477a) nur turch ten Mangel lei £aarringe6 
in ter Sronenröbre unt ter nad) tem SSerblüben nid)t jurürfge* 



Didynam. Gyninosperm. (Labiatae). 193 

fcblagenen Staubgefäße; non Betonica b*fonber$ Und) bie mit 
treifeitiger %-lätye abgcfdmittenen SHifichen. 

4) Staubgefäße f>on einanber. abfkbenb, oberhalb meljc ent- 
fernt, aber getabe Iaufenb. 

a. 33lumenfrone faft glotfig ober tridjterförmig mit ttier» 
biß fünffpaltigem Sdtime unb faft gleidjen Sappen. 
Staubfblbcnfäd)er gleicblaufenb ober fprei^enb, mit einer 
3<?i^e auffpringenb. (Menthoideae). 

tu S)iit nur jivei Staubgefäßen. 

[ hierbei- mit »ier= bis fiinfea^nnjem Welche, glecfiger 
inertbeUujer trotte iirib breifantigen Sßüjfen: 
(19) Lycopus. 33gl. Diandria Monogynia.] 

/S.-SJJit üier Staubgefäßen. 

484. Mentha (incl. Pulegiomj. 9R tilge. $eld) gleid)förmig*fünfjäl;nia, 
(Mentha s. str.) ober ungleich unb taburc^ $tveilipptg (Pulc- 
g'ium), im (entern ^yalfe am Sdjtunbe bind; *fithniftäve »er« 
fcbloffen* 2Uumcnrrone tridjterig, mit febr fur^er Stöftve, faft gleich* 
förmig-üierfpaltigem Saume, bei* obere 3'PM auegeranbet (Men- 
tha) ober ganjianbig (Pulegium). ©taubfetbenfadjev glekl)lau-- 
fer.t, in parallelen £ängöri£en auffpringenb. 

485. Elsholzia. $eld) fünfääljnig; Ärone boppelt fo lang ati ber ßtld), 
mit faft gleid)förmig=fcierlappigem Saume, ber obere ßipfel etwas 
fonfaö, ausgeranbet, X)it brei unteren etwaü länger, abjlebenb. 
21ntl;erenfäcber fpreijenb« 

b. SBlumcnfrone jwetlippig. Staubrbtbenfact'djen unten 
btoergirrnb, an ber Spiße jufammenbangenb. (Melissi- 
nearum pars), 

486. Hyssöpus. Sfop. $elch fafl gleidjmSßig funfjäfjnüj , fünfteljnners 
sig, rölu'tg. Oberlippe ber SBlumenl'rcne gerabe, flach, jweifpaltto, ; 
Unterlippe bmlappia,, Sftittellappen größer, »erfebrt « berjförmig. 
Staubgefäße ungleich jweiparig. 

5) Staubgefäße ungleich * jweipatig, uon etnanbee entfernt, 
mit ihren Spieen unter ber. (Dbetiippe ber ^Ittmenfcone 
bogig s jufammenneigenb. :Hntbercn an ber Sptge jufam* 
niengett>achfen, juler^t aueeinanbet tretenb. (Melissearuin 
pars.) 

487. Melissa. SMeliffe. Äeld) brcijebnnemg, äweilippia,, oberfettf 
, flach, im ©mute nacfl ober wenig behaart; Oberlippe fcretjäfjnü}, 

t Unterlippe jreeifpaltig, bie Seitenjäbne ber oberen ßippc in einen 
an ber Äbferc l;inabäiebcnben Äiel gefaltet. 33lumenl'rone jweilip« 
pig, mit etwas ober nid)t gewölbter, auegeranbeter Oberlippe, Un- 
terlippe breitappig, mit größerem SCRitttHappen, 

13 



11^4 Didynam. Gyianospenc. (Labiatae) — Angiospermia. 

D) ©taubforbenfadjer von einanber getrennt/ an baö quer* 
verbreiterte, trianguläre ^onneftiü beiberfettö [chief nn^e* 
tt>ad)fen. 33fm»e jweilippig; Slumenröore furjer ofcer faum 
langer a\$ ber ferid) ober bic ^ecfblätter, innen uidjt ge* 
ringelt, Staubgefäße öou einander entfernt, unb eutroeber 
obern>art3 btüerat'renb ober unter ber Oberlippe ber ^orotfe 
finiöergireub. (Satureineae). 

,484. Thymus, iOucnbei, £ Julian, ütcld) jweilippig, jelm « tu* trei- 
3e|mncröig ; Oberlippe treijahnig ; ilntcrfi'ppe jweifpalttg, im 
Sdjlunte wcüig. <&m\n ter SUumeurione etwas ^wcihppig; 
obere €ippe gerate aufved)t, ftad),' aitfgerantct ; untere cfffH,- faft 
gleichmäßig » treiCappig. Staubgefäße gerate, eben aus einanber 
tretenb. 

485. Acinos (Calamintha vel Thymus alior. part.). 21 fterquenbel, 
Srugwtrtel meifl fedjsäbiiihtfg, mit fufjen fjeifen Slüliteutfielcn. 
35edblälter faft ganj " »erfüminert. £eld) unten unb öorn äufg> 
trieben, brcisehnsbisfünf^nuering, innen wollig; Oberlippe budjtig* 
t>mjäl;mg , untere jweifpaltig. S3lume ^weilippig, SRityre etwas ange> 
fd)woflen, Oberlippe glemlid) flach, gerabe -aufredet, Unterlippe trei* 
tbeüig mit feufayetn SRitteUappen. ?krbc UHrtJcic&*jweifpaltig, ber 
obere Sappen febr ttix$, tfon tem unteren umfaßt. 

486. Calamintha. 23lüt)ten in adjfetftäntiqen trcijpalügen Si'ugtü£ten, 
ohne 3>ecfblatter. ©er aufgetriebene Stelcb tveijclmnenng mit fcrei» 
fpaltigcv Ober* imfc gweifpaltiger Unterlippe, innen wollig, ^p* 
*ollenrcl;re beröottretcnt, am Sdjluute ftwaß aufgeblafen; Ober* 
lippe au£aerantc!, fafi flau); Unterlippe treifpaUig, ter mittlere 
3ipfel auSgerantet. Staubgefäße eben begig - jufammenneigeuo. 
Warbest wie bei (485) Acinos. 

487. Clinopodium. Sötrbelteir. blühten in bieten aebiti* unb ent« 
ftanbigen, uielblüluigen gSirtetn uno jal)lmdjtn, foüllßrtigcu, li* 
neal = berfrenförmigen JDecf&latterw« SWd) re*;rig, tvwjeljnnercig, 
ettvaS gefrüjumt, im~Sd)iuntc naeft ober ivenig bjl;aart; Ober* 
lippc treifpaUig; Unterlippe jiveitijeilig, %itfd pfriemlid). Grolle 
unl Staubgefäße wie bei (486) Calamintha. 

488. Micromeria. S?eld) unbMdlid) jweilippig, tvci;ef)n * bis funfje$tt* 
nervig, im Sdjluute mit borftigen 3 etlfn - Staubgefäße meift 
parweife genähert. UebrigenS gauj wie tie folgende ©aümig. 

489. Satureja. ^elle. ^e(d) rötjrig, glocfig, regelmäßig fünfjäyiiig ober 
uitbeutlid) jweilippig, jelmnerttig, im Schlunte arml;aarig ober naeft. 
SMumenfrcne jweilippig, Oberlippe fafl aufredjr, ffad), gerate, 
auSgeranter, untere abftehent, breifpaltig; Ifööhre you ter ?ange 
bes $ctcbeS ober ber gefcbiuteUen Xecfblaiter. Staubgefäße ent* 
femt, unter tcr oberen 33lumenlippe jufammeuueigenb. 



Didynam, Gyninosperm. (Labiatac) — Angiospermia. 195 

490. Orig-anum. Soften, füllten in 9IcI;ven mit gefdjinbeften S)ecf* 
blättern. Äeld) rölirig, jel;«* bü? bre%el;nneGt»g, fünfjährig unb 
gleid), ober gtucitiVpio* ober auf c ' l - a ' ® citc ßcfpaften tvic einlippig 
(Majorana) unb an ber ^pj£c breißal;nig ober ganj. Staubgc* 
fafje entfernt, oben au$ cinauter tietent). UebrigcnS wie (489) 
Sntureia. 

E. ©faubfolbni tu ber Siegel — titref) $c!)Ifd»fagen beö «'*»*« 

$acf>e$ — eütfädjertg. Staubgefäße gewöfyniid) — ebeufaK*? 

bureij gefiffrfjfofl — nur $föei,- gegen tie Oberlippe ber Ärone 

aufteigenb. ©tefe jWeiftpptg, radjt'g, (Monardeae). - 

[£ierber j - 

(,20) Rosinarinus. Staubgefäße ßeröcrtretenb, gefrümmt, om 

(Sruube mit einem viicfwartf gerichteten 3al>ne. 
(21) Salvia. ©taubfäc-en furj, elpe %al)n. Äonntftiö gref?, 
ftaubfabenälmlic*, &ogig*gefrümmt, beroeglid).] 

2. t i n ti ii ij, 
ANGlOSPERMiÄ. 

grudjtfnofen einfach. @me einzige gtudjt auf beut grurijtboben. 

2>ie tarnen üou einer £üu*e . bebeefr, in einer &apfe(* 

«Steinfrucht ober 53ecrc, 

A. Sim ©ruube ber, tfyetittm'fe neben ciuanber riegeuben, Sin« 
t()erenfäd)cr ein <Srad}effpt$d)en ober Sporn. 

A. Grierflecf ein« (l;öd)fl feiten $tt>ei=0 faserig, tueleiig. Zapfet 
eittfää)errg , jieeifta'ppig , mit ltxmbftanbigen Samenpolftent 
auf ber ÜWitts ber &lap'peri'. — 5?eld) frei, »evfd)iebent(icl) gc« 
tiveiit, oft öicr* big füuffpaltig ober ^ä^nig, bleibenb* 33iume 
unienveibig, ganj ober t&cihveife binfäütg, meifi •oen fdjmuj* 
jiger ^arbe, röijdg ober siivaö glccfig; Saum jtveilippig, 
mit jineifpaltigcr ober ganzer Oberlippe unb meifl breifpal* 
tigev Unterlippe. Staubgefäße ungteid)^iveiparig ; 5lnti;cren 
iebeS Sparet bi» ium SSetleu mit ben Spieen jufammen* 
Ijangenb. ©riffel entfhmbig; Sftaxbt meifl bief unb jtvet* 
lappig. 23oru unter ber ^apfel eine balbmonbfövmigc SDrüfe, 
SSiele flehte Samen, mit umgefebrtem ^eirne.— Sd)mu§ig- 
n>eige ©d)inaroßerpflan$en mit fdjuppenfikmigen 33iäitem 
unb enbftanbigeu Stauben. (75. g-amilie: Orobancheae.) 

491, Orobanche. @ommerwurj. $eld) einfpalttg ober jtveiblattrig, 
mit öfters jtueifpaltigen 23latta;en. 23lumenftone radrig; Ober* 
Uppe auögeranbet; SRöl;re untertvärt» butj"ig<fUifct)ig, julc^t über ber 
bleibenden 23afi£ ringsum gelöff, ttelfrnb. 

13* 



196 Didynaui. Angiosperin. (Scrophularineae). 

492. Lathraen. £ an f t oft, ©djuppen antra. Traube einfcittg. tfeld) 
glockenförmig, »ierfpaltig, gefärbt. Oberlippe fter Äronc gan$, 5Röl;re 
bleibenft. 

B. Ooarium jroeifadjng, »ter* bte öieleiig. S?eld) frei, öier* bis 

ääl;nig öfter *tl)eilig, bleibend. 23lume unterNeibig, *ier* bu5 

funffpaltig, jweUtpptg, rad)ig öfter maefirt. (76. Familie* 
Rhinantheae.) 

i) 2\eld) fünf3är>«tcf. 

493. Tozzia. Seid) rol;rig. Oberlippe fter 23tumenfrcne jiveifpattig, 
Unterlippe ftrcifpaltig ; %itfü unglcid). 

494. Pedicularis. SKoorfeuig, ©jcptcrfraut, gäufefiaut. 
5?eld) rührig öfter aufgcMafcn, ungleich »fünfjalinig, mit fraufem 
Sftanfte. Oberlippe ter £rcue l;elmförmig jufammcngeftriicft, mit 
einem finden Schnabel; Unterlippe ftreilappig. Sapfel jufaminen* 
geftrücft, gefdmäbelt, btelfamig; ©ame längliß=runft, neuartig* 
grubig. Stxm umgefel^rt. 

2) 2\dd) viev$ä\)nig, 

495. Rhinanthus (incl. Alecterolophus). 5Uappertopf. $efd) 
öufgeblafcn. Oberlippe ber breite Ijclmförmtg jufammenget>rücft, 
mit abgeßmnpfter ©pt|e"; Unterlippe ftreilappig , SKitteltoppen 
äufamnt engelegt, ©eitenlappeu aufrecht, ^apfel flad), auägeran* 
ftet, üielfamig. ©ante fdjeibenf'örmig, mit häutigem Sanfte, glatt. 
5?etme querliegenft. 

496. Bartsia. Zapfet faß fugeiförmig, rnelfamig, mit großem ©amen* 
träger. «Same auf beiften ©eiten geflügelt, ftie 5 l "fl^ querge* 
greift. — Seid) glocfig« trotte röl;rig, mit trichterförmigen, fdji-ef» 
tievfpaltigem ©aume; ©taubgefape eingefd)iej|eii. 

497. Trixägo. Seid) glocfig. trotte mit l;albn)atjigcm feinte, ©taub« 
gefäfe cingefd)lo|Ten, balft naeft (Trixaginella), balft geiuimpert 
(Trixago), Jtapfcl aufgetrieben, in einen ©dmabel au^laufenft. 
©ante fel)r flein, gekrümmt, fein=ricftg, ungezügelt, 

498. Euphrasia (incl. Odontltes). Siugentroß. Seid) röl)rig öfter 
glocfig. 23lumenfronc racüig, mit tontewtv, auSgeranfteter öfter 
gejäl;nter Oberlippe, Staubgefäße eingcfdjloffen. ^apfel länglid), 
jufammengetriicfr, ßumpf öfter au^gerantet. ©amengefdjtuteltljer* 
öbfeangenft, faß walzenförmig, fter Sänge nad) gefurcht, mit feljr 
fdjmalem, häutigen Sanfte. 

499. Melampyrum. SSadjtel* oter Sul) weisen. Seid) glocfig, 
faß jtveilippig. Oberlippe ter $rone lurj, tjelmförmig, ^ufam* 
mengeftrü'cft. Zapfet fdwad) jufammcngetrücft, gcfd)mibelt, ^eu 
blö öierfamig. ©ame aufred) t, mit vertiefter 9?abel|'djtiur, lang* 
lidjnunft. Stirn umgefetnt. 



Didynam. Angiosperm. (Scrophularineae). 197 

B. Btaubfolben ofjitc ©racf)elfpi£en. 

A- Ovarium ein* bi$ jiveifä'd)eiig. fttim aufredet (£5d)ft feiten 
querliegenb). 

1) 23lume mbfötmg, ungleich ober, fafi fugelig, jveetlippicf. — 

Staubgefäße meifr vcmSdptunbeentfpringenb (vier ober fünf), 

faft gleichmäßig, mit metfl einfacfyerigen, aufteilen ungteid) 

gesafteten Sinteren. Zapfet fter = ober jtveif'lapptg, vielfa- 

inig. Same meifr eiiveißljattig. (83. g 1 ^'"-« Verbasceae.) 

500. Scrophularia. SSraunnutra. Sölumenfrone f ugelig » aufgeblafen, 

mit kleinem fünflappigen (Saume, beffen unterer Sappen jurücf- 

gebogen ift; vier bib!>namifd)e Staubgefäße mit jufammenge» 

floffenen 5lritfjcrenfäd)ern unb lern fdjuppenförmigen SJJubtmente 

eines fünften StaubfabenS unter ber Oberlippe. Sef)r entivicfeltec 

l?9port,9nifcr)er ©isfriS. Äapfel l;alb jtveiflappig. 

[|)ierrjer gebort uodj tie burdj weniger unregelmäßige S3lü&te 
unb fünf (ungleiche) (Staubgefäße auöge^ eignete (Sattung 
. (171) Verbascum. Sinteren nierenförmig* Zapfet auf bec 
üftitte ber $ad}cr auffp»ingenb , jiveiftappig, klappen 
oft jiveifpattig.] 
2) ^lumenfuone vtt)'d)kben. ©ante eitt>ei#l)altig, (77. §a* 
milie; Antirrhineae.) 

a, S5(ume rabförmig, ungleich ober rityrig, gtveilippig. 
Staubgefäße vier, ober nur jivei, feiten fünf bis fteben, 
fafl gleich Sinteren $tveifad)erig, bie Säcf d)en neben* 
einander liegenb, am ©runbe gefonbert. (Veronieeae.) 

«• 3JJit vier Staubgefäßen: 
501. Erinus. Seberbalfam. Ü^eld; fünfteilig. Stvone tridjter* ober 
tellerförmig, Saum fajr <jteid)mäßig/fünftl;eilig mit auSgeranbeten 
Sappen, bie beiben oberen 3tyf c l fdjutaler, bie 3?öl;re oben fd)lant\ 
SRarbe jtveiflügelig. ^apfel jroeifädjertg, gittert vierftappig ; Sd)el« 
betvanb gebildet au$ Im Kantern ber eingebogenen klappen, 
[ferner; 

(502) Limosella. 

ß. Wit ^roei Staubgefäßen. 

£ierl)er ; 

(15) Paederota, 

(16) Veronica.] 

b. S3lume meifl jtvetlippig, radng ober maSfirt. Staubgc* 
fäße vier, fruchtbar unb bibt;nasm[d), ober nur jtvet 
fruchtbar. ?lntl;eren ätveifÄcöerig, mit entfernten ober 
bivergirenben ftafytm* (Linariae.) 



198 Didynani. Angiosperm. (Scrophularineae). 

a. SSier Staubgefäße: 
a. Oarium einfäcl;eviß mit fieiev, *>ie(eitge>: Spfajenta. 
23iül;ten mehr olev weniger ttereir.jelt. 

502. Limoselia. @pa tellvtid)*, S U mpf gl ö et" djeu. Äeld) fünf* 
$äi)mp Sfronc fa{l ßteic^mä^ig £j[ocfcnavtiß * fünffpaltig. Staub* 
fäten fct)tvaneut)atftg gebogen, oben etwas »ertieft, mit jufammen* 
gesoffenen 3lntl;erenfad)crn. Zapfet vunD, biö gur £ülfte jwrifä* 
djerig, jtveiflappig, öteifatnig'. Sumpfgnvad)*. 

503. Lindernia. St'tid) füufttj)ciliij, SMumenfrcnc jrceUippig, mit bau- 
chiger Stiere'. Staubgefäße auf tem <2djlunte gerade. Äapfel fd?o* 
tenartig, $tveifäd;erig. Scfceitercant tev Etappen parallel. llfcr= 

b. Oüattuw jtvetfädjerig : 
»04. Linaria. ga-auenf lad)S. $eld) fünfteilig. £roue masfirt, 
9iöl;i;eam©runtegefpornt, Oberlippe gffp<stten,tcr (Säumen fiatr 5 aufs 
getrieben, in ter ÜÜiitte »ertieft. Zapfet an ter @p't|ej in givei bis 
fedjtf 3äl;ne auffpriugeut, jivifdien ienen -über tie Se^citeivanD 
eine 53nlcf> füijvt. ' 

505. Antirrbinum. CÖtvenmaul. £ronrct)re an ter 33affä faef förmig 
erweitert. Zapfet an ter Spi£e in Drei £öd)er ftd) öffnen*). Ue= 
brigems wie (504) Linaria. 

506. Digitalis, {y i n ß e t* l) n t. S\dd) fünfti)ettig» £rone glocfenfcrutig, 
mit fcöiefem, unglcid) »ievfpaltigen Saame, ter obere 3'Pf^ ÖU * S 
geratitet. Uuterweibige Scheibe fta-rc' enttvicfelt. $?npfel turety tie 
einwärts) gebogenen üUappenranter jweifäd/erig, vielfamig. Stau* 
gelblätter wcdjfelfiiintig. 

607. Anarrlmium. Sd)luntlcd). &dd) fünfteilig, ^ovollcnvÖJwe 
juvücfgcbogcn^gefpürut, @d)lunt offen, Saum flad), fdJief. 5?ap* 
fclfdjeitewanS einfad). 

ß. gwei Staubgefäße? 

[$ihl)& nur 
(18) Wulfenia, uriü tie mit Digitalis nuye »erwautfe, 
aber fdwn turd) gegenftantige Stängelblatter u» tgl. 
m. von tiefem ©enuS »erfd)ietenc ©attung 
(17) Gratiola.] 
3) 23Ittme unteeweibig, mit fünfteiligem, eins (cbet $\veiz) Iip* 
pigen 'Saume; 3ipf c t iw 2Slü£tentnopfe tacfyig otet ge* 
trel;t. «Staubgefäße (uvci= oter) »icr.tittmamifdjc , oft mit 
tem 2lnfa£e eine» fünften, Cricrfiocf- auf^ fcöpogrmifdjem 3M$* 
. tu6, jwcifad)erigt g-ad)ec jwei* biil öieleiig. topfet jweifadjc* 
rig, clajrifdf - ^wctflappig. tarnen in jetem %ad)e (meifi) 
zwei. 5vcim in ter Siegel gefrümmt. (78. gjamUie: Acan- 
thaceae.) 



Didynam. Angiosperni. — Tetradynamia. 199 

508. Acanthus. 23 ären Hau. Sttld) frei, ungteid) »fe^btättedg. S3(u* 
ine einlippig, brcifappig. Staubgefäße im ©runbe ber 53liuuen* 
i-ö|w befetfigt; Sinteren gebartet. Sparte jrceitijeilig. 

#. Dsarium treifädjerig. blühte oberßanbig. ^rudjt eine ein* 
famige, trecfene S3ieve. Same Ijangenb, mit Ijarter Sd)alc. 
Äeim aufi-cd)t in ter $lxe tt$ fleißigen (SiiveißeS. (Lonicer- 
earum pars.) 

509. Linnaea. ©ine vierblutterige $eld)|)üHe, £tvei 23lattd)cn baüon nal?e 
unter betn &ru$tfnottn, bleibend ^etdjfaum fünftägig, gappen 
lang jugefpi£t, bei ter grudjtreife abfallen!). Sh'one fafl gleich* 
mäßig glocfenfönnig-fünflappig. 23eere eiförmig. " spevennirenb ; im 
feudjteu Sttofc fdjattiger Söälter tuedjeut. (63.) 

t* Diarium vieVs (feltener jiveU) faserig; Säd)er meifi ein* 
(ober sivei*) eiig; @ier aufred)t. £cld) frei, bleibeub. S3lume 
untenreibig. Staubgefäße vier titimamifdje oter gmei ; Sin* 
tberen jtveifadjerig, in jtöei parallelen 2äng$ri£eu auffpringent. 
§rud)t fleinfntditartig, vier tinfamige Steine entt;a(tenb, ober 
in vier Stüßdjen jerfallent. Hainen met;r ober weniger eiiveiß* 
lo$. ileint gerate. (79, Familie: Verbennceae.) 

510. Verbena. Gfifenl)art. ^clcU röi;iig, fünffpaltig. SBlumenfrone 
tellerförmig, mit fünflappigem, fdjiefen, etn>aö jiveilippigetn Saume. 
Staubgefäße jivei ober vievv, in ber S3lumenret;re eingcfd)lo"ffen, 
unter einem im Sdjlunb fdjtteßenben ^aarfranje verfieeft, §rud)t 
bei ber Steife in vier JJiüßdjen fid) tl;eilenb. 

511. Vitex. ^eufd)baum, füllen, 3?eld) fünfjä^nig. Svtone 
jroeüippig; Oberlippe jiveifpaltig; Unterlippe treilappig, fCiittellap* 
pen am größten, oft jrvetfpaltig. Staubgefäße vier, vorragend. 
Steinfrucht fugelig, mit vierfädjeriger, vierfamiger Stcinfdjale. 



XV. AI äffe. 

TETRADYNAMIA 

jpevmaprjrobttifdhe Slüfjten mit wer langen unb jn?ei fwr^eii 
Staubgefäßen unb einem einten ©riffel. — Meid) unb Äroue 
öterblätterig, lc£tere feiten feljlenb, meifl regelmäßig; fronen* 
Marter freujformig emanber gegenüber fhfyenb. (Staubgefäße r)ö* 
sogpmfd), fedjä »(ermächtige (feiten mcv ober gmet); bte mer lau* 
geren parttetfe t>or bte beu ©amwtvagcrn cntTprcctjenben &dd)* 
blätter, bie jnjei förderen einzeln »ov bte betten übrigen $eld)<> 
blattet gejMt. (gferjiocf metft ungefUelr. ^a»felfruc^t $tt?eifä* 



200 Tetradynamia Siliculosa. 

djerig, jroeiflappig, feltener eiufadjerig unb gefd)lof|en ober quer* 
fächerig, entWeber verlängert unb üielfamig (©djote), ober üer* 
fürst unb ein* bi$ mebrfamig (©d)5td)en). ©amenträger jn?i* 
fcfjenflapptg, nebft bcr (ädjetberoaub jurüdbleibenb. ©amen eU 
wei$lo$, inetft tyangenb; Äetm gefrümmt, mit aufwärts gebogen 
nem S&ürjeldjen. — 9)iet|t Kräuter mit 53füf)ten in becfblattlofcn 
Trauben ober ©djümtrauben, felteu einzeln in bcn ©lattminr'eut. 
(9. giamilte: Cruciferae.) 

1. O v b n u n g. 

SILICULOSA. 

©d)btcf/en b. f). furje runbü'dje ©djoten, bte ntdjt 
länger at$ breit finb. 

A. ©d)otd)en aufgetrieben, ()art unb nü^djenartig, nidjt auffprin* 
genb, ober nad) einer Strt ©lieberfyülfc jerfalleub, ober 
cjuerfädjcrig, mit gefdjloffen bfeibenbeu, einfamigen ^ädjern. 
(Nucainentaceae.) 

A. @d}ötcb,en am einem einigen ©liebe befltl;enb. 

512. Neslia. ©djbrdjen fafl fugelig, mit bem fabenfÖrinicjen aufgefe^* 
len ©viffel gefront« Helcbblä'tter gleid), einfaa)erig, einfamig. 
Äronblatter gan^, am ©runbe jebe£ £er betten haderen ©taubge- 
fdfje eine ringförmige $onigtrü'fe; 

513. CalepTna. (gebotenen faft htcjelig- eiförmig, fur$ jugefpißt, einfä* 
djerig, einfamig. 

514. Euclidium. <Scbötd)en faft htgelig, in ben ©riffel verlängert, 
mit jtvei nebeneinander fleljeuten, einfamigen ^ac^etn. 

515. Bunias. ^adenfdjote. ©d)ötd)cn fcbvd'g=eifönnig ober langlidj, 
in ben (Griffet jugefpifct, mit jivei über einanber gefreuten einfa* 
migen ftäc&ern ober ftädjetparen. Qame l;augenb. Kelchblätter 
am ©runbe gletcb. Äronblatter »erfefjirt * t)erjförmig. 

516. Myagrum. ^> o l> l ti o 1 1 e r. <Sd)ötd;en birnförmig, breifadjetig; bie 
SJvei oberen, neben einander liegsnten ^yadjer leer. 

ß- @d)ötd>en $>oeiglteterig, bie ©lieber £ur Steife quer au^einan* 
ber gebenb: 

517. Rapistrum. SRepöbotter. 2)aS untere ©lieb te» Qdjötdjini bliib* 
renfriclfcrmig, ta£ obere eiförmig ober faft higelig, einfamig. ?Jta= 
belftrang fel)r furj. 

518. Crambe. 33?eerfol)l. 3>a$ untere ©lieb teS griffeßofeu @0)Öt* 
<$en$ bliil)ten".ielförmig, laä obere fugelig, einfamig. <&amc 
fymgenb. 9?abel(Jeang f«l)r fang, i?eim rücfemourjcltg; fteim= 
Matter rinuig gefaltet. Geißblätter abfiel;enb, faft gleUf/. 



Tetradynamia Siliculosa. 20! 

519. Cakile. ÜKeerfenf. $aö untere ©lieb be$ 6cfcbid)en£ freifei* 
förmig, t)a^ obere weit große« tsieifantig unb fcf;n)ci'tfövinig, jebeS 
einfamig. Same tes unteren 5<*4>^ fyangenb, be$ oberen auf; 
reebt. Kelchblätter abfieljenb, taä Derbere unb Wintere am ©rüttle 
faefförmig erweitert. Kronblätter ungeteilt. Staubgefäße jaljuloö. 

ß. ©cijötcften »on ber «Seite jufammengebrücft, mir öorragen* 
beut ober geflügeltem ©tiele ber fcfyiffformt'gen klappen, 
ober üon ber <§äte flad) jufammenbrueft. 
A. Sdjctdjen ntdjt auffpringenb ober jttle^t in jwei, bie Samen 
nid)t auSflreuenben, klappen au»eimuibcr gebenb. 

520. Isätis. 53 a ib. @d)Ötd)en flad) jufammengebrücft, leberig, nicfyt 
auffpringenC , wegen ber burd)brod)enen Sdjeibetvanb» einfä.c&erig, 
einfamig. Reim riief enwur^elig , mit fdjivadj rinnig gebogenen 
Keimblättern. 

521. Biscutella. S3rtlle nfc&/ötd}en, Sdjötcfcen flad), am ©runbe 
unb an ber Spi£e autfgeranbet, boppelt * fdjilbförimg, »on einem 
geflügelten 9tanbe umßtben. Jyadjer freterunb, <Sct)eibewanb lineaf, 
gerabe. Keim ranbwurjelig. 

522. Senebiera (Coronopus). gelbfreffe. @d)5td?en fafl nieten« 
förmig, sweifädjerig, oljne geflügelten Ratä, unöoKfiänbig ober 
gar nid)t auffpringenfc, mit runzeliger ober mit l;autigen Kämmen 
befe£ter Oberfläche. Keimblätter gleid). Kronblatter ganj, wenig 
länger als ber Kctd). 

B. Sd)ötd)en auffpringenb, tte Samen auSfireueno. 
1) Staubgefäße beanbängfelt obet geflügelt. 

523. Teesdalia. 2lin ©runbe ber Staubfäben auf ber nacb, innen ge* 
festen Seite feebs, bie Stelle ber £>cnigbrüfe sortretenbe, Sdjup« 
pen, weldje an ben vier längeren Staubfäben befonberö groß finb» 
Schote fdjwacb, geflügelt, inerfamig. §>ie fatjmförmigen Klappen 
kugelförmig * gefielt. Kelchblätter abfleijenb, gleid). Kronblätter 
ungleich, bic beiben äußeren gvößer. 

524. Aethionema. Steintäfc&el. 2)ie längeren Staubfäüfn entweber 
. »erwadjfen ober geflügelt, ber $lüa,el l;äuftg an ber Spitje ge^äljnr. 

2) Staubgefäße tr-ebec mit "Hnljängfeln noch geflügelt. 

525. Lepidium. Spf ef ferf'reffe. Sd)ötd)en langlid), runblid) ober 
eirunt), aweifäcberig, $ädjer einfamig, Klappen fabnföruiig auf 
fcem 9cücfeu gefielt ober geflügelt. Keim rü<fenwurjelig A mit fla* 
d)en Keimblättern. Keld)blätter gleid); Kronenblätter gan^ unb 
gleid), ober aud) feblenb. 

526. Iberis. Schleifenblume. Scfcötcfyen oöal ober »erfefert^eiruno ; 
g-ädjer einfamig, fal;nförmige Klappen flügeltg*gefieit. "Keim fei« 
tenwur^elig. Kronenblatter feb-r ungleid), bie beiben äußeren grö= 
ßer, jlrablenb. 



202 Tetradynamia (Siliculosa. 

527. Tlilaspi. ty fenningf r au t. Sd)ötd)en umgefetjrt l)er$* oter fdjei* 
benfermig, mit greif geflügeltem S?i*le ter Etappen; gädjer jhj«* 
eter mel)ifamig. S?eld)blütter gleid)ma'ijig, Ärcnblatter ungeteilt» 
3" jetev Seite tet beiten Heineren Staubfateu eine £onigtrüfe. 

528. Butchinsi». ^yadjet ter Scfyötdjen ^»veifamig; klappen ttnge= 
fuigclt. 

529. Capsella. Safd) elfrau t. Sdiote ungezügelt, mit vielfältigen 
gadjern. 3Md)blatter aleid), aufregt ? abjtelient. Ävonenblatter 
gauj. 

C. ©d)5td)nt faß- htgclig, mit einer ©cfreibewa'nb fcon ber 
©reite bc3 25d)5td}en6 felbjt; ober ©d)ötd)en ttom ütücfeu 
^ufammengebrücft uub angefcfyw ollen, ober üom Diitcfen find)* 
äufammengebrütft 

.4. Sd)ötd)en nidjt auffpringenb. 

530. Peltaria. Sdjciben traut, Staubfäten migejälmt. 

531. Clypeüla. S d)ilt treffe. Staubfäten mit einer 3al)\u »eiferen, 

B. Sd)ötd)en auffpdngent. 

1) ©taubfßben mit einem flüc/clfötjuigen 3ai)ne ot>a* dm 
(Brumme mit einer fdrtttnelicien ^ctvottagnng t 

532. Alyssum (incl. Berteröa). Stetufreffe. Sd)ötd)en etliptifd) 
etet fafi tieiafonnig auSgerantet, in jetem ftadje ein* biö vierfa* 
mig. klappen ringsum fiad), in ter SOiitte gewölbt. 3iabelfdmüre 
gegen flaut ig, mit ter Iniutigen 93äftl Der Sdjettetoant angeheftet. 
Samen fangen?, imtcutlid.) gerantet, ebene $e£d}blätter gleid)mäf* 
flg; ^roneublaiter gefpalten, auegerantet cter ganjrantig. 

533. Farsetia. ©djötdjen elliptifd); gadjer mit fecfcS cter mel;r ©ietnj 
klappen jTacl) cbev fon»er. Heldjblattei- gleidn ^tonenblätter 
jit-eifpaltig. 

534. Vesicaria. 55la fenfeßote. Sdjötdjeufu'djer mit fedj^ ober me^c 
Samen; Kluppen l>emil>ydrifd^angefdjn>öl{en. 

2) Snuibuefaße jal)nlc>6. 

535. Caiuelina. £ eint otter. Sd]ötd)en fugelig*bivnfürmig, bielfnmig; 
klappen fe^v fonser, ne^artigniuijelig, an ter Spille in einen li* 
neateu, untenvärtö an ten ©viffcl angepaßten gortfa^ üorgejogen; 
tie Sd)eiteroanb nad) Slbtrevfung ter klappen otme ©riffcl, ivefd)er 

- an tem gortfa&e ter einen klappe £qngt. 5?eld)bldtter gteid). 

Stronenblätter gonj. 

538. Lunaria. Silb er blait. Scuöidveii oval ober längüd), 'Jon beut 

^liefen i)er fkd) jnfamir.engctiücft, von einem fatüdjen Stempel* 

fiiele getragen; tie jivei %'ad)w met;t;|amig, Samen geflügelt mit 



Tetradynamia Silieulosa - öiliquossa. 203 

langen fafi tvagerecöten , an bie ©djcttetranb getvodjfencn SJabel* 
fctyntircn. S?eim feitcmtmr$tlig. 2)a^ cortere unb bintere 5~\eld> 
blatt am ©rimbe ettvaö facfformig erweitert, sülumenblatter un* 
geseilt, SJm ©mute febeä ter. betten fürjeren ©»aubfäten eine 
iponigbrüfe an ber inneren unb jivei an tcr äufjeren Seife. 

537. Petrocallis. ©tein f dp in ü cf ef. ©d)ötd)cn fiad) jufammen ge* 
brücft ober wenig fonöer, ol;ne ©tempelfiiel. .^ädjer jweifamig, 
Stfabelfdmüie ber ganjen ©etjeibewanb öngesvacbjen. 

538. Draba (incl. Erophila), |>uugerblü rn d)cn. 6d)btdjen jiadj 
äufammengebrücft ober wenig fouoer; g-aefeer sielfamig, mit freien 
9?abeffd?nüren. ©amen ungetanst. $fld)Mä'Uer gleichmäßig, et* 
iva£ abfle^enb. ^Blumenblätter ganj (Draba) efcer gefpalteu (Ero- 
phiia). 

539. Koniga — LobuJaria. ©d)ötcben fiad) jufammengcbrüdJt, mit 
«infamigen $yad)ern. Cfr. 6. 208. 

540. Subularia. *p friemenfre ffe. ©d)i5td)en üom 9?ücfen wenig ^u j 
fammengebrücft. klappen fielförmig gefaltet, aber ebne ÜEittelncrtf. 

541. Cochlearia (incl. Armoraeia), Soff elf rottt, 23?eerrettig. 
©djötdjen im Umrifle runtlid) unb eltiptifdj, fel;r (Wgefc&wollen 
ober fafi kugelförmig; $ddjer jroet« bi$ mein famig; tie Etappen 
auf bem ^üefen gertmbet, unt) eutwebee burd) einen fiarfett 9iücf= 
gvat fafi gefielt (C&chlearia), ober obne SRücfennerö (Armoraeia}. 
©riffel auf fcer ©a)eibeivanD ffol)enblcibenb. ©amen meifl mit 
SBarjdjcn befe^t ober punftirt. Äeim feitentvut^eiig. ^eld) gleich- 
mäßig; Slumenblatter gleid), ungeteilt. ~$u beiden ©eiten See 
ruberen ©faubgefäße eine £onigbrüfe. 

[Sa biefe Ordnung geboren aüd) neeb einige Sirten t>ou 
C547) Nastuniura,] 

2. Ordnung. 

S1LIQU0SA. 

grucrjte fcfjmoUr unb langer alö breit (©efjoten). 

A. Sappeit ber 5Karbe jrcet aufredjte, on ei'uanber Itegenbe 
tylatt&ftn barjiellenb. 

542. Hesperis. 9?ad)tbiole. $piatt<#en ber Sßarbc auf bem ^tiefen 
fiad). Äeim rücfenwurjelig. 

543. MaUhiÖla. geöfope, (»erborben öon Leucoiium, »gl. 9ir. 308). 
üftarbettjipfet auf bem Siucfen gewölbt (bucfelia.) ober gehörnt unb 
gule£t etmciö abfrebenb, ober ber (griffet auf beiben ©eiten gebörnt. 
Steint feitenttJurjelig. 

B. 5iarbe jlitmpf ober aitSgeraubef, ober, felbjt ^vcilappiq, aber 
bann mit (Sumpfen Sipfttn, 



204 Tetradynamia Siliquosa. 

A. ©djote nicbj auffpringettb. 

544. Raphänus. fettig. ©d;ote lr-aljig ober gefirecft'ff getig , Ijolpeiig 
mit» nid)t tl;eilbar, ober perlfdjnurförmig, b. I). in gefdjloffene 
©liefet ftcö trennenb, mcl;rfatnig. Keim rücfennwrjelig, Keim* 
blattet rinuig'gefaltef. Kelchblätter bidjt anliegcnb. 

B. ©djote in jrcei Etappen auffpringenb, 

i) Stoppen netoenXos ober nur am (Brunbe mit ber fdjtDft* 
d)en 2lnbeutung eines ITttttelnetren. Same tyangenb. tEm= 
beyo fettenuntr^clicf. 

a. Samen in jetem $ad)e einreihig, klappen- find), von 
unten ftd; aufrollenb. 

545. Dentaria. ga&nivucg. Keldjblätter aufrecht. Schoten lineal* 
lanjettlid), in ben langen ©riffel jugefpi^t. ©ame mit einem er« 
»eiterten, fafl gebügelten ©amenträger, ©amenlappen gezielt, an 
ten Kantern eimvärtö gefnieft. 

546. CardamTne. ©d)a um t reffe. Kelchblätter faft anliegenb, gleid). 
Kronenbtütter gan$. ©cuoten lineal ober lineal4anjettiid;. ©amen 
ouSgeranbet, mit einem fadenförmigen ©ainenträger. Kotyledonen 
ftodj. 

b. ©amen in jefcem $ad)e jiveireiljig ober unregelmäßig 
gercil;et. 

547. Nasturtium. S3runnenf reffe. Kelchblätter meift abfrefjenb. Kro* 
nenblätter ganj. ©djoten jum Sl;eil feljr fur^, linealifd) ober el* 
liptifd); fiielrunb ober jufatntnengebvticft, mit meifl fom>eren 
Klappen. 

2) Stoppen ein?, bteU bis fünfnettna. (53ei einigen Wirten 
ber ©attung Arabis ftnbet ftd) nur ein fdjtvadjer 9?ert>, 
aber mel;me 8ängi»flreifd?en'). ©amen tyangenb, meift un* 
geranbet. 

a. Kotylebonen flad), aneinander Itegenb. 
«. ©amen in jebem find)* jrceiveityig. 

548. Turrltis. §l;uvttif raut. Kcldjblätter offen, gleidjmäfstg. Kro* 
nenblätter aufrecht, ganj. Slm ©runbe ber beiben fi1r3er.cn ©taub* 
gcfä0e eine £onigtrüfe. ©djote lineal, fafl an ber ©pinbel anlie* 
genb; Klappen ätemiid) fonöer, mit einem frarfen £äng$ner»en. 
©ame ungeranbet, eben. 

ß. tarnen in jebem gadje einreihig. 

aa. Wuxbt tief = jtweifpaltig, mit auswärts gezogenen 
Oappen. 

549. Cheiranthus. ©olblacf, Eacfblume. Stdd)\}Uttd)en aufrecht, 
3tt)ei am ©runbe fadfönnig. ©d}oten linealifd), öierfanttg ober 
iufammengebrueft; Klappen mit fiarfen STCücfcnncrven. 



Tetradynainia Siliquosa. 205 

bb. Starbt fiumpf ofcer autfgerantet. 

550. Barbarea. SSinterf reffe, Geld)blättcr aufredet; Gronenblatter 
gati$. ©dioteu lincalifd), turdj ten beroortretcntcn £äng£neri>en 
auf ter 5Diitte ter klappe fafi »ierfantig. ©amen punftkt. 
S3lül;ten gelb. 

551. Aräbis.. ©an fef reffe. Geißblätter anfd)ließent> ; Grcnenblätter 
ganjrantig. ©djofen Imeaiifd), frovf äufammengcfcrücft; Etappen 
in fcer Dritte mit einem fiärferen ofcer fdjirädjeren Sang«ner&en. 

- ©amen jufammcngctriicft, jmveifen mit einem 9<canfce. Öliibten 
tneijr tveiß cfcer uioletlidj. 

b. ©amenlappen fiad), aufeinander liegcnfc. 
a. ©amen in jcfcem %ad)e jrocireüng. 

552. ßraya. ©d)oten lincalifd), fcreljrunfc; klappen fonber, nur mit 
fd)ivad)em 9tudfcnneröen. 

553. Syreuia. ©djote lincalifd) »ierfantig oter äufflmmemjefcrücfts&ier* 
fantig; Glappen mit jlart'em, berücnftebenten 3ü'icfenueit>en. 

ß. ©amen in jetem $ad)t einreihig. 

554. Malcolmia. ©cljote ercljrunt, linealifdj, am @noe mit t>er, au$ 
gtvet mit einander »envadjfcnen $piättßen getuteten, Diarbe. 

555. Sisymbrium. S^aufenfenf, Geißblätter abfbljent), gleichmäßig. 
©d)cte meift lang, runtlid) = fedj^anttg ; klappen fonyej, fcreiner* 
»ig. ©amenfdjale eben, 

556. Alliaria. Sau cfofenf ofcer gäudjel. Geißblätter abftebenfc, 
gleid)maßig, friil; abfallend, ©ßote »ierfantig, fcod] jefcc Glappe 
außer fcem ftdrl'even SRücfcuuemn nod) mit givei fdnvädjeren ©eU 
tenncroen turd^cgen. ©amenfdjale mit gessuntenen $uvd)en. 
Slu^ten weiß. 

557. Erysimum. ©d)o tentotter. Geld)blätter aufredet, gleichmäßig 
oter fca$ »orfcere unfc bintcre am ©runfce fdnvacb facfförmig er« 
wettert, ©djote bierfantig, fcltener jiteifßneitig ofcer faft ruut* 
lidj; Glappen nie mit ©eitennetöen, fiefö mit einem flarfen SKtt* 
cfenneiben allein, ©amenfdjale eben. 

558. Hugueninia. ©djcte lincalifd), jtveifdmeifeia, ; Glappen fonbej, nur 
mit einem ^ucfenncrven. 

c. Keimblätter aufeinander liegend, rinnigsgefaftet. 
ct. Qaincw in jetem $ad)t jivcireiljig. 

559. Diplotaxis. Scatnpe. Geißblätter ettnaö abfielen*», gleiß; Äro* 
nenblätter jiemlid; groß, abßebenfc. ©riffel fttrj unt> lief, mit 
fopffbrmiger Sftarbe. ©ßoten leiftenfbimig ; Glappen mit nur ei' 
nem 3ciicfenneroen (o^ne ©eitennetben). ©awte eiförmig cfcev 
längliß, etwas jufammengefcrütft. 



SOG Teiradynamsä Siliquosa (Cruciferae). 

560. Erüca. Miaute. Kelchblätter aufrecht, 8d)oteu fHelruublid) mit 
einem jiveifdjueitigcnSdmabel; Klappen fonfat», miv mit bevvorfte» 
(jentein 9iiicfenneröen. ©amen fa(i fugelig. 

ß- ©amen in jebem gadjc einzeilig. 
tta. tpame nicht fogetig. 

561. Erücastrum. £.unb$raufe (ÜRempe). ^c^ote lineatifc^; 
klappen tbwep, nur mit SRucfennerö. 6aw«n eiförmig et er läng- 
lid), cUvaö sufammengetrücft. 

. ßß. Same fugelüj. 

562. Brassica. Koöl. tfeld) aufrecht ober I;alb offen. ©eboten (inert* 
lifd) ober langlid}, brejjruribltd), mit einem furjeh, fhimpfcu oter 
fegelformtgen g^Nfa^} klappen mit einem geraten ^üefennerueu 
ebne beutlidje Seitennersmt. 

563. Melanonapy. Sd)ft> arbeit f. Kelchblätter ivagcreebt abfle£)ettb. 
Sdjctcn breljrunblid) cter fafl üierfantig, ter Spinbet angebriieff, 
mit turpem, bünnen ©cbnabel; Klappen einuertüg. Sainen einge* 
{IodjeU'punftirt. 

564. Sinäpis. Senf. $dd) wie "bei öoriger ©attmig, ganj offen. 
Sdjoten fitelrttnblicl), mit einem jufammengetrücft « siereeftgen 
oter febroertförmtgeri Sdjnabel: Klappen gercölbt, mit trei oter 
fünf geraten, jtarfen Diertten. 



Ute drueiferen * ©attungen »erben im natürlichen ©9Jl«ne auf 
folgenbe 2Beife t>ertf)eij(r. 

f) 3Jitt Scijcten. Siliquosae. 
1. tfnterfamiliet Siliquosae. Sdjotentragenbe Kreu^blü^ 
ter. 3Jiit üiveiflappig ^ auffpringenter, jircifädjeriger, leijlen* 
. ober liuealifd>-lanjettförmigcr Scbote. 
1) Sippfd)afr: Arabideae s. Siliquosae Pleurorhizeae. 
3)ie Kottjlebonen fiad) an einanter liegenb, bem gangen* 
burdjmejfer be$ Samens parallel; SSBiu - 3elcben feitlid), ben 
Kantern ber Samenlappen anliegcnb. SMe jufammenge 
trueften Samen im 2)nrdjfdjnitte baber fo; o— . 
(543). Matthiola. 
(549). Cheiranthus. 
(547). Nasturtium. Untergattungen: Cardaminum (Blühten lueijj) 

unb Brachylobos (Blumenblätter gelb). 
(550). Barbarea. 
(548). Turritis. 

(551). Arabis. Untergattungen: Lomasporn (Same öon bautigetn 
9?ante umgeben) unb Alomatiam (Same o^ne ober nur mit 
unsjotlfcmmeneu blutigem 9?anbe). 



Tetradynamia (Cruciferae)- 207 

546. CardainTne. Untergattungen Cardamine (Stfabeljkang *ünn) im* 
? Chelidoma ^Stfabelfkang mein* et er weniger verbreitert). 

2. @ippfd)aft. Sisyinbreae. s. SiJiq. Notorhizeae. o|| oter 
o)) t. b. 5teimfappeit über einander liegen*, flafy, fem gä'n- 
genturd)ine)Ter ÜH ©amenö entgcgcngefe£t, mX> lää aufs 
iinutö- gebogene ^Sürjeldjen auf tejh Briefen eineö StttmUat* 
tei liegen*. 

(542) Hesperis. 

(554) Malcolmia, 

(555-6) Sisyiabrium. Untergattungen: n) Velarum PC. @d)ote 
fpi£esvär?ö vertünnt, pjriemlid) ; _33luuie gelb, b) Irio DC. 
©d)cte treljruni) j ©ame lauglid) cter fafi- eiförmig; 23lu:ne gelb 
cter gclblid)~n>ci{r c) Norta DC- @d)ote trebrunt ; Same (ei* 
flenförmig, lang; 23lume gelb, d) AJJiaria Anärz< ©d)ctc trel;= 
rirnb; ©ame langlid), in Die gange gejheift; iBlume meijj. e) 
Arabidopsis PC. ©djete leifienförmig ; ©ante nidjt geßreift; 
33Iume iveifü. 

(558) Hug'ueninia, 

(552) Brnya. 

(557) Erysiinum. Untergattungen: Erysimastruin (fßlumm gelb oter 
gcltgelb; ©ta'ngelblättei ftfccnfc, langlid) oter linealifd), am ©mute 
nid)t ^cvjförinig) unt Conringia (©tangclblütter am (Grumte tief 
berjfcimig, ftangelmufafifent), 

(553) Syrenia. 

3. <Sipp fcl)aft. Brassiceac s. Siliq. Orthoploceae. Steiui« 
läppen über einanter liegen*, in ter Witte langSgcfaltet 
oter um tat SSürjeldjen iuftmutingercKt; 0>> 

(562) Brassica 

(563) Melanonapy. 

(564) Sinäpis. 
(561) Erucastrum. 

(559) Oiplotaxis. 

(560) Erüca. 

yf. SD? i t auffpriugenten ©djötdjen: Siliculosae. 

II. Unterfatnilie: Silicul. Latiseptae. SDJit jweirlappigem, auf* 
fpringenten ©d)ötdmt; tiefj aufgetrieben, länglid), eiförmig 
oter fugelig, oter vom 0tücfen ber jufammengetrueft. ©d)ei* 
teivant von ter 33reite te£ größeren OucrturdjmeflferS te$ 
©d)ötd)en$ , oter im galt taffelbe fe^t angefdjivollen ijr, 
nur roenig fdmialer. 

4, ©ippfdjaft. Alyssineae s. Latiseptae Pleurorhizeae. 
fteimlappen unt SSür$etd)en tvie bei ten Slrabiteen; 0~. 
(534) Vesicaria, 



208 Tetradynamia (Cruciferae). 

(532) Alyssunn Untergattungen, a) Aurinia Mey, ©taubfäten am 
©mute an ter 3unenfeite mit einem fd)wielenartigen, (rümpfen 
3al;ne verfemen, weldjer befonter» bei Jen ruberen ©taubfäten 
teutlid) ifr ; $äd)er te£ ©djötdjenS jeteS mit jwei bte »ier @id)en; 
33lutnc gelb. b. Odontarrhena Mey. 3Me längeren ©taubfäten 
öom ©runte an bte über tie ÜJJitte mit geflügeltem SRante, tie 
filteren am ©rüttle mit einet» fJügelförmigen Sinfjange; ©dj'öt* 
djenfa'djer eineiig, ©aute s>om freien yZabeljtrange Jjerab&angent. 
c) Alyssum Mey. 2)ie längeren ©taubfäten gekugelt oter un* 
geflügelt unt jaljnloS; tie ruberen mit flügelartigem Slnftange 
der mit 3«&nd)en; ,©d;otenfäd}er jeteS ^tveifamig; ©arne l)an» 
gent, mit 9?abelfd)nur an ten ©rttnt ter ©ctjeitewant befcfiigt. 

(539) Koniga. R.Br*— Lobularia/ (gelterer 9?ame bejeidmet audj 
eine ^orattengattung, «jeß^alb ter erfrere ten SSorjug »ertient.) 

(533) Farsetia. / . 

(536) Lunaria. 
(531) Clypeola. 
(530) Peltaria. 

(537) Petrocallis. 

(538) Draba. ©djötdjen länglid; oter elliptifd), Dom ^ücfen jufoin* 
meugctrücft, fJad) oter turd) fafi fouöeje klappen e twa$ ange* 
fcfywoltcn. ©taubfäten äa*mlo£. 92abetfefenur frei» Untergattun* 
gen: a) Aizopsis. SBur^el ftarf, ötelföpft'g; ©tatnmdjen fefjr »tele, 
unterwärts »on ten »erwelften blättern ter »ergangenen Satyre 
betecft, an ter ©pi£c mit einer, meift einem gepolfierten 3?afen 
bittenden, 23latter « 3?ofette ; ©tängel oter ©d)«fte nadt; Blätter 
ffovr, mit fkrren SBorften famuiförmig * gewintert; 23lume gelb; 

b) Leucodraea. Grbenfo; nur tie $ttattev weidjer unt feljr oft 
mit jU-afclärtig geortneten gfauml;aai'en befet^t; Jölume weijj. 

c) Holarges. SSur^el einfad;, einjährig ober todji nidjt lang* 
tauernt; feine oter wenige unfruchtbare 23lattbüfd)cl; ©tängel 
blatticid) unt bei fräftigen ^Jflanjen »eräflelt; Blumen weiß oter 
üilblid). d) Erophila. Söurjcl einfad;, einjährig; SSuräelblätter 
in Seofetten gejMt; ©djaft nadt; Blumenblätter weiß, l;alb^wet* 
gefpalten. 

(541) Cochlearia. ©djötdjen von fafl runtein oter efltpiifdjeri XUiu 
fange, wegen ter febr fiarf fotwren Etappen aufgetunfen oter tu- 
gelrunt. ©riffel auf ter ©djeitewant fi|en bleibend ©taubfäten 
jalmloS. Äot&ietonen an einanter liegent, zuweilen fdjief. <S>d)ot* 
d)tn balt ein wenig t>on ter ©eite, balt ttivat *>om JRüdfen l^ec. 
äufammengetrüdt. Blumen weiß. Untergattungen: a) Coch- 
learia. klappen ter ©djötdjen mit me^r oter weniger erhabenen 
£ängönert»en auf tem dürfen; ©amenfd;afe fein ^oeferig s raul) ; 
©taubfäten nic^t eiugebrod;en. b) Kernera, (Medic.~). ®d)'<öu 



Tetradynamia (Cniciferae). 209 

dmiflappen am ©runtc mit einem 9?en>; Samenfdjale glatt; ti« 
längeren Staubfätw red)m>infelig gebrodjnt. c) Rhizobotrya, 
(Tausch.) Sd)öto>ni:lappcn ofone SKütfennerö; Samenfdjale an« 
fang$ mit fel;r Heilten Spieen befe£t , fpater bederig * laut) ; 
Staubfaten nidn gebrod)en; SJübtenftant eine tedblätterige Sraube, 
d) Armoracia. (Fl Wetter.). Scfoötcbenflappen ebne SKüdennerb ; 
Samenfdjale fabl; Staubfaten nicfct eingefnidt; Irauben nidjt 
von &edblättem gefüllt. — ©vuppe Armoracieae Rchb. 

5. Sippfd;aft. Camelinae s. Latisept. Notorhizeae, o)). 
(535) Camelina. 

6. Sippfd) aft. Subularieae s. Latisept. Diplecolobeae, 

OO oter Olli! || t. I;. Samenlappen fd)mal, linien» 
förmig, auf einander liegcnt, gtueimaf ter Quere nad) ge* 
faltet, an ter Seite teS 3Öür$eld)cm> . Sd)ötci)en mit eHip* 
ttjdjer Sd)eitemant, bielfamtgen g-äd)ern, ft^enter 9?arbe; 
Samenkörner ntetergetrüdt. 
(540} Subularia. 

II!. ttnterfamilie : Siüeulosae Angustiseptae. Sd)ötd)cn jivet* 
Happig auffpringent, uon ter Seite äufammengettiidt, mit 
f'al)nförmigen, am bilden gefreiten oter geflügelten Etappen; 
Sct)eiteit>ant fd)ma(, linealifd) oter tan^ettüct), »on betten Sei* 
ten smfd^tnatert. 

7. Sippfdjaft: Thlaspideae s. Angustisept. Pleurorhi- 
zeae, alfo: b~. Samenkörner eiförmig. 

(527) Thlaspi. 

(523) Teesdalia. 

(526) Iberis. 33!iÜ;ten wei9, röiijüd) oter lila. 
(521) liiscutella. 

8. Sippfd) aft. Lepidiueae s. Angustisept. Notorhizeae. 
(525) Lepidium. 53lumen tveiß. Untergattungen: a. Cardaria. Sdjöt* 

d)eu cirunttid)4;erjförmig, mit. fafi angefdwolfenen Klappen unt 
fatlidjctn ©viffel. b. Cardanum, Sdjötdjen fafi freteförmig oter 
o»al ausgerantcr, fafi ebne (Sriffel; Kcimlappen trettbeitig. e. 
Lepia. Sd)ctdjen eiförmig oter fafi freiöförmig, geflügelt, an& 
gerantet, mit teutfidjem (Driffet; Sradjt tbie Thlaspi . d. Dile- 
ptium. Sd)Ö. f d)en eiförmig oter fafi ruut, ^uSgerautet, an ter 
Spitze fd)mal geflügelt, fajr obne ©rijfet; Keimblätter ganj. e. 
Lepidiastrum tvie Dileptium, nur mit ungefiiigeltcm, faum au$* 
geranteten Sct)ötd)en. 

(528) Hatchinsia. 

(529) Capsella. 

(524) Aethionema. 

14 



210 Tctradynauiia (Cruciferae). 

9. (aippfdjaft. Brachycarpeae s. Angustiscpt. Dipleco- 
lobeae J.i,0()() oter || || ||. 
(522) Senebiera — Coronopus alior. 3)er Untere fflamt iji fdjon öf* 
tev vergeben werten, j. 53. an eine Untergattung »cn Plantago. 

tff. SKit nfcöi flappig s anffpringenten ©d)ötd)en. 
Synelystae. 

IV. Unieifatmlie: Nucamentaceae. grudrt nid)t auffpringent, 
wegen ter öerrummerten @d)ett«tvant bteiseilen eiufadjerig, 
tnetfr einfamig. 

10. @ippfd)aft. Euclidieae s. Nucament. Pleurorhizeae, 
ölfo: o=r. 

(514) Euclidium, 

11. ©tppfd)afi: lsatideae s. Nncamcnt. Xotorrhizae t. 1). 
]| cter 0)). 

(521) Isatis. 

(516) Myagrum. 

(512) Neslia. 

12. 0ippfdjaft: Zilleae s. Nucament, Orlhoploceae t. i. 
0>> • 

(513) Calepina, 

13. ©ippfd)aft, Buniadeae s. Nucament. Spirolobeae. 
Keimblätter auf einander liegent, lintenfermig, fpiralförmig 
oter fdjnecfenförmig an ter 6eite teö äüüneldjen gc= 
»unten. 

(515) Banias. Untergattungen: a. Erucago. $xw$t viereefig, öierfa« 
d)erig. b. Laelia. ^rud)t nid)t eefig, jiveifadjcrig. 

V. Unterfamtlie : Lomentaeeae. %tud)i fiböteben * oter fdjoteii' 
förmig, querfadjerigsauffpringent in gefdjlcfien bleibende einfa* 
inige (Slieter (®lietfd)ote). 

14. ©ippfd)aft. Cakilineae *. Loment. PJeurohizeae. 
©lietfd)ore quer tu cinfatuige ©lieber gerfpringent oter 
SfJügcOen; Keimblätter mit einem ibrer 9iänter temSBürjel« 
d)en anliegend : o — . Kronenblatter tutgetbcilt, ©taubfa- 
ten jabnlol u. f. n>. 

(519) Cakile. 

15. ©ippfdjaft: Raphaneac s. Loment. Orthoploceae. 
t. i. 0>>- 

(517) Rapistrum. 

(518) Crarabe. 

(544) Raphanus, (R, Raphanistrum bittet feilte eigene Untergattung.) 



Monadclphia Decandria. 2 1 1 

NB. KeicOc ubad) fleflt aiiy g-nte ber <£ruciferen lie SKefeba* 
cecn. @ine entfernte 2lel;nltd)feit jivifcöen beiben ftämttim 
ijT gerate nicfjt jit vtrfrnnen ; jeted) fdteint eine fofd)e 93er* 
einigung ncdj fel;r gewagt. 

XVI. Ar äffe. 
MONADELPHIA. 

ffllefyv übet toem'ger regelmäßige Swittei'Mitfrten 

(feine Sd)metlterItn<i3Miimen), bereit ^tattbfä&en 

mit einander in eine «Saufe t>ern><td>feit ftnb. Jfiuä)t 

(bei eittf>eimifd)ett Slrtc«) feine ^itlfe» 

(Söergl. folgenbe itrajTe: Diadelphia.) 

1. Ordnung. 

(PENTASDR1A) DECANDRIA. 

ßXit (fünf ober) 3 e l) n e&taübQeiäfttn. 

A. Sield) im Sßlüfyteufnopfe fajt barfu'g. Gnerftocf frei, breifan* 
tt'g, etufäd)erig, ttjeleinj. ©amenträger auf ber Wlittettinie 
ober am ©ruube ber Klappen. Kapfei fantig, meift bret* 
fla^ptg. ©amen mei|i latyxcid), feijopftg, mit gerabem @m* 
brpo. ©träucfyer olme Nebenblätter. (12. fäamitie: Taina- 

_ riscineae staminibus monadelphis. 
565. Myricaria. Keld) fünfteilig; Blumenblätter fünf, rofenfarbig. 
•Staubgefäße jel;n. Siarbe ft^cnb, fojp'ftg, fajl breilappig, &auxe 
mit gcfiieltem £aarfd)opfe. 

B. Kelrf) im 23lüf)tenfnopfe bacfyjiegelartig, fünfblatterig. diev* 
jlocf au$ fünf MarpcUen, bereu jebeö tfvei fyängenbe Gridjen 
eritfjälf, Qebilbet, fünffädjerig, gefdjnäbelt, tu einen fünffan* 
tigeu ©riffel- mit fünf Karben au3ge()enb. Nabeluränge 
ber 2lre angeheftet. Zapfet fünffnopftg , bie Knopfe 
fammt bem 5Hücfcnff)cife üjreö ©riflfelö, 00m ©ruube nad) 
ber <&pi§e jTrf) ablöfenb, eiufamig. Keim gefrümmt, mit 
Sufammengerollt ober fd}!ängelig * gefafteteu Keimblättern. 
Kräuter ober £albfkäud)cr, mit Nebenblättern. (32. $a* 
milie : Geraniaceae.) 

566. Geraniam. Äranid) fcfonabcl. Keld) ttnb 33lume fünfblatte» 
rtg, regelmäßig, Staubgefäße jcl;n, meift mit »ollfommenen 
Staublclbcn. S)ic abgelöftm knöpfe ber reifen Äapfcl in eine, 
»om (3rijfeftl;rile gebdtete, »orn fal)le, nad) oben ftd)fdjnecfenlinig 
juiüd'vottcnfce ©ranne (<Sa)nabel) auegefjenb. 

567. Erodium. Steiger fdj na bei» Äcld) unb 55lume une bei »origer 
©attung. 93on len i«l;n Staubgefäßen jtnb bie fünf äußeren, 

14* 



£12 Monadelphia Decandria. — Pol/andria. 

ten Äronenblattern cjegenubctflc^enticn bpreitrc unb {raubfolbenleiS. 
3)ie ©rannen ber gaudjtflappen <*uf d.n'er »orteren Seite fleif* 
l;aarig * bärtig, nad) ter Trennung »on ter 3Jtittelfanlc au irjrcr 
unteren £alfte fdjraubenförmig, ge»unten oter getretyt. 

2. Ordnung. 

P L Y A N D R I A. 

«Iföit 3to«n3tg unb mcl)r Otjpognnifdj^u &"tcubgefäf)fn. 

$eld) meijl fünffpaltig unb in ber Dfegel mit einer $ cldj* 
fyüfle (SlugenFeidO, im SBlüMenfnopfe flappia; ^Humenblär* 
ter fünf/ im 23lüt)mifucpfe um einanber gebrebt. »Staub* 
folbeit einfädjerig. grucrjtfnoien fünf* \>i$ tueifädjerig, meijl 
aue3 Fretöjldnbige« grufhiblättern gebtlbet. ^rud)t meiji 
troefen unb fapfelartig, flappig auffpringenb ober m tt)re 
einzelnen ÄarpeUe jerfaflenb; ^ädjer ein* bi3 melfamig. 
Äetm mnfl gerate; Äotöletonen tu einander gefaltet. Äräu* 
ter ober Jpalbfrräudjer ( felfcft (Straucfyer unb Säume ) mit 
ab>»ed)felnben blättern unb mit Nebenblättern. (IT. gamti* 
lic: Malvaceae.) 

A. $ti)eilfrücr)td)cn ja einem fünfteiligen 5topfcrjcn : gehäuft, 
etnfamig. (Malopeae), 

568. Kitaibelia. $eld) fünfteilig, ^rldluiüe fteben* bi$ neunü>üig. 

B. grücf)ter)en flrafytenformig georeuef. ©viffd feh ; v »tele, un* 
rermärtö mit einauber öeripadjfeH. (Malveaej. 

A. ^etcl) einfad), t. £. eij.ne &üüc. 

569. Abutiloa. Sammelpappel. $«bd) einblätterig, fünffpaltig. 
2Kel;rp (fünf* bis fünftel;!;) heiSförmtg gefreute, uiei;v» (weift 
brei Orange ^rüdjtdjen, an ter @pt£e jweiiiappig. S^f* wo* 
nogcnifd). 

D. $elcb böppel^ b. r> ter \val)Vf £eld; nod) mit einem Sfufjeu* 
fcldje verfemen. $vud),t au» vielen, um ein feile? 2)?ittelfelb 
im greife angehefteten, bei ter 2Jeife i?on jenem mit v>on ein* 
anter jtd) löfenten, einfamigen §vüä}t4)fn getutet, tie ftd) an 
iljrer 23audmal;t in eine ^itje öffnen. ((Gattung: Malva). ») 

570. Malva (incl. Lavatera). £vafepappel. 2lu(jer.?eld) treitl)eilig, 
entireter treifpalttg (Lavatera) oter treiblätterig (Malva s. str.). 
Sn legerem §alle unterfd)eitet man weiter: Bismalva Medik. 



') AUhaea iß nur eine fünfrlifbc ©attmifl; Lavatera läi?t (icf) aber als 
- ci^cneö ©cnu$ gar niii)t galten, unb »rrbient es aud) nidjf. (S$ gibt 
5liten, bic man nad) belieben ju Malva ober Lavatera ifylm fantt. 



Monadelphia Polyandria» 213 

(§3füt)ten adjfclflanDig, einzeln, jutvcilfn. oud^ enDftanDlg unD an 
Der <spi£e le$ ©tangels unt Der 5Jcßc t>id)t jufammen fhljenD; 
©tängelblätter tief geteilt) luiD Malvae fasciculatae (mit aü)' 
felfranDigcn, in 53iifdjefn (M;enten 23lüf)ten nnD gelappten 23latUrn). 

571, Alihaeju «Rofpn« oDer (Sibif d) poppet ')• Slufjenfeld) fed)l* 
DiS neunfpaltig. 'ßwei Untergattungen: Althaeasfruin (jMcfy&üUe 
ne unfpaltig ; g-riidjtc&en ungeranbe?; Etappen mit fonverem ^tiefen, 
nidjt gerinnt nnö mit abgerunDcten S?änDern, unD Alcea ($eld)* 
l;iiUe fedjsfpaftig ; gruc&tdjen gcranDet, klappen auf Dem Slücfen 
tief gerinnt, mit fdjarfen, erljaDeneu Kantern). 

C. $nid)t eine tfouTemmene Mapfet (Hibisceae). 

572. Hibiscus. QHbifd). Slufjenfcld) vif flatterig ; Der roal;re $etct) 
funffpaltig. ©tiffel fünf, unterwärts jiifatmnengeroadjfm mit tie- 
fen, fopft'gen Starben. Zapfet funffadjcrig, fadjfpaltig*fiinfftappig ; 
Ö - iid)er weift mcörfamig. 

[93on tiefer klaffe bleiben auögefdjloffen : 
(131) Radiola. 
(330) Linum. 
(158) Lysimachia; 
(380) Dianthus. 

(399) Agrostemma, Untergattung üori Lychiii*. 

(400) Oxalis. 

(575) Polygala. 

(577) Spartium, » 

(578) Sarothamnus. 

(579) Gertista. 

(580) Cytisus unt Salzwedelia. 

(576) ülex. 

(581) Lupious. 

(582) Otionis. 

(583) Anthyllis. 
(593) Galega. 
(764) Xanthium. 
(742) Typha. 
(775) Bryonia.] 



') 3n Den S3iid)evn füljrt Diefe (Mtuno. Den QUmtn öibtfdj; aber rote 
es fc&eint, mit Unreal. 



2 14 DiadeJphia Hexandria. 

XVII. klaffe. 
DIADELPHU. 

Unteftelmäf$i$e ftivittetblübten, beten ^tanbfäben 

in zwei %$ün§el toevtvafyfen ftitfc. 

(t)cd) einige Sdjmettcrltn.qöblüljter and) mit mcnabelpfyifdjen 

©taubfäben. ©iefye 2. uub 3. Orbuung, befonberö 

Decandria s. Papilionaceae, A) 

'2. O r i tt u ii g. 
H E X A N D R I A. 

dlnt ffd)ö ©tau&gefäfte, faft bte Sfntfjcrcn allein frei, fo baß tiefe 
fuq getitelt erfdjetnen, mit) bte beiben, fluö brej t>crroad)fenen 
©taubfabelt befiefyenben fynpognmfdjen (Säulen n>ie jnxt fiarfe 
Präger au£fel)en. — Äelcfy $tt>ctblä'tterig, ffet'n, abfätttcj ober fei)* 
lenb; Sßlumenfrone unregelmäßig = »ierblätterig. $)tflitt an$ jmet 
öermadjfeuen $rudjtblättern gebilbet; ein abfälliger ©rijfel; $n?ei, 
oft jufammengetoadjfene Farben. Samen uabelnmlfiig; $etm 
fletn, am @runbe beö Gfin>eißc3, mit bem SQ3ür^e£d>en bem Sßabei 
Sugcfefyrt. (15. gamitte: Fumariaceae.) 

573. Corydälis. Serdjenfporn, ^otyltvurj. SBluuteiifrone einer 
jtvcUippigen SRadjenblutne äfonlid): tie ^Blumenblätter gufamuien« 
fdjließenb; tie heilen äußeren ungleid), ta£ obere am ©runte 
lang gedornt, tie betten inneren mit ilmen freu}franbig, gleid)ge* 
ftaltct, an u)ren »ertecften @pi£en jufamtnenbangenb unb tie 23e* 
frud)tung$organe bergenb. 2)ie jtvei Setaubfatenbiintet mit ten 
inneren Äronenblattem ftd) freujent. Zapfet fdjotenförmig, ein» 
fadjerig, ätueiflapptg, mit jtvifctyenf'lavpigen ©atnenträgcrn ; mef;r= 
famig. SWeljre Slrren (tie fuoHigen) nur mit einem ©amenblatte 
fciment. S)rei Untergattungen: a. Bulboeapnos. Söurjel frtotlig; 
©langet faft ^tveiblatterig, mit einfacher, entftäntigcr 23lübten= 
traube; ©ante mit einem einzigen jteimlappeu. b. Capnoides. 
äöutjel 3jtig*faferig j ©tiingel »erjtvetgt, beblättert; Stauben ge= 
genfiantig; jtvci gegen jtanbige ©amenlappen ; ©riffel tote bei Bul- 
bocapnos. bleibent. c. Corydälis s. str., ©riffel abfällig, fonft 
tuie Capnoides. 

574. Fumaria. ©rtraudj. Unterfd)eitet fld) oon »erbcrgel)enter ®at* 
tung tur$ eineiigen @ierflctf' uut nußartige, tüd)t aufftringente, 
eamig giurijf. fein 



Diadelphia. Octandria. Decandria. 215 

2. Ordnung. 
OCTANDRIA. 

$ld)t, untertvartö eiubrüberige, obcrwärtö in jtt>ei gleiche b. fy. 
auä Uier äufammeugemadjfeuen gäben befiefyenbe, gegenftänbige 
Sünbei geteilte <&taubQtfä$e, fo t>a$ tneijt nur $J»ei Präger öor< 
fyanben $u fein fdjet'nen, üon beneu jeber nur wx Sintfyeren trägt; 
biefe einfäci)erig (fyalb?? — bann müßte bie ©rbnung eigentlich 
Hemioctandria fyeißeii), nn ber @pi£e in ein ?od) auffpringenb. 
tyiftiü aue jtt)f i »e rmacfyfenen Fruchtblättern gebilbet ; meifl nur 
ein ©rijfel, ©oarium ein* ober jweifäd)crig ; ©djeibercanb 
ben Älappeh entgegeugefegt; gäcfjer menig. ©ame fyangenb; Äeim 
arenftänbig, gerabe mit nadj oben gerichtetem SBürjeldjcti, mtift 
eimeigi^altig. (72. gamifie: Polygaleae.) 

575. Polygäla. Äreu^s ober £ttnmelfaßrt$&lume. JfMd) fünf« 
blätterig, tie iwi inneren feitenfläntigen ^"etcOblattev feör grofj, 
fJiigelförmig ; Äronenblatier in eine aroeilippige SSlume öerivadjfen; 
Oberlippe jiveifpaltig ; Unterlippe fielförtnig, bie ©tanbgefafie ber- 
genb, nad) öoni f aminig ober pinfelig jcrfd)ti|t. gruc&t eine $u« 
fammengebriiifte, s&veifäcfjerige, jroeifamige i?apfel. ®amc am 
(Srunbe mit einem deinen, Eveifpaltigcn. anliegeuten Sföantet. Uns 
tergattungen : a. Polygalon. famm berftrone yietfpaltig ; Staub* 
fäben bte juc @pi£e in givei 53«nbet t>erroad)fen ; dünnen blau 
bte tüeifj; Sieben fajt einfeitig. b. Chamaebuxus. Hamm ber 
Strone öiertappig; ©taubfaten frei, nur am ©rnnbe mit einanber 
t>ertraci)fen ; SBlumen gelb. 

3. Ordnung. 
DECANDRIA. 

3el)n beutlicbe (Staubgefäße. — Meld) regelmäßig fünfjätynig ober 
jroeilippig; tone fünfblättertg, tief unten im Äeld) angeworfen; 
bie fer>r uugleidjcn Blumenblätter perigpnifd), meifl (burefy XtyiU 
weife SSerwadjfung ber beiben unteren gutn ©djiffdjen) eine wafyre 
©djmetterlingöblutne bar|Menb. Sie jefyn ©taubfäbeu wie bie 
^Blumenblätter angeheftet, ein* ober häufiger sroribrüberig, in Ufy 
terem galk neun Präger $u einem 23unbel »erwadrfen unb ber 
$ef)nte (obere) frei; ©taubfolben in ber Siegel jweifäcfyertg. tyit 
friß atö einem $rud)tblatte gebilbet; @terfrocf frei, mit einfeitigem 
©amenträger» grudjt eine einfäcfyerige, feltener (bnrd) hie in* 
wenbig verbreitete untere Stfabt) $weifäd)erige Jpülfe, juweilen 
auc^ quetwänbig (@liebf)ülfe) , gewölmlidj mefyrfamig. ©ante ei< 



2l6 Diadelphia Decandria. (Papilionac.) 

n>eigIoö; Reim gef nimmt, feitenttntqelig ; Keimblätter fZeifdng 

ober mel)lig. Blätter rocdtfelflänbtg , mit Nebenblättern. (6. 

^antih'e : Papilionaceae == Leguminosarum trib. aiior.) 

A. Äerpleboneit fleißig, ctmaö flacf), bei ber Keimung ati 
grüne, mit Öeffnungen (?) oerfetycne, stattet ftcf> über t>k 
Grrbe erfyebenö (Phyllolobeae). 

,4- £üife ununterbrochen, einfaefterig ober, ti\\c bei ben Sljiraga* 
lecu, bmd) bie eine, cjnjef$lagene~''?2a£t jrceifä'c&erig , meijt 
regelmäptg (ber £üngc na<&) auffpn113er.lv nur wenn ft>, iya-6 
fetten öoifojmnt, einfamig ijr, niebt ober ringsum auffpitu* 
ßent». Staubgefäße ein- ober ffüipvtitiitig. (Loteae). 

St. Staubgefäße mpnabe(pjifc§. 
1) £) : ,e 23aft6 ber 3Iiiget bei* ©ijinetrerlincjßblume. am 
oberen ttanbe feinfalttcr * vunjelt^. Rdd) ungleid)4ippig. 
Sinteren bei meinen ©attungen abir-ecfefelnb uugleid). 
[unb in nod) nid)t geöffhjfteu Ötumen 511 uuterfudjen ], 
(Genisteae.) 

576. Ulex. 4>ecffame. Äctd) bU auf leix ©ruub ätueitbeUig * lippig, 
mit $ȟei$5l;higcr Ober* unb breijcitjniger Unterlippe. S5a>3 Sd)ifF s 
d)en ber Ärone jiueibtattertg. ©riffel cimvartS gefrümmt. £iilfe 
Streif lappig, einfadjerig, ftirj, gebuufen, tnel;re.ug, tvenigfamig. 
33tüt;ten einjeln, groß, gelb. 

577. Spartiuin (Spartianthus Lk.), Pfriemen. Rdd) obenvärte ge^ 
fpatten, cinlippig; Sippe an ber Spi(j£ troefenbautig unb fleiu* 
fiinfja^nig. ©riffel pfriemtid), bartio-Sj Sparte länglid), fdjivam* 
mig; unter ber ©pi^e tfc-S ©riffeis einiüärt-S fcer £an$t nad) ans 
gewadjfen. Sd)ifFd)eu siveiblätterig. |nilfe flad) jufammenge* 
briieft, öielfamig. Slül)ten groß, gelb. 

578. Sarothanmus. 53efenpfviemen. $äd) jtreitippig ; Sippen trof- 
fenl;ä'utig, bie obere ätvei*, bie unlere treijäi;nig. ©rififet feljr lang, 
freiSfÖruiig - jufammengerollt, obenuarte »erbieft unb an ber inne= 
reu Seite fiad), aut ©runbe raul;l;aarig ; 9?arbe enbfränbig, Hein, 
f'opftg. f)ülfe fiad) äufammengefcrücft, tielfauiig. 23lüt)ten groß, 
gelb. 

579. Genista. ©infter. Äcld) . jun-ilippig ; Oberlippe jir-eifpaltig, Hiu 
terlippc breijabnig. g-afmc ber Ärone lauglid)--eiförmig; Sdjijf* 
d)en länglid), gerabe, fhnupf, tton ben ©efd)led)t<5organen entfernt, 
©riffel pfriemlid), aufftrebenb; Stfarbe enbfiänbig, fcöief, einwärts-; 
abfd)üffig. Sjülfe jufammengebrücfr, üielfamtg. 33lüt;ten meifl 
gelb. 3^i Untergattungen: a. Corothamnus. Oberlippe beö 
SeldjesS htrj giv»eijäi;nig. b. Genistae verae. Oberlippe txö 8cU 
d)e$ bis auf Im ©runb ^tveit^cilig. 



Diadelphia. Decandria. (Papilionac.) % 17 

580a. Cytisus. $3o{;nenflraud}, (Sol öre gen, ©eißrlee, Älce« 
bäum, ileld) jrüeifippig ; Obcvli^ye jtucifpattig ofcer ganj, Un- 
terlippe meift trcijälinig. <yal;ne fcer Gerolle groß, eirunt; Sduff* 
d?en flumpf, tie ©ejrualorgane eiufcbließenfc. ©riffel pfriemlid), 
aufftrebenfc ; SHarbe enfcflantig, frätef, au&vartä abfdjüfjig. $ülfc 
jufatnmengefcrücft, bielfamig. Stangclblatter flctö fcreijablig, Untergat« 
tungett : a. Laburnum. S?eld>röt)re rurj, am ©runfce mit einem 
einzigen fefor fleinen p.tcr ganj ebne ©ecfblatt; Stavbe mit ber* 
langcrten^apiUen getvimpert; JiaMfhang an lex Spi£e ntdjt »er* 
lieft, ^ßlüyten geil). — b. PhylJocytisus. $tld)röt;re lui^, mit fcrei 
©ecf blättern; 9?arbe fafi geivimpert; Sßabelflrang an ter 0pi£e 
feulförmig vertieft. — c. Calycolorae-, &e(d) fdjlaudjauig, furj 
jtveilippiö, rundum abgefdwitten unt? Spi^e tvigfaftent. — d. 
Tubocytisus. i?eld)röi)ve lang, langer aU tie Üteldjlippen ; 3?arbe 
nidtf geivimpevt; SRabelfkang am Tiabel in einen freieförmigen 
9lrülu£ ausgebreitet. — e. Lotoides. fäeld) tief ^smlippig; Ne* 
benblättd)en frautig ; Sßarbe mit verlängerten, ober fcennod) iaum 
bemerkbaren, Papillen befe|t. 

580 b. Sakwedelia. $cld) jit-eilippig ; Oberlippe- ^eifpaltig der jtveijd^* 
mg, Unterlippe tre^ä'^nig. 9?arbe mit langen Rapiden genntnpert. 
Spüi\e jettig. ©täugelblätrer nicl)t immer breual;lig, aber ol)ne 
Nebenblätter. Uebrigenö-tvie Cytisus. Untergattungen: a. Aste- 
rocytisus. Stängelblatter gegenjHnfcig, trdja&Hg; ölattfiiete blei« 
benfc. — b. Salzwedelia, Stängel gebügelt, fafi gegliedert; 23lät* 
ter abived)felnt> , mit fcen 53la$tjiielen abfallend (Genisfa sa- 
gittalis.) 

581. Lupnius. geig« ofcev SBotfSbobne, Solang er jeUeber, 
$eldj §tveüippig. $al)\u ter Strone an -ten besten Seiten jiirud 5 * 
gefdilagen; Sd)iffd)en jußefpifct, oft gefdjnabett. Staubgefäße mit 
fünf abwedjfelnt) feineren, runtlidjen, unt fünf größeren, längs 
lid)en Staubfolben. ©riffet fätlid), auf jirebent) ; 3?arbe fopftg. 
£ülfe lefcerig, holperig, jitieiflappig; aroet* cfcer »ielfamig. Blätter 
fünf; bis neunjäl;lig geftugert, fd)Ui)fliclig. 23lül;ten in aufregten 
Trauben, meifr blautid}, aber au^) weiß it. f. w. 

2) S)ie Flügel ter trotte nid)t runjelig gefaltet, 5Md) fafl re* 
gelmäßig' fünfjäljmg ofcer beinahe jiKtlippig. (Anthylli- 
deae). — §5ie beifcen fceutfdjen (Gattungen l)aben cberwartö 
üerbreitete Staubfäden. 

582. Onönis. SSeiberfrieg, §au$tü)tU $eid) glorfig, fiinffpaltia 
vlev fünfteilig, bleibeut, bei tev ^yiud)treifc offen, ftafym lex 
SBlume breit, gefireift; 6d)iffd)en in eisen pfuemlidjen ©d)nabel 
jttgefpi|t. ^>ülfe getunfen, fttyrib, armfamig. @amm nierenföi« 
mig. Slätter: 2)riningc. 



218 Diadelphia Decandria. (Papiüonac.) 

583. Anthyliis. SSunfcflee. .tfelcb walzenförmig, fui'3 = fünfää^nifl, 
nacb, t>er Blühte t>crwelfenfc, fcie $ü'lfe ganj cinfc&Hefjenfc, oft auf» 
geblafen. ^ronenblatter fajl gleid) lang; @d)iff4)eu ftumpf cter 
furj jugefpi^t. @taubfafcenröl)re mit einer 6palte am ©runfce fcer 
oberen <©cite. £ülfc meifl nur ein« bis jweifatnig, flete üon ter 
vertroct'neten 23lumc unt> fcetn belebe beteeft. Untergattungen: 
a. Vulneraria. Äeld) röl;rig*baucbig ; Oöavium jweieiig; ©rtffei 
lang, in fcee ÜKitte fnieförmig auffleigenfc. £ülfe lang gejlielt, 
jweifamig, in fcer ÜJJitte jufammengejegen, mit teutlidjer £}ucr* 
fcbeifcewanD, bteweüen luxd) 5cl;lfd)tag einfamig, bäutig, an ter 
Slufjcnnabt auffpringenl). — b. Corvicina. $eld> baud)tg=röl)iig ; 
©tcrjlocc mebreiig ; ©rtffei lang. £ülfe gefltelt ; armfamtg, be* 
ringt, mit Querfcbeictwanten, lefcertg, am äußeren SRanfce auffprtn* 
genb. — c. Barb» Jovis. $elcb baucbig*glocfig ; Oöarium meljr* 
eiig. -fmlfe einfamig, lefcerig, ntd)t auffpringeno. «• Barba Jo- 
vis p. s. d, ©riffel jiemlicb furj, aßmälig auffleigenfc. £>ülfe 
febr furj geflielt. ß. Cytisoides. ©viffel fang, in tat 2Jittte ofcer 
oberwä'rte fmeig auffreigenfc. £ülfe gezielt. 

83. ©taubgcfäfje sweibrifteiig (nur bei 593. Galega fafl mo* 
natelpbifcb/). 

i)' Stattet: bm * (aud) fünf*) $<ty%. $üi\e etnfad)erig, 
meifl jweiflappig (Trifolieae). 

a. @d)iffd)en nid)t gefdpnäbelt, entwefce* jugefpi^t, ofcer 
btofj ftumpf, ofcer flumpf unfc mit einem @tad)ef* 
fpi§d)en »erfebeu. 

a- @taubfatenfaute nic^jt ten Äroncnblattern ange^ 
wac&fen. 

584. Sledicägo. ©ebneefennec. Seid) walzenförmig, fünfjaljntg ofcer 
fünffpaltig. trotte abfällig, mit flumpfem, in ter 23lübte uieifl et* 
waä juriicfgcbogtueui Siele; §lÜQel gleidjmü§ig=fcnöe^, am oberen 
Sftanfcc nid)t eingeorücft. ©ierflocf mit ter ©faubfatenröf;re nad) 
ter Befruchtung t?on feinem ©runte an aufwarte gebogen, an 
tie x$atynt angelegt, unt) tiefe gleidjfam aufwarte ^nrücfCriicfeno. 
©riffel fabl. #ülfe ftcbelförmig gefrümmt ofcer fcbnecfenförinig* 
gewunten, ein* bte süelfamig. S3lübtcn meifl gelb, fetten triolet. 
Untergattungen: a. Falcago. ßu$erne. hülfen |ufammenge» 
triicft, ftcbelförmig oter fcbnecfenartig*getrebt, mebrfamig; @ame 
eiförmig. §lu$tauernte ©ewädjfe mit langer, oft weitbin frieden* 
Itx IBurjel. — b. Spirocarpos. hülfen löffeiförmig, ein* bte qo* 
wentelig, ein» ofcer armfamig; SamenfÖrner nierenförmig. @in* 
cfcer jweij|al;rige ©ewäc^fe mit gelben 33lumen. 



Diadelphi» Decantlria. (l'apilionac.) 21!) 

585. TrigonelJa. ^ornflee, 25ocfö- oter £ut;l)orn. tfeldj mit 
Blume fafr irie bei voriger (Gattung; jener glocfig, tiefe mit abfle- 
beuten ftfugeln unt gM) nc » lmt l e l H ' fUiticwi, fhunpfen @djiff= 
d)eu. (SierfÜocf bi$ jum ©riffel gerate; Dtefer f«l)l. Qütfe linea« 
rifd> oter langlidHtnealifd), jufammengetrücft, gefdmabelt, vier* bte 
viclfamig. ©iniäln-igc Kräuter von turd)tringentem dkrudje unt 
mit adjfelfläntigen, meift gelben Blitzten. 

586. Melilötus. ©teinflec, ^onigflee. $eld) sloefig, fafl gleid}- 
mäfug^fünfjälmig. Ärone abfällig, mit frumpfem Äiele unt gleid)* 
uiäfng * fonveren, am oberen ^ante nid)t eingetrücfteu klügeln, 
alfo ruie bei ten beiten vorl;ergel;cnten ©at ungen. ga-udufnoten 
bi£ jum ©riffel gerate; tiefer fal;l. £ülfe fajl t'ugelig, oter läng* 
lid) eiförmig getunfen, au& tein Äeldje l;ervorrogent, ne£förmig 

**otcr querüber in Bogen geaterr, ein- bte vierfainig, ungefdjnäbelt. 
Kräuter. 

587. Doiycniuni. Bacfenflee. fttid) fünftaljnig fafl fliveilippig, m\ 
©rtmte oberfeita jireil;öclerig ; tic beiten oberen Qtyne breiter. 
Bluine mit jhimpfem Stiele; ft-lügel »orn jufauimenl?ang.ent, in 
fcer ÜKitte mit einem langficucn blafig - angcfdjivollenen £lnerbaus 
fd)e. ©taubfäten abivedjfelnt obertvartS etivaS verbreitert, ©riffel 
faljl, mit fopftger Sftarbe. -fnilfe tventgfamig, aufgetunfen, langer 
aH ter ^e(d). Blätter metjr fünfeäljlig; Blühten tveifj, tcltig. 

588. ßonjeania ♦ . . . . Reld) fünfjälwtg; Blume mit Mira» 

gentem, ntdpt gefduiäbclten Äiele; glügel nid;t mit einanter ver= 
tvadtfen, gleidjuiSfjig fonver; ain oberen 9tante vorn turd) einen 
£äugöcintrucf geranter. ©riffel wie bei voriger (Stattung. -£>ülfe 
länglid) oter linealifd), leterartig, mit flehten papierartigen £Hter= 
fdjeiteivänten. 

/s. «©taubfatenfauleten Blumenblättern me^r oter tve* 
niger anßetvad)fen. Blume blctbent. 

589. Trifolium. Älee. Äeld) meift röl)rtg, fünffpaltig oter fünfjährig. 
Blume nad) tem SBclfen bleibcnt; Blumenblätter meifi mit ein* 
antcr unt mit ten ©taubfäcen in eine 3töf;re venvadjfen; $icl 
frumpf. Ctaubfäten oberwärtö ettvaö verbreitert, ©riffel tal)l, 
£ülfe meift ftein, eiförmig unt ein* bis jiveifamig, oter langlid) 
unt trei* bi$ vierfamig, in ten $eld) oter tic vertvelfte Blume 
eingefd)loffen, fdjlaudjartig, l'aum auffpringent. Ärauter; Blühten 
meifl in runtlidjen oter a^renförmigen Ä'öpfen. 

b. @d)iffd)en gcfd)nabelt. 

590. Lotus. JrauenfingerÜec, audj @d)Oten* unt Spoxntlee. 
^elcfe fünffpaltig oter fünfiät;nig. Blumenfrone abfallig; ©d)ijf* 
d;en anfleigent, oefdjnäbelt; ^lügel mit i^rem oberen 9?ante ju- 
fammfnfdjließent. Staubfäten »ved)feltveife nad) oben ju ctivai' 



S20 Oiadclphia. Decandria. CPapilionac.) 

üerbreitert. ©riffel $itf$il}\, glatt, mit trumpfet 9?arbe. £ülfe 
linealifd), gerate cter grfnimtnt, ungezügelt, ciufä4>fr>3 oter mit 
Querfdjeitemvänten, öielfamig, in jtvci fd)iaubenfcrmig, fid) tvin* 
teilte Etappen auffpringent. 35fiil;ten toltig. 

591. Tetragonolobus. Spargel boljne* 5lefd) unt 33lumc rcie bei 
öcrl;ergel;cnter ©attung. anfiel faljl, oberrvarts öertteff, mit cU 
neu sjerfdnnälerten, rinnenförmigen oöec fafl jtvcilipütgen, (>ol;len 
SRarbe. £ulfe gerate, mit tief Warnungen, namlid) jtvet fcfcrag 
nad) oben mit j^ei fdjrag -nad) unten gemuteten, glftgeßföttteoi 
unt tünntjäuti^en Ouerwantcn. 

2) Blattei: unpimg = §efitbm. £ülfe ejufadjerig, ol;ne finge* 
trücfte 9<al)t. (Galegeae). 

592. Glycyrrlnza. ©ufjtvutä,' ©üp&clj. 5?elc^ jtveilippig, tie bei- 
ten oberen 3^J nc &«f ä« 1 ' 2^ it{e »cnuadjfen. — SJUnne mit fpfc 
^em, sroeifpaltigen otet jtveiblatterigein £ie£e. ©taubfaten ober* 
mavtö etrca$ »ertütittt. ©riffel fahl, fä'fclid), nad) oben öerfdmiä* 
lert 7 mit fhimpfer, fdjiefer 9?arbe. $)ülfe jiveiflappig, eiruut otet 
langlicr), $ufammengetrticft, einfadjerig, ein: bi» öierfamig. 

593. Galega. ©etßraute, ©eifh-autenflee, ®t\%tUu ffel* 
glodig, jiemlid) g(eidnnä^ig-füuf$äl;nig, roelfent. £rone mit ein* 
blätterigem, (rümpfen @d)iffd)cn. ©taubfäten einbritterig (t» Ij. 
ter jel;nte bis jur üttitte öcrtvadjfcn), pfriemltd;. ©riffel tal)i, f3b* 
licr); 9?arbe punktförmig. Qülfe jtveiflappig, linealifdj, jrielrunt* 
lid), holperig, ergaben, feftief-aterig gefrreifr, »ielfautig* 

594. Colütea. 23lafeu(traudj. $eld) gfocftg, fünfealmig, tic oberen 
3ä^ne fiirjer. gaf)ne ter 3fronc groß, abfiel;ent §urüctgefd)lagen, 
am ©runte jivnfdnwlig ; <2dnffd)en in einen rurjen, abgefluteten 
©djnabel au£ger)ent. ©taubfäten fätlid). ©riffel an ter Snnen* 
feite fiad), öoin ©runte bis $ur <©pi£e beifccifeitö ter £änge nati) 
tid)t bewimpert, an ter <Spi£e fadenförmig juriiefgebogen, auf ter 
Biegung ter ©pi£e tie eiförmige Siarbe tragent. ^)ütfe gefliclt, 
eirunttictHalmförmig, fiatc 1 aufgeblafen, trodenl;autig. ©iraudj. 

595 Rohinia. Robinie, fälfdjlicl) Slfajie genannt. $eld) fünfmal)* 
nig» 3ät>"* lanzettförmig, tie beiden oberen rurjer unt n<u>r bei* 
fammen. ^rone mit großer, breiter, runter, abfieljenfcer ftatynt 
unt fiumpfem Äielc. Staubgefäße abfällig, ©rijfel nad) oben 
a«Stt>art$ bärtig; 5ßarbe fa^l. £iiife fafl ft^ent, fiac^ jufammen» 
getrücft, meift ötelfamig; tie obere 9?al;t abgeplattet, mit jtvei öer* 
tirften Seiften. Säume oter ©trauter, urfprünglt^ au$ 9?ort» 
Slmetifa. 

3) Blätter unpacig = gtfitbttt.. Qütfe turc^j tie ntc^t famen* 
tragente, untere, einn?ärtö ftarf t>orge;ogene, Slafyt jweifac^e* 



Diadelphia. Decandria. (Papilionae.) 221 

viä ofcer l;alb3tt>eifäel)<!rig; oter an ter oberen 9fou)t einßc» 
trücft. (Astragaleae). 

596. Phäca. SDergf infe. $dd) fiinfjä'ljnig, tie jwet oberen 3<tyue 
entfernter. Winnie nrit fiumpfem, ungefdincibclten Äiele. ©raub* 
faten fattidi. (Sriffet pfriemlid), fat;l, mit ffumpfer Sparte. #iilfe 
im ^eld;e langer oter tüf'&i gcfttelt, aufgebtafen, etufäd)erig, an 
ter oberen, famentragenten 9?af;i l)ihiftg eingetrüd't. 23ei einigen 
Slrren (subgeuus Hcmipiiraginium) bittet tie untere 9?a^t eine 
unvoflf'ommene <©d)citeivanfc. — Sllpenfrauter. 

597. Oxytröpis. Sllpentv-icf e, €>pi£fici. 8dd) mit) 23(ume ebenfo, 
nur ta$ €>d)ijfd?en ter leiteten unterhalb ter {rümpfen ^pißein- 
efn geratet €5rad;clfpi§d)en au&jel;eut. ©taubfäten unt ©riffel 
ebenfaö# ivie bei voriger ©atiüng. £iilfe getunfen oter 5ütin* 
tvtfd;, einfadjerig, mit eingetrtitftcr oberer 9?ai;t, oter fjalb* 

- äiveifad)erig, mit ftarf eingebogener oberer 9ial;f, cter taturd) Jivei* 
fächerig, tag bette 9cal;te gebügelt ftnt. 

598. Astragälus. 58ärenfd)ote. $?eld) fiinfjäl;nig, ter Gfinfdmitt jtvi* 
fdjen ten beiten oberen 3äl> nen etivaö weiter unt tiefer* SJrone 
mit ftumpfem, nidjt jugefpi(}tcm, unbegrannten ^iele. ©taubfaten 
unt ©uffel ivie bei Jen vort;crget;entm (Gattungen. ^>ülfe mit 
einer merjr der weniger boUfommeuen, turd) tie eingebogene, un=» 
tere Tiafyi gebilteten, ©d)eitett>ant, unt taturd) jtvei = oter Ijalb» 
$h>eifad)crig. 

b. ipulfe tii Ouerfäd)er oter ©lieter setl;eilt, i;aufig giiettveife 
jetfpiingent ; oter tveun einfadjerig, nid)t auffpringent, unt 
glcid)fam nur ein einzelnes §a<$ einer @lictl;ülfe tarfiellent. 
©taubgefäpe (meift) ^eibrüterig. (Heriysareae.) 

31. 'S3lüi;ten tcltig. §>ül\en treijrunt oter jufammengetrücft. 
(Coronilleae). 

1) «äülfe nid;t in (Bliebet* jerfaKenb. 

599. Securigera, (ß e curiäacn alior.~). 93 e i t lv i'cf e. 5Md) furj, glocfig, 
fäfi jiDeiüpt'igsfünfjafyuig; tie^ beiten oberen ^ciljnc über tie SKitte 
vern>ad)fen. Stiel ter Ärene jugefpißtsgefdmabelt. ©taubfäten tved)* 
felrveifc an ter ©pi£e verbreitert ; ^>ülfe fladj=jufammengetrücft, 
nidit in ©lieter ftd) löfent, mit ftavf vertieftem Spante, unt mit 
S5eren0crungen jivifdjen ten «Samen. 23lüi;ten ju trei bte fedjS, 
gelb. 

2). «oidfe quer in ©lieber seefpeinc/enb. 

a. ©d)iffd)cn ter S3lumenfrone gefcönabelt. 

«. hülfen an ten ©eleufen ßufammengejogen (ein« 
gefdmüvUgeglietetf), 



£22 Diadelphin Decandria. (Papilionac.) 

600. Scorpiürus. ©| orpicmuicf e, ©f orpion f djtvanj. Äeld) tmt 
23lumenfrcne n>ie in ter vorljergebentcn ©attung. ©taubgefafje 
ived)felrveife an ter ©ptfjc fd)eibd)enartig erweitert. £>ülfe lang, 
fd}nedenlinig * juvücf gerollt, ter Sänge nad) gefurd)t, auö trei bi$ 
fedjö cinfamigen ©lietern feeilc^ent 1 . 

601. CoroniNa. .ftronn>icf e. Äeld) unt Slumenfrone wie bei »Jen bei' 
ten vorf)ergel;enten Gattungen. 25ie ©taubfaten langer, frei, ober* 
tvartö verbreitert. ©liett)ülfe verlängert, gerate oter gebogen, trelj* 
vuntlid) oter vier* bte fiinff'antig oter fafl öierfiügelig; ©clenfe 
gmveilen fein geringelt; ©licter länglich einfamig. 23et ter lln« 
tergattung Hcinerus, ©l; orpionfame, iveld)e auef) nod; turd) 
fc£>r lange, ten Seid) fafl um» 3>reifad)e Überragente Blumen* 
Matter ftdj au^eid;nct, trennt fiel) tie runte .fuilfe nur langfam 
unt fpat in ityre ©lieber, iväprent fie bei ten Coronillis genui- 
nis tne^r vierkantig oter vierflügelig ifl, nnt leidjt in iljre ©lieter 
jerfaöt. 53ei ter lederen Untergattung jmt aud) tie Äronennä* 
gel mit tetn ^tiefte fafl von gleidier Sänge. 

ß-. £ülfe an ter oberen ütfaljt nad) ten £ufcifenföi* 
mig gebogenen ©amen tief budjtig * auSgcfdjnitten 
nnt gelappt. 

602. Ilippocrepis. fyufei fenf lee. Seid) uut 33lumeuhone rcie bei 
Securigera (599). ©taubfaten iued)feliveife fpi£eivärt$ verbreitert. 
£>iilfe verlängert, $ufammengetriicft, geglietert, in ter oberen fflatyt 
budjtig au£gcfd»tiUen unt gelappt, ©amen l;albriug* (oter j*«fe> 
l'en=)förtnig. 

b. ©d)iffd)en ter SBlumcnfrone nidjt gefdjtiabelt. 

603. Ornithöpus. Älauemvicfe, 5Uauenf)ülfe, SSogclflaue. 
• $Mc& verlängert, rityrtg, fafl »vasenförmig, tief funfoaijnig, übrt* 

gcn£ tvie bei ten vcrljergebenten Gattungen. Äiel ter S?rone oben 
flumpflid) abgeruutet, jufammcngetrücft. ©taubfaten abivedjfeliit 
an ter ©pi£e verbreitert. ©lictbülfe lang, fafl gerate oter ein= 
ivartö gebogen, jufammengefcriicit, runtlid) Qmd)t vierfantig), ein= 
gefdjnürt=gcglietert, an ter @pi|e gcfdjitabelt, überhaupt einei 5öc- 
geisel;e nidjt ganj unäbnlid); ©Meter länglid), einfamig. 

$J. 33liil;ten traubig oter übrig, ipülfen jufammengetrücft. 
(Onobrycbeae). 

1) £ülfe vitlgikbtig. (53latfer bei vielen reizbar.) 

604. Uedysäruin (incl. Desmodio). ©üpHee. Seid) fafl glcidjmäfng* 
fünfteilig, mit pfriemlidjen Sappen. tfiel ter tfrone fdjräg abgc« 
ftufjt, langer alö tie Slügel. Staubfaten pfriemlid). ©lietl;ülfe 
au6 jufammengetrücften, runtlidjen, einfamigen, bei ter 3?cife 
ant Uid)t trennbaren fölietern beflel;ent, an beiten Diabten geferbt. 



Diadelphia Decandria. (Papilionnc.) 223 

2) «äülfe einglkbtt'ig, emfamui, nicht »utfi"princjenJ\ 

605. Onobrychis. guttcrflee, @ ö p ö r f c 1 1 c. Äeldj, 33lmnciu*rcne 
unt Staubgefäße ivie bei voriger ©attung. £ülfe leterig, netj* 
artig* grubig, ter obere (famcntragentc) 3?ant tiefer, gerate, ter 
untere tiinner, bogig »orfpringent, oft gcja'imt, gelammt, gelappt 
oter tornig. 

B. ftämblätttv btcf, mebiietd), nie fTd) griinfärbenb. (Sarco- 
lobae). 

A. Staubgefäße jtetS jiteibrütcrig. £>ülfe regelmäßig, itmtnter* 
brechen, -?nfad)erig cter turd) lveicbe, au$ locferew, äart»fdnvam» 
migen 3eUgetvebe befiel;ente Ouerfd)eiteivänte geteilt. .ffeim* 
blattet- i r erantert unter ter Grrte bleibend. Stängelblätter 
»cn untet auf tved)felftantig, (mit Slusnafoine von Cicer) 
parig*gefi' efcert, ter 23lattftiel in eine SBcrfie oter 9?anfe ftd) 
entent. SBurjelblatter fel;lent oter fcfcuppenartig. (Vicieae). 

1) (Briffel t'abl. £ülfe febr. <mge{d)\volhn, 

606. Cicer. £id)er, Ätdjererbfe. 3?eld) fünffpaltig, mit jugefpitj* 
ten 3'Pftln ; tie jivei biß biet oberen ^ätync ter ftatme ter 23tu» 
uicnfrone aufliegent. Staubfäten obenrärtö verbreitet. Griffel 
fabl, in tie abgeflutete 9<arbe tUva& »ertieft. £ülfe baud)ig*auf« 
gefdnvollcn, bauttg, einfadjerig, jiveiflappig, ^tveifamig. ©amen 
fantig, runjclig, jugefpi^t. 

2) (Briffel flaumba«rut; ^>ül;e niebt baucbig^uifejf.trieben. 

«. ©riffel fatlid), überall flaumig » bcljaavt cter unter ter 
Spi^e an ter Qlußenfcite mit einem 23artc. 

607. Vicia (incl. Ervi speci). 23iefe. $rlcb fünffpaltig oter fünftafc- 
nig, tie beitett oberen 3'Vf e ^ füv^er. QJrijfcl fatlicfo, weift fafl 
rcdjttvinfclig gebrodjen, gegen tie 9?arbe etwas »ertieft, balt be= 
baart, batt glatt, balt mit, balt oljne 23avt auf ter unteren Seite. 
£ülfe jtveiflappig, rinfacberig, jreei* biß »ielfamig, stvifcfccn ten 
«Samen gar niebt oter niebt »ollftantig gcfd)lo|Jen. Samen fuge* 
lig cter ellipfoitifd), ivagcrcdjt angeheftet, mit berjförmigem oter 
liuealtfebctn Siabel, i»eldjc,r bor ter 3*teifc mit einem gleichförmigen 
Sföantel beteeft ifl, an ter S e i tc. 23lattev abgebrochen gefiebert, »iel* 
porig, ftietern an ter Spille meifi begramit; S3lattftiel in eine 
flitnmente SSicfelranfe oter eine Spi§c auslaufcnt ; 23lübttn ein* 
jetn oter in Sraubcn blatttvinfelftäntig. 2)teifl flimmente Äräu* 
ter. 9Son tiefer ©attung ift auägefcbloffew: Vicia FabaL.; tagegen 
muffen bierber gerechnet tverten folgentc 5üten »onErvura : E. hir- 
tura L., E. tetrasperraum L,, E. gracile £., E. monanthos L. 
E. Ervilia L., n>eld)e mit ten 5lrten; V, pisiformis L., V. syl- 



221 Diadelphia. Decaodria. (Papilionac.) 

valica L. V. cassubica L. unt V. Oröbus DC. tie Untcrgat* 
tung Ervuia Koch., Mey. btiten, teren ©rijfel obertvartö ving&» 
um gleid)tuä§ig behaart, an ter unteren Seite aber ebne SBart ift. 
3Me übrigen Slrten von Vicia bilden ten Stamm ter ©attung, 
fcaS suhgenus: Viciae genuinae, leren ©riftel unter ter Narbe 
aufwärts bärtig, übrigem? f'abl ofcer juglcich an ter Spitje rings* 
um jottig=bel;aart jmt. 

608. Faba. Sau* oter öuffbobne, unterfdjeitet ftd) von verberge* 
Rentier (Gattung, ter fte übrigeng febr aljnlid) ifi, tvefentüd) fcureb 
tie tiefe, imventig jriufcften ten Samen turd) fdnvainmige Sin* 
fd)tt>eUungett gefcbloffene .£>ülfe unb langlidje, abgeplattete, tan« 
gente Samen mit tem linealifdjen Nabel am ©nie. ©riffel un* 
ter ter Narbe au ter Slugenfeite mit einem SBarte. hierher Vi- 
cia Faba. 

609; Lathyrus (incl gern Orob. et Ervi spec.'). (5rve. ©riffel nad) 
oben ju »erbreitet, abgeplattet unt» auf tie Seite getrebt, unter 
la Narbe etwa* bebaaif. Sie erfre Untergattung, Lens, Sinfe, 
mit ten Wirten: Ervum Lens, E. nigricans unt» E* LenticiiJa, 
|>at jufauimengetrücfte Samen mit fd)tvad>geit?blbten Seiten, ival;- 
rent tie übrigen faft tugelige oter febttad; längüd)e Samen t;'a* 
be n ; tie jroette Untergattung, Lathyrus (excl. Scheerbarthia = 
Nissolia alior.), 53ant lvicfe, unterfd)ei£et ftd) von ter tritten, 
Oröbus Lin., ©rbe, nur turd) tie Nanfcn an ten blättern. 

610. Scheerbarthia — Nissolia alior. SSJie vorige ©attung, teefa of;ne 
Stangclblartcr. — $abnefcbtvtelen(o$; #ülfe ungezügelt u.f.tv. >$\vti 
fein* verfdiietene Untergattungen: Aphäca (Q3latt{tiele fabenfb'rmig, 
blattlo», in eine Nanf'e entigent; febr grofje, am ©runte geborte 
Nebenblätter; 23lumenfiiele einblütig; Samen glatt;) unt Scheer- 
barthia (ölattftiele blatta'jmlid), ol;nc Nanfen ; Nebenblätter pfriem* 
lid)\ 53fübten(tiele eins bi» jiveiblü^tig; ©riffel ftir$, faft fdjaufel* 
förmig; Sltern ter £ülfenflappen von beiten Seiten fdjrag auf- 
lvärtö nad) ter SDütte ju verlaufend ; Samen l;ecferig, raub, oben 
unt unten eingebrücft, vom Nabel nad) tem gegcnüfcerliegenteu 
Nücfen ju beinahe fielfb'rmig vevtaufent). — 2)er Name Nissolia 
ifi von Sacquin fdjon an eine antere ©attung vergeben »orten. 

611. Pisum. Grrbfe. Arid) fünffpaltig. Staubfätcn fciatelpbifd), 
pfricmltcb. ©riffel auf ter unteren Seite jufammengefaltet « ge- 
fielt, auf ter oberen Seite eiiva» gebartet. £ülfe jiteiflappig, 
viclfamig. UebrigenS tvie Vicia. 33la*ter abgebrod)cn - geftetert ; 
Nebenblatter grojj. 

s. i>ülfe regelmäßig, ununterbrochen, cinfä'cherig oter mit febroam« 
migen 2lnfd)ireUungen jtvifdjen ten Samen. Ätimblätter bei 
ter Keimung meift au$ ter @rte emporgehoben. $i» un- 
teren Stangelbtatter gegenfläntig. (Phaseoleae). 



Di.'idelphin — Polyadelphia. 225 

612. Phaseölus. ©d) mingbol)ue. Seilt gfodig >^rceilippig, Oberlippe 
Sivei*, Unterlippe £rei$a[)nig. ©rijfel mit oen @taubfafccn uno 
lern langfdjnabeligen $iele lex ^al)m fpiralförmig gewnmben, 
obenvävtö bärtig, ©terflocf axn ®runbe mit einer fcljetDenfcrmi* 
gen, auStventig gefireiften 2>rüfe umgeben. Qütfc jtveiftappig, 
turcl) ledere 3*WenmatJfn jtvrfdjen ten «Samen querrcantig, »teU 
famig. ©amenuiantel linealifd), ben 9?abel bebeefent». 



XVIII. «raffe. 

POLYADELPHIA. 

Wlit $wittcvfttiif)ten , beten 'Btauhfäbeu in mthvc 
USünbel Devwadyfen ftnö» 

1. O v b n u n g. 

POLYANDRIE. 

%ftit jmanjfg unb mef)r auf be.i grudjtboben befestigten Staub- 
gefäßen. — Stdd) unb SSlumenfrone öier* ober fünfteilig ober 
eben fooiel blätterig; ^Blumenblätter im 53tüt)tenfnopfe unb naef) 
fcem SSerblüfyen um et'nanber gebrefyt. <&taub3efä$t meifl in brei 
bt'3 fünf 23unbel üerrcnrf)fen; «Staubfolben brefybar. ©rtffei brei 
bfö fünf (jumetfen fdjeinbar nur einer $. 33. bei bem erotifcf)en 
Hypericum monogynum) , meift getrennt, lang unb fäblirf); 
Farben einfad), grudufnoten frei, mefyrfädjerig; gäcfyer ttieleiigj 
^ameniräger jentral ober ben eingebogenen 9iänbern ber Älap« 
pen angeheftet. grudjt brei* ober fünffäerjerig, eine fdjeibettmnb* 
fpaltig*auffpringenbe Äapfel ober eine S3eere, reidjfamig. ©ante 
eiioeigloö; $eim gerabe mit einem gegen best Wabei gerichteten 
Uöurjelcrjen. ©tängelblärter häufig ourd)fri)einenb « punftirt; 
23lüt)fen meift gelb. (29. fiamilk: Hyperieineae.) 

613. Hypericum. 3 o ha nniöfr au t, Jpartl;eu. ßcld) fünfblätterig 
ot>er fünfteilig; Blumenblätter fünf, ©riffel (bei eim;eimifd)cn 
Slrten) brei. $apfel brei* ober fünffadjerig, fcvci* ober fünf« 
Happig. 

614. Androsaeinum. ©runbl^etl, 9ftann6blur. $eld) unb 5?lu» 
menfronc fünfblätterig, ©rtffel brei. 53eerc einfaeöerig, mit sier 
ivanbfiantigen ©amenträgern. 



15 



226 Syngcnesia Aequalis. 

XIX. JRIaffe. 

SYJGENESIA. 

JpermapfyrobittfdK Q3Iüf)ten, bereit 2Intf;ereu in eine 3fJcf)rc »er* 
warfen jntb, — ^Blühten jttutterig ober mlh\)iß, rcgefmdgfg ober 
unregelmäßig, in ein $opfd)en Gßbibcben, SÖIüf)tenfor6) bicf)t *= gc* 
I)äuft, »on einer getrennt* ober tterroadjfenbfätterigeu Jpuüe (Sinken* 
ober ^auptfe(d) , JpüUfeld)) umgeben, auf einer »erbiefteu ober 
fdmbenförmigen Spinbel (SMübtcnlager ober 33lü()tenboben) ft^* 
genb), oft mit troefenbautigen £>edblättdien (Spreubiättdien) ge* 
"(lügt. £)ie D?of)re be3 (eigentlid)en) ^etd)eö bem.<2nerf?ocfe ange* 
rcadjfcn; <5aum meifl trocfenfyäutig, verlängert unb oerfdjiebent* 
iid) jertfyedt (pappus, $rud)tfrone), ober fur$ unb ungeteilt, ober 
faum bemerfbar. JBfumenfrone ber jteldjrobre aufgefegt, tinblät* 
terig, entroeber mit regelmäßig fünf* (feiten ttier*) fpaltigem 
©anme unb ixe 3 ! Pf e * "» 35füf)tenfuopfe Happig, ober unregel* 
mäßig, ober jungenförmtg (eiulippig). Staubgefäße fünf, ber 
Blumenrohre angeheftet; mit ben ^ronenjipfefn abroed)felnb; 
©taubfäben (Präger) getrennt, b^arbünn, in ber VJlitte gegfie* 
bert; «Et'aubfolben h'nealifd), in eine D^öfyre »erroacfyfen, jnmfä* 
d)erig, eintoärtö in fängörtlsen auffprtngenb, au ber &pi%e ei* 
neu bäutigen Qnibfortfatj, am ©runbe girret tünne, bor|"tcnäl)iifid)e 
2lnf)ängfel tragenb. ©riffet einer; am ©runbe üon einer 
SReftargrube umgeben; Farben jnm. $rud)ffnotett einfädjerig, 
eineiig ; Midien anfved)t. ^rudbt nid)t auffpriugenb, trotfen (Sldiäne), 
ttou bem bleibenben $eld)faume (pappus, $rucbtfrone) gefrönt 
ober ofyne grudjtfrone. ©ame ol)ite fiuvetß; $eim gerabe, mit 
unterftänbigem, jum 91abcl gefegten SBür^cIdicn. (59. gamilie: 

Compositae = Synanthereae aiior.") 

9iad) bem Ctnne'fd'en Snfleme werben tie biergeqorigeu ©attun* 

gen auf folgcube ÜBeifc öert()cilt. 

1. Ordnung. 
POLYGAMIA AEQUALIS. 

ßiHe |3lü^ten Ijermapljrobittfd). 

A. Semiflosculosae. Sitte Slumcufronen jungeuförmig. 
A. §-rud)ffron« febevig. 

1) 23lül)tenla<?er. fpmtia. 
615. I-ivpochaeris. ^rfublüttcbrn hinfällig. 



Syngenesia Aequalis. 227 

2) 2Sln\)tcnlaxet nadft unb ¥&\)l, obet am Ranbe bev <£>öf» 
d)en fpmtia. 

«. ^ütlfelcb einfach; 93tatt<^cn gletd). 

616. Urospermum. 5 e ^ cllt ^ Cl * fötudjtfrone frei. 

617. Trag-opögon. gefcerdjen 5er $vu&ttwne öerßrtcft. 

b. Qüüteid) äiegeltad)formig oter aufjenfeldjig. 
a. geterdjen teS pappus öertvebt. 

618. Scorzonera. $yrud)t aOT ©runte mit einer teir Sftabel umgeben* 
ten fel;r furjen 0d)tt>iele. 

619. Podospennum, mit langer ©d)it)iele, tiefer aU tie Jyructyt. 

ß. §elexd)m ter Syruchtfrone frei. 

620. Thrincia. pappus ter 3?anbfriicOte fronenförmig. 

621. Picris. Srucbtfrone gleichgeflaltet, hinfällig. 

622. Leontodon. §rud)tfrone ebenfalls glcicfogeflaltet , aber bleibent. 
Sldjane aHmalig »ertünnt. 

623. Helminthia. ^rudjtfrone ebenfo. ©d)lie§frud)t an ter @pi§e 
runtlid) = fhimpf, mit fatenförmigem Schnabel. 

B. S)ie ^ruchtl'ronen te£ Nantes oter Strahlet (tvo tie «Strahl« 
blumen waren) fehr rauh, tie äufjcren baarfbrmig, tie inner» 
ßen am ®runte aulgebreitet unt jottig. 

624 Galasia. Slowenen ungefdjnabelt. 

C. grudjtl'roue einfach. 

1) 2Hühtenläget mit @pmtblattd)en. £>'u SRantfriic&te ein* 
tt>avt$ treilielig oter treiflügelig. 

625. Pterotheca. <2preublattd)en borfrenartig. 

2) ^Iüi)tenlagec naeft ober, am TXanbe bet £öfcr;en fpreuta - 
obet btenen^ettig. 

a. pappus ter 9tantfrüd)te fronenartig, tie ter Scheiben* 
früd)te fpreuig oter borfiig. 

626. Hyoseris. Slcfoänien te$ Nantes unt tie innerflen tcr @d)eibe 
treftruntüch, tie anteren flügelig * jufammengetrücft. 

627. Hedypnois. 2lUe @d)üefjfriid)te tre&runtüdj. 

b. Sllle §rud)tfronen amS ©preublättdjen oter abgeplatteten 
■£>ard)en gebildet. 

628. Cichorium. Spreublattdjen te£ pappus lanjetttid) oter länglid). 

c. Der ^appuS alter 3Id)enen au$ baarfertnigen Strahlen 
gebiltet. 

«. 2ld)enicn ungleid)förmig. 
€29. Zacyntha. 3tantachenen auf tem dürfen fehr bbeferig, öon ten 
fnapp anliegenten 23lättcfien ter holperigen £üllc umgeben, mit 
feitlid}em pappus. 

15* 



*Z2B Öyngenesia Aequalis. 

ß. &#enien gefdmäbelt; t»r ©dwabel am ©runt» 
»on ©puppen oter e-inem Hinge umgeben. 
680. Chondrilla. 53lütyten jivcirciljig. 

631. Willeraetia. Stuften t>ielieil;ig. ^rönctyen am ®runte te4 ©djna« 
btli etwaö geferbt. 

632. Taraxäcum. Stützten »ielretyig. 5?rönd)en au* fiad)elfpifcig«n 
©puppen gebildet. 

y. Sirenen enttveter ungefdmabelt otcr gegen tie 
@pi§e tünner, cter audj gefdmabeit, aber ter 
@d)nabelgrunt tveter son ©d)uppen «•«•) ™ n « s 
nem ^inge umgeben. 

a. 2ld)enen fladHufammengetnicft. 

633. Lactücft. ßaftid), Salat. 5fd>ene in einen fatlidjen Sdjnabel 
jugefpi$t. 

634. Sonchus. 2ld)ene fiad)^ufammengctr{icft, ungefd}näbelt. 

635. Mulgedium. Sirene nid)t gefdmabelt oter in einen fuvjen @d)na» 
bei $ugefpi£t; pappus von einem, aus htrjcn 23orflen beftetyenten 
Ärcndjen umgeben. 

b. Sldjene vierkantig. 

686. Picridium. Sldjene mit tief - geerbten ©den. 

c. 8ld)ene fafl splintrifd) cter tref)runtlid). 

637. Prenanthes. 2ld)ene ungefdmabelt. Slütjtenfopf trei» bi$ fünf» 
bltil;tig. 

638. Crepis, 2ld)ene gefdmabelt oter nidjt. Slütjtenfopf vielbltu)tig. 
*Pappu$ weid), nidt brüd)ig, mit l;aarartigen ©trollen. 

639. Soyeria. Sldjene ungefdmäbelt. 23lü>enf'orb vielblü^tig. pappus 
nid)t brü'd)ig, mit borjrcnfertnigen, am ©runte tieferen ©tral;len. 

640. Hieracium. (Sbenfo, nur ter Spappuö leidit äerkred)licb, mit l;aar* 
förmigen ©trafen. 

D. *ßappu$ fel;lent oter au« einem fur$»n Äröndjen, oter von 
jir-ei iöorfren gebildet. 

1) 35iül)tenlaaer. fpeeuig. Sldjene von einem ©preublattd;»n 
um^iiCft unt mit irjin vertvad)fen. 

641. Scolyraus. Slnjlatt ter §rudjtfvene «in geferbter SRant oter jivel 
SBorflen. 

2). 23lür>tenbo{5en nad£t. 

642. Rhagadiölus. püüteld) abfler)ent. Sldjene ol;ne ^appuS; Kant« 
aeftenen eingefüllt, ftfcen bleibent. 

643. Arnosöris. Qüttttld) eiförmig, fpäter bauchig, fugelig gufammen* 
geneigt. Sldieneu abfällig, ungleid;^el;urippig, mit gerunjclf »Ijöf* 
ferigen 3ivifd)enväu»wn, unt von einem furjen fünffantigem 
Spante gefrönt. 

644. Lapsäua. £üllfeld) uiwranterlid), mit aufredeten ©lattcfeen, 2ldje* 



Syngenesia Aequalis. 22V 

nten jtvan}igfh-eifig, mit einem undeutlichen 9?ant>e fiatt U6 pap- 
pus enfcigent>. 

645. Aposeris. Slctjene fünfftreiftg; ubvjflenS tvie Lapsana. 

B. Capitatae. 31 de 23lumen röfjrig. 

ä. %$lüt)teniagn nacft. 

646. Adenostyles. $üüt einfad) ofcer fafi feldjartig. ©riffelfdjenfel 
(Farben) »eriar.geri, »om Qkunfce an fdjarf- flaumig. 

647. Eapatörium. $?üü£tld) äiegel£ad)artig. 3Me ©cfycnfel Std ©rif» 
fcfö lang unt> t>om ©runbe an für} flaumhaarig. 

648. Linosyris. ipiiHfeld) ebenfalls gefdjintelt; aber fcie ©riffelfdjen* 
fei lanjettlid;, aUmalig öerfcunnt=äugefpi£t. 

B. 23lül;tcnfager tief = jcHig. 

649. Onopordon. $pappu£ abfällig, paarig, t>ie fpaate am ©runfce 
fcurd) einen 9?tng öerbunfcen. 

C. 23luöfenlager fpreublattertg der fpreubortfig ofcer mit Spreu« 
blätteren, fcie an t>er ©pi^e gefpalten ftnt). 

1) ©teilen ^cö pappitö aftia, in einen Ring vttxo<tä)\'tn t 
obtt me\)tc in 23ü|"d>el uemnkjt. 

650. CarJIna. ©trollen t)eö Spappuä »eräjrelr, fcie §lejtd)en fefcerig. 

651. Sraehelina. <©iral;len leö ^appuö öeräjielt; Slefldjen einfach, paa- 
rig, fi'efcerartig gebellt, unt» Don einander. abjteljenb. 

. 2) &ia\)lcn fces pappue febtvig obet tyaztig, in einen Ring 
t'ecn?ad)fen ttnb mit bem Ringe abfaUcnö. 

652. Carduus, ^rudjtfrone paarig. 

653. Cirsium. ^rudjtfrone fefcerig. fQlattdjm fcer $üüe fceraig biet 
fladjelfpi^ig enfcigenb. ©taubfdten frei. 

654. Cynara, $)3appu$ fefcerig. S3lättd)e:i ter £ülle auSgeranfcet, mit 
einem ©orn ofcer ©tad;?lfpi^d)en. ©taubfafcen frei. 

655. Silybum. $5appu$ fefcerig. @taubfat>en monafcelpljtfd). 

656. Tyrimnus, SpappuS l;aarig. Staubfaden einbriifcerig. 

3) pappuß einem 23uc¥el «ncjerDacpfen unt> mit tiefem ab« 
fallend 

657. Jurinea. 3ld)ene öierfantig. 

4) Papptts am abfälligen 25ot:ften gebildet. 

658. Lappa. £ü'Ublättd;en in ein fepr fd)arfe$ pafenfermige* Stacpel* 
fpifcdjen enfcigent». 

^ 5) pappus nid>t «bfalteni» (bleibenö). 

659. Saussurea. «pappuS fefcerig. 

660. Serratüla. «pappuö paaria.; fcie innerfle StrabJenreipe langer. 
Sirene jufammengetrücft. 



230 Syngenesia Aequalis — Superflua. 

661. Centrophyllum. grucfotfrone paarig; ^' e innerfh ©trablenreihe 
febr tuth jufainmenneigenfc. Sirene »ierfantig. 

6) P«ppuö fel)lcnb. 

662. Carthämus. 21cbene ohne Sßappuö, tiierfantig. Sftabel ter ft-rucbt 
feitlicb. 

[33on fciefer Dränung bleiben auögcfc^toffeit niedre anomale @at* 
tungen : 

(687) Artemisia. 

(694) Santolina. 

(666) Helichrysum. 

(692) Bidens. 

(702) Centaurea. 

2. Dränung. 
VOLYGAMIA SUPERFLUA. 

$trai)lrnblüi}t?n to^ibltd) f $ung?nt0rmig sttet rührig j j&'djeibfitbliibten 
jroitterig, frudjtbar, immer ntyrig. 

A, $3appu$ paarig. 23iüf)ten[ager naefr. Stanbblixme (mit 21uö* 
nabine öon Petasites, roo ftc fafl jungenartig fTnb) nicht 
jungenförmig. 

A. glitte einfach, fafl fetchartig. 

663. Homogyne. @trablblüt;ten weiblid), einreihig. . 

664. Petasites. SRanfcbliibten iveibficb, einreihig in ten inannüchen, 
öielreibig in äen weiblichen köpfen. 

b. ^üöfelcb gefcbinbelt; äußere SBla'ttchen merflicö Üirjer. 

1) ^üllblattcben f rautig c^eu nur am ?lant<e tuoefenbäutig. 

665. Filago. 2)ie äußeren weiblichen 33lüljten jwifeben äen bünblatt* 
cbenäbnlicben @preublüttcbcn. 

2) £üllblättcben trod?ml)äuttg. ' 

666. Helichrysum. SBeiblicbe 23lübten einreihig, in geringer 3Jnjal;[. 

667. Gnaphalium. SSeibliche Sßlübten mehrreihig. 23lül;tenropfcben ju- 
toeilen äiöflifd). 

[Sn biefe 2tbtbeilung geboren noch Slrten *>cn 

(669) Iuula. 

(680) Senecio unb 

(681) Cineraria]. 

B. $appu$ Imartg. 23lüf)tenboben naeft. D^anbblumen jungen* 
formig. 

A. £ullrelch gcfchinbelt; 23l5ttcben öielreibig. 



Syngcnesia 8uj>crflua. 231 

1) ©taubMben ge\ä)\vän$u 

668. Pulicaria. Syrudufrone paarig; tie äußere $aan'«u)e' furj , ju ei» 
«ein tfröndjert t)ertvadjfen. 

669. Inii!a. ftrudjtfrone baarig, gleid) gefaltet. 

2) ©raubtolben unaefcbtfänjt. 

670. Engerem. Söeibltdje Hüften meftrretyig. 

671. Aster. S3eiblid)e 33lül;ten einreihig. Sianfcblubten fruchtbar, Don 
anderer $axbt aU Die @d)cibcnblumen, 

672. GalatcIIa. @be"nfo, nur fcie 9?antblül;ten unfruchtbar. . 

673. Solidago. £3ie Aster («Nr. 671), nur ©Reiben* unt> SKanfcblu-- 
men »on gleicher §cube. 

b. £nllTe entrueter feldjartig oter aus ein* bis tsvei S^etyen glei* 
d)er SMättdjen beflel;enfc. 

1) papptts rwfcbteben geffaltet«. 

674. Stenactis. $5appu$ Ux 5ftanfcblül;ten einfad), auß furjen 23örftd)en 
gebittet; tcr Der @djeibenbliU;ten doppelt, ter äußere aus furjen 
Öörfldjen, ter innere aus »ertangerten paaren gebildet. 

2) Piippu» glüd)f'6tmig. 

a. 3Sriblid)e 23lül;ten einreihig, spappuö tcr Sfantadjancn 
jutueiUn fet>tent>.- 

a. Sjüütdd) f;albfugelig cter fladjlid). 

675. Bellidiastrui». Sflavben öertünnt unt jugefpi^t, 

676. Doronicuui. Farben fopfförmig abgeftu^t. Sldjenen te$ ©traft« 
leS ol;ne grudjtfrone. 

677. Aronicura. <3benfo/ aber alle 5ldjenien mit einem spappuS »er* 
fe^en. 

ß. $ütttdd) avlintrifdj. 

678. L'gulapa. Sdjenfel teS ©riffele fatlid), 6alb*trel;runt» 

679- ArnTca. 3?arbc obern>artS vertieft, in eine fegeiförmige @pi|e 
att$get;ent. 

680. Senecio. £>te ©rtffelfcöenfet fopfföruiig; jhtmpf*abgefht£t, £ü£le 
feldwtig. . , 

681. Cineraria. (Sbenfo. £üUe einfad). 

b. SSeiblic&e 23lül?ten meforreibig. 

682. Tussilago. £ülle faft feldjartig. 

C. *Pappu$ nicfjt tjaartg. S3Iül)tenboben rtacfr, 

A. SpüUt auö jrcei Reiben gleicher S3ldttd)eu gefaltet, 

683. Bellis. Ofone gruefttfrone. 

B. SjüüUld) gefd)intelt; faelreibig, 
1) ©djUefjftüdjte gefcbnäbelt. 

684. Carpesiura, ©trablblübten meforreibig. 



232 »Syngenesia Superflu.i. 

2) ©djltefjfntchte nidjt aefdmabüt. SRantbtumen fehlend otcr 
fadenförmig. 

685. Cotüla. 2ld)cnen Icä <£tral)le*5 blattälmlid) abgeplattet. 

686. Tanacetum. 2ld)enien fantig geftreift; epigvnifcfoe Scheibe »on fcev 
23reite fcer <©d)lte£frud)t. 

687. Artemisia. 2ld)enien »erfeljirtoiförmig , ungeflügelt; epiöpnifdje 
Sdjeibe fleiner. 

3) ©cblie6fi:iicbte nidjt gefdjnabelt. SRanfcblumen jungcnför* 
mig oter glocfig=röl;renförmig unt lvie fcie ©d)eibenbluinen 
gebildet. 

688. Matricaria. Slowenien ungezügelt. 23lül)tenlager fegelig * wallen* 
förmig. 

689. Chrysanthemum, ©benfo, aber 23lül)tenlager fenöer. 

690. Pinardia. SJdjenien fcreiflügelig ; ^li'tgel mit einem ©tad)cl|pi§* 
d&en cntigenti. 

I). ^rurfjtfrone nidjt fiaaria, 23lüf)tenlager fpreutg. 

A. <£)itQfeld) einreihig, einfad). 

691. Galinsög-a. SpappuS fpreuig; @preublättd)cn fcfcevig - gefranst. 

B. £ülle feldYartig, au» einer 3?eu)e 33lattd)en befiel)enfc. 

692a. Bidens. $}3appu$ mit jn?ei biß fünf (keifen, mit fOitet^afd)eit 
»erfel;enen SBorfkn. (23ergl. Ordnung Polyg. frustrau. nad) 
3k. 704.) 

C. £ülie jtegelfcadjartig. (Sriffel an fcer @pi£e »erlieft, mit eiför- 
migen furjen, aufredeten Farben. 

•93. Xerantheinuni. Sßappu* bleibend. 

D. £üßfcld) siegeltadjig, 23lattcfcen »ielreil;ig. ©riffel an lev 
<§pi§e nid)t bertieft, mit fätlidpen, rücfioartf = gebogenen 
©cfjenfcln. 

1) Staubbeutel unaei'd^tjanjt. 

694. Santolma. 2lf(e 53tumen röhrenförmig; 9iöbre ^ufammengetrücft, 
jtvetflügelig, am ©runte abivartö beanl;angfelt. 

695. Achillea. <3tral;lenblumen jungenförmig, 3 un 3* faß eiruntlid); 
©djeibenblumen mit (lad) jufammengetrücfter zweiflügeliger Sichre. 
21chenicn flügellos. 

696. Anthemis. Siantblumen pngenförmig; gunge länglich; ©djeU 
bcnblumen roie bei (9k. 695.) Achillea. 

697. Anaeyclus. Siantblumen roie bei (696) Antherais; «Scheiben* 
bumen roie bei (695) Achillea. Slcbenien geflügelt. 

2) Stcutbr'oiten gefcbrt><in$t. 

698. Palleuis. 21d)enien tev Siantblühten flad) * iufammengefcrücfr. 



Syngenesia Superflua — Neccssar. 283 

699. Asteriscus. 3?anbad}cnien breifantig. ©djcibfnMunifn am Gkunbe 
let 9?öbre wticft.- 

700. Buphthalmuin. (Jbenfo ; aber ©djetbentlumen am (grünte Itv 
Sichre »mngt. 

701. Telekia. 2Iüe ?ld)enien btebfcunb, »iclfiretjig. 

3. v b n u n ö- 

PO L YGAM1A FR USTRANEA . 

Weihlxd)e ^txab,Unbiül)Un fourd) /etylfdjleJöen ti?r Harbin unjjefd)ljrd)i- 
itd); JSd)rib*nbh'il)t«n 3rotttm0, ftudjtbnr. 

A. ÜEeift bauchige JpüöFefcrje. 23lüf)tenfager borflig « fpreu* 
blätterig. 

702. Ceutaurea. ^yrudjtfione paarig oter feblenb. 8d)Uepfntcfct mit 
feitlicbem 9?abe(. 

703. CrupTna. gvucbtfrone baalig. Siebenten mit «ibflanbig*m 9?abel. 

B. £ofbentraubige. ( Corynibiferae ). SSfuhrenlager fcfyuppig* 
fpreublätterig ; bt'e einzelnen 53l'ül}ten burch ein einjigeö ©preu* 
blätteren gefügt. 

704. Helianthus. ftmdjtfrone au ^ ä lvc ' *>** siev hinfälligen ©dmppen 
befle^ent». 

692 b. Bidens. $pappu$ auä jrvet mit ftac&eltgen 2Biberl;af<$en &efe§* 

ten Söorflcn gebütet. (0. oben 692 a.) 
000» Rudbeckia (f. u.). 
000. Calliopsis (f. it.). 

[3« tiefte Drtnung geboren noef) bitten oon; 
(672) Galatella. 

(696) Anthemis. . - 

(697) Anacyclus. 
(656) Tyrimnus unb 
(693) Xeranthemum.] 

4. £> f b tu u n g. 
POLYGAM1A NECESSARIA. 

BonbMüijten tüeiMtd), frudjtbatj JSdjeibenblüljteii tmfrud;tbar 
(nidjt tarnen fraeugatb). 

705. Calendula, £ttllblättdjen jtteiretyig, glei#. 2l$enien öerfcfyieben 
gehaltet. 

706. Micropus. QüüUid) fünf* bis nennblatterig, 33lattd)en in einer. 
3?eu)e, tie fruchtbaren 23lül)ten einl)ullent>. 3J?annli<^e SSlumen 
funffpaltig. 



23 4 Syngenesia Necess. Segreg. (Compositac). 

707. -Jßvax. QiiüMA) ntiö ein bU jivei Reiben £iißblattd)en gebildet; 
SSeibücbe SSlübren »ielteiJJig, turd) ©preublattdjen getrennt, SKä'nn* 
liebe 23fumen vierfpaltig. 
[•£)ierljer nod) 21rten von 

(664) Petasites imfc 

C684) Carpesium.] 

5. Ordnung. 
POLYGAMfA SEGREGATA. 

plübtenkürbf ein- bis meljrblüljtig, in einen g t m c i w }VJ) a f t ii rf) en plüh,- 
tenkapt* jufanunengetirä'ngt. 

708. EchTnops. ®ie 23lül)ten£öifo einblütig, in einen gemeinfd)aftlid)en 
fugelrunben 23lübtetitopf fciebt jufammengcfcrängt. 
[93on fcer klaffe Syngenesia bleibt auSgefdjlofim tte, in üe, fcen 
(Jompoftten nahe bcnvautite, ©ruppe Ambrosiaceae 'gehörige, Gat- 
tung: 

(764) Xanthium; ferner; 

(181) Jasione» 

(180) Lobelia. 

(189) Viola. 

(188) Impatiens.] 

S3errrjfihtncj fcer Sompoftten (^orb&Uitjter) in 
natüvlid)? ©nippen. 

A. Tubuliflorae. SDttt regelmäßig fünf* (feiten tuerO |äf)ntfjen 
rortrigen S3liunen. 

A. Corymbiferae. Sllte Slubten röbrtg ot>er @trablenbluumi jun« 

genförmig; fcer ©riffel an fcer @vu>e oter unter fcen Starben 

(§d)enf'eln) niebt fnetig »erlieft, nod) an ler @pi§e gegliclerr. 

1) Eupatoriaceae. «ötangelblatter meifi gegenjranlig. $örb* 

d)en meijt gleidjebig T ), aus rbf;rigen 3n>ttterblubten jufam* 

mengefc£t, feltener »crfrbieleuebig mit roeiblid)en jungen? 

förmigen der fälligen SRanlbtübten, nod) feltener fafi 

jtvcibäujtg. ÜJieijr blaulicbe, purpurfarbene der blaut 



l ) ©leidjefiiae &b'rbd)en enthalten Sluötcn von einerlei ®efd)led)t; bie wo» 
noflinifd)en glcicbel)igen Äb'rbd)en finb natürlich äwitferblüfittg, bie UHU 
nifd)en enthalten enfibeber nur mannlicbc ober nur weibliche 23lü'bten, 
unb bie ©en?äd)fe fonnen bann monojifd) ober blo.u'fd) fein. ÜJicnefli* 
nifebe üerfebtebenebige $örbd)en baten auf ber ©djeibe fruchtbare- (feiten 
unfrud)tbare) S^ittcrblüöten, unb iljre ©trafjlblumen finb rcetbltd) ober 
ungefdjlecbtltd) ; biflinifdje betcrogamifcöe (£t)ngenefiftcn baben in oen 
ntä'nnlidjen Äörbcbfn einige roeiblidK unb jtvar Sftanbblü&ten, unb in 
roeibltdjen .ßörbeben einige männltcbe ober unfruchtbare 3nntterblu> 
ten in ber SRittc. (tfod) o. a. £>.) 



Syngenesia (Compositae Eupatoriaccae). 235 

©lumen; ©faubfaten grannenloö. (3ki#$ ter" Zwitter« 
bluuien oberwärtö waljig, mit jwei fci)r langen Warben; 
tiefe Ijalbrunt bter feulenfövmig, obevtuärtö äugen flaumig 
oter weid)war$tg; tie SReil;eti -Der 9?arbentrüfen auf ter in* 
neveu Seite ter 9?arbenlappcn fdnnal, »venig öeruortreteiit; 
_ «weift gegen tie SDfttte tcr 9?arbenlappen aufbörenb , feiten biö 
gegen tie ©piße fortgcfe$t, äufjerfr feiten oben fiel) wreirit* 
acut, ©riffel tcv männlichen 23litl;ten ganj cter nur fur$ 
jwtfgefpalten mit feulförmigeu Farben. 

a. Eupatoriceae. Slfle 3Miil)ten jwitterig. — Adenostyleae. 
SpappuS bovftig, fcfyarf cter feterig. 

646. Eupatorium. ©djwarjljauf, SSaffcrtofi, $uniguuten« 

fraut. $üütd<% wa lg ig, tacl)ig; Äörbdjen ineifl arwblübtig; 
öliibten aümalig in ten öierfpaltigcn 2>aum erweitert, röinig; 
SMübtenbotcn naeft; ^rudjtfrone [paarig« 

647. Adenöstyles. 2Juguftenblume. SpüüMä) einfach, fafl mit et* 
nem KebeafeldJe, 2We Sölumen gwitterig, glocfignbt)rig (ter ®aum 
am ©runte plö^lid) erweitert). Starben wie bei »origer (Gattung 
lang unt flaumig, aber ettvaö fd)arf. ^eterheue paarig; 83liil;* 
fenboten naeft! S3lume purpurfarbig. 

b. Tussüagineae. 23lül;ten t>crfd)ietenel;ig cter gweibäuftg. 
«. Petasiteae. ®ie weibltdjen §3lül)tei. röl)rig. 

663*. Homögyne. ßottd)enfr au t. £üflfeld) einfach cter fafi neben« 
felsig. ÜRantblumen einreihig, wenig, weiblid), fateuförmig, fd)ief 
abgeflu^t, unteutlid) fünfjälmig; ©d)eibenblumen od, 3 ll, i^erblu? 
inen, glocfig>röi)rig, fünfjät)nig. Farben liuienförmig, gefpreijt, 
bom ©runte an flaumig=fcl)arf. 23lüi)tenboten naeft. 
664. Petasltes. Speftwurg, 9?cun£raft. Sßlütjtenforb tiogifcr>ljete- 
rogamifd); weibliche SBlumen fätlid), fd)ief abgefd)nitten o&er fafi 
gungenförmig , in ten wciblid)en Äb'rbdjen »ielrcifeig, am Siante- 
ter gwitterigen einreihig unt in geringer 3at)l; gwitterblüljten 
(unfruchtbar) rol)rig, fünfjalmig, in ten weiblidjen Äörbd)en fe[;r 
wenige in ter Sflitte, in ten gwitterigen Sorbeten taö gange W\t* 
telfelt einne^ment. UebrtgenS wie (663) Homögyne. 

ß. Tussilagines. SDte weiblichen 23lüt)ten gungenförtnig« 
682. Tussilägo. Jpuflattig, 3^o$r)uf. SHübtenforb tnonoftimfd)* 
l)eterogamifd) ; SRantbluineu weiblid), melpireibig, jungenförmig, 
gang; ©djeibenblumen 3wttter* oter gwitterig, röbrig, fünfjal)nig. 
Uebrigenö wie (663) Homögyne. 

2) Asteroideae. ßörbd)en meifl »erfdjictenebig, mit weiblU 
eben oter gefct)led)t3iofen # gungenförmigen, feiten mehrteili- 
gen SRantblumen, guweilen auci) gweibäuftg. ©riffel ter 
Switterblüfeten walgig; Starben jtemlid) lang, Unienförmig, 



230 Syngenesia (Compositae Asteroideae). 

außen elwai flucö, geratUnißsjiiflefpi^t, fein behaart. $ie 
^ei^cn fcer 9?arbentrüfen auf ter inneren ©eite lex 9?ar» 
benlappen fd)in«(, bcröortretenfc, big taljin l;inaufreid)ent> 
t»on tuo aujjerltd) ter -£>aarüberjug anfängt. 

a. Asterineae. #Brbd)en juroeilm l;omogamifd}, ttieifi jtral;* 
lig. 2lntberen ungefd)tv>änjt. ®tängelblatter- meifi ab» 
roed)felnt. 

648. Linösyris (Chrysocoma) ©oltfcbopf. QüÜUlcf) gefcfointelt. 
2lüe 23(umen gtuittcdg, röbrig. Stfüfkben ungefd)näbelt, jufmmnen» 
getrübt. geterfrone §wns* 23lül;tenboten naoft. 

§71 — 72. Aster. Slfhr. 5?Örbd)en gefkaf)lt. 23lübten teö ©trab« 
Ui weiblich, feltener gefd)led)tj$loS, jungmfermig, einreibig, von 
anterer §arbe aU tie @d)eibenblübten ; tiefe ^ivitterig, röbrig, 
funfjäljmg. Qülltdcb taebig. Sölübtenlager naeft, grubig, $rüd)te 
urigetdjnäbVIt, jufamuiengetriicfr. grrudjifione paarig, fdjärflid), 
einfad) oter mit einem greife uon furjen Serben urnftellt. Un* 
tergattmtgen ; a. Aster-cuin Tripolio. @trablblübtcn rveiblid). 
grud)tfa*one einfad}. — b. Galatella. ©trablblumen gefriedetes 
(tvegen gSiijljd) feblenten ©riffele oter invöollfommener Farben), 
ga'ucbtrione einfad). — c. Diplopappus. S?antblü5>ten tveiblid). 
gruebtrione toppelt; äußere fürs, berfiig; innere tjaarig, bleibend 

675. Bellidiastrum. 2Sal-tfiern. SBlSttdjen teS Sjülltelcbt gteid), j'reet* 
reibig; 23lübtenboten kegelförmig, llebrigenl tvie Aster. 

674. Stenactis. fteinjtrabl. S3tättcben le$ QüÜteltyi fafi gfeid) 
lang, jtveireibig. 9?antblübten iveiblicb, juugenförmig, jweireU 
l;ig; (Sdjeibenblüljten $u>ittertg, röbrig ; 2lutl;eren ebne 2in= 
bangfcl. @d)liefifrudjt aufaminengetriicff , ungefd)näbelt. §e- 
ierrronen paarig, tie teS Nantes einfad), aus furjen Sorben ge» 
bittet, tie ter @d)eibe toppelt, nämlicb eine äufjete, ir>eld)e aus 
oieten furzen Sorfien befielt unt eine innere, öou wenigen langen 
paaren gebtttet. 23lübtenboten naeft, mit faum merflidj »ertieften 
@riibd)en. UebrigenS reie Aster. 

683. Bellis. 2Kafjlteb, Saufentfcbön, ©anfeblümdjen. ©latt* 
djen teS tjalbfugeligen S?üÜtelche& jtveireil)ig, gfeid) lang, ^örbdjen 
gejtrablt; SBliibten teS @tral;le6 weiblich, sungenförmig, einreihig, 
@d)eibenbtumen .jriütterig, röl)rig. ©d)tiefjfrud)t ungefcbnabelt, 
päd) = jufammengetrücft, gerantet. SßappuS feblcnt. 33lüt)tenlager 
naeft, fegelig. @tral)l roeif? oter unterwärts purpurfarbig* 

670. Erigeron. SDürrwurj, 23efd)reU oter 33erufSfraut. ^)ÜH» 
telch gefdnntett. @trablbtüfjten weiblich, mel;rreipig, unt enttt-eter 
fämmtlid) jungenförmig, oter tie inneren fatenförmig; @d)eiben* 
blumen jir-itterig, rb^rtg. Sinteren ungefd;rcanjt. @d)lie^ 



Syngenesia (Compobitae Asteroideae). 2117 

fruc&t ungefdjnäbelt, äufammengetrücft. 5-et«rfrone baarig, gleid)* 
förmig. äBiübtentagn- nacft mit frmin meifücfeen @rtibd)en. 
673. Solidago, ©oltrutbe. &örbd)en mcifi ju einfettigen Sraubcn 
vereinigt, fhablig. ©tral;lblumen 5 bie 15, einreihig, jnngenför« 
mig, reeiblid), gleidjfarbtg mit ten ©djeibenblnmen, tiefe fünfmal;» 
«ig, jrciiterig, gelb. 23lüt)tenbot»n gan$ otcr fafl nacft. 23lüb» 
tenbülle meifr länglich, vielblätterig, anliegend gefcbintelt. ©djließ» 
frudjt runtltd), »ielrippig. UebrigemJ ivie (671) Aster. 

b. Tarchonantheae. Sinteren gefcbivanät. 5)3flppuö aitfi ge< 
trennten ©traljlen $ufammengefe£r oter febjent. SlUe 
33lumen röbrig; ©trablblumen lveiblid; ; ©djeibenblumen 
jtvitterig oter mannlid) unt unfrudjfbar. ©tängelblatter 
n>ed)felfiänticj. 

706. Micropus. ^aljblume. SpüütM) fünf* biö neunblatterig, lofe 
anliegent. ©djeibenbluineh jn^ittcrig, unfruchtbar, fiinf$äfinicj, 
mit einfadiem ©riffel; ©trablbfumen fo viel aU ^üHblattdjcn, 
roeiblid), frudjrbav, ter ©riffel in jir-ei Starben gehalten. Scblieg» 
frucfet »on ten £ünblättcben ter fruchtbaren 23liibten eingebüßt, 
ebne SPappuö. 23liU;tenboten nacft. 

707. Evax £üflfeld) ein* biö jtveireibtg, mit angetrücf« 

ten 23lättd!en. @djeibenblmnen in geringer SJnjaljl, männlich, vier« 
jabnig; @tral;lblumen »ielreibig, weiblich, fdjlanf. Siüfjdjen ohne 
$eterfrcne. 33liibtenbcten jnjifdjeu Den tvetbltdjen Hübten fpreuig, 
jtvifdjen ten männlidjen nacft. . 

g. Buphthalraeae. $örbd)en öerfdjieteuebio,. t£tral;lblumen 
lveiblid), meift jungenförmig. Sinteren gcfdjivanjt. ^3ap^ 
puS froncnförmig. Stangelblätter abwecbfelnt. 

700. Buphthalraum. 3?inböauge. QüÜtcld) gefcbintelt. ©trablMu* 
men einreihig; ©cbeibenblumcn jivUterig, röbrig , jDrebrunÖ, 
tte ^öbre unterroärtö alTmälig verengt. @d)licgfrüd)te teö ©trat;* 
le£ tretfantig, tie ter ©cbeibe jufammengetrücft, beinahe vierfantig. 
Spappnö furj, fronenfcrtnig, fpmtblätterig ; 8preublätter jerriffen* 
gejäl)nelt. 53lül)tenboten fprcuig. 23lumen gelb. 

701. Telekia 5tcbenien leifienfÖrmig, faß trebrunV 

viclfireiftg, mit furjem, fronenförtnigen, ganzen, geferbten $pappi:$. 
Uebrigenö tvie (700) Biiphthalmuin. 

699. Asteriscus. ©ternauge. 6trablenblumen am ©runte jttcige-* 
öbrelt, Scheibenbltnuen tvebrunt, mit untenvart* vertiefter S&cbre. 
llebrigenö tvie (700) Buphthalmum. 

698. Pallenis. Wlind) enttaut. Qüüttld) gefdjintett. ©trablblumen 
jto eir eibig , ©theibenblnmen ätvitterig, röbrig , tie 3<"Öljre an 
ter Seite läng^ge^ügelt, &aum unter ten 3al;neu tünn, am 



2'A8 Syngenesia (Compositae Aster. -Senecion.). 

©mute faft fugelfönnig aufgeblafen. SpappuS fpreublatterig , fetjr 
- fuvj. 2lnttjeien gefiljfiwinjt. 9?antnü(Jd)cn fkdjswfammengctriicft, 
jireiflügelig, mit l;albfeitiger g-etcrfrone; Sdjeibennü^cben jufam= 
mengetrücft, beinahe einflügelig, mit fionförmigem spappuö. 

d. Inuleae. 5)lül;tenförbd)en niemals tiöjifd), meifi f)ete* 

rogainifd), fh-atjlig; ©traJjlblumen gteidjfarbtg, iveiblid), 

gimgeifförmigj <Sd)eibenbluuien jivitterig, röl)rig. Sin* 

tberen gefeluränjt. _93lü^tcnbctcn nid)t fpreublatterig. 

Spappitö auä getrennten Strahlen gebildet. Stangelblat* 

ter abtvedjfelut. 

669. Inüla. 5llant. . Äcpföen meifi einzeln an ter @pi@e ter 3>veigc. 

firablig. Qülitdd) tadjig. Sdiliejjfrudjt fcbnabefloS. $j)appu<5 

-baarig, fronförmig. 53lül;tenboten naeft. 51tlc 33lumen gelb. 

Untergattungen: a. Corvisartia. innere SBIätter teS Jpüttfelcbeä 

mit verbreiteter SpU|e, fpatclfermig. @d}liefjfrud)t öierfantig. — 

b. Eaüla. Snnere Slätter te£ £)ütlfeld)e£ am @ntc jugefpi^t. 

668. Pulicaria. (SfjrtfUndjenÜraut, $löl;f raut. 5pappu$ toppelt; 

ter innere fivete §ääri<}, lang, ter äußere furj, tie -Ipaare in eine 

fein geferbte oter borftig-feiugcfdiü^tc §eterf'rone sertvadjfen. ®a$ 

llebrigc n)ie Inula. SBlumen gelb. 

3. Senecionideae. Scrbd)en ivic bei ten Slftcroiteen. ©rtjfel 
ter 3 re ^ ter btül;ten ebenvdrtö ivaläenförinig; fftarbe lang« 
jivcilapptg ; tie Sappen amMvartS fiad), linealifd) cter etiuaö 
fcilförmig, oben mit einem Greife abjiel;enter Sjaaxe umge* 
ben, unt) über temfelbcn enttveter abgeflutet oter mit einem 
kegelförmigen cter langen fdjmaleu fdjarflidjen §j:ortfa$e 
Derfcl;en. ®ie 9ieilje ter 9?arbentrüfen auf ter innem 
&äte ter Sappen breit uno tortretent, bi$ an ten Spaavi 
franj au6gete(;nt. 

a. Heleni'eae. &crbd)en öfter Ijeterogamifd). <8taubf'olben 
ungcfdjiränjt. ScbJießfrudjt fdmabeflos. SpappuS am? 
tnti)xtn einreihigen, faft immer freien @preublättd)cn gc* 
biltet. £tängelblatter meifi ived)felfräntig. 

691. WiborgiamGalinsoga. ^üflfeld) fyatbfugelförmig, fünf« bis fed)£« 
blätterig. <2traf)lbluuicn tneiji ju fünf, iveiblid), jungenförmig; 
Scbeibenblmnen jivitterig, röi)rig. SpappuS gleichförmig, fpreu*- 
blätterig, ©yreubla'ttdjen jugefpiijjt, fatenartig gefranjt, »on ter 
Sauge ter <5djliefjfrud)t; tiefe fantig. 53lül;tenboten fotwr, 
fpreuig. 

b. Heliantheae. £örbd)en öfter »erfdjietenebig, firafylig- 
(oter aud) l)omogamifd), fdjeibenförmig). 23lül;tenboben 
gan$ oter am 9? ante fpreublatterig. Siviüerblmtun tief« 



Syngenesia (Composilac Senecionideae). $8i) 

(aVV»ö- tytöfytätn ~ungefd)iv>3n$t # fdnrarjlidj. tyoppuS 

fcljlenb ober fronenfönnig et er rurjpannig. 

«. Rudbecldeae. ^erbeben betcrogamifd). %un<itnblüt)* 

ten gefd)fed)t6fo$ ober unfruchtbar, gdiliefjfrucbt un* 

gefdjnäbelt. Spappuö fetjleub ober frenförmtg. 

OOO, Rudbeckia. ..... SjüttMd) in brrifad)er fRttyt, »iclblätterig. 

SSlübtcnbobcn eiförmig, fpreublatterig. grudjt »ietfantig, mit bei» 
nabe fronförmigen, hinfälligen Spappu* gefrönt. (3?ad) ftijtnuö 
unb £eonl;olb'6 $lora »on Bresben STerWilbert — n>ie Wibor- 
gia? — üorfommejib. 3n ©arten »rrtvitDevt fte feljr leicht, tvie 
Calliopsis bicolor, "Die ober bod} tnUid) auSftirbt.) 

ß. Coreopsideae. ^örbeben l)eterecjamifd). 3 lin ö eil ^»^ s 

ten cjefd}leu)t6lc6, feljr feiten aud) auf fcer «Sdjcibc. 9?u#= 

d)en ungefdmäbett. SpappuS au& jtvet bü> öier ©ratts 

y nen unt> bereiten aud) au$ ©d)iippd)en befiebenb. 

000. Calliopsis. ©djönauge. ^ütlf'cld) jwdreibig, tie Reiben au£ 8 

bis 16 Sßlattdjen beftebenb. 23lüt)tenbcben fpreuig. grüdjtdjen 

gefrümmt, oljne §rud;tfrone, xind^fJügclt. (23erg(. Rudbeckia.) 

y. Bidentideae. 3\örbd)en l)eterogamifd). QunQtnbltt* 

wen gefd)led)tSlo$, fetten auf ber @djeibe. %iü$d)m 

meifr gefcbnabelt, oberhalb tyauftg mit 1 — 4 ©rannen 

befe£r. 

695. Bidens. ©umpfboft. QuüUtd) bietbtätterig, jroeireibig, bie au* 

pere 3^eibe gröjger mit) abftebenb. 2Ute 33lumen jtv-itterig utib 

rbbrig, ober bie SRanbblumen jungenförmig unt) gefd)led)t$fo$„ 

©djlicfjfvudjt. teilfÖrm'g, äufammengebrütft * »terfantig, an Im 

Tanten vücf'ivartö gejäbnelt. ^)appu$ au$ 2—5 {reifen, bleibenten 

53orffrn mit äöiterbat'djen beftebent). 33lüt)tenboben ftad), fpreuig. 

Blumen gelb. 

704. Heliantbus. Sonnenblume, <2onuenf'opf. $üüfefd) gefd)iu- 

belt. ©trablblume» jungenfövmig, gefd?lcd)t6!o6; ©djeibcnblumen 

rotzig, änutterig. @d)liepfrüd)te ettuaS äufatnmengebrüdt, fafl 

vierkantig, gleid)förmig. gmcbtf'rone aus #n>ei ober mehren Spreu* 

blätteren gebildet, abfällig. SliUjtenboten #ad)sgea>ölbt, fpreuig. 

c. Gnaphalieae. 33liiijtcn{;örbd)en alcicO- ober »erfdnebenebig, 

feiten ftrablig, bisweilen einblübtig. 2lntl)eren gefdjtvdnjt. 

€d)tie$frud)t faft immer »on einem paarigen ober beifügen 

Sj3appu$ gefront. Stängelblcttter meijl abivecbfelnb. 

664. Carpesium. H ragen b turne, ^üllfeld) bad)ig. 33lumen röhren* 

förmig, fünfjäl;uig ; ©trablblütjteu ireibltd), wet)rreil)ig, enger; 

@d)cibenblübten ätvittcrig. ©d}lie9frud)t oben in einen <Sd)nabel 

au^get;cnt. spappuS fel;-lt. S3lül;tcnbotcn naeft. Blumen gelb. 



240 Sytigehegia (.Compnsitae Senecionideae). 

665. Filngo. @dji m melfi* au t, SjiillUld) meljv eter wenio.er ffljig 
oter wollig, gefdjinfcelt, fünffantig. Äöpfdjen öteiblumig; 53lumen 
vier« bti fiinftä&ntjl; @d)eibenbhuncn jnntterig, rityrig, »iergalmig, 
frudjtbar; ©tral;lbtumen lveiblid), fatlidj, feipv feinrbbrig, an tet 
£pi£e fein gcsdtjnt, niel)ireu)ig, tie äufjeren jivifd;«! ten, ten 
^>üllfeUi;bIattcvrt aljnlidjen, aber uacfteu ©prfubla'ttdjen beftntlid), 
tie äußerfren nollig. Sßappuä feinl;aavig, ten. äußeren 9?üf?d)en 
feblent. £3lübtenbo?en feulförmig.. Untergatt.: Oglifa (£üll« 
feld) fünffanttg, ppromjtal, büfcbeliß ; &ürtitoi\blül)ten mit mebr« 
veit)igem S)3appu$) unt Gifola (Äcldie ireifelförmig, fugelig ge- 
häuft; $rud)tlronen au\ ter @d)eibe nur einreibig). 

667. Gnaphalium. SRubrf lau t. $iiflf eld) ßalMugelig otcr waldig, 
trocf enbautig , gefdjintelt. ÄopfdYen »ielblübtig: @d)eib.enblumen 
jiüitt*rig, -vöörenf ötmig, fünfjafanig, fruchtbar; 6trablbluwcn fät* 
lid), an ter Spiße fein gefilmt, mcbueibig; ctec t-ie $?öpfd)en 
fint jiveil;auftg , tie 3iv>itterblü£teu wegen unöcUfornmener Sßavbe 
unfruchtbar, S3lüiJtenbotett ganj nacft, tte änderen 23iübten aud) 
nidjt jtvifcben ten £üllfrld}bläüern ftebent. Untergatt.: a) Gna- 
phalium. üftubrfi'aut. Sepfdjeu betcregamifd), einbduftg: @trab> 
blumeu mebrreibig, iveiblid); 0d}eibeublumen gtbfoterig; alle Blu- 
men gclblid). 21 Uc grud)tfronen faCltdj oter nur an ter @pi$t 
unt wenig üertieft. ölübtenbotcn flacb. — b) Leontopodium. 2h 
wenfüfjdjen. Äcpfdjcn- »ecfcöjetimeljig , einläufig: ©trablblu* 
nun mebrreibig,- iveiblicb, «pappuf fajl ffolid}.; @d)eibenblumen 
jiuitteriij, Spappuß flu ter <2pi§e »ertieft. — c) Antennaria. Sxaj 
jenpfotdjen. 23lüt)tenrcpfd)eu gleutebig, jmeiliäuffg; Zwitter» 
blühten unfrud)tbar (nidunlid)), ^appus au& feulfcrtnigcu paa- 
ren gebildet ; 23lübtenboi)en gewölbt, mit @rübd)en. 23lumen nie 
(?) gelb. ^)abituö ganj von Gnaphalium, taljer tie Trennung 
beiter aud) im Uebrigcn fo äbnlicben (Gattungen gelungen- er» 
febeint. 

666. Helichrysum. Smmer fdjb'u (3*n mortelle). Spütttelüi tadjig, 
treefen, gefärbt, tie inneren ^ecfblatter balt angetrücft, balt> 
{Irablig ausgebreitet. 9cantblumen weibltd), in geringer 2lnjal;l, 
einreihig, tie übrigen jit'itterig. 53lül;;enbqten fkcb, nacft oter 
tüXfr geruimpert. tlebrigens wie Gnaphalium, unt uivöfictjt nur 
eine Untergattung taöcn 1 ). 531umen gelb. 

d. Authemideae. 33lüf;tenfcpfdjen mei|l aerfcOietcnel;ig ; 3"» 5 
genblütjten weiblict) cter gefdjled)t^loS. 5lntf;ereu unge* 
fdjtvänjt, gelb. Farben an ter @pt£e abgefiu^t unt gebar» 
tet, feiten mit aufgefegtem ^egel. ©cpeßfrudjt fantig?t»al- 



') 2)e 6an^o^e tnbeffen betrautet Helichrysum ali ttn 3:pp«5 einer ei- 
gene« Untevfamilie (Helichryseae). 



Syngenesia. (Compositae Senecionideae). 241 

jig oter im @>tyatyt jufammengetriicft, flati), $)3appu$ fef)« 
lent oter fronenartig, feiten auö @d)üppd)en beffrfe>nt, 
Stdngetblatter meifi alternirent. 

«. Artemisieae. 93(ül;fenboticn nicftt fpreüig« $Töpfd)en 
titelt fivaljüQ, gletcb oter üerfd)ietencbig. Sdjeibenblu« 
n\en ^linfcrifdj. (Griffet in jtvei Starben gefpalten. 

687. Arteinisia. £3eifufj. Sletftge dräutet* mit öerfdjietcn gereiften 
unteren unt febmaten ganzen cberen @tä'ngelblättern, unt jabtrei« 
d)en, fleüien, ju 3Iel;re,n, Trauben cter Kifpen perfammeften $?öpf« 
eben mit gelben ctev obenvarts rötblid)en ©luinen. ^)ü(U'eld) t>a« 
d)ig, eiförmig oter fugelig; 2)ecfblartd)eu angebnieft, flumpf, tie 
inneren Ijautig gerantet. S3(umen fammtlid) jtpittcrig, röl;rig, 
waldig, fünfja^nig, oter Sic äufjerfien ivetblidj, fatlid), fein trei« 
jabnig; feiten jipejbji.ufig, öielebjg. <Sd)Ue§frtid)t *>erfel)rt*eiförmig, 
ungezügelt, mit fteinem epigi;nifdjen ©iSfüS; S3h'ibtenboten naeft 
oter bebaart, flaeö euer gewölbt, Itntergatt.: a. Absinthium. 
SSermutb. ipüflfeld) fngelförmig. $öpfd)en öetfdjietenföig ; 
©trablblübten weiblidj. 33iiibtenbeten behaart. <2tängrttld'ttei* 
tief ftcterfpaltig. b. Abrotanum. 23eifu$, ©beweis, <®tab* 
tv w r 3, 53lül;tenfcpfd)en $?erfd)ietenebig : !ftantblub>n weibltd), 
nfle 53lüf)ten fruchtbar. 23li'tbtenboten naeft. — c. Oligosporus 
s, Dracunculus. i?b'pfdjen öerfdjietenebig ; Kantblnl)ten iveiblid), 
einreibig, fruebtbar; @d)dbenbliil;ten turd) g-eblfdjlag icö Grier* 
ficefeij unfrud)tbare Ritter. 33liibtenboten naeft. — d. Seriphida. 
Äörbdjen gleicbebjg: alle 23tul;ten jtvitterig; 23lü'l;tenboten naeft. 

686. Tatmcetum. Kainfabn. ^öpfdjen einzeln oter 31t Srngtolten 
öerfammelt, mit goldgelben fhuf riedjenten Blumen. £üllfeld) 
gefd)intelt, balbfugclig; 3>ecfbläüd;en tid)t anliegent, fhimpf. 
@d)eibenblmnen atvitterig, röhrenförmig, waldig, v>ier* bte ftinfjäb> 
nig, Strafjlblumen tveibltd), fatlid), trei= bis »ieraä'lmig, ober aße 
23fu'l)ten jtuttterig. @d)lie§frud)t fantig sgeffteift, mit einem ebtn 
fo breiten cpigpnifdjen ©teful. grud)tfrone fet;lent oter au$ einem 
für jen bäutigen Kante befteljent. 33liit)tenboten gewölbt, fabl. 
tlntergatt. : a. Tanacetuni. Kainfam. Kantblübten tveiblid). 
grudjtfrone ein bäutiger gefilmter Kant. b. Balsaraita. ^v'aucn« 
min je. Me £3liibten jivUferig. gwdjtrrone fel;lt. 

ß. Cotuleae. 33lumenfronen unt @d)liegfriid)te ungleich* 
förmig. .SBliibtenlöpfdjen einjeln auf langen naeften 
Stielen gipfelftänttg. ©tängetblätter ft'cterfpaltig=gejäbnt, 
ftängelumfaffenb. 2)aö llebrige tvie bei (^«) Artemisieae. 

685. Cotula. 5rut;tiU Cbei ^offmannn in f. ftlora ^eutfdjl. 1 S3t. 
2, 3lbtblg. 1804. @. 159 — in ten neueren 33üd;ern; 2 äugen« 
blume). |)üllfeldj tad)ig, tyalbfugelig. 6cbeibenblumen i»vitte* 

16 



t43 Syngenesia. (Compositae Senecionideac). 

rig, rebrig, flacb jnfammengefcriicft, jmeiflügclig mit fhunpfaivei» 
fpcrnigem ©runfce mit öicrfpaltigcm Saume; SRant>blu{>trii jtvitte» 
tig, einreihig, cft unfrud)tbar, fafi ebne 23lumenhone. Sdjein» 
fruchte cl)\it ?pappu$: fcie fcer ©djeibe ftfcent, t (einer, jufammen» 
getriicft, fcie fce$ ©trableö gejiielt unb größer, blattartig » flad?» 
©lüljtenbeten nacf't. ölumen meifi goltgelb. 

y, Anthemidac. Äöpfcljen firablenfc, fetten cljne ©trcl;!: 
fcie ©trablblül;ten eiiweibig, iveiblid), feiten gefd)lecbt$lc$, 
fcie fcer (Sdjeibe jititterig. SDliibtenbofccn fpreublätterig. 

694. Santollna. Spüüttld) gefdjintelt, fcalbfugelig ; ©ecfblattdjcn lang« 
lid), angetnieft. Slfle 33lumenfreuen röhrenförmig; fcie SBIumtn« 
röbre jufummengetrücft, jnmfiugefig, am ©runtc mit einer balb* 
feitigen Jleinen Sjaut abivatti beanbängfelt. $j3appucv felilent. 
$lM;tenbofcen fpreuig. 33lübteh gelb. 

695. Achillea. ©arbe. Äepfdjen jtt iehfcjränfcigen ©djeinfcclfcen »er= 
fnmmelt. £riiflfeld) eiförmig ofcer länglid), gefd)infcelt. <£d)ciben* 
Hülsten jivitterig, röhrenförmig, 33htttienfrone fünfeäbnig mit flact)* 
jufammeugefcrticfter, jrceißiigeliger 9?öine; SRanfcblumen 4 biö 20, 
breit, furj unfc abgerundet jungenförmig, iveiblid). ©cbließfrudjt 
jufamtnengclrüdft, an fcer @pi£e naeft ofcer mit einem vorfpingen* 
ten 3<caute enfctgenfc, ebne fßappitö. SMübtenbofcen fpreuig. Sper* 
ennirenfce Kräuter, feiten £albfiraud)er mit n>eifHid)en, vötblid)cn 
efccr gelblichen 23lübten unfc meift fcpppeU * fitefcerfpaltigcn ©ta'ngeU 
blattent. tlntcrgatt.j a. Ptarmica. Söittergarbe. @tral;l un* 
gefabv jebnblül;tig, tie 3ungcnHuI;ten bon fcer ?änge fceö ^üllfel« 
d)e$. — b. Millefoliuia. 6d)afgarbe. ©trabl fünfblül;tig, tie 
3nngenblümen nur t;alb fo lang alt In £üflfeldj. 

696—7. Anthemis. 3?ingbtume, 21 f terfamillc. £iinfeld) fegel» 
förmig cfccr balbhigelig cfcer fei b fr jiemlid) ftad), fcad)tg. Sdjei* 
bcnbliunen givttterig, röhrenförmig, mit fpcrnlofer SJlumenfrone, 
SRöbrc fiad) s jufammengctrücft , jivciflügclig, mit füufjabuigcm 
0aume; ©trai)lblmnen länglid) jungenförmig, an fcer ©piije 
fhmipf treijabnig, iveiblid;, jmveilen unfruchtbar. <Sd)licfjfrud)t 
juigeßoö ofccr geflügelt, ebne $pappu$, mit einem tie ©teile fcer 
^yrudjtfrcnc beitrete nten, tuebr ofcer weniger »orfpringenfcen, jii* 
weilen ge^abtueu 9?ante am ©ipfcl entigeut. S3lül;tenbcten 
fpreuig. ^öpfeben einzeln, entftäntig. '^ungrnblumen meiftenö 
ganj n>ci§, ^mvcilcn rctl) geftreift. Kräuter. @tangelttätter ein=, 
jrtcij, ttei* bis »ierfad)-ftctcrfpaltig. Untergattungen, f. Sd)lic§* 
frudjt ungeflügeit cter fdnnal geflügelt, unge$äbnt, fafi gleidjför* 
uug: a) Anthemis. 5tint$aufle, ©tclfamille. JRantblumen 
fruchtbar. Sdilicfjfrudjt abgeftu^t, balt mit einem ganzen, fdjma« 
len gütigen 3iantc, talt> von einem wellenförmigen, wulfrtgen 
^inge gefrönt, a. Chamacmelam, 6dj(icßfrud)t sierfantig, am 



Syngenesia. (Compositae Senecionideae). 243 

©ipfel ol;ne hantigen SKanfc; -fnitlbldttcfcen am fRanle ivei0 ctcr 
fdjtvarjbraun. ß. Evanthemis. @d;iiefjfrud)t aufammengefcriicft* 
»ierfamig, am ©ipfei mit einem toagered)ten eter fcbiefin Spant* 
rante. — b) Märuta. ©tinffcül, £unfc$famtlle. <&tvaU 
blühten unfruchtbar. <2cbüefjfii!id)te faft flielruntüd), tjöcferig ge* 
rieft, mit einem ftein-geffibten «Kante auf lern abgerundeten ©ip* 
fei. — ff. ©djliefjfrudjt beiterfeitö geflügelt: c) Anacyclus. 
©peidjel* ober 23ertramn>ür$. SfantMiibtett meift uufiucbt» 
bar. ©djliefjfrüdjte jiveifliigelig, mit breiten ^lügeltE* öerfel;rt? 
herdförmig, flad>iufammenge£nicft, fcer, lie g tilg et bilfccnte, hau» 
tige SRanfc am ©ipfel in jtvei cte.r trittebalb 3% 1C o"u#ge^nti 
fcie @d)liefjfiüd)te auf fcer Sftitte teö g-rudjtbotenö fdjmaler cjcftü* 
fldt ')• 

df. Chrysanthemeae. ©lühtenfb'pfe ßrahltg. 33lü'l)tenboten 
nicht fpreuig. 

688 — 9. Chrysanthemum. 2}Jägt>e*, SohannU* ofcer SS ucher-e 
b turne, 23 er tr anmutig, Mamille, ^n'illfelcb, jiemlicb flacb 
der halbkugelig, mit tadjjiegellagigen, ßumpfen, am Spante bau« 
tigen £iitlblättcben. @d)eibenblumen ätviftcrig, röhren förmig, 
fporntos, mit meift funfjäbnigem ©amne; SRantblumen weiblich, 
jiingeriförinig , mit jufammengefcrücftev Sichre, @d)licßfrüd)te 
gleidjfcrmig, ungezügelt, obue ^appuS, mit einem benvifd)ten ober 
ettva$ l;ersortretenfcen cfcer fronenartig ausgejogenen SRante. grudjt» 
bofcen naeft, jiemlid) flau) bis fegeif crmig. ätfebte Itntergatt.: a. 
Chrysanthemum. 2Sud)er btume, 5p rief} er fragen. £üll» 
bluttdjen am SRante üertroefnet. SRobre i>er Sdjeibcnblumen fiet* 
fdjig, f!ad)*äufammengeürücit, faft jiveiftiigelig. Sd)lic{5frud)t 
Seljnrippig. Grpigimifche 6d)eibe grejj. 33liÜjtenbcten meto* der 
weniger ergaben (fladjlich bis bemlfpljdrifd)). (StcmgelbJd'rier fi'c* 
ierfpaltig. a. Lcucanthemum. Spriefler fragen. SjüÜttld) et* 
waö fkdjlid). ©djliefjfrüdjte gleidjförmig, amtlich, fcie t>er <2d)eibe 
otjne häutigen 9tan5 am (Stpfet, X>k £ee Nantes gmveilen an See 
inneren Seite mit häutigem Saume. <§tral;lb(umeu iveijj oter 
vetbUd). ©tänget faft einfad), ß. Euchrysanthemum. SpuÜUlü) 



») Man führt bä'ufig bte genannten Mi Untergattungen ober bod) jnm 
berfelbcn alt felbftftä'nbige (Gattungen auf; befenberö l'djeiut man mit ber 
freilich fdjon uon Sinne aufgeftcllfen unb beßtjaib vefpeftirfen (Gattung 
Anacyclus, ücn ber übrigens feine Slrt 2>eutfd»lanb eigent^ümlict) in 
fein f^etnt, fonbern bier nur angebaut ober peranlbert Cüifonunt. md)t 
im Steinen ju fein, ur.b mehrere ffiotanifer reebnen 3. iß. Anacyclus 
Pyrethrum ju Anthemis, rcaS 3lnberc für unrcdjt ^altm. ^ebenfalls 
finb alle brei Untergattungen, tvela^e autö im ©anjen benfelben £abttu* 
jeigen , ju naf>e mit einander üerroanbt um burd) fünftlidje ©baraftcit 
generifa) getrennt p werben. „Character non facit genus, sed ge- 
nua cbaracterem" (!) 

16* 



244 Syngenesia. (Cqmpositae Senecionideae). 

(;albfugelig, Siebenten te$ Nantes treifanttg, tie ter ©djeibe ju« 
fammengetrücft oter runtlid) mit einem fdjmatcn ^ylügel an ter 
inneren Seite, beitertei ©ctiticfjfrüdjte cfjne häutigen SRanfc am 
©ipfel. ©töirgel affig; 33latter meift fefjr teutlid) ftetertljeilig. 
@tral)lblumen iveifj oter gelb. b. Matricaria. Mamille (tie 
ed)te!). 53lül;tenboten ganj naeft, groß, eifegclförmig, ineift fjotjf. 
©d)£teßfrüd)te gleichförmig, trei- bi» vierkantig, mit großer epigs?« 
nifdjer 6d)eibe, balt mit, balt efyne Ijäutigen 3?ant am ©ipfel. 
£üllf'eld) l;albf'ugclig mit ganj hautigen Jpüllblättdjen. Strahl* 
Blumen weiß, (©tangel ajrig; Slatter tcppelt^fteterfpaltig. 231ÜI;* 
tenftiele nad) eben »ertieft, Ijoljl. 3*n £abitu£ Anthemis al;nlid). 
c. Pyrethrum. Bertram. £üllf'eld) l;albfugelig, mit angetrücf« 
ten, am kernte treefenen Slattdjcn. 23lül;tenboten fiad) oter ge* 
wölbt. <2d)ließfrüd)te gan$ ungezügelt, fantig, meifi mit jivolf 
Sangöriefen, alle g!eid)förmig, von einem gefdjarften, fefjr furzen, 
ganzen oter furjgeja^nten, l;autigcn Sftante gefrönt, ©tangcl afiig. 
S3latter mrl)r oter weniger ungeteilt unt gejat)nt oter verfd)ietcnts 
lid; fteterfpaltig. «Straljlblumen weiß oter gelb, 

690. Pinardia . ®ie Siebenten bei ©traljleS treiflügeltg, 

tie ter @d)eibe einflügelig, ter innere Jlügel größer, ade oben in 
einen Sem verlängert. Uebrigenö ter vorigen ©attunrj al;nlid). 

e) Senecioneae. 23liil;tenf'öpfd)en gleidj= oter »erfdjieten* 

el;ig, ftral;(ent oter nid)t frratjlig. 2Jntr)eren unge= 

fdjivan^t. @d;ließfrüd;te von einem Ijaariyen oter bor* 

ftigen ^appuö gefrönt, tie äußeren p weilen and) fal;l. 

SQJcifi bel;aarte Kräuter mit abwed)felnten, ganjen oter 

geseilten flattern. (33lül;tenbofcen naeft oter grubig« 

gewimpert. ©amenlappen j?ad;.) 

(676—7) DoronTcuiu. © em «5 wu rjj. .£>üllfcld) Ijalbfugelig oter jiem* 

lid; flad); $üflblattd)en gletd; lang, gwefc bte treireil;ig. <2d)eU 

benblumen jwitterig, rel;rig, mit fünfjofjnigem 23lumenfaume unt 

fopfi'g * abgejhifcien Farben; üRantblumen weibltd), jungenförmig. 

<2cl)ließfrud;t ungcfdmä'belt, ungeflügelt, gefurd)t. Spappuß r)aarig. 

33lüf;ten gelb, tie teö @tral;(e$ öftere mit unfruchtbaren Staubfa= 

ten. Untergatt.: a. AronTcum. @ d) mint elf raut. SJlle 2ld)e* 

nieu mit £aarfrcue. — b. Doronicura s. str. ^antadjenieu ol;ne 

£aarfrone, unt nur tie @d)licßfrüd)te ter <2d)eibe mit ^Jappu*. 

(679) AruTca. SBolverlei, Söolv er leint (t. i). 2Sol;l öerlci(;ent). 
^)üüfeld) maläig; £üflbldttd)en jiveireibig, gleidj lang, an ter un* 
tercu ^)alfte frumpf gefielt. @d)eibenblumen ^tvitterig, rcljrig, mit 
fünfja'l)nigem @aume, Farben obenvartv vertieft, mit flauml;aaris 
gcr, fcgclförmigcr 8p:t>e ; 3?cmtblumen gro^, jungenförmig, iveib= 
lid), mit ©taubfaten cl)ne 2lntl;eren oter nur mit einem 2Jn» 
fa£c ter €taubfolben. 2ld)enien ungefdjnäbelt, ungeflügelt, ge* 



Syngenesia. (Compositae Senecion, — Cynar.) 345 

rillt. $}Jappu$ t)aarig, 23lül;ten grofj, gelb, grttdjtboten fur^- 
l;aarig. 

(680) Senecio. ßreujl: raut ')♦ fyüüfrld) ivaljig oter fegeffürmig, 
am (5>runt>e mit einem Slujjenftldje, »veldjer Heiner al6 tie £ÜH* 
blatteten iji; tiefe eim-eü)ig, glei#Wng f äufamirienneigent, am 
Kante l;autig, an ter Spiße fdjroavjbraun. Sdjeibcnblumen jtvit* 
terig, tö'ljrig, mit fünffpaltigem Saume, (Griffet ebern>art$ tafyl 
mit l;albtrel;runten, fopfÜg «abgefilmten , fpifcewcirtö mit tidjtem 
S'lauml;aare befehlen Kaiben; Stral;lbiumcn tveibtid), jimgenför? 
uiig, feiten jtvittcrig unt röhrenförmig. @d)liefjfrud)t länglich, 
ungefdmabelt, ungezügelt, fKelr'uri.ti.td) oter furdjig slanttg. Sa* 
menfroue auö mcljren Keinen jarter, fafl glatter £aare gebilter, 
tie lex rantftantigen Slcbeuieu oft Einfältig. SBlumcn ter teut« 
fdjen Slrien nur gelb, fonft aud) bis iveip unt purpurrot!). 

(681) Ciueraria. 2lfd)fraut. 5vcin SlufjenMdj am ©mute ter £üfl* 
blättdjen. ItcbrigemS gänj wie Senecio unt) mit tiefer überauö 
artenreichen ©attung fel;r nal;e »euvautt, aber ted) tnxd) Habitus 
wn iljr öerfdjieten. 

(678) Ligularia. . . . . Spüütdd) am ©runte öcn gtvci flcinen, 
langen, gegenfräntigeu, fcäS Kutiment eines SlußenfcldjeS tarjtel* 
lenteu, S3rafteen imtafrügt. ©riffcl obenvartS unt tie ganzen 
Farben bom ©mute an bis jur Spi^e (unt nidjt wie bei Sene- 
cio unt Ciueraria ble£ am ©ipfel) ticljt fiäumlidj. Kantblül;ten 
mit Staubgefiiprutimeuten. S3lü^ten gelb. Uebrigens tvie Senecio. 

./?. Cynarocephalae. (griffet ter Switterblüftfen nid)t regelmäßig* 
ji;lintrifd), fontern, tvo er ausgebildet ifr, obenvarts fnetig-ber* 
tieft, faft ivie geglietert. 

4. Cynareae. 3!crbd)en mit tadjjiegellagigen £>üllblaltd)eit r 
gleidjel;ig, au6 rörjrigen 3n>itterbliU;ten beftel;ent, feltener 
»erfd)ietcnet)ig mit ivciblid)en oter gefd)led)tSlofen (jungen* 
förmigen oter röljrigen) Kantblumen, ©er ©riffel in ter 
Kegel obenvarts tnotlg=serticft (oter tt-ie geglietert), meifr 
an tevfelben Stelle mit einem ^aarfranje öerfe^en, unt 
über tevfelben, nebft ten getvöt;nlid) l;ed) Ijiuauf unter fld) 
Derroadjfenen Karben, au§en ftaumlid). S)ie Keit;en ter 
Karbentrüfen auf ter innern Seite ter Karbenlavpen fel;r 
untcutlicr), unter ter Spitje jufammcnlaufent. 
a. Calendulaceae. 33lü£tenropfd)en öielblü(;tig, »erfd,ic« 
tenel;ig»einl)auftgt tie Strablblürjten frudjtbare tveiblt* 



») 3)icfer Käme ift ter beircetfem iibli^cre unt nid)t sroetbeutig. S5alt« 
a,xt\$ ifi eben fo gut eine Ueberfe^unö nun Senecio al$ r<on Erige- 
ron. Sßeral. 6. SKticr: ^Jreußfn« ^flanjfngattunaer, 15.144; ^eff* 
mann, 3)cutfd?lantö ^lora, 1. %\)l 2. 5lbtl)l. (1804), ©. 143; u. f.n>. 



246 Syngenesia. (Compositae Cynareae). 

d)c 3 un fl*nMutnen, tie &$tlbmblülyttn rötyrig, fünfoab* 
nig, fcurcb $tt)liä)laQ unfruchtbare ßtvittet cfcer mann* 
Rc(). SBIumcnfronen fafi fämmtlid) am ©runte gebartet. 
23iättd)en te$ §>üütil<bi6 ein* oter mehrreihig. 23lüf)tcn» 
boten naeft, bieneiijclltg. ?Intl)ercu am ®runte fehl* rurj 
gebeutelt, ©rijfcl cer SRahoblufoten long jiveigefyaltcn, 
fcie tcr <©d)eibe faft ungeteilt, ettuaä f notig, mit einem 
•£>aarringe, cbern?art$ beinahe jiveifvaltig. 

a. Calenduleae. $?öpfd)cu ffrahlig, 3 lllt fl CI1 klumcu tm * 
biö ereireil)ig, @d)eibenblül)ten in ter Slnlage ^tvitter, 
tod) Iiäuftg fcitrd) $el)lfd)lag lc6 SpifrilleS unfrud)tbar. 
Spüüteiä} ein« bis jtvetreifoig, mit freien £üllblattd)en. 
©te @d)iießfritd;te- te£ 0rral)le£ fruchtbar, gcfdjnäbelt, 
ohne ^eterfroue, öfters gehümmt, ungleid)förmig. 

(705) Calendula. Ringel? oter Sofctenbtume. £üüfeld) halbfu* 
gelig bis tellerförmig, mit fUcifcbigen £iiflblcittchen. <Sd)eibenblu* 
men männlich, röhrig. 5ld;enien getrümmt, fleinjtad)cltg oter ge* 
gähnt. 11. f. tv. Kräuter mit fantigem ©tängel, länglichen, usi» 
geteilten blättern mit) großen gelben ctec orangefarbigen Xnigvo* 
ffopifefefn 23lül)ten. 

b. Echinopsideae. 5?%fd)en einblütig, jahlreid; in einen 
fugeligen, einen bon vielen ^üllblattdjen unterfingen 
Sliihtenf'opf nadjahmenten, §3üfchel gebellt, fifent), auf 
tem fugeligeu Präger gegliedert* 33lütten fämmtlid) 
frud)tbare 3 lu » tta '» fronen röhrenförmig mit plöijlid) 
«ufgebtafenem @d)lunte unt) ungteid) fünffpaltigem 
©autne. Farben glatt, naeft. $ld)enicn feitenglänjent, 
floefig; Spappu» au$ freien oter ju einer Ärone benvadj* 
fenen 23crften gebildet. 

(708) Echlnops. $ugett>i{lel. — 2lufred}te äfiige Kräuter mit gefte* 
Herten Stängelblattem, fceren <>ieccrlappen toruig firtt», unt fugeli« 
<jen, blauen oter »reißen, »em SHittelpunfte nafy ter Oberfläche 
ju aufblühenden 25lül)tentöpfen. 

c. Xerantheraeae. ©lanjtifteln. 23lühtenfopfchen »icl* 
blühtig, nid)t flrahlent, fcie äußerte 23liil)tenreil)e nur 
tveiblidi. $üüt tüelreihig, frral;lent, trocfenhäitfig , mit 
uidit senvacbjenen, fpreublätterigen, tad^iegellagigcn Spütt? 
blättd)en. 33lühtenbcten fpreuig. $)ie 3n>itferblühten fünf*, 
tie U'eiblid&en jtveu biö treifpaltig. 2Jcbeuien freifelförmig, 
tie ter @d)etbe jottig, teS SRanteS (oter ter weiblichen 
©lühten) fahl, mit großer obertveibiger @djeibe unt cen- 
tralem SRabell)öfd}en. SpappuS fpreublüttertg, lang. 



Syngenesia. (Compositae Cynaieae). Ä47 

(69S) Xeranthcinum. Strohblume. Kräuter mit fantigem, aufred}» 
ttn ©tätiget, linealifdjett oter länglid)en, ganjranttgcn, am 9iant« 
uutgerollten ©täugclblätteut, gipfelftantigeu cinjelnen 33fiil)tenfopf* 
: d)tn mit »veißcn oter retljlidjeu £ütt* mit jtronenbldttcbfn unt 
5»veilippigcn SRantblumen, tercn 3ld)cnien feine §-rud)tf'rone tra» 
gen, roaljrent tie funf$almig«n 3raitterblul;tm einen bleibenden, 
»reuig bcgraunten $Jappu$ ijabcu. 

d. Carlineae. Äöpfdjeu öielbiitytig, nie p/ettjaüfig. £üU« 
feld) üielreil;ig, £üUblattd)e»i genennt, oft toniig. fronen 
tcr 3witterblüt}tcu mit fünffpaltigem Saume, tie In 
roeiblid)en oter gcfd;lrd)tslofen 3ia»itblül)ten vevfdjieten 
gehaltet, aOe mcift auswärts gcfriimutt. ©taubfä'ten »vi« 
bei ten »origcit frei unt nach-, tie @d)ivä'uj« ter ©taub» 
folbcn oft lang unt gebartet. §rud)te bfterd 50ttig. *l)ap# 
pu$ ein* biö j»ueireil)ig, l;aarig oter feterig, feiteuer djrig. 

(659) Saussurea. 33liil)tenboten flad), bovfiig oter fprcuig. Sitte SMu« 
meuf rotten röhrenförmig mit batutigem <2ct)lunte uno fünffpalti« 
gern ©auine. ©taubfolbcn am ©runte mit $»vei geuumperten 

£3orfieu. Starben lang, faum mit lern (Griffel geglietcrt. ©tau* 
gel meift toltentraubig, äfiig. ftroneu tunl'elroti) oter purpuroio« 
Ut, $pappu$ mcift j»veircil)ig. 

(€51) Staehelina. ^lillt'eld) ivaljig, unbewaffnet. 23liil)tenboten furj* 
fpreubla'ttcrig. Sldjenicn jufammengetrücft, glatt, mit gruntjran* 
tigern 9iabel. »}Jappu$ fel)r lang, cinreiljig, büfdjeiig. 

(650) CarlTna. @ber»vurj. 83'tttttdjeit tc£ £üttfeld>$ tadjjiegella« 
gig, tie innevfren flral)leut, trocfenl)äutig, gefärbt, tie äußeren fiän* 
gelbfattaitig at(lel)eut, mit äfttgeu, fammförmig gefielltcn ©outen. 
Sinteren mit geftetertcu £>aarbüfd)eln. ©ctyließfrud)t fafi rvaljig, 
mit auUcgcuten, gabelförmigen ©eitenljaaren. S)Jappu6 einreihig, 
fteteri)aarig. ©preublättd)cn teö 23lül;tcnboteuö an tet ©pi£e 
»ielfpaltig. 

e. Centaurieae. £ülll;eld) tad)ig, ^)ütlblattd)en meifl mit 

»erfd)ictenen 5lnl;dngen «crfeljen. 23lüt;tenrepfd)en öiel* 
blüt)tig, uidjt firal)lent. ©trat)lbliil)ten meifl gefd)led)t*# 
loa unt gercclmlid) mit vergrößerter, unregelmäßig 
fünfsfpaltigcr, tiejenigen ter ©d)eibe oft überragentcr, 
SBlumenfrone. ©taubfäten frei. Siebenten meifl ju* 
fammengetrücft, feiten waljig; ta$ obere $öfd)cn meifl 
feitlid). ■Jyvudjtfrone paarig etcu boifiig, nie feterig, 
bteiveilen fogar ten @cl)Ueßfriid)ten teö 3iantc$ fet)lent. 

(703) Crupina, ...... Stopften lvenigblütjtig, Idnglid). ©lattdjen 

te* ^)üHEeld)eö lanjettlid), angetrueft, fpi|, ct)ne @tad)el unt o^ne 
9lm)angfel, ganjrantig. 33lül;tenboten borpig. Sldjenieu tief, «i* 



248 Syng'enesia. (Compositae Cynareae). 

walzenförmig, grauhaarig mit centralem 9iabcll)öfd}en. Spappuö 
fd)wa'rjüd), trciretyrig. — %m (Sanken mit turd) febr geringe 
SWerfmalc uon ter folgenten ©attung nnterfdnctcn. 
(702) Centaurea. glotfenbl ume, Kornblume. -^üllfeld) bfl« ; 
d)ig (f'ugeüg oter eiförmig), t?ad)ig ; $iillbl8ttd>en s>crfd)ietcn ge* 
fialter, »ertrotfuet oter mit ttfätmm, gewimprjcten oter gefranstem 
3?ante. 53lur;tenboten fpreuborfiiij. 53lüt)ten alle röhrenförmig: 
fcie rantfKintigen gefd)led)tslo6, uieift größer, fhaljlent, mtregeU 
mäßiger als tie mittleren 83lumen, mit tvidjterig-enueitertcm, üiel* 
fpaltigen (Saume; fcie ter Sd;eibe äwitterig, mit fqfl regelmäßig 
fünffpaltigem, am (Srunte erweitertem oter baud/igem Saume; 
feiten alle 23lul;ten awittcrifl, unt tat;er bann taö Äörbdjcn gleid)= 
el;ig. Siaubfätcn oberwartä zeitig oter jettigsfleifdiwarjig; ?lntl;c» 
ren ungcfcbwanjt. Sd)ließfrud)t »on allen Seiten jufammenges 
fcrürf't, mit einem feitlidjen grudjtnabel am ©runte. g-rud)tfrcue 
feiten fetylent, meift furj, auä melden üfteiljen gartet 33orflen gcbil* 
tet, tie äußcrfren ^etl;en am fürjefren, in ter -Kegel and) tie in» 
nerfte 9teu)c jtirjer, aUfredjt jufammenfd)ließent. — 33ielgejialtete 
©etvad)fe, auiSgegeidmet curdj tic meift baud)igen ^üllfeldje mit 
ft|\t)fd)uppeuäl)nüd)en £iillblättd)en, öurd) tic abwedifelnbeh ganzen 
oter ft'cterfpaltigen SSfattcr unt) Äöpfdjeu in gipfelfräntigen meift 
einfcpftgen Ürugtoltcn, tie tuvd) iljre Sereinigung Srauben, 
Sdjirmtrauben oter Süfpen bitten, llntergatt. : a. Cnicus 1 ). 53it= 
ter* oter £eiltiftel, Äartobenet ü'te. Wlit einem großen, 
blattigen, ten £üllf'eld) »ertetfenten Slußenfeld). Sd)üeßfiud)t 
(Helmut, langöftreiftg mit großem 9?abel. grudjtfrone au& jeljn 
langen, (rarren äußeren unt jel;n mit tiefen abwcd)fe(nten, öiet 
furjeren inneren 33orflen befieljent, unt am ©ruiitc »cu einem 
fürten je^njäl;nigen, kornartigen Ärcndjcu umgeben. £>ütlfeld) 
fpinngewebig-wellig, £>üllblättd;en an tcr Spitje ternig, tie iw^e 
ren fcf)r groß, frautig. S5ernig. Std'ngelblcitter l;atb l;erablaufent. 
— b. Calcitrapa. Mittlere £iillblattd)en in einen am ©runte ge* 
fieberten, kornartigen, langen S)cm auelaufent. «. Calciträpa s. 
str. Sterntifjel. S)Jflppu$ feljlt. Stangelbldtfer nidjt Ijerablau- 
fent. ß. Mesocentron. Sö^^'frfl» SpappuS toppclt: ter äußere 
meljrreiln'g, jreifborftig, ter innere furjer, jufammenneigent. S3läts 
ter Ijcrablaufent. — c. Cyänus. Kornblume. Mittlere £iill- 



•) tf od) Ijat tu ter ncueffcn Ausgabe — rem 3ar)rc 1843 — feiner Syn- 
opsis Fl. German. &' Helvet. tie ©attung Cnicus mit Cenraurea 
vereinigt. 9)iebre Sitten von Centaurea fdjeinen einen unmittelbaren 
llebergang 5U Cnicus ju lulorn ; unt tief; mag ifjn ju ber 3u'fämm<n« 
iiel^ung beiter Gattungen ueranlaßt tjaben, worin wir tljm gefolgt fint. 
ki fa)eint unö aber, a(s5 mügfe tann Cro'pinä ebenfa'dö ter ©attung 
Centaurea einrevieibt wetten; tod)fennen mir jene nur au<5 ^bbtltuu^ 
gen. , 



Syngenesia. (Composüae Cynareae). 249 

blattdjen an ber @pii)e »crtrocfnet unb mit nieijr ttertrocfnetem 
3?anbe , feiten (in ber ©pil)e in einen einfachen 2)orn auslaufenb. 
ct. Acroeentron. .£>tfilblättd)cn angetrücft, uern mit bautigem, ge« 
nnmperten 3?ante unb an ber Spu)c in einen fteifen, am ©runbe 
<jewiir.pcrtfrad)cligen ©ern auSlaufenb; innerfre an ber «Spitze mit 
»ertroefnetem, aeivirnpertgcfagfen 2Inl)ange, ß. Acrolöphus. £üll- 
blättd;en am »orbetn 9ianbe mebr ober weniger gefranjt, fpi§, 
bornloS übet- fel;r fur$bornig. Spappuö m.eifi fuvj ober oucl) wol)l 
aar feljlenb. y. Lopholoma. £üllblättd)en angebrücft, ringsum 
mit fclmwjbraunem {eberigen -£)autfaube nnb langen prangen, an 
ber @pt£e mit furjer, weider <Stad)elfpit)e. ^appuiS boppelt, ber 
innere furj. cF. Cyanus. .£>üllb[ättcl>n ringsum bäutig, mit feige* 
jafonfermigeu §rau$eu. ©tral;lblumen groß, Mau. Starben frei. 
93appu$ boppelt, turj. — d. Jacea. g-lodenblume. SDJittlere 
£üllblättdjen bloß an ber ©pilje mit bautigetn, tredenen, jagest)* 
nigsgewimperten der fteberfpaltigen 5lnbange. 33lumen muß ober 
weniger purpurfarben. 

f. Carlhameae. $?örbd)en »ielblübtig, meifr gleid)ebig: alle 
33lüt)ten jivitterig; [cltcner wenige äußere 23lübten un* 
fruchtbar. -§>üUfelcl) »iclreibtg, bie äußeren £iUlblättd}en 
brafteenartig. ©taubfäben in ber 2)?itte behaart ober ge* 
bartet. <Sd)ließfrud)t ganj fal)l, bierfantig, mir feitlid)em 
«§>Öfd)cn. 5pappuö nidjt üerbanben ober üielreibig, unb 
bann fpreublätterig, feiten paarig. 

(661) Centrophyllum '). «Spornblatt (?). Sleußere 23lättdjen beö 
Jpüllr'elcbes blattartig, ft'efcerfpaltig, bornig, bie inneren langlict), 
faum gejäbnt, lang mgefpi^t, ftadjelfpi^ig. 23lu't)tenboben bief, 
borjiig. ©taubfäben in ber äftitte gebartet. @d)ließfrud)t runzlig 
unb an ber @pi£e ferbjäbnig. Spapbui ber SKanbblumen feblenb, 
ber <2djeibenblül)ten fpreuig. llebrigenö rote folgenbe Gattung. 

(662) Carthämus. ©aflor. ^örbdjen glcidjebig, ungeftrablt ; 23(übten 
färmnttieb jwitterig, gleidjgefraltet,? röhrenförmig. Qüütcld) bau* 
d}ig, badiig; bie äußeren £üllblättd)en Ürautig, abftcl)enb, bie müt« 
leren aufredjt, eiförmig, an ber €>ytye in einen eiförmigen bornigen 
§lni)ang ausgebreitet, bie innerfren länglich, ganjranbig, (redjeub* 



\) 3>a bie allgemein übliche 8d)t'ftbart „Kentrophyllum" fyradjwibrig ifr, 
fo folgen wir 9xcid)cnbad) unb fdjretbcn Centrophyllum. 3)a$ grie* 
d)ifcbe k wirb in latinifirten SSörtern ftettf burd) c wiebergegeben; unb 
ein etwaiger 3)oppelfinn wegen bti lateinifcöen SSort'rt centrum i\t M 
Centrophyllum nid)t 311 fürdjten, ba phyllura fd)on t)inrtid)enb jeigt, 
baß ber ganjc Siame gried)ifd)en Urfprungcö ift, eine Sufammenfeßuna, 
üon centrum unb yvllov aber alö eine vox hybrida in ber botam* 
l'djcn STomcnflatur ntcb.t 3U bulben wäre, unb bann auty wot)l Centri- 
nhyllum unb ntd)t Centrophyllum lauten würbe. 



250 «Syngenesia (Conipositae Cynareae). 

fpi(j. 23lüf)teubcten fein fpreuborflig. S3lumenfrone fünffpaltig, 
fafi regelmäßig, ©taubfäten fafi taU. ©taubt'olben an ter ©pi£e 
mit fhtmpfem ^yortfo^e. Karben y*nvad)fcn. ©d)liefjfrud)t »er« 
fetyrt*eifcrmig, »ierrippig, fal)X, Cime g-rudjtfrone. 

g. Silybeae. 5?örbd)en tielblüfjtig. ©taubfäten monatel* 

pljifd). Slntfoercn ungefdnvan$t. 6d)Iiefjfrud)t tat)l, 311* 

fammengetrücft. ißappuö vietretyig, l;aarförmig oter fit* 

fcevljaarig. Blattei tveißgefteeft. ©i?fe ©ruppe unterfdjet* 

tet fid) »on ten (Sartuinen nur turdj tie monatefpl;ifd)en 

©taubfäten. 

C655) Siiybum. üflarientiflel. STcvbdjeu gleidjet;ig. £üUfeld) bau* 

d)ig, fa|l fugelig, tiefet gefdjtntelt; .£>iillblattd)en, befentera tie 

äußeren, an ter ©pü)e mit einem blattförmigen, geflad)elt*geroim» 

perlen, abfiefcenten, in einen langen ®orn eutigenteu 5lul;angfel. 

©taubfäten in eine fall jleifd)warjige SRöl;re ömvac&fen. Sinteren 

l;infällig. 3Id)enien jiemlid) fladjsjitfammeugetrücft, ungerieft, 

faljl. Spappuö melu-reil)ig, tnelfhablig, l)infällig. 23lül)tenbofcen 

mit bleibenteu ©prcubor|leu. gweijä^rige aufredete, ter ©attung 

Carduus at)nüd)e, fafl fat;le Kräuter mit tornigge£til)iuen, glan* 

jent grünen, t>on weisen Sltern i3urd)jOgenen ©tängelblä'ttern unt 

einzelnen, langgejlielten, entfiantigen purpurfarbenen 23lül;tenföpfen. 

(€56) Tyrimnusi 

h. Carduinae. Äörbdjen viel* unt gfeid)blül)tig, alte 23lüfj* 

ten mutterig oter feltener jtveUjaüftg. £üllfeld) mefjrrci* 

Ijig: £üübtaud)cn frei, meifi in ©ornen auslaufend. 

©lumenfronen fünffpaltig, Die äußeren Sappen md;r oter 

weniger eingefdjnutcn. ©taubfäten getrennt, bel;aart, 

warzig, feltener fatjl. Sinteren furjgefdnvänjt oter unge» 

fdnvanät. ©djliefjfrücbte ganj fal;l unt mei|l glatt, un* 

gefdmabelt, mit entflantigetn Sftabelljcfdjen. spappua be* 

Ijaart oter geftetert, tie SJorflen ofterö am ©runte in 

einen 3ting »enuadjfen. SDWjl g»eiiai£>rige trauter. 

(649) Onopordon. $reb$ti|lel. 23lumen ungleid) fünffpaltig, am 

©runte teS Äronenfaumeö vertieft, ©taufäten fal;l; ©taubfcl* 

ben unten furj gefdnveift. Farben fajl b\$ jur ©pi^e »envadyfen. 

23lül;tenboten flacö/Tief^ellig, tie lauter ter ßelleu bud;tig=ge« 

jal;nt. ©d>liefifrud)t jufammengetrücft, ungleid) söierf'amig, quer* 

runjelig, glänjcnt. spappuS l;infallig, borfiig, »ietreil;ig , unten 

ringförmig, kornartig. ©rof?e, tiefe, äjlige ©ifleln mit breitgeflü* 

gelt =ternigem ©tauget, fiarfternigen blättern unt großen fe&r 

tornigen 23lüf)tentcpfen. 

(654) Cynara. Slrtifdjocfe, (Srtfdjocfe. 23tatter teö £ÜHfeld)e* 

unten jleifdjiq, an ter ©pifce fl""Jp|lid), oter auögerantet mit ei« 

nem ©tad)elfpi|ci)en. ^vudufrone laug, vielretyig, am ©runte 



Syngenesia. (Compositae Cynareae). 251 

ringförmig öerbunten, Sjaavt terfelben gefietert. @d)lie0frHd)t 
föfl öierfantig, aufammeugetriicft. SJf^tenictfii fpreuborftig, 
weiß efjbar. 

(652—3) Carduus. SBegtiflei. Blätter Iti ^üttfeläjeS lan$tU* oter 
teifteufcrmig , jugefpi^t oter in einen <2tad)el auslaufend, oadjjie« 
gellagig. Blumen fünffpaitig, mit länglicher ©Weiterung ter 
$?ronröf;re gegen teu ©djlunt ju. ©taubfäten behaart; 8taub» 
folfcen elme @d)n?cif. «Karben fafr ganj »ertvad)fen. @d)lie0frud}t 
»on ten Seiten gufammengetriicft, läng(id), faß gerate aufft^ent, 
■£>öf#en an ter <2pißc fleifd)ig. Spappu* mcl;rreu)ig, bovftig oter 
fteterljaarig. 23lül;tenboten fpreuborftig. 23lumen rotl; oter auty 
weifSUd). ©rcjje 2)ijteln, teren etangel oon ten Ijerablanfenten 
betornten 23Jatträntern geflügelt erfct)cint; Blätter auf ten Litern 
ter 'ttnterfeite jottig, budjtig^fteterfpaltig mit tomigen Sappen urib 
3'äl)nm ter gtetejen; 23lül)teuföpfe ruutlid). tlntergatt.: a. Car- 
duus s. str. SpappuS fd)arffjaarig, am ©runte ringförmig, ter 
Siing abfafient. — b. Cirsium; $J5appuS fteterl;aartg, am ©mute 
nidrt oter unteutlid; ringförmig. 93(ui;ten ^mvcilen gn/eiljäujtg. 

(658) Lappa = Arctium h. Klette. S3lutter tcö £tUIfeld)eu in eine 
Warenform ig jurücfgcbogene @pi£e au$gel;cnt. 23lumen einanter 
gteid), glcicOmäfjig fünffpäftig, mit jeln! «Kernen in ter Äronen* 
röl)re. ©taubfäten ivarjig; (Staubfolbcn unten gefdj&eift. Farben 
frei, juruefgebogen. ©d)liepfwd)t jufammcngctrücft, gerieft unt 
quergerunjflt. «^appuS »iclrcil;ig, au$ fitrjeri fdjarflidjen, am 
@runte nidjt unter ft'd) »en»ad)fencn paaren gebiitet. t31ül;ten* 
tager flad), fpreuborftig. — @el;r »eräflelte Kräuter mit gezielten, ei* 
tyerjförmigen, ganjen, unterfeitS ivcipüd)sftl$igen blättern unt trau- 
bigeu oter fdjirmtraubigen, meifi purpurfarbigen, 53lüf)tenföpfen. 

i. Serratuleae. 33lül)teutcrbc0eu t>telblül)tig. SpüÜUld) öicl* 
reinig, £üflblättd)en frei, tauin ettvaö torntg. 23liil)ten 
jititterig oter jtveil;äuftg, feltener turd) SSerfummerung im 
©tral;le tteiblid). 23tumcnlronen fünffpaitig. ©taubfäten 
frei , tvarjig oter Ufyaaxt ; ©taubfolbeu ungefdjtvä^t. 
©d)liejjfrud)t tal)t. Spappuö l;aarig oter fteterlpaarig, an 
ter SöajtS innerhalb von einem ringförmigen SBulfte um' 
geben, ©urd) £abitu$ ten (Sentaureen nalje »ewantt. 
23lumen meifi purpurfarbig. 

(660) Serratöla. ©djarte. Jöüllteld) eiförmig oter waldig: tic anjje« 
ren £üu'blattd)eu l'ürjer, fpi£, tie inneren länger, an ter ©pi£e 
trorfen. 23lüu)enbcten geunmpert. 331umenfronen fajl regelmäßig« 
fünffpaitig. ©taubfäten tvarjtg; ©taublclben an ter @pi£e mit 
einem (rümpfen 2lnl;ange. Farben gefontert. @d)ließfrud)t lang* 
lid), jufamnieugetrücft, fdjiüad) unt unglcid; öierfantig, falfl, glatt, 
mit feitlid)em SRabel, ?pappuö mel;rrei^ig, fdjarf^aarig , ^aare 



252 Syngcnes. (Compositae Cynar. — Cichoriac.) 

vötblid), tie äußere tüe'xijt ftirjcr. Unbewegte unt nidjt filzige, 
meift äftttj »ielföpftge unt) mebrjabrige Kräuter. 
(657) Jurinea. $er »origen ©attunej turd) £abttu$ fel;r naljc »er* 
ruanfct, tod) fcon ibr wrfdjietieii tutet): fafi äiveilippia.sfünffpaltia.e 
23lumenfronen, ehvat ivaräige Staubfaten, tcutltri)et »iertantige 
unt umgel'el)rt'pi?ramitale <2d)liefjfriid)tr, flemen ivent3reil)ig.en «irt 
wenig uugtcid&en ^appuö, unt unterfeitä illberfarbeiuftljige 23lät« 
ter. 23iclleid)t nur eine ItntevgattUHß sen Serralula, mit ter fle 
5>on ÜÄetyren, g. 53. Shintr), vereinigt ivivt. 

B. Liguliflorae. 3ungenbrül)ter. Slfle 23Iumcn Swttter* 
unb einltppto, Qungenfönmg). 

5 Cichoriaceae. Äörbdjen gleidjeljig, flva^tförmtg, au$ lau* 
ter gantterigen 3 un 9 cn Mwl;ten mit funfgä'tjnigei* 3 un 9 eu * 
fpi^e beftebent. ©riffel ruatgtg, obenvartS in j»ei 9?av* 
ben gefpalten; Farben langlid), fatlid), ftumpfKid), außen 
fonücr unt) gleidmnipig flaumhaarig. Steüje t>ef Starben* 
trttfen tv>argenformig öortretent, fdjmal, faum tie mittlere 
Sänge ter Farben erreid)enb, SKildjente frautige, feljr fei* 
ten l)albfiraud)ige ©etväd)fe mit ivedjfelfräutigen 23lattern 
unt) meift gelben 23liil)tenförbd)en, tie fid) giemlid) regcl= 
mäßig 51t bejrtmmten SageSfhtnten öffnen unt) fd)liefjen. 

a. Scolymeae. 23lül;tenboten fprcublatterig. ^3appuö fro« 
nenförmig oter (ivenigffen$ tie äuf?erfte 9?eibe) fpreuig. 
©tad)elige Kräuter, belebe ten Itebergang gu ten 3)ifteln 
bilten. 

(641) Scolymus. ©olttiflel. Sldjemen f'urg gefdmäbelt; $p«ppu$ fro* 
nenförmig. ©injäbrige, tifteläbnlidje ©eiväd)fe. 

b. Larnpsaneae. S3lüf)tenboten naeft, Sßappuö naeft. ©in* 
jabrige, unbeivebrte Kräuter. 

(644) Lampsäua (nidjt Lapsana, wie Sinne fdU'ieb; tä Ijeißt Aa/xxpdv)} 
bei 2Motforite6). 5D? i t ct> e , 9?aiueobl. Qüüteid) einreihig, ad)t» 
bis jetjnblatterig, £ültblättd)en gefielt, mit gtvci \>\i trei fel)r htrgen 
@d)üppd)en am ©mute; nad) ter Sölübte ift ter £üüfeld) um>er* 
äntert, aufredet, gefcbloffen. SBlübtenförbdjcn toltentraubig, oft 
Hein, ad)t* biö jivölfblüljtig. ©d)ltefjfrüd)te etivaS gufammenge« 
trücft, langett^eilförmig, gerieft, mit fünf ftattevm 9?ippd)en, fabf, 
abfallenD, frei (nicl)t in tie inneren Hüllblätter eingeivicfelt). $a?te 
aufredjte, eifrige Kräuter, mit fleiuen geftielten 23lübtenföpfd)en, 
feltener flangeHo$ mit »ierr'öpft'gen 6d)aften, Slätter linienförmig, 
buebtig gegabnt, feltener febrotfägefermig - füeterfpaltig. -^üllfeld; 
fabl. 

(642) Rhagadiölus. ÜKontfaat, ^üttfelcl) beinahe jebnblatterig, mit 
einem, auö fel;r f leinen @d)wVV en bef}el;enten Slupenf'eldje; £ÜH« 



Syngenesia. (Compositae Cichoriaceae). 253 

blättdjcn julel^t Die @d)liefjfrüd)te einljüHenD. 3)ie 5ld)enien teö 
&txal)U>3 ftnD langer, Die Der @d)eibe, jiuei oter Drei an Der %b%l, 
ftebetförmig, nidjt öom ^mdjtJwDen pd) trennend. 23lübtenlager 
feJjr flein. 

c. Hyoserideae. 33(übtenboDen naeft. Sßappttg ranDartig 
(fronenförmig) oDer »ielfpreuig, tie Spreublätter breitlicb, 
nteifi tmi, öftere and) in ein £aar au^gebenD, aber lue* 
Der »otn ©fünfte an baarföimig, nod) gcfteDert. 

(628) Cichorium. SSegtvarte(3icborie unD GrnDiöie). ^)üQfe(d) 
' Doppelt, Der äußere flein, angeDrücft, fünf-, aebt* bii ^nbfat« 
terig, Die £üllblättd)en ungletdj, fd)laff, fuvj, Der innere längere, 
ad)t*, jcbn* bis fünfjeb'nMa'frerig; feine £üllblättd)cn am ©runDe 
jufammengetvadjfen, gleichförmig , aufrccöt, jur ^mdjtreife febr 
lang unD jurücfgebogen. @d)liej5früd;te gleidjartig, ungefdntäbelr, 
etwas jufammengebri'icft -üierfaiitig, faft serfeln-Mfb'rmig, gefireift, 
fabl, üom ^-rucbtboDen ftd) trennenD. ^appuö auö febr »telen 
gleichen, febr furzen, elliptifdjen, ftumpftieben ©dnippen in |tvei 
Reiben gebiltet. 23lübtenboDen fpreultä, biencnjefJig, fd)ftad; bz- 
baarr, faß fiad). 33lübtenfcrbd;en vielblübtig mit himmelblauen, 
feiten weißen 33lumen. 9Jitld)cnDe, aufredete, äftige ©tauDen mit 
wedfclftänDigen, fdjrotfcigeförmigen Sölättern unD einzelnen, pari* 
gen oDer gehäuften, blatnvinfelftä'nDigcn, ft^enDen oDer gefiielten, 
auf Den giveigen gipfclftd'nDigen unD in ununterbrochene 5Jel;reti 
gesellten 23lül;tenföpfd)en. 

(643) Arnoseris. Sa mm fr au t. ^)itHfe(d) einreibig, ungefähr ^tv'ötf* 
blätterig, mit einigen flehten ©d)uppen am ©runDe; £üllblättcben 
lhteatlan$ettlid), gegen Die ^rircfotrcife gefielt, erbaben punftirt unD 
fugetig jufammenneigenD. Sldjenien gleichartig, abfallenD, öerfebrt* 
eiförmig, ungleid) fünffantig oott fünf Hauptrippen, jtvifdjcn Uj* 
nen fünf Heinere 3?ebenrippeu, Dte 3wifd)enrämr.e gerunjeltsböcfe* 
rig; an ibrem ©runDe ftnD Die <2d)licßfrüd)te öerfdjmälert, oben 
aber »on einem furjen, leDerigen, bucbttg=fünffantigen 9vanDe ge* 
front. SBlübtenboDcn bienensellig*grubig. 23ltibtenföpfd)en »ielblüb* 
tig; 93lumen gelb, Rabies, fleineä, ftängellofeö, einjährige^ tfraut 
mit Derfeljrt-eiförmig'fpciteligen, fd)arf unD grob gejaljnten SSurjel« 
blättern, fablen, ein* bis Dreiföpftgen ©djaften unD feulförmig^aufs 
geblafenen 23lüf;tenftieien. 

(645) Aposeris. ®a%en%at)iu £üllfeld) fünf* bis acfttblätterig mit 
einem DreibUuterigen Deutlid)en 2lußenfeld)e. ©d)liefjfrud)t lang* 
lid), fttr^fdmäbelig, obne $Püppu$. ®urd) £abituS Der ©attung, 
Taraxacum uerwanDte, mehrjährige, Durd; übelen ©erud) au$ge= 

jeidjnete ©ewädjfe. 

(62?) Hedypnois. Spfaffenröbriein, STCöbrchenfraut (?). £üa= 
feld) einreihig, ad)t* bis jebnblätterig, mit fleinem 5lufenfeld>e. 



254 Syngenesia. (Compositae Cichoriaceae). 

(sdtfießfrucfyt fpintelförmig Spappu* & w Scanladjenien faft fpreu« 
blätterig, t)«r fcer <£d)ließfriid)te fcer Scfceibe doppelt, t)cr außftn 
borftig, fcer innere aus fpreuijjen ©rammen gebilfcet. @injäi)vtfle 
Kräuter. 
(626) Hyoseris. ^vcitt>en(raut, Saufraß. £ütffcld) wie bei fcen 
&oi1;crgel;enfccn ©attungeni £d)fießfrücl)te gcfdmäbelt, imgleicbar« 
tig; fcie äußeren von een ^üllblättdjcu eingefüllt, fcrel;runfc, fcif 
inneren f)&ntijjj>jgefl<tig.ett; 5pappuö jiveireil;ig, fpreuig, fcer fcer SRaufc* 
acbenicn lichter, ungleid), ter üou fceu £d)eibcnad)enien fürjer, 
weniger fcidjt, fel;r lang jugcfpifct. @mja§rige Kräuter mit fcftrot» 
fägefermig * geftefccrten SSurjeiblättern, einfbpfigcm, cbenvart* »er* 
fcicftem Scbafte unfc gellen 23Uunen. 

d. Hypochaeridcae. 5Mül;tenbofcen fpreublätterig. ^appuö 
auö febr fdjuialen, balblawjettlidien @preublättdjen gebil* 
fcet, fcie bei fcen innerjien Sdjließfrüdjten fiefcerig « jer* 
fdmitten (ftefcerbaarigcr spappuS) ftnfc. 

(615) Hypochoeris. $erf elfr au t. ^üllreld) öielblatterig,' fea« 
dn'g. Sßliifctenforbdjen bielblüljtig. Sldjenien meitf gefcbnäbelt. 
Spappuä m f»f* jiveireifcig, unt laun fcie innere 5Reil;c ftefcerl;aarig, 
fcie äußere fürjer unt) faft borftig; cfcer fcie ^riic^tfrtne ifi nur 
einreihig unfc fcann bloß ftefccrbaarig. ©preublätter fce$ 33liitl;ett* 
bofcenS abfällig. Stur unterwärts belaubte Kräuter mit fcbaftätm« 
lidjen, fcecfblatterigen, armfcpftgeu ©tängeln unt) gipfelftänfcigen, gel« 
ben 33liij)tenierben. Untergattungen: a. Euhypoehoeris. 6dilie§* 
friiebte ungleichartig, fcie inneren fel;r lang gefdjnäbelt, fcie äußeren 
mit abgefluteter <£pi£e, ebne ©c(mabel; Spappu* jtveireibig. Sötiiij« 
tenbefcen flacblid). ©injäljrige, fafr tal)lc, fcid)Ctomifcbs»erafklte 
Kräuter mit jungig-fp^telförmigen, bud)tig-gejäl;nten, jmveilen tief 
bucbtigsftefcerfpaltigcn blättern. — b. Achyrophorus. ipadjel- 
fopf. ©d)ließfriid)tc glcidjförmig, alle genabelt. 23liü;tenbofcen 
erhabener. SDiefjrjäbrige Krauter mit länglichen, bud)tigsgejäf;nten 
ofcer febrotfägefermigen bi$ füeterfpaltigen blättern unt) einzelnen 
enfcfiänfcigen S3lüi;tent'örben. «) Porcellites. qjappu* jweiieibig. 
f) Phanoderis, gkppuö einteilig. 

e. Scorzonereae. 23lül)tenbofcen ntd)t fpreuig. ^}app«5 
fpreublattcrig , fcie @preutlatt<Den fdjmal, fcie inneren 
l;alblan$ettförmig, unt bei fcen inneren Slcöenien fiefcer* 
baarig, feiten alle fdjaif. iUumcn gelb, feiten purpur* 
reib. 

(620) Thrincia. SHöncbSfcpf, £»«"fci5lattid). SjiiUUld) einreibig, 
a<bu biö jibclfblätterig, fajl aefitfantig, am ©runfce von «cöt bb 
jttjölf flciuen @d)üppdjen umgeben, ^)üUblättd;en an fcer untern 
ipalfte jlumpf gefielt. Köpfdjen bielbliilnig. 21djcuien gleid)gebilt>et f 
rittmtti faß fdjnabelartig uerCünnt. ^appuä In rantftanligen 



S^ngenesia (Conipositae Cichoriaceae). 255 

Sldjenien einreihig, fvottr nfcrinig , fyfou'iQj »icläd'lmig, ler inneren 
£d)liefjfriicl)te incl;trejl)ig , lie inneren 9ieU;en au6 langen, am 
©runlc breiteren, guU^t abfälligen, §iet errjaaren, lie aufjere au* 
furjen gejät;neltcn Werften gebildet, gafl fiangellofe, von einfadjeri 
©ler an ler ©pi£e jternfb'rmigeii ivilertjafigen £>aarm raul;e $räu* 
ter mit fpiulelfbrmigem, faferigen 3LSurjclftocff, fielet fpaltigen der 
fdnotfagefönnigen blättern, fd}afuitnilid;en, einfepfi'gen 23lumenfiie* 
Un unl gelben S3lül;ten. 

(622) Leontodon (Apargia Willd.) €on>eii3a$tt ^üHfeldj Vielblät« 
terig, ball gcfdjiulelt, ball einreihig, am ©runfce von ein biß Irei 
9?cil;en Meiner ©dmppen umgeben. <ssd)liefifriid)te gleidjfermig, 
lrel)runl, allmalig in einen furjen ©dmabel verlünnt, gefireift 
unl quer gerunzelt, Spapptii» meifi jtveireil;ig , ficlerljaarig, lie 
Spaaxt fleif, om ©runle trorfenl;autig unl breiter, gleid) gefialtet, 
der lie anderen furj, borfhnartig. £tangeflofe Äräuter mit gan* 
jen, fdjrotfä'gefbrmigen der ftelerfpaltigeu blättern, naeften der 
nad; oben mit einigen S)ecf blatten befehlen, an ler ©pi£e »erlief« 
ten, ein* der metyifepftgen, febaftartigen SBiumenfHelen unl gelben 
33ltif?tcnfcrbd)en. Untergattungen: a. Leontodon s. str. Spappuä 
jiveirctt;tg ; 53lii|)tenfcrbd)eu einzeln. «. Apargia. Xie äußere SReilje 
ler S3crften le$ Sßavpu*» gejüelcvt oler gejalntf unl nidjt einfad) 
Ijaarformig. £abitu$ von Taraxacum. ß. Euleontodon. 2)ie äu$* 
fere SKeilie leg $appu$ auä wenigen, rurjeren, einfachen paaren 
befreljenl. — b. Oporina. £unl$blume. Spappuö in einfacher 
9leir)e, fteler&aarig, lie £aarc am ©runle trocfenl;autig verbreitert. 
SBurjcljrccf abgebifien; Blätter grob bucfotlgsgejalmt oler bud)tig» 
fielerfr altig; ©tängcl auffieigenl, cifHg, fctyaftartig, viett'cpftg, leef* 
blatterig. 

(619) Podosperuium. ©tielfame (?). ^tiöfeld) bielblätterig, gefdjins 
lelt. Slcöenien gleichartig, länglid), cbcTwartS irauui verlnnnt, nad) 
lern ©runlc 311 angefd)tr>ßUen, enllid) geftieft, ler fällidje «Stiel 
mit einer vertieften, »erfe^rt*tiapfförmigen @d)eibe umgeben. $}}aps 
puä faft einreihig, ftelert;aarig. Kräuter der 6taulengeivädjfe mit 
afligen, mcl;rropfigen <3tangeln, fielerfpaltigen blättern unl gelte» 
JBlumen. 

(616) Urospermum, . . . » . -£>ultf'cld) einreihig, meifi ad;tbiai» 
terig; £üllblcittd)en am ©runle mit einanler vertvadjfen. Sldje» 
nicu gleichförmig, fi£eul, lauggefdjuäbclt, jradjelfpiljig , ©djnabel 
am ©runle aufgetrieben: ^appuö einreihig, ftc^er^aaviij, lie £aare 
nid)t mit einanler »erruadjfen. @injäl;rige, tidjotomifdje, tafyt 
Äräuter mit ^albfiangelumfaffenlen, fielerfpaltigen blättern unl 
langgefiietten, gelben ^lüi)tenföpfd)en« 

(617) Tragopögon. ^ocfßbart (^au^ ^aferroufj). ^üßfeld) tin* 
rc^ig, adjt* V\i fttvclfblatterig, ^)üablattd)en UnaetUtd;, (anginge* 



256 Syngenesia. (Compositae Cichoriaceae). 

fpifjt, oben iuriiefgebogen, unten unter einanber ttenvad)fen, gegen 
Slbenb früher al& bei anberen ©tjngenefifren aufammenneigenb 
inib ben Sicld) fd)licßcnb. Äörbdjen »ielbliiljtig, bie äußeren Solu* 
men meift frral;lenförmig, langet alö bie mittleren. <Sd)licßfr«d)te 
gleid)arrig, beinahe ungcftielt, mel;r ober weniger fd)ärflid)sgeff reift 
«nb baburd; faulig, obernnutö atimälig in einen fortlaufenben, 
langen, jiemlid) glatten ©dbnabel s>Vi l b'i?ririt, am ©r«nbe mit einem, 
beu nie l)i- oter weniger feirlid)en9¥abel umgebenben, fdjiefsvingfcrmigeu 
SBulfre. 9)appu$ kleieförmig, jitVi* ober mei)rreil)ig, ft'eberfyaarig, tie 
Sorben $ornartig«l:norpelig »erfirieft, fünf ober jel;n länger «nb oben 
nid)t gefiebert, naeft. 23liii)tenboben grubig. SDtcifr jwcu, jutvcilen 
Hjei)rjäl)rigc, ftarf militenbe Kräuter mit aufredjtem, aftigen, beblät- 
terten ©tängel, fd)inalen lineaManjettlidjen, langjugefpiijten, imge* 
tl;eilten, gaujrantigen, l)albftängelumfaijenben 33lättem «nb gro£* 
fen, einzeln gipfelfränbigen, langgeftieltcn Äörbdjen mit gelben ober 
purpurfarbigen SBtumcn. 

(618, 624) Scorzonera, Söiberbiß (a«d) @d)tuarjs unb £afer* 
rourj). QüllUld) gefd)inbelt, faft roal^ig; £üu*blattd)en ungfeid), 
aui Sftanbe l;autig. 33liii)tenförbd)cn tüelbltfljtig, mit oft längeren 
SfJanbblumen. 3ld)enien gleidjförmig, fel;r furjgefrielt ober ft^enb, 
länglidj^rual^ig, gerippt, fal)l ober ^ottig-be^aart, juiveilen weidjfk* 
d)elig, ungefdmabelt ober nur mit fel;r fur^em <2d)nabel, mit einem 
ben mel)r ober minber feitlid)en 9?abel umgebenben fdj.iefen SRing* 
ivulfre am ©runbe. S)3appu$ meifr mel;rreU;ig. 53lül;tcnboben fein« 
lvarjig. 3Jiild)cnbe perennirenbe ober $weijal;rige, meift lable $räu* 
ter mit einfachem ober affigen, Ija'uft'g bid)otomifd) »eräflelten, ein* 
ober meftrföpftgen, bisweilen fdjaftartigen ©tä'ngel, meifi ganjen 
«nb ganjrantigen, meljr ober »veniger frdngelumfajfenOen^ nersigen 
ober gefreiten, fel;r l) aufig lan^ettlidjen ober leifrenförmigen 23lat* 
tern unb gelben, feltencr purpurfarbigen Sfumen. llntergatt. : a. 
Scorzonera p. s. d. §ld)cnien fal)l ober flottig, mit einer ben $la* 
bei umgebenben @d)ruiele. SpapjniS jivei- ober mel)rreit)ig, fteber» 
ober feltencr raubfoaarig, bie £>aare öerflricft, bie inneren fünf 
SBovfrcn länger unb an ber @pii)e naeft. — b. Galasia. 2ld)enien 
fi^enb, wetct)ftad)elig. Spappus ungleid), mel)r ober weniger fd)arf* 
paarig; bie äußeren 93orfrcn baarförmig, bie inneren lanjettlid) 
verbreitert, innen jottig^erflricft, ©in vielffängeligeS, affigeS i?raut 
«üt fiangelumfaijenbeu, getieften, fettigen blättern. 

(621) Picris. 23itterid). #MMd) vielblätterig, gefdjinbelt; bie inne* 
reu ipiillblättdjen anliegenb, unten fteifdjigsgefrelt, bie äußeren lineaf, 
«bergebegen. 23lul;tenförbdjen ciwaläig, »ielfclumig. Sldjenien flleidj 
gebildet, an ber <2pif$e allmälig in einen jifmlidj furzen Schnabel 
ü'bergebenb ober unter ber grud)tfrone eingefebnürt, fcin*querrunäe< 
lig. ^Jappuö 3iveireil)ig, l;infällig: bie innere ^eil)e auö am 
©runbe breiteren ober 3ufammengcivact)feuen giebev^aaren, bie 



Syngenes. (Composit.) — Cichoriaceae. 257 

dufjcren auö tticl förderen unb bünneren, fafi glatten paaren gebil/ 
btt. SMäfjtenboben vertieft punfttrt, md)t wie (Jet ben vorljerge* 
(jenben ©attungen etwa* ergaben, fonbern flad>(icf>. 9taul)boiv 
flige, dfltge trauter mit bud>tig;gejdl)Men SMdttern unb gelben, 
meifl fdjtrmtraubigen 93(ufjten6örb*n. 

(623) Helmintbia. SBurmfraut. ^ültfeld) boppelt: ber dufjere fünf; 
blätterig, gleid) lang ; bei' innere eben fo lang, au$ ad)t aufredjt* 
jufammenneigenben «£>ullbldttd)en gebtlber. 2fd)enien ftö#&ufam; 
mengebrueft, (anglich, elliptifd), querrunjelig, an ber (Spille abge* 
runbet unb mit einem fer)r bi'mnnen, langen, jerbred)Ud)cn<Sd)tta/ 
6et verfemen. ^>appuö beinahe mcferi-ctrjtg, fieberl)aarig, 6leibenb. 
3Müf)tenboben flad), warjig. (Sinjdfjrigeö fd)arfl)aarige$ $raut 
mit bicl)otonufd);\>erdfie(tem (Stängcl, länglichen, fjalbumfaffenbcn 
weitläufig gejdljnten SMdttern unb einzeln gipfelfldiibigen, gelben 
SMüfjtenförbcn. 

f. Lactuceae. 8Mü(jtenboben naft ober feljr feiten fpreuig. 

2(d)enien meifl plöfclid) in einen <Sdmabcl verldngert. ^appus 

ftaarförmig, fllberweijj, meifl fefyr wetd>, ftödjtig; bk Staate 

einfad), Weber am ©runbe breiter, nod) gefiebert. 

a. Soncheae. 2(d)etuen oljne ober nur mit unbcutu'd)em 

©cfyuabet. <Pappu6 ungefliclr. 

(636) Picridium. 93ittcr(attid). Rollfeld) becherförmig, mefjrreiljig, 

gejcbjnbett, •Oüllbldttdjen mit trocfcnljduttgem Stanbe, SMiifyten; 

förbdjen mclblüljttg. lidtenkn ungefd)ndbe(t, merfantigprisma* 

tifd), Cjuerfyöcferig, an ber <Spi£e 6einaf)e fcljna&elartig jufammen* 

gejogen. £>id)otonufd)xperdflelte ^rduter mit fldngelumfaffenben 

SBldttern, einjeln gipfellldnöigen SBläljtenförbdjen auf keilförmig 

üerbieften SMumenflielen, unb mit gelben Blumen. 

(634) Sonchus. ©dnfe* ober ©aubtflel. Rollfeld) fafi wafjtg, ju; 

lefet kegelförmig, vielbtdtterig, gefcfyinbett. ^örbdjen üiclblu^tig. 

2(d)cnien jufammcngebrücft, gerippt, mit abgeflu^ter ober wenig 

verfdjmdlerter ©pifie, ungefdjndbelt. ^»appuö meljrretfytg, fiaar* 

förmig, fetbengldnjenb'Wetfj , jjtnfdüig, ^>aarc einfad), fd)drfh'd), 

flacfyelfpifjig, biegfam, am ©runbe bufdjelig tKrwadjfen. S5lüf)ten< 

boben uaeft, flad), grübig. 93?ilc^enbe, öftere rauhhaarige ^rdu< 

ter hiß ^albflrducfyer mit meifl füeberfpaltigen Söldttern unb gel/ 

ben, fdjirmtraubtgcn ober trugbolbigen, feltener einzelnen SMäljten; 

förbdjen. 

ß. Lactucinae. #cr)enien meifl mit beutlidjem ©djnabel unb 
Q3appug geftielt. i?öpfd)en armb(uf>ttg. ^)uüfe(d) meifl mal* 
Jig. Genien gleichförmig, meljr ober weniger flad) jufam/ 
mengebrücft, ungeflugelt. 'Papputf meifl mefjrreiljig, Ijduf.g 

17 



258 Syngenes. '(Composit.) — Cichoriaceae. 

mit ^xnfatltgen paaren unb blctßettbcm 9ianbc. 33tdttev 
meift fiieberfpaltig unb frdngelumfafifenb, unb SMöljtenförb/ 
d)en in Trauben, SKifpen, 2lefjren u. f. w. 

(637) PrenantU-s. ,£afen(atttcr/. Jpöflfcl^ waljtg, funfbldttertg, 
mit einem fletnen fchupptgen TlufjcnMdje. ibpfdjen fünf; bis 
jefwbluljtig; 5ß(ül)tcn ein/ biS.jmeiretljig. ©cf)liegfrucf;t fatf mal/ 
jig : ober fünff antig ober jufammengebrücft, am ©runbe verfcfymd; 
lert, an ber@pi|e abge|hi|t (ungefcf/ndbelt). <Pappu6 mefjrretlu'g, 
ftfeenb jfeifljaartg. Untergatt. Euprenanthes. ^öpfcfyen fünfb(ü> 
tig. Genien pri^mattfeb. 'Pappus n>ei)3. Sötdtter. Idnglicb/lan; 
jettticö, jldngelumfafTenb. ^örbcfyen in Svtfpen. Blumen purpurn- 
farbig. SMuljtenboben grubig. 

(631) PhaeDopus. 93erglatttcf;. SjuUUlä) tterldngert'roaljig, beinahe 
fpinbetförmig, faft aclytbldttertg , bk duneren förjeren beinahe 
bacfyjiegeltagtg. 85(üf)tenf6r6tf)en funfblüijtig, 2Mül)ten einreihig, 
©cfyliejjfruchte faf! waljig, in einen furjen (Stiel fär bte §rud)t; 
frone «erfctyrndlert. ^Pappus gezielt, meljrrei!)ig, borjtig. 2Müb/ 
tcnlager fcfymal, unbeutlid) jellig. SMdtter mcfjr ober weniger fte* 
berfpaltig mit jum $l)ei( f>erablaufenben Wappen. SMüfjtenförbe 
fletn, faft fi|enb, dl)rig;rifpig. Sölumert gelb. 

(633a) Mycelis. (Phoenixopus, Prenanthes alior.) ($>an£ tt)ie vorige 
(Sattung; nur bk fünf blätterige >£ulle am ©runbe mit brei feljr 
furzen au^enfe(cf)artigen <Scbuppen, äplinbrifd^gefcbtofien, jule^t 
gebrefyt; @d)Itej3frud)te linfcnfßrmig jufammengebrneft, faft jefjn* 
ripptg, an ber <Spt|e plöfjttd) th einen langen, bunnen, fdblicfycn 
(Schnabel, ungefähr ein drittel fo lang als ba$ 3tcl)dnium, ver/ 
langert; <PappuS meljrreifjig, mit fcfjdrflicben, abfälligen paaren 
unb bleibenbem iKanbe am ©runbe. (£injdl)rige6 Ufyeß ^raut 
mit lcterartig;fieberfpalttgen, l)crab(aufenbcn SMdttern am roaljen; 
förmigen, oberroartS rifpig-dfrigen ©tangel; Sttfpe gefpreijt; 
SMumen gelb. SBirb je|t jiemlic^ allgemein mit ber naf)e ueiv 
roanbten folgenben ©attung Lactuca vereinigt, von ber es ftcf) 
jebod) wefentUdj burtf) bk einreihigen SMumen in ben funfblüfjtt* 
gen ^örbcljen unb einen bunnen jplinbrifc^en, nic^t glocfigen, au{jem 
felsigen unb nieftt gefdjtnbetten ^utlfelcf) roefentlid) unterfcheibet. 

(633b) Lactüca. ßattief). SjMteld) ycöiii W mel)rretr;ig, bacbjg, 
tdngtic^;tt)a(jenf6rmig bi$ wafjig^gtocfetiförmig ; JpiHlbldttcfyen mit 
tjduttgem 3knbe, bk duneren Sieben furj. ^öpfc^en armbltilj/ 
tig, SMufjten jwei; bte breiretljig. 2(cb,enien (infenartig jufammem 
gebrücft, tangtief), meift vielrippig mit etwaß (Idrferen SKanbripp* 
djen, an ber <25ptfce plöfjlicb lang gefcfjndbelt; ber lange faben; 
förmige «Schnabel langer a($ bk ©cfiließfrucfyt ober boc^> zUn fo 



Syngenes. (Composit.) — Cichoriaceae. 259 

lang, 2tufred)te, obcrwdrts rtfptg ober botbentraubig «erdfWte 
trauter mit flac^etfpt^tg^gcjd^ntcn ober fdjrotfdgeförmigen, bud^ 
tig/gejdljtiten ober füeberfpattigen am oberen ^[jcitc beö ©langete 
öfters ganjranbtgen, an iljrem ©runbe pfeüfßrmtgen, SMättem 
unb mei|t gelben QMufjtenförbdjen. Uebrtgens ganj wie »orfjeiv 
gefjenbe ©attung. Untergattungen, a. Scariöla. Sölumen gelb; 
auf beibm ©eiten ber ©d)(tcijfrud)t. viele ©treffen. — b. Cya- 
noseris. SMumen b(au; auf jeber <5eitc ber ©djliejjfrudjt nur 
eine erhabene 2ime. 

y. Taraxaceae. 2(djenten in einen langen, bannen, fdb(id)en, 
(eid)t $erbred)ftd)en ©cfynabet Dertdngert, gleichförmig, fCöx 
gettoS, (dnglid), gerieft; fantig biß brcfjrunb(id), am ©runbe 
beS ©d>nabe(S t>on 3^wd)en gefrönt. ^appuö cttt# ober 
ftdufüger meljrretfjig, Ijaartg, gejriett, fe&r weijj, bk Sjaavc 
fcbdrflid). SMufytenför&djen meljr ober weniger Idnglidj, 
arm,- biß (meiß) vtelblitfytig. ^üüfe(d) meiß buppelt. 9£>lur)* 
tenboben flad), ausgefyöb / lt;punr'ttrt. SMdtter großenteils 
febrotfdgeförmtg. SMumcn gelb. 

(630) Chondrilla. ^trumUng (?> Spüühid) einreihig, afytt biß jeljn* 
flatterig, am ©runbe nodj mit bid)t anliegenben, eine 2lrt 2tufjen* 
feld) bitbenben, ©d)üppd)en befe^t, waljtg gefdjloffen. 8Mül)ten; 
t"örbd)en arm; biß mel)rblul)tig (7 biß 12); SMürjten in jwei 
Svenen, mit obermdrts etwas rauher ^ronenröljre. ©d)liej3frud)te 
fiielrunblid), burd) bk liefen etwas fantig, oben wetdiftadjelig; 
gejdfjnt, bk oberjten fünf %afynz langer, fcfyuppenartig , ben (am 
gen ©d)nabcl am ©runbe frönenb. ^appuS meljrretljig, mit fyn* 
fälligen, meiß. etwas fd)dr|!td)en paaren unb bleibenbem Svanbe 
am ©runbe. — ©teife, mitdjenbe trauter mit rutljenförmigen, 
rifpigem, oft gabetdfftgen ©tdngel. SMdtter meift fdjrotfdgeförmig, 
bk beß ©tdngels ungeteilt, letflenförmig. SMäljtenförbcljett ein* 
jeln ober in wettigföpfige'^fterbotben gebellt. 

(632) Taraxäcum. Söutterblume. Jpüttfeld) baebig, vtelbtdttertg; bk 
inneren 2Muf)ten einreihig, aufrecht, an ber ©pike Derbicft, gleid); 
bk duneren turjer, jafylreid), in mehren Steifjen gefdjinbelt, eine 
2(rt 3tupenfe(d) btlbenb, abftefjenb, jute^t juriicfgebogen. SMufj; 
tenförbd)en vielblumig, 3Mäf)ten tuelretfyig. ©cl)liejjfrud)te lange- 
nd), etwas jufammengebrücft, geftreift ober gerippt, oberwdrts 
auf ben Sliefen ßacljeljdljmg ober fleinfyöcfertg. 'PappuS mer)r; 
reinig, fafl borflig. SDieljrjdfyrige, fldngeüofe, meijt faf)(e, (farf 
tnild)enbe trauter mit metjl: fd)ratfdgefßrmigen, feltener ganjen 
SBldttern unb töfjrigen, etnföpftgen fdjaftartigert SBurjel&tuljtem 
fielen. Söluljten bzi SKongcl beö 2iä)ttß fid) fd)tiepenb, f)od)t 

17 * 



260 Syngeues, (Composit.) — Cichoriaceae. 

gelb. 95tii^tcnt>obcn ffacf; , nachher polfterdOnlich. 

(631) Willemetia SjMMd) eiförmig, piel6lSttcrtg, ba* 

d)iQ, bie äußeren SMdtter fttrjer, einen unuollfommenen äußern 
leid) btfbctib. Slüljtcnförbchen melblumig. Renten fttelrunblich 
6iö faft (fünf;) fantig, btc Reifen «n bei* <Spt&e in Sdhjtchen 
vorgejogen, tt>efcfcc ben langen <2ttcl beö <Pappu$ fröncljeuartig 
umgeben. 'PappuS nur einreihig. 2lu$bauernbe$ ^raut tton Um 
feljen ber ©attung Leontodou, mit biefem SBurjelftocfc, aufred); 
tem, einfachem ober wenigdftigen ©tdngel unb einzelnen gipfel* 
ftdnbigen 8Mül)tenfßpfcheu. 

J. Crepideae. Schemen mcfjr ober weniger beut(id) gefchnd; 
belt, ohne Sahnfrone am ©runbe be$ «PappuSftieleö, balb 
gleichartig, balb meljr ober weniger ungleichförmig, mct|l 
ungezügelt. 'Pappus oft unbeutlic^ gezielt, mehrreihig, 
paarig. Rollfeld) meift außenfekhtg unb weniger beutlid) 
gefchtnbclt. Söluljtenförbchen meift viel.', feltener armblumig. 
5Miil)tcnboben meift ftodj, fjduftg bewimpert. SMdtter meift 
fteberfpaltig. SMumen gewöhnlich gelb, feiten purpurfarbig. 

(625) Pterotheca. ^öcherlattich. ^üüfeld) glocftg. SMuhtenförbchen 
melblumtg. SMuhtenboben bewimpert. 2ld)enien ungleichartig, bk 
be$ ©trahjeö geflügelt, bte ber «Scheibe breljrunb. <Pappu$ ber 
9vanbfrüd)te bünnfyaarig, fefyr hinfällig, i>k ©cheibenachenien 
mehrreihig, blcibcnb. ©tdngcl oben blattlos*, unten mit gefteber* 
ten SMdttcrn. trauter mit gelben SMiifjtenföpfen. 

(629) Zacyntba. Sßarjenf of)(. ©em SSerfafTer unbefannt. &(ü> 
ten gelb. 

(638) Crepis. ©runbttefte; polnifd) Pippau. ^üllfelch faft bop< 
pelt (innere SKetlje lang, tnelbldtterig, dufjere fursbidtterig, einen 
2fußcttfeld) barftellenb,) feltener mef)rretf)tg unb baebtg. S&för)tcn* 
boben meift ganj naft, nur juweilcn bewimpert. Schemen wal< 
jig, ungezügelt, meift nur furjgefcfyndbelt, juweilen ungleichar; 
ttg, unb bann bk ber ©efteibe (anggefchndbclc. <Pappu6 meift 
ft^enb, mefyrreiljig, paarig, weich, met|t milchweiß. Quin-, ^mit 
ober mehrjährige ^rduter mit meift geftreift<furchigem, vcrdftelten, 
beblätterten ©tdnget (feiten ftdugelloö), meift fchrotfdgeförmtgen, 
ober fieberfpaltigen, feltener bloß gcjdhnten SMdttern, unb meift 
gelben, feltener purpurröthjichen ober orangcgclben Söläljtenföpfen 
in rifpigen Srugbolbcu. Untergattungen, a. Barkhausia. Schemen 
ber «Scheibe meift tanggefchndbett, bk be$ «Strahles furj ober 
faft gar nicht gefcbndbelt. ^üllfclch juweilen mehrreihig, bachig. 
SMühtcnboben meift mit mimperig<behaarten ©rßbehen. SMumen 
juweilen orangefarben, röthlid), purpurfarbig u. f. w., meift jeboch 



Syngenes. (Composit.) — Cichoriaceae. 261 

gelb. tOiCtft einjdljrige ^rduter. b. Oepidastrura. S^üliUld) 
ftetö jweireiljig (mit bem 2Cttgcn6c(ct>c) SMiii)tetiboben ganj nacft. 
2td)enien alte gtcicl), alle nur in einem furjen ©cfynabcl jufanv 
mengejogen. a. Phaecasium. körbet) cn armblumig ; äußere .$ull; 
blatteten angebrneft; ©cbltejjfrucbte langer alt bei- s Pappu^ / jetjn.- 
t'ippig. /?• Eucrepis. (£benfo, nur Erbeben mef)rb(uljtig; dufjere 
,£üü7d)uppen toefer. y. Iutybellia. .törbcfjcn roaljig, utelblumig; 
2ld)emen faum langer a\6 ber <PappuS, oben $el)n/, unten jroan* 
jigrippig; ©tätiget febaftartig , mefyrföpjtg. 

g. Hieracieae. 2Mur)tenbobcn meift fpreutoS. <Pappu$ tjaar; 

förmig, jteijTtct), fe^r jerbreebücb , enbticf) gelblicf) ober 

fd)mu|jig roerbenb, bie 4>aare einfaef), nie gefiebert, burch/ 

au$ gleich, bief. Renten meift ungefctjttdbelt. 

a. Rothieae. 2td)enien ungefcbndbelt ober nur mit fefjr 

furjem ©cbnabel. 

(640) Hieracium. .$ ab icf)t$> traut. SjiWzld) pietbldtterig, bk SMdtt* 

djen tinealifcf), ftumpf ober jugefpi^t, in jwei ober meljren SBit/ 

tefn bacfyig über einanber liegenb. ^örbcfyen eiförmig ober roatjig, 

vielbtufjtig. ©cfjtießfrüdjte gleichartig, meift etrua^ fünftantig, 

etwaö gefrreift, tdngtid), waljig ober feulenförmig. <Pappu$ biet; 

6enb, ftfccnb, einreihig, einfach, bk Sjaavc gletcf) grof? ober mit 

f leitieren untermtfcfyt, bid)t, freif, ge$dl)nc(t, feftarf, am ©runbe 

mcf)t »ermaefrfen, aber son bem fetjr furjen ringförmigen, geferb* 

ten SJtanbe ber ©cr)(ie£frucr;t umgeben. S3lur)tenboben nacft, fetjr 

oft bienenjettig, bie fiinfecfigen ©rubelen mit ge$dl)neltcm ober 

feinroimperigen SRanbe. ^erennirenbc, mitebenbe, potymorplje 

trauter mit ober oljne ©tauget, unb abroeebfetnben, einfachen, 

ganzen, meift geinten, r)öct)fr fetten fteberfpattigen Söldttern, 

meift behaart, bk ^>aare biöroeiten ftewförmig ober brufentra? 

genb. Sßtufjtenförbdjen einjetn, trugbotbig ober riiptg, mit gef; 

ben, fet)r fetten orangefarbenen ©turnen. 

ß. Picrosieae. ©d)einfiüct)te beutlidj gefcr/ndbelt. 
(635) Mulgedium. 5ft elf traut (?). ^)üttfe(ct) melbtdtterig, bk innc; 
ren ^öttbtdttcben einwirtetig, langer, bk duperen furjer, jweiwir, 
tetig, bacbjiegeltagig. @d)(ie^fructjt taljl, jufammengebrucf't, oft 
beiberfeitö nenjig, naef) oben in einen furjen, bieten <2>cf>nabe( 
»ertdngert, ber fiel) an ber «Spifje in eine napfförmige, genum* 
perte «Scheibe enbigt. 'Pappus metfr mef)rretl)ig. ^örbetjen eiförmig. 
SMufytenboben jellig. Q3ercnnirenbe trauter mit ganzen unb gejat)^ 
ten ober fcf)rotfdgeförmig*fteberfpaltigett SMdttern unb tjimmet/ 
blauen trugbolbigen 2Muf)tentörbcf)ett. 

(639) Soyeria £u titelet) eiförmig, jweü biä breircifjig, 

bie duneren Söldttcfycn «einer unb abftefjcnb. ©chtießfrncfyte Idn* 



2G2 Gynandria. Mon.-Diandria. (Orchideae.) 

ger als ber <Sd)nabe(, nad) vorn etwas jufammengebrüctt, oben 
jef)n/, unten jefjn; 6tö jroanjigvtpptg. «Pappuß meljrreiljig. Sölüfj* 
ten&oben bienenjellig, ttnmpertg-'berjaart. ^erenturenbe trauter 
mit großen, trugbolbigen, gelben ^lüljtcnfßt-bchen; bte oberen 
SMdtter l)at&|tdngelumfafTenb unb bud)tig-ge$dljnt. £>tefe Gattung 
fteOt in mannet* SSe^teljung Crepis fetytf nafye. 

XI SUf f e. 

GYNANDRIA. 

^tvittetblüiyten, beten ^taittgefafe ttttt ^etn ^tfttlie 

übet bem fävuättftwten t>ettt>ad)feti ftnb» 

1. ü r b n u n g. 

MONANDMA - DI AN DMA. 

^Jlit einem ober jwei Staubgefäßen. — *Perigon meijt blumen? 
artig; Stöljren völlig bem ©erjlocfe angewachsen; <Saum fecbstfjeilig, 
ungletd), oft rad)ig, bte brei duneren 3ipfcl metft cinanber dljnlid) unb 
mefjr ober weniger mit cinanber vertvachfcn, von ben brei tnnern gip* 
fe(n jtvei glcid), ber britte (^)onig(ippe) in ©eftalt unb ©rcvße von 
allen übrigen abtveicbenb. Staubgefäße eigentlich brei, mit bem ©rijfel 
in eine auf bem Qsrierjfocfe ftel)enbe S^cfrudjtungsfdule verivad)fen; ba§ 
mittlere frud)tbar unb bte 6eiben fcitlicben verkümmert ober ganj fe^ 
lenb, feltener bk beiben feitlicben enttvicfelt unb baä mittlere uufrucb> 
bar; ©taubfolben jtvet/, feiten ein,' ober gar vier* biß acbtfdcberig ; 
Rollen ju jwei, vier ober ad)t tvachgdfyntidjen ober förnigen -äftaflen 
vereinigt, tvcic&e nad) bem Oeffnen ber Staubbeutel auf ober ober bk 
Sftarbe vcvmittclft einer ^lebbrufe angeheftet werben. QrierfTod: etnfd; 
cfyerig, mit brei wanbjldnbtgen, neroendlmltcfyen, vieleügen Saamem 
trdgern; ©riffel immer mit ben Staubfdben verfdjmoljen, juwcilen 
verfürjt ober unfennttid) ; Stfarbe feitltd), flad) ober vertieft, glatt unb 
fiebrig, meift unter bem Stauvfolben. ^apfel mcift trocfen, breif lappig; 
bie klappen gewöhnlich, jwifcfyen ben bicfcren jurütfbletbenben, an ber 
Spt^e jufammenr;angcnben 37dl)ten ft'd) ablßfcnb, auf ifjrer SDtitte bk 
©amen tragenb. Same fcfjr flein, monofotplcbonifd), eiweißtoö; .föcim 
gleichartig, fleifd)ig. Sttonofotplebomfclje trauter, ijdufig mit £rug* 
t'noKen jeugenber SBurjel. — (118. §am. Orchideae.) 

1. Unterer bn ung. Mo'nandria. 

Sftur ein fruchtbares Staubgefäß. 

A t Staubfotbc ganj angewachsen. — ©ipfetßdnbige, aufrechne ober 
jurücfgcfrummte, jletö bcutlid) 2fdd)erige 2lnth>rc. 9Bad)öartige, 
fleinlappigc «pollenmaffen, burd) ein ela(Iifd)e$ ©ewcbe (Ucber; 



Gynandria. Mon.-Diandria, (Orchideae.) 263 

reffe jerfrSrtcn 3eti$<wtU$) auf bte 3?arbenbrüfe gepappt. SÖieiff 
2 'Srugfnoflen an ber SBurjel. (Ophrydeae.) 
1) Jponigltppe gefpornt. 
a. §rud)tfnoten gebreljt. 

«. (Staubfolbenfadjer meiff gleichlaufend unb utitcrtüdtts an 
einanber ttegenb. 

a) SSurjetfnolfcn geboppelt; runbu'cf) ober fyanbf&rmig 
fpalten, einer jdfjrltd) abfterbenl. 

709. Orchis. ^nabenfraut. 'perigon vasenförmig, mit 6 3'Pfeln, 
*>on benen 2 ober 5 gewölbt, in einen ^)e(m jufammenfcftjiefjen ; 
.^onigtippe abffefjenb, bret/ btö ttierlappig, unterfettö nad) hinten 
gefpornt, im 5öliu)tentnopfe aufrecht unb von ben dujjeren 'Peru 
gongipfeln bad)ig / bebeef t. 2(ntf)"ereufdcl)er gletcb/laufenö , unter/ 
mdrtg an einanber liegenb, mit breitem ^onneftme, in eineSdngö/ 
ri|e fid) öffnenb, mit einem tajwtfcfjcn gehobenen gortfa^e beö 
<Sd)ndbe(d)enö (3?drbenfpi|d)en), am ©runbe burd) ein gemein/ 
fd)aftlid)e$, jiüeifddjerige«! Söeutetdjen tterbunben; $ Pollenmaffen, 
gezielt, fteinlapptg, jcbe einjelne an eine befonbere £)rüfe ber 
Sftarbe, Rätter genannt, angefugt. SMe ©rufen in jtüei fap; 
penförnuge Vertiefungen be$ 3?arbenranbe$ eingefenft. 

710. Anacamptis. ^urtb^wurj. .^omgtippe abftcl)enb, nieb/t gercutt/ 
ben, am ©runbe mit jwei feitrodrts gerichteten, au$ ber Ober/ 
flache ber platten entfpringenben Gammen. 2lntt)erenfdd)er öurd) 
ein gemeinfdjaftltdjeS einfach, erigeS Söeutefdjen ttcrbuti ben. (Stiele 
ber beiben 'Pollenmaffen an einen gemeinfdjafclicfyett Rätter ange/ 
Jjeftet. Uebtigens wie Orchis. 

71t. Hiniantoglossum (incl. Habenaria.) 3UemenjUttge, 93o<f"3get/ 
Ten. 2lntl)ere roie bei Poriger (Gattung; aber bie (ineate, fefyr 
lange, breilappige ^onigltppe gebreb/t, unb entroeber farj/ ober 
faef förmig /gefpornt, ober aud) fporenloö. a. Habenaria, Sippe 
bretjdfyriig, im 83lül)tenfnopfe aufwärts gebogen, b. Spiroglossa. 
Sippe ttef/breifpaltig, im SMüljtetttnopfe gebretjt. 

712. Gymnadenia. ^ȧ^njurj. Sippe abfleljenb, halb nad) ttorn, balb 
nad) fyinten gewanbt, breilappig, gefpornt; bte brei gegenüber/ 
flel)enben Sappen Ijielmartig äufammenfcbjiefjenb. dStaubfotbe fc^rdg 
aufrecht; bte Sacfyer am ©runbe oljne ein fte pereintgenbes 
S3eutetcl)en. ^cU 'PoUenmafife einer befonberen, naeften 2)tüfe 
fettrodrt^ angefugt. 

b) SSurjel bufd)elig ober affig. 

713. Leucorcbis. Sßei&ff enbet, Sügelblume. ^oniglippe mit ben 
übrigen ^Perigongtpfeln faft glocfig/jufammcngeneigt. %?bc 
^PottenmafTe einer befonberen naeften 2>rüfe feirrodrts angefügt. 



264 Gynandria. Monandria. (Orchideac.) 

53on Gyimiadenia, ber tiefe ©attung nalje verwanbt ift, burd) 
bk ©egenwart zweier brufendbnlicber Körper (abortive <s$tau&* 
gefäjje) red)t$ unb linfs ber 2lntljere unterfebteben. 

/?. @tau6fotbcnfdcf;eu unterwärts burd) eine 2^ud)t be$ 
auSgefcfynittenen @d)na6e(d)enö getrennt. . 

714. Platantbera. ^ufufSblume. @tau&fot&e febrdg aufrecht, bie 
beiben gddjer unterwärts burd) bie 93ud)t beö auegefdjnitienen 
©cbndbelcbenS von einanbeu entfernt. 3ebe 'PoHenmaflfe einer 
befonberen naeften ©rufe feitwdrts angefügt, fein lappig; 25eu* 
teilen fe&lt. Jponiglippe abftefycnb, lang, fd)mat, ganjranbig 
ober breilappig unb entweber (Platantbera s. str.) mit langem 
fabenförtnigen, ober (bei Peristylus) mit facff&rmig^urjem (Sporn ; 
bie 5 übrigen Q>erigonjipfel (bei Peristylus) glocfig, ober (bei 
Platantbera) bk brei gegenuber|M)enben Ijetmförmig jufammen< 
geneigt. 

b. §rud)tfnoten ntc^t jufammengebreljt (gewunben.) 

715. Nigritella. ©ehwdrjüng. 'Perigon umgercenbet, faft gtoefen/ 
förmig. UebrigenS wie Gymnadeuia. 

2) Jponigttppe nicljt gefpornt. 

a. Jjoniglippe jweiglteberig. 

716. Serapias. ^tenbelwurj. Sippe breilappig, SJiittellappen grö; 
|3er, fnieartig^juruefgebroeben, fyerabljangenb. Ucbrigens wie 
Orcbis. 

b. Sippe ungegliebert. 

717. Herminium. SKagwurj. ^>onig(ippe fpiejjförmig/breUapptg, am 
©runbe faefförmig^eingefenft, aufrecht, unb mit ben übrigen <Pe> 
rigon&ipfeln glocfig^ufammennetgenb; bk Beiben parigen Sappen 
beS inneren SBtrtclS an jeber ©eite mit einem %afynz »erfeljen. 
2fntl)ere febrdg aufrecht, aöfteljenb, burd) eine breite oben abgc; 
runbete platte, wie bei Platauthera, von einanöer entfernt, 
©tiel ber faft fugeligcn 'Pollenmafie aujjerjt furj, jeber einer 
befonberen naeften, feljr großen, fappenförmig*auSgeljöl)(ten ©rufe 
angeheftet. 03iit Gyninadenia »erwanbt. 

718. Ophrys. §rauentfjrdne. ^)onig(ippe abftefyenb, fnorpelig, ffad) 
mit einer SJftittelrinne, ganjranbig ober öfter gelappt. S)ie duße; 
ren parigen 'Perigonjipfel offen, ber unpare fyelmförmig, bk 
inneren parigen fleiner als bk duneren. ©taubfolbe gerabe, auf/ 
red)t; ^ollenmaffe wie bei (709) Orcbis. Sbrbenfortfafc o()ne 
<Sd)ndbeld)en. — 2>ie ^)oniglippe i\l wegen ifjrer ©effalt oft 
mit Werfen verglichen worben. 

719. Chamaerepes — Chamaeorchis. gwergftenbel. 'Perigonium 

Ijelmförmig. Swei getrennte 93euteld;cn am ©runbe ber 2lntl)erc 
U. f. W. Sie Ophrys. 



Gynandria. Monandria. (Orchideae.) 205 

720. AcSras. puppen b (um e. <Perigon Ijelmig. Tfntfyetertfdc&er am 
©runbe buvd) ein einfdcfyerigcö SÖeuteldjen vereinigt. Sine ge> 
memfdjaftlicfye .tlebbrufe u. f. ro. SBie OrcLis. 

B. ©taubfolbe frei. 

A. 3Bad)Sartige 'Pollemnafien in beftimmter 2Cn$afj(, jebe ()duftg 
tn 2 meljr ober weniger eng werbunbene .£&ufd)en geseilt, 
ber 9?arbe unmittelbar angefugt, of)ne jelltgen 2lnfjang. «Staub/ 
folbe enbjrdnbtg. ©tempetfdule aufregt, gleichförmig, am 
©runbe nur wenig verfdjmdlert. Jj>onigtippe faß ober gänj* 
lid) fpornloö, ungegliebert. (Malaxideae.) 

1) «Staubfolbe abfällig. 

721. Sturmia. (=Liparis= Loeselia, welche Sftamen aber fd)On, jum 
$ljetl iweimal, vergeben ftnb). (Sjlanjftenbel. ^erigon abfteljenb. 
Sippe aufrecht, fyinterfrdnbig , ganjranbig, or)ac (£mfenfung am 
©runbe, bod) oft mit jwei furjen @d)tme(en neben ber SÖtitte; 
bk parigen inneren 'Perigonjtpfel meift fd)maler alö bie äußeren, 
©tempelfdule fyalbrunb, oben ausgeranbet. 'Pollenmafien je jroet 
an ber ©pü>e verbunben, eiförmig, neben einanber liegenb. 
§rud)tfnoten geftielt, nidjt gebreljt. 

722. Corallorrhiza. ^orallwurj. 'Pertgon rad)tg. ^oniglippe bnv 
lappig mit fur&en ©eitenlappcn, 2 Ünealifdjen @d)tt)ieten neben 
ber SCftitte, am ©runbe mit ben feitenjtdnbigen ^erigonjipfeln 
jufammenge|TofTen unb einen furjen, angelaufenen @porn jet* 
genb. @taubfolbe breiter aß lang, 'Pollenmafien je 2 an ber 
<Spi(jc verbunben, über einanber liegenb, fugelig, fpdter 4 gelbe, 
road)$artige ^Otaffen. 

2) ©taubfolbe bteibeUb. 

723. Malaxis. 2Öeid)ftenbel. <Perigon weit abtfeljenb, nad) hinten 
gefegt, an ber SSafis au$gel)öl)(t, unb juweilen (Microstylis) 
geö^relt; bk parigen inneren Q3erigonjipfel meift l)a(b fo grojj 
als bk duneren unb eiförmig (Malaxis), juweilen f&blid) ober 
(einförmig (Microstylis). ©tempelfdule furj, runb; oben 
jweijdfjnig. 'Poüenmaffen je 2, entweber über (Malaxis) ober neben 
(Microstylis) einanber liegenb. 

B. 2Cntr)cvc gipfelfrdnbig, gebecfelt. ^oHenmaffen anfefjnlidj, eta* 
jfrfd) jufammenljangenb. J£>onig(ippe jweiglieberig. 2Mdtter 
nidjt Vor()anben. (Glastrodieae.) 

724. Epipo^ium. Ueberbart. 'perigon gefrielt, umgefe^rt, ber untere 
%tyW oben; Stpftl ab|ta)ertb, eMlanjettltd), ber mittelfie am 
?urjc(!en; ^»oniglippe mit eiförmiger, aufrechter, hinten aufge* 
blafener, fpornartig enbigenber platte, ©taubfolbe furj gezielt, 
in bie breifpaltigc Jftarbenfpifje etngefenft. §rud)tfnoten nidjt 
gewuubcn. 



2GG Gynandria Monandria. (Orchideae.) 

C. '.Kntljere ^mtcr (unb niemals becfelförmig über) ber Warbt, 
mit genäherten gackern. 'JMemuafTen förntg, einfach ober in 
mefjre «£dufd)en geseilt, einer gemeinfcl)aftlicf)en ©rufe of)ne 
<Stiel angeheftet, *f>oniglippe ungefpornt. (Stdngel meift mit 
S5(attfcf>cibctl bcfe|t. (Neottieae.) 

1) Sippe jweiglieberig. 

725. Epijpäctis. ©umpfrourä. Sippe in ber SOtftte abgefefet, ber 
untere $fjei( fonfaü, SjoniQ abfonbernb, ber obere breiter, mit 
2 ©cr/tt)te(en am ©runbe; bte 5 übrigen 'Perigonjipfet faft gtetd), 
offen, ©tempelfdule für,, gerabe aufrecht, runb. ©taubrolbe einem 
aufrecht fteljenben, faft vierkantigen Sftarbenfortfaije auffregenb. 
Q3offenmaffen ungeteilt. §rud)tfnoten nic^t gebref)t, aber am 
©runbe in einen gebrefjten ©tiel verbannt. SBurjei tmdjenb. 

2) Sippe ungegltebert. 0taubfolbe bletbenb. 
§ruc^t?noten ntcfyt gebreljt. 

a ©taubfolbe ft^enb. 

«. J J>ollenmafl'en ungeteilt, mehlig.' ©djndbelcfyen 
ein jungenförmigeS, uhgetljeitteg ^Mattc^cn. 

726. Neottia. 33ogelneft. ^)erigon glocfig, faft Ijelmförmig; Sippe 
gerabe l)ervorgeftrccft, fpornloö, nicf)t eingefcfylofien, vorn jwei* 
lappig, am ©runbe mit einer faft Ijalbtugeltgen ©rube unb 2 
Heinen ©eitenlappen; bte 5 übrigen 'Perigonjtpfet beinahe gleich 
förmig (3 wenig breiter), faft ijelmtg jnfammenndgenb. (Stenv 
pelfdute f"ur a unb einem febtiabeiartigen 9?arbenfortfa£e auffiel 
genb. ©taubtolbe enbftdnbig. — %n feuchten SfidlDern auf 
Söaumrourieln fcfymaro|enb. 

727. Listera. groeiblatt. 'Pertgon m?Ijr ober weniger. ra^ig; Sippe 
oljne Vertiefung am ©runbe, ^erabgebogen, fpornloö, linealifd), 
jmeitljeilig ; , bte 5 übrigen 'Perigoujipfel faft gleich, , fd>rdg aufs- 
techt, beinahe fyctmtg jufammenneigenb. ©tempelfdule feljr turj. 
©taubfolbe einem aufrecht fteljenben, fleißigen Sortfafce be$ 
(Staubfabenö eingefenft, einem fdjnabelarttgen 3ftarbenfortfa|e 
aufliegenb. 

ß. g)oUenmaffen meift aus 4 jufammen^angenben 
^dufeben bejteljenb. (Scbndbelcben zin eiför-- 
migeö, an ber @pi|e jwcifpi|igcö «platteten. 

728. Spirantlies, (i^cbraubenblume. licfyt febraubenförmig gettmn* 
De«. <Perigon racf)tg; Sippe emgefcblofifen, am ©runbe rinnig, 
oberrodrtä juräcf gefrommt, t>U 3 oberen 'Perigonäipfet jufam; 
menrteigenb. 

h. (©taubfolbe geftielt, niefenb, beroeglid). ^»ollenmaffen um 
geteilt, aus meift 4 jufammenljangenben, fantigen Mbmt 



Gynandria Mon.-Diandr. (Orchideae.) 267 

eben beflcijettb, einer faft oicrfantigen SDrüfe auf betn 
S^arBcnfortfa^e eingefügt; btefer aufregt , Jtüetfjörmg, 
fcfynabelarttg. 

729. Goodyera. $aunblume. <Perigon racfytg; Sippe üon ben 2 feü 
tenftdnbigen dufteren 3ipfcfa bebeeft, ungeteilt, fpornloS, nach, 
vorn allmdlig jugefpüjt, vorgeftreeff unb abwärts gebogen, mit 
einer Sftittelrinne, unterwarf faef artig ^Bcferig ; bie 2 parigen 
dufjeren ^erigonjipfe'l offen, bk 3 übrigen faft cileicfy, jufanv 
tnenncigenb. (Stempetfdule furj. SBurjet fnecfyenb. 

D. 2(ntl)ere gtpfetftdnbig/becfclfßrmig über ber 3?arbe. 'pota 
maffen pulverig, aus eefigen 3\örpercl)en befteljenb. ^eine 
2)rüfe jur 2lnljeftung ber 5 Potlenmaf]*en. ©tdngel mei.fi ein^ 
blätterig, feiten fcfyetbig ober blattlos. Uebrigenö wie bie vo* 
rige 2lbtf)etlung. (Arethuseae.) 

1) Jponiglippc fpornloS, jweiglieberig. 

730. CepLalanthera. (£ i n b ( a 1 1 ff e n b e I , ",® cf) w e r t J i m b e (. J?onig* 
tippe in ber -JÜiitte abgefegt; ber untere %ty\{ faefförmig etnge/ 
fenft, ber obere an ber ©pi|e gurücfgebogen; bie 5 übrigen 
Q^ertgonjtpfel einanber faft gletcf), fyalb offen, langer als bk Sippe, 
©tempelfdule lang, gerabe aufregt, Jjalbrunb. <BtaubJolbe gefttelt, 
beroegud); bte ^ddjer unvollkommen jweifdcfyerig. ^otlenmafTen 
jweit^eilig, bk ^fyeile lang, feulenfSrmtg, neben einanber iw 
genb. §rud)tfnoten gebrefyt, ftteltoS. 

2) ^>onig(ippe gefpornt. 

731. Limodorum. ©ing«t-*^onig(^pe mit pfrteraehförmigem, ab; 
fteigenben <Sporn, in Ver 93Jitte fntefßrmig gelenft; bte parigen 
inneren ^ertgonjipfet fcljmaler als bk duneren, ©taubfolbe enb; 
flanbig, faft fyerjförmig, frei/ ^)oUenmaffen jwei, förnig. 
§rud)tfnoten nicfyt gebre()t. SÖldtter ju ©cfjetben verkümmert. 

2. U.n ter 6r bnung. Diajidria. 

3wei feitlicfye fruchtbare 2fntf)erett; baß mittlere, britte, (Staub; 
gefajj unfruchtbar, blumenblattartig ausgelaufen. ^olienmafTen bret* 
artig,f5rnig. (Cypripedieae.) 

732. Cypripedium. §rauenfd)ul), ©ocfenftenbel. ^rtgon forol* 
lenarttg, ausgebreitet; bk jwei parigen duneren gipfet ^tntetr 
bk ^oniglippe fyerabgebogen, meljr ober weniger mit einanber 
verwarfen; £>oniglippe feljr groß, panto ff elf&rmig aufgeblafen. 
SöefrucbtungSfdute übergebogen, mit einem fttrjen ©riffelffücfe, 
oben in einen breifpalttgen ©taubgefd&tljeil unb in bk bavon 
getrennte Sftarbe enöigenb; jeber ber jwei feitlidjen Sappen beS 
©taubgefdßtfjeileS einen jwetfdcf)erigen ©taubfolben tragenb, ber 



2C8 Gynandr. Hexandr. — Monoec. Monandr. 

mittlere größere Sappen blumenblattartig, antb>ren(o$. Sftarbe 
frei, ble 2(ntf)eren tfberragenb, vor bat unfruchtbare (Staubge; 
fdjj gefMt. Srudjtfnoten nicf)t gebeert. 

2. O r b n u n g. 

(Sechs (Staubgefäße. — <})erigon meift gefärbt; 9l6f>t*e untertüdrtß 
bem Sierfrocfe angewachsen. (Staubfdben verförjt, 2tntljeren auärodrts 
geheftet, jroeifdcfyerig. (Sierftocf fecbgfdcfyerig, vieleitg. ©riffel furj, 
fdulenf&rmig. Kapfei fecf)Sfdd)erig; §dcf)er üielfamig. Keim Hein, in 
bem einen Qrnbe be$ (^iroeifM, mit untcrfrdnbtgem ober zentripetalem 
SfBtfrjelcben unb fefjr furjen Keimblättern. SJifotplebonifcfye Q^flanjcn. 
(90. §am. Aristolochiearura pars.) 

733. AristolocLia. Offertujei. 'Pcrtgon blumenartig, langrS^rig, 
abfällig; 9töf)re über bem $rudjttnoten bauchig erweitert, bann 
gerabe ober geerümmt; (Saum fcbjef, meift in eine jungenför* 
mige flache platte auögebenb. ©taubfolben fccf)$, jnmfdd)eng, 
unter ben fedjö Sftarbentippen bem furjen', biefeu ©riffel ange* 
warfen. Kapfei fecbjfddjertg, feeb^f lappig , meift fugclförmig, 
leberartig, tnelfamig. SSurjel Mecfyenb, bitter, fcfyarf, yerennirenb. 
SBldtter owal. 

XXI. Klaffe. 

MONOECIA. 

^lännltcfre unb weibliche fSiübicn fiei$ getrennt, röe? 
npd) auf fcetfel&en 3ß{fan$e (ftentfelfcen Stammt) 

befinbliä). 

1. O r b n u n g. 

MONAXDRIA. 

elHit einem Staubgefäße. 
A. ©ifotnlebonifche ©attungen: 

734. Euphorbia. SBolfSmilch. MgemeineS <Pertgonium (SMufjten* 
ljulle, ^ullfelcb, KSrbcben) eigentljümticb;g(ocf"enf5rmig, neun; 
bi$ $er)n&dljnig, aber wer hiß fünf S^ljne oon einer runben ober 
r)albmonbfßrmigen, jroeifpiljigen, ^>onig abfonbernben SDrüfe 
bebeeft. Männliche SMubjen acr)t hiß breipig, am einem einjel* 
nen, auf einem (Stiele geglieberten, am ©runbe metfr t)on einer 
jarten (Schuppe geflößten «Staubgefäße beftcljenb 1 ); in beren 



•) grüber btelt man bie aflgemetne ®lu$tenbülle für eine Äronc ober ein 
*Perigomum unb fämmtlicbe wn jener eüigefcbloffencn ©taubgefaf e nebfl 



Monoecia Monandria. 2C9 

9S(iitU eine einige, gefltcCtc weibliche SMuljte, mit einem breü 
fantign-unblidjen, bei ber SMuljte tyervorragenben Srudjtfnoten 
unb brei ober jwei ©riffeln, Zapfet breifnotig, breifamig, e(a< 
ftifd) auffpringenb. «Stauben ober Kräuter mit febarfem weisen 
•Dftildjfafte in ©tdiigefn unb SMdttern. ©tdngel in eine 
brei* biä pielftraljlige, t>on einer SMatterftulle umgebene, eigen; 
tt>ümud>e SDotbe ober Srugbolbe gefpalten. 2Mul)ten ge(b;grüm 
lieb, ©ubafrifanifefte- 2(rten t>on cactueartigem SBuchfe btlben ba& 
genusßurmeistera; bk einfyeimifdjen bagegen jtnb beblätterte $rdu* 
ter ober^albftrdudKr, welche nach ifyrerüerfchtebenen bracht tnjwei 
Untergattungen gebrad)t werben fötintcn. a. Cbamaesyce. SMdt* 
ter gcgcnltdnbig, mit kleinen Sftebenbldttern. SMüIjtcnbolbd)en 
einjetn ober gekauft. Sie Brufen beö atigemeinen ^ullfelchcö 
von häutigen §ortfd£en (Secfbldtterrubimenten beö Mtbtymi) 
gefrönt, ©ame ofjne mantelartigen ©amenanfydngfel. b. Titbyma- 
lus. Blatter oljne Nebenblätter. QMUld) ofyne Secfblattrubü 
mente. SBlüljtenbolbchen in becfbldtterigen 5rugbo(ben. <2>ame 
mit ftarfem 97abelwul|te. «. Galarrboeus. £>rüfenarttge 2(nf)dng* 
fei beS SpMMtyeä unb ^otolebonen beö Smbrno nierenförmtg. 
«a. Helioscopia. <Same neijtg.'grubtg ober gerunjelt. -ßß. iMicran- 
tha. ©ame glatt ober ergaben punftirt. a. (£tnjdljrtg. b. Q3er/ 
ennirenb. ß. Esula s. Keraselma. 95lü(jtenl)üü'e mit breieeftg; 
monbförmigen, mciftenS jwetfyörnigen 2fnf)dngen. ^otnfebonen 
leiftenfSrmig. ««. <£in* bi$ jweijdljrig. a. Latbyris. Nur bie 
oberen SMdtter wed)felftdnbig, bte übrigen freujwetfe gegenffdn* 
big. ©ante glatt, b. Peplus. 3tUe 2Mdtter wed)fe(ffdnbig. Same 
runjelig^grubig. ßß. ^erennirenb. a. Paralias. SecEbldtter frei, 
b. Cbaracias. Secfbldtter Perwachfen. (94.) 
735. Callitriche. 2Baffer|lem. SMuhten in ben SMattwmfeln, ju< 
weilen gwitter. 'Pertgomum au$ &roei weißen SMdttchen befie; 
Ijenb. ©rtjfel pfriemenförmig. $rucht meift furj gezielt, faftloS, 
in tuer 9ftü|jd)en au^einanber fallenb. kleine, jaite, üerdnberlicbe 
SBaffcc* ober ©umpffrduter mit meift rafenartig werfammelten 
»Stdngeln, unb oberhalb berfelben jtern; ober rofettffirmig gejM* 
ten SMdttern. (93.) 



bem mittelfMnbigen spiftiHe für bie ©entfallen einer einjigen Slityte. 
2)a aber jeber ©taubfaben mit einem (Stiele, bem er aufftjjt, artifulirt, 
unb öon einer ©ecfplattfdjuppe gefüllt wirb, fo bält man je£t bafiir, 
bafj jeber einzelne eine männUa)e 23ütf;te au$maü)e, unb auf tiefen ein* 
ober mcfctfacben 33lüf;tennürtel bat>er nur bie eine mtttelfiänbige weibli* 
$e Stufte fomme, rcelcbe bü Anthostema ebenfalls wie bie ©taubfä» 
ben ein <So)uppa)en am ©runbe %at. Euphorbia würbe baber einen 
Uebergang ju ben Stmbroftaceen Permitteln. 



270 Monoecia Monandria. 

B. SCftonot'otolebonifdje ©ewdcfyfe. 
A. grudjtfnoten einer, ctnfddjerig', eineiig? Sieben fyangenb 
ober grunbftdnbig. grudjt einfamtg, meift troefen. @ame 
eiwetfjlos. krautige, meift untergetauchte 2BafTergetpdd)fe 
mit langgeftrecftem, oft tnecfjenben <StdngeL (129. §am. 
Najadeae.) 

736. Zostera. «Seegras. 93(aljtenfd)eibe geftieft, plattgebriicft, in 
titt 25(att enbigenb. Kolben ftarf äufammengebrücft, lineaKfdj, 
breinervig, ber 3ftttte(nen> ber vorberen Stacke ätpeireifjig.'blub/ 
tentragenb. 'perigon feljlenb. ©taubfolben auf bem SJtücfen mit* 
tcls eines ganj furjen Prägers angeheftet, in eine ßangsri^e 
auffpringenb. 'JMftilte fctPifdjen ben ©taubfotöen (iegcnb; %vud)U 
fnoten unter ber @pi(je angeheftet; ©rtffel einer, mit jroet f)aar* 
bunnen Farben, ©djfaucfyfnicfjte unregelmäßig auffpringenb. 
SStteerpjTanje mit grasartigen, fcfyroimmenben SMdttern. 

737. Najas (incl. Caulinia). StirfraUt. SMufyten ein* (Caulinia) ober 
äroeifjduft'g in ben SMattacfyfeln. Sftdnnucfye SMtfljten mit meift 
boppelter jarter ^)ulte, bit cnweber oben nidjt ganj gefdjlofTen 
(Caulinia) ijr, ober bk dufjere ^>ülte iftganj gefc^toffen unb mit jroet 
frühen @tacf>c{fpi£en, in ber SÜittte umfdjnttten als 5ftü£e ab* 
faltenb, bk innere an ber ©pi|e in einer ober jwei Sappen ftd) 
ßffnenb unb auf befonberem Stiel erfyebenb. Staubfolbe bei Caulinia 
atlmdlig aus bem furjen Staubfaöen fid) verbiefenb, einfdcfyerig, 
ofjne fttafyt, an ber Spifce aufbrecfyenb; 6ei Najas ft^enb, Dtetv 
fantig, «ierfdd)erig, mit jtüei furjen Stacfyelfptljcn. SBeiblicfye 
Sollte of)ne £ütle; ©rijfel furj; Starben jwei ober brei. §rud)t 
fteinfrucfytarttg, faftloS. Sußwafierpflanäen. 

B. §rud)tfnoten mel)re: fonft wie Porige 2Cbt(jei(ung. (1J5. N 
§amitie Potameae.) 

738. Zannicliellia. ^dnnlicfye unb tt)etbftcf)e QMüfjten uon einer burd)* 
• ftcfytigen, cü lanzettförmigen Sd)etbe umge6en. 93tdnnli$e S&läl^ 

ten of)ne 9!Müf)tenljulIe, ofoß ein «Stau&rolben auf langem Staub* 
faben; weibliche SMüftten mit einfachem, bunnfydutigen ^erigon. 
(Srtffel bleibenb; 9?aibe fd)ief;fd)Ubf6rmig. 9We brei bis fünf 
unb mefjr, ft^enb ober fttrjgejftett. «SüfjwafFerpftonje. 

C. Qrtcrftocf einfdcfyetig, meift meljretig. Sftarbe ft'^enb. $rud)t 
eine ein/ bis mel>rfamige 93eere. Same grunb* ober 
roanbftdnbig mit ffeifc^tgem Eiweiß; Äeim arenjldnbig, 
gerabe, baß SBurjelenbe gegen ben 3?abel gerichtet. — 
«Sumpf-- ober SüfjroafTerfrduter m it fttoltigem SBurjel; 
ftoefc. (127. §am. Aroideae.); 

739. Arum. 2Uon. 9MüI)tenfd)eibe einblätterig, tappenförmig jufatm 
mengerollt. Kolben o&ertpdrtS naeft, unterwärts mit naeften 



Monoecia Monandria — Triandria. 271 

SW&tett befe|t. 9ttdnnlicf)e SÖlüfjten gegen bie SKitte beS M 
bcnS; 2(ntt)eren ftfcenb, in meftren' Slei^en bie ©pinbel umge; 
bctib. SBetbltcbc 93Cu^tett am ©runbe beö Kolbens ; (Sierfrocf 
mit ft^cn b er, oft bärtiger Sftarbe. lieber ober unter ben mann* 
lieben 2£>lül)ten zin ober me^re Greife von fabttc^^ugefpifeten 
Sräfen (rubimentdren «Staubgefäßen.) S&eere ein* bis armfamig, 
fugeug, rotl). 

740. Calla. «Schlangen* ober «Scfjweinfraut. S3lüi)tenf$eibe 
flad). Ser MOtenfolben t>on ben. «Staubgefäßen unb ben we/ 
nigeren, unter biefe gemixten, §rucf)tfnoten überall bebeeft. 
«Perigon febjenb. ©taubfolben jwetfnötig. Speere fugeiförmig, 
mefjrfamig, breiig, jule|t rotfj. 

2. Orbnung. 

DIANDRIA. 

^mei (freie??) Staubgefäße. 

741. Pinus. Sichte, tiefer, §öijre, $anne u. f. tu. 95dume mit 
2M&!jten in ^a^d>en; ^d£cj)en mit männlichen Söhnten wal< 
jenfßrmig. «Staubfeiben jwei, an bte «Schuppen bes ^d&cfyenS 
unterwärts angefugt. $d£d)en mit weiblichen ©lüften aus ge* 
fcbjnbelten «Schuppen gebilbet, in beren SSinfel eine befonbere, 
fcfyuppenförmige, jwetbluljtige ^)ulle beftnbltcb, ijt. (Samen gefiuV 
gelt, $u jroeien in ben SBinfcln ber Ijoljig geworbenen «Sdjuppen 
beS 3<*Pf en ^- (^9l- Monoecia Monadelphia: Coniferae.) 

[2sn biefe Orbnung [teilen mefjre Söotantfer nod), unb wie 
es fdjeint, nid)t ganj mit Unrecht, bte ©attung: 
(5) LemDa; ferner gehört Ijicrfjer 
(771) Betula] 

3. Orbnung. 

TRIANDRIA. 

Prei freie Staubgefäße. 
A. SXftüttorotqlebonifcfye, meljr ober weniger graSdljnlicfye ©ewddjfe. 
A. «perigon frei, aus krautigen ©puppen ober 93orflen beffe* 
fyenb. «Staubgefäße meiß bret;' 5rdger getrennt ober 
unterwdrtS verwarfen; 2lntljeren aufrecht mit bid)t an 
einanber tiegenben, ber 2dnge nach, auffpringenben §dcf)ern. 
Qiierfroct" emfddjerig, eineiig, mit Ijangenbem Sie; ©rijfel 
einfach, mit jungenf&rmtg einfeitiger £Rar6e. $rud)t troefen, 
einfamig; 5rud)tljulle aus ^wi Sagen gebilbet: bte dußere 
fdjwammig, nid)t auffpringenb, ober Ijduttg ber Sdnge 
nach, aufberjlenb; bk innere fjart, mit ber <Samenfd)afe 
verwarfen. "Same Ijangenb, mit meljtig=fteifcf)tgem Qriweiße. 
^eim arenjUnbig, gerabe, faft waljig, mit fcfywac&er 33er/ 



272 Monoecia Triandria. (Typhaceac.) 

bicfung be$ nad) oben gefegten Sßurjeldjen*. — Ärautigc 
(Sumpf/ ober 2Baficrgewdd)fe mit fadenförmigem 3Bur< 
jel|Tocfe unb tpecfjfelftdnbigen, fcbmalen, ganjen, Idngsner; 
vigen, unten fd)cibenförmtgen SStdttern. Söluljten in feljr 
gedrdngte roaljen* oder fugeiförmige, »on hinfälligen 2Mn> 
tenfd)eiben unterste 2leljren (Kolben) jufammengcftellt; 
bte oberen Tte^ren mdnnüd), die unteren weiblid). (128. 
§am. Typhaceae,) 

742. Typha. ^olbenrofjr. SMüfjtenfolben waljig ober elfiptifd). 
9JJdnn(id)e 95(ur)tcnr>utle: brei haarfeine S3orflcn, ben einfachen 
ober an ber @pi£e furj jroet* biä breijinfigen «Staubfaden nebft 
feinen brei ober mehren 2lntljeren umgebend, nad) ber 2Mäf)te 
balb »erfdjwinbenb unb nur bk nahe (Spindel jurucflafifenb. 
5Beib(. ^erigonium vielljaang, ben gezielten §rud)tfnoten umge* 
benb; ©rijfel lang, bann, leid)t gefrommt, mit furjer Sftarbe. 
Sftußdjen üom bleibenden ©rijfel gefrönt; ^rud^fjillle ber Sänge 
nad) aufberftenb. — Sftannöljolje (Sumpfgewddjfe mit langen 
fd)ilfartigen SMdttern unb einer fammetartigen, anfangt grö* 
nen, bann fdjwarjbraunen SMuljtenfolbe. 

743. Sparganium. Sqtitolbt. ©luvten in fugeiförmigen ^öpfdjen, 
an einer gemetnfd)aft(id)en «Spindel. (Staubfaden einfad) (frei, 
mit jweifddjerigen 2lntljeren), mit fpreuartigen <Sd)uppen unter? 
mifd)t, fo bajj ftd) fd)n>er beftimmen lajjt, wieviel (Staubgefäße 
ober <Sd)uppcn &u einer Sölufyte gehören. §rud)tfnoten ft|enb, 
üon brei Sd)uppen umgeben, meldje bafjer bk weiblidje SMu; 
menljtille ^u fein fcfyetnen; ©riffel biet, mit langer S^arbe. §rud)t 
eine einfamige, faftlofe <Steinfrud)t. 

B. 93a(gb(itl)ter. (Glumaceae.) 2Mufjtenl)üllc au$ einem feldj* 
artigen Sbalge unb einem jweifpeljigen blumenartigen 93dlg/ 
lein be|tel)end. (Sögl. ©. 85. B.) 

1. Caricinae. (f. <S. 95. 2. c.) 3ftdnniid)e '.tfefjrctt einfad), 
weiblidje mefjr ober weniger jufammengefe^t. SMäljten/ 
fd)eibd>en nad) allen leiten dad)$icgellagig. ©riffel einfad) 
ober gefpalten. S&dlglein fel)(enb ober in ein fcfjlaudjartigeS 
<3d)etdd)en umgewandelt. fnüfjd)cn oft in einen ^dutigen, 
(Sacf eingefd)(oflen, we(d)er aus* einem bleibenden, t>er* 
größerten, doppcltgef leiten, am Stande jufammengeroadjfenen 
2Muljtenfd)etdd)en befreit, wahrend baä zweite nad) außen 
frei ftd) entwickelt und das etrflere bedeeft. (©ritte ©ruppe 
ber 131. §am. Cyperaceae.) 

a. 9?uß von einem Ijdutigen (Sdjlaudje umgeben. 



Monoecia Triandrla. (Caricineae.) 273 

744, Carex. ©egge ober SKietljgrag. 3feljren anbrognnifd) ober 
monöjifcb, fetteneu jroeüjduitg, mit jroet' ober vielblüljtigen 2(ef)r; 
cfycn, fcie männlichen einfach, bie weiblichen faft jufammengefe|t. 
Södlge einf lappig. <Perigon 0. — $ftännltd)e Sötö^ten oljne ^ertgon. 
Södlglem ber tüeibltd)en Sollten fchjaucbjg, mit burcbboljr* 
ter, oft jtveijdljniger 9ttimbung. ©riffet einer, 5tvet< ober biet/ 
gefpalten, mit &tt>et ober brei langen, l)ervorragenben, flaumigen 
Starben. 9fht§ UnfenfSrtmg jufammengebröcft, flaciv-fonvcr, ober 
breifantig, von bem bteibenbem, vergrößerten fcfylaucfyigen SSalg; 
lein etngefcbJofTen. SOieift an naffen Orten tvad)fenb, gras* 
unb fcbüfdfjnücbe, rafenbilbenbe, biätotikn friecfyenbe ^rduf 
ter mit auSbauernber SBurjel, meift einfachen/ brettantigen SjaV 
men, grasartigen, gewöhnlich, am «Hanbe unb ^tele fdjarfen 
SMdttern unb einer gipfetftdnbigen 2(efjre ober mehren gipfele 
unb feitenftdnbigen ^leljrcben, meiere enttveber ju einem SÖüfdjel 
ober $6pfd)en vereinigt ft'nb ober enblicb. eine 2(el)re ober SKtfpe 
Silben. Untergatt. a. Vignea. <©egge. ©rijfel äweifpaltig. — 
b. Carex s. str. SUetljgraS. ©rtffei breifpaltig. 

b. §rud)t ofwe ©chjaucfyljuu'e. 

745. EIyna=Kobresia Willd. 'Srugfembe. 2(eljren jufammengefe|t 
aus mehren Heineren, furjen, einanber gleichen, ycötxt ober ein* 
bltiljtigen befonberen Sleljrcfyett. 2>ie unteren $eljrd)en tveiblid), 
aufer ber SBraftee, aus einer einigen ©cfyuppe, bem ^3i(li(Ie 
unb bem Hetnen fHefarttgen Slubimente einer jtveiten SMüfyte 
Seftefjenb; bk oberen 2(cf)rd)en mdnnlid), aus ben brei, nur von 
einer Söalgflappe umfüllten, «Staubgefäßen befreljenb. (griffet 
einfach, etwas brei'', feltener jmeifpaltig, mit brei ober jwet 9?ar/ 
ben. Sfiüjjcben bretfanttg, iveidjftacbelig^ugcfptlst. ^alme rofen* 
artig, am ©runbe beblättert; SMdtter feljr fdjmal unb lang, 
ftarr, rinnig. S^ei Untergattungen a. Elyna. 2fe^ve etnjeln, 
gipfelfrdnbtg, (inealifcfj. 5£>lul)tenfcbeibcb>n atifettig bad^iegeüagig : 
je jtvet bilben ein ^tefyrcfyen, wovon ba& dunere gröpere baS innere 
fcbjef umfaßt, fcaS innere t leine jweiblüljtig tfr ixnb männliche 
unb eine weibliche 2Müf)te eng umfcbjtcjjt. — b. Kobresia. 
SMüfyten in einer aus brei bis fünf fi^enben 2fel)ren gebilbeten 
jufammengejogenen dfjrenförmtgen Sttfpc: jebe 2fe^re unten mcijre 
weibliche, oben wenige weibltdje einblütige 2fe^rd)en tragenb; 
bk männlichen 2Müf)ten oljne, bte weiblichen mit einem, von 
einer «Schuppe bebeeften, cinf lappigen Söalge. 1 ) 



•) Sie weiften Sotamfer galten Elyna unb Kobresia für jwm DoUftänbtg 
getrennte ©attungen. Äunt^ jeboa), ber fta) ntd)t bloß mit einleimt» 
(a)en, fonbern mit allen (Epperaceen beföäftißt T)at f behauptet auSbrütf* 

18 



274 Monoecia Triandria. (Olyr. Artoc.) 

2. Olyreac. (f. ©. 101.) 2tntljcren am ©runbe unb an ber 

©pt|e jtveigefpaften. ©riffel einer. — Sie männlichen unb 

weiblichen 2Ut)vd)en etnanber undljnttcf). (Unterabteilung ber 

132. fiam. Gramineae.) 

746. Zea. gKat«. (2Belfd)f orn, turfifdjer SBeijen.) 9ttdnn; 

fidje 3feljvd)e-rt auf ben traubenförmigen 2tefte einer gipfelftdnbi' 

gen SWfpc tfjettö ftfeenb, tfjeifc gefttelt, jwetblüfytig, beibc 8Mü> 

ten ungeftielt; S5a(g ätveiflappig, frauttg , ttwaä langer als bic 

jiveifpeljigett, fydutigen S&dlglein. 38eibltd)e 3(eljrcf)en in einen 

lvinfelftdnbigen, von melden SMattfcfyeiben eingebüßten Kolben 

jufammengebrangt, jtveiblüljtig , bie eine SMufyte unfruchtbar; 

SBalg jtvetf lappig, Södlglein jtvcifpeljtg, klappen unb @pel&en 

fleifd)ig4)duttg, bm Qüterfrocf fcfyeibig umf)uUenb; ^rudjtfnoten 

faljt, mit einem feijr langen ©riffel, biefer in eine einfache ober 

zeitweilige fabenfßrmtge, feingewimperte Sftar&e enbigenb. 

j^arpopfen naeft, in biegte, gerabe, feltener ettvaS fpiralige 9veü 

f)en um bte biefe, marfige <Spinbel georbnet. 3iol)rdf)nltd)e @rd>' 

fer mit marfigem ©tdngel, ganjranbigen, am 'Rankt fcfyarfen 

^Blättern unb mcfyr ober weniger kugeligen ober ntcrenformtgen, 

verfd)icbcn gefärbten (in Europa: bottergelben) ©amen. 

B. ©tfotnlcbonifdje, meljr ober weniger Ijolpge ©eivdcfyfe mit 'DDiildj; 

faft unb (gefingerten) nebcnbldtterigen flattern. 

A. Artocarpeae. ^Perigon frei, jtvei; bi$ fünfteilig/ mit im 

SMüljtenfnopfe bad;igen StPfcfa °bev feljlenb. (Staubgefäße im 

©runbe ber 23(umenl)üüe befefttgt unb vor bic 3tpfc( berfck 

ben geftetlt. (Sicrffocf einfdd)ertg, eineiig, feltener jröeifdcfyerig 

unb bann mit einem unfruchtbaren $acl)e; (£id)en aufrecht 

ober Ijiangenb. ©riffel jivet ober einer unb ttteift Jtvetfpaltig; 

Farben etnfadj, am ©riffel fjera&laufenb ober ftral)lig/viel; 

tljetltg. 9iU0 ober ©d)(aud)frud)t meift gcfd)(oflfen bleibenb, 

von bem troefnen ober faftig tverbenben Q3crigon umfd)fof]en 

ober in baß flcifd)tge 2Mul)tenIager eitigcfenft, einfamig, meift 

gefrommt, geroßf)nlicf> mit nad) oben gerichtetem SBurjelc^en. 

93dume ober ©trauter, meift mit SOiild)faft, tvecfyfelftdnbü 

gen, einfachen, ganjen ober fjanbfpalttgen, nebenbldttrigen 

©tdngclbldttern unb d^rig t ober t opftg^gcbrdngtcn ober auf einem 

verbreiteten, flackert, vertieften ober gefd;(offenen SMüfjtenla; 

gcr ftefjenbcn (einen SMuljtenfucrjen bilbenben) monßjifcfyen 



Itü): beibe gormen bilöert nur ein ©enuö. 5Bgl. f. 2lb&anblung über 
©dertneen unb Saricineen in ben SBerfmnblungen ber Äönigl. 2lf abernte 
b. Sötff. su «Berlin aa$ b. 3- 1839 (©eite 46 — 48) unb feine Cjpe= 
rographia synoptica (1837) p. 332 seqq. 



Morioec. Triandria. (Artocarpeae.) 275 

9$(üf)ten. (^ttjtfyeiuwg ber 97. gamitie Urticaceae; jtelje 
@eite 278 — 80.) 

1. Moreae. ©ame ciwci^aüig, mit nad) o&en getriftetem ^eim* 
»ärjeldjen. SDtftdjenbe ©eroddjfe. 

a. Dorstenieae. £>te ©amen im fletfc^igett §rud)t&oben 
üerflecft. 

«. Sycoideae. Set: vergrößerte grudjt&oben bte SMuljte 
umfdjueßenb, an ber ©ptfcc burd)(öd)ert. 

747. Ficus. geige. SMüfjten ein* ober jtüctfjdufTg, in ber Jgräfj* 
fang eines» gefdjtofTenen, auf bem ©djeitei burdjfcoijrten, fTeifcfyi; 
SMüljtentagcrö jufammen gebrdngt, einen S5li5^tenfud)en bilbenb. 
Sttdnnttdje SMuljten mit bret* biß fünfteiligem Reuigen unb 
bret biß fünf <Stau&gefd£en. SSei&ltcfye SMuljten unb ^erigon 
wer* hiß ad)tt(jetug; <£iecftocf einfdd)erig; ©eifiet einer, etwas 
feitenildnbig, mit jwet Ijaarbünnen Starben, dlüfifym in bem 
§(eifd>e btß vergrößerten 2MtH)tenlager$ niffenb. (Starf mt(d)enbe, 
feberfyarjreidje ©eroddjfe. Untergattung: Ficastrum. SMdtter 
bunn, ntd)t fletfcfyig, fyanbfpalttg. 1 ) 

2. Plataneae. öljne SDWd)faft. ^eirnttJurjeldjen nad) unten ge/ 
richtet. 

(000 Platanus.) 

[.3n biefe örbnung (Monoec. Triandria) gehörige anor- 
male 'Pflanjen ftnb: 

(759) Ainarantus Blitum; bann 2trten von 

(754.) Aluus, 

(332.) Juncus unb 

(777.) Salix; ferner 

(12.) Fraxinus excelsior unb 

(788.) Juniperus communis; enb(id) 

(51.) Heteropogon (f. 0. 102. «Ro. 11.)] 



l ) Sie bti unS in $ap$aufem cdß 3i?rpflange futttötrte Ficus elastica, 

beten Slübjenbau in) jeboä) ntcbj tyabe unterfua)en fönnen, unterfa)eioet 
fta; t>ur^ ben ganzen $abita& tute burü) ben öon Ficastrum fe|>r ab' 
nmc§enben SSIattbau bjntetdjenb um minbeflenS eine Untergattung ju 
bilben, für tuetdje t$ ben Flamen Bouchaea ju @f>ten be$ al3 (£ntomo= 
logen, botamfajen unb Äunftgattnerö riu)tntt$fl befannten £erm $etet 
53oua)e, roel^er tmä) bü ber b'orltegenben Arbeit burä) bte unetgennihptg* 
fle gretgtbtgfett anfyattenb unterste, sjorfebtagen möchte, ©er £)?pu3 
einer anbeten Untergattung fä)etnt bte bn unS in 2ßarnü)äufem ge&at* 
tene fiettetnbe 2lrt, F. stipulata, ju fein. 

18 * 



276 Moncecia Tetandria. (Plant. — Euphorb.) 

4. O r b n u n g. 

TETRANDRIA. 

<Jü&Ht vier freien Staubgefäßen. 

A. Sölöljten vollfrdnbig. 

A. Plantagineae. Meld) frei, ber mdnnlicfyen unb än>ttte{?ßläfyteh 

vierteilig, 6ci ben rociölic^cn 2Müf)ten breibldttertg; SMumen-- 
frone untertveibig, trocfenfydutig, mit einfpaltigem, gleichen 
(Saume unb im SMuljtenfnopfe bad)igen gipfefrt, 6ci ben 
tveiblidjen SMtiljten frugig unb mit unbeutlicbem «Saume. 
Staubgefäße ber SMumenrofjre oben bem SMüfytenboben an; 
gefjeftet, mit ben Kronenjipfeln abtvedjfelnb. (Siccftocf enttvc; 
ber einfdcfyertg unb eineiig, mit aufrechten Stern, ober ^tvet; 
6iö vterfdcfyerig, mit ein; ober meljreiigen §dd)cm unb fcfyil; 
btg;angel)efteten (Sieben; ©riffel einer mit meijt ungeteilter 
fftarbe. §rud)t enttveber eine umfcfynittene jtvei; ober mefyr; 
famige Zapfet, ober ein einfamige^ Sftüjjdjen. (Same mit flet; 
feigem (£itvetj3e, in bcfTen 'DJiitte ber gcrabe, walzenförmige, 
arenftdnbige, gegenläufige Qjhnbrno. — trauter ober .^alb; 
jtrducfyer mit gegen; ober tvecfyfclftdnbigen, meift grunbjtdn; 
btgen, rofettigen ober büTcfyetig gekauften, einfachen, ganzen 
ober fteberfpatttgen, nebenblattlofen 25tdttern, unb regetmdfü 
gen, in 2lcljren ober Kopfcfyen jufammengebrdngtcn SMuftten. 
(70. $am.) 
[33ionoflinifd>e $orm mit Kapfelfrucfyt : 

(109) Plantago.] 
£>tfü'nifd)e SMüljten; §rud)t ein emfomigeS Sftüfjdjen. 
748. Littorella. (Stranbltng. "DJtdnnlidje 95(ul)ten einzeln auf fan/ 
gen (Stielen, mit ttef;viertljeiligem Kefcfye, bunn ; trocfenfyduttger, 
röljriger, vierfpalttgcr Krone unb ^einförmigen 2lntljeren auf 
langen (Staubfdben. $Seib(id)e SMufjten jtvei biß vier, am ©run; 
be be6 (Stielet ber männlichen 93lür)tcn, jtvifcfyen ben SSurjet; 
blättern, mit an ber Sftünbung fcfjwacf) gejdfjnelter Krone. Ötin 
ivinjtgeS, mefjrjdljrtgeS Kraut mit ivetfjlicfyen 23lül)ten ; an naffen 
fanbigen ©teilen. 

B. Eupborbiaceae. SMüfjten ein; ober fctveiljduftg. Kefdjbtätter 
2 — 7, meift 4 — 5, gcmöfjnltd) mcfjr ober weniger mit 
einanber venvad)fen, im 9Mul)tenfnopfe flappig ober jufam; 
mcngerollt, jmveilen fefylenb. Blumenblätter im 2Mul)ten; 
fnopfe £ufammengcbrcljt, fo viel aU Kelchblätter unb mit biv 
fen abtvecfyfelnb, vielleicht nur ein Kreis abortiver (Staubge; 
fdjje, in ben meiften fallen gan| feljlenb. (Staubgefdjje meift 
in ber Glitte ber Blühte, feltener bem SUtbimente eine$ 



Monoecia Tetraudia. (Euphorb.) 277 

Q3tftttt^ eingefügt, frei ober in eine ©dute »ertüaebfen, Ijdu; 
füg mit bringen ©chuppen abroecfyfelnb, rnei|t in beftimmter 
2fnjal)(, geroSfjnlid) 4 — 6, aber aud) 1 — 00, mit jweifd; 
cfyerigen, ber Sdnge nad) auffpringenben ©taubfolben. §cud)t; 
fnoten frei, ftfcenb (feljr feiten gefriett,) meift auf einer brü* 
ftgen @d?ei6e rufjenb, bret;, fcCtencr swei^ ober mefytfdcfyerig, 
mit ein bi$ jwei Ijangenben Siern in jebem Sadje; 
©rijfel fo met alß §dcber be$ OttartumS, frei ober *>er; 
tt)ad)fen, jinueUett feljlenb: Starben fo viel als Oüartenfd; 
d)er, gewöhnlich, jroei; ober mehrfad) gethettt. Zapfet meift 
troefen, öftere jeboef) fleifcfyig, meift brei; feltener jwei; ober 
meljrfnöpfig, efaftifch in Wappen auf bem SRucfen ber §dd)er 
jerfpringenb, unb eine freie OJiittelfdule {jinterlafienb, an ber 
bte ©amen herabhängen; fettener eine nidjt auffpringenbe 
vielfddjerige ©teinfrucht ober eine 3htjj. ©amen in jebem 
§ache 1 bi$ 2, meift mit fleißigem 9}abelrou(fte, fleifchigem, 
fettet £>e( entfyaltenben, Qüitueifje, gerabem, arenftdnbigen 
^eime mit aufrodrt^ (gegen i>en SlabeQ gerichtetem SBurjetj 
chen unb flachen, blattigen, oft fchon geaberten, ^otplebonetu 
trauter, ©tauben, ©trducfyer ober SÖaume, meift mit 
meinem, fautfcfyucffjaltigen 'Dftilcfyfafte, geroöh/nltch mit roecbfel; 
ftdnbigen Söldnern mit Keinen Ijduttgen Nebenblättern, unb 
mit ad) fei > ober enbftdnbigen, feiten einzelnen, meift in 2Ceh> 
») ren ober Trauben gefreuten, juroetfen roohj büfdjeligcn, bolbw 
gen ober trugbolbtgen, Ijdufig feljr unvottftdnbigen SMühjen. 
94. gamiue; fte jerfdttt in fechö ©ippfdjaften, wovon nur 
brei ober wer in 2>eutfch(anb SReprdfentanten aufjuweifen 
haben, nämlich: 

[a. Euphorbieae. Fruchtknoten breifdd)erig; in jebem §ad)t 

ein Qrfdjen. steine blumenblattarttgen ©chuppen. 

SDZdnnUcbe unb weibliche S3luljten in einer: gemeinfehaft; 

liehen Sjutte. SMuljtenftiele entrceber achfelftdnbig, ober 

in gipfelftdnbigen £)o(ben. Steift mtlehenb : 
(734.) Euphorbia. 

b. Acalypheae. §rud)tfnoten $wet; biß breifdeherig , %a> 
eher eineiig. SMüfyten ein; ober jweiljduftg, blumen* 
blattlos, gefnduelt, dhrig, feiten fa(t traubig; bie 
Sörafteen juroetlen grojj ober mehrbluljttg. 

(794.) Mercurialis. 

c. Ricineac. Fruchtknoten 2 — 5,-fdchertg, §dcher eineiig, 
33tül)ten ein; ober jwci^duftg, oft mit [einer ^orolle 
verfemen, bufdjeltg, dljrtg, traubig ober rifpig. ©taub; 
gefdjje juweileu *>etK>ad)fen. 



278 Monoecia Tetrandria. 

(000.) Ricinus; f. Monoecia Monadelphia. ] 

d. Buxeae. grudjtfnoten &weü bi$ bretfddjerig, $ddjer jroeü 
;ciig. 95ti5r)teit ein; ober jroetfjduffg, met|t or>nc ^ocolfe, gefndu; 
ett, feiten traubig ober ar)rtg. ©taubgefdjje 4 &t$ 6, um ein 
verdämmertes ^iftitt fte&enb. 

749. Buxus. 33ud)$baum. <Perigon uterbldttertg; männliche 3Ma> 
ten von 1, wei&tidje »on 3 S>ccE6tattcf>en geflutt. «JReijre mann; 
lidje unb eine wetbu'dje SMuljte. ©vifftf bret, furj, mit einfachen 
rinnigen Starben. Zapfet bretfnßpftg, brei*, burdj «Spaltung 
fed;$fd)ndbeu'g. 

B. SMuljten unvou'ftdnbtg. 

A. 93(ur)tett nid)t in (wahren) ^d£d)en; mdnntidjc unb weibticfye 
mit einem Q^erigonium. 

1. Chenopodieae. (Stdngelbtdtter oljne Sftebenbtdtter. (Sögt. ©. 
133, u.) 

750. Diotis=Eurotia. Soppetoljr '(?). $Rdnnlid)e 2Müf)ten in 3Cefa 
reu, mit mertljeiu'gem 'Pertgon; weibftcfye SMuljten ftfccnb, mit 
fjalb^rocifpaftigem, bec&erfßrmigen 'Perigon, ofyne 2>ecfb(dtter. 
©rijfel jroei u. f. n). 

2. ürticaceae. SMuljten ein; ober ätpcifjduftg , fettener pofyga; 
mifd) ober jroittertg. 'Perigon fefcfyartig., frei ober nur am 
©runbe bem (Sierftocfc angett)ad)fen, meijl »iert^ilig, oft 
auf fclope ©dwppen jurucfgefuijrt ober feljtenb in tttetbu'djen 
S5tür;ten. «Staubgefäße meift4— 5, t>or ben'Perigonjipfetn fte* 
Ijenb, rjr/pogpmfd) ; (Staubfdben in ber Sieget nad) innen ge; 
frommt unb ftd) fpdter e(a|itfd) auäbefynenb; ©taubfolbcn 
$tt)ctfdd)ertg, ber £dnge nad) ciuffpringenb, fyduftg runb. (£ier; 
ftoef frei, ft|enb, einfdcfyerig; ©riffef einer, ober burd) <©pa(? 
tung öefietben 2, juweilen fef)(enb; Farben einfad) (1 hi$ 2), 
glatt ober jotttg. grudjt um <Sd>liejj;, (Stein t ober @d)(aud); 
frud)t, metjt vom S5tur)tentagef ober bem vergrößerten, oft 
fleifd)ig merbenben ^erigon umfd)(ofTen. «Same balb am 
©runbe, halb an ber <Spifce, balb fettw&rtö befejtigt, fjdufig 
mit fleifd)igem (Siroeiße, feljr oft aber aud) eiweißlos. ^eim 
gcrabe ober f)afig;gefrümmt, feltener in <Sd)raubenume gebreljt; 
9Siirje(d)en verfdjicbenroenbtg, metjt nad) oben gerietet, $rduv 
ter, (Strdudjer ober 93dume mit monoftinifdjen ober potyga* 
mifd)en, ad)fe(ftdnbigen, in fHifpen, 2(e!jren ober Statin 
gcjMten, feiten einzelnen, jtets von Sörafteen geflößten 2Mu> 
ten unb &tt)ei 2tfterbldttd)cn an ber 5&ap jebeS SölattflicleS. 
(97. Familie.) SXße&ve Unterfamiuen: 



Monoecia Tetrandria. (Urtic.) 279 

a. Urticeae- ^erigonjipfel im SMtfljtenfnopfe meift bacfyig 
ober feblenb. §rud)tfrioten mit aufrechtem (£t'd)en; ©rtffei 
5n?ei ober feltener einer ober fefylenb; Sftarben fopfüg, pin* 
fctfßrmtg ober fd)(iljig;Ote(tljeitig. 3htß ober @cbtaud)frud)t 
nid)t auffprtngenb, naeft ober vorn bletbenbem ^erigon be* 
beeft. ©ante mit ober ofjne Qütwetß; ^eim meift gerabe, 
mit nad) o6en gerichtetem 2Burje(cf)en. trauter ober ©trau* 
cber ofjne SDitlcbfaft, mit feften, gfadjS gebenben §afern, 
metfl mit gejagten ober gcjdfjnten, im Uebrigcn oerfdjie* 
benartigen SMdttern. 

a. ürticinae. ©taubgefdße üon ber gafjt ber ^erigon* 
Jtpfel, bei ungeteilter ^>uöe einS; (n ber ^nofpe ein* 
geroßt/beim 2(ufb(ü^en ptöfjltd) ftdr> ftrecfenb unb öf- 
ters bahei ben Rollen aus ben geborgenen 2(ntberen 
fortfebteubernb ; btefe am 3iücfen befefftgt. $eim in ber 
lin beS t^eifcfjtgen Eiweißes, umgcfefjrt, gerabe. Sfte* 
benbldtter frei, juwetlen fefjfenb. QMöfjten balb mono/ 
jifd), balb bißjifcb. 
[(123.) Parietaria.] 

751. Urtica. Steffel, 23renneffel. 93Iür)ten ein* ober jroett)du* 

(ig, feiten polpganrifdj* in blattroinfelffdnbige 2fefjren, Trauben 

ober^ßpfe oerfammelt. 9ftännttd)eS 'Pertgon gleichmäßig, 4* ober 

5tl)etlig, gipfel im SMüfjtenfnopfe flappenförmig; (tatt ber Mvom 

ein bedjerformigeS ^oniggefdß. (Staubgefäße 4 bis 5, anfangs 

etngefrtidi't, bann elafftfd) ftd) nad) außen btegenb. \3Beibftd)eS 

Q3erigon »ieru^eiUg ober /blatterig, jwei gcgenftdnbige Sappen 

meift deiner unb hinfällig, oft ganj fefjfenb; i>i$ beiben grßße* 

ren perfijlirenb , t>k 3hiß bebedenb/ juweilen fleifcbig roerbenb. 

9?ar6e |ü|enb, fopfüg*pinfc(f6rmig ober geftrecft*fdbtid;. , 33 renn; 

Ijaare auf allen grünen Zfyikn. ©tdngel aufrecht, oierfantig; 

SMdtter meif! gegenftdnbtg. 

S . [ß. Cannabinae. SMüfjten bt&jtfcl), wct6(icr)e von einem 

mefjr ober weniger großen Secfolatte umfüllt. SDJdnn* 

UcbcS 'Pertgon regelmäßig f 5*tfjetlig, weibliches becf)er* 

fßvmig'glocfcg. ©taubfdben im SMüfjtenfnopfc nid;t 

eingerollt, furj, mit am ©runbe angehefteten, langen 

©taubfolben. Farben jroei, ftlenb, fang, ©ame etV 

weißloS; ^eim fjafeu; ober fdjraubenfßrmig gebogen. 

3lufred)te einjährige ober winbenbe perennirenbe ^rdu* 

* mit narfottfef/em ©afte, gegenftdnbtgen, obertüdrts 

jerftreuten, cingefebnittenen ober gelappten SMdttern 

unb freien ober oerwacfyfenen Nebenblättern. 



280 Monoecia Tetrandria. (Urtic.) 

a. Cannabideae. 
(785.) Cannabis. 

0. Lupulinae. 
(786.) Humulus. 

b. Artocarpeae. (93ergleicr)e @. 274.) §röcf;te mcift in einer 
fleißigen, ebenen, birnförmigen ^>ut(e vereinigt, feltener 
trocfen, nicht auffprmgenb, in fugeuge, ettvaö t affenartige 
Köpfchen gebellt. SMubten monßjifcb u. f. w. 
«. Moreae. ©ame eiweißhaltig, mit nach oben gerichtetem 
^eimwurjelcf)en. Sttilcfoenb. 
[a. Dorstenieae. Sögt. ©. 275. 

(747.) Ficus.] 
i>. MoFiformes. fruchte au$ einfamigen beeren jufammen? 
gefegt, bie auf bem grucbtboben ft|en, welcher bk 2lre ift. 
N Broussonetieae. 'DJtdnnltcbe unb weibliche $5li5btcn in 
fd^chenarttgen kehren, mon&jtfch. 
752. Monis, üöiaulbeerbaum. SMübten ein * ober jweibduftg, m 
fdfcd)enartigen 2(ebren. 'Perigon vierteilig. <£tetftocf jweifdche; 
rig; ©riffel ober Sftarbe jroei, fdbucb, enbjtdnbtg. Srucbt eine 
einfamige 3?uj?, vom vergrößerten, faftig geworbene» «Perigon 
eingefdjloflen; alle größte eineö Kä^cben! ju einer Jpaufenfrucbt 
vereinigt. 93dume mit gefügten, fcbarfen blättern mit porigen, 
hinfälligen fftebenbldttern. SDftlcbenb. 

Iß. Artocarpi. Mcbenb. ©ante ciwet^fos. Keimwurjeldjen 

nach oben ober gegen bie $rucbjwanb gerichtet. 

y. Plataneae. SBdume mit wdfferigem (Safte (nicf>t milcbenb.) 

$rücl)te trocfen, in fugeu'ge, f affenartige Köpfchen ge; 

ftellt. ©ante eiweißhaltig. Keimwurjelchen nacr; unten 

gerichtet. (33g(. Monoecia Polyaudria, B. C. Amentac. spur.) 

(000.) Platanus.] 

[c. ülmaceae. SMübten poCpgamifcb ober ^ctrtttap^robittfd). <pe; 
rigon vier* M$ fünfteilig, «Staubgefäße vier biß fünf, auf* 
recfyt. Starben jtvei, fifcenb. §rucbtfnoten jweieiig. Ülujj ein* 
famig. (Same fyangenb, metft eiweijjlos. <£mbri)o gerabe, mit 
nach oben gerichtetem SBurjcldjen; Keimlappen flach. Saume 
ober ©trauter mit wecbfelftdnbigen, etwa$ ung leid) fettigen, 
fcbdrflicben SMdttem; 2lfterb(dtter frei, r)infdl(ig. SMuhten in 
93tifcbe(n, t>auftg vor btn SMdttern erfcheinenb. 

a. ülmeae. $rucht eine geflügelte ober ungeflügelte Statut 
opfe. <Same eitveiploö. Keimblätter plan^onver. 
(204.) ülmns. 

ß. Celtideae. Sine (Steinfrucht. <Same mit bunnem Gtv 
weiße. Kotplebonen bunn, jufammengefaltet. 



Monoecia Tetr. — Polyandr. 281 

(205.) Celtis.] 

B. SMuljten in tvaljren $d|d)ctt, b. (j. bie SMuljtend&re Ijat eine 
verlängerte ©pinbel, bte mit metft bifttnifdjen, unoollftdnbu 
gen ober naeften, hinter SBrafteen ft^enben SMüfjten 6efe|t 
t(l, unb naef) bem 93erbfuljen (ber männlichen Sollten) ober 
ber §rucl>tretfe (ber weiblichen SMäljten) fammt ben 25(ü> 
ten ober größten abfaßt. £>a3 männliche ober weibliche ^e- 
rtgon feljtt. — S5dume ober ©trauter. 

1. SJabelljöljer b. I). immergrüne gapfenbdume. (93gl. Mo- 
aoecia Monadelph. Coüiferae.) 

753. Cupressus. §pp reffe. 3Beibud)e$ ^)erigorium becherförmig; 
männliche SMufyten ofcne <Pertgon, vier etnfdcfyertge 3lntljeren 
einer «Sdjuppe angeroadjfen. (112.) 

2. gaubbofj, mit vollkommenen flattern, im SBtnter nid)t 
grönenb. (23gt. Monoecia Polyandria, Inlifl., ©. 286 fg.) 

754. Alnus. €r(e, Qüller ober <£lfe. Sftdnnltcfye ^d|cf>en tvaljig, 
fjangenb; 2>ecffcf)uppen geftielt, auf ber oberen (Seite bretbttfj)* 
tig, mit vier Sdpvdjen ober befonberen Secffcfyuppen an ber 
fc^ilbformigen <©pi|e; 'Perigon vierfpaltig ober breib tatterig, mit 
vier (Staubgefäßen, (Staubfäben ungeteilt, 2tntf)eren jtvetfdcf)e; 
rig. SÖetblicfye ^d£d)en japfenartig, eiförmig; Secffdjuppcn toxh 
artig, jn) e ib lü fyttg / oben mit vier ©djäppcben verfefjen, bei ber 
$rucj)t vergrößert, Mförmtg* verfemt; eiförmig; §rud)tfnoten 
ft^enb, jtvetfdcfyerig, jtveietig, mit fctvei langen fdb(tcj)en Farben. 
Sftüßcljen sufammengebrueft, jtoeifde^erig, jweifamig, jtvifdjen 
bm vergrößerten unb verljotjten, btetbenben Setffcfyuppen ver- 
borgen. Sie SMüfjten erfahrnen vor ber Snttvicfelung ber SÖldt' 
ter. (HO.) 

[(771.) Betula.] 

5. ö r b n u n g. 

PEN TANDRIA -POLYANDRIA. 

«JTünf utrer meljr, nidjt mit einander DeroJadjfene Staubgefäße. 
A. SMuljten nicfyt in ^dfcd)en gebellt. 
A. SMuljten vottftdnbig, b. f). mit tvirftic^er ober fcf)embarer 
^rone. 3BafFergetvdcf)fe. 

755. Myriopbyllum. Saufenbblatt. ^etcf) oberflanbig, vierteilig, 
hinfällig, in weiblichen 93tur)ten fanttg'röljrtg, tnit Heinem vier; 
tljeiltgen ©aume; ^ronenbldtter vier M$ fedje\ bem ^elcfye auf; 
gefegt unb langer als biefer, hinfällig, bä weiblichen Solisten 
fefytenb ober fcr)f Hein, unb bann an bte &pify ber Tanten be$ 
grucfytfnotens eingefugt, juruef gebogen, jaljnförmig. SDfdnnlicfje 
2Muf)ten mit acfyt, feltener oier Mä fecfyö ©taubgefdßen; weibliche 



282 Monoecia Pentandr. — Polyandr. 

2Mufjten mit unterfrdnbigem vtcrfdc^crtgcn ^rudjtfnoten , vier 
furjen ©riffeln, jeber mit einet* sotttgen, tiefen 3?arbe. §rucl)t 
bei ber SKeife in »icr Sftüfcben jerfallenb; 3^u^en (anglich, mit 
harter Siinbe unb bfetbenbem ©rijfel. ©amc Ijangenb mit bünnem 
<£iroeifj. $eim gerate, mittelpunftftdnbig, baß lange SBürjelcben jum 
SMel gewanbt; Keimblätter für-,, gleich,. 2(eljren enbfldnbig, bie 
unteren SMtfljten wetblicf), bie oberen mdnnltd), beiberlei v6tf>(tcf>. 
SMatter wirteltg, fammf&rmig;fiteöertlj eilig mit borfrenförmtgen 
gipfeln. Untergetauchte SBafferfrduter. (53.) 
756. Sagittaria. «Pfcüfraut. 2Mül)ten cingefcf)leci)tticb, männliche 
mit oo (Staubgefäßen, fonfl: wie 342. 2)er dunere Kreis beß 
einblätterigen ^erigonS Webartig, brettljeilig; ber innere fronen; 
artig, breibldtterig, SMdtter im SMtfijtenfnopfe gefcfjinbelt. (Staub- 
gefäße viele, mit auswart^ gefegten 2fatljeren. SBeiblicbe 3Mü> 
ten mit a>, getrennten, auf einem fopfförmigen §rucf)tboben 
fpiralig jufammengebfdngten SietftßcFen ; ©riffet enbfldnbig, 
furj, mit ftumpfer 3?arbe. grücbtctyen feitlicft jufammengebrucE't, 
•com bleibenben ©riffel furj gefcbndbelt, Ijdutig, einfamig, nid)t 
auffprmgenb; ©ame grunbftdnbig, aufrecht, eiwctfjloö; Keim 
fyafig.-eingetmcft. SRifpe ober Traube mit mirte(f6rmig gefreuten 
SMüljten, bk oberen mdnnlicb, bk unteren meiblicb. SBaflferfr&u* 
ter mit fleifcl)iger SBurjel. SMdtter murjelfldnbig, gezielt unb 
mit meifl pfeilförmiger platte, bk erflen untergetaucht, bk [par- 
ieren jung fcbtüimmenb, alt auftaud)enb. <Sd)aft einfach, mit 
SKtU&faft; Sollten weif ober rätptb, (113.) 

B. SMfif)ten unvollftdttbtg b. b>. o(me Krone. 
1. SBaffergemdcbfe 

a. -üOttt fdjeinbarcr Krone (innerer Kreis ber ^erigonbldtter 
blumenblattartig.) 

[(756.) Sagittaria.] C 

b. 50tit beutlicb. febjenber Krone ober einfachem <Pertgomum, 
ober auSnaljmSweife bk 93tül)ten naeft. 

763. ^Ceratophyllum. Sgetlocf. 9>erigon tief acf)t; biß jwßlftbeü 
lig, bk Sappen abgeftu^t mit jwei bk brei furjen <Spt§en. 
(Staubgefäße <x, faft fopfüg,-gebrdngt; ©taubfolben fifcenb, 
•oerfcljrt' eiförmig, auf bem ©cbeitet jebod) {jalbmonbförmig au& 
geranbet, beiöerfettS in ein bornigcS <Spt£cben auSgeljenb, jweu 
faserig — Sdcber anfangt jweijellig — oben in ein gemein* 



*) Sura) ein SSerfe^en Ui ter Stnlage ber Nabelte folgen &ter letber! bie 
Turnern ni$t in ber gehörigen Orbnung: 757 lommt erf* nacb 764, 
nnb 758 bk 762 flehen hinter 763. 



Monoecia Pentandr, — Polyandr. 283 

fd)aft(id)e$ Socfc ftd) ßffnenb ober unregelmäßig jerreijjenb. SBetb; 
ltdje 93tt5^te mit einem einfachen, freien, eineiigen, eiförmigen 
$rud)tfnoten mit furjem, in eine pfriemlicfje Sftarbe fid> enbigen* 
ben, ©riffet, bufd) ben eine offene SRöfyre biß in ben (£terftocf 
gel)t; Sieben aufgehängt, umgefefyrt. §rud)t nußartig, emfanug, 
mit einer vom ©riffel r)errufjrenben ©tacfyelfpifee verfemen, ©ame 
eitvetßtoö. $eim gerabe, mit unterfldnbigem SBnrjelcfy en , jivei 
ungfetef) großen ^aren tvirtelfranbiger ^otülebonen, unb (rar! 
enttvief eitern §eberdjen. $rei fcfytvimmenbe, ffets unterge* 
taufte, unangenehm nad) ©djwefellcber rtedjenbe SBaffergc* 
tvdcfife oljne SBurjel unb ofyne 'Sracfyeen, mit leicht brüchigem 
©fanget, tvtrtelftdnbigen, ein/ ober mer)rmal& jroeitljeiligcn SMdt- 
tern, beren fdjmale Sappen an bei* 2(ußenfeite gejdlynt fmb, unb 
meift einzeln in ben 2Mattad)feui fi^enben, vollkommen einfjdu* 
ft'gen,r)inftd)t(icr)beö @efd)(ecf)t$ ormeStegel verteilten, 2Mul)ten.— 
33on einigen Söotanifern werben bte SMtfljten für M%ä)tn, jebc$ 
einzelne ©tau&gefdß für eine männliche SMtiljte unb baß QMftill 
für bte jentrale roeibltcfte SMüfjte, ber 2l"norbnung &ei Euphorbia 
analog, gehalten, rooju jebodj gar fein r)inreicf)enber ©runb vor* 
r)anben ju fein fchetnt. SSlan r)at fogar btc <£eratopljt)lleen, be; 
ren Wirten fammtlich ber eben djarafteriftrten ©attung anget)5* 
ren, für baß SBaffer betvoljnenbe SOfttglteber ber Familie ber 
(Supfjorbtaceen ausgegeben, unb geglaubt, ber abtvetchenbe 35au 
fei einjig buref) baß ben roafjren §amiltenmüg(iebern fonft frembe 
©tabium bebingt; inbeß ju einer folgen 2fnnaljme fdjetnt nod) 
weniger ©runb vorfjanben ju fein. (99.) 

[(739) Arum j SMüljten naeft, b. r). or)ne 'Pertgomum ober 
(740) Calla j oljne £elc& unb ^rone.] 
2. £anbgen>dd)fe b. lj. nur jufdllig unb auSnar)möweife an 

feuchten Orten vorfommenbe, nie im SBaffer gebeit^nbe 

Q3f[anjen. 
a. "Ruß ber §amtlie SaDguisorbeae (f. ©. 115). 

(758.) Poterium. 23ed)erblume. 3Md) ober ^>erigon einblätterig, 
rSljrtg/bedjcrfSrmtg, am ©runbe von jtvet biß brei 25ecf bldtt* 
cfyen umgeben; bk SKßljre oben verlängert, ber (Saum »tertfjei.' 
lig, bk gipfel hinfällig, im S5(t1r)tenfnopfe gefcfitnbelt. SMumen; 
frone fej>ft. (Stau&gefdjje jwanjig biß breiig (ober riadj 2fnbe; 
ren fctv&lf bis fünfzig ober =»), bem ^elcljfc&lunbe eingefügt, 
fabenf&rmig fyangenb mit nact) innen gefefjrten, fdjtve&cnben, 
runblid^tveifnßpftgen 31ntr)eren. <£ierftö<fe jtvei bis brei: ©rijfet 
enbfidnbig, fdbltd), gefärbt, mit vielseitiger pinfelförmiger, auß 
langen fdblidjen 3<Pfcfa bcfleljenber, 3?ar&e. grudjt&oben mit 



284 Monoecia Pentandria — Polyandr. 

«Spreufcbuppen. 3fiujjd)en jwei biß bret, von ben verbieten, 
erwarteten ober etwas beerenarttgen, vuerfanttgen ^cld)r65t:en 
cmgefctjtofTcn. «Same aufgehängt; ^etmwürjeldjen oberfldnbig. 
trauter ober Jj gib (trauter mit wecfyfelßdnbigen unpaivgejüebeiv 
ten SMdttern, ben 93Iattfltc(en angewachsenen Sftebenbldttern unb 
füjenben/ enbftdnbigen, in runblidje fopff6rmtge 2(eljren btd)t 
jufammen gebrdngten, einljduftgwelefytgen SMuljtcn, von benen 
bte männlichen unten, bte wetblid)en aber, weldje juwetlen mit 
gwtttcrblü&ten untermtfcfyt ftnb, oben ftefjen. (96). 
b. Ainarantaceac. ^>erigon fünf.' biß bretbldttertg ober fcfjr 
tief eben fo tneltljeittg, im SMüfttenfnopfe bte SMdtter gcfdjin; 
belt. ©taubgefdfje unterwetbig, getrennt ober häufiger ein* 
brübertg, fünf ober brei, bm 'Perigonbldttcfjen gegenüber 
gejMt unb einige unfruchtbar, ober je^n, unb bann fünf 
mit ben 'Perigonbtdttem alternirenb unb ftcrit; 2(ntl)eren ein/ 
ober jwetfddjertg, in ber SÖtitte btß SIMenS angeheftet, nad) 
innen in bk £dnge auffpringenb. §rud)tfttoten frei, einfache-- 
rig, ein; ober meljreiig; bte ©djen auf bem S&oben ber ©er; 
ffoeffdeber befefttgt. ©riffel einer, oft fafl feijlenb; Farben 
jwet biß vier, ober eine jrcci; biß bret; ober mehrteilige 
bisweilen fopftge ober auSgeranbetjweilappige 9?arbe. §rud)t 
fd)(audn'g ober fapfetartig, gefdjloffen ober umfd)nitten;auf; 
fpringenb, feljr feiten f[eifd)ig (beerenartig), 1 biß oefamtg. 
©ante (infen; ober nierenfömug mit rinbenartiger dunerer 
unb bännljdutigcr innerer ©amenfcfyale unb meljligem ©weife, 
^eim umfretSftdnbig, gefrümmt ober ringförmig; baß 3Bür; 
jcldjen unterftdnbig, gegen ben 3?abel gewanbt. trauter, 
^)albftrdud)er ober (Strdud)er mit wecbfel; ober gegenfldnbi; 
gen, ganzen unb ganjranbigen, nebenblattlofen SMdttern unb 
monßjifdjen ober häufiger jwittertgen SMüljten, welche ge; 
fctduelt unb burd) Bereinigung ber Knäuel dljren;, fopf; 
ober rifpenförmig gefMt erfcfyetnen, unb metft von brei ober 
jwet gefärbten, trocfenljdutigen Secfbldttern gefüllt ftnb. 
(105. gamtlie.) 
(759.) Amarantus. Amarant. S5(ur)ten monöjifd) unb po(pgamifd). 
Q)erigon brei; biß fünfbldttertg, am ©runbe von brei 33raftecn 
geflutt. (Staubgefäße brei biß fünf, frei, mit fdbttcfien Prägern. 
$rud)tfrtoten eineiig, mit brei ober jwei fabenförmigen ft^enben 
Farben. §rud)t einfamig; ©atne linfenartig;nierenförmig, ^tem; 
lieb aufrcd)t, mit naef tem 3?abel unb IjalbrmgfSrmtgem, peripfje; 
rtfdjen ^eimc. Äuntb unterfd)cibet &wet ©attungen, bk jebod) 
wegen gletcfier bracht nur als subgenera gelten bürfen: a) Ama- 
rantus s. str. ^apfelfrucbt umfebnitten ftd) ßffnenb.— b) Albersia. 



Monoecia Pentandria — Polyandr. (Atripl.) 285 

«ftduttge, tucfjt auffpringcnbe, fonbern fammt bem ^e(d)e a&fdl»- 

u'ge Scbjaudjfrucbt. 

[@. 50tcpcc »crStnbct mit biefer Familie bic ©attung 

(29) Polycnemum] 

c. Chenopodieae Atriciplinae (cfr. pag. 133 — 134). SMurjten 

unfcljcinltd?, oljne gefärbte Steile ober 2ftebentr;ei(e; Sörafteen 

meift feljlenb; Staubgefäße meift pertgtmtfcf), im ©runbe be$ 

«PerigonS befeftigt, SMdtter nebenblattloö, aber meift nid)t 

ober nid)t alle ganjranbig. UebrigenS faft wie (b) Amaran- 

taceae. (104. §am.) 

760. Atrtplex. ?0t c ( b c. 3Muf)ten monSjifcfj ober mott5jifd);poU;; 

gamtfd). Sttdnnttdjc ober 3ro»tterblul)tett: <Perigon breü M$ fünf; 

tljeiltg ober t fpattig, mit gleichen Sappen ojjne 3Cnf)ange, Stau6* 

gefdße brei hiß fünf, bobenftdnbig, Srucbtfnoten, wenn nid)t 

abortiv, ftaclj gebrücft, 3?uß ebenfalls ntebergebräcft, fetten $ur 

Steife fommenb, «Same b,ort$onta(; weibliche SMüfyten: <peri; 

gon jweifpalttg ober jweitljeilig, jufammengebrueft, Sappen ge; 

jdfjnt ober ganjranbig, fpdter ftcf> vergr&ßernb, außen meift mit 

warjigen S^ n ^ n befe|t unb fo i>a$ Sftußcfyen bergenb, %md)U 

fnoten feit(id) jufammengebruett, mit jtuei fdbltcfyen Farben oljne 

©rtffel, nußartige ^autfruc^t feitltd) jufammengebrueft vom 

blattigen, am ©runbe breiteren 'Perigon, wie von einem ycotv 

flappigeu $rud)tgel)dufe etngefcblofien, Same fentrecfyt, äußere 

Samenfjaut (eberig ober faft fruftenartig, ^etm ring; ober ljuf; 

eifenförmig, baß mehlige <£i\vä$ umgebenb. Sinjdfyrige trauter 

ober ^albftrducfycr, fjduftg mel)lig*bereift ober f(eienarttg<'beftdubt, 

mit meift geftielten, ausgebreitet t flachen, ganjranbigcn ober 

bucf)tig;gejdf>nten SMdttein unb meift ft^enben acbfel; ober enb* 

ftdnbigen SMuljten in gefnduetten Trauben ober 2fefjren. 

(761) Haltmus Salj; ober ^etlmetbe. 93on voriger Gattung faum 
generifcf) verfdjteben : mdnnltcfyeä «Perigon meift fünfteilig; mibf 
tidjeg 'Perigon ^tüci ^fpattig ober 'tfjeiltg, tu Sappen breijdfjnig, 
am ©runbe verfcljmdfert, verfeljrt Eiförmig, ftacfyeltg; äußere 
Samenfcfyale Ijduttg. Uebrigenö wie Atriplex. ©raumeljltge ©e* 
wdcbje mit länglich-eiförmigen, am ©runbe verfcfymdterten, ftum* 
pfen, ganjranbigenSMdttern. 

(762) Thelygönum. SjunbiHfyl 3ftdnn(tcf)e SMüfjten: ^crigon jwet* 
fpattig, jurücfgebogen, Staubgefäße bobenftdnbig, meift jwßlf, 
aber überhaupt <x> (2 — 20), mit verlängerten Staubfolben; 
wetbltcfyeS «Perigon fettlicf), röljrig, am Snbe jweifpaltig, mit 
ungeteiltem ©riffel. Stetnfrucfytartige fc^opfe mit ljufeifen; 
dljnlicf)em, bfinnljdutigen Samen. 9tetd)cnbad) bringt biefe @at( 
tung ju bm Stofaceen, 2lnbere rechnen fte ju btn Urticaceen. 



286 Monoecia Pentandria — Polyandria 

d. Ainbrosiaceae. 2Bie Compositae (vgl. <g. 226.), nur SBläfj; 

tm einljduftg, in ftjrjgefttclten, eingefcbledjtigen ^ßpfcfyen 

blattnunfel' ober gipfcfftdnbtg, von einem gemeinfcbaftltcben 

Äetc^e umgeben. €9tdttntt(^c SMüljtenföpfcben fugelig ober 

eiförmig, Melbluljtig, gipfetftdnbig ober in blattwinfelftdnbi? 

gen Cpmen Die oberen $5rbcf)en; SMufytenboben wattig, mcifl 

fpreuig; ^rone röljrig-'glocftg, funfydljnig; ©taubgefdfje fünf, 

bobenftdnbig, bie ©taubfdben oft in eine Siöbre verwarfen, 

bk ©taubfolben ftets frei, jweifdeberig, ungefcOwdnjt, an 

ber <3pifce in £öd)er ciuffpringenb; Qüierftoct fletn unb nebft 

bem narbenlofen ungeteilten ©rtffel meljr ober weniger abor* 

tto. 28eiblicf)e Äbdjen unter btn männlichen, faft füjenb, 

ein,- ober armblüljtig, SB tönten blumenloö, in einen ein/ ober 

üerroacbfen^roeibldttertgen, jweifddjerigen, jufe&t erljdrtenben 

S^Mhld) etngefcbJofTen; nur bte jn?ei fangen fabenformigen, 

an ben@eiten brufigen, Farben btß (einfachen) ©riffels vor* 

ragenb. ©cblieifrücfete eine biß |wei, oljne 'Pappus. trauter 

ober ©trducfyer mit getieften, mcijl abwecfyfelnben, nid)tgan; 

jen SSldttern. (94.) 

(764) Xantbium. ©pi^flette. fDidnuliclje 3Mäf)tcn jaljtmcf), in ge/ 

fttelten $&pfd)en mit melbldtterigem «£ü Ulfe leb, e unb ©preubldtt; 

djen auf bem SBlüljtenlager. 28etblicf)e SBlufjten ju jwei unter 

ben mdnnlidjen ft^enb, oljne SBlnmenfrone, pon einer mit ber 

§rucbt fortwaebfenben, jwei* biß werfebndbefigen, außen Ijafem 

f6rmig:borfngen ^)ulle umfcbJofTen, bk ftd) a\xß bm gefcbinbelten, 

an il)rem ©runbe unter fid) verwaebfenen, 2>ecfbtdttern bilbet. 

§rüd)te jwet jufammengebruefte ungefcb.ndbelte 2(d)enien oljne 

(Samenfrone, jebeS für fiel) in eine befonbere «£>ßf)(c ber verljar* 

teten, gefc^ nabelten unb geigelten SMtftytenljuKe. — SSti*b von 

^od) Ijterfycr gebellt, ge()ört aber vielleicht jur folgenben Orbnung. 

B. 9DZdnnlicbe SBUtyten \ietß im $d£d)en. — ©ruppe ber Map 

d)enf)Sljer, Juliflorae Juss. Spreng. 'Perigon frei ober bem 

(£ierftocfe angewacfyfen ober fe^lenb. «Staubgefäße in benimm; 

ter 2lnjaf)l, auf bem Q3erigon befefligt ober von Secffdjuppen 

geftü£t ober $al)lreid) unb naeft, metfc getrennt, mit jroei/ ober 

einfdcfyerigen ©taubfolben. §rucl)tfnotcn ein; bis fed)f>fdd)erig, 

ein* bis oo^eiig; ©riffet einer biß feebs, metft unterwarf ver* 

warfen, unb mit tbzn fo vielen einfädln, feltener mit gefpal*- 

tenen Farben. $t*ud)t eine einfddjerigc, tim biß jweifamige 

^arpopfe, 3ßu(3 ober Steinfrucht eine tim biß ^weifdeberige, 

jweülappige, meljrfamigc ^apfel. ©ante aufregt ober Ijangenb 

ober faft fdnlbig angeheftet, meift ganj eiweißloö ober nur mit 

wenig Eiweiß, £eim gerabe; SBürjeldjen meift naü) oben ober 



Monoecia Pent. — Polyandria. (Julifl.) 287 

feltener naclj unten gefeljrt. ^oljige ©ercädjfe mit wecbfelltän; 

bigen, einfachen, ganjen, fteberfpattigen ober gefieberten ober 

gelappten, meifr nebenblätterigcn, ntd)t nabeligen, fonoern 

(metft) ßaub btlbenben, im .^erbjfe vertroefnenben, abfälligen 

blättern. 

[A. Iteoideae. ' $rucf)t eine frtpeülapptge, meljrfamtge Zapfet. — 

«Perigon nid)t bem grucfytfnoten angeheftet; biefer nur ein.' 

btö jweifadjerig, o©;eitg; ©riffet einer bi$ jroei ober feljlcnb; 

Farben einfach ober gefpalten. ©ame md)t ijangenb. 

1. Salicinae. SMüljten btö^ifd), in becffcljupptgett, gefdjitw 
belten, ungewollten ^dljcfyen. ^>erigon napf; ober bedjer; 
fSrmig, fdjief abgefcf>mtten, ganjranbig, ober feljlenb unb 
flatt feiner nur eine warzenförmige, juweilen geboppelte 
2>röfe auf bei* inneren <&ätt ber 2>ed!fcf)uppctt. @tau&; 
gefäjje jwei bis breijjig, frei, feiten monabelpfyifcl) , mit 
langen fäblicfyen Prägern, bac^ige^d^en bilbenb. ^iftille 
frei, einzeln vom ^ertgon umfcfylofien ober naeft im SBin; 
fei ber S>ecffd)uppen, ebenfalte ju badjigen Rtyfytn ver; 
einigt. $rucf)tfncten tut ober unvollkommen jtveifädjertg, 
mit jwei beutlicfjen Sftäfjtcn, m M$ jtpei, oft fefjr furjen 
(6i$ jum Seilen) ©riffeln, jvvei oft jtveifpaltigen Sftar* 
ben unb jtvei vieteiigen ^piajenten unten auf bem Sßücfr 
grate ber fünftigen Etappen; Sieben auffteigenb, gegen; 
läufig. Zapfet foalb^tveif lappig, <x>;famtg, bk klappen 
von ber ©pt|e a6tvärt$ fiel) jurücfrollenb. ©ame aufrecht, 
eüveifilo^, von ben in änm Sting verlaufenen unb bim 
untern ©amenranbe anljangenben ©cfyopfljaaren beö 3?a; 
belftrangeö umbüllt. $ettn geraöe, mit unterftdnbigcm 
SBurjelc^en. 95äume ober ©trauter mit meinem ^>otje 
unb "wedjfeljrdnbtgen, einfachen, ganzen, oft gefdgten, 
fiebernervigen SMättern mit abfälligen ober bleibenben 
S^eben&latteru. (109. §am.) 

(777.) Salix. 

(792.) Populus.] 

B. Amentaceae verae. %x\x6)\ eine einfädjerige, ein; U$ Jtveü 
famige ^ornfrucfyt. — (Staubgefäße in befrimmter 2(n&af)l. 
§rud)tfnoten ein; bi3 fecl)6fäcl)erig mit an biö fecf)$ meifl 
unterwärts verlaufenen ©riffeln unb eben fo vielen einfa; 
d)en Starben, ©ame nid)t fcfyilbig angeheftet; ^eimwurjel 
nicfyt nacl) unten geferjrt. 

1. Juglandeae. ?Mnn(icl)e S3(ur)ten mit jtpei/ bi$ fecf>& 
^eiligem <Perigon unb brei bi$ fecf^unbbretfjig, auf bem 



288 Monoecia Pentandria — Polyandria. (Jnlifl.) 

bem SMöfjtengrunbe tfeljenben, Staubgefdfjen mit $wei? 

faserigen Staubfofben. SSßei&Udje S3(üt)ten mit ttollftdnbt? 

gen SMäljtenbecffreifen b. fj. mit beuttieljem ^etclje unb 

SMumenfrone; Äcld) bcm Srudjtfnoten angeroacfyfen, mit 

mertfjeiligem, Einfältigen Saume; ^ronbldtter ntcf>t ge? 

färbt, fonbern f rautig, Diet* ober feine; £rucl)tfnoten unter? 

ftdnbtg, einfdcfycrig, eineiig, <£i"d)m aufrecht, ©rtffei meift 

jroei (auef) einer ober feiner), furj, mit jwei hiä wer 

verlängerten, tpeietwarätgen ober fammig,'pldttigen Farben. 

Steinfrucht flcifd)ig, mit jwei? Mi toierffappiger Seifet. 

Äeim mit oberftdnbigem SBürjetcfyen unb biefen, jroeilap? 

ptgen, &ud)tig?run$eUgen Samentappen. 23dume mit roed)? 

fetftdnbigen, unparig?gefteberten, nebenbtatttofen SMdttern 

unb männlichen in &a%d)tn gefMten, rociblicfjen einjetn &öer 

ju jroet bi€ brei auf bm ©ipfet ber 2teftcf)en geseilten, 

ungewollten SMu&ten. (108). 

757. Juglans. SBatlnuPaum. SOidnnttcfje SMufjten in jpltnbri? 

fdjen, gefct)inbe(ten M|djen; jebe JDecffc^uppe mit einem jwei? 

hi$ fecf)$tl)etligen ^erigon, beffen Sipfet meift ungleich ftnb, unb 

mit jroSlf bis fed}öunbbrei0ig baran getpadjfenen Staubgefäßen. 

SSSei&lidje SMuljten mit merjdljmgem , abfälligen ^etdjfaume, 

»ierbtdtteriger, f rautiger SMume, jrocitfjettigem, furjen ©rijfel 

mit jwei großen Starben. §teifcf)ige Ü?uf3 fcfyale meift jtpetffappig, 

bei einigen 2trten nur burefy gdulnijj fid) ablßfenb. 

2. Cupuliferae. SMüfjten in eingefcf)ted)tlirfjett ^d|cf)en ober 
©üfcfyeln, l)5cf)ft feiten ^rottterig. SOidnnlidje SMuljten in 
roaljigen ober faft kugeligen ^d|d)en, mit ober ol)ne *Pc? 
rigon, meift adjt?, §n>6tf^ ober fed^jetjn? (aber auef) fünf? 
bi6 v>ierunb$roan£ig/) mdnnig; ^erigon t etefoartig, vier? 
bi$ fecf)gfpaltig, ober fd)uppenf5rmtg unb von einer 2)ecf? 
fd)uppe geflutt, ober fer)tenb unb von biefer vertreten; 
Staubgefäße im ©runbe bee 'PertgonS ober auf ber £>ect' 
fcfyuppe angeheftet; Staubfotben ein? bi$ jtvcifdcfyerig, 
nacl) innen getvanbt, fyduftg mit einer ©rufe ober einem 
^)aarbüfcl>el gefrönt. SBetblic&e SMuljten mit unvollftdnbi? 
gen 9Muljtenbecftmfen (b. f). ^etd) unb trotte nid)t ge? 
fonbert), in gcfcf)inbetten Mtytym ober an ber Spüje 
ftfjenbcr Änofpen unb bann oft cinjeln; 'perigon bem 
Ovarium angctvadjfcn, mit furjem, gejdfjnettem, bti ber 
§rud)t meift unkenntlichen, Saume, juiveilen Staubfdben? 
rubimettte etnfcfyliefjenb; §rud)tfnotcn unterftdnbig, jwei/, 
brei?, aud) fedjSfdcfyerig, gddjer ein? biä jweieiig, Sieben 
tyangenb, im innern Sinfel ber §dct>er angeheftet; ©riffcl 



Monoecia Pent. — Polyandria. (Cupulif.) 280 

einet", für 4 ,, ober feiner; Farben von bei* 3af)t bn Ova* 
rienfadjet, einfad), grudjt etnceinfdcfyerige, etnfamtge 3?ufj, 
einjeln ober ju meljrcn gan*, ober jum ^Ijetl in eine bed)eiv 
ober fapfetförmige ober lappige, aus ben Secfbldttern ftd> 
btlbcnbc, mit ber $rud)t ftd) vergröjäernbe unb Ijduftg vetv 
Ijdrtenbe, £ulle eingefdjloffen. ^eim mit obcrfrdnbtgem 
SBurjetdjen unb meift bieten, öug/flcifd)igctt, oft fef)r gerb; 
fioffljaltigen Äou;lebonen. SÖdume, fcltener ©tcäucfyer, mit 
tvedjfetfrdnbtgen, einfachen, füebernenugen, gefdgten, bud)tü 
gen biß füeberfpaltigen, fettener ganjranbigen SMdttem mit 
Einfältigen Sfobenbtdttew, ^nofpen fd)inbetfd>uppig (107. 
Familie.) 

a. Staubgefäße ber .SMumenfyütte eingefugt, um eine 
brufige <&dytibe gebellt, mit j'veifddjerigen naeften 
3(nt^eren; tvetblicbe SMumenftiele ein.- 6i3 brei; ober 
mcfyrbtübtig, bk SMüfjten einzeln ober ju stvei inner; 
fyalb einer Stille fi^enb, mit brei* ober fed)$fdd)ert; 
gern §rud)tfnoten, bk (£f cfyen ju jtveien. (Quercineae.) 

(765) Fagus. SRotl)bud)e. Sftdnnlicfye 2MüI)ten in langgeftielten, Ijan; 
genben, faft fugeligen, quaftenartigen $d£d)en mit flehten fytk 
fälligen 2>ecffd)uppen; ^)erigon gloctig, biß jur ^»dlfte fünf; ober 
fecfygtljeiUg; «Staubgefäße ad)t biß fed;^e^n, um eine ffarfjc 
2>rüfe (§rud)tfnotenrubimcnt) gcfMt. 2Beiblid)e SMäljten ju 
jwei (and) brei) in einer vterfpatttgen bleibenben .^ulle, barun; 
ter $al)lreid)e, gefcfytnbelte, lange, fcfymale, *,u einem für 4 , gedieh 
ten, aufrechten, faft fugeligen ^d£d)cn vereinigte Secfbldtter, 
welche fpdter um bk beiben fT^ufTe *,u einer fapfelartigen »er; 
Ijofjten Jpülle verwarfen, bk burd) bk frei abfrej)enben dünben 
ber 2)ecEfd)uppen ivetd);tgelftacl)e(ig tvirb; grudjtfnoten vom flet; 
nen fecf^jdljntgen <Saume be$ angetvacfyfenen ^>erigonö gefrönt, 
bretfantig, breifdd)etig, mit jtvci Qüicfyen in jebem §ad)e, bk Tanten 
gegen bk ©djetbetvdnbe lvedjfelftdnbig, mit brei langen, fdblid}en 
Farben. 3^uffe (93ud)ecfer) meift jwei (feiten brei), leberig, braun, 
breifantig, von gleicher §orm, meift ein/ (feljr feiten jtvet*) famtg, 
oljne ©pur beö ^erigonß, von ber vergrößerten, fjoljigen, ve>zid)f 
tgelfiacfjeligen, biß jur ^dlfte in viec klappen auffpringenben 
^)ülte gan 4 , umfcfyloffen. SÖdume ober <Strdud)er mit tved)felftdn; 
bigen, ungeteilten SMdtfern mit freien langen, hinfälligen 3(ftetv 
blättern. SMüfjten unb SMdtter jugleid) erfd;einenb. 

(766) Castanea. ^aflante (bk edjte, eßbare). ^Otdnnlidje SMüljten 
gcfnduelt, ft^enb, in langen, geftrecft-tvaljigen, naeften Rfydjm 
mit glocttgem, fed)$tl)eiu'gen, fteifen 'Perigon unb je^n bi$ jivan; 

19 



200 Monoecia Feilt. — Polyandria. (Cupulif.) 

jig Staubgefäßen. SS3et6ttc^e 93töC>tctt &u jtvei biß fünf in einei* 
f ucjctig ? ctföi-mtgcn, bleibenben, fparrig,'fdmppigen Jaulte; §rud)t; 
fnoten vom fteincn fünf ? bi$ acbtfpaltigen Saume be$ ange; 
tvacfofenen, oberrodrts in eine 9165« verbannten, ^evigonö unb 
brei bi$ adjt borftenförnugen, glatten, pinfelförmig aug einanber 
ffefycnbcn j^^fte» gefrönt, fünf/ biß ad>tfdcf>crig, §adjer jroeiig. 
SRüfle. ywei (fcltener brei), leberig, faffanienbraun, oval, breifan; 
ttg, fpi|/ auf bem Studien gewölbt, einfdeberig, meiß nur ein; 
eng, von ber vergrößerten, bicbt;igc(|tad)c(igen, biß jur SRitte 
in vier klappen auffpringenben, ^>uUe g&nju'd) etngefdjlofTen. 
93äume mit gefagten SMdttern. 
(767) Quercus. Qncbe. 'Dftännltcbe SMufytcn in fabenförmtgen, febtaffen 
^d£d)en, ung(eid) von einanber abftefycnb, mit unregelmäßig* 
fünf/ biß neuntl)ei(igem ^>ertgon, oljne ober mit einer von beß 
gelteren Sappen faum untcrfdjctbbaren Secffcbuppe, mit fünf 
biß jroötf um eine flache £>rufe gefMten Staubgefäßen. 2ßci6-' 
tid)e ^nofpcn mit ben männlichen an ein unb bcrfelben Stelle 
entfpringenb, einjcln ober gebrdngt beifammen ober an verlängere 
ter Sptnbel von einanber abftetyenb, jebe mit einer einjigen 
Stufte an ber Svnfcc; 2>ecffd)uppen 'afjtreid), einanber gleich, 
bacbjiegellagtg, um bie 9?uß (Eichel) ju einer napprmigeu, ver; 
fyoljtcn «£>ülle (SSecber) venvaebfenb; (Sterftocf von bem {(einen, 
unregelmäßig \eü)ßi biß jc^nja^nigen Saume beß angelaufenen 
^>erigonö überragt, brei;, fetten mefjrfäcberig, mit eben fo vielen 
für jen, bieten, fafl fi^enben ober jufammen auf einem furjen 
bieten ©rtffet beftnblicben Farben; §äd)cr jtveieiig. Sftuß ei; ober 
längltcb/runb, leberig, oljne Spur be$ ^crigonö, cinfamig, am 
©runbe von ber vergrößerten, au$ ben Secffcbuppen gebtlbeten, 
leberigen ober faß boljigen SÖecberbülle umgeben, feltener von 
tiefet* völlig eingefcbloffen. SÜtetft Söäume, jutveilen mit üUvwint 
ternbem Saube; SMätter meift am ©runbe au^geranbet, buebtig 
biß fieberlappig mit abgerunbefrftumpfen Sappen • SMübten jugletd) 
mit bm SMättern aufbreebenb. 

b. Staubgefäße ivcgen febjenben ^engonS ber^tmenfette ber 
£>ecffcbuppen eingefügt, mit einfacher igen, an ber Spi$e 
mit Jjaar&üfcbeln verfefjenen Staubfolben, b. h. bie 2(ntfje/ 
ren ftnb in 5tvci gefpalten, unb meift erjtrecft ftcb biefe 
Spaltung auch auf ben Präger; es ijl alfo bk einfäcberige 
2(ntbere aiß eine halbe ju Betrachten. SBeibltcbe ^ä^cben; 
febuppen am ©runbe jwet&lübttg, bie einjelnen Sölfyten 
balb von einem breifpaltigen Oüttartigen SDccfblatte baf6 
umfaßt, balb von einer glockenförmigen SjüUe umgeben; 
§rud)tfnoten jweifädjcrig, gäcber eineiig. (Coryliaeae). 



Monoecia Pent. — Polyandria. (Cupulif.) 291 

(768) Corylus. ^> a f c f. 3ttdnnlid)e SMuljtcn in Ijangenben, tvafjigen, 
bacljigen ^a|d>cn mit verfel)rt<epfetlförmigen ©etffch/uppen, bereit 
jebe auf ber ^nnenfette fcivet flemere <Sd)uppcb,en OPerigonfcfyup; 
pen), welche bcrfelben mit tfjrem ©runbe aufgetvacfyfen ftttb unb 
jwtfd)cn benett ber Sdnge nad) auf ber Sttafy, partvetfe ftd) gegenüber-' 
fteljcnb, bk mit furjen Prägern unb einfddjcrigen 2lntf)ercn ver-' 
fernen ad)t ober fecfyö (Ijalbe) (Staubgefäße bev £)ecffcl)uppe ein-' 
gefugt finb. Sie weiblichen SMüfjten in {(einen, bid)t gefcbinbel-' 
ten, fttofpendljnlicfyen ^d|c^en mit eiförmigen, jtumpfen, fyinfaUii 
gen SDecffcljuppen, von benen bk oberen am inneren ©runbe eine 
big jvuei SBtäfjten tragen, bk unteren leer finb; jebe einzelne 
23tuf>te von einer fcbltfjig-'&tveifpalttgen, glocfigen ^ülle mit um 
rege(mdj3ig;jdl)nig;ge(rtpptem ©aurne umgeben; ^erigon mit unbeut* 
liebem, unregelmäßig gejcifjnten «Saume, bem §rucbtrnotcu völlig 
angetvadjfen; (£ierftocf fctveifddjcrig, jtveieiig, mit jtvei lange», 
fadenförmigen, vorragenben, rotten Farben. Ühtß eirunb, bein-- 
tjart, ein-- (feltener jweiO famig, o^ne ©pur be$ 'PerigonS, von 
ber vergrößerten röbrig* glocfigen, blatttgett, metft breit^eitigen, 
am SKanbe unregelmdßtg.-jdljnig-'gclappteu ober jerfdjlifcten Quttt 
umfleibet. ©trauef) mit runblicb/ljerjförmigen, jugefpi|ten, unge-' 
tljeilten SMdttcrn mit Idnglicben frumpfen Sfobenbtdttew; SMuf)/ 
ten früher aU bk SMdtter ftcf> enttvicfclnb. 

(769) CarpTnus. ^>ain* ober $3eißbucf)e. 93(ut)ten in ^angenben, 
tätigen ^d^cfyen. 9ftdnnlid)e $d£cf)eti maljig, metft feitltcb, fei-' 
ten gipfclftdnbig, am ©runbe blattloö; ©taubgefdße fecl)S hiß 
jtvölf ganje, ober Jtvölf bis vtcrunbjtvanjig Ijalbe, unmittelbar 
auf bem ©runbe einer jeben eiförmigen Secffcljuppc; bk TLntfa 
ten beutlicf) £tvetfdcf>erig, aber mit getrennten §dd)ern, b. (). 
feebs bis; jtvölf 2(ntf)eren finb bureb (Spaltung in tfjre jtvei §dd)er 
gefonbert, boef) bk ©taubfdben finb nid>t geseilt ober nur am 
oberften Steile gcfpalten, um bie Uibcn 2lntljerenljd(ften ober 
bk, &uu>ei(en bureb SWißbitbung vorfommenben, ein ober brei 
gdcljer an ©tielcn &u tragen. SBeiblicbe ^dijcbett fcfylaff, am 
©runbe beblättert, gipfetftdnbig, tvenigblufjtig, mit lanjettlidjen, 
breitfyeiligen, abfälligen, jtvetbtüljtigen ©ecffcfyuppen; jebe SMtffjte 
am ©runbe von einer breilappig-gefpaltenen, eeftgen ^)üllfcl)uppe 
umgeben, bk ftcb, mit ber §rucbt vergrößert, unb am ©runbe 
mit ber ^ullfcb.uppe ber anberen S&tilljte vereinigt ift; §rucb> 
fnoten von bem unregelmäßig -'fecf^dfynigen ©aume beß feft 
angewachsenen s PerigonS gefrönt, verflacht, jtvetfddjertg, jtveietig, 
mit jtvei langen fdblicben, bureb einen fef)r furjen ©riffel vetv 
bunbenen, Starben. iftuß vielfantig, etnfdd)eria, unb eiufamtg, 
vom bleibenben^Perigonfaume gefrönt' unb von ber fehr vergrö^ 

19 * 



292 Monoecia Pent. — Polyandria. (Cupul. — Betul.) 

ferten, breifpatttgen, 6fatttgen ^üllfcljuppe erftrecft. Steift S&aume 
mit mef>r ober weniger fantigem ©tamme unb ei{dngltcf),'juge* 
fpt&ten, boppeft'gefdgten SMdttern. SMuljten unb SMdtter meijt 
jugleicf) ftd> entfaltenb. 
(770) Ostrya. .^opfenbucfye. SKanntidje Kdfccf)en fjangenb, tvafjtg, 
aus leiten * unb ©ipfelfnofpen fommenb mit faft nierenförmü 
gen, furj jugefpi|ten 2>ecffcf)uppen; Staubgefäße fo, trief wie bei 
Carpinus, aber btc (Spaltung betreiben ctrftrcdft ftcf) nidjt bloß 
auf bie Sfntljerett, fonbern auef) auf ben oberen meljr ober tvenu 
get* größeren ^fjcil ber Präger, fo ba$ man beim erffen 2fnbficf 
bie ©taubfdben für potyabe(pt)ifd) galten könnte; SEftißbilbung 
ber Staubgefäße buref) 23ermef)ruttg ober 23ermmberung ber ge* 
fftelten 2fntfjerenfdcf)er um eins finbet ntdjt fetten jlatt. Sßetbft* 
cf>e Kdfccfyen fdjtaff, etnjeln, gtpfelßdnbig, mit eiförmigen, \m\t 
blüfjttgcn Secffcfjuppen, jur §rucf)treife ben japfenförmigen frucb> 
tragenben 2(eljren be$ ^opfenö feljr dfjnlicf); §rucf)tfnoten vom 
'Perigonfaume gefront unb von einer frugförmigen, am ©runbe 
von vielen 23orften umgebenen, QMe eingcfef)loffen. §rucf)t von 
ber becherförmig aufgebfafenen f)dutigeu, f apfeligen, ^üfte (oefer 
umfcfyfoffen. %m Uebrigen frimmt bie{e ©attung mit ber vori; 
gen völlig oberem, mit ber fte vor gelten vereint war. 

3. Betulaceae. Södume, l)dujügft ©trducfjer, mit belaubten, 
ungeglieberten, tvedjfelftdnbigen, nie nrirteligen unb nie furchig 
gcjtreiften Steffen — bal)er bie fcf;acf)te{fja[mdljnlicf)e ©attung 
Casuarina mcfyt mit Myrica ju ein er Familie ju vereinigen ijt! 
SMdtter tvecfjfefftdnbtg, einfaef), faß immer ganj, fefjr feiten 
ganjranbig, meijl gefdgt ober gejdfjnt, jutveiten eingefc^nitten ; 
mit feljr f)infdtftgen 2ffter6(dttct)cn. SBlütjtenfdkdjen bacl)ig, 
meift eim, feiten jweitjduftg ober gar anbrogimifcf). <&taufc 
gefdjje £tvei bi$ acf)t, meift vier, mit furjen, fdbticben Prägern 
unb meift jtveifdcf)erigen, ftetS am ©runbe befefligten, jicm; 
lief) abgerunbeten ©taubfolben, beren §dcf)er mef)r ober tvenü 
ger einanber entgegen gefegt jtnb, unb in bie Sänge ftcf) öff; 
nen. §rucf)tfnotcn meift beutlicf) jiveü, feften nur einfacf)erig, 
mit fef)r furjem ober fef)lenben ©rtffet unb jtvei fangen, aus 
einanber ftef)etiben Farben; 5dd)er eineiig, <£fcf)en, wenn 
auef) nur vor ber Söcfrucfytung, aufrecht. §rucf)t eine einfache/ 
rige, einfamige, feiten fteinfrucf)tartige Uhxf?. Same meift f)an* 
genb, mit fcl)r bönnf)dutiger Samenfcf)a(e, mef)r ober tveni* 
ger ffacf)(tcf)en Keimblättern unb oberftdnbigem (b. i. bem 
Scheitel ober ber <&pi%e ber §rucf)t jugetvanbten) Kemwur; 
Rieben. Sie f)ierl)er gehörigen ©etvddjfe fonbern metff fiebrige 
Stoffe aus, enthalten ein aromattfcf)e$ ^)arj ober ein dtfjerü 



Monoecia Pentandria — Polyandria. (Betul.) 293 

rifd)c$ Oel, unb finb stemttd) rctcf> an ©erbfloff. S^et Utv 
terfamilien, bte faum fo verfcbjeben finb, wie bte, auef) nuv 
eine Familie bilbenben, Qüpljebreen unb Mareen. 

a. Betulinae. 33tuf)ten (feto einläufig, ju emgefcljlecfytigen, 
bac&tgen $d§d)en verfammett. tOtdnnltc&e $dfcd)ett: S)ecf? 
fc&uppen ejeftteft, fdutenförmtg, bretbluf)ttg , jeberfeitä mit 
eiuem einfachen ober boppclten ßdppdjen (fernerem teeren 
©djöppdjen) unter ber fcfutbförmigen ©ptfce. Sollten 
mit einem (Stielten auf ber ©eeffeftuppe fi^enb/ jtvet? ober 
vterrndnmg, b. f). mit vier fyatben ober vier ganjen, ein? 
tvdrts gefegten ©tau&gefdfjen (vor jeber Secffdjuppe jtvölf 
^a(t>e ober jtvötf ganje), balb naeft, von einer bem Q3ct*t^ 
gon entfprec^enben, ungeteilten ©cf)uppe, balb von einem 
vier? ober brettfjeiltgen ober flatterigen 'Pcrigon gejtü|t. 
SBet&licfye ^d§d)en: Secffdmppen eiförmig, an ber 23aft'$ 
ber Smtenfeite mit jtvet ober vier j. 'S!), angelaufenen, 
©cfjuppc&en, jwei; biß brei&ttltjtig, mit ber $rucf)t ft'cfyver? 
gröjjcrnb; ^»erigon fe^tenb ; ftuuc&tfnoten ungejfrett, fletö 
gtveifdcfjertg mit jtvet ber ©cljeiberoanb fetttvdrts angeljef? 
teten St'djen unb &tt>et unbeutlicfyen, in bk jtvei langen, 
fdblidjen Farben ubergetjenben, ©riffeln, $ruc!jt ftetn, 
troefen, mwft einfdcfyertg unb einfamig (^arpopfe ober 
Nüßcfyen), öftere geflügelt, jtvifdjen ben vergrößerten, ju? 
weilen verfjotjten, einen Saubljotsjapfen bitbenben ©ecf? 
fdjuppen verwerft, ©ame fyangenb, mit &temlicf) fladjen, 
blatttgen ©amenlappen. SBärjetdjen be£ geraben ^eimeö 
jutn Nabel gewanbt, furj. SMdtter »ved)fe(ftdnbtg, einfach, 
fiebernervig, gefdgt ober gejdfynt, mit freien, Einfältigen 
Nebenblättern. (HO gamilie). 

771. Betula. SMrfe. S)ecffcf)uppen ber männlichen SMuljten mit jtvci 
einfachen ©cbüppdjen unter ber fc&itbigcn <&pi%e. 'Pertgon fefj? 
lenb, burd) eine eiförmtg'eltiptifcf)e, fonfave, auf bem ©ttele ber 
Secffdjuppe jrel)enbe, am (Srunbe bk ©taubgefdjje tragenbe, 
©djuppe erfe^t. ©tau&gefajje jwet (vor jeber Serffcfyuppe fecf)£), 
mit jweifpaltigen Prägern unb baburef) völlig getrennten ©taub? 
folbenfdcfyern, alfo vier f)albe; 2tntl)erettfdcf)er auswarf auffprin? 
genb. Sßetbticfye ^d|djeu ouat, fürjer alö bit männlichen, mit 
flachen, jule^t breilappigen Secffcfyuppen; vor jeber berfelben 
brei, juwcilen jtvei, naefte §rucf)tfnotcn mit jtvei langen, fdbtt? 
cf>en Narben. §rücf)te: zweiflügelige ^an^opfen, von bzn ver? 
gröjjerten, leberig Rurigen, mit bm §rucl)ten jugleid) abfallen? 
bm Secffcfyuppen verjlecft. 



294 Monoecia Pentandria — Polyandrie». 

[■3u bett 23etulinen gehört noch 
(754) AIdus.] 
b. Myriceae. SMufjten fcljr häufig jtvcif)du{lg, fonfi nod) ein* 
Ijäuftg, feftener in einem Kä^djen unten tt>ctb(id>e oben 
m&nn(id)e. SDtännticfje SMufjten: 'Perigon ganj fcf)(enb ober 
burd) einbiö jtveiScfyuppcbcn erfeljt; «Staubgefäße jtvei, vier, 
fed)S U$ ad)t, mit au$tvdrt$ getvanbten §ad)em, von bm 
*Perigon; ober 2>ectTd)uppcn geflutt, ganj getrennt ober 
am ©runbe einbrüberig. SBetblidje S3(ü()ten; ^rucfytfno; 
ten in ber 2ld>fet ber Secfbldtter ft^enb, von jroei biä feebö 
Heineren, «Scbuppen umgeben unb meifi am ©runbe mit 
ifmen jufammenfjangenb, faftfugel* ober (mfenförmig, ein* 
faserig unb eineiig, mit fefjr furjem ©rijfet unb jtvei (an* 
gen Starben. §rucljt eine Karnopfe ober Shiß, oft burd) 
bic vergrößerten unb angetvaebfenen 'Pertgonfcbuppen (fein* 
frudjtarttg, einfamig. «Same auf reebt, mit eiförmigen flad).- 
fonveren Keimblättern unb gerabem/ umgef ehrten Keime. 
£>ie Sfttjricecn ftnb nic&tS att unvoWommen enttvtcfelte 
25etu(inen, von biefen fajt nur burd) jtveifadjertgen «£ter; 
flocS unb aufrechten «Samen »erfdjteben; ber «Same ifl a6er 
aud) bei ben SSetulincn a{€ unbefruchtetes (ii^en aufrecht, 
unb bk jivei Farben beuten an, ,ba$ ber grucbtfnoten 
ber SBtyriccen nur burd) fonffanten Sefjtfcbjag einfadjerig 
t(l. (111. $ami(te.) 
[(784) Myrlca.] 
C. Asneutaceae spuriae s. ürticaceae juliferae. 

[1. ülmaceae. 83(übtcn po(ngamtfd) ober l)ermap^robitifd). 

(33g(. Monoecia Tetrandria, B, A, 2. c. (S.) 

(204.) Ulnius. 

(205.) Celtis.] 

2. Plataneae ober niebt mücbenbe ^frtofarpeen mit mono; 

$tfd)cn^(u(jten in fugeligenKdfedjen, mit eiweißhaltigen 

©amen mit fleifcbtgem TUbumen unb gerablinigem, von 

ber (Samennarbc entfernten, Keime. 'Perigon b\& fcMhu 

terig. SDtännttcbe Käl?cben aus hüdentofen SMühten bet 

flcr)cnb ; «Staubgefäße jab(reid), mit vielen fleinen «Sdjup; 

pen untermtfebt. SBetbÜcbe SMufjten mit ^erigon; gruebt* 

fnoten mit ein bi$ jivei Jjangenben hieben. Sttü$<ben in 

©ejlalt von hageln gegen cinanber gebrängt, mit ein 

btöjtvei (anglichen, bangenben «Samen. (97.§am., f. ©.280.) 

(000) Platüuus. ^(atane. Kochen fttgeUg. «Staubgefäße <x> , mit 

furjem Präger unb verbittern Konnexe, tvetdjeö oben in einen 

ftumpfen, brüftgen Körper enbigt. 2Beib(icbe Kälten: «Pertgon 



Monoecia Monadeljphia. 295 

m$ mdjren ©d)uppcf)ett gebilbet; Srucfjtfnoten cinf&d>eviij, mit 
einem einfachen ©riffel unb tuiberfjafiger Sftarbe. Srudjtc in fn* 
gelcunbe ^dl^en jufammengcbrdngt, finb feulfSrmige, flachet- 
fpi|tge, am ©runbe fd)opfüg*be§aarte Stoffe — bk ©tacf)etfpi|e 
»om ftc^cn gegebenen Zfaik beß ©riffels. ,£olje 33dume mit 
glatter, bänner, jdl)r(icf) in großen ©tücfen abblatternbcr fftinbe, 
rocc&felffdnbigen, tappigen, abfallenben SMdttcrn mit einzelnen 
2lfterbldttd)en, unb jwei biß fecfjS auf einem gememfcl)aftlicl)en 
SMüljtenfiiele befinblicfyen, Ijangenben, fugeltgen, l affenartigen, 
SBlüfitenfßpfc&en. 3)icf)t tt)ilb in S>eutfd)lanb »orfommenb, aber 
überall angepflanzt. 

6. O r b n u n g. 

MONADELPHIA. 

Staubgefäß in tarn Säule mit einander t>ent>ad)feu. 
A. $rudjt eine bretfnßpjüge, elaffifcl);auffpringenbe Zapfet, ©ame 

bifotnlebontfcl), olreicl); ^otylcbonen jTacHonper, blattig. ^erigon 

fc^tt. Sftefyre ©taubfabenbunbel zbin fo vieler mdnnlicl)en SMülj; 

ten pon einer gemctnfc^aftltcftctt ^tflle umgeben. (Ricineae s. 

Crotoneae ex parte. (23erg(. Euphorbiaceae, © 277.). — 

S3ldtter gefingert, grojj. 
000. Ricinus. Sßunöerbaum. SMufjten in anbrogpnifcf)en ©trdujjen, 
bk oberen weiblich, bte unteren männlich,. SOcdnnlicfye SMät)ten: 
^>ulle ber S3lul)ten breü biß fünfteilig, frautig. ©taub.- 
fdben oo, in eine vielfach, üerdftette ©dufe Derroacbfen, mit 
getrennten ^Intljerenfdcfyern ober mit einfde^erigen ©taubbeuteln; 
^>iftill ntcfjt vorfjanben. SBeiblicl)e SMüfyten: grucfytfnotcn faft 
fugelig, breifdeberig, mit weid)ftacf)cliger ^>ulle, bretfdcfjerig, §d; 
d)er (imiiQi ©riffcl febr furj ober fehjenb; Sftarbcn brei, jroet; 
tfjeiltg, feberig. §rucf)t eine breitfjetlige, metftenS tgel(Tacf)elige 
©prengfapfcl. ©ame oval, boljnenfSrmig ; ©amenfcf>ate glatt, 
()elhaf<$grau biß orangegelb mit bunfelbraunen Rieden unb ©trei' 
fen. S&ei \xnß einjährige 9ttefenfrduter, in iljretn Sßatertanbe 
mel)rjdr)rig, mit abroecfyfelnben, Ijanbfßrmigen, fcljilbigen flattern 
auf jweibrüfigen (Stielen mit einem entgegengefe^ten, umfaffen* 
ben, fyduttgen, l)infdlligen 30ebenblatte. 2Muf)ten anfangs in enb; 
flanbigen, fpdter fettlicbeti, f egeligen, am ©runbe unterbrochenen 
©tedupen. 3« ©äbbeutfdjtanb angebaut. (94.) 
B. §rucf)t eine meift berinbete, innen breiige, oo^famige Speere; 

©ame fcfyeinbar afotplebomfcf) , einen gleichartigen ^ern entljak 

tenb. <Perigon vorljanben, mei(l gefdrbt, unterwärts bm §rucf)t; 

fnoten angetvacfyfen , brei; biß fecbsfpalttg, im 33lub,tenfnopfe 
gefcfytnbett. ©taubgefdfe meijt in mef;rfaci)er %«§{ ber ^erigon- 



296 Monoecia Monadclphia. (Cytin.) 

jipfel, fyduftg at&t, fed)$jcf)tt unb barubcr, in mdnnltd)en SMub/ 
ttn in eine auf bem 'Perigon, in ■Snntterblüljten auf bem §rud)t/ 
frtoten befefh'gte ©dute tmwaebfen, mit auswärts gewanbten 2fn; 
teeren, bte bei beit echten (£ptineen ober (Sarfopfj^ten ber fidnge 
nad), 0ei bett Slofflefteen aber burd) Sßcfjet* an bei* (Sptfce fid) 
offnen. §rucl)tfnotcn metft einfddjerig, mit picr biß ad)t ober oo 
breiten, wanbjtdnbtgen, von oc Heinen Qüiern bebeeften, 'placen* 
ten. Sieben fü)enb bei ben eckten (Ettfineen, b,angenb bei btn 
Siafflefteen. ©rijfel fo viel als ©amentrdger, meljr ober weniger 
unter fiel) ober aud) mit ber (Staubfabenfdule »crwadjfen unb 
nur in eine fcbetbenfßrmige tftarbe ober in mefyre narbentragenbe 
<Spi|d;en auSgefjenb. ©ante mit fkifdjigem (gimeiße, unb einem 
unbcutltd);btfott)lebonifd)en (?) Qnnbrpo. 2(uf SBurjetn fd)tua; 
roljcnbe 'Pfianjen mit blattlofeiu, aber bafutr befcfyuppten, fletfdn> 
piljartigen, oft biß jum Unkenntlichen üerfurjten (Stdngel, unb 
monß$tfd)en, bi6jifcf>cn ober feltcncr l)ermapljrobittfd)en, gipfelftan; 
btgen, einzeln ober dljrtg in ben SBinfem ber von Heineren <Sd)up< 
pen begleiteten brafteenartigen @d)uppen ftebenben, flcifcljtgen oft 
ungeheuer großen 3Mul)tcn [ — ber Surdjmeffer bes 10 <Pfunb 
ferneren unb jroei duatt gtüffigfeit aufneljmcnben 'PcrigonS bel- 
auf (Sumatra uorfommenbeu Raftlesia Arnoldi betragt faß 4 
gu&!]. (89. Familie Cytineae.) 

772. Cyttnus. ^i;poji|t. 53ton5jifcf). ^erigon gefdrbt (gelbltd), ttot* 
bem 2lufbti3l)en blutrotl)), fammetartig mie bk (Stdngclfcfyuppen, 
mit brei bk fed)S, mei|t werfpaltigem (Saume, ©taubfabenfdule 
mit bm vertummerten ©riffeln verwadjfen; bte 2lntfjeren ytöcv 
fdeberig, (meift acfyt), rings um bte <Spt|e fi^enb. $rud)tfttotcn; 
unterfldnbig, mit ad)t ^Majcnten unb eben fo vielen bruftgen (?) 
Söertiefungen auf ber fopfigen, auf einem furjen, waljigen ©rijfel 
jt&enbcn Sftavbe')- Speere jiemlid) w^ieb, ad)ffdd)crtg (naä) Stet; 
cOenbad)), breiig, von «^afetnujjgrojje, gelb. 

C. 'SDtdnnlictje SBtiiJjten in abfälligen ^d£d)en; weibliche QMufjtcn 
feiten einjeln, metft in Äd^djen, beren offene §rud)tbldtter »er* 
fyoljcn ober flctfd)tg werben. (Same gewßl)nltd) pott^otpjebomfd)« 
Jjarjige, l)o(jige ©ewdd)fe mit ftarren, immergruneu, fcbmalen 
SSldttcrn. — Coniferae, gapfenbdume, 3?ab elf) olj. — 'Pe; 
rigon fefilcnb ober burd) (meift getrennte) ©djuppen erfe^t. 
Staubgefäße eins bis ad)t, wo mcljr als einS/ jtets meljr ober 
weniger beutlid) mouabelpfytfd); Präger $u einer (Sdule Dcrwad); 



') Sfricbenbacö q[U in fi Flora excursoria, HI p. 843. atbt fopfigsnurtes 
ligc Farben an. 



Monoeciu Monadelphia. (Conif.) 297 

fett, oben metf? mit einem vertjeirteten, fdjübförmtg ausgebreiteten 2ftv 

Jjdngfel, unter meiern bte nad) außen getvanbten 2(ntljeren ange* 

(jeftet |mb;biefe \t, 2; ober meljrfdcfyerig, getvofwu'd) mit getrenn; 

ten gdcfyern. SMüfjtenftaub von 3 Rauten umgeben, bk gefon; 

öerte SHdume umfefc ließen. Srudjtbldtter in ber 3(ct)fe( ber ©e<& 

fdjuppen ber tveibltcf)cn ^d^c^en, offen, ofjne ©riffel ober 

Sftarbe, auf ber inneren (Seite 1 — 2 aufrechte ober umgefe^rte, 

auf bem ©Reitet burcfybofjrte, entblößte (£ier tragenb, au$ bmm 

ftd), von ben verljoljenben ober fleifd)ig tverbenben ober unter 

einanber vertvadjfenben .^arpellarbldttern gefault, na&ten <Sa; 

men Gilben. $etm gcrobe, in ber 2lve be$ fleifdjtgen ©iveiße$; 

SSBurjelcfyen o6er; ober unterftdnbig, mit bem 2(lbumen verwarf); 

fen, unb beim keimen einen ^Ijeit beffetben auö bem ©amen 

mit ftd) {jerauöreijjenb; (Samenlappen 2 ober meljre, vollkommen 

tvirtelig gcfMt. «£>arjreid)e Södume ober ©trauter, beren «$o($ 

faß nur au$ trad)eenartigen %t\lm gebilbet i(l; bie ffarren, im; 

mergrünen SMdtter in ber Siegel nabel; ober fcbuppenfßrmtg, 

nebenblattlos, getvöljnlid) gebrdngt;fd)rauben|Tdnbig unb oc^eilig, 

feltncr btifcfjel;, tvirtel; ober gegenftdnbtg , oft an ben Steigen 

ber SRidjtung naef) 2;jctltg, bagegen ben ^auptffamm gleic&mdßtg 

umgebenb. Stveigffellung von ber SDfattflcltung verfcfyieben, oft 

<|Uirlftanbig am «Stamme unb 2.-jeüig an ben Neffen. SMtffjten 

in einfachen ober jufammengefe^ten eingefd)(ecf)tlicf)en ^d£cf)en, 

monßjifcf) ober biöjtfcf), mit gefcDinbelten, verhieben gefalteten 

Secffcfyuppen, von benen bie oberen meifl weniger enttvicfelt ftnb. 

&U §rud)t tjt ein [Ruppiger 3apfen ober eine gpprefiennufj, beren 

fleifdjige ©puppen juroeilen venvadjfen unb bann eine ©djein; 

6ecre bilben. — (112. §amilie.) 2>iefe §anulie jerfdttt in 3 Un; 

terfamilten unb jebe berfelben tvieber in 2 (Sippfcfyaften. 

A. Taxineae. SBeibttdje 2Müf)ten von einanber gefcbjeben, auf 

einer (Schuppe ober in einem Söecljer fteljenb. — 9ftdnnlid)e 

SMüljten naeft ober von (meijl getrennten) «Schuppen umge; 

ben. (Staubgefäße 2 — oo , monabelpfjtfcfy, mit 2 — 8 ein; 

faserigen (fjalben), fettener jweifddjerigen ©taubfol&en. (£i/ 

djen meift aufrecht, am ©Reitet burcfy&oljrt, einjetn unb von 

einer fkifdjtgen (Scheibe am ©runbe umgeben, ober ju 2, 

unb jebeö vollkommen von einem an ber <Spt|e offenen 

<Sd)laucf)e eingefdjlofifen. (Same nußarttg, von ber vergrßßer; 

ten (Scheibe ober ben oberften, vergrößerten, fleißigen (Scljup; 

pen emgefcl)(ofifen, |feinfrucf)tdf)nud). Södume ober (Strduc&er 

mit fe&r fydufig biojifcfjen SMufjten, oljne Sftebenbldtter. 

l.Ephedreae. 2lntljeren aufrecht, beutltd) jtveifde^erig, ndm; 

\i<$) mit verbunbenem, an ber <Spifce in ein 2oä) auf; 



298 Monoecia Monadelphia (Conif.) 

fpringenben §dd)ern. Sßctbtic^c SMufyten wie bic mdnnU* 
c^cn in ^d|d)en: <£id)tn ju 2, jcbcö in einem ©d)(aud)e. 
[(797) Ephedra.] 
2. Taxeae. 2(ntfjeren fc^einbatr emfdcljertg, ndmttd) mit fd)U* 
btgem ober fd)uppenförmigen ^onneftive, weldjeö unterfettS 
bie getrennten, in eine SRil^e auffpringenben §dd)er trdgt. 
SBeiblicfye SMüijten enbßdnbig. Sieben einzeln, von einem 
fleißigen SiSruS umgeben. 
[(788) Taxus.] 
B. Cupressinae. SMufjten am ©runbe von badjigen ©etffdjup; 
pen umgeben. 2D?dnn(idje «Staubgefäße jaftfreid), monabe(pf)ifd), 
2(ntl)erett um eine ©pinbel, fd)einbar ctnfdd)ertg, ndmlid) 
mit 4 — 12 getrennten, bem fd)i(bigen ober fcfyuppenf&rmi* 
gen ^onneftiöe angehefteten, in 2dngSri£en auffpringenben 
§dd)ern. Sßeiblidje Störten: (Sid)en im SBinfct gefd)inbelter 
©d)uppen ft|enb, aufregt, am @d)eitel burdjbofyrt. §rud)t 
dn beut(id)er Bapfen ober eine ©d)einbeere, je nacfybem bU 
$arpellarfd)uppen jufammen gett)ad)fen unb fleifd)ig finb ober 
ftdj wieber getrennt unb Ijoljig »erwartet Ijaben. 

1. 9^on5jifd). 

[(753.) Cupressus. gppreffe.] 
(000.) Thuja. Lebensbaum. SÜtdnn(id>e Sötäfyten in fe!)r deinen 
^dfcdjen, am ©runbe von ben 2—4 oberflen fcfyupptgen SMdtt* 
d)en ber Tiefte um|Mt. (Staubgefäße mit vier 2mtl)erenfdd)ern 
amfd)i(bfIie(igen^onueftive. 0Öeib(id)e ^d^cben: wenige in ^reuj 
gesellte bad)jiege((agige @d)uppen, beren jefce mit 2 @td)en auf 
bem ©runbe. steine 3apfenfrud)t. 

2. 2>iöjifd). 

[(789). Juniperus.] 
C. Abietinae. ^ann(id)e SMüljten in ^d|d)cn. t ©taubgefdße oo, 
monabe(pf)tfd) mit jtvetfddjerigen ^nt^eren, biefe metft in 
Sdnggriijett, auffpringenb bem fdjuppigen ^onneftive unten 
ber Sdnge nad) aufgewachsen; fdjeinbar ftnb bk SMübten 
jweimdnnig. Sßeibtidje ^a|d)en aus fd)upptgen SectWttern, 
in beren SBinfeC bk (ü:t'd)en tragenben ©d)uppen beftnb(id) 
ftnb, gebilbet; £td)en umgefef>rt, am abwärts gef efjrten @d)eite( 
burd)bofjrt. $rud)t ein l)ol$tger 3apfen bid)t bacfyig, meiß mit 
geflügelten ©amen. — SÜftetfr monßjifd). 

1. Dammaraceae. (Q:jrottfcf)e @att.) 

2. Pinastri. 2 Farben (@pi|e bcS verfemten (£id)en$ jweü 
fpa(tig); 3?uj? metft einflügelig. 

[(741) Pinus. 3Öetbu'd)e i^d|d)en aexblßfjttg, öte fd)uppigen ^arpefl* 
bldtter von einer bteibenben 2)ecffd)uppe geftäfct; (£id)ett ju 2 



Monoecia Polyadelphia (Cucurb.) 299 

neben einanber. ©ante am aufwärts gefegten ©runbe meift 
breit; unb langgefutgelt. Untergattung, a. Pinus. tiefer, ftlugel 
ber ©amen abfällig, b. flöget ber ©amen mc^t abfällig. 
a. Picea. §id)tc. <Sd>uppen bei' Rapfen abfällig, ß. ©puppen 
ber Sapfen ntc&t abfällig, a) Abies. 5anne. £>ectbldtter batb 
verfebwinbenb. b) Larix. £drd)c. £>e<fbldtter bteibenb. 

6. O c b n u n g. 

POLYADELPHIA. 

§ünf ©iaubgefdgc/ bavon 4 parwetfe verwarfen, ber fünfte 
frei. ^fntfyeren frei ober $ufammengewad)fen. — Söluljten vollftdn* 
big, oberftdnbig, mit regelmäßiger, einblätteriger, fünfteiliger, int 
wenbig an ben ^elcbgrunb angewachsener, Ijmfdlltger trotte unb fönf# 
Sahnigem, abfälligen ^el^faume. Staubgefäße ganj unten in ber 
SMüfjte auf bem @nbe beö §rud)ttnoten§ vor ber ^rone eingefügt. 
Farben bief, lappig, 3 — 5; (griffet 1. JÖreU biß fünf*, feiten burd) 
23crfd)wtnben ber <Sd)etbewdnbe einfdcfjerige, metjr ao;famige ^Beeren; 
frud)t mit wanbfMnbtgen ©amentrdgern unb eiweifjlofen ©amen; biefe 
mit gütigem CO^antel, gerabem ^eime, gegen ben Sftabel gericl)tetem 
SBürjelcfyen unb blattigen, Ijanbnervigen ^otptebonen. ^limmenbe 
trauter mit fpiraligen SBtcf drangen, wedjfeljrdnbtgen, Ijanbnervigcn, 
metft gefingerten SMdttem ofjne 3?ebenb(dtter unb meift monSjifdjen, 
einzelnen ober in 'Srugbolben gesellten SMüfjten. (56. Familie, Cu- 
curbitaceae). 

A. ©taubrolben jufammengewac^fen. 9>ecrenfrud)t berinbet. 

773. Cucurbita. Kürbis. SMumenfrone fünffpaltig. SEßdnnlidje S5lül)te: 
©taubfolbcn in eine SBal&e 5Ufammengewad)fen; 9?ar6e abortiv. 
SBeiblicbe SÖIüljte: 3 in einen Sting verwad)fene, nicl)t auSgebtU 
bete ©taubgefdße; breifpaltiger ©rtffei, jweifpaltige Starben; 
grudjtfnoten breifddjerig mit jweitljetligen §dcbern, <£fcl)en in 
jebem §dd)er jweieei^ig. Söcerenfruc^t rinbig, gefd)(offen, nid)t 
auffpringenb, qo* famig; ©ame verfcfjrt/etfßrmig , (tarf jufammem 
gebrüht, ringö tjerutn mit einer Spinne vor bem fRanbe. 

774. Cucumis. ©urfe. Sölumenfrone fünfteilig. 9ttdnnlid)e S3füf)te 
faft wie Ui Cucurbita, 2fnt()eren jufammenfcbltegenb. 2Beiblirf;e 
Sölüljte unb ^ruebt wie M Cucurbita; ©riffet furj. ©ame um 
terfdjetbet ftd) von bem von Cucurbita burd) einen fcljarfen, nid)t 
burd) eine Slinne abgefonberten, SKanb. 

B. Swtljeren frei. Söecvc fdjalig. ©ame eiförmig, fdjwacb. jufam; 
mcngebrücft, mit einem jrumpfen, md)t gebunfenen £Ranbe. 

775. Bryonia. Saunrübe. SMütyten Wie bei Cucumis, bod) juwei* 
ten bifyifd). grud)tfnoten breifdd)ertg, §dd)er jwei; ober wenig- 
famig. Söeere fugeltg, brei* bi$ feef^famig. 



300 Monoecia Polyad. — Dioec. Triandiv 

776. Ecballion (Momordica L.) <Spri$; ober (£fel$gur£e. SMüljten 
wie bei Cucumis. SÖcctre oo;famig, juc Steife ttom §rucbtfttel 
jtcb loötrennenb unb bte glatten ©amen burch tm am ©runbe 
entffanbene Oejfnung mit ©ewatt Ijerauöfprifcenb. 

XXIF. & t a f f e. ' 

DIOECIA. 

fSiv^Un etngefcf)Iedj)tta> SJtännMje unb n»ctt>ttd)e 
&Hüf>ten ntd&t auf ein unb bemfeföen stamme 

1. O r b n u n g. 

MONANDRIA. 

Vinx ein Staubgefäß. 
[(737) Najas, 
(777) Salix monandra.J 

2. O r b n u n g. 

DIANDRIA. 

Jftämiüdje fiUüljten mit 2 Staubgefäßen, tue bei Iren wetblidjen 
abarti» fm&. 

777. Salix. SBetbe. SMüfjten in Elchen; Secf fchuppen ber (efcte; 
ren ungeteilt. 33efruchtung3organe naeft, mit 1 — 2 SH-üfen 
am ©runbe be$ 'Perigonö. Sftännlicbe SMnljte: ©taubgefdjje 
1 — 5, meift 2, gewöhnlich, frei, fetten monabelpfyifcb. SÖSciblü 
d>e Sölüljte: §rud)ttnoten meift gejitelt; ©riffel 1 ober 0. Sftar* 
ben 2, einfad) ober jweifpalttg. (109). Sögt. <®. 387. 

[«^uerljer noch 

(12) Fraxinus excelsior.] 

3. O r b n u n g. 

TRIANDRIA. 

ß&'dnniifyt glühte mit 3 Staubgefäßen. 

778. Osyris. ^arnfraut. SMüljtcn juwetlen jwitterig. 9>ertgon 
bveifpattig. ©taubfdben fefjr furj. SSeiblicbe ^Muhten: ein 
(Stiffel mit brei Sftarben; ©tau&gefdfjc mehr ober weniger t>er; 
fümmert. ^roctene, jtetnfrucbjartige, emfddjerige unb einfamige 
Speere, ©traueb mit wecbfelfldnbtgen, curjgeflieften, ganjranbü 
gen, leijtenf6rmtg*lanjettticben, fahjen, nebenblattlofen Söldttern, 
f leinen, gelblichen Sollten unb rotten fruchten. (92). 

779. Empetrum. ^vrdfjen&e.ere, SJtaufcbbeere. $eld) unb $rone 
brei;, feltener tnerbldttertg. Männliche SMuhten: ©tau&fdben 
lang (2 ~ 4, meij^ 3), bem §mcbt&oben eingefugt, mit jwei^ 
faserigen, in 2 3ti|en auffpringenben 2(ntljeren. 3BeiMich> 



Dioecia Tri. — Tctrand. 301 

SMüljte unterftanbtg ; ^rucfyrtnoten fret, faß fugelig, auf einer 
ftetfcfytgen Scheibe; gdefyer eineiig, <£icr)en aufjlrebenb; ©riffcl 1, 
feljr furj unb bief; 3?arbe gelappt, 6 — 9;f?ralju'g. Steinfrucht 
etnfdd)ertg, fedjä* 6tö ncutt'famig. ^eim m ber 2Cre beg (Sriroeißes, 
gerabe, mit jum SiaM gedeutetem SBörjetc^en. Strducfyer mit 
i (einen, immergriinen, (eberigen, nebenbfattfofen , roecf)fel|tdnbt; 
gen ober getmrteften SMdttern unb kleinen einjetnen ober ju 2 — 
3 in 23(atttMnfe(n fteljenben SMuljten; ©(umenfrone , Staubgc 
fdße unb ©rtffef bkibmb, SMume rofenrotlj, Staubgefäße pur-' 
purfarbig; Steinfrucht beerendljn(icf), erbfengroß, fdjroarjbfau, 
genteßbar. (34). 

780. üdöra. innerer &ni$ ber 5 Pcrigonjipfe( fe(cf)artig , brettljetfig, 
dunerer btumenartig, faft bretb(dttrrig. Sftdnnu'cfye SMu (jte mit 
3 ober 9? «Staubgefäßen. SBeiblicfye Sötöfjten oberftdnbtg ; ©riffet 
1 mit 3 verlängerten, feberigen Farben. Söeere faft breifantig, 
emfdcfyertg, »ietfamig, ©amen roaljig. 'Dftonot'otpteb. SBafierge; 
xoad)ß mit langen, garten, , untergetauchten Stdngeln, breijdfyu'gen 
SMattroirtem unb geraben, (anjettu'd) Reifenförmigen, feljr fein; 
ftad)e(fpi£ig t ^tein gefdgten 33(dttern mit vorwärts gerichteten 
Sdgejdfjnen. 3" 'Pommern (bti Stettin). — (119). 

[^ter&er noefj: 

(12.) Fraximus excelsior, 
(22.) Valeriana dioeca, 
(744) Carex Davalliana, 
(777.) Salix triandra.J 

4. Orbnung. 

TETRANDRJA. 

HUer Staubgefäße. 
A. SMüljten nid)t in &a$d)m. 

A. SJftit Ijoljigem Stamme. Sftur ein ober fein ©rtffei. $rud)t 
faftig, fugelig. ^eim gcrabe. 

781. Hippophae. Seeborn, Sanbborn. Q3erigon unterffdnbtg, 
innen farbig; mdnn(icbe6 $roeiti)ei(ig mit gefcfn"nbe(ter^ttofpen(age, 
Staubgefäße bem Q3erigonfci)(unbe eingefügt, mit jroeifde^erigen, 

- in 2 gängSrifsen auffpringen ben StaubNben. SBetbltdjeö ^ert* 
gon röfjrig, an ber Spt|e jtöeifpattig, oljne Sting am Scf)(unbe; 
^rucfjtfrfoten frei, in bte ^PerigonrSfyre eingefc^toffen; emfädjertg, 
eineiig, mit aufrechtem Sieben; ©riffet 1, furj, mit langer, biet* 
lieber, bröfiger, vorragenber fftarbe. §rucr)t eine Steinbeere 
ober feljr faftige falfdje Steinfrucht, a\x$ bem vergrößerten, fafr 
tigen, bie Sftuß emfd)(ießenben ^etcfje gebtfbet. Same mit büw 
nem (Siroeiße, gerabem ^eime unb unterftänbigem SBürjeldjen. 



302 Dioecia Tetrandria. 

Sdaum ober ©traud) mit jaljlretdjcn friedjenben SBurjetlaufern, 
mefyr ober weniger bornigen tieften, tvecfyfetftänbtgen, (inea(4an* 
äetttidjen, ganjranbigen, bid>tft(bertvei§; unb bräunlid)4d)ülferi; 
gen, nebenbtattlofcn SMättern, f leinen, grunltcfyen, von roflfaröe^ 
nen, fd)uppigen, hinfälligen ©ecf blätteben geftü^ten, an ben <Beu 
ten ber Steige viete furje gebrungenc ^räubcfyen bilbenben SSluf^ 
ten, unb fefyr tveieben, fafttgen, erbfengroßen, golbgetben, 6iö 
orangerotfjen, (Steinbeeren. 2ln §tu|3* unb 5fteere$ufcrn. (102). 

782. Viscum. Giftet. 2(uf S5aumä(tcn fd)marof3enb, btcfyotomifdj 
ueräjtctt, mit fftelrunben Steffen, lanjettUcben, ftumpfen, faft ner* 
ventofen, febetnbar aber breinervigen, fletfdjtg4ebertgen, einfarbig 
grünen Stättern. tüiännlicfye SMufjten: $c(d> 0; ^rone viertlet* 
Itg mit Happiger ^nofpentage; ©taubbeutet ben SMumenblättern 
angetvadjfen, oljne Präger, fjauttos. SBeibltcfye Stufte: ^eteb- 
rbbre bem ©erftoefe angewachsen; ^eldjfaum oberfränbig, ganj. 
$rone vierblättertg, im 93(üt)ten£nopfe f tappig. Srucbtfnoten 1, 
etnfäefyerig, eineiig, Qii'cfyen aufrecht; ©riffel 0, Sftarbe abgeftu^ 
fegetförmig. $rud)t beerig, einfamig, erbfengrojj, tvet'jj, burcfyfdjeü 
nenb. (Same r)erjfbrmig, jufammengebrueft, pappefgrun, mit 
fleifdjigem Qritvetße, jufammengebröcften ^otptebonen, arenftänbt; 
gern, umgef'efjrten ^eime mit vorn 9?abcl abgetvanbtem, langen 
SBurjetcfyen. SMutjten ft£enb, mei(t ju 3 — 5, gefnäuelt, enb; 
ober blatttvinfetftänbig, von einer faft felcfyätjnttdjen «£ulte mit 
Jtveitljetligcm (männlichen) ober nur unbeutltd); geseilten (tveibs 
ticken) jtveijipfcligem (Saume gefftf|t, gclbtid);grün. (54). 

B. (Stängel frautig. ©riffel vier. §rud)t troefen. ^eim ring; 
förmig. 

783. Spinacia. (Spinat. SOiännticfye SMutjteii: ^crigon vier* Uö 
funftfjcittg. (Staubgefäße auf bem ©runbe be$ ^erigon^. SBetb; 
liebe ©lüften: 'Perigon jtvcü biß breifpattig; ©riffel 4, furj; 
Farben 4, lang, fäbtid). ©cf)laucf)fruct)t bünntjäutig, Scucbtge; 
tjäufe mit bem verhärteten ^crigon verwarfen. (Same aufregt, 
eimei^attig. $3iännlicf)e 2$lu()ten ju beinahe ivirteligen $öpfd)en 
gehäuft, einen (angeu, unterbrochenen, beblätterten, tvinfel; ober 
gipfetftänbigen SMufjtenfcbrDetf bitbenb; weibliche SMutjten einjetn 
in ben SMatttvinfctn ft£enb. (104.) 

B. SMüfjtcn in ^ä^djen, tvctcfye au§ (Schuppen ober Secfbtättern be- 
flehen, einjeln in ben SBinfeln ber Sccfblätter. — (23gt. <S. 294.) 

784. Myrica. ©agel. (Schuppen einblütig. ?Otännlicf)e 2Mutjten: 
innere fcfyuppcfyenartige Secfbtätter (Q3erigon) ober fettener 
1—2. (Staubgefäße 3 — 6 (meift 4) bem ©runbe ber Rafy 
cbenfcfyuppc eingefugt, SBei&tidje Stufte) 2 — 6 (meift 4) untere 



Dioecia Tetr. — Pentandr. 303 

tveibigc Setfbldttcben ba# 'Pertgon bilbenb, an £>en <£tetftoc£ an/ 
getvacbjen: §rud)tntoten einfdcfyerig, eineiig, mit aufrechtem <£v 
cf;en; ©rtffel 1, fefjr tmy mit 2 verlängerten, pfriemltcfyen Sftar* 
ben. §rud)t eine einfamige, burdj bte vergrößerten, angetvaebfe* 
nen «perigonfc&uppen fteinfruc^tarttge Karpopfe ober Sftufj. ©ame 
eitvetjiloS, mit gernbem, umgef ehrten Keime, bat SBür&elcfyen 
oberftdnbtg. @tar£ unb angenehm getvürjljaft riecfyenber «Strauß 
mit gegenftdnbigen, tanjettltcfyen, mefjr ober weniger gefägten, 
Aberigen, ^arjig^punftirten, mei(l nebenblattlofen SMdttern, in 
badjtge, winfel* ober gipfelfldnbige Kd^cben gesellten Sollten 
unb fleinen, 6et ber einljeimlfcben 2(rt breijdljnigen, gruntidj* 
braunen, mit gelben ^arjpunften Gefegten, Srucljten. 3(uf feud); 
ten torftgen Laiben, namentlich, in bm Oft; unb SRorbfecSAn; 
bern. 93ei fremben 2Crtcn tft baä tveiblicfye 'Perigon fetten bem 
grucfctfnoten augetvaebfen, ba$ männliche meift beutltcl) vorkam 
ben, unb e$ jetgt fiel) bte Sßterjaljl in ben SB(i5^tent^ci(cn oft 
nod) unvollkommener, gutveilen ftnb bic SMüljten monSjtfrifd), 
unb bk ©taubfdben fjüt unb tvieber monabelp^tfcl). (111.) 
[anomale Salbungen, welche von biefer örbnung au$ge; 
fcblofTen bleiben, ftnb: 

(751.) Urtica dioeca. 

(752.) Monis. - 

(193.) Rliamnus catharticus. 

(12.) Fraxinus excelsior. 

(130.) Hex Aquifolium.] 

5. O r b n u n g. 

JPEXTANDJtlA. 

clWtt fünf freien Staubgefäßen lier jnannltdjen fUüjjte. 

A. SMuljten mdjt in (tvafjre) Kdfjdjen gebellt. 53tdnn(ic^eö Q3erigon 

fünfteilig ober >fpaltig. 

A, Cannabiaae. (Urticacearum Sectio II; cfr. p. 278.). ^et'ix 

gon unterftdnbig, mdnnlt'cljeö fünfteilig; ©taubgefdfje gerabe, 

bem ©runbe beffelbcn eingefügt. $rud)tfnoten frei, einfaches 

rig, eineiig, (£i Ijangenb. Keim gef nimmt ober fpiralig mit 

aufeinanber (iegenben Keimblättern. Kultitnrte Kräuter mit meljr 

ober weniger aufrechtem (j. %$. ivinbenbem) fantigen ©tdngel, 

meift gegenftdnbigen, tang<gefrtelten, gefingerten ober tief/lap* 

pigen, gefdgten, oben raupen SMdttern mit kleinen ober abi 

' fälligen Sftebenbldttern. 

l.Lupulinae. (Stdngcl (rcd)t$;) tvinbenb. SBeibltcfjes ^Peri; 
gon fdjuppenförmtg, offen, ju 2 vor jeber £>ecffcf)uppe 
einer japfenfSrmigen 2(ef>re. föriffet 2, unbeutlicb, 2 3?atv 



304 Dioecia Pcntandria. 

6en. $rudjt: eine 3?ujj, vom bleibenben 9>erigon unb beti 
SDecffcfyuppen umgeben, in eine litt von gapfen vereinigt. 

785. Huuiülus. ^opfen. "DJidnnltdje SMufjten in gegenftdnbtgen 
(tvütfeljtdnbtgen), feljr dfligen Svifpcn. SBeiblidje 3Mul)ten: @riffel 
ober Farben fdbfid), flaumig, fftuß runbud), euvaö jufammem 
gebrückt, unb reie iljre ^»öttc am ©runbe mit gelben, gldnjem 
ben, fornerdljnltdjett S)rü$d)en befe^t. SBurjel perenmrenb. 
S3tdttcr tief bret; bi$ fünflapptg. 

2. Cannabideae. ©tdnget fteif;aufred)t (nicfjt tvinbenb). 
3Betb(id)e SMuljten einzeln; blatttvinfelftdnöig , etwas ver; 
fteeft. 9>erigon einblätterig (beefbfatt; ober febeibenarttg), 
auf einer @eite. ber Sdnge naef) gefpalten; griffet 1, !urj, 
mit 2 langen, fdbu'd)^oUngen Farben. §rud)t: eine 9?u£ 
mit bünner jerbrecbltcljer «Schale, vom bleibenben ^erigon 
eingefcfyloffcn. 

786. Caunabis. ^anf. $3etblid)e SMuljten in einfachen ober dfltgeu 
Trauben. 2ittt€ Uebrige wie oben angegeben tvorben. SMdttcr 
fünf-- hiß neunjd^lig-'gefingcrt; SBurjet einjährig. 

B. SDtdnntid)er 25(uljten|lanb faß fd^d)enartig , acftfelffdnbtg, in 
ftetnen Sttfpen, bk au$ Trauben jufammengefe|t ft'nb, mit 
£>ecf blättern; (Staubgefäße mit furjen Prägern vor eine im 
sperigon* (ober Keld) O grunbe beftnbtidje untertveibige 
<bd)etbe eingefugt, frei. SBeibü'djer SMäfytenftanb bem mann; 
Ud)en d^nlid). Srucljtfnoten etnfdcfyerig, eineiig, oberfrdnbt'g. 
%v\xd)t eine einfddjertge ©teinfrudjt mit ftangenbem, ettveifj* 
(ofen ©amen mit biefen Keimblättern unb rücfemvurjeligem 
Keime. ^oljt'ge ©etvdcljfe mit nebenblattlofen SMdttern. (Te- 
rebintbaceae, 1. 2fbtl)l. Anacardieae; 2,5. §am.) 

787. Pistacia. «piflajte. 9JWnnu'<§e$ 'Perigon ftfnffpalttg; 2lntb>ren 
faß fl^cnb, viereckig. SBeiblidjeS ^Perigon brei/ bis" vierfpalttg; 
(Stempel einfad), mit 3 (—4?) feutfßrmig'Verbicften, nad) aufen 
getvanbten, meift jtveilappigen Farben auf fefjr furjem bis faß 
verfd)tvmbenben ©rijfct. SMdtter gefiebert. %n fubbeutfdjen @e* 
btrgsgegenben u. f. tv. 

B. ^dnn(id>er SMüljtcnftattb (beutlidjes) Kd|d)en, tvetblidjer ein 
Rapfen, tveldjer aber in eine falfc&e 23eere ober @teinfrud>t 
übergebt. SHabelbolj. (112 §am. Coniferae; f. @. 297—8). 

788. Taxus. Qütbe. Kd&djen einblütig, am ©runbc mit bacbjgen, 
leeren 2>ed:fd)uppen, von ivcldjen bte oberen, grS|3eren eine peri; 
gonartige Jpuüe bitben. 9D}dnn(id)e SMäfjten: (Staubfabenfdule 
an ber <5pt£e dftig, auf jcbem 2l(Ie ein fdjilb förmiges, vier; bi$ 
adjt-ferbigeö, unterfeits mit eben fo viel getrennten 2lntljerenfd; 



Dioecia Pent. — Hexandria 305 

djern »erferjeneö ^onroftto tragenb. 2Beib(id)e Sötü^tctt: (£id)ett 
aufrecht, auf bem <Sd)eüel burd)bol)rt, am ©runbe *>on einem 
feljr fd)tnalen bruftgen SKinge umgeben. <Same nuf3dr)nlid), wom 
becherförmig <- vergrößerten, faftig geworbenen 3linge völlig um; 
geben, roobureb, tk gruebt ein ber faftigen ©tetnfrud)t ober 
Söecre dfjn(id;e$ 2mfefjen erhalt. 

789. Juniperus. 3Bact)l)olber, ^abbtg ober ^abict. Sötönmjdje 
«Blößen ral?d)enförmtg, am ©runbe mit wenigen bad)igen ©edv 
fcfjuppen. (Staubgefäße naeft, 4 — 7, alte in eine <8du(e «er/ 
wadjfen, bem untern 9ianbc einer eiförmigen fcbjlbigen ©d)uppe 
eingefügt, ndmlid) .fonneftive ber Tlntljeren badjig, fd)uppenför> 
mig, feC)c fur^ge(Iie(t, auf bem unteren Staube 4 — 7 getrennte 
©defdjen tragenb. SBeiblidje 3U(jd)en aus badjigen SectTdjuppen 
gebtlbet, jroei/ biö breib(üf)tig. Stehen einzeln im SBinfel öer 
2 — 3 oberjren <Sd)uppen ftjjenb. £»ie ^arpellarfdjuppen flei* 
fd)ig roerbenb, verwad)fenb, bie ungezügelten ©amen einfalle* 
jjcnb, unb fo eine falfdje faftige Steinfrucht ober eine <Sd)eim 
beere barftellenb. ©traud}. 

[anomale ^»flanjen, roeldje man nid;t unb »ielleid)t jum 3:ljeU 
mit Unredjt, (wie j. 93. Spinacia), biefer Orbnung beijdfylt, 
ftnb: 

(777) Salix pentandra. 

(126) Ribes alpinuin. 

(193) Rhamnus. 

(783) Spinacia oleracea. 

5. Orbnung. 

HEXANDRIA. 

^ßannlirfje fUiiljten mit fed)ß freien Üiaubgefafstth 
f Sftonofot^lebonifd). 

790. Smilax. ©ted)tt)inbe. Gerigoa fef>r ttcf*fed)gtf)eiüg, ab|te; 
Jjenb, oljne frtelförmtgeä 3lö{jrd)en am ©runbe, unterffdnbig, 
©taubgefdfje bem ©runbe ber 'Perigonjtpfel eingefugt; ^rdger 
pfriemud) ober fdbud); ©taubfolben am ©runbe befeftigt, auf- 
recht, leijtenförmig , einwarf auffpringenb. ^rucfytünoten ober; 
ftdnbig, 1 — 3,fdd)ertg, $ddjer eineiig; ©rijfel 1 — 3, feljr 
furj, mit 3 ftumpfen Farben. Speere burd) §el)tfd)lag 1 — % 
fächerig , 1 — 2,-famig. (game eiroeiijfjaltig, mit fel)r f (einem , im 
fleifd)igen (Stroeige Uegenbcn ^eime. .Smmergrunenbe, fletternbe, 
ftadjelige, aUermeifc ranftge ©trducfyer ober Jpalbftrdudjer mit 
(eefigem, ftadjeltgen <Stdnge(,) wecfjfetftdnötgen , leberigen, ver; 
fd)icbemge(Ialteten flattern, unb meift deinen, ad)felftdnbigcu 
Sollten. (125). 

20 



306 Dioeeia Hexandria — öetandria. 

791. Tamus. ©cftmecrwurj. ^Pertgon glocfig mit fec^ötCjcittgcm 
©aum? unb jtietrunber, ungezügelter s Pctrrgotiv6^rc. $ftdnnltd)e 
2Mäftten: ©taubgefdße bem ©runbe ber 'Perigonjipfel eingefügt, 
tute Sei Smilax, 2lntf)eren faft fugelig unb etwas über bem 
©runbe mit 'bem Stücfen angeheftet, einwärts auffpringenb. 
2Bei6tid)e$ Q^evigon o6erjtdnbtg (an ben Qüierftocf geroad)fen), 
mit blei&enbem ©aume unb 6 brüfendOnltcben !J(nfd^en ftatt 
ber ©tau&gefdjjc. §rud)tfnoten unterftdnbig, breifdebertg, §dd)er 
|tt>eteiig; ©tiffel breifpaltig ; 3?ar6en jurücfge&ogen. 33eere 3 — 6< 
famig. <Same eirocifjljaltig, mit t (einem ^eirae im fleißigen 
(£iroei|3e. ©traueb (mit i — 1' Ijobem,) winbenben (ötdngel, 
gldnjenbett (ungeteilten, gezielten) 2Mdttern, fleinen, gränltd)* 
gelben in fdjfanfe Trauben gefMten SMtfljten unb eltipfoibifcben 
fcbarlacftrotljen beeren. (122.) 

[(315.) Asparagus officinalis. 

ff. ©ifotplebontfcb: 
(341.) Rumex Acetosa unb Acetosella. 
(305.) Lorantbus europaeus. 
(784.) Myrica«] 

v 7. O r b n u n g. 

QCTANDBIA. 

Jfttrmtlidje fpiühjen mit 8 freien S'tanbarfäßen. 

792. Populus. Rappel, 2t (ber. SMübten in badngen $d|d>en. 
SDecffcbuppen ber ^d^cben gefehlt^, ^erigon &ed)en obev frei* 
felförmtg, fdjief.-abgefcbnitten, gefftelt; ber @ttel tfl ber £>ect- 
febuppe angeroaebfen. $Rdnn!id)e SMüftten: (Staubgefäße 8 — 30, 
auf bem 4 }>erigon befefttgt, getrennt. SBeibücbe Solisten: ^ifliU 
frei, <S:terftoc£ ungefiiett, einfdd)erig, vieleiig, <£id)en auffteigenb, 
gegenläufig; ©rijfel 2 unb fefyr fttrj, obev 0; Sftarbcn jiüei; 6iö 
breitfjetltg. §rud)t: einfdeberige, jweiflappige, mefjrfafnige &apt 
fe{. (§am. 109; f. @h 287). Söaum. a) Leuce. ©taubgefdjje 
8; ^dfccbettfcbupptm getüimpert; junge Sroeige fil&tg ober furj; 
paarig, b) Aigeiros. ©taubgefdße 12 — 30; $dl[jd)enfd)uppen 
fahl; gmeige unb n>ur$eltfdnbige triebe fahl. 

793. Rbodiola. Slofenrourj. ^e(d) vierteilig; vier untertt>ei6ige 
@d)uppen. SBeiblicbe Söulfjten mit merbldttertger $rone; bit 
J)ppogt)mfd)en «Sdjuppen am ©tempelftumpfe. SBeiblicbe 3Mi5b; 
ten, ofjne ober bod) nur mit vier kleineren Sölumenbldttern als 
bei ben männlichen SMäbten; 'Ptfftll vierfad) mit vier untermei* 
btgen <8d>uppen. $rüd>td)en 4, fapfetig, »ielfamig. ^eld) pur/ 
purfarbtg, SMumen gelblich ober purpurn. 'Perennirenbe 2Bur.' 
jel. (-3). 



Dioecia Öctandria — Enncaudria 307 

[(777.) Salix. 
(349.) Diospyros. 
(355.) Passerina. 
(784.) Myrica?] 

8. O r b n u n g. 

ENNEANDRIA. 

JttämUid)* fUüljten mit 9 frmn toutltdjfit Staubgefäßen. 

A. &itotx)kbom\d)t fianbpftanjen. — Eupborbiaceae, f. ©. 277. 

794. Mercuriälis. SMngelfraut. 'Pertgon brcitljeilig. Sötdnnltcfie 
23li51)ten in 6latttt)inf : e(fl'dnbigen / gefn&uelten unter&rochcnen 
2(efjren; <Stau&gefäfje 9 — 12, 'Srdger haarfein; <Stau6£o(&en 
fugcliunb, geboppelt. 2Bei6(td)e SMöljten in ben SMatttmnfeln 
ju 2 — 3 gehäuft ober einzeln, ©riffel furj biß feljlenb, mit 
2 verlängerten, Greulichen, gejäfynelten Farben, -Zapfet jroeiftto* 
tig mit cinfamigen fächern, aufrechte i — H' Ijolje trauter 
mit gegenjUnbigen, getieften, fagejafymgen Sölattern unb grün; 
tieften SBtö&ten. (94.) 

jf Laurineae. 
(360.) Laurus]. 

B. ^ftonofotpteöonifcfte 3Baflfergett)ad)fe. Hydiocharideae. 

795. Hydrochäris. §rofcb&ijl 'Pcrigon&latter in jtt)ci Greifen; au& 
ferer ^reis (^e(cl)) f rautig, bret&latterig ober tief breit()ei(ig, 
innerer (^rone) weiß, bretblattertg, tk ^ron&latter im SBtäljten/ 
fopfe unregelmäßig in einanber gefaltet. $)tannUd)e SMüljten: 
Staubgefäße 9, in 3 Greifen, auf bem SMuhten&oben fte&enb; 
^»iflille 3, fe&Jgefchlagen. SMühtenfcbetbe jwetblatterig, bret&lub* 
tig. 5Bei&ltcbe SMäfjten: werfummette, antljerenlofe «Staubgefäße 
3, fäblicb, mit 3 fTeifcbigen .£>omgfd)uppen bajnnfc&en; frueftt' 
tnoten unterfränbig, fechäfächertg, toeletig, (Sieben auffteigenb; 
©rtfel 6, mit jttmtljeiltgen Starben. SMuljtenfcbeibe ctn&fättcrtg, 
emblüljttg. Zapfet beerenartig, fecb$fäc&erig, mit einem jaften 
©ebletme angefüllt/ vielfamig. ©ante eiroeijjlog, $eim gerabe 
mit nach unten gefefjrtem SBurjelenbe. ©tangel unter 2Ba(Ter 
!r«ed)enb ober futtfyaib, lang, fäblid), mit gezielten, fjcrjmteren; 
freisinnigen, ganjranbigen, febroimmenben, unterfeitg rotten 
■iöldttern ju 3 — 4. (119.) 

[f Butomeae. 
(361.) Butomus umbellatus. ] 

9. O r b n u n g. 

DEVANDRJA. 

dftännltdje filüljten mit 10 freien Staubgefäßen, 
[anomale formen ftnb: 

(388.) Halianthus peploides: 

20* 



308 Dioecia Decandria — Monadelphi a. 

(399.) Lychnis dioeca (sylvestris, palustris). 

(383.) Siletie Otites. 

(378.) Gypsophila paniculata. 

(794.) Mercurialis. 

10. Orbnung. 

ÜODECA NOKIA. 

(JHännlidje |Hül)tt*n mit 12 freien uoUkammenen ^Staubgefäßen. 

796. Stratiotes. SBafferfcfyee ve. Unterfd)eibet fid) von (795) Hy- 
drocharis, weidet* ©attung fic in 95luf)tcn^ unb $rud)tbau feljr 
naljc (rer)t unb mit ü)r. beßl)a(b ju einer unb berfclbcn natürli« 
djen Familie geljört, f)auptfdd)ltd) burd) 20 — 30 »erfümmerte 
@taubgefdjje in ben SMüijten beiberlei @efd)(edjt$ unb burd) 
jroälf auögebtlbete, mit leiftenfßrmigen , unten at?geljefteten 2in.' 
tfteren uerfeljene, @taubgefdjje in ben mdnnu'cfyen SMi5f)tett. 
SBafferpflanje mit atoeartigen QMdttem. 

[(792.) Populus. 
(794.) Mercurialis.] 

11. Orbnung. 

MONADELPHIA. 

<JWämtlid)e $Uüb,ten mit einbrüberigen ^taubfäben. 

797. EpLedra. ^eertrdubdjcn. Sifoi^febonifdjeö ^>o{jgemÄd)ö mit 
gegenftdtibigen, rutf)enf6rmtgen, bünnen, gegliebcrten heften, 
ftatt bei* SMdtter an ben ©eienfen mit f)dutigcn, $roei$df)ntgen 
@d)eiben befefct. SMüIjten in badjigen .^dfcdjcn. SJc'dnnKc&e 
Äd£d)en mit f"reuj|tdnbigcn, einblütigen £ccf!d)uppen. ^erigon 
baudjignß^rig, oben jweifpaltig. ©taubgefdjje ju einer @dule ju-- 
fammengeroadjfen, an ber ©pi|c frei; '2(nt(jeren 2 — 8, auf- 
rede, äu)cifdd)erig, an ber ©pike in 2 £ödjer auffprtngenb, 
SScibttdjc $d£d)en an ber (Spi^e jmeib(üt)tig; jebe QMüfyte mit 
einem eierjtocfdf)uUd)en, grijfettofen , oben offenen, tag Sfdjcn 
bergenben ©d)(aud)e t>crfcr)en. (Sfcfyen in einen r61jrenf6rmtgen, 

7 griffeldljnttdjen, öbfet tan ©djlaud) Ijerüorragenben 'DJJunb »er* 
ldngert. ©amen »on tfyrem leberartigen @d)iaud)e unb ben bti-< 
i>m inneren, »ergrößerten unb fleifcfyig geworbenen Secffcbuppen 
umfdjioffen, eine jweifamige ©Weinbeere barftcllenb, SBci6ttd)c 
3?d£d)en einzeln, mdnnlid)e aud) ju 2 — 3 auf jcbem 2(efrd)en. 
e.traud) 2 — 4' {joeb,, fe(jr dflig. (112 §am. f. ©. 297). 
98. Ruscus. SOidufeborn. 9Jionoroti)lebonifcr;e6, fjafblfraudjigeS, 
immergvöneö @emdcr;$ mit jugefpi^ten SMdttern. 2Mul)ten nid)t 
in ^d^cn. 'perigott fer>r tief fedjätljeilig, offen. SBeiblidje 
95tür)ten: ©taubfdbeu 3 ober 0, in ein eiförmige^ Sftöljrcfjen 
verwarfen, auf beffen ©ptfce bie 2mtf)eren liegen. SBeibü'dje 



Polygamia. 309 

©listen: ^tau&f&ben e&enfalte in ein 9Uf)rd)en verwarfen, 
a&er mit werf umwerten 2fnt(jeren; ©riffel einer, 3ftar&e fopfüg* 
breiföntig. S&eere bretfdd)erig, Sdcfyer ätüeifamig. (125; f. ©. 163.) 
ntnomalc formen: 

(775.) Bryonia. 

(777.) Salix rubra Ullb Salix purpurea. 

(789.) Taxus. 

(758.) Juuiperus.] 

XXIII. klaffe. 

POLYGAMIA. 

■ - 

S&tvmapbtDbitii&e SWüfjten mit mannt, übet wtihh 
gftüfyten auf bemfetben «Stamme» 

(vergl. <S. 74. 2(nmerfung.) 

1. ürbnung. 

MONOKCIA. 

^tmtterbliihjen mit mannt, unfc roeibl. fUüfyten auf fcerfelben fJflati3e. 
Monandria: (1.) Hippuris. (734.) Eupborbia. 
Diandria: (12.) Fraxiuus. 
Tetraudria: (123.) Parietaria. (752.) Morus. (204.) ülmus. 

(130.) Hex. 
Pentandria: (344.) Aesculus. (205.) Celtis. (289.) Rbus ■ 

(760.) Atriplex. (212.) Blitum. 
Hexandria: (337.) Veratrum. 
Heptaudria: (344.) Aesculus. 
Octandria: (344.) Aesculus. (345.) Acer. 
Decandria: (383.) Silene. — — (734.) Eupborbia. 
Düdecandria: — — ('34.) Eupborbia. 
leosandria: (75S.) Poterium. 

2. O r b n u n g. 

DIOISCIA. 

Jitoitterblürjten mit ^lüljten nur einen ^efd)led)teö auf bemfdben 

Stamme. 
Monandria: (738.) Zanuicbellia. 
Diandria: (12.) Fraxiuus. 

Triandria: (22.) Valeriana. (117) Vaillantia. (747.). Ficus. 
Tetrandria — Pentaudria: (193.) Rbnmnus. 
Decandria: (384.) Cberleria. 
leosandria: (431.) Fraararia . (204.) Uimus. 



310 Stttpang. ~ S3fö$fen*!tofenber. 

■ 



91 n f) a n g. 



_ 

■»Ittiö? 
Slufo t c« = ® al en t> e v 

einiget: 

gemeineren «Pflanzen für Riffel *Seurfd)fanb.') 



3 « n u a r. 

Sie fcr)n>ar$e SHefjnmty (Helleborus niger). 

- 
S e b r u u r. 

Sie ^afeuiuß (Corylus Avellana). Sie Bitterpappet (Populus 
tremula). Sa* <Scf)neea,(öcfc()en (Galanthus nivalis). Sie ©afjlweibe 
(Salix caprea). 

9tt a r £ 
Sie Site (Älnus glutiuosa). Saö (SbeUe&erfraut (Hepatica tri- 
loba= Aueinone Hepatica). Sei' SOianbelbaum Amygdalus communis). 
Scr ©etbelbaft (Daphne Mezereum). SaS ivor)lriecr)enbe ober "DKärj? 
Söeikfyen (Viola odoratu). See a&enbldnbtfcfye ßebenSbaum (Thuja 
occidentalis) unb bte Virginifdje §eber (Juniperus Virginiana). Ser 
2Ccferct)renpm$ (Veronica agrestis). Sa$ ^ungerolömcfyen (Draba 



l ) ©tefe lteberftä)tötafet ifi auä SRtcbarb'S ©runbrifj ber Sotamf, überfefct 
t»on bittet, enitebnt. ©ie Steibefotge bleibt überall in ©eutfä)tanb bie* 
felbe, in 9iorbbeutfa)fanb blühen ober alte @ctr>äa)fe um einige Sage 
fpäter unb nort) fpäter (um 8 — 12 Sage) in ber frooinj freulen. 
Siber an einem unb bemfelben Drte beginnt ja aua) ntebj ber ?enj in 
jebem 3af;re mit bemfetben Sage, b. f>- in einem 3atyre blühen fämmt* 
liä)e fflanjcn früher ober fpäter a\ß in einem anbern; bie Stetbefolge 
ifi aber unoeränberr. ©iefe Sabette roirb baber ben Se'fern gewifj tritt* 
fommen fein, gür fettenere fftanjen bat $. (Sprenget in feinem Fl.orae 
Halensis tentamen novmn p. 411 — 6 (plantarum rariorum teaipora 
et loca) junäcjjfl in 9lücfftä)t auf bie fjatte'föe gfora eine febr braua> 
bare Ueberfto)t ber retattoen Slübseit gegeben. 23lii&tenfatenber ber3ier* 
pflanzen u. f. ro. ftnben fto) im 3immer= unb genftergarten »Ott Äart 
^Jaut 33ouö)e unb in feter griebriep Soucpe^ „Sepanbtung ber ty flan* 
jen im 3»nmer unb «einen ©arten. (Berlin'' is^o.) 



Slit^ang. — 23Iüfcten4Mentw. 311 

venia). Ser 2tprifofen&aum (Prunus Armeniaca). Ser Jpuftottig (Tus 
silago Farfara). Ser ©afrcm (Crocus vernus). Ser btcf&tdttertgc 
©teinbred) (Saxifraga crassifolia). 

2T p r i l 

Sie itatienifdje pappet (Populus pyramidalis). Sie fdjroctrje "Pap; 
pc( (Populus nigra). 55er ^firjicfybaum (Amygdalus persica). Sie 
Söirfe (ßetula alba). Sie ^fö^Ungöafterfimfc (Luzula vernalis). Sag 
behaarte Seilten (Viola hirta). Sie 2fct'er<'93ogelmilcb; (Ornitbogalum 
arvense). Sie £dic^e (Pinus Larix). Ser 25urbaum (Buxus seinper- 
virens). Ser ©unbermann (Glechoma hederacea). Sie SDtfftel (Vi- 
scum album). Sag 5)Uld)grag (Antboxantbuni odoratum). Sag ©d)ar-' 
6ocffl*aut (Ficaria Ranuncoloides). Sie 'Jraubenfjpacititfye (Muscari 
botryoides). Sie SBiefenfcfyaumfrefle (Cardamiue pratensis). Sie 
gemeine Söogelmüd) (Ornitbogalum umbellatum). Sie §rulj[inggfd)(i3jTefr 
blume (Primula elatior et officinalis). Ser fßrnigc ©teinbred) (Saxi- 
fraga granulata). Sei' ^irfcfybaum (Prunus avium). See ©auerftee 
(Oxalis acetosella). Sie ^»aitianemone (Anemone nemorosa). Sie 
©taefoeibeere (Ribes Grossularia). Sie fdjtüarje Sinnig ; ober 3(f)(; 
beere (Ribes nigrum). Sie (£berefd)e (Sorbus Aucuparia). Sie 
'PpTaumen unb ^raubenfirfeften (Prunus Padus, lnsititia, spinosa, do- 
mestica, Mabaleb). Sie blaue Sotticcre (Lonicera coerulea). Sie Sjaint 
bucfye (Carpinus Betulus). Set* $e(fenbtrnbaum (Mespilus Anielancbier)* 
Sei* 3tep$fol)l (Brassica Napus). Sie (£i&e (Taxus baccata). Sie 
S&utteiblume (Taraxacum Leontodon s. officinale). Ser efcfyenbldtte* 
riete 2lljorn (Acer Negundo). Sie <£rbbeere (Fragaria vesca). Sie 
^etbetbeere (Vaccinium Myrtillus). Sie ^uf)6(utne ober ber ©umpf/ 
botter (Caltba palustris). Sag ©tiefmuttercfyen (Viola trieoior). Sag 
©ingrün (Vinca minor). Sie (£fd)e (Fraxinus excelsior). Sie ^cüfer* 
frone (Frittillariaimperialis). Sie 9viiflci*n (Ulmus campestris, effusa). 
Ser SMrnbaum (Pirus communis). Sie ^orneltufdK (Cornus ma- 
scula). Ser ^o^hüurjelige ßerebenfporn (Corydalis cava et bulbosa). 
Sie n>ei|se unb bic purpurrote Steffel (Lainiuin album et purpureum). 
Ser §rui)(inas;@dnfefuj (Potentilla verna). 

ceyx ■ 
f*. a h 
Sie 2U)orne (Acer Pseudoplatanus, Platanoides et campestris). 
Ser ^raubenfyollunber (Sambucus racemosa). Ser ©alep (Orchis 
Morio). Sie gemeine %cfenfirfd)e (Lonicera Xylosteum). Sie gamaw 
bevbldtterige ©pierftaubc (Spiraea cbamaedrifolia). Ser porige ©im 
jfer (Genista pilosa). Ser 9\übenfoijl (Brassica Rapa). Sie Ätcfer 
unb bk keimte (Pinus sylvestris, Abies). Sag Sßatbfcepterfraut (Pe- 
dicularis sylvatica), Sie Einbeere (Paris quadrifolia). Sie ecfyte %SiM; 



312 In&cmg. — .©tii$tett*Menb«. 

btume (Convallaria majalis). Sie Sieben (Quercus pedunculata et 
Robur). Sie Söuclje (Fagus sylvatica). Ser Apfelbaum (Pyrus Ma- 
lus). SctS @^6Hfraut (Cbelidonium majus). Ser. 2Balnujj6aum 
(Juglans regia). Sie abenbldnbifcfye Platane (Platanus oeeidenta- 
lis)- ©et' gemeine $u'ebee (Syringa vulgaris). Sei* Sötafen&aum 
(Colutea arborescens). SaS tt)flf)i*e ©etßblatt (Lonicera Caprifolium). 
5Die 'Ptmpei'ttuf? (Stapbylea pinnata). Sie SBerberi|e (Berberis vul- 
garis). Set: SBetjjborn (Crataegus Oxyacautba). Sie SBadjljolbet 
(Juniperus Sabina et vulgaris), Sie beutfcfye fioiticeve (Lonicera Pe- 
riclymenum). Sei' 2(lpenwegboi*n (Rbamnus alpina et saxatilis). Sie 
Stojjfrtftanie (Aesculus Hippocastanum). See Söortretfc^ (Borrago 
officinalis). Sei- 95redj<5[Bcgöorn ober ed)te Faulbaum (Rbamnus 
Frangula). Halesia tetraptera. Aesculus Pavia. Cercis Siliqua- 
strum. Sa$ Pfaffen!) tltfein (Evonymus europaeus). Sei* gemeine 
©cfynce&allflTaucl) (Viburnum Opulus). Sie 23efenpfi'ieme (Spar- 
tium Scoparium). Ser @pei)er(ing (Sorbus domesticus). Sei* SBiefen-' 
fal&et (Salvia pratensis). Sie 2ßctnb(ume (Calycantbus fioridus). 
Sie gemeine SBucfyer&lume (Cbrysantbeinum Leucanthemum). Ser 
SÜiaul&eer&aum (Morus alba). Sei' gemeine Siptam (Dictamnus 
albus). Sie gelbe unb bin beutfcfye @cf>tüert(i(ic (Iris Pseudacorus 
unb I. germanica). Sie Ojiitte (Pirus Cydonia). Ser rotfjc Spant» 
Viegel (Cornus sanguinea). Sie J^mtrofe (Rosa cinnamomea). Sie 
UHlbe 2(fajie (Robinia Pseudoacacia). Sie @tc!)tt'ofc (Paeonia offi- 
cinalis). Ser SStntcrroggen (Seeale cereale bybernum). Sei' gemeine 
pfeifen jtfflud) Ober Unechte .3a6mtn (Pbiladelpbus coronarius). Sic 
Mamille (Matricaria Cbamomilla). Sei* ©umacl) (Rbus coriaria). 
Sic 2Benmouti)6ftefer (Pinus Strobus). See fdjroarje ^»ollunbev (Sam- 
bueus nigra). Set* @o(bregen (Cytisus Laburnum). 

See SSeinfloc! (Vitis vinifera). Sef §dt&erginf?er (Genista 
tinetoria). Sic ^imbeere (Rubus ldaeus). Ser fiiegenartige <&tm< 
bei (Gymnadenia conopsea). Sic ©eerofe ober itteifje SOZummel 
(Nympbaea alba). Sie 97e(feiUDUfj (Geum urbanum). Ser beutfd)e 
©infletr (Genista germanica). Sie ^ecfcnrofe (Rosa canina), Sie 
©artetti'ofe (Rosa centifolia). Ser SgVfibßmÜtQev (Cynanchum Yinee- 
toxicum). Saö ©nabenfraut (Gratiola officinalis). Sie ©iegrouTj 
(Gladiolus communis). See V0t[)e §ingcr()Ut (Digitalis purpurea). 
Sei' SUtterfporn (Delpbinium Consolida). SflS 3BintCfgrun (Pyrola 
rotundifolia). Sef (Stfenfjut (Aconitum Napellus). Ser 2(cfe(ei (Aqui- 
legia vulgaris). Sie Söfll't; obet' 'Pfüngßnetfe (Diantbus barbatus). 
Sic 9vainn)cibc (Ligustrum vulgare). 'Sei' $u(penbaum (Lirioden- 
dron tulipeifra). Sic cß&rtfC ^flftanle (Castanea vesca). Sei' @pc(j 



3fo$attg. — 0fym*®$ß0M 313 

(Triticum Spelta). Sei* S?aijcit (Triticum sativum), Sie bocföb&rtige 
©pierftaube (Spiraea Aruncus). Sie ^cfletfte Sfagnntrj (Orchis macu- 
lata). Ser $a(muei (Acorus Calamus). Sie @ra$netfe (Dianfhus Ca- 
ryopbyllus). Sie SBalbrebe (Clematis Vitalba). Sei" Savenbel ober bte 
©ptfe (Lavendula Spica). ©er ^rompetenbaum (Bignonia Catalpa). 
Sie @eifenwur$ (Saponaria officinalis). Ser SBetbertd) (Lytbrum Sa- 
licaria). Sie 93innnötrcu (Eryngium campestre). Sie rufterbl&tterige 
©pierftaube (Spiraea ulmaria). Ser 93a(brian (Valeriaua officinalis). 
Ser Jpomgf (ee (Melilotus vulgaris et officinalis). Sa$ 3ofJannt5?raut 
ober ^artljeu (Hypericum perforatum &c). Sic roeibenbldttertge ©pier* 
ffaube (Spiraea salicifolia). 

3 u i i. 

Sie 2inbe (Tilia europaea). Ser @ted;apfel (Datura Stramonium). 
Sa6 Snlfenfraut (Hyoscyamus niger). Ser .üjfap (Hyssopus officinalis). 
Sie 95ergme(iffe (Calamiutha officinalis). Ser 'Sfjomtan (Thymus vul- 
garis). Ser ©cfyiüarjfummet (Nigella arvensäs). Sag ©arten > "Pfeffere 
fraut (Satureja hortensis). Ser dfyrentragenbe (SijrenpreiS (Veronica 
spicata). Sag £id)tne(fen;3Bou"f'raut (Verbascum Lychnitis). Ser Söud); 
ltmijen (Polygonum Fagopyrum v. Fagopyrum esculentum). Sie @d)af; 
garbe (Acbillea Miliefolium). Ser weibenbldttcrige 2ttant (Inula sali- 
cina). Sei* gebräuchliche 3vaufenfenf (Sisymbrium officinale). Saö Q3fei(/ 
fraut (Sagittaria sagittaefolia). Saö ßeinfraut (Linaria vulgaris). Ser 
Soften (Origanum vulgare). Sie 9ftörc (Daucus Carotta). Ser blaffe 
Saun oberSi6erifc^e^ee(Galeopsis ochroleuca). Sei* Söauernfenf (Ibe- 
ris umbellata et amara). Sie gemeine Sftadjtf'erje (Oenothera bäennis). 
Sie $&rbert'ötfjc (Rubia tinctorum). Ser SBtefenfTorcfyfdwabel (Geranium 
pratense). Sa$ gebrctud)(tdje -3e[)rfraut (Betonica officinalis). Sie 2ßeg; 
lüart (Cycborium Intybus). Ser 93tai)Ö (Zea Mays). Sie Olarbobene; 
biete (Centaurea benedieta). Sie Sujerne (Medicago sativa). Ser SBajV 
ferfettd)el (Phellandriuin aquaticum = Oenantlie Phe|landrium). Saö 
gemeine §rieb(oS (Lysimachia vulgaris). Sie SBalb/Dftiune (Mentha 
sylvestris). Sic S&drenffaue (Beracleum Sphondylium). Ser ^opfen 
(Humulus Lupulus). Ser «£>anf (Cannabis sativa). 

li U g u |t 

Ser^eufeteabbijü (Scabiosa succisa). Saö waljreJjet'jbiattober^ru-' 
bentcnrögcfyen (Parnassia palustris). Sic üogelbecrMdttrtge ©pierffaube 
(Spiraea sorbifolia). Sie ©at'tett''93a(famine (Calsamina hortensis = 
Impatiens Baisamäua). Saö SMlttfraUt (Sanguisorba officinalis). Sag 
SBanbfraut (Parietaria officinalis). Sie gemeine <Spt£f(ette (Xantbium 
strumtirium). Sie <Sammetb(tUne (Tagetes). Sie Aftern (Aster). Sie 



314 Sfaljmtg. — 23tüf)tett^alent>ev. 

©onnenbfume (Helianthus annuus). Coreopsis tinctoria, Silphium. 
Georgina variabilis. JDflg SSMfraut (Verbascum Thapsus). 

© c p t c m 6 c f. 
S^t* tvau&entragenbe SDtaufcöorn (Ruscus raceuiosus). <Da$ ©au* 
fcl'ob (Cyclameu europaeum). Aniaryllis lutea. 5Me ^et'&frjdtlofe (Col- 
chicum autumnale). £>cr Qjpljeu (Hedera Helix). 

O c t o b c t*. 
£5er großblumige äfftet* (Äster grandiflorus). ©er <£trbapfct (Helianthus 
tuberosus). Chrysanthemum indicum L>. 

Sttetatut, 

3um röeitern ©tubium bei- 93otani! entpfebten fia) bem naä) Sßtffenfcbaft* 
lic&Jeit iraa)tenben ^ftanjenfammler fotgenbe Serfe, bte auä) nur &um tyeil 
im Obigen benu^t&aben: Sifc&off, Sebrbua)ber Sotanif, 3 Sbe. in 6 Sbetfen. 
(Stuttgart, 1834—40).— 2Hpb. be (SanboHe, Anleitung jum ©tubium ter 
Sotanif, iiberfefct öon 2tt. ». SSunge, 2. ©be. s°. 2. Stuflage (Seipjig, 1843). 

— 8. ». 3uffteu, Sotantf, überfefet bon Äißling («Stuttgart 1845. JH. 4.). 

— SBitlbenow'ö ©runbrifi ber Äräuterfunbe, neu herausgegeben bon Sinf, 
(Serü'n 1830 — 3. 4 23be. in 8.). — Äunt'b, £anbbuc& ber Sotantf. 1831.8°. 
Linnaei systema vegetabilium , edit. XVI curante C. Sprengel (Got- 
tingae 1825 — 8. 5 voll. 8.). — Pyr. de Candolle, prodromus systeinatis 
regni vegetabilis. (Parisiis & Argentorati. 1824 — 42. 8 voll. 8°. SBirb bon 
Sltpb. b€ SonbOÜe fortgefe^t). — Kunth, enumeratio plantarum omnium hu- 
cusque cognitaruui (Stuttgardiae & Tublngae 1833 — 1843. 5 voll. 8. Sßirb 
fortgefefct.). — Endlicher, genera plantarum seeundum ordines naturales 
disposita. (Vindobonae 1836— 40). — £>offmann, 2)eutfö)!anbÖ gtora. fjtjue 
Stuflage. (Gelangen 3 Sbe. in IC. 27?. $.). — Roth, manuale botanicum. (Li- 
psiae 1830. 3 voll. 12.). — Bluff & Fingerhuth, compendiuin floräe ger- 
manicae. 6 voll. Edit. 2. 1836). — Reichenbach, Flora Germanica excursoria 
(Lipsiae 1830 — 2. 3 voll. 12.). — Koch, Synopsis fiorae Germanicae & Hel- 
veticae. (Editio altera. Lipsiae 1844. 3 voll. 8.), unb baffetbe SBerf beutfa), 
naa) ber erften Auflage (granffurt a.Wt. 1837.); ifi bie befjte beutfä)e gtora. 
Slu^ugc barauö finb: ©efTelben 33erfafTer3 Jafcbenbua) ber beutfa)cn gk»ra 
(Seipjig 1845. 12.) unb ©äjmibt'S glora üon s pommer:i unb 91ügen (<&M* 
tin 1840. 12.); aud^angmann'ö gtoraber beioen ©roübcrjogtbumer -Werflen« 
bürg .(9teujlreli$ 1841. 8.) fcbjtefjt fia) hieran. — Äittet, botanifa)e$ Safäen* 
buä) (Nürnberg 1844. 2. Sbe. 12.). — gafi eben fo unenibebrfia) wie 5coä)'$ 
©pnopftg ift: Nees ab Esenbeck, genera plantarum florae Germanicae. — 
Kunth, Flora Berolinensis. (Berolini 1838. 2 voll. 12.), — D. de Schlech- 
,tendal, Flora Berolinensis (Berolini 1823. 2 voll. 12.). — (?. Stfeper, 
^)reufjen*g ^flanjengattungen ($önig$berg 1839. 12.). — SBimmer, glora 
»On ©Rieften. (2. SlufT. Serlin 1843. 8.). — Sadler, Flora comitatus Pestbin- 
*n*is. (Edit, seeunda. Pesthini 1840. 8.). — Sie einjtg brauö)baren allge* 



Sto^cmg. — Mutete® ctistimi 315 

meinen. $upferiberfe fiates ©iurm's Seutfcblanbö glora in Slbbitbungen naä) 
ber Statur, mit £ert bon £oppe, £o#, Stetcfenbaclj u. 21. nt. — ©cJjfubt'S 
botanifä)ei? £anbbucb (2 »uff. Seipjig 1800. 4 23be. 8.) unb als Supplement 
baju bon bemfelben 5Berf.: £)eutfa)tanb$ frpptogamifclje ©eroäcbfe. — £>aöne, 
2>arfh-Hung unb Beitreibung ber in ber 2lrjneifunbe gebräuc^li^en ©en>ää)fe, 
fortgefe£t bon £lo$f#- (3eber 23b. mit 48 £af. in 4°. foflet 8 Stttfr.; bie 
ctfien 10 25be. Faaft man puftg alt fefyr billig). Itü ganj ausgezeichnetes SBerf. 
— ©utmpet, SBitlbenoro «nb £>apne, 21bbitbungen ber betttfcben £olj= 
arten (23erltn, 1810— 20.2 23be.4°. mit 216 £af.) unb ©uimpel, Otto unb 
f>apne, 2lbbilt>. ber fremben, in 2)eutfä;l. ausbauenden £oljarten (^Berlin 
1830. 1 53b. in 4. $1. 100 £af. — 33ranbt, 9?a£eburg unb WbuS, 
2)eutfcblanbS @iftgeibää)fe (Serttn 1838, 2 33be. 4,). — .Endlicher, icono- 
grapbia generum plantarum (1837. 4.). — Nees ab Esenbeck, genera plan- 
tarum etc. (v. s.). — gerner bie Flora Danica, bie englifct)en SBerfe Dem (£ur* 
tiS unb ©mit&, bie English Botany, bie ^upferroerle bon ©raf SSalbftein unb 
gitaibet, b. Sacqutn, 3ieta)enba$, b. ©cbtec^tenbal; ©Araber, b. ©Prebet, 
SeerS u. bgt. mebjr. — güv bietenigen, roeldje auSianbifä)e @eroää)fe rittet bXoß 
faufen, fonbern felbjl jieljen wollen, empfiehlt ftä) bie „£anbbibltot|)ef für ©art* 
ner unb Stebbaber ber ©artneret" bon $. Souc^e, (£. 3- Sintelmann, 
Segeter, Senne unb X. SKfetner. 



§olgenbe 3 ©attungen finb burefy 23evfel)en im ^ftanjen? 
bcrjeicfyniffe au^gelaffen werben: 

2Cuf ©eite 124. 

(167. a.) Kicandra. SKannötob, SDUnnerfieg. <i?elcr) 5;fpa(tfg/& 
fantig ; ^rone gtodig, gefaltet, mit faß ungeteiltem ©aume, 
blau. Zapfet bom &laftgenJ?e(cl)c eingefebjofien, 3~~5? fäcfye* 
vfg, f lappenlog. p 

3Cuf ©eite 125. 

(176. b.) Mandragora. Alraun, ©tau&gefafje am ©runbe bev&t'dfert 
unb bärtig. Speere l;fdcberig. ©on|t faß wie Atropa. 

2(uf <&z\U 1S7, bor 457, b. Myosurus. 

(457. a) Calliantbemum Sßie Ranunculus. ^ronbldttet* 5—15; 

©taubgefdße Jammer) ; ^arpettea©, faß fugelig, gefdwdbelt. 



316 ^egiftcr suv spffan&etrtaMe. (Ab— Apo) 






$tegifto jur ^)f(anjentaktte '). 



Abies 299 (741). Abietinae 298. Abrotauum & Absinthiura 241 
(687). Abutilon 212 (569). Acalypbeae 277. Acantbaceae 81 (78), 198. 
Acautbus 199 (508). Acer 158 (345). Aceras 265 (760). Acerinae 77 
(33). Acbillea 232 (695). Acbyropborus 254 (615). Acinos 194 (485). 
Aconiteae 1S4. Aconitum 186 (454). Acorus 155 (334). Actaea 183 
(483). Adenopbora 127 (185). Adenostyles 229, 35 (646). Adouis 
187 (458). Adoxa 163 (358). Aegilops 96 (45). Aegopodiutn 137, 
43(230). Aesculus 158 (344). Aetbioneuia 201 , 9(524). Aetbusa 
138, 44 (249). Agave 151 (307). x^gr'unoma 176 (407). Agropy- 
rum 110. Agrosteumia 174 (399). Ägrostfs 98 (70). Aegeiros 306 
(792). Aira 99 (86). Ajuga 190 (471). Alcea 213 (571). Aicbemiila 
116 (125). Alecterolophus 196 (495). Alisnia 157 (342). Alismaceae 
83 (113). Alliaria 205, 7 (556). Allium 153 (326). Alnus 281 
(754). Alopecurus 97 (61). Alsine 170 (385), Alsiueae 76 (27), 171. 
Altbaea 213 (571). Alycsineae 207. Alyssum 202, 8(532). Ama- 
rantaceae 83 (105), 284. Amarantus 284 (759). Ainarylfis 84 (121). 
Ambrosiaceae 82 (98), 2S6. Auientaceae 287. Arnim 137, 43 
(229). Aumiinae 143. Amniopbila 98 (73). Ampelideae 77 (35), 130, 
Ampelopsis 130 (191). Amygdaleae 76 (23), 178. Amygdalus 179 
(415). Auacauiptis 263 (710). Anacyclus 232, 43 (697). Anagallis 
121 (159). Anarrbiuum 198 (507). Aucbusa 120 (141). Andromeda 166 
(371). Andropogoneae 102. Andropogon 96, 102 (49).' Audrosace 
121 (154). Androsaemuui 225 (614). Aüeoioue 187 (459). Anemoueae 
187. Anetbuiu 139, 46 (263). Augelica 138, 45 (244). Ange- 
liceae 145. Angustiseptae 209. Antennaria 240 (667). Autliemidae 
242. Antbemideae 240. Antberais 232, 42 (696). Antbericurn 153 
(324). Antboxautbum 97 (60). Antbriscus 141, 47 (276). Antbyl- 
lideae 217. Autbyllis 218 (5S3). Antirrbineae 80 (77), 197. Antir- 
rbinuui 198 (505). Apargia 255 (622). Aparioe 114 (115). Apera 98 
(71) Apetalae 81. Apium 136, 43 (226). Apocyneae 81 (87), 125. 

. 

») £>ie ntdjt in klammern bcftnblt^en buntem geben frie ©eüenjafrt cm, 

feie in Älammcvn gefc^loffenen finfc t>ie faufftiben SNummi bcv gamificn 

cm Gattungen. 



«Regler aut ^ffoitjetttaMe. (Apo—Cam) 317 

Äpocynum 135 (214). Äposeris 229, 53 (645). Aquifoliaceae 81 
(81) 117. Arabideae 206. Arabis 205, 6. (551). Araliaceae 132. 
Arbutus 167 (373). Arcbaugelica 137, 45 (241). Arctostapbylus 167 
(372). Aremonia 176 (408). Arenaria 171 (391). Arethüseae 267. 
Aretia 121 (156). Aristolocbia 268 (733). Aristolochieae 81 (90), 
268. Armeuiaca 179 (417). Armeria 150 (302). Arinoracia 203, 8 
(541). Amica 231, 44 (679). Arnoseris 228, 53 (643). Aroideae 84 
(127), 270. Aronia 180 (424). Aronicum 231, 44 (677). Arrbenaterum 
99 (83). Artemisia 232, 41 (687). Arteinisieae 241. Artocarpeae 274, 
80. Artocarpi SSO. Aruin 270 (739). Arundo 99 (79). Asarinae 81 
(90), 268. Asarum 176 (404). Asclepiadeae 81 (88). Asparageae & 
Asparaginae 84 (125) 162. Asparagus 152 (315). Asperifolieae 79 
(64) 119. Asperugo 119 (136). Asperula 114 (113). Aspbodelus 153 
(325). Aster 231, 6 (671). Asteriscus 233, 7 (699). Asterocepbalus 
113 (106). Asteroideae 235. Astragaleae 221. Astragalus 221 (598). 
Astrantia 136, 43 (221). Atbamantba 139, 44 (255). Atragene 188 
(462). Atriplex 2S5.(760). Atriplicinae 285. Atropa 125 (176). Auri- 
nia 208 (532). Avena 99 (82). Azalca 125 (172). 

Baldingera 102. Ballota 191 (475). Balsaminae 76 (21) 128. Bal- 
samita 241 (686). Barbarea 205, 6 (550). Barkbausia 260 (638). Bart- 
sia 196 (496). Bellidiastrum 231, 6(675). Bellis 231, 6 (683). Berbe- 
rideae 75 (1), 114. Berberis 151 (303). Berteroa 202 (532). Berula 
137, 43 (238). Beta 134(209). ISetonica 192(483). Betula 293 (771). 
Betulaceae 292. Betulinae 83 (110), 293. Biasolettia 141, 7 (282). 
Bidens 232, 3, 9 (692). Bidentideae 239. Bifora 142, 8 (288). Biscu- 
tella 201, 9 (521). Bismalva 212 (570). Blituin 134(212). Bonjeania 
219 (588). Boraginae 79 (64), 119. Borago 120 (140). Boucbaea 275 
(747). Bracbypodium 101 (100). Brassica 206, 7 (562). Braya 205, 
7 (552). Briza 101 (97). Bromeliaceae 84 {123). Bromus 101 (101). 
Bryonia299 (773). Puffonia 117 (129). Bulbocapnos 214 (573). Bul- 
bocodium 152(318). BulSiarda 118 (133). Buniadeae 210. Bunias 200, 
10 (515). Bunium 137, 43 (232). Bupbtbalmum 233, 7 (700). Bupleu- 
rum 136, 44 (224). Burmeistera 269 (734). Butomeae 84 (116). Bu- 
tomus 164 (361). Buxeae 278. Buxus 278 (749). 

Cacteae 77 (42), 177. Cactus 177 (411). Caesalpineae 75 (7). 
Cakile 201, 10 (519). Cakilinae 210. Calamagrostis 98 (72). Cala- 
mintha 194 (485-6). Calcitrapa 248 (702). Calendula 233, 46 (705). 
Calendulaceae 245. Calenduleae 246. Calepina 200, 10 (513). Calla 
271 (740). Calliantbemum 315 (457 a.). Calliopsis 239. Call itricbe 209 
(735). Callitricbinae 82 (93). Calluna 159 (350). Caltba 185 (446). 
Calycantbae 78. Calycopetalae 77. Calystegia 124 (166). Camelina 
202. 9 (535). Camelineae 209. Campauula 127 (184). Campanulaceae 
79 (58), 126. Campanulinae 126. Camphorosma 115 (122). Cainpy- 



318 UJegtftev jur $ffonjentaMe. (Can— Cru) 

lospermae 1 47. Cannabideae 304. Cannabinae 279, 303. Caunabis 304 
(786). Capnoides 214 (573). Capparideae 75 (10) 183. Capparis 183 
(437). Caprifoliaceae 79 (63), 128. Caprifolium 128 (187). Capsella 
202, 9 (529). Cardamine 204, 7 (546). Cardaminum 209 (525). Car- 
diaca 191 (477). Carduinae 250. Carduus 229, 51 (652). Carex 273 
(744). Caricinae 95 (272). Carlina 229, 47 (650). Carlineae 247. Car- 
pesium 234. 9 (684). Carpinus 291 (769). Carthameae 249. Carthamus 
230, 49 (662). Carum 137, 43 (233). Caryophyllaceae 171. Castanea 
289 (766). Cataria 191, 2 (479). Caucalinae 147. Caucalis 141, 7 
(272). Caulinia 270 (737). Celastriuae 77 (36), 130. Celtideae 280. 
Celtis 133 (205). Centaurea 233, 48 (702). Ceutaurieae 248. Cen- 
trantbus 86 (2). Centropbyllum 230, 49 (661). Centunculus 113 (110). 
Cephalantbera 267 (730). Cepbalaria 110 (105). Cerastium 174 (398). 
Cerasus 179 (417). Ceratocepbalus 106 (456). Ceratouia 133 (202). 
Ceratophylleae 82 (99). Ceratopbyllum 282 (763). Cercis 166 (36S). 
Cerintbe 120 (146). Cbaeropbyllum 141, 7 (278). Cbaetospora 93, 5 
(31). Chaeturus 192 (477 b.). Cbamaedaphne 166 (370). Chamaeinelum 
242 (696). Cbainaerepes 264 (719). Chamagrostis 97 (62). Cheiran- 
tbus 204, 6 (549). Cbelidonium 182 (434). Cbenopodeae 82 (104); 
133, 285. Cbenopodhmi 134 (211). Cberleria 170 (384). Chlora 159 
(348). Cbondrilla 228, 59 (630). Chrysanthemum 232, 43 (689). 
Cbrysocoma 236 (648). Cbrysosplenium 169 (375). Cicer 223 (606). 
Cicendia 113 (111). Cichoriaceae 252. Cichorium 227, 53 (628). Ci- 
cuta 137, 43 (235). Cimicifuga 184 (444). Cineraria 231, 45 (681). 
Circaea 88 (6). Circaeae 116. Circium229, 51 (653). Cistinae 75(11). 
183. Cistus 183 (440). Cladium 93 (32). Clematis 188 (461). Clino- 
podium 194 (487). Clypeola 202, 8 (531). Cuicus 248 (702). Cnidium 
138, 44 (250) Cocblearia 293, 8 (541). Coelospermum 148. Colcbi- 
caceae 84 (117) 155. Colchicum 136 (336). Coleanthus 97, 105 (58). 
Colutea 220 (594). Comarum 181 (432). Compositac 79 (59) 226. 
Coniferae 83 (112) 296. Conioseliuum 138, 45 (254). Conium 142, 
7 (285), Conringia 207 (557). Couvolvulaceae 81 (82), 123. Convol- 
vuleae 123. Convolvulus 124 (166). Coreopsideae 239. Coriandreae 
148. Coriandrum 142, 8 (287). Corispermum 134 (208). Corneae 
78 (50). Cornus 115 (119). Corouaria 174 (399). Corouilla u. Co-- 
rouilleae 221 (601). Coronopus 201, 10 (522). Corothammus 216 
(579). Corrigiola 148 (292). Cortusa 121 (157). Corvicina 218 (583). 
Corydalis 214 (573). Corylinae 290. Corylus 291 (768). Corymbife- 
rae 239. Coryuephorus 99 (85). Cotoneaster 179 (421). Cotula 232, 
41 (685). Cotuleae 241. Crambe 200, 10 (518). Crassula 149 (299). 
Crassulaceae 75 (3), 118. Crataegus 179 (419). Crepidasrrum 260 (638). 
Crepideae 260. Crepis 228, 60 (638). Crithmum 137, 45 (240). Cro- 
cus 92 (27). Crucianella 114 (112). Cruciferae 75 (9), 200. Crupioa 



«flegijkr jutr ^ffottjetrtaMe. (Cry— Fra) 319 

233, 47 {703). Crypsis 98 (67). Cucubalus 170 (382). Cucumis 299 (774). 
Cucurbita 299 (773). Cucurbitaceae 78 (56), 299. Cupressinae 298. Cu- 
pressus 281 (753). Cupuliferae 83 (107), 288. Cuscuta 135 (218). Cu- 
scuteae 123. Cyanoseris 259. Cyanus 248 (702). Cyclamen 221 (153). 
Cyclolobeae 134. Cydonia 180 (423). Cynancbum 134 (213). Cynara 
229, 50 (654). Cynareae 245. Cynarocepbalae 245. Cynodon 98 (66). 
Cynoglossum 120 (138). Cynosurus 101 (99). Cyperaceae 85 (131), 
92. Cyperus 92, 3 (30). Cypripedium 267 (732). Cytineae 81 (89) 
295. Cytinus 296 (772). Cytisoides 218 (583). Cytisus 217 (580). 
Czackia 154 (328). 

Dactylis 100 (92). Danthonia 100 (88). Daphne 160 (354). Datura 
124 (167)*. Daucus 140, 6 (270). Daucineae 146. D.elphinium 185 (453). 
Deotaria 204, 6 (545). Desinodium 222 (604). Deyeuxia 105. Dictam- 
nus 165 (363). Digitalis 198 (506). Dioscoreae 84 (122). Diospyros 
159 (349). Diotis 278 (750). Diplopappus 236 (671). Diplotaxis 205, 
7 (559). Dipsaceae79 (61), 111. Dipsacus 112 (104). Dorouicum 231, 
44 (676). Dorycniuin 219 (587). Draba 203, 8 (538). Dracocephalum 
192 (482). Dracunculus 241 (687). Drosera 150 (301). Droseraceae 
75 (12), 149. Drupaceae 1S1. Dryas 180 (429). Drypis 148 (294). 

Ebenaceae 81 (80). Ecballion 300 (776). Echinaria 99 (78). 
Ecbinophora 141, 7 (275). Ecbinops 234, 46 (708). Ecbiuopsideae 
246. Echiuospermum 119 (137). Ecbium 120 (147). Elaeagoeae 82 
(102). Elaeagnus 115 (124). Elatine 163 (359). EIatineae77 (41). 
Eleocharis 93, 4 (34). Elsholzia 193 (485). Elymus 96, 109 (43). 
ElyDa 273 (745). Empetreae 77 (34). Empetrum 300 (779). Endy- 
mion 152 (313). Ephedra 308 (797). Ephedreae 297. Epilobium 159 
(347). Epimedium 115 (118). Epipactis 266 (725). Epipogium 265 
(724). Eragrostis 100 (94). Eranthis 185 (448). Eriautbus 96 (48). 
Erica 159 (350 — 1). Ericeae 167. Ericinae 80 (71), 167. Erigeron 
231, 6 (670). Eriuus 197 (501). Eriopborum 93, 4 (37). Eritrichutn 
120 (151). Erodium 211 (567). Erophila 20ß, 8 (538). Eruca 206, 7 
(560). Erucago 210 (515). Erucastrum 206, 7 (561). Ervum 223, 4 
(607, 9). Eryugium 136, 43 (220). Erysimum 205, 7 (557). Erytbraea 
122 (164). Erytbronium 152 (317). Euclideae 210. Euclidium 200, 10 
(514). Eupatoriaceae 234. Eupatorium 229, 35 (647). Eupborbia 268 
(734). Eupborbiaceae 82 (44), 276. Eupborbieae 277. Eupbrasia 196 
(498). Eurotia 278 (750). Evas 234, 7 (707). Evonymeae 100. Evö- 
nymus 130 (192). Exacum 113 (111). 

Faba 224 (608). Facchima 171 (387). Fagopyruin 161 (356). 
Fagus 289 (765). Falcago 218 {584). Falcaria 137, 43 (237). Far» 
setia 202, 8 (533). Fedia 91 (23). Ferulago 139, 45 (259). Festuca 
101 (98). Ficaria 186 (455). Ficastrum 275 (747). Filago 230, 40 
(665). Fimbristylus 93 (35). Foeniculum 138, 44 (245). Fragaria 181 



320 SRegtfler pv fflattjcntaktte. (Fra-Jus) 

(431). Fraugula 131 (193). Fraxinus 89 (12). Fritillaria 152 (316). 
Fumaria 214 (574). Fuinariaceae 75 (15), 214. 

Gagea 153 (320). Galanthus 151 (309). Galasia 227, 56 (624). 
Galatella 231, 6 (672). Galega 220 (593). Galegeae 220. Galeobdo- 
lon 191 (473). Galeopsis 189 (463). Galinsoga 232, 8 (691). Galium 
114 (115). Gastridiuin 98 (76). Gaudinia 96 (44). Gaya 138, 44 (246). 
Genista 216 (579). Genisteae 216. Gentiana 135 (217). Gentianeae 
81 (85), 122. Geraniaceae 76 (32) 211. Gerarrium 211 (566). Geuin 
181(430). Gifola 240 (665). Gladiolns 92 (28). Glastrodieae 265. 
Glaucium 182 (433). Glaax 132 (201). GlecLoma 191 (479). Globu- 
laria 113 (108). Globularieae 79 (67). Glumaceae 85. Glyceria 100 
(95). Glycyrrhiza 220 (592). Gnaphalieae 239. Gnapbalium 230, 40 
(667). Goodyera 267 (729). Gramineae 85 (132) 95 — 6. Granateae 
77 (44), 17S. Gratiola 90 (17). Grosstilarieac 77 (43), 133. Gymna- 
deoia 263 (712). Gypsopbila 169 (378). 

Habenaria 263 (711). Hacquetia 136, 43 (222). Haliantbus 171 
(388). Halimus 285 (761). Halorageae 80 (52). Hedera 132 (197). 
Hederaceae 78 (49). Hedypnois 227, 53 (627). Hedysareae 221. He- 
dysarum 222 (604). Belenieae 238. Heleocharis 93, 4 (34). Belian- 
theae 238. Helianthemum 183 (441). Heliantbus 233, 9 (704). Beli- 
cHrysum 230, 40 (666). Heliotropium 119 (135). Helleboreae 188. 
flelleborus 185 (449). Belmintbia 227, 57 (683). Belosciadium 136, 
43 (225). Hemerocallis 152 (311). Hemerus 222 (601). Hepatica 187 
(459). Heracleum 139, 46 (261). Herminium 264 (717). Beroiaria 132 
(198). Hesperis 203, 7 (542). Beteropogon 96 (51). Hibisceae 213. 
Oibiscus 213 (572). Hieracieae 261. Hieracium 228, 61 (640). Biero- 
cbloa 99 (81). BimantoglossDm 263 (711). Bippocastaneae 76 (22). 
Bippocrepis 222 (602). Bippophae 301 (781). Bippurideae 82 (91). 
Bippuris 86 (1). Bolcus 99 (84). Bolosteura 171 (392). Bomogyue 
230, 5 (663). BoDkenya 171 (388). Bordeaceae 10S. Bordeum 96, 
109 (42). Borminum 190 (468). Bottonia 121 (160). Bugueninia 205, 
7 (558). Bumulus 304 (785). Butcbinsia 202, 9 (528). Bydrocaryes 
116. flydrocbarideae 84 (119). Bydrocbaris 307 (795). Bydrocotyle 135, 
43(219). Bydrocotyleael35,42. Byoseyamusl25(169). Byoserideae253. 
Byoseris 227, 54 (626). Bypecoum 117 (128). Bypericinae 76 (29), 225. 
Bypericum 225 (613). Bypochaeris 226, 54 (615). Byssopus 193 (486). 

Jacea 249 (702). Jasione 126 (181). Jasmineae 80 (73), 88. Jas- 
minura 88 (7). Iberis 201, 9 (526). Hex 117 (130). Illecebrum 132 
(200). Impatiens 128 (188). Imperata 98 (67). Imperatoria 139, 45 
(264). lnula-231, 8 (669). Irideae 84 (120) 92. Iris 92 (25). Isatideae 
210. Isatis 201, 10 (520). Isnardia 1 16 (127). Isopyrum 185 (447). Iteoi- 
deae 287. Juglandeae 83 (108) 287. Juglans 288 (757). Juncaceae 84 
(126). Juncagineae 84 (114), 156. Juniperus 305 (789). Jurinea229, 52 
(657). Jussieae 116, 



Sffegifiet: jur gjffottjentafcefle. (Kit— Mon) 321 

Kitaibelia 212 (568). Knautia 112 (103). Kobresia 273 (745). 
Kocbia 134 (210). Koeleria 100 (91). Koniga 203, 8 (539). 

Labiatae 79 (65), 189. Laburnum 217 (580). Lactuca 228, 58 
(633). Lactuceae & Lactucinae 257. Laelia 210 (515). Lagurus 98 
(68). Lamarckia99 (82). Lamium 190 (472). Lampsana 228, 52 (644). 
Lappa 229, 51 (658). Lappago 97 (54). Lapsana v. Lampsana, La- 
rix 299 (741). Laserpitium 140, 6 (269). Lasiagrostis 98 (74). La- 
tbraea 196 (492). Latbyrus 224 (609). Latiseptae 207. Laurineae 82 
(100). Laurus 164 (360). Lavandula 189 (465). Lavatera 212 (517). 
Ledum 165 (365). Lcersia 97 (57). Legumiuosae 216. Lemna 87 (5). 
Lemnaceae 85 (130). Lens 224 (609). Lentibuiarieae 80 (69). Leon- 
rodou 227 (622). Leontopodium 240 (667). Leonurus 191, 2 (477). 
Lepia & Lepidiastrum 209 (525). Lepidinae 209. Lepidium 201, 9 
(525). Lepigonum 170 (386). Lepturus 96, 109 (39). Leucanthemum 
243(689). LeucoTuin 151 (308). Leucorcbis 263 (713). Levisticum 
138, 45 (247). Libanotis 138 (253). Ligularia 231, 45 (678). Liguli- 
florae 252. Ligusticum 139,. 44 (257). Ligustrinae 88. Ligustrum 89 
(8). Liliaceae 84 (124). Liliusn 153 (322). Limnantbemum 122 (163). 
L'imodorum 267 (731). Limosella 198 (502). Linaria 198 (504). Li- 
narieae 197. Lindernia 198 (503). Lineae 76 (30), 117. Linnaea 199 
(509). Liuosyris 229, 36 (648). Linum 150 (300). Liparis 265 (721). 
Listera 266 (727). Litbospermum 120 (149). Littorella 276 (748). 
Lloydia 153 (323). Lobelia 126 (180). Lobcliaceae 78 (57) 126. Lo- 
bularia 203, 8 (539). Loeselia 265 (721). Loliuin 96 (41). Lomato- 
gonium 135 (216). Lomentaceae 210. Lonicera 128 (187). Lorantba- 
ceac 78 (54). Lorantbus 151 (305). Loteae 216. Lotus 219 (590). 
Lunaria 202, 8 (530). Lupinus 217 (581). Lupulinae 303. Luridae 
122. Luteola 177 (409). Luzula 155 (333). Lycbnis 174 (399). Ly- 
cium 125 (175). Lycopsis 120 (142). Lycopus 90 (19). Lysimacbia 
121 (158). Lytbrarieae 76 (20). Lytbrum, 176 (406). 

Maiantbemum 115 (121). Malabaila 141, 7 (280). Malachium 174 
(397). Malaxideae 265. Malaxis 265 (723). Malcolmia 205, 7 (554). 
Malopeae 212. Malus 179 (422). Malva 212 (570). Malvaceae 76 (17). 
212. Malveae212. Mandragora 315 (176). Marrubium 190 (466). Maruta 
243 (697). Matricaria 232 ; 43 (688). Mattbiola 203, 6 (543). Medicago 
218(584). Melampyrum 196 (499). Melaodrium 174 (399). Melanonapy 
206, 7 (563). Melantbiaceae 155. Melica 100 (90). Melilotus 219 (586). 
Melissa 193 (487). Melittis 192 (480). xMentha 193 (484). Menyantheae 
122. Menyanthes 122 (162). Mercurialis 307 (794). Mespilus 179(420). 
Meum 138, 44 (243). Microcala 113 (111). Micromeria 194 (488) 
Micropus 233, 7 (706). Miliaceae 103. Milium 97 (55), 103. Moebrin- 
gia 171 (390). Moenchia 173 (394). Molinia 100 (96). Molospermum 
142, 7 (283). Momordica 300 (776). Monardeae 195. Monocotyledo- 

21 



322 SÄegifter m ^flanjentaMe. (Mon— Phy) 

neae S3: Monopetalae 78. Monotropa 165 (364). Monotxopeae 77 
(39), 168. Montia 91 (24). Moreae 275, 80. Monis 2S0 (752). Mulge- 
dium 228, 61 (635). Muscari 152 (314). Myagruin 200, 10 (516). 
Mycelis 25S (633). Mygalurus 108 (98). Myogalum 154 (330). Myo- 
sotis 120(150) Myosurus 187(457). Myrica 302 (784). Myricaria211, 
(565). Myriceae 83 (111), 294. Myriophyllum 281 (755). Myrrbis 141. 

7 (281). Myrtaceae 78 (46), 17S. Myrteae 177. Myrtillus 160 (353). 
Myrtus 17S (413). 

Najadeae 85 (129), 270. Najas 270 (737). Narcissus 151 (310). 
Nardoideae 108. Nardus 96 (40). Nartbecium 154 (327). Nasturtium 
204, 6 (547). Neottia 266 (726). Neottieae 266. Nepetä 191 (479). 
Nerium 125 (174). Neslia 200, 10 (512). Nicandra 315 (167). Nico- 
tiana 124 (ISS). Nigella 185 (451). Nigritella 264 (715). Nissolia 224 
(610). Nonnea 120 "(143). Notorrbizeae 207. Nucamentaceae 200, 10. 
Nupbar 184 (443). Nympbaea 184 (442). Nympbaeaceae 75 (14) 184. 

Ocimuml89 (464). OdoDtairheua 208 (532). Odontites 196 (498). 
Oenanthe 138, 44 (251). Oenotbera 158 (346). Olea 89 (10). Ole- 
aceae 80 (74), 88. Oleinae 88. Olyrcae 101, 274, Omphalodes 120 
(139). Onagrarieae 78 (51) 116. Onagreae 116. Onobrycbeae 222. 
Oüobrycbis 223 (605). Ouonis 217 (582). Ouopordon 229, 50 (649). 
Onosina 120 (145). Opbrydeae 263. Opbrys 264 (718). Oporina 255 
(622). Opuntia 171 (411). Orcbideae 84 (128), 262. Orcbis 263 (709). 
Origanura 195 (490). Orlaya 140 (271). Ornitbogaluin 154 (329). 
Ornithopus 222 (603). Orobaucbe 195 (491). Orobanclieae 80 (75), 
195. Orobus 224 (609). Ortboploceae 207. Ostericam 137, 45 (242). 
Ostrya 292 (770). Osyris 300 (778). Oxalideae 76 (31) 175. Oxalis 
170 (400). Oxycoccos 160 (353). Oxyria 155, 7 (335, 41b?). Oxytro- 
pis 221 (597)/ 

Padus 179 (418). Paederota 90 (15). Paeonia 184 (445). Paeo- 
niaceae 188. Paliurus 131 (195). Pallenis 232, 7 (698). Paniceae 103. 
Pauicum 97 (52), 103. Papaver 182 (436). Papaveraceae 75 (8), 182. 
Papiliouaceae 75 (6), 216. Pafideae 162. Parietaria 115 (123). Paris 
162 (357). Parnassia 149 (297). ParoDyclria 132 (199). Paronycbieae 
76 (28) 110. Passeriua 160 (355). Pastinaca 139, 46 (262). Pedicü- 
laris 198 (494). Pettaria 202, 8 (530). Pepiis 151 (304). Peristylus 
264 (714). Persica 179 (422). Petasites 230, 5 (664). Petrocallis 203, 

8 (537). Petröselinum 136, 43 (228). Peucedaueae 145. Peucedanum 
139, 45 (265). Pbaca 221 (596). Pbaenopus 258. Pbalaris 97, 101 
(59). Pbaseoleae 224. Pbaseo'ms 225. Pbellandrium 144 (251). Pbila- 
delpbeac 78 (47), 178. Philadelpbus 178 (412). Phillyrea 89 (9j. 
Pbleurii 97 (63). Pblomis 191 (476). Pboenixopus 258 (633 a). Pbrag- 
mites 99 (80). Phyllolobeae 216. Pbysalis 125 (177). Pbysocatflos 
141, 7 (279). Pbyteuma 127 (183). Pbyrolacca 175 (403). Pbytolac- 



gteflijftt aur ^jfonaetitaMe. (Pic— Sca) .523 

ceae 83 (106). Picea 299 (741). Picridium 228, 57 (636). Picris 227, 
56 (621). Picrosieae 261. Pimpinella 137, 43 (234). Pinardia 232, 44 
(690). Pinguicula 89 (13). Pinus 271. 98 (741). Piptatberum 97 (56). 
Pirola 165 (366). Pirolaceae 77 (40), 168. Pirus 179 (422). Pistacia 
304 (787). Pisura 224 (611). Plantagineae 80 (70), 276. Plantago 
113 (109). Plataneae 275, 80, 94. Patantbera 264 (714). Plataous 
294. Pleurorhizeae 206. Pleurospermum 142, 7 (286). Plumbagineae 
79 (66), 121. Plumbago 121 (152). Poa 100 (93). Podospermum 227, 
55 (619). Polemoniaceae 81 (84), 123. Polemonium 123 (165). Poly- 
carpeae 111. Polycarpon 110 (102). Polyeneraum 92 (29). Polygala 

215 (575). Polygaleae 80 (72), 215. Polygonatura 125 (312). Polygo- 
neae 82 (95). Polygonum 161 (356). Polypetalae 73. Polypogon 98 
(69). Pomaceae 78 (45), 179, 82. Populus 306 (792). Portulaca 176 
(405). Portulaceae 76 (26). Potameae 84 (115), 118. Potamogeton 
118 (134). Potentilla 181 (433). PotentiUeae 180, 1. Poterium 283 
(758). Prasium 190 (470). Prenanthes 228, 58 (637). Primula 121 
(155). Primulaceae 79 (68), 121. Primella 190 (469). Prunus 179 
(417). Psilurus 96 (38). Pterotheca 227, 60 (625). Prycbotis 137, 43 
(236). Pulegium 193 (484). Pulicaria 231, 8 (669). Pulmonaria 120 
(148). Pulsatilla 187 (459). Pulsatilleae 188. Punica 178 (414). Py- 
rethrum 244 (688). Pyrola & Pyrus v. Pir. 

Quercinae 289. Quercus 290 (767). 

Radiola 118 (131). Ranunculaceae 75 (2), 184. Ranunculeae 186. 
Ranunculus 186 (455). Rapbaneae 210. Rapbanistrura 210 (544). 
Raphanus 204, 10 (544). Rapistrura 200, 10 (517). Reseda 176 
(409). Resedaceae 75 (5). Rhagadiolus 228, 52 (642). Ruamneae 
76 (19), 130. Rbamnus 130 (193). Rhinanthcae 80 (76), 196. Rbinan- 
tbus 196 (495). Rbödiola 306 (793). Rhododendron 166 (369). Rho- 
doraceae 168. Rbus 148 (289). Rbyncbospora 93 (33). Rbyncbospo- 
reae 94. Ribes 131 (126). Riciueae 277, 95. Ricinus 295. Robinia 220 
(595). Rosa 180 (427). Rosaceae 75 (4), 180. Roseae 180. Rosiflofae 
181. Rosmarinus 90, 195(20). Rottboelliaceae 109. Rubia 114 (116). 
Rubiaceae 114. Rubus 180 (428). Rudbeckia 239. Rumes 157 (341). 
Rüppia 86 (3). Ruscus 308 (798). Ruta 165 (362). Rutaceae 77 
(37), 164. 

Sagina 174 (395). Sagittaria 282 (756). Salicinae 83 (109), 287. 
Salicornia 87 (4). Salix 300 (777). Salsola 133 (206). Salväa 90, 
195 (21). Salzwedelia 217 (580). Sambuceae 128, 48. Sambucus 149 
(295). Samolus 126 (179). Sanguisorbeae 82 (96), 115. Sanguisorba 
116(126). Sanicula 136, 43 (223). Saniculeae 143. Santalaceae 82 (92). 
Santolina 232(694). Saponaria 170(381). Sarcolobeae223. Sarotbamnus 

216 (578). Satureia 194 (489). Satureinae 194. Saussurea 229, 47 (659), 
Saxifraga 169 (367). Saxifrageae 78 (52), 169. Scabiosa 112 (106)'. 

•21* "' • 



324 Ütegtfier w fffonjentaMe. (Sca— Toz) 

Scandicinae 147. Scandix 144, 7 (277). Scariola 259 (633). Scheer- 
bartbia 224 (610). Scheuchzeria 156 (340). Schoberia 134 (207). 
Scboeuus 93, 5 (31). Schollera 160 (353). Scilla 154 (331). Scirpus 
93, 4 (36). Sclerantheae 86 (103). Scolyinus 228, 52 (641). Scopolina 
125 (170), Scorpiurus 222 (600). Scorzonera 227, 56 (618). Scorzo- 
nereae 254. Scrophularia 197 (500). Scutellaria 192 (481). Seeale 96 
(47), 110. Securidaca u. Securigera 221 (599). Sedum 175 (401). 
SeliDum 138, 45 (248). Sempervivum 177 (410). Senebiera 201, 10 
(522). Seoecio 231, 45 (680). Senecioneae 244. Senecionideae 238. 
Serapias 264 (716). Serratula 229, 51 (660). Serratuleae 251. Seseli 

138, 44 (252). Seselinae 144. Sesleria 99 (77). Setaria 97, 103(53). 
Sherardia 114 (114). Sibbaldia 149 (298). Sideritis 190(467). Silaus 

139, 44 (25S). Silene 170(383). Sileneae 76 (24), 171, 2. Siler 140, 
6 (268). Sileriaae 146. Siliculosae 207. Siliquosae 206. Silybeae 250. 
Silybum 229, 50 (655). Sinapis 206, 7 (564). Sison 137, 43 (231). 
Sisyrobrieae 207. Sisyinbrium 205, 7 (555). Siuin 137, 43 (239). 
Smilacina 115 (121). Sinilax 305 (790). Smyrneae 147. Smyrnium 
142, 7 (284). Solanaceae 81 (86) 124. Solaneae 125. Solanum 126 
(178). Soldanella 122 (161). Solidago 231, 7(673). Soncbus 223, 
57 (634). Sorbus 180 (425). Sorghum 96 (50). Soyeria 228, 61 (639). 
Spargauiura 272 (743). Spartina 98 (65). Spartium 216 (577). Spe- 
cularia 127 (186). Spergella 173 (395), Spergula 174 (396), Spina- 
cia 302 (783). Spiraea 180 (426). Spiraeaceae 180, 1. Spirautbes 
266 (728). Spirocarpos 218 (584). Spirolobeae 133. Stachys 191 
(474). Sfaehelina 229, 47 (651). Stapbylea 148 (290). Stapbyleaceae 
130. Statice 150 (302). Stellaria 171 (393). Stellatae 79 (60), 114. 
Stenactis 231, 6 (674). Sternbergia 151 (306). Stipa 98 (75). Stra- 
tiotes 308 (796). Streptopus 153 (319). Sturmia 265 (721). Subula- 
ria 203, 9 (540). Subularieae 209. Succisa 112 (106). Swertia 135 
(215). Sympbytum 120 (144). Synclistae 210. Syrenia 205, 7 (533). 
Syringa 89 (11). 

Tamariscineae 75 (13), 211. Tamarix 148 (291). Tamus 306 
(791). Tanacetum 232, 41 (686). Taraxaceae 259. Taraxacum 228, 
59 (632). TarchonaDtbeae 237. Taxinae 297, 8. Taxus 304 (788). 
Teesdalia 201, 9 (523). Telekia 233, 7 (701). Telephium 148 (293). 
Terebiuthaceae 76 (25), 304. Tetragonolobus 220 (591). Tetralix 
159 (351). Teucrium 191 (478). Tbalamantbae 79. Tbalamopetalae 
73. Tbalictrum 187 (460). Thapsieae 146. Thelygonum 285 (762). 
Thesium 133 (203). Tblaspi 202, 9 (527). Thlaspideae 209. Tbrin- 
cia 227, 54 (620). Thuya 298. Thymeleae 82 (101), 160. Thymus 
197 (484, 5). Thysselinum 146 (267). Tilia 183 (439). Tiliaceae 76 
(18), 183. Tillaea 118 (132). Tofieldia 156 (337). Tommasinia 140, 
6 (266), Tordylium 139, 46 (260). Torilis 141, 7 (274). Tozzia 196 



sflegtjto w ^ffottjentabeffe. (Tra— Zyg) 253 

(493). Tragopogon 227, 55 (617). Tragus 97 (54). Trapa 115 (120). 
Tribulus 166 (367). Tricliera 112 (103). Trichonema 92 (26). Tri. 
dens 100 (89). Trientalis 158 (343). Trifolieae 218. Trifolium 219 
(589). Triglocbin 156 (339). Trigonella 219 (585). Trinia 136, 43 
(227). Triodia 100 (89). Tripolium 236 (671). Triticum 96, 109 
(46). Trixago 196 (497). Trochiscantlies 139, 44 (256). Trollius 
185(450). Troscbelia 98, 105 (73). Tubuliflorae 234. Tulipa 153 (321). 
Tuniea 170 (379). Turgenia 141, 7 (273). Turritis 204, 6 (548) 
Tussilago 231, 5 (682). Typba 272 (742). Typbaceae 85 (128)- 
271. Tyrimnus 229, 50 (656). 

Udora 301 (780). Ulex 216 (576). Ulmaceae 2S0, 133. Ulmus 
133 (204). Umbelliferae 78 (48), 135. Umbilicus 175 (402). ürosper 
mura 227, 55 (616). Urtica 279 (751). Urticaceae 82 (97), 278. Ur- 
tieeae & Urticinae 279. Utricularia 89 (14). Utricularinae 89. 

Vaccineae 78 (55). 160, 7. Vaccinium 160 (352). Vaillantia 114 
(117). Valeriana 91 (22). Valeriaueae 79 (62).- Valerianella 91 (23).' 
Veratreae 156. Veratrum 156 (337). Verbasceae 81 (83), 197. Ver- 
bascum 125, 97 (171). Verbena 199 (510). Verbenaceae 81 (79), 199. 
Veronica 90 (16). Vesicaria 202, 7 (534). Viburnum 148 (295). Vi- 
cieae 223. Vicia 223 (607). Villarsia 122 (163). Vinca 125 (173). 
Viola 129 (189). Violarieae 75 (16), 129. Viscaria 175 (399). Viscum 
302 (782). Viteae 77 (35), 130. Vitex 199, 511. Vitis 130 (190) 
Vulneraria 218 (583). Vulpia 108 (98). 

Wablenbergia 127 (182). Wiborgia 238 (691). Willemetia 228, 
60 (631). Wulfenia 90 (18). 

Xantbium 286 (764). Xerantbemeae 246. Xerantbemum 232, 47 
(693). 

Zacyntha 227, 60 (629). Zablenbrucknera 169 (367). Zannicbel- 
lia 270 (738). Zea 274 (746). Zilleae 210. Zizypbus 131 (194) 
Zostera 270 (736). Zygopbylleae 77 (38), 166. 

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<£ttt>a$ über einige anatomifäe Präparate. 327 



Dxm i>*r (Emrtdjtuitfl }ooioQifd)tx öamwlun^tt mtö ter 
Confeniattoji cmatotttifcijw Präparate. 



g$on bett &pitituvfen obet itaffett ^atttmlimgett uttf) 
fcpit einigen anatomtf^eit Präparaten u* f, h>; 



<£ r jl e $ Kapitel 
€tt»as über ctnijje anatomtfdje |häparate. 

gur Anfertigung anatomifcfyer 'Präparate xffc ein anatomifc^eö 33e> 
fteef unerläßlich ; bafTefbe muß enthalten: «•») 6 ©falpelle, worunter 2 
gcrabfcfyneibige, feinere, für feinere Sevgtieberungen, bte übrigen h babm 
um nad) ber @ptf?e ju fdjnell auftvdrtö gef rammte ©cfjncibe; b) ein 
.fnorpelmeffer ober biefereß, grobes ©falpel; c) eine «Speere, beren 
eines SSlatt l'pifetg, bas anbere ffumpf i(l; d) 2 ^pin^etten von etwas 
ungleicher ©röße unb ©tarf'e, mit 1"' breiten, innen (jum §efrr)n(ten bw. 
nenben) gereiften ©püjen; e) eine .£>ol)lfonbe von ©tat)( unb eine feine 
Sifcbbcinfenbe; f) einen ^u6u(u6 mit einem ^>al)nc jum2lufblafenven.£öl); 
len unb banalen; g) 2 boppclreober SftusfeU) allen jur SÖefcjfigung ber 
'Jljetle inbefonberen Sagen; h) 2 einfache Jpafen; i) einige gerabe unb ge* 
bogene .^cftnabeln. Außerbem braucht man nod) bei fefjr vielen nanatomü 
fcfyen Arbeiten folgenbe ^nfffumente: a) einefleine Söogenfagc mit ver* 
fd)iebcnen3Mattcrn; b)eine feine ©djeere, beren Blatter ungefähr 1" lang, 
jtcmlid) fcfymal unb befonbers bünn finb, unb eine anbere abnltdje, bereu 
SMätter aber mit ben «Stielen nid) t in einer $(ud)t liegen, fonöern SSinÜef 
bilben; c) eine fenr feine fleine engtifd)e 'Pinjette unb eine anbere etivas 
größere mit <£d)teber (beweglichem ^nöpfd)en), woburd) bte (£nben an ein; 
anber gefebfoffen gehalten werben; d) mef)re ^iiocfjenmcffer von ver* 
fdnebener ®r6pe unb Starte; e) einen deinen Jammer neb|l fleinen 



328 <£tm$ üBcr einige anatonufdje Präparate. 

SDfci&efo; f) SDiafilab unt $ivUl; g) einige Supen; b) ein Sfttfroffop ; 
i) einige ©taarnateln. SDemnäcljft ftnb nod) folgenbe ©egenfttnbe von 
97u|cn: ein Abjieljeitetn nebft @tretd)riem, ein 33abcfd)wamm, einige 
Jjaarpinfel, ein 'Sud) jutn Söebccfcn beö 'Präparates : unb zin eigener 
aus SBadjstaffet ober SBadjölctnwanb gefertigter ^räpariranjug um 
bir Söefctymu^ung ber Kleiber ju vergüten. 

Sie Anfertigung ber Präparate lernt man am bebten in ben ^rS* 
varirf&len ber anatomtfcfyen ^fjeater unb SOiufeen, eine fd)rtftüd)e Am 
lettung ifl fyier tud)t jureidjent. <Sefjr fd)d£bare Bemerkungen fi'tr ben 
mefyr ober minber ©eübten fünben ftd) in mehren neueren ^anbbüdjern 
ber menfd)(td)en Anatomie, namentud) in £autl)'s neuem ^anb&udje 
ber prafttfd)en Anatomie («Stuttgart unb £etp*ig, 1835, 2 S5be. 8°.) 
unb in .^tlbebranbt'ö ipanbbud) ber Anatomie bes ^ftenfdjen, Ijer; 
ausgegeben von <l. §. SBeber (23raunfd)wetg 1830—2, 4 35be. 8.). 
Ueber i>a$ 'Prdparircn t;aben wir bafyer Ijier nichts ju fpredjcn, fo weit 
eö ben praftifd)en Anatomen allein angebt; nur bk Anfertigung von 
beteten unb bk gerglieberung äujjerft feiner ©egenftdntc, namentltd) 
nieberer 'Sfjiere, ftnb aud) für viele ntcf)t mit ber Anatomie vertraute 
Sftaturatienfammter von Sritetejfe. Sie fünftlidjen ©feiere, b. fy. folcfye, 
an benen bk Änodjen mit einanber in ben ©elenfen butd) 2>ral)t veiv 
'bunben ftnb, fyabzn jwar ifjrcn befonbern 9ftu£en, in ben meiften %aU 
len ftnb iljnen jebod) bie natürlichen, b. !). fold)e, an benen bie 93am 
ber erhalten unb jcbe 23erbinbung bind) JDraI)t vermieten Worten tft, 
bei weitem vorjujie^en. Sie fauberften ofteologifdjen Präparate fertigt 
man, wenn man von bem Präparate junadjjt bk größeren ^Ütugfelpor; 
tionen befyutfam abfcfyneibet, oljne einen ,^nod)en ju verleben ober ein 
9&anb ju jerflören, baffelbc bann in lauwarmes, \Mid)z$ SSaffer legt, 
fo bajj es von tiefem ganj beteeft werte, um es tarin majeriren ju laffen, 
es tann täglich, herausnimmt, fo viel SBcidjtfjetle als ftd) leidet ablöfen 
laffen mit ter duf^erfren 23orfid)t unt 23el)utfamfeit entfernt, tarauf 
Wieber unter SBaffer, bas man idglid) jur Jpdlfte erneuern fann, bringt, 
biß alle 2ßetd)tf)cile fortgenommen fint, es nun im SBaffer mit ©eife 
unb einer weichen Sötfrfte (Baftn&ürfte) vollcnbs reinigt unb cnblid) in 
ter freien £uft in ter nid)t ju Ijet^en <©onne, ,vor ©taub gefd)ü£t, 
bleid)t unt troclnet. — §ur manchen Anatomen i|1 es widrig gute, 
leid)t ju fertigenbe 3njeftionsmafTcn jum ©nfprifeen ber ©cfdße ^u 
fyabcn. Siejepte baju ftnben ftd) in ^tlbebranbt's oben jitirter Anato.- 
mie, 93b. 4, Vorwort ©. 14. unb in fiautlj'g ebenfalls oben genanntem 
SSerfc. 2. 23b., 'S. 471 — 9. 33on ben feineren %njdtkn$maf\m em; 
pfel)len fid) befonberS folgenbe: Ctuecffilbev ober $ftild), weld)e man 
jum ©erinnen bringt, tnbem mnn tas Präparat mit frarfem Cffftg ober 
einer vertönnten mineraltfd)en ©aure bene^t. £eim: man brid)t red)t 
gellen, iurd)fid)tigen 2eim in fleine ©tuefe, unb weicht tavon 1 5:r;eil 



G?twa$ übev einige anatomifdje $pä><wite. 329 

in 3 Slj eilen S?affcr auf, (ö|t ü)n bann bavin über gelinbem Seuer 0« 
ungefdfyr i ©tunbe) gdnjlicl) auf, feilet bte gfüfftgfeit burd) ein wol* 
leneS Sud) unb mifdjt cnblid) bte beliebige §arbe in folgenben 58er? 
l)d(tniffen bei: rotf) — 3^ Zinnober, b(au — 2—3 3"bigo, ober 4 
33erlinerblau, gelb — 24- ©ummtguttd ober ^ötugggelb, fd)ivarj 1 2amt 
penfdjwarj, wetfj — H SMeitvei|3; fowof)l baß %nbi$o, alß aud) ba$ 
©ummtguttd, bas 2ampenfd)tvarj unb baß 23erlinerblau muffen suvor 
mit einer fef)r geringen Stenge SBeingeift abgerieben werben, <£eibelbeer; 
faft: man fod)t ^>eibelbceren 1 ©tunbe f)tnburd) in if)rem eigenen «Safte 
ofjnc SBaffer, feilet ben@aft burd), vermtfd)t if)n frarf mit arabi[d)em 
©ummi unb Eui-j vor bem @ebraucl)e mit ©cfywefelfdure, biß er intenftv 
Ood)retO ift; er erftarrt nad)f)er ju einer gallertartigen €9Iafle; foll er 
fdjtvarj fein, fo gießt man nad) ber <Sd)wefe(fdure ^inreid)enb 2le|anv 
montaf (Liquor Amuionü caustici) fyttiju, bod) tiid)t ju viel, weil fonft 
bie garbe graubraun wirb, unb mifd>t if)m nod) etwaö £ampenfd)war$ 
bei. Serpentin: man mtfcfyt tf)m bie oben angegebenen Farben in jtarfer 
3ftenge bei, nadjöem man fte mit einem fetten Oele angerieben f)at; 
bte §arbfroffe muffen fer>f fein gepulvert ober gerieben fein. — <©el)r 
feine gergueberungen j. 93. von .^nfeften, 93iollugfen, (Smbrwonenu.f. »v. 
werben unter SBaffer vorgenommen, nwburd) man bie Steile fluftuü 
renb unb gefonbert erhalt. 3« biefetn Stvecfe bebarf man meljrer 'Potv 
jelianfcfyaten von verfd)tebener ©roße, beren S3oben man mit 3 Sljeü 
len jinnoberfarbenen 2Bad)S unb 1 Sfyeil rofenfarbigen SBalratfye*? bebeeft, 
unb bie\e Waffen in einem warmen Ofen fcf)meljcn unb langfam ah 
füfjlen lafjt, fo bafj bk 3Bad)Smaffe von bem SBaltatfye vollkommen 
burd)brungen unb gleidjmdgtg gefärbt ift, ben 33oben beß ©efdjjeS 
■\ — \" ^fd) gleid)ma(3ig bebeeft, unb feine SMafen ober 3viffe jeigt, 
fonbern eine vollkommen e&ene öberfldd)e I)at, waß man burd) ftarfeg 
Umrühren wdbrenb baß (©cfymeljem» unb burd) red)t langfameS 2lb?u> 
len erlangt. Sa$ ^rdparat wirb auf bie erfaltete 3Bad)6maffe mit 
bunnen ©tecfnabeln Gjnfeftennabeln) fo befeftigt, bafj biefe bie Unter; 
fudjung unb 'Prdparation ntd)t bef)inbern; el)e man &ur Berglicberung 
fd)reitet, gießt man fo viel vollkommen reinem flareS SÖafTer barauf, bafj 
alle Steile btß ju bcl)anbe(nben ©egenfranbeS unter ber 2ßafferoberf[dd)e 
finb. Supen auf ©cfrcllen, namentlid) auf fleinen S)reifuj3en, unb auf 
eine bünne £)tetaflfdule burd) gegliebertcn Rätter befefttgte £upen ftnb 
meijt bei bergleid)cn arbeiten unentbe^rlid), xoii aud) runbe unb fd)nej; 
benbe Deibeln, fc^r feine Reffet-, ^injetten unb einfad)e jpaücfyen ait 
einem ©tiefe. 2lufbewaf)rt werben foldje Präparate in Söeingcif?, ober 
wenn man bte Arbeit nod) nid)t vollenbet l}at unb weiter fortfe^en will, 
in ^reofotwafTer, inbem -man jene, auf rotl)e 2Bad)6tafcltt mittelft 
©tecfnabeln ober 33el|tad)e(n befeftigt, in baß mit ber (Xonfcrvationö^ 
fliifftäfeit angefüllte ©la^gefdp f!ellt. SKe^re Spiere/ j. 9>. bk SBein* 



330 SBon 2lufbcwaf>vimg, bei* Präparate u. f. tu. 

bcrgfcfynetfe u. bgl. m. laffcn ftd) nur bann fd)öu prdpariren, wenn 
man fte in, biß oben an ben ©edel mit reinem SBaffer angefüllten, 
©efdgen Ijat fterben (äffen. — Qß ließe fiel) r)ier vielleicht noeb etwas 
über bie 2fnwenbung ber 9Mrof£ope fagen, bod) erljdtt man beim 
.taufe etneö guten 3nftrumentc$ (bk @d)iecffd)Ctt ftnb ganj befonberS 
ju empfehlen, bemnddjft bic <}Mö|3ffcl)cn unb Sraunfjofer'fcfjen, ©jeva* 
(ier'fcijen unb 2(mtci'fcl)en) eine genügenbe 2(nweifung gletd) vom iOiecba; 
ntfer mit, unb biefc dnbert fiel) oft je nacl) ber £inrtd)tung beS^nftrumentS. 
Sjk? möge nur bk Söemerfung gemacht werben, ba$ man, will man einen 
miH'offopifctjen ©egenjranb genau fennen lernen, benfelben nicl)t gleich 
mit ben ftarffteti ©lafern betrachten barf, fonbern von ben fd)ivdd)eren 
ju ben ftdrfercn übergebt, ba$ man gemöljnlid) nicl)tö troefen, fonbern 
meift angefeuchtet (woju Ijduftg reines Sßaffer auSreicbt) unter bic Stnfc 
bringt, unb ben ©egenffanb bann in verfdjtebenen Sagen (von oben, 
von bei* (Seite u. f. w.) betrachtet, (iin gutes @d)iecffd)e$ SMroffop, 
mit ®cbrau6enmifrometer u. bgl. m. foflet 180 9vt§(r.; in mannen 
fallen tft ein ©taSmifrometer ben ©djraubenmifromctern vor&ujieljn. 

3 jv e i t c $ Kapitel 
lUon fcer JVufbflDnljrumj bei- Präparate u. f. ta. tu mit < i r liif|*iglu>tt 
gefüllten ©efö^ett. 
Sie ©efdtk, beren man fiel) ju biefem Bwecfe bebient, ftnb von 
weitem ©lafe, ^(inbrifdjer ©effalt/ oben offen, b. I). mit einer eben fo 
weiten SDJänbung \x>k baß ©las fetbjt, unb mit einem etwas abgefd)ltf; 
fenen Sianbe verfemen jur Söefeftigung beß £>ccfclS unb ber SMafe. §üir 
fer>r grope ©egcnjtdnbe ftnb 3pli»bcrg(dfer nid)t l)t'nreid)cnb unb man 
bebtent ftd) l)ier mit Söortheil Giften aus «Spiegelglas; bk <2>d)eiben 
betfelben werben in bk §urd)en eines feiten jinnernen @e|MeS ein; 
gclaffcn unb forgfdltig mit ©lafcrifitt ober beffer nod) mit bem «Peron'fcben 
^itte befefltgt. ©er testete bc|tef)t aus gew6^nltd)em Jpavje, rotljem 
Ocf'cr, gelbem 2öad)S unb Terpentinöl, welche ©ubffanjen jufammetv 
gefcbmolncn werben. @r|l nad) vollkommener €rr)drtung beS Wittes 
ift baß ©efdp ju benuljen. (Sin anberer empfohlener Ritt, welcljer jwar 
nie vollkommen erwartet, aber wegen feiner -Bafyigfdt ben ©urdjgang 
beS SSBemgctfreS verfyinbert, wirb aus elafi'ifcbem «£>arje bereitet, baß 
man auf einem «Sanbbabe fdjmtljt, unb bem man barauf Zala unb $u; 
tefjt gepulverte 'Pfetfenerbe ober .treibe beimtfd)t. 

2>ie glüffigfeit, beren man ftd) in ber SKegel jur 2lufbcwa(jrung 
ber betreffenben ©cgenjtanbe bebient/ ifl SBeingeifr (©pirituö) von 
18° — 24° SSeaume, ju wc(d)em Stvccle man ben verfdufdd)cn ©piri; 
tuß, tvclcbcr boeb meifrviel ju flaut i|l, mit bcftiüirtcm SBafferverbönnt. 
S)te gvöBercn, ftarferen, gröberen föegenftdnbe erforbern einen SJSeingeifl 
von 2-4°, feiten barüber, bk feineren ben 18/grabigen, bk meiften bm 



Söon bei* Aufbewahrung bei* $väparate u. f. w. 331 

von 20°. SOian jjdlt fid) dujjer ben ftdrferen, nur bcn testeten unb 
bringt bie <Sadjen gleich ba hinein; tft ber «Spiritus nod) ju ftaef, fo 
wirb er verbannt. §ür anatomtfcfje Präparate tft eS oft vorteilhaft, 
wenn man nad) 3ftonro's Söorfcfelagc jum SBeingetft etwas ©alpeter* 
ober ©afjfaure (auf 2 w. ©ptrituS 1— 2 Q.uentd)en (Saure) gtejjt, wo; 
burd) nachher bte feinflen @efdfjöertl)eilungcn ftd)tbar unb bk einzelnen 
Safern fef)r beutfie^ werben. 2(ucf> fjat eS ftd> jwecfntÄjjia, ermiefen, 
wenn man bem ©pirttus etwas von einer gefdtttgten 2((aun; unb @a(; 
peterauflöfung betmifd)t, woburd) vcrfjmbert wirb, ba|j bte Präparate 
fo leid)t auSblaffen unb ber SBeingeift eine gelbe trüblid)e §arbe am 
neunte, bte es nötljtg mad)t, ba$ man iljn burd) neuen erfefce. garte 
©egenftdnbc bringt man erft in föwafym S&eingcift, was namentlich 
hei nteberen, ©djteim abfonbernben gieren, $ SO. SOJolluSfen, bann 
auef) fdbfl hei' naeften 2(mpf)ibten unb $tfd)en nötfyig tft. S3ct anatonm 
fd)eu Präparaten jicfyt ber 2(lfoI)ol baS ÖSmafcom aus, woburd) et: 
trübe wirb; hei ©cfyletm abfonbernben gieren bebed't ftcf> bte Sjaut 
mit einer Sage ftd) aUmdlig verbtdjtenben, jdljen @d)leimeS, bef\tn 
dunere SSttolcfeltt ebenfalls ben SSSeingeifi: ttübm. %n betben galten 
muß er bann abgesoffen unb burd) neuen erfefet werben, unb in ben 
fallen, wo ber ju fonfervtrenbe Körper ftd) mit einer fremben Ijautdljm 
liefen ©d)td)t bebeeft, btefe mit einem weichen Jpaarptnfel beljutfam 
entfernt werben. 2e|tere Operation rnui? man öfter wiebcrljolen, ba 
ftd) mcf)rma!s eine, wenn glcid) jebesmal bünnere, ^>aut bilbet. ffiad) 
jebeSmatiger Reinigung fann in ben metften Ratten (ndmltd) ba, wo 
ber ©egenftanö nid)t ju jart ift) etwas ffdrferer SBeingeift genommen 
werben; tft feine Steinigung meljr nötfjig, fo wirb ber Spiritus aufgegoffen, 
ber für immer bleiben foll. Körper von überaus jartem Söau wie metjrc 
^>l)ptojoen (&. 25. £Utalfen, <Süf3WafferpoU)pen u. bgl. m.), bte ©laSljaut 
bei 2lugeS u. f. w. pflegt man, efje fte in SSetngeift gelegt werben, auf 
eine furje 3 cit •" c * nc gefdttigte 2lbfod)ung von ©alldpfeln ju bringen, 
weil btefc gcrbftoffrctd) ft'nb unb baS 2lbfub gleidjfam bte ^)dutc gerbt; 
btefe werben fretltd) baburd) bid)ter unb ftnb bann weniger leidet jer* 
ft6rbar, aber ber ^Srper wirb baburd) nod) unburd)ftd)tigcr unb bejj; 
wegen für eine genaue Unterfud)ung weniger brauchbar, $l)tere mit 
btefer Söebccfung j. 33. 'Panjeiffdjc, @d)tlb£röten, (£tbed)fen legt man 
gleid) in flarfen SBeinget|t, nadjbem man fie vorder ge&orig ah^wa\<i)en 
fyat. — ^aufüg unb fe^r fcwedrmdfjig wenbet man flüd)tige Oele, von 
jugeweife Terpentinöl, jum 2lufbewa^ren von getrockneten Präparaten 
unb von verfd)iebenen nieberen gieren (j. S&. Gordius, Sntojoen 
u. f. w.) an, welche man rcd)t burd)fd)einenb erhalten will; nur barf 
man utdjt mit fitttt ober ^arjmaffen injijirte 5^eile in biefes Oel legen, 
weil in folcfjem §allc burd) baffelbe bk ^njeftion^maffen aufgelöft wer-' 
ben würben, ^ufjerbcm tft ju bemerken, ba$ ^erpent^in&l mit ber 



$on t>er Sfafbewatyrung ber Präparate u. f. w. 

ginge ber geü bitfftöfftg wirb unb eine gelbe §arbe annimmt, wejHjatb 
man e$ von Seit ju Seit ju erneuen f)at. 2Ü?an l)at nod) mehrere an* 
bere gluTft'gfeiten, befonberö gefätttgte ©aljauflöfungen unb unter bw 
fen vorjugsweife fold)e von Kodjfal*,, 2l(aun, efftgfaurcr 2(launerbe 
u. bgt. m. empfohlen, mbeffen ftnb fte nur in bei* bringenbfren 33er(egctv 
f>nt, ba man webet: Terpentinöl, nod) ©pirituS auftreiben fann, m< 
jumenbe«. 

©obalb bk Naturalien in ber für bk Sauer beftimmten Sltffftg; 
feit in ben ©lagjpünbern liegen, fucl)t man fte burd) umgefd)(ungene 
'Pfevbeljaare, an benen man fte aufgesaugt Ijat, an bem Secfet ju 
befeftigen; cö ift gut, wenn bcrfclbe an bei* unteren §(ad)e eine f leine 
üefe fyat, an bie man ba$ -pferbcljaar fnüpft. Ser SDecfel ift meift 
eine runbe ©lagfctyeibe, bte bie Oeffnung btä Sp^'nberglafe^ fjermetifer; 
verfd)tief3t , inbem fte auf ben dXanb beffclben glatt gerteben (matt ge* 
fd)tiffen) ift. ©oll bat Präparat öfter herausgenommen unb genau 
beftebtigt werben, fo befeftigt man ben Secfel nur nod) mit einer fte* 
brigen, im SBetngeifte unauflöslichen 93?affe, welche man erfjalt, inbem 
man 2 3:r)eile Kautfcbuf mit einem Steile 5a(g iufammenfdjmiljt unb 
fo viel fetngcpülvertc treibe r)in*jUfd)üttet, a(3 jur Konftffenj eines 
weichen feiges nßtljig ift. SSraudjt man nicf)t ju fürchten, baj? ber 
SBeingeift an bte Klebmaffe fommt, fo tann man biefelbe nod) billiger 
Ijaben, wenn man fte aug 2 feilen gelbeö Söac^S, 1 ^fyeil burgutu 
bifd)e$ §tc^tenl)arj, ^ Steile .£auimetta(ge$ unb | ^fyetle gewöhnlichen 
Serpentins bereitet, bataus jwifdjen ben Ringern gnlinbef mad)t, unb 
biefe um ben 3tanö beS ©lafeS unb SecfelS anbrtteft. ©oll ba& ©las 
enbttcf) nicf)t wieber geöffnet werben, fo jt'efjt man entweber einfach 
aber ben verklebten ©ecf'el eine feuebte, abgezogene ©cfyweinSblafe unb 
binbet biefe fejt, fo bajj fte antroefrtet, ober mau x>erfcf>fteßt ba$ ©efäfj, 
inbem man ben ©edel bureb, Ritt feftflebt, beffen Subereitung folgenbe 
ifl: 6 Sljeile Kolophonium werben mit 2 ^(jetlen gelben 5Bad)feS jiu 
fammengefd)mo(jen, bann 1 Sljeil venettanifeben Serpentin unb enblid) 
4 Steile gepulverten SMutfrcin, biefer in fleinen Portionen, l)tnjugefe^t, 
Wobei man barauf ju achten fycit, ba$ bie SJiaffe nid)t anbrenne ober 
überfocfye. Sum ©ebraudu» wirb bk edjftrtete Stftaffe burd) Erwärmen 
aufgeweicht, fo fcwifdjen &ia$ unb Secfel aufgetragen, bann mit einem 
Ijeijjen <£ifen geebnet; bk ©lafer muffen aber, el)e man bm Mitt auf; 
tragt, fel)t forgfaltig getroefnet werben, weil er an feuchten ©teilen 
niebt haftet. S^le^t wirb eine SMafe über ben 9\anb gejogen, mit 
Oelfarbe beftrid)en unb bk (Stiquette barauf geflebt. Kleine, fel)r jarte 
©egenftanbe bringt man, efye man fte in ba<$ größere Splinberglaö legt, 
erfl unter 2Beingeift jwifdjen ^xoei U^rgldfer mit an einanber paffen-- 
ben, mit gefdjmoljenem Kautfd^uf beflrid)enen , 9ldnbcrn, unb brüelt 
biefe fefj an einanber; ba$ gefdjmoljene §eberSarj wirb niebt vom UV 



SBött bcr 2lufbema$t:unö ber «Präparate u. f. w. 333 

fofyol aufgel&fh @o rann man bann eine ganje *iO?enge fo(cf;er gefäll- 
ter Uljrgläfer in ein gröjjere$, mit 2Beingeift gefüllte^ <§Maö legen unb 
biefe$ nad) 33elieben auf eine ober bk anbete 2lrt festlegen. — «Sefyliefjf 
lief) wäre noef) ju bemerken, baj? jarte ©cgenftanbe beim 'Sran^porte 
nid)t viel gefdjutteft werben burfen, weit fie fon|t jcrmfjen. <Sd)on 
meljre jartc Spiere- muffen fefjr vorftd)tig gefangen werben, roie viele 
@d)ctbenquatten unb anbere gallertartige ^rjiere. 2(lle bergletdjen %[)itu 
muffen aud), will man ein richtiges bauernöeö S5tlb von iljnen fyahen, 
mit geübter ^>anb genau naturgetreu gejcidjnet unb ausgemalt werben. 
3m «Spiritus jteften fte ftd) fajt immer mefjr ober weniger jufammen, 
fo bafj im unglücklichen galle felbft einige wefentlicfye <£f)araftere btefer 
^Ijiere verffeeft werben fönnen. häufig Ijat e£ ftd) feljr jweefmaßig 
gezeigt, wenn man bergleidjen ^biere, fobalb fte ftd), (ebenb, ganj auö; 
gebebt t)aben, mit ber aufjerften (55efd)winbigfeit plölju'd) in Sßetngetft 
taud)t, wo fte bann frarr auSgeftrecft bleiben; einmal jufammengejogen, 
beljnen fte ftd) in allen tfjrem SBofynorte fremben Stufi'igfeiten ntd)t 
wieber mß, felbft oft nid)t einmal in SBaffer ani einem anbern 93e; 
kalter, wie etwa einem anbern ^tifye ober Sluffe. SSM man berg(eid)en 
5()iere lebenb mit nad) ^aufe nehmen, fo muß man bte mttgenom* 
menen, fd)on porfjer forgfdltig gereinigten §lafd)en nod) mit bemfelbcn 
SBaffer, in weldjem jene ^Ijicre leben, auswafcfyen unb auöfpitlen, 
unb bann mit SBaffer unb iffiafferpflanjen, wo ftd) bk ^tr)tcrc aufljaf; 
ten, füllen. Sftan barf alfo nie ©allerttfjiere (3infuforien, ^3olüpen, 
meljre SBürmer u. bgl. m.) auö verfdjiebenen ©ewdffern in eine §lafd)e 
fammeln, fonbern fte nad) ifyrem Aufenthalte in verfdjiebene Söeljatter 
bringen. 

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— i 1 — . 

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: 
- 



334 SSott ber 3v&miiun$ unb Slufbewo^rung ber Styktt 



3 »» c 1 1 c r 21 fc f d) tt 1 1 1. 
£$i?tt freit irpcfeneit spofogtfcfren (Satnmlungem 



(grfUS tapttel. 
t)0tt ber Jhtbcrettuits u«b (SUtfbertialjruttjj fcer ftd) ia,$u etgttftt&en 
fytyute aus ber jTtnne'fd)en '$&$$* ^ ex Wnxmet. (Vermes = Cormo- 

zoa & Vermes receut. 

Hvti bem Greife ber 3tumpftl)iere unb au$ bei* klaffe ber SBürmer 
fann man nur bie ^rifufarieti un& Koralle ntljiere, bte fyartfdjaltgen 
(£djinobermen, bte ©djalen bei* 2Betd)tljiere (SDMlugfcn obeE 'Palliaten) 
unb bic 9\öl)ren einiger Siingelivörmer troefen aufbewahren: 

1. Sie Sinfuforien unb $orallcntl)tere fönnen ganj, b. I). <Sd)aale 
fammt bem meieren Setbe, getrocknet werben. Sie in biefer Jpinftd)t 
von «Jljrenberg angebellten 33erfud)e Ijabcn ju ben glücl:iid)ften Steful* 
taten gcfüfjrt. Sie ^nfuforien unb Korallen fefjt man vor bem 
$:rocfnen in ein ®efa£ mit reinem flaren, von anbern Körpern ('2Hgen 
u. bgl. m) freiem äBaffer aus bem großen natür(id)en SBaffer&eljatter, 
ber ben 5fjterd)en von ber Statur jum 2(ufentl)a[t angeiviefen ift, ba; 
mit bte ^tljtere nad) bem ^roefnen nid)t von f rem ben Körpern verbeeft 
feien ober fo(d)e iljucn' bod) md)t anfangen mögen. Sie 3nfuforten 
unb einzeln te&cnben, fletnen ^olnpen bringt man bann mit einem 'itrop* 
fen biefeö vollkommen reinen SBafferö auf einen furjen, fcfymalen (um 
gef&fjr 3 " langen, £" breiten), völlig far&; unb blafenlofen unb voll; 
fommen ebenen ©laöftretf, unb jwar auf bte SDcitte beffelben, bamtt 
man iljn bequem auf baß £tfd)d)en beS Sftifroffopeä jur Unterlucbung 
legen fönne. Sftun fud)t man mit einem ^ebermeffer einige biefer tku 
nen @efd)öpfe von ben übrigen abjufonbcrn, entfernt bte übrigen ^fjter* 
d)cn mit bem größten 'Sfyetl btß SBafiertropfenS feljr be&utfam vom 
@lafe unb legt mit ber äugerften «Sorgfalt ein außerfl bünneö, voll- 
kommen farblofeö unb burd)ftd)tigc6 @limmerpl&ttd)en von ber nötigen 
©röjje (ungefafjr 1" lang unb £' ? breit) unb beffen St&nber mit einer 
bannen ©ummiauflöfung nur feljr wenig beftridjen ftnb, auf bk 
©teile bcö ©lafeö, wo bte 'Xfjterd^n ftnb, fo auf, bafj biefe ntd)t im 
minbeften von ©ummt berührt werben fönnen. Stefe Operation mufj 
feljr fdjtteü vor ftd) geben, bamit bk «Stelle beß ©lafeS nod) vom SBaffer 
angefeud)tet fei, weil im anbern §alle bk 5l)icre ftd) jufammengejogen 
Ijaben würben unb aud) bk ©limmerplatte, tveld)e mau nid)t mit ben 



cmS t>ev klaffe Vermes L. 335 

gingern fe|t anbiücfen barf, nid)t überall feft anfd)löffe. 3fl (cfctere 
angetrocknet unb befinben ftd) bk Sfjicrdjcn in jwccfbtenltdjen Sagen, 
fo bewahrt man biefe auf, inbem man ben (S^taöftrcif nun etwas lofe 
— aber bod) ntdjt bis jum herausfallen — in ©etbenpapier, unb bann 
in «Schreibpapier, worauf fid) ber 3?ame, gunbort u. bgl. m. angegeben 
bcfiuben, (egt. SSlit ben meiften ^oraflcn fann man nid)t eben fo ocrfalj* 
ren, bod) aber mit feieren, bk blattbünn finb, wie mcljre glujtren u. bgl. m. 
Sa man aus bm ©trafen ber •Mcnmünbungen bie galjl ber gang* 
arme ber ^oliwcn, wonad) biefe in ben Unterabteilungen (Sünften) 
naef) Familien georbnet werben, erfennen fann, fo muß man, wenn bie 
tf)ürifd)e ©ubjtanj bk gelten »ergebt ober einen Sccfet angezogen bat, fofr 
djen Ueberjug an einem mcl)r ober minber großen Steile beS ^orallem 
ftocfeS entfernen; an feinen übrigen Reiten reinigt man biefen nuruonfrcm/ 
ben 2fnl)dngcn unb erwartet bie tijierifcfye ©ubftanj, inbem man ben $v 
rallen|tamm in ftaif en 2Beingci(t, welchem man etwas ©ublimat beige; 
mifdjt §at, bringt, grembe 2infjdnge u. bgl. m. nimmt man tfyeiis mit 
fcfyarfen gebermeffern, t^ctls mit steinen weichen SBurften unb ^»aarpinfeln 
ob. Sftadjfyer werben bk ^orallenftücfe auf ein 'Poframent befefttgt, bem 
man bie Stiquette anfangt, 2lftinien, 2tfalep!jen, Jjolotljurien unb an.' 
bere biefe, gctüftlofe Soopfyyten fönnen nur in ©pirituS bewahrt werben. 
Sie fertigen Q?d)inobermen G^aar* unb ©eefrerne unb (Seeigel) werben 
fora, faltig gereinigt, unb bann läßt man fie in SBetngeifr abfrerben unb 
etwas erwarten. £)en «Seeigeln nimmt man bk innere ffrifd)tge $)taffe 
aus einer ber beiben Oeffnungcn ber «Schale, unb troefnet biefe forg* 
faltig; beffen ungeadjtet gel)en fel)r l)dufig bk «Stadjeln verloren, welche 
man bann nur mit »ieler SDJüfje burd) anleimen befeftigen fann. 33e; 
fonberS fd)wer follen bk 2(rten ber ©attung Gorgonocephalus (Eu- 
ryale) ju beftanbeln fein. £>tefe %l)ierc finb fdjwcr unbefdjdbigt $u fangen, 
wcßl)alb man babn mit ber größten ^efjutfamfeit ju SBerfe geben muß, 
unb fobalb ik tobt finb, muffen alle gwetge in einem weiten gaffe nad) 
bem £eben naturgetreu ausgebreitet unb bann fd)neH im leid>ten £uft< 
juge an einem red}t gellen Orte, aber nid)t ber brennenben «Sonne auß- 
gefefct, getroefnet werben, of)ne ba$ man fte wdljrenb biefer geit Ut 
rüfyre. 2>aS 'Srocfncn bauert einige 5age. Spahm bie 'Sfiiere einige 
3eit in Spiritus gelegen, fo laffen fte fid) nod) leidster troefnen. 2lm 
beßtenunb für bk wiffenfd)nft(id>e ttnterfud)ung am braud)bar(!en wer; 
ben'fdmmtlid)e goopfjoten mit (SinfdHuß ber (£d)inobermcn in SBein; 
geijt aufbewahrt. — Sßon bm mit ©cfyalcn oerfe^enen 53ZolluSfen ^at 
man minbeftenS »on jeber ©attung ein ^aar 9teprdfentantcn Doöfldn* 
big in ©piritus ju fonferoiren. Sie ©egalen bilbm jebod) ben größe- 
ren 'Sfjeii ber ^Oiolluefenfammlung, weil man fte (eid)ter ^anb^a; 
ben, aud) aus tr>nett t^cilweife ben Söau bcS ^^iereö erfennen 
fann, unb man niebt im ©tanbe ift, große Qüremplare, j. 95. auSge/ 



336 Sßon bev Subemtmto, unb 2tufbewa£runa, ber Zfyittt. 

wacljfene Stiefcnmufdjeln, oljne unnötigen enormen ^oftenaufwanb in 
©piritus ju bewahren. £>ie ©djalen werben von jte verunreinigenben 
2fnl)angen, j. 90. (Srbarten, <^d)lamm, nieberen Q3flatijcri u. f. w v forg* 
faltig mit ©cfywamm, 'Pinfein, weichen SSürflen unb fdxufcn 'SOJeffern 
gereinigt, unb baß meifl in verbotenem ©pirituö getöbtetc ttytv miu 
tetft SpaUn IjcrauSgejogen. ©auren, QLfjlorwaffcr u. bgl. m, bie ani< 
malifct;e ^ubfranj ber ©cfcale angreifenbe unb mit bem &alh ber (en- 
teren fid) verbinbenöe ^lufiTgfeitcn bavf man nid)t jur Sietnigung m% 
men; nur im bringenbften 3?otl)fall fann man fid) auf einen 2(ugenblicf 
verbannter @alpeterfcture jur Steinigung ber glatten §läd)en ber (2>d)afe 
bebienen, muf fie aber fog(eid) wieber mit SSaffer unb Söurjle abf 
wafdjen. 2)ie mit einem <©d)loffe verfefjenen ober anbenvettig verbum 
benen ©djalen, namlid) bk 9Diufd)etn unb äf)n(icl)c, bürfen fte'tö nur 
auf bk angeführte SBeife beljanbelt werben; Ijarte @cf)nccfenfd)a(en oljne 
S>ecfel fann man aber eine %ät lang in lauwarmem SBaffcr (iegen 
lafTen unb bann mit Ijeifem, fetöft fiebenbem, SBaffcr beljanbcln. ©e; 
rabe eben fo wie mit ben übrigen .^oncfyplicn verfahrt man aud) mit 
ben 2Burmr6l)ren, wobei man jebod) bk %avtfytit ober bk @tar£e..§u 
bcrtftfficfytigen Ijat. oft werben bk ^ondjvlten von gieren angebohrt 
unb burcblodjert, namentud) wenn fie oft bebeutenben "Semperaturwed); 
fet unb (Staubanfafe ju erleiben fyaben, unb nod) gefäf)rlid)er wirb 
tljnen eine fdjeinbare grüne (£rbe, wc(d)e fid) in feud)ter Suft fortbilbet 
unb bk organifelje dSubftanj ber @d)ale jerfe^t. .%n beiben pllen ifl 
cß ratfyfam, bk wenigen befd)dbigten ©tnefe mit ©ubümatlöfung ju 
befhreidjen, nad) einiger Seit, weil fie bk ©cr)afc ttwaß angreift, abjiu 
wafdjen unb burd) 2acf ju erfefcen, ben man gehörig vor ©taub ge; 
fiebert troetnen tagt unb er(l nad) Monaten mit ftarfem ©piritug 
wieber fyerunterjieljt. @djled)te (Stücfe, wenn ftc nicf)t all ju feltcnen 
üvttn angehören, wirft man lieber gletd) fort. SDiufdjetn unb @d)neden^ 
fdjalen werben, nad) vollenbetcr Steinigung, n>k bk SOiineralien (f. v.) 
in $ä(fdjen, bk mit Qcttquetten verfemen fmb, in Dermetifd) vcrfd)foffe; 
nen ©etyranfen aufgeteilt; nur einige inö3luge fallenbe Paritäten pflegt 
man jur <2>d)au auf Äommoben Ijortjontal ftefyenben haften unter @la$ 
ju bringen; unb ju gro£e (£remptarc lacfirt man feljr fauberunb bimn 
mit einer ?Öiifd)ung von s D2aftir; unb Xerpentinlacf, fMt fie frei fyn unb 
fegt fie öfter ab. 0ptrituofcn fann man bagegen beliebig in @d)ran£e mit 
©laßt ober i^oljtfyure ober nur in Stepofttorien aufhellen, gerabe, n>k biefj 
ber fpejielle %\vc<£, ben man bei Anlegung ber ©ammlung vor 2fugen ^at, 
erforbert. — ©d)lie^lid) wollen tok nod) bemerken, ba$ man aud) vorge*- 
fd)lagen ^at, bk ^ond)^lien nad) gefd)e^ener Steinigung, namentlid) bk 
(£d)üiobermen in verbünnteö ^alfwaffer ju legen, woburd) fie g(eid)fam 
gegerbt werben follen, fo ba$ fo beljanbelte Seeigel i^re ©tackeln tud)t 
verlieren. S>iefe ^u't^obe fd;eint fe^r berüdfidjtigungöwetl^ ju fein. 



(Sonfewatton t>ev Insecta L. — prüftet:. 337 

3 w c i t c « t a $ i t c I. 
f fltt fcer JÜanferimtian l>er ®l)«re ms tiex ginne'tym &iafte Insecta 

Unter ben ,&onbt)(open tafien fid) bic fleineren, weicljfcbaligeren ta* 
(Icr unb 2frad)noibeen, wie bte ^Parafiten, Slitlbcn, fctbfl ßäufe, Cyclops 
u. f. w. nur in (Spiritus jruccfbtcntic^ aufbewahren; aufgenommen bat 
von ftnb bie \>ßttt<j mifroffoptfeben Sljtere (Rotatoria u. bgl. m.)/ 
weldje man wie bte ^nfuforien «uf ©taSftreifen troefnen fann. Sie 
Söcljanblung ber großem tajlentijiere (3\rebfe unb Krabben mit f>aiv 
ter <Sd;a(e) fjat im ©anjen "Mmlicbfett mit ber 'prdparatton ber Sftlob 
lusten. SDJan (Sft ndmlid) nad) gcfcf)efjener Reinigung ber (Sdjale burd) 
2fbwafcben unb SSurften ben oberen 'Sljeil (Slucfen) be^ SßruftfaftenS 
mtttelft <£m|"cf)netbung in bic biefen 3:l)ett begrenjenben 4 Surfen — 
eine berfetben, eine £luerfurd)e btlbet bic ©renje jwtfdjen $opf unb 
SKäcfen, jwet anbere £dngSfurd)en finben ftcf> auf ben befben (Seiten, 
eine red)ts, bie anbere UnfS, übet ben Giemen, unb hüben bic ©renje 
jwifdjen 9\uc£en unb «Seiten, bic vierte, quere, tft ein wafjreS ©elenf, 
wobuidj ber (£epl)a(otI)orar vom ipinterleibe gefonbert ift — , nimmt ifyn 
fort unb leert nun von J)ier aus, ofjne weitere Sinfdjnitte tn bie (Sefyale 
ju machen, baS ganje ^opfbruftftiScf unb baS ganje abdomea mit- 
teilt langer, fä)matcr Sßeffer mit langem, fd)malen, j!ad)en, faft fd)drf* 
ucfyem Stiele, ^pincetten, deiner SjaUn u. f. w. von allen 2Beid}tl)ei(en, 
als Sftusfeln, Nerven, ©efdjen, Rauten, Qctngeweiben u. bgl. m., unb 
beitretest barnad) bie innere §ldd)e ber <Sd)ale mit einem 'Prdfervattv 
aus (Seifen^ampIjciv'Pomabe ober aus Terpentinöl ober aus Kobalt; 
ober (Sublimatlßfung be|tef)enb, worauf man baß oben aufgehobene 
<Sd)atenftücf mitteilt @ummil6fung ober Qüttveijj, womit mau bic <Sd)mtt* 
fldcr>ctt bunn beftreid)t, fauber wieber einriebt. Sie <Sd>ceren, wenn 
biefc fefjr fleifcbtg finb, werben ebenfalls entleert, inbem man baß kleine 
beweglidje, bem Säumen entfpred)enbe ©lieb, beljutfam fyerausbreljt, 
unb burd) bic fo entftanbene Ocffnung mitteilt feiner ^injetten, feljr 
fcbmaler "SD^efTcrrt bic SERuSfetfubltanj, fo weit man fann, fjerauSjteijt 
unb bie übrige barin bleibenbe mitteilt eines glubenbeS SraljtcS fd)nell 
auStrocfnet; worauf man aucl) l)ter etwas 'Prdfervativ l)tnetnfd)mtert 
unb bann bic öejfnung burd) 3Biebereinfi5gung unb SBefejtigung beß 
Saumens ber <Sd)eere verfd)lie(3t. Sann troefnet man bie (Sd)ale nod) 
in gelinbem £uft&uge, bem Ijellen Siebte, aber nid)t ber Ijetjjen ©onne 
ausgefegt, ganj aus unb uberjieljt fte überall forgfdltig unb nur bann 
mit einem §irnifj (^ftaftir mit Serpentin). Qüs verfteftt ftd) von felbft, 
ba$ man bem Spiere vor bem ^roefrten eine natärlicfye, bem ßeben ent# 
fpred)enbe (Stellung ber ©liebmaajjen gibt, unb barauf ad)tet, bajj 
fo(d)e tvtyvenb bes ^rocfnenS nid)t burd) S8erfd)iebung einzelner 5^>eile 
wieber verloren gebe. Sftun legt man ben Mvcbß in eine feinet ©rSfje 

22 



33S ßonfemtion ber Insecta L. — frufter. 

angemeffene, becfeüofe, niebrigc 'Pappfdjafe, ber man bic <£tiquette am 
fugt. SBitt man baS (bemplar verfenben, fo bor)rt man einige kleine 
£öcr)cr in ben Soeben ber @cr;ad)tel, utib jiefjt burd) biefe £öd)cr verv 
mitteijt einer Sftäljnaöcf ober baS $ljicr einige §äben, meiere man auf 
ber 2(uj3enfctte auf bm SSobcn fo jufammenbiubet, ba$ ber .^rebs 6ei 
flarfer S5cwegung ber @d)acr)te( nicfyt pon ber @tctte geruht werben 
ffann, wobei man übrigens ctruaS porfidjttg fein mu$, bafj man iljm 
nid)ts Pon feinen $uf)(r)Srncrn; Sufjen u. f. w. abbreche, hierauf be< 
beett man ifjn (ofe mit 9$aummo(Ie (SBatte), (egt einen etwas fteifen, 
bannen 'PappöecM auf bte ©cfyadjtel, fo ba$ er nid)t ubctfteljt, futtert 
bte gwifcfyenraume noer) mit SBattc aus, mitfett baS @anje in Rapier, 
unb (egt U nun ^wifdjen Span in einen größeren Sßefjafter, ben man 
fo paeft, bajj nicfytS barin jerbrodjen werben fonne. kleiner« ^rebfe, 
bereu §(eifd)maffen fefmett troefnen, nimmt man ntcr)t aus, fonbern 
reinigt nur btc <Scr)ale burcr) 2(bmafd)en unb (eifeS dürften, fteeft batv 
auf baS (Srempfar in $a(twajfer, taj3t fte einige ©tunben barin (icgen, 
gibt ir)nen auf einem S5rettd)en bte gehörige ©tellung, troefnet jie 
fcfynett, wie bte großen unb überftrni^t fte. ©anj Heine ^rebfe barf 
man auch, ntdjt mer)r mit Sadr übersiedelt, fonbern man muß ficr) be; 
gnögcn, fte gehörig auszutrocknen ; jte auf Nabeln wie fu'egenbe %& 
feften ju flecfen, wa$ mandje ©ammler tr)un, ift aber aud) nid)t nacr> 
afjmungSmertf), weil bk Sage ber Söetne unb SftunbtljcUe bann nid)t 
mer)r richtig gemurbigt werben fann unb bk 'Slabzl auet) an ber Unter; 
fudjung berfelben Ijinbcrt. — Sie 2{ffe(n, iStpriopoben u. bgt. m. troef- 
net man entweber ebenfo wk bk kleinen ^rebfe unb (egt fte mk biefe 
in ikinz ©d)acr)tc(d)en ober man bewahrt fte in Sßeingeijt auf. Eben 
fo ge()t man mit ben <Sforpioncn ju Sßerfe. 2(tle biefe getrockneten 
£()ierc werben or)nc 3tu6naf)me in <Sd>rSnfe gebracht, ©er gang ber 
im SBaflcr (ebenben ©ü'cberthjere gefc()ie()t, wo bk b(o£e ^>anb nid;t 
ausreicht, mit einem ^amen (f. weiter unten). 

Sie €M)ranffe für bk «Spinnen (Araneae) unb eigentlichen 3nfef; 
ten ober Äcife (Insecta recent.) beburfen einer befonberen ©nrid)tung. 
©ie mit @[aSfd)ctbcn tjerfcfjenen ©cfyubfäffen, weldje inwenbig notr)= 
wenbig weijj ange(lrtd)en ober mit weijjem Rapier auSgef(ebt unb fo 
l)od) fein muffen, ba(3 bk J)6d)ften ober langften ©tecfnabeln , 'we(d)e 
man jum 2(uffpie^en ber ^erfe unb ©pinnen gebraud)t, nid)t bm 
S)e<f el erreichen, fonbern mit bem 3\opfe t»on biefem faft einen Sott weit 
abfielen, muffen auf bzm S3obcn entweber mit Äorffetffen, ober mit 
einer ben ganzen SBoben bebeefenben Sjjarf * ober ^orfp(atte verfemen 
ober mit einer meid^arjigen ober nid)t fproben wad)5artigcu 9}taffe 
auSgegoffcn fein. Sie bittigfre unb jwecfmÄßigfle Einrichtung gewähren 
bk Äorf lei|ten. SMefe bcfter)cn aus breiten, gleich, biefen, geraben 
^)o(s(ei|len von ber Sauge ber ^a|!en unb l)aben auf ber einen fdjma; 



@onfemtton fc>et Insecta L. 339 

len, obern <&eite eine tiefe Sünne, wctd>c mit einem Streifen feuer- 
freien b. &. weichen, elaftifchen, aber nicht motten ober ftarf poröfen 
Dorfes ober weichen faulen Söaummarfes ausgefüllt tff, boch fo, bafj 
bie flache ber oberen «Seite ber ^oljteiffe eine »ollfommene <£bene biU 
ben; bie ganje ieifie ift bann ringsum fauber unb glatt mit feinem fchßn 
meinem Rapiere beftebt/ boch fo, bafj bie feinflc Snfeftennabel, wenn 
man fte mit bloper Jpanb (ohne Snftrument) nut? an bem Knopfe halt, 
ofjne ftd) h ü kommen, bas Rapier burchftid)t unb (eicht in ben kott 
einbringt. SDiefe Seiten werben nun in ben für bie barauf &u (ledern 
bm ^t^tcre paffenben 2lbftanben »on emmiöer mit feinen Rinnen be; 
feffigt, muffen aber ftets mit einanber parallel laufen; in ben haften, 
meiere nur 3:6iere mit ausgebreiteten glügeln aufnehmen, befonberS 
wenn bie ^(afterlange (bie Sdnge von einem §lügelenbe jutn anbern 
bei auSgefpannten Stößeln) bie beS Selbes (vom ^opfe bis Alfter) ha 
beutenb übertrifft/ fommen bie Seiften fenfreebt (b. h. rechte SSinfel 
bitbenb) auf bie, ben (©djranftfyüren jugewaubte 23oröerwanb beruften 
511 ffel)cn, im anbern §a(fe aber, wo bie Spiere in ber Siegel nicht 
auSgefpannt finb uno ber SdngenburcbmefTer beS Körpers affo ben ©ret- 
ten burebmeffer übertrifft, laufen bie Seiften mit ber Söoiberwanb paral- 
lel. (*S verfielt ftd) von fclbft, bafj tiefe Seiften v>on vollkommen aus* 
getrocknetem ^)o!je von untabclljafter 33efchaffcttljett feien, bamit fte 
ftd) nid)t werfen unö frumm jiefyen. ©er untere ^fjeil ber haften r)at 
in ber Siitte ber ©ettenrahmen eine fcbmale, nieörige Seifte, auf welche 
ein §alj ber ©lag/ ober S5ecfe(rar)mcn genau paf3t, unb bie haften 
werben aufrerbem nod) bureb ein vorn unb hinten am untern Zweite 
angebrachtes meffmgenes fauchen, bas über ein auf bcnfelben leiten bes 
S>ed:'elS angebrachtes Jpdfdjen ober in eine nid)t ju enge öefe greift, ver< 
fchloffen. Surcb folcfjc 33orrid)tungen unb bureb bie genaue 23erfcbliejmng 
beS ganjen «ScbranfeS wirb es faft unmöglich, ba$ <s5taub unb rduberifebe 
2snfeften ju ben in ben Mafien aufbewahrten 3?aturalienfcbd|cn brin- 
gen. 2)ennod) r)at 58erf. wdljrenb feiner 1841 ein SSiertetjaijr fjinöurcb 
über baß joologifcbe SOiufeum in S^aüe geführten 2tufftcbt ju bemerfen 
©etegenheit gehabt, bau bie rduberifeben 3"feften auch nod) fo(d)en 
23orrid)tungen, woöurd) ifynen ber Sugang ju bem 3t'^nfte ber Mafien 
dufjerft erfebwert wirb, ju trogen jvilTen. Sie getrockneten ^erfe bv 
flehen nicht Mofj aus horniger ©chale, bie weniger leicht verroeSlicb ift, 
fonbern eS finb alle SBcid)theile mitgetroefnet. Sßerf. fjat in feiner eige- 
nen Sammlung nie bureb Einbringen von %nfcUen (wie ©peerfdfern, 
Ptious u. bgl. m.) @d)aben erlitten, weil bie Mafien um ein ©rittet 
j)6l)er als baS fonfi ber §all ifl, waren unb er nie eljer etwas fyneiw 
gebracht .^at, als bis es 8—14 5age ^inburch in einem eigens baju 
beftimmten, flatt ber ©laSfcheibe mit fe^r grober, grofjlßcherigen 
@aje verfchenen Maftfyen im Suft&uge unb meift im ©onnenfd)cin ge; 

22* 



340 (Sonfewcitton ter Insecta L. 

jtanben Ijatte unb fo völlig auSgctrocfnet war. @ro(jc Snfeften (J£ty> 
bropljilen, S)iti$fen, (Earaboben, £amellifornien, (Eapricornien u. f. w.) 
mürben metfl baburd) getöbtet, bfl)3 iljnen »ermittelt elfter feinen «Sprifcc 
eine gefattegte TCuflofüncj von ^ampfycr in SSrcnnfpirituS burd) bm 
<Sd)(unb eingefprt|t würbe, Ui auä bem SRunbe ein tropfen biefcv 
gtufjtgfett jurueftrat. (Snblid) war bei- ^(eifter (Seim unb ©tdrfe), 
womit ba$ Rapier in bk ^djlen gefielt werben, mit «Sublimat verfemt 
gewefen, unb tfberbiefj fanben ftd) in alten Sofien, bie auf bei* 2lujkn* 
flache bt$ 23oben$ r)in unb wieber mit einigen tropfen Terpentinöl 
beftrtcfyen würben, einige £Utecfftlberfugeldjen. 3ltte biefe 93orfef)rungen 
waren notr)ig, weit bte Mafien burd) §aljrldfftgfett beö $tfd)terä n!d)t 
vollkommen fyermetifd) gefd)loftcn gearbeitet waren. 2(6cr e$ Ijat jtd) 
aud) nie" bie minbefre «Spur vom ©cruefte tobter, atlmdltg troefen ver/ 
wefenber Soften, wie man ir)n in alten übrigen 3nf«f?enfammlungen 
wahrnimmt, merfen (äffen, unb tß würben bafjer feine fd)dblid)cn 3:[)iere, 
bte nur bem @erud)e ber troefnen _3mfeften(eid)en nachgeben, unb bk< 
fen felbff nod) fyerausftnben, wenn man bk 2ltmofpIjdre mit ^ampljetv 
bünffen fdjwdngert, rjerangejogen. 3 m ^»alte'fdjen $ftufeum, wo bk 
^erffammlung, namentlid) bk ber Pamelticormen, von SSebeutung unb 
in fürjeffer 3«t entlauben tff, waren bk Waffen nur von ber gewöbn* 
lid)en ^)ör)e unb me^re3"f^ten würben' Ijmetngeffecft, fobalb man fid) 
nur uberjeugt Ijatte, bafj fte vollffdnbig, jiemlid) troefen unb oljne ©er 
ober £arvcn von fcbdblidjcn gieren waren. 2>er böfe ©erud) war alfo 
raeft ganj gemieben worben; Ui ber$5enu§ung ber «Sammlung f amen 
bab/r oft «Spccffdfer herbeigezogen, unb wenn man aud) fo vorfiel); 
tig war, nie bie haften offen flehen ju taffen, fo (egten fte bod) l)tn 
unb wieber tf)re «Ster an bk Stilen ab. ^Irodjen bk Sarwen aus, fo 
fanben fte in ifjrer ^(emljeit, ©elenfigfeit unb SOtU^felfraft Ijtnreidjcnbe 
93ittte(, fiel) bin 2Beg jwifdjen Secfet unb Mafien felbfl ungeachtet be$ 
Salje^ ber bä ber größten «Sorgfalt nidjt fo angefertigt werben fann, 
ba$ eine fleine 3»feftentart)e fid) nid)t an einer «Stelle barunter burd)/ 
winbe, ju bahnen unb fo in baß 3 n »we be$ ^aftenS ju gelangen. Um 
berg(eid)en <Sd)dbcn ju entgegen, Ijat man Ijduffg vorgefd)(agen, feine 
<Sd)rdnfc mit «Sdjubfdffen fonbern nur aufrechte Raften ju galten, bk 
aujjerbem ben Söortljeil barbieten, bafj fte weniger Siaum einnehmen, 
wie 95üd)er georbnet werben fönnen unb ba$ tfjre 2lnfd)affung weit 
weniger f offfpirtig ift , ba tin guter «Scbranf 60 — 80 Sljaler unb oft 
nod) mcljr fojtct. 2>iefe haften Ijaben ebenfalls am 5>ecfel einen ^alj, 
aber c$ fel)(t bk ©la6)d)eibt, ftatt weldjer ein einfad)eö ©töcf red)t 
bid)tcr, nirgenb burd)(td)tigcr Seinwanb über ben ©ccfetrafjmen gefpannt 
tft. Snroettbig jft ber ganje haften, alfo aud) ber Secfel mit Rapier 
forgfdltig au^gefteßt. 2)ie Sortf)ei(e, bk eine fo(d)e «Sammlung ge; 
waljrt, ftnb allcrbingö bebeutenb: man fpart ©clb, Seit unb Staum; 



ßonfewtfton ber Insecta L. 341 

aud) bejteljt btc ganje 3nfe£tenfamm(ung bei afö Entomologen rüljm/ 
üd)fc bekannten 'Prof. ©ermar in ^>affe unb bte Jpomenopteren* unb 
JDipterenfammlung bei joofogifc^cn SRufcuml ebenbafctbft aul foldjen 
Waffen. Sag aber bte fdwbltcfycn ^nfcftcn nid)t ju bem Stalle bei* 
haften gelangen konnten, inbem fie fretl (jerabfüelen, tft eine Sßufün, 
unb fyabtn wiv in fenfred)t aufgehängten, mit ©lalfdjciben verfebenen 
Raftm bte ©pecffäferlarvcn recljt beljagltcb an ben tobten ^nfeften 
äeljren feljen. ©rohere ©c&wiertgfeiten tyaben fie alfcrbtngi ju über; 
winben, um Ijier ju tljrem §uttcr ju gefangen, unerreichbar tft bafielbe 
iljnen aber nid)t. 5>ie Sftadjtrjeile, welclje fiel) bei aufrechten Waffen 
jetgen, finb uberbiejj nid)t ju äberfefjcn. Sie 9ftabe(n muffen ftetl 
äujjerji fejt geflecft werben, fonf! faden beim 2fufljeben unb Jperuntetv 
fefcen ber Mafien einige ber aufgewiesen ^Ijiere herunter, fallen auf 
anbere, breeben biefen Sufjler unb S&tinc ab ober jteljcn fte aud) mit (jer* 
ab-, berglcicfyen fommt gar nidjt fetten vor. £>emnäcf)ft werben burd)bie 
Bewegungen ber haften bk £6cf)er ber 'Sfyierletber, buref) wcld)e bk 9?a; 
abeln gefyen, grSf er unb bk ^(jicre auf biefen (ofer, fo bajj biefe fid) woljl 
auf ber 3?abel wie um eine 2(re bewegen unb ftd) babä fjin unb l)cr fd)ie; 
ben, wa$ ebenfalte ju nod) größeren SÖefdjdbtgungen 1in\a$ giebt. Qnibltdj 
verjiefyen fid) fcfywere ^Uttm j. 93. grojje $äfer, inbem fte, befonbcrl, 
wenn fie nid)t ganj troefen waren, burd) tl)r ©ewic^t Ijerabgebrucft 
werben, unb el wirb baburdj ifjre ©eftalt unb Sage, vorner)m(id) bk ber 
§üfje, eine unnatürliche. SBill man bafjer aufrechte haften tyaben, fo 
barf man fie nur für ki6)tt, btinnleibige ^erfe mit aulgefpannten 
Klägern verwenben, unb felbft bann nod) finb ntd)t alle Unanneljmlidj;' 
lid)!eiten ju vermeiben. — Semnddjft von grojjer 3Bid)tigfeit ift bte 
^5cfd)affcnr)eit ber ©te<f nabeln, Siefe muffen lang (ungefäfjr H") unb 
fo viel a(S m&gud) von gleicher £dnge, red)t btfnn uub fpilj, fef)r l)art 
unb elaffifd), von Stftefftug unb frarf verrinnt fein; anbere ©tecfnabeln 
finb gdnjltd) ju verwerfen. <Set)r gute ijnfeftennabeln fauft man in 
Berlin (fiinbcnjkaße 3?o. 35.) vom Sttabler Kläger. 5D?an mup 
von biefen Sftabcln minbeftenö 4—6 ©orten fyabm, bk nad) i^rer 
gcinr)cit (bunn) verfdjieben finb, in ber £dnge aber feinen Untcrfd)ieb 
jeigen bürfen. 3(u^erbem iffc eö gut, wenn man fiel) für Sttcfenfpmnen 
unb SRiefenfetfe (Mygale, ©oliat^, ^)crfu(eö; unb J^irfcbffifer, fer;rgrope 
Cerambyx-, Mantis- unb Phasma- Wirten U. bgl. m.) ©arbinennabeln 
bdlt, wetdje etwai me^r all um bte Jpdlfte langer alö bk (Ifirtjtcn 
Snfeftennabeln, aber nur verhältnismäßig jidrfer finb. JDtc Sfjiere werben 
nun enttveber buref; bte 2Dfttte bei <Sepr)alot5orar (Spinnen) ober nur 
wenig hinter berfelben jwifcfyen bem 2. u. 3. §ußpare (©pinnen u. f. w.), 
ober burd) bk Sßitte bei Sftefotljorar (Augioptera — b. i. Aromen, §a(< 
ter Unb üEßücfen, Gymuoptera unb Rhynchota Horaoptera), ober burd) 
bat ©cutellum (viele Rhynchota Hemiptera mit fcr)c großem Stöcfctt; 



342 Gonfcmttott ber Insecta L. 

fd)t(be) ober burd) bie £&ngenmittctlinie betr rechten $lügclbec£e unb ben 
SDtaatljorar mitten jwifdjen bem 2. u. 3. §uß ber rechten Seite auf btc 
Sftabel gefpieft, fo ba$ wenn man btefe fcnfredjt (teilt, bas $fjier in x>oll^ 
fommener (jortjontaler Sage ftd) beftnbet unb weber nacl) ben Seiten ober 
nad) vorn ober hinten fdn'ef liegt, unb ba$ nur etwas über i bis um 
gefaxt' 4- ber Sftabcl — je nad) ber £>icfe bes 3:l)ieres — oben frei 
bleibt, fo ba$ btcfcö immer am oberen ^fjeile ber 9?abe( fteef t unb mit 
ben ftufjen nie ben SSoben ober bic Seifte, worauf es gefteeft wirb, erz- 
reichen fann, wenn aud) bie ©liebmafjen burd) tfjre eigene Schwere wälj= 
renb &eS 'Srocfnens ausgeftreeft würben. Sjat man ttber fcfyr viel Staum 
ju bisponiren, fo tl)ut man wof>(, wenn man bk §äpe fo ausfpannt, 
vok ft'e jur Sebensjeit beim Saufen ober fliegen — je nadjbem bk 
glugel jufammengelegt ober ausgebreitet ft'nb — gehalten werben) tm 
anbern §afle ift es aber mit beffer, wenn man bk Süße bid)t unter 
bte 93rufb unb Söaud)fläd)e bringt unb ft'e fo jufammenge^ogen, vollftäu,' 
big vom Stumpfe bebeeft troefnen läßt, bamit man, wenn man ein (£rem.- 
»lar aus ber Sammlung nehmen will, nicfyt mit ben gtifjen beffelben 
an bk Qürtremitäten bes banebenfteefenben $fjferes ftSfjt, woburd) un; 
fcr>l6ar eine SScrtvtcfetung ber Warfen, welche an ifyren (£nben mit 
stauen verfeljen ft'nb, unb ein 2(bbred)cn berfelben ober ^Ijeile berfe(6en, 
wk aud) von $ül)(engu'ebern bes Jjinten* (in ber folgenben Steige) be; 
fmbtid)en Smbtvibuums, veranlaßt würbe. Sftan fann in ben meiften 
fallen, befonbers wenn man einige Uebung beftf^t, bk <£rtrcmitaten 
aud) in iljrem jufammengejogenen guftanbe red)t gut unterfud)en, unb 
fottte man einmal nid)t bamit ?,u Staube fommen, fo ift es fefyr leiebt, 
baS ^fjter, inbem man es auf naffen Sanb fteeft unb 24 Stunbcn 
barauf läßt, ober tubem man es in Ijcifjen SBafferbampf ijdlt »bei* in 
Spiritus wirft — welche verfd)iebenen 23el)anblungsweifcn fiel) nad) 
ber Sartfyeit bes 3 n bi»ibuums richten — aufjuweidjen, bk $üjje unb 
fclbft jufammengelegte flöget ausjufpannen unb genau ju unterfud)en. 
2D?an ficl)t, ba$, follte man in ber Verlegenheit fein, früher wegen 
Mangel an Seit 3smmen, Rätter u. bgl. m. nid)t gleid) ausfpannen ju 
fßnnen, man bk$ jiemtid) lcid)t mit einiger 23orftd)t auf bie angege- 
bene SBcife jur gelegneren -Seit nad)f)olen fann. Unter baS £l)ier wirb 
jcbcSmal bk ben Sftamen, gunbort (unb ©eber) angebenbe Qütiquette 
gebracht, welche aus einem viereckigen ®tucld)en Rapier befielt, baS 
wie baS 5l)icr mit berfelben Sftabet aufgefpiefjt wirb. 

Spinnen unb al)nlid)e Spiere bewatjrt man jwar feljr gut in 
SBeingeift auf; bod) einige verlieren tfyc'c Sarbe, unb bei anberen fefjr 
lang behaarten 2lrten werben bk S^aavi faft jottig unb ftljig unb geben 
fo bem Spiere ein anbercS 2(nfel)en. \tilan l)at ba^er aud) trod'ene 
Spinncnenfammlungcn a^nlid) ben Staupen; unb anberen ^erffamm* 
luugen. S>er Saug ber ein^eimifd)cn Spinnen ift feljr leicht: man fann 



ßonfervation bei* Insecta L. 343 

fte ofjne (Sdjaben mit bei 1 S^anb ergreifen, ober beljutfam mit ber 'Pinjette 
faffen, ober man nimmt iljr ganjeö ©emebe mit einem ©toefe ab, wo; 
von fte ftd) bann an einem gaben fenfrcd)t herunter tafTen unb nun 
Uid)t in einem ®la$ mit SBetngeift aufgefangen werben fönnen, tozU 
d)e$ man bann gleich mit einem ^orfe verfdjliegt, ober man fann fte 
enblid) bequem mit bem g(dfcf)d)en unb bem tropfen fangen, inbem 
man ifjr biefe Sachen von bzibzn <&zitzn nähert unb fte bann pl5£; 
tief) mit bem Äorfe in bk bid)t baneben gebrachte §(afd)e brdngt- 
3(t baß £f)ier vollkommen tobt (8 — 10 (Stunben mujj zß in bem 
Sßeingeifte gelegen fjaben, fonft erf)o(t zß ftd) wieber), fo troefnet man 
zß oberflädjttd) in ber ßuft unb rammt bieJpaare mit einem nid)t a\if 
juweicfjen furjf)aarigen 'JMnfet gfatt. ^Darauf fdmeibet man befjutfam 
ben Hinterleib (abdomen) vom <£epf)alotf)orar ba, wo er mit tf)tn burd) 
zinzn feljr furjen Stiel jufammengcwad)fen i|t, ab, unb beljanbelt ifjn 
wie eine SRaupe, wdf)renb man bzn 33orbertf)ei( wie an vollkommene^ 
3nfeft (imago) auf bte angegebene SBeife auf eine Sftabel fpiejjt, unb 
ben Steinen eine naturgetreue, febenbige «Stellung gibt, unb fo bzn 
ganjen (Eepfjalotfjorar mit feinen ©liebmajjen in einem mit grober @aje 
belogenen becfelfofen ^dftdjen an ber £uft troefnet. ^n ben Hinterleib 
aber bringt man einen bunnen Stift ungefähr von ber Stdrfe einer 
mittelfeinen .Snfefonnabel burd) bk vom £o$fcf)neiben entftanbene fleine 
öeffnung biß ettvaö über bk Glitte bei abdomen, ergreift baß auß 
bcmfelben fjeroorftefjenbe (Snbe mit einer ^)injette unb trocknet nun 
ben fyntzvkib über einer ^erjen flamme v ), inbem man ifyn berfelben 
ßfter ndf)ert, biß er mit einem Sftale von bei* %if$z aufgebläht wirb. 
Hierbei ift einige «Sorgfalt unb Uebung n6tf)ig; ift man namlid) ber 
flamme ju nafye gefommen, fo jerpla^t ber Sptnnenbaud) fef)r r)äuftg, 
ift man if)r nid)t naf)e genug gefommen, ober f)d(t man u)n ju fange in 
berfelben Entfernung ober 3?d()e, fo trocf'net er allmdf)fig ober fd)nelf ent; 
weber of)ne \id) aufjubldfjen ober of)ne fiel) aufgebläht ju erhalten, im 
bem er fogleid) wieber einfd)rumpft. Sobalb ber Sjintzvlzib gehörig 
aufgeblafen. ift, verfügt man baß f)erauöfet)enbe (£nbe bzß Stiftd)en$ 
fo weit, bafj zß biß in bk 9D?itte bzß £ep^a(otf)orar reichen würbe; be; 
ftretd)t es bann mit ©ummilöfung, welcfje mit öd)fengaffe verfe|t 



1) £)er |>r. geheime Ober = Stfebisinalratf) Dr. itlug, welker auf biefe 
SBeife eine fö)öne, im entomologifcfjen Stfufeum &u Berlin beftnbfi^e @pin= 
nenfammlung zubereitet unb aufgefüllt $at, bebient ftcb noef) eineö £rta> 
terö, ber über baö St$t gefliilpt wirb, woburefy feie über tfm beftnb* 
u'c§e Suftföicljt gleichmäßiger erwärmt wirb. (£3 fdjeint Ui biefer 
Sßomdjtung jeboeb uoa) metyr Uebung nöu)ig ju fein, unb bem fßerf. ift 
cä nie geglutft, Ui 2lntvenbung eineö Sric^terö ju bem gett>ütrfcf)ten 3?e= 
futterte gu gelangen, wäbrenb er o|ne Sriiter fe^r oft — freiüa; uic^t 
immer — fe(>r fä)ön zubereitete ©Pinnen eri;ielt. 



344 (Sonfcrvatton bev Insccta L. 

fein mujj (um burd)~bt* Sötttctfcit baß 25enagen von leiten berfdjdb; 
ttd>ctt Slnfeften ju verfyinbem), unb fd)iebt cö nun bebutfam fyintcn 
burd) bk beim £o$fd)neiben be$ abdomen gemachte üeffnung in ben 
33orberlei&, unb tdjjt cß fo antroefnen, wobei man, wenn eö erforber* 
lid) iff, ben Hinterleib burd) eine Unterlage unterftüijt, bamit er nid)t 
ju weit fyerabfyange. 

£>ie klaffe ber ^erfe ober .Soften im jrrengeren ©inne (Insecta 
auet.) enthalt fo merfivtfrbig organiftrte unb aud) für bk mcnfd)tid)e 
Oefonomie dujjerft wid)ttge 'Sfjiere, ba$ fold)e eine ganj befonbere 3iäct' 
ftdjt verbienen, unb bk fonber6are ©eftalt vieler unter tl)nen, wie bk 
§arbenprad)t anberer, fjat aud) febon (dngft bk 2tufmer!fam!cit ber Sü 
lettanten erregt. %n ber 'Sfjat ftnb aber bk Jpdlfte aller ^Naturalien; 
fammtungen ^erffammlungen, unb eö wirb felbfr nur wenige £>örfer 
geben, in benen niebt minbeftens eine Heine Salterfammlung vorfjanben 
Ware. 2tber bk 2irt unb SSetfe, wie Dilettanten berartige (Sammlun* 
gen anlegen, r)at ber SBifTcnfcf>aft nur geringen Shifsen gebracfyt; bajj 
ftd) folcf;e burd) @cfb unb anbere ©lücBgüter begünfligte 35cft(jer von 
oft fefjr umfangreidjen 3ttf«^eufammlungen fyduftg gar für Entomo* 
logen von $a<fy fjietten unb bk 5Biffenfd)aft mit ifyrer ©elefjrfamfeit — 
mit Segionen angeblid) neu entbeefter, oftmals gar nid)t autbentifd)er 
2lrten, mit einer Unmafle ganj wtllfurltd) aufgehellter unb mit bavbat 
fd)en tarnen verfeljenen ©attungen unb Familien, blojj nad) troefenen, 
häufig nid)t genau untcrfudjten, r)aufüg verbummelten Eremplaren, ol)ne 
.^enntntg beS inneren Söaueö, ber Enttvtcfelung unb ber SebenSroeife 
gebilbet, mit einer SDienge fd)ie(enber begriffe, fik bk gleid) 3?amen 
fabrijirt würben — bereid)ern ju burfen glaubte-, f)at ber Entomolo- 
gie fogar einen febr bebeutenben ©d)aben ^ugefugt, fo bafj ft'e unter allen 
3}aturwiffenfd)aften tsie am oberfldd)(id)|Ien betriebene unb fogar 
etwaö ganj ©eftaltlofeö geworben i(l. SDer (Sntomolog von fiad) felbft 
vermag fdjon feit längerer Seit nid)t meljr fid) tim nur etwaä gernt; 
genbe Ueberfid)t ober baß ®tbkt feiner SBiffenfcbaft ju »erfd)affen, 
unb mit 2lu$na[)tne ber, biäfyer nur im TtuSjuge publijirten, auf bem 
§elbe ber ^uf^tenfunbe uni>ergleid)lid)cn arbeiten vom fei. 9ft(3fd) Ö6er 
bk parafttifcb (ebenben Äerfe i(t fein etnjigeö vollkommen abgcfd)(offe/ 
mß, feiner wefentlidjen Umdnberungen unb Söerbefferungen bebürfem 
beß, fyfiematifd)e$ 2ßerf erfd)ienen, wenn aud) ber 23erf. eineö fold)en 
fid) ben fleinften 2lbfd)nitt einer Orbnung jum Vorwurfe gemad)t batte. 
lin allem biefen Unheil ftnb bk (Sammlungen fcbulb — unb felbß bk, 
welclje £l)eile ber 5jfentlid)en ober ^öniglidjen Sftufeen au$mad)en, 
(äffen fo viel ju wunfeben übrig, ba$ fte in ibrer jefctgen ©eftalt ver* 
l)dltntj3mdfjig nur wenig jur §örberung ber 2Biffenfd)afc beitragen, um 
geadjtet ^icr alle Oftentation in fo bofyem 5)ta^e vermieben worben 
ifl, ba^ felbft bem großen 'Publifum, bem bod) bic übrigen ©d)d|c 



Gtonfevvcttton ber Insecta L. 

ber SRufeen gejeigt werben, nid)t einmal bte wichtigeren formen jur 
2(nfd)auung ge6rad)t werben, fonbern alles ol)ne 2fü$na(>me in unburd); 
fiduige <&d>rdnfe verfcbloffen unb baljer — oft fel&jt für ben praftifdjen 
Sftaturfyftorifer unjugänglid) tfl! 

©ollen ^nfeftenfammlungen wahren SSertfc für bk SSSiffenfc^aft 
Ijaben, fo müfTen fte fo angelegt werben, wie e$ 3?i£fcl) mit ben @d>ma.' 
ro^erferfen gemacht f)at. 2(uf anbeue 3Seife tft feine Erlöfung vom 
Uevel ju erwarten. 9tt£fd) a&er l)at bei ber 33i(bung feiner <©amm? 
lung größtenteils» folgenbe Regeln 6ead)tet: 

1) iStan fammele nur Sftitglieber einer wo möglid) fcljarf begrenz 
ten, unb — wenn e$ angebt — nidjt allju formenreidjen , natürlichen 
Gruppe uub nur nod) jur 33ergfeid)ung von anbern ©ruppen folcfye 
formen, bte ju jener in irgenb einer SBejieljung (23crwanbtfd)aft, 2leljtv 
lid)!eit im S5au ober ber £e&engwctfe) ju flehen fcfjeinen. 

2) tOian wdljle bk ©ruppe fo, bafj bk meiften unb wcfcntlidjften 
©attungen eine völlig I)inretcf)cnbe 2(njal)l einljetmifcfyer 2(rten alö ge; 
nügenbe 9\eprafentcmten aufjuweifen Ijaben. 

3) Sie fefjlenben auSldnötfcbcn formen verfcfyaffe man ftd) fo we* 
;tig als mögltd) burd) 3?auf von 3?atura(ienl)dnb(ern u. bg(. m. fonbern 
burd) 5aufd) von gebilbeten Entomologen frember Sdnber unb SBett^ 
tfyeile. 3 nocm man ffet^icj für ft'e I)ier fammelt, voa$ fte wünfcfyen unb 
ifynen aufjerbem nod) einige ©elten&eiten, bte Einern mitunter, oljne 
alle $ftül)e in bie ^>anbc fommeu, fcfyicft, nimmt man von ifyren <©en; 
bungen nur ba$ in bk eigene ©ammlung auf, wfö gerabe bem %mdt 
berfelben entfprid)t (alfo $u ber gamtlie, gunft u. bgl. m. gehört) unb 
alles Ue&rtge wirb v nueber jum 9?u£en ber eignen «Sammlung verlaufet. 
U. f. f. ©o mu|3 man enblid) bafn'n gelangen, für eine fleitte natürliche 
©tuppe eine möglich unb fo vollftdnbige ©ammlung ju ©tanbe ju brtn; 
gen, tok fte fein ^weiter befugt, unb bte bafyer nad) Publikation ber 
2lrbett, wenn biefe mit Sletjj, ©eift unb ©acfyfenntniß bei 23ermeibung 
aller Einfettigfeit unb öbcrfldcbjid^ett abgefaßt ift, einen me^r als 
europaifcljen SRuf erhalt, ©tefe 2(rt ju fammeln ift befonberS für 'Pri- 
vatmänner bte etnjig ratljfame, aber aud) öffentliche 'SÜiufcen fönnen 
ftd) auf biefe Sßeife bereid>ern, wenn fte »Ott anbern .Sftfeftengruppen 
als ber einen Oauptfäcfjlidjen nur baß 2Ulernotljtvenbtgfte fjerbeifd)affen. 
£>er Verwaltung öffentlicher (Sammlungen wirb es (eid)t, ftd) mit 
auswärtigen Entomologen von §acl> in ^orrefponbenj ju fe^en unb fo 
über bk SebenSweife unb ben 2(ufentljalt ber von biefem eingefanbten 
^tücfe bk genauere 2luöfunft ju erhalten. Eö ift ba^er fonberbar, 

10 bk mit ber Verwaltung beauftragten Entomologen nid)t ju df)n-- 
Ifyen 2)ienftlei(!ungcn bereit ft'nb, unb für^rembe fammeln unb beo6; 
flten, fonbern woljl lieber fojtfpielige Reifen unternehmen um ftcf> 
m burd) fünfjig verfd)iebene öffentliche unb 'Prtvatfammlungcn von 



346 ßonferöatton ber Iiisecta L. 

Ijalb Qüuropa jerftreuten, tobten unb vertrockneten Qümptaren etneu 
3nfeftenfami(ie ju befd)dftigen, bk feljr unvollkommen burd) eine au0ci-ft 
geringe 3af)t einljeimtfdjer 2trten 6ci un£ reprdfentirt wirb. SBeldjer 
Sftufccn wirb Ijicrburd) ber 2ßifTenfd)aft ober bem Sßaterlanbe, ba$ jtu 
nddjft 2tnfprüd)e auf ben 3ht|cn f)at, gegiftet? Sftan muß auf ©tau; 
Den ljinncj)men, tt)a^ ber Söcrf. tagt; bic Ärittf fann iljn md)t erreichen, 
unb barf nur aug ber S3eljanbtunggweife fdjließen, bajj 33erfud)c, au$< 
lanbifcfye ^nfeftenfamitien nad) tobten, nur im vollfommenen Su^anbe 
(ate fliege, imago) aufbewahrten, troefenen, in vielen, burd) meljre 
Sdnber verteilten Sammlungen jerflreuteu Qürcmptaren $u flubiren 
nid)t meljr jeitgemdjj ijt. 

4, SSenn man eine neue 3fjß| lebenb finbet, fo fammele man f) 
viel tebenbe Sremptare als m&glid) unb wenn ei trgenb angebt, ii 
iijren verfd)iebenen ^ntnjicfelungejufldnben (alß Si, ßarve, flippe, 
Stiege u. bgl. m.) unb flubire bk ßcbengwetfe ber 'Sljiere fogleid) an 
Ort unb ©teile. £>ie nad) ^)aufe mitgenommenen ^nbivibuen werben 
tfjrer ßebenewetfe gemäß, fo weit biefe erfannt worben ift, in fjinldng. 
lid> geräumigen Söcfjdttem u. bgl. m. gepflegt, um ifjre Sebengatt nod) 
ndljer fennen ju lernen, unb um, falls man nur $ijiere in vollüomme; 
nen (Fliegern) Suftanbe Ijat, Ster jur 3"ct)t, falte jene nur in unvoll- 
kommenen Buftdnben ft'nb, aud) vollkommene ^Ijtere ju erhalten. 9Son 
jcber (£nt wicfelung^form (<£i, £arve u. f. w.) unb @efd)(ed)t3verfd)ie; 
benljett wirb eine -Bettung nad) bem Seben naturgetreu angefertigt 
unb f'olorirt, unb bk genaue 23efd)reibung ber duneren §orm, ber £e* 
ben^weife, fo wie aud) bk fo viel ai€ mßgltd) vottftdnbige 2lnatomie 
mit ben baju gehörigen 3?Wwungen hinzugefügt, unb 'Präparate, wie 
aud) ein ober einige Qüremplare in SBeingctft unb eben fo viel, je nad); 
bem e€ ußtfjig ifr, in ber troefnen Sammlung aufbewahrt. So fht&irt 
man jebe 3ivt, wenn es Sftotlj tljut, tvoljl Saljre lang, big man voitig 
bamit im Steinen i(l. @o Ijat 3ftt£fd) bk parafitifd)en ^nfeften unb 
mit Naumann bk einljeimifdjen 33ßget fruöirt. Sßict meljr Ijat er frei? 
tid)n id)t getfyan, aber feine arbeiten ftnb beßl)alb — es fei gefagt, ol)ne 
3iemanb beleibigen ju wollen — 20 mal meljr wertl), als bie mancher 
Söielfcfjreiber, benen man bat 93iclfd)rctben nid)t verjeif)!, fobalb fte ftd) 
in leiblichen SSermßgcnöumftdtiben befmben, was bei ben meinen Samm; 
lern ber §all i(t. 

SBir Ijaben aber gefagt, e$ fei nötfyig, bie ^erfe nid)t blog im volk 
fommenen Sw^nbc, fonbern aud) in ifyren früheren 3u(!dnben ju be 
ft^en, biejj gilt von allen 3nfe£ten im 2((lgemeinen, ganj befonber 
aber von benen mit vollkommener 23erwanblung. ^)ier muß man 3vauj> 
Engerling ober tylabt, *Puppe ober 5onne u. f. w. fyabm, unb n 
einfad)jlcn unb jur genauen Unterfud>ung am tauglichen wirb im>$ 
eine Spirituofenfammlung fein. 3m SBcingeijt verbirbt jebod) '■¥ 



(Eonfemtton ber Insecta L. 347 

()duftg bk §arbe unb für bte metffcn fotc^et- gälle tft Serpentin &wecfc 
mäßiger. @tar£ befjaarte Raupen werben in alten glöffigfeiten burd) 
gufammenfleben ber ^aare unfennttid), unb ba fefjr totefe Raupen oft 
nod) mit fd)önen färben gegiert ftnb, ober aud) wofjl eine fonberbare 
©eftatt ^a6ctt; fo bewafjrt man fte nid)t allein in SBetngetft, fonbern 
aujjerbem nod) &$& troefene Söatge. Sütan blaft fte ju bem <£nbe auf 
folgenbe SBeifc auf. ©ie jujubereitcnbe Siaupe brueft man mit ben 
Ringern befjutfam jwtfcfyen einem bannen, aber ftatf geleimten, blatte 
«Papier aömältg vom ^opfe nad) bem Alfter ju, fo ba$ bte Singeweibe 
baburd) nad) bem (enteren Ijingebrängt werben. 25er S)rucf mup aber 
ftets fo viel als möglief) gleid)tndfiig unb nie ju ftarf fein, weil fonft 
mtnbefrenS bte §arbe leiben unb fledtg werben würbe. Sann erweitert 
man mit einer ttcrfjattnifmafjtg frarfen, fd)arf*bret£antigen Sfiabel bm 
2lfter unb brücft nun bte Qüingeweibc langfam burd) biefen aus bem 
£ctbe IjerauS. %ft bieS gefd)eljen, fo ffeeft man eine feine Stoljre, um 
bm $wifd)en jwet knoten bcftnb!id)en Sljeil eines ©raSljalmeS, befTen 
(iStarfe ftd) nad) ber ©röße ber Staupe richtet, in bk 2lna(6ffnung ber 
^>aut, unb binbü fte mit einem feinen %abtn fefr. 3?un bldft mau 
burd) biefe SJtoijre btn Staupenbalg t e tber gluljenben .^ofjlen auf unb 
verfd)fiej3t fte fdjnell mit bem Singer ober mit einer fiebrigen «Subftanä, 
fo bajj bk 2uft nid)t entweichen fann, fonbern ber feudjten S)a\xt $8v 
berflanb letftet. £>amit bte JQi^e überall gletd)mdfjtg wirfe, feljrt man 
ben 2>afg einigemal um, 6rtngt tljn aber nie ben glül)enben ^ofylen 
ju nafje, bamit er nid)t p(aS?e ober ju fd)ncll troefene. @ew6l)nltd) wirb 
beim ^erausbi'ücten ber Singeweibe ber 23aud)ncrvenftrang nidjt mit 
entfernt unb felbft ntd)t einmal verlebt; alebann bewegen ftd) bie^Ijtere 
anfangt nod) etwaö in ber ^t£e, woburd) ber Söalg eine naturgemäße 
Stellung annimmt. 2>amit bie Staupe ftd) aber nid)t unnötig quäle, 
mujj man fte fo galten, ba$ bk 93aud)fette bem ^o^lenfeuer jugewanbt 
fei. 3ft bk ^aut voltfommen troefen, fo binbet man bau §dbcl)en 
beljutfam log, nimmt ba& Stöl)rd)en fjerauS, jieljt einen bunnen, geta* 
ben, an beibin Snben fein fpt§ gefeilten 3Jtefftngbral)t IdngS burd) 
ben £eib, biegt ifyn genau an btibm Snben beffclben unter vollkommen 
rechten SBinfeln nad) unten (s5aud)feitc) um, fo bajj ber SÖatg Ijtnten 
m'd)t f)öljer geflutt \wb als vorn, unb fteeft nun bk fpi|en Sraljtem 
bm xok ©tecfnabeln in bk ^orEleifle beö ©cfyubfaftens (vom ^nkUem 
fd)ran?e). Söci glatten Staupen fann vorder nod) bk Sarbe, bte j!ctö 
etwas verliert, tv.mentlid) bk jarteren, blafferen, burd) einen bunnen 
©pirituSlacf err)5^t unb 4cbensfrifd) gemad)t werben. @el)i* große Stau* 
pen barf man -felbft mtttelft eineä feinen ^Keffers unb eines bönnen 
^afcnS entleeren — nur mup bk$ red)t forgfdltig unb fauber gefd)e; 
^en — unb bann ben Selb mit feinem <&anbt ausfüllen unb fo troct' 
nen, worauf ber <Sanb burd) ben Alfter auSgcßoffeu wirb. 2>er SKc; 



348 Sonfemtton ber Insecta X. 

d>ant£cr unb %n\etten§änbkt ©raff l)at auf biefe SBeife rcd)t tyübfdje 
SKaupenfammlungen ju ©tanbe gebracht, puppen unb Eier überjiefyt 
man tnit einem bunnen «Spirituslacfe unb troefnet fte im Reißen ©on* 
nenfd)eine, erftere mehrere Sage, oft eine SBocfjc Ijtnburd), unb 6ei a&( 
wedjfelnben ober trüben SBetter wirb nod) bebeutenb mefjr Seit jum 
Srotfnen erforbert. Sie puppen werben auf ^ufeftennabetn wie flö- 
gellofe Sinfeften im testen 2ebenSftabtum auf Ssnfcftennabetn geheftet; 
nod) meljr naturgemäß warben fte von ber 33aud)fette aufgefteeft weiv 
ben. Sie Etfjaufen werben entweber auf Rapier gebebt, ober ber 
©egenffanb, woran bie Eier gefegt werben ftnb, wirb fo weit verfürjt, 
als eS ber fcefcOränfte SKaum erforbert, mit in bie «Sammlung aufge* 
nommen. %n &er ©pirituofenfammlung werben, um 3laum unb 
Soften ju erfparen, immer Svaupen unö puppen je einer 3(rt in ein 
$läfd)d)en jufammengebradjt. 2Bo man bie Staupen unb puppen fudjen 
muß, ter)ct bie Entomologie; bie puppen fann man ftd) aud) eigene 
aus Raupen &teljcn, nur muß man fte alSbann $ur rechten Beit tßöten, 
bamit ber kalter ober bie 3mmc ntd)t ausfd)(üpfe. Sie ^afer aus 
ber wetcbletbigen, gdnjlid) fTügellofen ©attung Meloe werben wie große 
Raupen beljanbelt, b. Ij. if)v £etb wirb beljutfam entteert — wobei 
man fiel) befonberS nod) bavor in 2td)t ju nehmen fjat, i>a$ bie SBetdj; 
tljeile ober Flüfft'gfeiten beS 5r)tereö nid)t an bie Singer fommen, weil 
fte ftarf btafenjiefyenb finb — unb bann mit red)t feinem ©anbe aus* 
gefötlt, ben man nad) vollenbetem Srocfnen wieber ausfluttet. SBerben 
biefe Ä&fer md)t fo beljanbett, fo fallt ber £etb ein unb fcfyrumpft \\m 
fammen, fo ba$ fel&jt bie 2frt unfenntlid) werben fann. Einen £acfr 
Überzug vertragen fte md)t leid)t. 

Sie Äafer, SSanjen, Ohrwürmer, SMattinen, viele Smmen u. 
bgl. m. fangt man, tnöem man fte mit einer nid)t jdljen ^Pincette er* 
greift, unb wirft fte in ein mit Sßemgeifr gefülltes unb gut vertorfteS 
§(dfd)d)en mit weiter Oeffnung. 2luf biefe 3Beife flerben bie Mevfe 
am leid)teften; nur fd>abe, ba$ fte nad) ben verfcbjebenen Orbnungen 
verfdjtebene 9ted)te Ijaben; benn von foldjer Erecution burd) Ertrdnfung 
in SS?eingeift ftnb alle Äerfe mit flaumiger ober weidjljaariger ober fraub* 
artiger 33ebedüung j. 95. bie 23upreften, Sottet' u. bgl. m., unb alle 
übrigen jartflügcligcn fetten &. 23. llmetfen, SMattläufe, Termiten 
auszunehmen, weld)e tfyeilS erwürgt werben, tljetlS bie Feuerprobe auS; 
galten müfTeu. 

Sie Feuerprobe bcffeljt barin, ba$ baS^Sfjier einige Seit ober 
ftebenbem SBaffer, im Ijeißen Sampfc ober über glüljcnbeu ^orjfen 
gehalten wirb. Oftmals retdjt bieß nidjt aus, namentlich bei großen, 
bief leibigen 2lbenb; unb 37ad)tfaltern, benen man oft mit einer law 
gen, glüljenben Sftabel burd) ben Alfter in ben Selb fahren unb ben 
33audmerücnffrang im S3ru|tfaffen jerftöven muß. SaS Erwürgen tft 



ßonjervatton ber Insecta L. 349 

eine 'Sobtunggmctljobe, bk man oft bü Tagfaltern anwenbet: man Ijdlt 
bte ,$aupt(uftl5d)er, welche fiel) am 9&ruflfaften befinben, ju. 2(m ftd)etv 
ften verfährt man, wenn man ein Zfytv in trrcfpirabelen ©aSarten 
erftiefen (dßt 5. So. tn ^o&leufdure; aber baß mSd)te met|r ju fofrfpie/ 
Itg werben. SÖtan jte&t, ba£ lobten biß für btc Sammlung befrimm* 
ten %nhtkß ift für baffelbe eine große dual, unb wenn e$ rufyig 
von felbft an ber Sftabet flerben fott, fo bleibt eß SBocbcn (ang (eben 
unb oft nod) langer 1 ). SSenn nun auef) bat Sftervenfpflem burd) bk 
gangfienartige SMlbung auf feljf niebrtger (£ntwicWungg|Iufe jfeljt, unb 
tß möglich, mad)t, ba$ ber «Scbmerj eines vertvunbeten ©liebet nid)t 
forttvdfn-enb im 25eroußtfein bkibt, fonbern meijt mit ber 33ernarbung 
ber SBunbe, mit ber ßd^mung btß ©liebeö abnimmt, fo tf£ bk Sage 
boeb eine f>6d>ft peinlicbe. %ftan benfe ftd) nur einen "Dttcnfcbett, ber 
gar nicfyt verwunbet fein foll, mit bm wetd)e|ten Södnbern an einen 
Söalfen gebunben, fo baf? er in fdjwebenber Sage fei, 2Sod)en, Monate 
fytnburd) fo bteibenb, unb man wirb jugeben, er wirb baran um furdjt< 
bare &ua( au^uljalten Ijaben, gegen bk ein tebenbigeö Verbrennen 
ntd)t in Vergleich, ju {Teilen tff. ©eciudlt muß a(fo einmal baß lljier 
werben/ wenn tß in einem für bk «Sammlung braud)baren guftanbe 
erl)a(ten werben foll. ^ann bk SSiffenfcbaft einen STJu^en barauS jte; 
fyen, ober fann fon|t irgenb an unb wenn aud) nod) fo geringer, 
unmittelbarer ober mittelbarer 93ortljeil| för bk menfd)tid)c ©efett; 
fd)aftauS foleber Sammlung hervorgehen, fo muß fte notfjwenbtg ju 
<Stanbe gebracht werben, unb man barf bk ^Ijierciudleret nid)t berücf; 
jidjtigen. 3iber nid)t allein eine fefjr große 2(nja!)l von 'Perfonen legt 
a\xß bloßer Siebljaberci fotcfyc auf bk drgfre Tierquälerei fid) grün* 
öenbe (Sammlungen an, fonbern e$ gibt fogar r)in unb wieber 
(Schulen, in benen ^inber planmäßig baju angeleitet werben. SBie 
ber Umgang mit ber Sftatur baß fmbltd)e ©emutr) in unfcbulbigcr 
^etterfeit erhalt, wk ber !ftaturgefd)td)t$unterrid)t ate ein unent>- 
ber>rtid)eg inteüeftuelleö unb retigiöfeö SMIbungömittel bei ber ^im 
berer&iefyung ftd) erweifr, wk bk Anlegung von Sammlungen j. 55. 
von 'PjTatijcn, Mineralien, ^ondjplien, felb|t Käfern, fef>r jwecfv 
mäßig bk müßigen Stunbcn eines Knaben ausfüllen, fein Söeobadv 
tungS* unb Unrerfud)ungSverm&gen au^bilben, unb ifyn jur örbnung 
gew&ljne » fönn ; fo verberbud) für fyn mirb bas Sammeln von Sd)met.- 
terlingen. ^alterfammlungen gewahren bem Knaben faft nid)t$ weiter 
a\$ bunte färben, ju lernen vermag er barauö nur wenig, faum me^r 
all bk bloßen tarnen; aber leidet wirb bk <SammeUu|r, bic f)icr jeber 



*) (Sin ©ö^attenfafer, Akis acuminata, von einem granjofen in ©panien im 
9loöember auf eine Sfabel gefpiept unb fo na$ Berlin gefc^idt, lebte (>icr 
noä) im folgenden 3Warj. 



350 ßonfervatton fcer Insccta L. 

vernünftigen Söaftö entbehrt, jur (Sammelwutl); es werben eine Uujaljl 
von armen @efd)5pfcn, wenn von beifcfben 2trt auch, nod) fo »tele 
(£remp(are im <Sd)metterltngSfaften fteefen unb ftd) nur burd) §ar6en/ 
pracf)t auöjetdmen, langfam Ijtngcmorbet, eS geljt bie £uft an ernftfyaf' 
teren SSefctjaftigungen gdnjlid) verloren, ber ganje @tnn gef>t nur ba< 
Ijin, Paritäten jufamraen ju bringen, unb burd) eine fold)e (SrjtefyungS* 
metf)oöe wirb eine unwiJTenbe Generation gebilbet, beren geifttge Qrigen; 
fd)aften, 23ergnügungStuft, .£abfud)t, Söerfcljwenbung, @efü!)l(oftgfeit 
u. bgl. m. ftnb. — 

gatterfammlungen ftnb btejenigen, welche bte meifte SDiülje machen; 
bte überaus bunnen ©liebmafsen u. bgl. m. (§u£e, §üf)(er), bte fprö? 
ben Slügel unb ganj befonbetö bte (eichte 2(bwifd)öarüeit beS §(ügel; 
jtaubeS ftnb baran fd)ulb. Um ftd) bk galtet- in einem unverlefeten -Su* 
ffanbe ju verfehlten, bebarf man einiger ^anginflrumente, unter benen 
ber @ci)&pfer ben erffen SKang einnimmt. (£r be|M)t aus einem, rings* 
um einem Srafytringe von unacfdfyr 10"— 1' S5urd)mcjTer angehefteten 
fein linnenen (ober von Sfteffeltud) gemachten) Söeutel von 1| — 1|' 
£dnge, mit einem meljre §u|j langen, -f" bieten «Stocfe als ipanbljabe. 
55er SDrar)t muf faß von ber Btdrfe einer btinnen <Sd)reibfeberfpule 
fein unb barf nid)t geglüht fein. SBlan nimmt bavon jwet etwas Ü6ea 
2^' lange «Stücfc feilt tljre (gnben um bic ^dlfte bunner, macfyt habe 
S5rar)te ungefähr \" lang glüfyenb unb laßt ftc langfam erfalten, biegt 
bann aus bem einen geglühten <£nbc eine fleine öefe, bte nid)t weiter 
fein barf, als bajj man ben anbeten Sraljt mit feinen Qrnben jiemlicl) 
letcftt bann bewegen fann, jleeft eins bcrfelbcn burd) jene öefc unb be; 
feftigt es fo, ba$ beibe £>raf)tenben eine livt ©cfyarnier Silben. Sann 
biegt man bic beiben fo vereinigten Srafytftucfe in einen ^rciS von ber 
oben angegebenen ©röjje jufammen, fo ba$ bk freien Qünbcn, welche 
man fpi£ feift, an einanber ju liegen fommen unb einen Stiel bilben, 
ben man in ben oben mit einer angemeffenen Oeffnung verfef)enen 
©toer" fteeft, fo ba$ er jwar ouS bemfelben wieber fyeraus gebogen wer* 
ben fann, aber felbjt bei ftarfer ^Bewegung beS ©d)öpferS mcr)t von 
fetbfl herausfallt. ,3ft bev 2>ral)trtng f)erauSge$ogen, fo mujj er ftd) 
mittelfl beS ©d)arnterS jufammenfd)(agen unb unter ben Dtod: fnßpfcn 
laiTen; an ben ©tiel befefftgt barf er mdjt jufammenfaltbar fein. C£r 
wirb burd) irgenb einen Ueberjug gegen ben Sioft gefd^ü^t, bann nd^t 
man ringsum ben feimlinncnen ^aef, unb befe|t feinen ©aum, bamit 
berfelbe nid)t vom 2)ra^tringc abgenu^t werbe, mit einem «Streifen 
bunnen weifj gegerbten ßeberS. Ißlan fangt mit biefem ©d)6pfer nid)t 
blo^ auf tuebrigen, ^albftraud)igen unb frautigen @ebufd)en, aud) auf 
bem @rafe u. f. w. ber SSicfen unb Triften (t^enbe %n\tttzn, fonbern 
aucl) bie f welche tu SSalbungen an ben SMumen umherflattern unb 
im freien umherfliegen, unb cS gcljßrt feine befonbere Uebung baju, 



G>onfett>cttion ber Insecta L, — Sftau^enf. 351 

mit btefem SBetfjeugc redjt viel^u fanden, mbem mau mit ber üeff; 
nung nad) bem Satter fc^tagt unb barauf fogletd) ben 3voTd)er (jeruntcr; 
fdjwengt, fjernieberjieljt unb bann bic 25eute, wetdje man beim «£>er; 
ausnehmen aus bem ©d)öpfer forgfdltig mit ber einen ^>anb von au£en 
mittel bec Semwanb bes 83eutefs fcflfjdlt, mit bei* anbern bcljutfam 
von innen ergreift. Samit ber §alter ftd) nid)t ben §lugelftaub a&ra6e, 
wirb tljm bk Sörufl etwas eingebrueft, woburd) minbefteng bk ^lügel* 
musfein geldrjmt werben muffen. Sine mit .f orf ausgefutterte ober 
bod) mit jerfc&mttenen tropfen tnwenbig beliebte <2>d)ad)tel jur 2(uf; 
nafyme ber gefangenen Rätter unb Nabeln jum 2luffpie$en berfelben 
muj? ber ©cbmetterlingSfdnger ftetö bei ftd) fyaben. S}dd)ft bem @d)öp< 
fer verbient bie ©cbeere ber Qi'rwdljnung: es ftnb f)kv 2 gleiche £)ral)t- 
ringe, wie ber ©d)6pfer einen l)at, - an ein fdjeerenartigeS @efM be* 
feftigt, unb über jeben £>ral)tring ift ein @tücf feiner ©aje lofe aus.- 
gefpannt, fo bag, wenn man bie beiben £)ral)tringe wie bk ©d;neiben 
einer @d)eere einanber ndfjert, um einen jwifdjcn ifymn beftnbu'cben fiaV 
ter ju fangen, biefer jwifd)en bie @ajcfldd)en geflcmmt werbe.- <£r fann 
auf biefe SBeife nid)t befd)dbigt werben unb es tft fefjr leid)t, if)n burd) 
bie @aje auf bie Stfabel ju bringen, worauf man bic dSdjeere wieber 
auSeinanber flappt unb bem fd)on aufgefpiefnen galter bk Sörujt ein= 
bröeft. <Sd)metter(ingsfcf)eeren ftnb überall ju faufen, bk @aje iß je; 
bed) meift ju ftraff baran auSgefpannt. ^lußerbem werben nodjanberc 
gangwerfjeuge empfohlen. (£s ift aber nod) feinem orbenttidjen @d)met; 
teru'ngSjdger eingefallen, ftd) auf feinen Srcurftonen nod) weiter ju be.- 
paefen. 

2lber nidjt alle (SdjmettetlmgSarten erhalt mau auf biefe SScife in 
gutem guftanbc, fonbern manche trifft man faft flesl mit labirten §lü; 
geln an-, viele Üben ben 5ag über in unzugänglichen ©d)lupfwinfe(n 
unb fliegen nur in ber 3lbenbbdmmeruug ober in ber 9?ad)t. S8on fok 
djen galtern ftnb bk Skupen meift ungleid) viel leichter ju Ijaben, als 
fte fetbft, unb wenn man biefe naturgemäß aufjiefyt, fo erhalt man 
vollkommenere S8ögef, als bk im freien umljerfltegenbcn. Sie (Srjte* 
Ijung ber Staupen erforbert je nad) ber gartljeit ober Unjartljeit eine 
feljr verfdjiebene Pflege. SSiele — unb bieg ftnb bk gemeineren, afflt* 
matiftrten — gebeifyen fd)on, wenn man fte in einen söcf)d(ter (etwa 
einen 3Mumenfd)erben ober ein SrtnfglaS), ber unten etwas mit @anb 
gefüllt ifr, in nid)t ju großer Sftenge bringt, ifjnen tdgltd) frifebe 2Mät* 
ter von ber 'Pflanje, woran ober in beren Stalle man fte gefunben §at, 
jum Butter gibt, unb ben Söefjaltcr oben mit einem ©tücfe ©ap ver^ 
fd)liej3t, bamit fte nidjt ^erau^eried)en, unb bod) bie freie ßuft guteitt 
ju i^nen ^at. (£twa$ <©d)atten — aber nid)t JDunfel^eit — , fdfd)c 
reine ßuft, frifd)eö unverborbencö Butter (baß man tdglid) frifcl) pfläefen, 
unb nur im 3ftot&f«ff im SBnfTer frifd) erhalten foüte), 9veinlid)fcit 



352 ßonfemtion ber Insecta. Z,. — Staupenf. 

(tvejjfyalb tdglid) ber Unratlj unb bic Ueberbleibfel be$ Sutterö vom 
^age vorder befeittgt werben muffen), unb 33crmeibung ber Ueberfül* 
lung burd) ju viel ^ubivibuen, burd) beren 2tnl)dufung fowofjl bk 
Suft tro§ ber neuen ^uftrömung nid)t rein von if)nen geatmet al$ 
aud) ©törung bei ben ©efdjdften ber 23erpuppung verurfadjt werben 
würbe, ift jur (£rjielung fd)6n au^getvadjfencr, feuerfreien Salter utu 
umgdngud) notljmenbig. 5Me feltencten 2lrten (äffen ftd) aber md)t 
gern ungeflraft tftre $reif)ett fo ganj entjiefyen, fonbern frdnfeln meiff, 
wenn man fie nicf>t im freien lajjt unb fte bort beauffid)tigt unb pflegt. 
SMe von SMattern v. f. w. le&enben Staupen tagt man am jwecfmdfjig; 
ften auf einem ganjen 93ufd)e ifjrer fftafyrung^pffattje, wenn biefe in 
einem ©arten, ber bem Staupen jüd)ter jur SiSpofition ftefyt, wddjfr, 
uml)erfiied}en, inbem man iftn mit ©aje, weld)e man am «Stamme 
ober ll\U feflbtnbet, überjieljt, unb btefelbe je nad) bem Socburfuiffe, 
tdglid) ober wödjentlid) u. bg(. m. an eine paffenbere ©teile Ijtnjiefjt 
— (benn balb ift bat Butter an ber ©teile fo weit a&gefrefien, bafj 
eö nicht meljr ausreicht, balb fangt bk Staupe eine anbete Sebenöweife 
an, will ftd) verpuppen u. f. f. SSBenn fo bk Staupe auf ber im S3oben 
wurjelnben Q3f!anje gejogen wirb, gebeizt fte fieser am befjtcn, unb 
auf biefe SBeife ftnb 5. S&. bk ©ebrüber DD. (£l)avanne$ in ßaufanne 
ju tfjrer treff(td)en ©ammtung gekommen. Qabä ift aber fretö ju be* 
adjten, ba$ bk Staupen nie ber brennenben ©onnenftrablen au$gefe|t 
feien, benn biefe werben von ifjnen ttidjt ertragen. SBenn man eine 
Staupe, beren ßebenSwcife man nod) nid)t vollfommen fennt r im freien 
fünbet, mufj man fte notljwenöig einige Seit binburd) erft beobachten; 
benn manche Elften galten ftd) bk meifte Seit bc$ 5agc$ über an ganj 
anberen Wirten auf, atö ba, wo fte freffen, unb anbere ftnb nid)t mit 
bem Sutter, wctd)eS ifynen eine 'pjknjenart ober ein ! PfTanjentl)eil ge* 
wdfjrt, jufrieben, fonbern verlangen gleid) ßccfermdulern, bk SMdtter 
u. f. w. von verriebenen ©teilen einer 'Pfianje j. 95. ^erjbldtter, 
©tdngelbldtter unb SBurjelbldtter. Äiejj ftnb jrcar 2lu$naf)meu, bk 
feiten vorkommen, aber eben be^alb bk metfte 23erücfftd)tigung vetv 
bienen, benn folebe 2(usnal)men machen ja nur feltene Staupen, bk alfo 
aud) feltene puppen unb feltene ©d)metterlinge unb im günftigflcn 
gallc aud) nod) fiudjtbare, feltene (£ter — eine wertvolle Sörut — 
geben. §tnbet man eine Staupe fef)r fern von feiner 93eljaufung an 
einer ^PfTanje, bk man nid)t tdglid) ober vielleid)t in langer Seit ntd)t 
frifd) fyabcn fann, fo nimmt man natürlid* fo viel §utter mit, aus 
man nur in gutem guftanbe nad) «£>aufe fd)affen rann, wobei ju be* 
merfen ifl, ba$ man gut tfjut, bk ©d)nittfldd)en ber Sweige mit SSad)g 
ju verfleben, bamit baö Butter nid)t weife, bafj man baffelbe ju einem 
SSouquet binbe, nid)t mit ber blojjcn J?anb anfafTe, fonb ecn erfl nod) 
in ein Rapier einfd)(age, unbbajj man enblid) bamit fo viel a($ m6glid> 



Gonferwttion ber ^nfeften. 353 

im ©chatten gel)e. §u ^aufe fe£t man einen Sljeil ber gweige in 
feuchte @rbe, wo fte juweilen wurjeln, ben ü&rigen Sljeil in feifc^cö 
SBafTer ober in nafie Srbe. Sftandjmal will fld) baß Butter auf btefe 
SScife nid)t lange genug galten, unb bann mufj man verfugen, ob 
bie iKaupc nid?t auch, von anberen ^flan^en aus berfetben ©ewdd)^ 
fetmitie frtfct. Sie 2ferjte, >pi)armajeuten unb Söotantfer whTen fel)t: 
gut, ba§ viele 'Pflanjen einer unb beffe(&en Familie df>nlid)e ^rdfte, 
alfo biefe(6en ©toffe in größerer ober geringer 3ftenge befifjen, j. So. 
Die 'itmwgbaleen bie SMaufdure u. f. w. £>te|j füfyrt fogar ju einem 
entomologifcfyen ©efe&e; „eine unb btefctbe Staupe fann burd) mcfyre 
nal)e verwanbte ^Pflan^en einer Familie ernährt »erben unb verwanbte 
SJvaupen fel&ft narren fiel) von verwanbten 'Pflanjen." <©o faf) td) vor 
einigen 3«fji'en- eine ©pannerraupe an einer Robiuia unb eine df)nltcl)c 
©pannerraupe, aber von einer anberen 2lrt, fanb 'Prof. Söurmeifter auf 
©cbming&ofynen; Untere wurb ein Ermangelung von 23oljnenbldttern auf 
mein ©efud) mit Stobüuenbldttern — unb mit Erfolg — gefüttert, ©cljt 
alfo einmal baß $utter au$, fo vcrfud)c man mit dfynticfjen 'Pflanjen/ unb 
jwar ift eö gut, wenn man bat fd)on bei Seiten tljut, wo bie eigene 
lid)e Sftajjrung fnapp ju werben beginnt; benn e$ ift eine foldje Um; 
dnberung mit bem §mter bem ©pdfjnen ber ^inber ju vergleichen. 
§mbet man im anfange beö $rüi)lingö eine ü&erwinterte Staupe, bei 
ren SfJa^rung^pflanje nicljt befannt ober noch, nicl)t vorljanben ift, fo 
verfucfyt man mit allerfyanb früfytretbenbcn @cwdd)fen mie Stellaria, 
Plantago, Lamium, Rumex u. bgl. m., biß man auf bie paffenbe 'pflanze 
gekommen ift, fugt aber ftetS nod) einige vorjährige, verhelfte QMdtter 
berfelben «Pflanzen bei f weil manche Raupen bei ben erften SDialen 
niebj gleid) frifdje 92>ldttcr, fonbern vorljer noeb einige veiwelftc anfref- 
fen. 3lud) barf man folcfye Staupen nid)t gleid) auf falte, feuchte Qürbe 
bringen, fonbern man muH iljnen eine Unterlage von troefnen, niebt 
ju falten ^oljfpdljnen u. bgl. m. geben. $ttel)re Raupen leiben nicfyt, 
bajj mau iljr Butter in 9Ba(Ter ftellt : biejj ftnb befonberö foldje,. bie 
von ©ewdcbfen leben, melcbevorjugöweife auf magerem, bürren Stoben 
waebfen; für biefe muf tdglid) ganj frifdjeä gutter geholt werben. 
Gnblid) am fcbjimmften fommt man mit benen fort, welche in <&tam 
geln, befonöers in SÖaumftdmmen ober Sweigen leben, £>ie in ©tan* 
geln von SBaffer pflanzen ftcf) auff)attenben Staupen lafleu ftd> nod) jtenv 
lid) leicfyt erhalten: man fefit ben abgefdjntttenen ©tdngel mit ber 
Svaupe Darin in SSaffer unb ftefyt er nid)t me^r gut auö, fo wirb ein 
neuer <©tdnge( geholt, bie Staupe ba l)memgebrad)t, unb tiefer in 3Saffer 
gefegt. 2>ie in ^oljigen ©tdmmen unb Steigen (ebenben 3\aupen 
j. 23. bie ©eftem, <£o)Tus(aroen laffen fiel) im Simmer ober überhaupt 
fünftueb, faft gar nidjt gut folyen, fyat man Ü6er einen ©arten ju bi$; 
poniren, fo fann man fte in bie 3weige ober ©tdmme ber baju paffenben 

23 



354 (Sonferwttton ber ^nfcften. 

.^oljgewdcbfe beffel&en verleben; metfi fudjt man jebod) bk puppen 
auf, die tljcite unter ber Qrrbc jwtfcfyen SBur&eln, t()eil$ im ^»otje $u 
fmben ftnb. Sie puppen, weldje man gejogen ober gefunben f)at, er< 
Ijdlt man am beßten im gefunben 3ufranbe, wenn man fte in fjatö mit 
Qürbe gefüllte Blumentöpfe auf eine <§d)td)t feudjteS SBlooä legt unb 
mit feuchtem Sftoofe bebeef t, welches Ijin unb wteber angefeuchtet wirb. 
2fud) bie puppen «erlangen reine £uft, wofür ©orge ju tragen ift; 
namentlich barf man nie fo viele jufammen legen, ba$ fte über einam 
ber gefristet werben muffen ober btd)t gebrdngt an einanber liegen, 
©obatb bk Seit Ijerannafjt, ba$ bie (Schmetterlinge auftupfen, nimmt 
man aUmdfjltg ben größeren $J)eil be$ o6en auf ben puppen liegenden 
SDioofeS fort, fo ba$ nur nod) eine geringe Bebecfung bleibt, überjiefjt 
bk $öpfe mit @aje, bringt fte meljr an "Sageglkbt unb fterjt öfter ju, 
ob nod) hin ©djmetterttng ^erau^gefommen ift. ©obalb man einen 
bemerft, fyolt man @cbmetteritng$fd)eere, ©pannbrett, Nabeln u. f. w. 
rjerbei, verfcfjlie^t ^Ijüren unb §enfter, öffnet ben 5opf, worin ber $aV 
ter ftcb beftnbet, la$t tr)n frei herausfliegen, fangt iljn mit ber ©djeere, 
unb freeft ifjn auf eine Sftabel um tfjn fofort augjufpannen, wenn man 
nid)t mebre puppen von berfelben litt r)at unb iljn bafjer etwa nod) 
vorfjer $ur Qrrjtelung einer jungen Brut benu|en will, in welchem 
§alle man i&n in einen großen gldfernen Bebdlter ober in einen haften 
bringen muß, worin er fief? ntcf)t fo leicr)t bk flöget befc^abigt. 3 U - 
weilen erhalt man auö puppen weibliche galtet*, bte or)ne mit einem 
SDtanncfyen jufammengefommen §u fein, ?urj vor bem 5obe ntd)t aüzin 
düier — benn bteß fommt gar ntd)t feiten vor — fonbern fogar frud)t-- 
bare <£ter (egen. SDian Ijat bteß fcfyon ^duftg behauptet unb jebeSmal 
von anberer <&titz fyv, ofjne Angaben von ©rünben, bloß weil e3 um 
glaublid) fcfyien, beftrttten. 33on ben Blattldufen unb einigen dfjnlid)en 
Werfen wiffen wir, ba^ eine einmalige Befruchtung für mefjre ©enera/ 
ttonen bcffelben %a§ve$ ausreicht, unb wenn aueb bte Blattldufe etwas 
unvollkommener organiftrt ftnb, ali Bte Salter, fo ift bat §aftum md)t 
minber merfwürbig unb wunberbar b. Ij. unbegreiflieb. 33on Orgyia 
antiqua r)abe icb um brei %a§vi fynbmd) 2ler)nud)e6 beobachtet. %<fy 
Ijabc bk Raupen einzeln aufgewogen, b. r). jebeSmal nur eine Staupe 
gehabt, bk barauö genommene 'Puppe allein in eine geräumige 'Papp* 
fd)ad)tet gelegt, beren Sectel nid)t burd)löd)ert war, fo ba^ von außen 
nid)t$ Srembeg bineinfommen fonnte. <£$ war jebeSmal — nur mit 
einer einzigen 2tu$nafjme i. 3. 1843, wo bat SJttdnncben übrigens nur 
vier 'Sage btnburd) (ebte — ein 2Betbd)en gewefen, unb alle SBcibcben 
legten furj vor bem $obe ©er, welche von jebem 3Beibcben gefonbert 
in ein ©cbdcb.telcben, baß oben eine angemeffene 2luffcbrift erhielt, ge* 
t^an, bei ©eite gefegt — unb regelmäßig vergeflfen würben. %n jebem 
33Zai bin icb a"3 meiner S?inter|tube in baß ©ommerjimmer gejogen ; 



donfetwttton ber %t\\dttn. 355 

beim aufräumen fanb td) bann bte <Sd)ad)teln, unb beim üeffnen ber* 
felben — 30 btö 50 tobte Orgyia-SRdupcfyen: eö war ein Sljeil beratet 
befrudjtet gewefen unb au$gefd)tüpft, ber gr50ete 'Sljett war jebod) 
nid)t aufgenommen unb ba&er ntd)t befruchtet gewefen. (£$ wirb jeber 
biefj ^aftum burd) Sßerfud) betätigen fßnnen, benn nad) meinen bißf 
Ijertgen a3erfud)en, bie td) in Sofge einer jufältigen Sntbecfung mad)te, 
ju urteilen, febetnt btefe (Stgenfdjaft, o^ne Begattung befruchtete ©er 
legen ju fönnen, 6ei Orgyia antiqua fonfrant ju fein. — 'SEfteljre 
puppen fangen/ entweber in ©efpinnfien (j. $5. Bombyx) ober nur 
burd) einige Säben befeffigt, an SBdnben u. bgt. m. (j. So. Pieris, Va- 
nessa); wenn man von jenen einige gefunben ofrer gebogen l)at, fo 
legt man jt* ju ben übrigen jwifd)en Sßlooä, bie ber Tagfalter aber 
fud)t man wteber in biefelbe Sage ju bringen, in welcher man fte ge* 
funben §at, b. f). man ftebt fte mittelft eines ganj fteinen wenig ©um,' 
mi an bte %nnenfl.ad)e einer @d)ad)tettt)anb, fo bajj ber Salter nid)t 
geljtnbert wirb, bie 'Puppe ju fprengen unb fyerauS jufommen. <Sd)lie^ 
lid) ijt ju bemerken, ba£ man faft 8 Monate beö 3a^reö f)inburd) 
(Srüijling, ©ommer unb J?erbft) nad) Raupen unb puppen fudjen 
fann, wobei bic billigen SKaupenfalenber von @d>warj, 93ogel (— mit 
2luönafjme ber etwa$ s« rofycn 3lbbi(bungen — ) unb Söuljle, bic 
©djmetterling^ralenber von @d)ott, Söuf)(e u. f. ro. bem Anfänger von 
Sftu^en fein werben. 

2>ie Salter, ju benen man nun auf bte eine ober bie anbere 
SBeife gekommen ijt, fßnnen ntd)t in ber (Stellung, bte fte im *£obe 
angenommen fyaben, in bie ©ammlung gebrad)t werben, weil bie $l\v 
gel enttveber in bie ^5ßbe gerichtet ober ungleid) nad) hinten gelegen 
(tnb. Um bem Salter fein fd)öne$ 2lnfef)n wieber ju geben, mu£ man 
ifym bießage geben, welche er beim fliegen annimmt, b. I). man mujj 
feine §lugel fo weit e$ getyt ausfpannen. 3war Happt ber Salter bie 
Slügel beim Sluge aud) gegen einanber, aber biefe Haltung würbe für 
bie ©ammlung fd)on bejjjjalb nid)t paffenb fein, weil ber fd)önfte 
(£d)tnucf unb ein 5ljeü ber Untergattunggcfyaraftere altfbann verbeut 
waren unb man aud) 33}ufje l)aben würbe, bie fftabel anjufaffen, unb 
enblid) jtanben fo bei einigen feljr großen S">tmen £• 83. bem großen 
3?acf)tpfauenauge, aud) bie Slügelfpifcen über ben Slanb beö <Sd)ub/ 
faften$, welcher ben ©djmetterling aufnehmen foll. Sie Siegel wer* 
ben auf bem dSpannbrette, einem 3injtrumente von feinem, weichen, 
glatten ^>olje, baß man fieb, nötigen Bauet felbji machen fann, aber 
billig unb am jwecfmdgtglten gearbeitet von bem ^ifdjler Werfe in 
Söerlin (Sifdjerftraße 28), welcher aud) bie bebten 3«f^tenfd)rdnfe 
fertigt, fauft. £>a£ ©pannbrett be(tel)t auö 2 gleid) langen unb breix 
ten, gleid) ^o^en unb ganj glatt gehobelten, parallel neben einanber 

23* 



356 Sottfev&atton ber Snfeftett. 

liegcnben unb eine fcem Seibc be$ Schmetterlings angemeffene Spalte 
ober ^(uft jwtfchett ftd> (affenben, auf jwet gleich Ijolje Ctucrleiften 
befeftigien SÖrettern, auf bereit untere (Seite eine ^orfleifte angeleimt 
ift, fo bafj biefelße bk Spalte von unten verbeeft unb ju einer SRinne 
jur 2(ufnaljme beS Schmetterlingslcibes macht, ber, auf eine ^nfeften^ 
nnbet gefpießt, auf biefe Äorflctfte gefteeft wirb, wefjha(6 felbige auch 
nicht oben mit Seim befchmiert fein barf. Sie öuerlciften, auf benen 
bk btiben 95retter ruhen, muffen fo Ijod) fein, ba$ änc anbere banne 
SdngSleifte, welche bk betben £tuerlctftcn mit einanber verbtnbet unb 
gerabe unterhalb ber .f orfleifte liegt, von ber burd) bie (entere geljenbe 
SchmetterlingSnabet nicht erreicht wirb. Sie untere SdngSleifte ift nicht 
unumgänglich, nötbig, bient aber jur befferen 93efcfltauiig, fd>i5&t bk 
S^anb vor Sftabelfticbcn, unb bewahrt auch bie Sftabelfpifjen vor bem 
Umbiegen ober bem 2tnfto$e an einen fremben Körper. Sie breite bet* 
Söretter unb bk breite beö jmifchen iljnen befinblicben Swifchenraumcö 
richtet ftcf) nad) ber ^lugellange (ober fogenannten Slügclbreite) unb Sei? 
beebide ber Rätter, wcpfjalb man ungefähr 10 vcrfcfyiebene Säumern 
Ijat. Sie ßdnge tft immer fo, ba$ man mcljrc Sdjmetterltnge auf 
ein einiges Spannbrett bringen fann, unb betragt je nach oer 93reite 
8—10—12 gott. SaS Spannbrett mug mit großer ©enauigfeit gearbeü 
tet kin, unb bk ganje Sänge beffclben tft burch, feljr feine, gleich tveit 
(3—6 Sinien, je nach ber ©röjje beS SpannbrettcS) aus einanberftchenbe, 
parallele, bie SdngSrinne fenfredjt burchfchncibenbc SMciftiftliuien wie eine 
Scata eingeteilt, bamit bk Schmetterlinge nicl)t fd>ief auSgcfpannt 
werben. SaS 2(uffpannen fann nur bann vorgenommen werben, wenn 
ber kalter noch S««i wetd) b f). in allen feinen ©clenfen ivie bei 2cb* 
jeiten biegfam ift, alfo entweber gleich nach feinem 5obe, ober nach/ 
bem er tvieber aufgeweicht worben. SaS aufweichen geflieht entive-- 
ber burd) ftebenb^ci^cn SKafferbampf ober burch feuchten Sanb, worauf 
man ba$ aufjuwetd)cnbe 3 n frft wie auf eine ^ortleifte ftecFt unb wo 
man c$ einen ober einige 5age Idßt, bk man feinen Sw^cf erreicht 
hat. Sa^ 2luffpannen gefd)ieljt auf folgenbe SBeife. Sie 3?abel, worauf 
ber §alter gefteeft ift, mujj fo burch beffen 9DZitte(6ruftftöcf geljen, bn$, 
wenn fte mit ber Spi£e vollkommen fenfrecht auf eine gan& horizontale 
<£bene geftcllt wirb, alle gleichnamigen unb forrefponöirenben ^heile 
beS ^»l'cftcni'umpfeö gleich weit von biefer horizontalen (£bene entfernt 
ftne«. 3?un fotl bk ^orfleifte beS Spannbrettes eine folche fjorijontalc 
(Sbene fein, in bereu SdngSmittellinte bk fftaoet mit bem galtcr fenf; 
recht gefteeft rokb, fo ba$ bk SdngSmtttelltnte beS Schmetterlings in 
bie beö Spannbrettes fallt, unb jwar wirb bk 3?abe( f^ tief hinein; 
gebracht, ba$ ber glugelgrunb gerabe auf bk beiben SBrctter reicht unb 
bie auf biefe hcruntergelegten ^(ugcl überall bicht anfchlie^en, alfo we; 
ber mit ihren Spifcen gefenft noch erhoben finb. Sie pjje muffen 



(Sonfemtion ber 3nfeften. , 357 

ba6ci auf bem Äorfe tuljen ober an ben Seit) ge§ogen fein unb bürfen 
md)t auf bk SSretter fommen. D7un werben ju ben ©etten be$ fo be; 
felligten Stumpfes nod) einige bünne 3nfeftennabe(n btebt an ti)n (jeran 
fcnftcd)t in ben Rovt gejlecfr, fo ba$ eine 23erfd)tebung btß Stumpfet beim 
2(uffpanncn nid)t mögtict) rfr. 3^t werben bie Stügel, wenn fte nod) niebt 
felbfi auf baS©pannbrett gefallen ft'nb, befjutfam herunter gelegt unb mit 
(bünnen unb feinnaien, aber ganj ebenen, teifrenfiJrmigen ©taSflreifen 
befdjwert ober in Ermangelung berfetben burd) eben fo geformte) ©tret; 
fen von glattem Rapiere, welche man quer über bk Slügel, alfo in 
einer ber Seibeelange.parallclen Stiftung, (nidjt allju(trajf) legt unb mit 
einigen bünnen ©tecfnabeln lofe auf baß ^>olj befejligt. 2>arauf jteljt 
man bk Slügcl ber einen Goeitt, ganj in bem Söerljaltniffe, wie fk 
beim Stiegen an einanber liegen, mßglid)ft weit mit einer Rümpfen, 
feljr bannen ©tecfnabel nad) voin, bte man, falls bk Slügel nidjt 
genug nachgeben ober fte vielmehr gleid) wteber ttjre alte Sage anneh- 
men motten, befjutfam gegen eine 2tber jtemmen fann, wafyrenb man 
gleid) nad) Erreichung ber rtd)tigen Sage mit bem Zeigefinger ber al- 
beren Spanb baß Rapier (ober ©laö) feft barauf brueft unb nun von 
beiben ©etten a6er nidjt burd) bk flöget, jeberfeits mit 2 Nabeln 
fcftftecfr. 2)a bk Nabeln ber <Papierftreifen auf ben Sörettern nur fefjr 
lofe fjaften, — bmn wollte man fte tief Ijinetnßecfen, fo mürbe bk 
Oberflädje ber Bretter ju uneben (raufj) werben, um fte ferner jum 
3tuffpannen von ©cfymetterttngen ju benu^en — , fo fommt es Ijauftg, 
bau &ci ber geringften Erfcfcütterung eine ober einige Nabeln losgehen, 
unb eS märe bann alle Sßülje umfon|t gemefen, wenn man nid)t 53or* 
fetjrungen getroffen tjatte, woburd) es verljinbert wirb, bafj bk Slugel 
ftd) verfdjteben; unb biefe 33orfefjrung bagegen beftefjt einjtg unb allein 
barin, ba$ gleid) beim ^fuffpanuen neben ben 'Papterffreif jeher (Seite 
nod) ein cu)n(id)er jweiter über bk Slügel gelegt wirb. ©oll gar fein 
©taub baju fommen, fo fann man enbttd) bk betben Slüget jeber 
©eite nod) mit einem größeren ejuabratifeben ©tücfe glatten 'PaptereS, 
baß man ebenfalls feftjlecft, bebeefen. Enblid) legt man aud) bk $uf)l< 
Körner jured)t, meldje man nötigen SalleS mit ©tecfnabeln cinjwan? 
gen fann, was aber metfl überflüffig ifr. 

2llle 9ftacf tflügcler (Hyinenoptera, Diptera, Ncuroptera, Rhynchota 
Homoptera u. f. w.) werben gerabe eben fo bejubelt, nur braucht man 
Ifjter nid)t fo ängjllid) unb befjutfam ju fein, wk bzi ben ©djmettctv 
tingen, weil fein ©taub ab^uwifdjen geljt. 2tucf) Ortboptera fpannt 
man zuweilen auf, aber biefe büfjen maft ifjre Sarben, befonberS bk 
grünen ein, wcfjfjalb man fte äufjerfr fdmell troefnen unb fogar nod) 
auf bem ©pannbrette mit einem bünnen Sacfe überjietjen mujj, wobei 
man ftd) in 2ld)t ju nehmen fyat, ba$ man bk Slügel nid)t feflleimt. 
S3ian barf fein ^^ier irgenb früher vom ©pannbrette nehmen, aiß biß 



358 (Sonfervatitm bei* Snfefien. 

eS vollfommen ausgetrocfnet ift, unb ftc^ aus feinen, bin*«*) bas 2Juf; 
fpannen angenommenen, Stellung niebj meljr vergehen fann, wefjfyalb 
man, um ficher ju geljen, jebeS 3:Ijter ungefähr 14 "Sage bis 3—4 
SBodjen nadj feinem tobe, je nach ber S)icfe beS fieibeS, vor ©taub 
gefault auf bem ©pannbrette lafjt. Um baS "Srocfnen etwas ju 6e; 
förbem, namentlich bei feuchter SBitterung, fann man eine fogenannte 
©arbinennabet bem %nfoU burd) *> en "Xfkv *" oen 2ei6 bis jur SÖruft 
(leefen unb nun ben Sftabelfopf rotljglübenb machen unb einige %eit 
fo ehalten/ bann atlmdljlig abfiHyten laffen unb bie Sftabel vorftchtig 
unb ohne übertriebene ©ewaft (angfam ^erausjie^en. SSerfdumt man 
baS völlige 2tu6trocfnen, fo werben bie SBeicbtheite oftmalig ftöfftg^ 
watratrjartig, eS greift biefe ©toffüerwanblung wenn auch, anfangs febr 
tangfam um ftch, unb julefct wirb bafj ganjc Ztykv ßtig unb bat bann 
auch, fdjon bie ndebfren angefteeft, fo ba$ in fürjefter Seit eine ganje 
(Sammlung ju ©runbe geljen fann, inbem bk angetfeef un ^nfeften 
faum vor ben übten folgen ju bewahren ftnb. SaS Oeligwerben jeigt 
ftd) befouberS bei @d)metterlingS(eibern, unb läßt ftd) einige ©iepoft* 
tion baju oft fd)on bei ben Staupen ftnben, bie häufig auef) fcf)r Streich 
unb beibalb febon jum Verbrennen als Siebt benufct worben ftnb; 
aujjerbem fommt biefe QctgentfjfimUdjfeit aber auch einigen Käfern, 
namentlid) ben SBaflcrfdfern, einigen Orthopteren, $. 93. Maulwurfs; 
grille, wenn g(etd) feltener, ju. 23et Käfern, ^eufchrcefen, SBanjen 
u. bgt. m. finbet eS viel fyduflger flatt, ba£ wenn bk Spiere nid)t voll* 
fommen ausgetrocfnet in bk «Sammlung gebracht werben, biefe, befon* 
berS wenn fte noch an einem etwas feud)tcn Orte flefyt, vom ©d)ttw 
mel aufgerieben wirb, was fafi: eben fo fchlimm ift, benn verfebimmette 
(Sremplare ftnb nicht mehr ju reftitituiren. guwcilen fommt eS aud) 
vor, namenttid) bei metjren fd)arfe @dure entr)a(tenben Werfen j. SO. 
Spondylis huprestoides , baj] bk Sftabetn, vorjüglid), wenn fte nid)t 
ftarf verjinnt ftnb, ganj mit ©rütifpan bebeeft werben, welcher jutc^t 
ftch fclbft ober baS %n\eU hinwegsieht, liefern Uebel fann man ab< 
tjelfen, wenn man ein fliehe» Sremplar Ijerauentmmt, befjutfam »Ott 
ber ©rünfpanmenge mit einem SOiefler ober einer STJabct befreit, bann 
von ber Sftabet fdjiebt, auf biefe ein @ti5cfcf>en .fartenblatt fteeft, bann 
wieber baS^bt^ baraufbringt un?> enblich nod) ein ©tftcf ^artenblatt 
auf bk Sftabel fd)iebt, unb nun bk 37abel auf einem (£nbe unb nad); 
her auf bem anbern in einer ^erjenflamme burcfyglüljt, bis bk legten 
Slefle bes ©rönfpanS vcrjTöchtigt ftnb, worauf man baS Zfyki' bei)\xU 
fam auf eine anbete, noch md)t gcbraud)te, fe^r wenig fldrfere 37abet 
bringt. "Dttebre befchmu^te Äfifer talfen ftcb aud) gut mit ©chwefeldtecr 
reinigen. — 3vdfer, SBanjen, ßabiburen u. f. w. werben fetten aufge* 
fpannt; ba es aber wichtig ift ben Verlauf ber albern unb bk 2ina< 
flomofen berfetben ju fennen, namentlich von ^dfern, fo ftebt man 



ßonfevvatton t>ev Snfeften. 359 

wobt mit verbdnntev ©ummfoufiöfung bte gtögel, \m Die SOcunbdjetle 
(Unterfiefer unb Unterlippe) welcbe man forgfälttg am ausgeweichten 
^nbivibuum ausgesogen fyat, wäfjrenb Oberlippe unb öberfiefer, bte 
ftd) fo fcbon ernennen lafien, baran geblieben ftnb) unb ctlmltcbe, wicb* 
tige €^araftere barbtetenbe, aber mebr ober weniger verflechte ^fjetle 
auf bk ^ebrfette ber Sttquette, meiere unter bem Sljiere mie btefeS 
an ber Sftabet fietf t. — Sie langfam laufenben ^äfer, SBanjen u. f. tv. 
fangt man metfr mit ber ^>injette ober ergreift man juroeilen audj mit 
bm blojjen Ringern; mefjre 'DttiftMfer, tvie Copris, Scarab. Typhoeus, 
Aphodius, Onthophagus unb bemnäcbfl ©Üpfjen, Necrophorus u. f. W., 
bann §elb; unb Maulwurfsgrillen u. bgl. m. gräbt man an geeigneten £>r; 
ten (unter ^oti) ober Haß, juwcilen aueb nocl) bann) mit bem ^pflanjem 
fpaten aus unb ergreift fte bann mit ber Q^tnjcttc; bte fcbnell Siegern 
bm <£ictnbelen, Clythus u. f. tv. verfolgt man mit bem ©clj5pfer; 
fämmtlicfye SSBaflerinfeften verfdjafft man fiel) mittel)* beS ^amenS, ber 
ganj tvie ber <Sd)6pfer eingeriebtet tft, nur einen berberen, bteferen 
©tiel unb ben @acf v>on gröberem ©toffe l)at, fo ba$ burd) lefcteren 
ber größere tyeil beS SBafferS in furjer Seit abläuft olwe btn gefan; 
genen 3nfeften, mögen fte noeb fo flein fein, tvie j. So. einige SptiSri; 
ben, ganj junge <£pl)emeren(ar»en u. f. f. ben Surcbgang ju geftafc 
ten. 2>en 2ar»en bei 2lmetfenl5wen u. bgl. m. barf man nur beljutfam 
mit ben Ringern nachgraben ober b&cl)ftenS ein Keffer baju nehmen. 
2>te gefangenen vollkommenen ^eefe ber l)artfcf)aligeren ober §avu 
bdutigeren Örbnungen ($afer u. f. tv.) ftecFt man, tvte gefagt, metft 
in §lafcf)cben mit Spiritus, boef) btfrfen fte, tvenn fte für bk <Samm; 
lung benu|t werben folten, niebt langer barm liegen bleiben, als bis 
fte Dollfommen tobt finb, fonft tfcfyt ber 2ltfol)ol bk <lfytw aus unb 
bk färben werben bunfeler, fd;mufciger nnb ber ©lanj »erliert ftd) 
ober wirb matt. Sßiele fönnen gleicb bm ^altern feinen «©ptrttuS er* 
tragen, biefe bringt man in baß SftottengtäScben, ebenfalls ein §ldfcbs 
eben mit weiter Sßunbung, inwenbig mit einigen 'Papierfcbni^eln locfer 
angefüllt, bannt bte ^terc^en beim öeffnen ntd)t gleicb ben 2CuStveg 
finben. «Selbft Motten, bte man niebt gut mit bem ©djßpfer fangen 
unb niebt fo leid)t auf Nabeln bringen fann, flecft man bier binein. 
SRaubinfeftm muffen abgefonbert etngefperrt werben. Surdj ben ^orf 
beS glafcbcben gebt noeb eim mit einem langen 'Papierpfropfen veiv 
(topfte ©dnfefeberfpule, burd) welche man um noeb fteberer ju gefjen 
unb ntebts unnötig von ber 93eute ju verlieren, alles baß (jtneinfteeft, 
was leidet l)tnburcbgel)t. 

^cbUejilicb noeb nn par vereinzelte Bemerkungen. 

übgtekb bk ^nfeftennabeln f!ets fo befebaffen ki^ mufifen, ba$ 
felbft bk feinfren unter i^nen, wenn man fte mit Säumen* unb Seige; 
ftngerfpi^e blo^ an bem $opfe plt, mit Ceic^tigfeit in mw Äorfplattc 



3G0 ßonfervatton bei* Snfefteit. 

fcnfrcd)t JjineingetfccFt werten f6nnctt — Nabeln biefer litt fertigt in 
S&ttlin, Sinbenflraße 35, ber Nablet* Kläger, welcher aud) für baS 
^öntglidje entömo(ogtfd)c .^abtnet in SÖerlin arbeitet unb feine 2Baaren 
felbfl 6iö nad) Baltimore verfenbet — fo fann man, ba bie ^orfletflen 
mit Rapier überwogen jtinb, bod) md)t miffen, ob man nietjt jufdllig 
eine Ijarte «Stelle trifft , wovon bk 3?abet abgleiten möchte, wa$ eine 
Zertrümmerung bei an berfclben flecfenben, fpröbe getrockneten Z\)w 
reo jur §o(ge Ijaben fönnte, unb ei ifl beö^atb jweefmaßig mit einer 
feinen JDrafjtjange, bk aber fo gebogen ifl. tz: ^ . i verfemen 

ju fein. ?0iit biefer faßt man bie fftabel unter bem 'Sfyiere an unb 
jlecft fte fefl in ben ^orf ber Seifte. 

2(u$ldnbtfd)e lüften faufe man fo wenig ali möglich; man bc* 
jaf)(t fte fafl fretö, wenn man fte aud) nod) fo wof)(feil fauft, über 
tfyren SBertl), weil man nicfyt (eict)t ba^u fommt, auf biefe Sßeifc etwas 
23oüfldnbtgeg, ben wtfTenfd)aftlid)cn Bwecf (£rfüüenbe$ ju erfangen. 
Sßer aber einmal faufen muß, ber muß aud) einen ^cnnerblicf l)aben; 
benn nirgenb ifl ber Söetrug beim 9?aturaucnf>anbe( größer unb leid)* 
ter &u vollführen, als beim 3 n f c ^ cni?ct 'f au f- 2(m ftcberflen geljt man, 
wenn man von faclwerflanbigen 3iaturaltenl)dnblern von gutem Stufe 
unb bie felbfl ein «Streben nad) 5ßifTenfd)aftlid)fett an ben $ag legen, 
wie j. £5. Supont in tyavii, ©raff in Berlin, sbrfege in Hamburg, 
$ranfe in fietpjtg, für inldnbtfdje Ädfer namentlid) Silben in 2lfdjerg* 
leben, fauft, wobei ei ftd) bann wol)l hin unb wieber ereignet, bajj 
man etwaä meljr bejafjlcn muß, a\i bei Unbeven. (üiinfj^imifebe ©lie; 
bertbjere fud)e man aber flets felbfl ju fangen unb wo möglich, aud) 
ju cr$ief)en; bie bavan gewanbten öM|ett belohnen ftd) reid)lid), unb 
bürfte aud) mo()t etnfl für bie 2öiffenfd)aft eine anbere ^eriobe anbrechen, 
ei in ber bem ^orfdjer überbieß nod) bie baaren Fluglagen erfe^t werben, 
wenn er eine neue, wenn aud) anfänglich, für bk SBiffenfcbaft aüein 
SBertf) Ijabenbe, S8Sar)r^eit aufgefunben i)at. S)tc au6(dnbtfd)en formen, 
beren man ju bebürfen glaubt, um ju einer befferen fyflemattfeben 
tteberftebt ju gelangen, ober um neue <£f)araftcre ju einer Unterfdjci* 
bung nafje venvanbter Wirten ober (Gattungen ju entbeefen, ober um 
eine 5öerg(cid)ung ber §auna jweier verfebiebener ©egenben anjuflellen 
u. bgl. m., verfd)affe man ftd) fo viel a\i möglid) burd) ^aufd). &a^u 
ifl ei aber nötbjg, bafj man aud) gute «Sachen in moljlerfjaltenem 3u* 
llanbe gut verpaeft fortfenbc; benn fonfl fann man nichts &utei wieber 
»erlangen. SOian fpare unb geije bjer nid)t, gebe fclbfl unica fort, 
wenn fte niebt ju ber ©ruppe geboren, bk man gerabe flubirt; von 
tiefet* jebod) laffe man |letö nur wirflid)c 2)oub(etten (nicl)t bloß von 
berfelben Htt, fonbern aud) von berfclben ©pielart ober fltmatifd)cn 
2lbdnberung u. bgl. m.) ab. Söeim (Sinpacfen jur Sßerfenbung fcl)e 
man ju, ba$ wenn man bie 3nfeftenfd)ad)tem umfe^irt unb mit ber 



Gonfemtiott ber SBh'fceftfite« ün Slttgemefnen. 3G1 

flachen «£>anb jiemltd) frdftig ouf ben 55 oben fcbjdgt, feine Sftabel von 
bcit Äorfleiflen unb bei* Äorfptatten abfalle. ©inb alle fftnbcln feft, 
fo verflebt man btc ©d)<ubteln, wc(cf>c am Deuten viereckige ^app.- 
fd)ad)teln ftnb, fo ba$ hin Ungeziefer l)inein fommen fann. £>arauf 
frcflt man mcljrc fold)er ©d)nd)te(n in eine größere Äifte von fetten 
^idjenfyolj, fällt bk leeren Stdume mit SBSerg, ©trol), Rapier u. bg(. m- 
fo feft aus, bafj bie ©cf>ad)teln 6ci ter jrdrfjien 23etvegung ntd)t merfr 
lid) von ber ©teile röcfen fßnnen, aber bod) aud) einen ©dilag ober 
©tofj, we(d)cn bk ^ifte erhalt, nid)t in feiner ganjen ^raft fortge/ 
pflanzt befommen. <£nb(td) fd)liefjt man, nadjbem man bk n5tf)igcn 
wifTenfd)aftltd)en Söemerfungcn ben ©d)ad)tein beigelegt fyat, bk 3vifte, 
tnbem man ben ©ecfel mtttelft ©d)rauben befeftigt. %ft bk $ifte nid)t 
von fettem ^o($, fo tft cß ratf)fam fic ganj mit Rapier ju befleben unb 
bann ju übertfyeeren. 

§8terte6 tapitet. 
Von t>ex Cottfcrurttton oet Wrbeltljiere im ^llgememetnett , vom oen 
oa}v. tiöthjßen JJnftrumenten unfc im $)rä fern attt) mittel it. 

33on ben SBtrbcltfn'eten werben nur — wie von ben Äond)i)(ien 
unb ^rebfen bk ©djalen — bk füllen, b. x). bk Qa\xt, baß $ell, 
ber 95a(g ober bk mit ,£auttnod)cn verfcljene ^»ctut aufbewahrt. SÖian 
bälge ju bemfelben gmecte baß ^tyier einige %eit — je nad) ber gerim 
geren ober bebeutenbeven ©rSße beß ^tfjtcrcö unb ber SBdrme ber Stift 
*— 1 $ag — nad) bem^ebcab, macfyt nad) bem ausgebälgten §(ei|'d)< 
tfrpev einen äl)nlid>en von Sßerg, ©trol) u. bgl. m. , ben man in bk 
Spcuxt (reeft ober ftopft fonfr bk, Spam fo aus?, ba$ fte baß 2lnfcl)en 
erhalt, alt wenn ber Körper barin wäre unb baß ganjc ^^ier nod) 
£eben Ijdttc. Sßei einigen gieren £. 93. §ifd)cn, §rßfd)cn u. f. w. 
nimmt man aud) wofjl bie güllungSmaterialien wteber IjerauS, fo ba$ 
man nur, wie bei ben Staupen unb ©pinnen, eine aufgeblafcne ^aut 
vor fid) fyat. 

Sie Sjtiffounteftte, beren man fid) jum 2lusftopfcn bebtent, ftnb: 
tnefjrc ©falpele von verfduebener ©rßpe, tljeilö mit geraben, tljeitö ab* 
gcrunbeten ©pi^cu unb mit meißetförmigen unterem .^eftenbe; verfdn'e-- 
bene ^injetten unb fangen; S2>ctß* unb ©ral)tjange; ein gettfloben jum 
gufpi^en beß 2>raf)te6; meljrc feilen unb ^oljrafpeln verfdjtebener 2trt, 
von ben feinflenbiö ju ganj groben ©orten; einige gerabe unb frumme, 
runbe unb eefige Pfriemen; mev)xz verfd)iebene Söo^rer; fleine unb 
grope ©djeeren; eine f leine ^)anbfdge; Jammer, fTidgcl, jiemlid) lange 
©tccfnabeln unb 3fidl)nabe!n von verfdjiebener ©tdrfe, feiner unb grß-- 
berer %v0k unb verfd)iebene ©orten SMnbfaben; (Sifcnbra^t von wv 
nigftenö 10 Turnern: ^(aüierfaiten für ^olibtt u. bgl., 37o. 1. für 
2S6gel von Saunfönigsgrßfjc u. f. f., 3}o. 2. für 5^iere wie ©raömücfen, 



362 SSon ber donfemtton ber Sßtrbeftlnere im ^flgememen. 

Seifige, gürten, 37o. 3. für tatbetger, 3to. 4. für 2>rofiefo, Stto. 5. 
für Sauben unb 9tebl)m>er, 9}o. 6. föt* $afanen, (£nten, ^rdf)en, 
9?o. 7. für Stciljer, SMrbommeln, 3?o. 8. für «Puter, Pfauen, ©dnfe, 
Sfto. 9. für ©törc&e, ^rantdje, Quappen, 3?o. 10. för tyeütant, §(a; 
mtngo, ©ebwdne, enbltcb. Dornte Qütfenftangen für noch, größere Sljiere; 
bann nod) einen bönnen SSorftptufel jum auftragen beS «PrdfervativeS 
auf bte Jpdute, einige ^Piufel jum Sahiren, einen grofjen £>ad)Spinfel 
Sunt 2lbfeljren, einen feinen nid)t ju engen ^amm, @anb, Söutter unb 
^tete jum Steinigen — mit naflcm ©anbe werben SMutflecfe, mit 2&ut* 
tec SSogeUeim, mit $Uk §ett ausgegeben. — SBaffer* unb öclfarben 
ncbft «Ptnfeln baju, Siftafftr; unb Serpentmlacf , unb fünfttic&e 2tugen 
(von ©las, fetten von ^)o(j). 

§üllungSmateriatien bebarf man verfcf)ieöenerlei: ä&aumwolle für 
ganj ftetnc Sfytere, gcfcfymttene für Heine Kolibri; §(ad)S;< unb ^anf; 
werg, fein unb grob für Sljiere von ber ©röfje einer Steife bi$ ju ber 
eineö Stäben ober ^anincljens u. bgl. m.; ©eegrciS für größere Sfjiere, 
wie 2lbler, §ücf)fe u. f. f.; ©rummet für trappen, ©cfywdne, SSölfc, 
93dren; ©tror) (^aferftrofj) für ©trauge, ^irfdje, Düffel, «pferbeu. bgl. m. 
2>od) braucht man aud) für bie eblercn unb feineren Steile größerer 
Sf)iere bk feineren Sftaterialten. 

2((S .^auptprdfervativ tft bk S5ecoeuc'fd)e 2lrfentfalfetfe ju betraf 
ten, welche biSfjer burd) hin anberes bittet erfefcf worben tft. <©te 
befielt aus 32 @ewtd)tS;$f)et(en gepulverten mi$m HvkniU, 12 %tyv 
len fein gepuderten SßetnfteinfafaeS, 5 feilen ^amp^er, 32 Reiten 
gut ausgetrockneter meiner <&zife unb 4 feilen fein gepuderten ge* 
brannten ^atfeS. Sie <£>eift wirb "Hein gefd)nitten unb mit etwas 
SBafier in einem tljönernen bieget über bem geuer unter beftdnbtgem 
Umrühren jerlafTcn; tf? fte voöfrdnbig vergangen, fo wirb fte vom geuer 
genommen unb man mifd)t ü)r unter fortwdljrenbem Umrühren bat 
SBeinfteinfalj bei-, ift bieg ebenfalls ^ergangen unb alles gehörig ver; 
mtfd)t, fo fd>üttet man mit größter Söefyutfamfeit fef)r langfam unb in 
f leinen Portionen ben $a\t unb 2lrfeni? f)mju — man fjüte fiel) ja vor 
allem ©taube beS £c|tercn, weil er aud) in ben geringen Mengen 
als @tft auf bte Sungen wirken würbe — rüfjrt alles fortwdfjrenb um, 
bis man eine vollkommen gleichförmige "Dftaffe l)at, worauf man mb< 
\ify ben in jtarfem SBeingeijle aufgelöflen ^amp^er ju ber 50Jifd)ung 
fe^t unb mit berfelben innig vermengt. S)iefe ©eife wirb in einem 
wo^l verfcf)lo|Tcnen @efa^e von ©efunb^eitSgefd)irr aufbewahrt, ©topft 
man viel unb oft aus, fo nimmt man jebeSmal fo viel fteraus, ba$ man 
auf ein par Monate genug f)at, im anbivn §alle barf man wegen ber 
©efd^rlicbfeit beS livkniU, ba man bie nic&t versoffene «Seife 
bann nid)t gehörig beaufficbjigen würbe, nur jum jebeSmaltgen ®e; 
brauche herausnehmen unb ben etwaigen SKefr mup man wieber jurücf/ 



2Son bev (Sonfervatton ber W&ixMfyim im SWgemeinett. 363 

Trotten. SSfr &* e ®*ife emgetro-cf ttet , fo wirb fte mit «Spiritus ober 
23ranutwetu aufgeweicht. 9R-ii biefer Seife beftreiebt man mtttelfr 
eines Q3tnfefö bte innere Sldcbe ber .£aut, am frävfften ba, wo noch 
©puren von $feifd), welche man nicht entfernen fonnte ohne bk 
^)aut ju jerueißen, ftd) ftnben. <Sie jiebt in bte »£aut ein, unb 
<f% biefe md)t ju'bicf, fo reicht bh$ 'Pudfervativ allein fcfoou völlig 
aus. 

%üv mittelgroße £l)tere $. 55. SBölfe u. bgl. m. ift bie 9$ecoeur'fd)e 
(Seife f*on etwas treuer unb es bebarf fykv außerbem eines <Prdfer? 
vativeS von außen 2D?an fann in biefem §alle jenes Mittel mit ber 
S&ottarb'fdjen (Seife, welche für fiel) allein gebraud)t, gar feinen SBertl) 
l)at, unb mit einem nochmaligen S"fa|e von gepulverten ^alf verldm 
gern. Sie 2>oitarb'fd)e (Seife befreit aus 16 ©cwichtS; Reiten gut 
aufgetrockneter weißer Seife, 8 Steilen gut faljinirter 'Potafdje, 6 
Steilen feingepulverten 2((aunS, 20 feilen Sörunnenwaffer, 6 — 8 
feilen (Stetnöt, 1 Zfyeile Terpentinöl unb 5 tfjetlcn ^ampfyer. Sie 
fleingefcfjnittcne Seife wirb in einem erbnen Siegel über bem §euer 
unter 3 u gießen beS SBafferS unb Jpmjutljun ber 'Potafcbe jerlaflfen, Bio 
aßeS eine homogene 'DJtaffe geworben ift, worauf ber 2llaun bjnjuge* 
mifebt wirb, bemnddjftbaS Steinöl, bann baß Terpentinöl unb jule|t 
bk weingeijtige ^ampljerlöfung. S8on biefer Seife mirb ber SÖecoeur'* 
fd)en Seife jutn 5. biß 3. ^tljeile unb außerbem noch vom gepulverten 
^alfe jum 5—4. ^Ijeile betgetmfebt, wenn man größere $l)ierfydute 
mit 'prdfervativ ju verfemen l)at. 

3n bk langen Gebern ber 33ögel gcf)t bk 2lrfenifatfcife md)t weit, 
weßfjalb biefe öfters angefreffen werben, was man vergütet, wenn man 
bie 33ögcl mit (Smitjj'S Siquor, befieijenb aus d^enbem (Sublimat 
(Hydrargyr. muriatic. corrosiv.), $ampf)er ana 2, Spir. rectific. 32, 
mit einem ^)infel ober Srf)Wdmmd)en beftreid)!. Um ganj ftd)eu ju 
gefjcn, fann man aber aud) alle ©auger unb 3Sögel olwe SluSnabme 
bamit ganj unb gar beftueid)en. Sa biefer <£onfeuvativ>SptrttuS ein hef- 
tiges @ift ift, fo muß man vouftd)tig mit ir)m umgeben, bn$ man nichts 
bavon in bk klugen ober in ben fOJunb befomme; erft an bk %$kv 
flaute feftgetroefnet, fd)abet eS weniger, unb man barf bk 'Sbjere alS-- 
bann or)ne furcht anfaffen, ba ftd) nun bas @ift nicht fo fcbnell mit- 
teilt, utib nur nagenben jynfeften, welche eö in ben Sftagen befommen, 
gefabrlid) wirb. 2(n vielen Odilen wirb aud) Cluenbeleffens (essentia? ser- 
pylli) empfohlen, von ber man, naebbem man bk ^>aare ober §e; 
bern aufgehoben §a.t, einige tropfen unmittelbar auf bk J£>aut bringt. 
Sieß ftnb bk beiben einzigen empfeblenSwert^cn äußerlichen ^rdferva* 
tivmittel, von benen jenes bk SÖcbecfung ber S^omx, biefeö le^tere felbjl 
fd)u^t. 2lber and) irjre 3lnwenbung würbe bei großen Sljicren fe^r fo|L- 
fpielig fein unb fd)on bei mittelgroßen Spieren verfielt man mti\\ nur bk 



364 Sßon t>er (Sonfervatton ber 333ivMtf;ieve im ?{tfa,emetnen. 

benStljigfrcn ©teilen bamit. SOian fennt aber uodj tin bittet, baß man 
jum großen 5^eite ben ©erbern verbanfr, unb buvel) weldjeö aud) bte 
biefere, fclbfl bicf|Te Spant fo verdnbert wirb, b«0 ^nfeften feiten nod) 
Steigung jum ©enuffe berfelOen verfpüren; cß €ft bieg baß Sbtiftab. 
3u bemfelben nimmt man auf je 5 Stuart weisen ffliafferS 1 <Pfb. 
römifd)en Tllaunö, 1 *Pfb. ©eefalj | <Pfb. (Salpeter unb If $>fb. ge; 
ptflverte innere (Sidjenrtnbe (£oljc). <£s> wirb baß SBaffcr über bic feffen 
©ubftanjen gegoffen unb cß bleibt altes jufammen 2 — 3 $age jre* 
l)en; alöbann bringt man bie ganje ^ftaffe aufstellet* unb tdgt eö ein? 
mal auffodjen. Sftad) bem (Srfalten »wirft man bk Seile l)inein; eine 
^>afcnl)aut mürbe ungefähr 24 ©tunben barin ju liegen braueben, eine 
Stinbefyaut bagegen 8 — 14 $age. StefeS S&etjbab empfiehlt fic^> felbft 
bann nod), wenn eine fd)(cd)t fonfervirte «£>aut ju verberben unb baß 
Spaav ju verlieren anfangt. SOian bringt bie Spant in baß Sbab, lagt 
fie 2 ober meljre 5age Ijinburd) barin, cr^ifet bann baß 9b ab, aber nid)t 
bis jutn (Sieben, wirft bann bk Spant wieber hinein unb lagt ftc fo 
lange, biß ft'e burd) unb burd) gleid)mdgig erwärmt tft, nimmt fie bann 
fcbnell Ijeraus nnb wirft fie fogleid) in ein 9bab von eiSrattem SBaffer. 
Surd) biefen plö£üd)cn ^emperaturmcdjfcl jiefjcn fiel) bie 'Poren ju* 
fammen unb bie Jjaar$wiebeln fü^en feft. kleine $$ittt; weldje law 
gere 3 C '$ < n Spiritus gelegen l)aben, bebütfen biefel SöabeS nid)t, weil 
ber Sßeingeift ebenfalls baß ©ewebe verbietet, 3nweubig wirb nad); 
Ijer bk Spant mit einem eigentümlichen, fcfjr billigen, 3ftaumann'fd)cn 
'Prafervattve ausSgcfdjmtert. SafTelbe ift fe^r cinfad): 93on gemeinem 
SBagcntl)eer wirb ndmu'd) bti magiger Jjitje fo viel in febarfer ©etfen; 
fieberlauge aufgelöft, bag biefe 93iifü)ung eine biefe 93rüf)c wirb, unb 
nun ift baß 'Prafervattv fertig. 2(uewcnbig wirb bk troefne Spant mit 
einem frarfen 2(bfub von fd)!ed)t<m ^abaf, ben man mit gepulverten 
Kobalt tudjttg burd)gefod)t Ijat, ßftetö befprengt, bod) fo, bag ntd)ts' 
vom $tüc ablauft. 

(£nblid) ift 9leinlid)fcit notfywcnbig unb es muffen tud)t allein bie 
Simmer bdufüg mit angefeuchtetem 23efen — um ©taub ju vermeiben 
— auägefeljrt, fonbern aud) bk größeren, frei ffeljenben, 5l)iere mit 
einem Svofjrftocile auögef topft, unb mit einer meieren SBörffe gebärftet 
werben. Sinbet man babet je einmal eine verbddjtige ©teile, waß ge* 
wtß f)öd)jt feiten vorkommen wirb, fo Ijilft man fjier mit etwa$ ©ublü 
mat unb nad) bem 2lntrocfnen beffelbcn and) woljl, tvenn es nötljig 
ift, mit einigen tropfen £tuenbe(effcn$ nad). 9^ic tvirb eö aber ju 
verantworten fein, waö felbft fcl)on in öffentlichen SRufeen gefdjeljen 
tjl, ba% jlarf verlebte Spante aud) auöwcnbig mit 2lrfenifa(feife befdjmiert 
werben ; biefe ti-ocfnct, wirb fpdter pulverig, unb ber 2(rfrnif jtaub fliegt 
bann uml)er unb wirb fo eingeatmet, waß für bk ©efunbljeit nur 
dugerjl nac^t^cilig fein fann. 



25on ber Gtonfervatton bev Sötr^eXt^tere tm SlKgemeineit. 365 

3n meljrcn (Sammlungen/ fclbfr in großen öffentlid)en ^Dtufccn, 
glaubt man große, fd)led)t fonfervtrte 'Zfyevc, j. 93. 2(uerod)fen, Muffel, 
bte einer gdnslicben Umarbeitung beburfteu ober auSrangtrt werben 
mußten, als 2(b(eiter beS 'DJtottenfraf es u. bgl. m. mit 23ortbetl ju ver; 
wenben. <£tne fölebe (Sinricbtung tjt bttrebaus DctwerfUcf) : man futtert 
eine 2fnjal)l Motten, bk jufaüig an bem fd)(ed)ten Seile grojj geworben 
fmb, o&ne t&nen nachher gebieten ju tonnen, . bafj fte tbre @ter 
bier eBenfaflS lieber ablegen. «Sie fliegen jule^t uml)er unb legen il>re 
Sier wo fte eine paffenbc ©teile finben, es? werben alfo viel <£ier an 
baä fd)lcd)te (Jycmplar gelegt, aber aud) mancbeS an nod) gut erhaltene, 
unb wenn biefe nid)t ftarf vergiftet ftnb, fo werben fte balb eben fo 
gut als ableitet* benu&t werben Hnnen. SOian mufj einfe.ljcn, ba$, 
wenn alle übrigen «Soeben niebt in @efaf)r flehen, von ^nfefeen ange* 
freffen ju werben, bte ableitet 1 als folcl)e unnu£ ftnb unb nur ju einer 
großartigen gud)t von Ungeziefer bienen; ftnb jene aber in ©efafjr, fo 
werben bk auf ben 3lbleitern gezogenen Sfjiet-e ü)nen aneb fcbdblicb 
werben. SKemticbfeit ift vielmehr Ordnung, man fd)affe bk fogenannten 
2lbteitcr ab, ober arbeite fte um unb trage «Sorge, bafj nirgenb «Speife 
für Ungeziefer fei, unb wenn biejj bennod) bet'anfommt unb feinen Un* 
tertjalt trefc aller ©egenmtttet fpdrlid) fünbet, fo tobte man eS, elje cö 
ftd) einnijtc unb ftd> bi6 an eine ©teile einfreffe, wo eö ftdjer geborgen 
vor StfacbfMung unb junger lebt. 

2icb habe oueb erlebt, bafj man um bem Sölottcnfrafje wirffam ju 
begegnen, geraden i)at, Sftacbts in ben «Sdlen Siebt ju brennen, woran 
ftd) bk Motten verbrennen füllten. Zityt i|t etnerfeits ju gefdljrltd), 
bringt verbdttnißmdfjig nur wenigen biefer tykvcfyen ben 'Zob unb locft 
möglieber SBcife, wenn ftd) üeffnungen, «Spalten in ben Citren ftnben, 
ober ein §enftcr offen fteljt, nod) frembe Motten an. 

9)iandje «Soeben, bk letebt befcbmu&t werben fßnncn, tonn man 
Zuweilen wegen Mangels an Staunt ober onbercr Söerljdlrnifle Ijalber 
nid)t fogleteb hinter 'Sbür unb «Scblofj bringen, fonbern muß fte frei- 
fter)cn laffen. Sie «Stubenfliegen jünben fid) im «Sommer uBerall ein, 
befonbers wo tr)iertfd)e «Stoffe in 'DDiengc vorbanben finb, wie in joo; 
logifeben 93iufeen. «SS würbe baljer ntd)t lange bauern, btö bog bte 
freiflebenben ©egcnftdnbe vom Unratfje ber fliegen befubelt waren, was 
jebenfalls eint unnötige, febr jeitraubcnbe unb langweilige 2lrbeitver; 
onlaffen würbe. 2Benn man in eine <£cfe bes gimmcrS ein ©cfd jj mit 
3ßa(Ter l)in\ef$t, in baß man von Seit Ju Seit S&lorfatt bineinwirft, 
fo entwickln ftd) «£fj(Drbdmpfe, weldje bk in ber 2uft fuSpenbirten rie< 
cbenben «Stoffe vernichten, unb eS werben ftd) weber fliegen nod) aiv 
bercö Ungeziefer einftnben, woburcl) viel Unannefymlid^eit vermutet wirb. 
<£S follte biefj probate Mittel in allen 3^aturalienfommlungen onge; 
wanbt werben. SBo eS aber ju foflfpielig ifl, ba fe|e man wentgf!cit5 



366 SSon ber (£onfer»ation ber 233trfceW)tere im M$emtmn. 

auf f)oI)e ©djrdnfe @d)a(cn mit Sßfdjpapier, worauf gucfer geftreut i(l, 
unb welches man öfter mit tterbünnter ^obaltfolution — einem ©ift, 
baß ftd) ganj befonberä gegen fliegen wirffam geigt — anfeuchtet. 

Sieg bk allgemeinen Siegeln, we(d)e man 6ei Qionferpatton ber 
Siücfgrattfjtere ju beachten l)at. <£$ gibt aber nod) jweterlei ©amm; 
lungen, tvctclje einer nad) Söollftdnbtgfett trad)tenben 2Birbeltl)terfamnv 
(ung, wie fie Die öffentlichen "DDcufeen fein follen, bk man ftd) bei ber 
Anlegung ber meinen ©ammlungen jum SRufier ju nehmen l)at, nie 
feljten bürfen, ndmucl) bk ©f eletfammtung , bte 'ParafTtenfammlung, 
unb für bie Söögelflaffe aufjerbem nod) bie <£ierfammlung. 

93on ber Anfertigung ber ©felete tff bereite oben gefprodjen wor* 
bcn. «Soßen fte aufgehellt werben, fo muffen fte gleich nach, ber Ab- 
fertigung, wo bk Sßdnber nod) weief) ftnb, an einem fogenannten 
©atgen, an bcn fte vorder mttteljt §dbcn fo angebunben worben ftnb, 
ba$ fte eine natürliche, bem 2<tbtn enifprecbenbe Stellung f>aben, ge* 
troefnet werben. ©inb bk ©elenfe ntdjt meljr biegfam, fo muß man 
baß ©feiet nrieber aufweichen, um cß aufjufMen. $iad) bem 'Srodr; 
nen wirb t$ mit bm güfjcn auf ein S3rett befeftigt, unb man gibt iljm 
nod) eine ober einige »erljdltuißmdßig banne ober biete Sifenftangen 
(bei Heineren ©feleten Sraljt) jur @$|e. (£ine gefyt burd) bk SSir/ 
belfdule, wirb vorn, wo fte frei ljerau$ftef)t , etwas fyaftg umgebogen, 
unb ber ©et) ebet mit bem Sianbe feinet großen Jjunterljauptlod)^ baran 
gelangt. £»ie SBirbelfdule fann man hei 33terfüjjern burd) 2 anbere 
SDraljtftangen, bk man bä ben Qgrtremitdten anbringt, ober bei 23ögeln 
burd) eine 2H-a()tffange jwifcljen ben beiben deinen flüfeew; in legerem 
§alle fann baß SSruftbein aud) nod) eine ©tü£e befommen. £>a£ 
obere <inbt biefer 2>ratf)ftangen mup flad) geflopft unb etwa$ au$ge; 
feilt fein, bamit SBtrbelfdute ober Söruflbein fixerer barauf ru^en. 
2>er widjtigfte £l)eit btß ©feletS ift ber ©cfyebel, welcher aud) oft nod) 
jootogifcfye vl'Ijaraftere (&. 35. im ©ebtjj) an ftd) tragt. 23on auoldnbi* 
fdjen gieren credit man feiten ganje ^abaucr, um bk Anatomie bat 
von ju rnadjen, ober aud) nur ©felete; in ber Siegel werben bk abge; 
balgten ^»dute, mit bem ©d)ebel, bcn Sjanb-, unb §u$fn*d)en unb 
<Sd)wanjwirbcln barin, gefd)icft. ®6 tft allerbings leid)ter ein ^fjier 
auojuftopfen, baß feinen natürlichen ©cfyebel beft^t, alß einß, ba$ UU 
nen I)at; beffenungead)tct muß man flerS ben ©cftebel l)e ausnehmen, 
barnad) einen funftlicben von ^)o(j, ber bem natürlichen vollfommen 
dr)ntid> i|t unb ganj biefelbe @r6pe §at, anfertigen ober anfertigen 
laffen. 2>er natürliche <©cb,ebel wirb gereinigt, mit Stiquette, worauf 
aud) bemerft t'ft, bau er ju ber unb ber in ber ©ammlung befinblidjen 
^»aut gcl)6re, verfemen unb in bk ©feletfammfung gelegt. 3^ur wenn 
mit ber joologifcfjen ©ammlung eine ©feiet* ober refp. ©d)ebelfamm-' 
(ung bamit »erbunben i(l, ^at jene einen wiffenfd)aftlid)en SBert^. 



Sßon i>ev ßonfcwitton ber Sßtrfceftbjere tm Sttfgemetnen. 367 

SÜiancbe $l)ierformen ftnb aber fo fetten, bap e$ überaus fdjwer t|I, 
öen ©djebet, weldjer in folgen galten gewöhnlich, von anatomtfd)en 
ÜRufeen für einen boften ^>retö gefauft wirb, für eine joologifcfoe 6amm; 
lung ju erjlefjen; alSbann muß man ftd) mtnbeftenS einen getreuen @vpS; 
abguß ju verfcbaffen fucben. Sttdcbfl bem ©cbebct ftnb Skuftbein, @d)Ul< 
ter> ixnb SBecfengurtel von befonberer Sßtcbttgfett; man muß bafjer 
in ben galten, wo man einen vollftdnbtgen £etd)nam jum 2tuSftopfen 
erljdlt, wenn biefer einer fettenen 2lrt angeljSrt, von bcr man nod) 
ntcbt baß ganje ©feiet befonberS beftijt, bte genannten 5fjeile forgfdU 
tig jur 2tufftellung prdpartren unb nebenbei auf bte äbrtgen anatomi; 
fcben 33erl)dttniffe, fo weit bk$ bte Cohfervirmctbobe gemattet, ffubiren. 
2>aS joologifcbe 9Dtufeum ber Untverfttdt ju ^>atte jeicfynet ftd) burd) 
btn SKetd)tt)um feiner offeologtfdjen 2tbtl)ei(ung* aus, unb muß beßfjalb, 
obgletd) eS eben ntcbt viel ausgetopfte %f)kve enthalt, ben Sößufeen 
erften Svanges beigejdfjlt werben. Iß giebt Uine inftiuftivere @amm* 
tung, a(S bteß vom trefflieben 9ft£fd) fo jwecfrmdßtg eingerichtete $ftu* 
feum; aber von jebem etnl)eimtfd)en 2Btrbe(tl)iere ifl mtnbefienS ein 
vollfHnbigeS ©feiet unb von aüen ausgetopften austdnbtfdjen ©dugern, 
wenn bte 93dlge mit einem ©djebel verfefjen waren, ber ©d)ebel ber 
©feletfammlung einverleibt. Sie ©dugtl)iere ol)ne ©d)ebel im gelte 
feljen, wenn fte nur fonfl gut auSgeftopft ftnb, eben fo gut aus, als 
wenn ber ©cbebet ncd) barin verflecft wäre, unb baß bei jenem bte 
■Dttunboffnung flets verfd)loffen werben muß, fann gar ntd)t in Söetradjt 
fommen. — 3" Qanj deinen Sammlungen ifl juwetten nid)t Staum genug 
Vorlauben, außer ben ausgetopften ©aetjen nod) ©felete aufjubelten; 
man muß ftd) alöbann baburd) ju l)elfen wtffen, ba$ man bk ©feiere 
ju mehren mit ber größten Siaumerfparniß neben einanber in niebrige 
mit Secfel verfeljene 'pappfcbadjtetn auf einanber (teilt. 3tuf biefe 
Sffieife werben bte feineren ^noetjen vor bin ©cbaben mit ©taub bei 
legt ju werben, nod) beffer gefdjufct, unb man beft^t bod) bk ©feiere, 
bte man fonfl ntebt Ijaben fSnnte, unb welche, wenn man ntd)t ju fefjr 
bk 92>equemltd)fett liebt, eben fo gut unb faft nod) beffer benufeen fann, 
als wenn fte eng an einanber unb öurd) einanber aufgehellt waren. 

37dd)fl ber ojteologtfcf>cn Sammlung muß bem Zoologen von gad) 
bk 'Parafttenfammlung am ^erjen (tegen unb er barf fein ^remptar 
abbalgen ober auSftopfen o^ne nad) 'Paraftten gefuetjt ju ^aben. 2)iefe 
ftnb nun entweber (Jntojoen b. f). im Körper lebenbe, xok bk Qrtnge* 
weibewurmer, ober (Spijocn, Vöt\ö)z, wk bk Saufe, auf bem Körper 
leben; fte ftnb entweber abfolut permanente <5d)maro|er, welche ftd) 
md)t von it)rem SBo^nt^iere trennen wie bte metften ^ingetveibewur; 
mer, ober relativ permanente 'Paraftten, welche nur in einer gewifTen 
<^pod)e ifyreS gebend beftdnbig in ober auf bem 3:r)ierleibe bleiben, j. So. 
bte fiarven vom Oestrus, bk Sirripebten, ober enbtid) flnb fte nur tenu 



308 33on bev (Sonfewatton fcev SOSirMtfMere im Sitfgemetnen. 

pordre @d)maro£er, wie bie glölje, welche fid) mit 2eid)tigfett von ifjrem 
SBoljutljicre trennen. Stefc (enteren mufTen unmittelbar nad) bem $obe 
gefucf)t werben; bk anberen verlaffen nur fcfjwer ober gar nid)t ben 
Körper, auf beffen Soften fle fiel) bisher genarrt J)aben, unb man fin* 
bet von bcrg(eid)cn Spijoen, j. 93. 93?a((opf)agcn, 'Pebiculinen u. bgl. m , 
gew&f)ntid) nod) einige ober mc[)re tobte auf bamit 6e^afrct getvefenen 
Rauten lange naef) bem £obe bei* '£l)ierc, benen biefe Staute angehört 
ftaben, »erfleht ftd), wenn btc ^Paraftten nid)t früher fdwn abgetefen 
worben, benn auf bem tobten 5Ijfere vermehren fte ftd) nid)t mef)r unb 
bte jungen, weldje nod) nad)trdg(id) auß ben Stern fd)(upfen möchten, 
iva$ aber in ber Siegel aud) nid)t meftr gefdjiefjt, fommen elenb um 
unb vcrfcfyrumpfen. Singewemetbetvürmer fann man m6gltd)er SBeife 
überaß im ßetbe jünben, namentlich aber in ben So ruft; unb Söaudjein; 
geweiben, wc(d)e man ju biefem gwecüe ndfjcr unterfud)cn muj?, itnb 
man barf ftd) bafjcr u. 71 nidjt bie 2lrbeit vcroriefjcn (äffen, ben£>arnv 
frmal aufjufdjneiben unb mit SBaffer, baß bk Temperatur bes Söluteö 
beS ju untcrfud)enben ^tereS f)at, beimtfam au^jufpulen, unb nacl) 
2)urd)ftd)t btß ^otfycö bk 0d)(etmf)aut genau ju prüfen. 2)ie 2(rtber 
Sonfervatton ber ^Paraftten tft fd)on oöen angegeben worben. 

Sine 93oge(eierfammlung muß für ben ürnitfyologen von ßad) von 
Söebeutung fein, fcf)on befjfyalb, weil baß ©ebiet ber üBiffenfdjaft, fo(( 
biefe waf)t(jaft gcfßrbert werben, uad) allen Seiten erweitert werben 
mujj. 2(ufjcrbcm (äffen ftd) nid)t blojj an bem 3ml)a(te bc$ Sieö unb 
feiner Sntrotcfelung intereffante ©tubien mad)cn, fonbern aud) in ber 
@d)a(cnbtlbung unb gdrbung fprid)t ftd) mand)e ©efe^mdpigfeit aug, 
bie um fo intereffanter wirb, als ftd) fcfyetnbar vte(e Shtönafjmen, bte 
bod) aber alle einen vernünftigen ©runb (jaben muffen, jeigen — unb 
beunod) gibt eß otele wiffenfcfyaftltcfye Örnitfjologen, bk Sierfammlum 
gen jiemlicl) gering fd)dfeen, weii fte ftd) nie wal)rljaft barum beförw 
mert f)aben. £>a£ ©tubium ber Siev — unb bie <Sd)a(en madjen (jier 
feine 2(u$uaf)me — gehört ju ben fd) gierigeren, uns, voaß bie <&d)akn 
betrifft, biß jefet -nur fefyr bürftig berüchtigten ©teeiplinen ber wiffen* 
fd)aftlid)en Ornithologie. £>ie Anlegung einer 33ogeleterfammlung wirb 
auf folgenbe Sßcife betucrfftelligt: 

53ian beobachtet bte Söögcl &ur Seit ber ^avung fe()r forgfaltig, 
o^nc i^nen jcbod) ju nafje ju fommen, unb verfolgt fte forttpdfyrcnb mit 
bm 2(ugen, namentlid) bal)in, wo fle Materialien jum S^efte ^tnfdjaffcti. 
SJieiflenö mup mau fd)on au^ ©ttmme, Haltung unb §lug ber 23ßge( 
t()re litt erfennen, bk ^arbe unb 3eid)nung (d0t ftd) pd)(l feiten waljr> 
nehmen, inbem man ftd) nid)t fo weit ndl)ern barf, ba$ man aud) biefe 
beutlid) erfenne. tylan mug ftd) aud) ftetö fe()f ru^ig vergalten, barf 
ftd) nur wenig unb du^erft (angfam unb (etfe bewegen, überhaupt nid)t 
baß minbefre ©erdufd) machen, wetf fonfl bie bauenben 5ö6gc( g(eid} 



(Sterfammfitng. 3G0 

iljrc ^lufmerffamfeit verboppeln, mijjtrautfd) werben, unb burd) baß 
minbeffe SSerbddjtige verfd)eud)t werben. Qat man fte auf biefe SBetfe 
biß jur Söcenbigung beß StoffbaucS beobad)tet unb erfaunt, welcher 2Crt 
fte angefroren, fo nimmt man nad) mnQtn Ziagen, bte <£ter aus, wenn 
man fte in ber votlfommenffen Sveinfjeit unb fri'fcfe iljrer $aibe, ober 
über 8 £age, wenn man fte in vottffdnbtger 2fnjal)l fyabtn will, 
im (enteren §aHe gleid) mit bem Stoffe, im erfferen Satte Ijolt man 
btefeS fpdter nad), ba ber 23oge( m5glid)er SBetfe nod) einige (gier nad); 
legen unb ausbrüten tann, obgleid) nad) bem (Sierraube getvßljnlid) baß 
3toftfofort verlaffen unb bk nod) nadjjulegenben (Eier woljt ins %vm, 
meiff ofyne alle (Sorgfalt, gelegt unb nad)f)er nid)t bebrütet werben. 
SSM man bafyer bte SÖrut fo viel als moglid) fd)onen, fo mufj man 
jfatt mefjre ober alle Qüter aus bem Stoffe ju rauben, mit ber dujjcrffen 
@efd)tcfltd)tnt unb 93cljutfamfeit in einer unbewachten Minute nur 
1 (Ji f)eim(id) ju nehmen fud)en, unb bann aufpaffen, ob ber 23oget ba; 
burd) verffört worben ijf, inbem er alSbann fein Stoff fldgltd) fd)rcienb 
für immer verladt, in welchem §alle man bk übrigen (Eier nebff bem 
STJefle nad)fjolt, ober ob er ben 23er!uff gar rjid)t bemerft ober ftd) befj* 
wegen balb beruhigt, in welchem §alle man aus verfd)icbenen Stoffern 
von betreiben Sßogelart 1 (Et nimmt, biß man bte n5tl)ige 2lnjaljl fyat 
3|f eS nid)t mßglid) gewefen bk %vt, we(d)er ber SJogel angehört ju 
erfennen, fo bleibt niajts anbereS übrig, als iljn auf bem Stoffe ent; 
weber ju fdjiefjen, ober \x>aß nod) beffer iff, mit ßetmrutfjen ju fangen, 
unb §alJS er tm Monogamie lebt, aud) ben &atkn auf biefelbe SBetfr 
$u fangen, unb nun aud) baß Stoff mit ben (Eiern nad) ^)aufe ju nef); 
mcn. Söeft^t man eine (Sammlung auSgeffopfter 33ßge( unb Jjat man 
ben ober bk gefangenen barin nod) nid)t, fo (fopft man fte aus, unb 
verleibt fte feiner (Sammlung ein; tarnt man fie ntd)t meljr brauchen, 
fo befreit man fie »om SOogelleim, ben man mit S&utter auSwdfd)t, 
bringt fte wieber ins §reie unb lagt fte fliegen. 9ftel)r (Eier, als man 
unumgdnglid) notfjwenbig für bk Sammlung braucht, barf man unter 
feinen Umftdnben nehmen unb bcpfyalb nie jwei brüten von berfclben 
Söogelart fforen; fonff ftnft man jum gemeinffen, rof)effcn 2BiCbbtc& 
l)inab unb ijf fogar nod) elenber als ein fold)er; benn jener tbbt 
tet nur Sßtlb um fein Seben ju friffen, ber unerfdtt(id)e (Etcrrduber 
morbet mit fred)er S^anb baS Sebcn von unjdl)(igcn SBefcn, bk fowofjl 
im ^ausljalte ber Stotur von 3?u|en ju fein, als aud) oft burd) @e; 
fang u. f. w. bem 93ienfd)en einen f)oi)en ©cnujj bcS reinffen unb um 
fdjulbigffen SBergnügene ju gewähren beffimmt ft'nb, unb verkümmert 
ben (Eltern ober bod) ber Butter ber (£ier baS Safein. (ES gilt bafycr 
in nod) l)ßfjerem ©rabe von bem Sammeln ber SQogeletcr baß, was 
oben vom (SdjmetterlingSfange gefagt worben unb eS iff eine bei* 
trefflid)ffen (Einrichtungen bk, ba$ überall baS QrierauSneljmen fyciit ver» 

24 



370 (Sierfammlung. 

p&nt ift. SBcr eine (Sierfammlung anlegen will, fotl ftcf> baljer immer 
an einen &örfter ober 3^3^ wenbeu unb unter beffen 93eaufftdjtigung 
baS nehmen, jt>a$ er braucht, unb unerwad)fcnen 9>ei*fonen foKtc c$ 
nie gcflattct werben, Qüicrfammlungcn ju Ijalten, fclbft wenn btefe für ©clb 
angcfcljafft warben. (£ö wirb nie baß jugenbltdje ©emütf) mebr verberbt 
als burd)S (Eicrfammeln, «$abfud)t, 2lr6cttefcl)cu unb ©efüfjllofigfeit er; 
reichen einen unauö[pred)ltd) Ijofien ©rab unb bte menfd)ltd)e SBürbe 
wirb in S23efttatttdt vertvanbett. 3d) l)abe einen jungen SDiann in 25er; 
(in gekannt, ber ungeachtet feinet Talentes nid)te tfyat, alö 33ogel|tctten 
unb QüierauSuebmen, ju weld)em Swecfe er ftd) eine große 93otamftrtronv 
met mit einem verborgenen §ad)e Ijtelt: an SSBtlb* unb Siobfyeit fanb 
er fo lcid)t feinet @tcid)en niebt 1 , unb wdfyrcnb ber Umgeftaltuug beS 
^IjiergartenS r)at er bort, wie in manchen anberen ©egenben fafi ade 
Sftefler geplünbert/ fo ba$ er eine feljr grofje Qüterfammtung jufammem 
gebrad>t, aber aud) unjdfyüge (oft biß 50 — 60 @tüc! unb batüber) 
Soubletten von etwas feltenen ©tngvogeleiern bavin fyattc, unb Ijun; 
berte von Siern, bte nod) md)t für bte «Sammlung jubereitet waren, 
verfaulten unb unbrauchbar würben, mk and) Ijäufüg- Su^enbe von 
236geln von benen, bk er gefc^offen ober gefangen fyattt, in SSerwefung 
übergingen. $ortwar)renb vom ©lüde begünfttgt ift nid)tß aus if)m 
geworben, unb ungeachtet er bei einem wt)Tenfd)aftlid)en 3njfttute erften 
SiangeS befcbdftigt worben, Ijat er bod) nid)t baß SBefen ber SBiffenfdjaft 
ernannt, nod) tr)r bisher einen wefentlid)en £>ienft geletftet. „Sifdje 
fangen uub 23oge( (teilen verbarb fcfyon manchen .Siunggefellen/' 2(ber 
nid)t allein für baß SBoljl ber (Seele Ijat man bei Anlegung einer Sietv 
fammtung ju forgen, fonöcrn aud) für bas leibliche 3Boi)(, unb befjljalb 
ift eS fd)on gut, ba$ man nie ofync (£rlaubtu|s beß Jägers, §örfterö 
ober ber betrejfeuben 93el)6rbe <£ier fammlc. (Sefjr viele £Rcftet* ftnben^ 
ftd) an ben gefdl)rltd)ften ©teilen I)od) auf 23dumcn. 3ß man in «Sorge 
auf unrechtem SSege ertappt ju werben, ftcr)t man ja fd)on bk 'Perfon, 
welche if)n ber wof)lvcrbtenten (©träfe übergeben wirb, in ber Sftdfye, 
fo fönnte eS leiebt (ebenögcfdOrlid) fein, burd) einen «Sprung vom S5aume 
uub burd) bk §lud)t ftd) retten ju wollen. .£>anbelt man bagegen mit 
<£rlaubni|3 ber bk 3 rt 9bpolijei l)anbbabenben S3cr)örbe u. bgl. m., fo 
geniest man aud) metft tfyren «Schuft unb man baif bei einer gefdljr; 
tieften Untctnefjmung tr)re gütige ^)ilfe, fo weit bte|3 tfjunltd) i|?, erwar- 
ten, fei cS aud) nur burd) baß 2ztf)m einer Ijoljen ßeiter, mit ber man 
einen nid)t ju fernen, fonft nid)t ju erflimmenben 33aum befleigen fann. 
£>ie S3el)anblung ber Sier i\t nun folgenbe: Suvöröerft muffen bk 
(Eier, weldje mau jubereiten will, vom anbangenben ^otf>c ober fonfli; 
gen SSerunreinigungen befreit werben; maß fcf>r leiebt burd) Hbwafäm 
mit lauwarmen 2Baffer ju bewerfflclligen ift. Sefien ungeachtet finbet 
ftd) babei juweileu eine eigent^ümlicbe ©cbwierigfeit, niebt in ber 50Ja* 



©erfammfang. 371 

nipulatton, fonbeun vielmehr tu bei* Beurteilung, ob ein %kä 23eruu; 
retmgung ober bei* <ii)d)ak eigentfjttmtid) ift, in welchem (enteren 
Säße ber §(ccf burcbauS nid)t fortgenommen werben baff. gwar ftnb 
bk färben, weld)e bie (£ifd)a(e in tfjwtr Siemljett jetgt, meiffcntfycitö von 
anberen Sieden ju unterfebeiben, unb bie natt1rttd)en ;3eid)nungen, 
wefd)e fid) jinveilen barauf fxuben, finb in ber Siegel fo d)ara£teriftifd), 
baß man fie nid)t (ctd)t für zufällige galten frmn. '2lud) wirb man eine 
gewtfle Stegetmaßigfeit 6ei SScrglcidmng niedrer Sier von einer unb 
berfelben SSogelart nid)t verfennen tonnen, ba'eß ja notl)wenbtg tft, 
ba$ bei einer gleichen Organifation aud) bk ^robufte berfelben gleid); 
artig feien, alfo ber «Sierteiter, in welchem bie ©d)ate gebilbet wirb, bw 
felbe 2lnotbnung ber fecernirenben 2>rufen fjabe, beren ©efrete bt'e in 
bk (Sdjale eingedösten Färbungen unb Segnungen veranlagen, unb 
beßljalb aud) bk ndmlid)en §drbuugen unb je nad) ber 9Jienge beß 
£>rufenfefrete$ aud) dfjn(id)e -Segnungen beim Smrdjgange beß (ikß 
hervorbringen muffe. Jpicrauö tfl aud) crftd)t(id), baß bie frembartigen 
©toffe, weld)e bk (£ifd)a(e im Sftefle verunreinigt fyabm unb jebc^mal 
abjuwafdjen ftnb, ftd) burd) iljre 2(bmifd)barfeit von ben natürlichen 
§(ecfen unterfd)ciben, bk gemeiniglid) nur gleid) nad) bem Segen btß 
Siesj, nad)ljer aber nid)t mefyr mit SBaffer unb @eife fortzubringen 
ftnb. 3nbcffen feine Siegel ofjne 2CuSnal)me! 3tf einmal jufdllig baß 
S)rü|"enfcfret in ju großer Stenge vorbanben gewefen, fo werben bk 
fonft vielleicht fefyr Haren -unb feinen geicfynungen, wie fte 5. 33. auf 
2lmmereicrn ju ftnbcn ftnb, unflar, unb aisbann fönnte man fte wofyt 
anfdngltd) für Unreinigfeit galten, ferner gibt cß (gier, auf bereu 
<2d)ale bk §arbe nid)t befonbcr£ feft Ijaftet; fo j. 33. laffen bie Sletfe 
unb fünfte auf ben Stern bes 'Pirotö (üriolus galbula), felbft wenn 
1 biefe fd)on 3^f)re alt finb, ftd) abwafd)en. 3n berglcicben zweifelhaften 
fallen barf man baß <£i nid)t efjer reinigen, a\ß Uß man ftd) bie 116; 
tf)ige ©ewtjjljett verfd)ajft Ijat, bie man am bebten erlangt, mnn man 
erforfd)t, wie e$ gteiel) nad)bem tß gelegt worben auSficljt. gaffen ftd) 
alfo $lecfe von ber (£ifd)ale febwer abwafchen, unb man rann nid)t 
gleid) ermitteln, ob fte bk ber (£ifd)a(e eigentfjüm(id)en ftnb, fo (aßt 
man fte unb gefjt gleid) an bk Entleerung bzß (£ies\ £>en flftfft'gen 
3nl)alt bes <ikß fd)afft mau auß ber ©d)afe, inbem man mit einer 
©tecfnabel an bk beiöen <£nben berfelben ein fleinc^ 2odj mad)t, baß 
an bk mel)r abgerunbeten (£nben ttwaß größer alß an ben entgegen,' 
gefegten fpi^tgen fein muß, unb rcobei jugleid) baß bie glüfftgfeit um; 
fd)lieBenbe, unter ber ©djale liegenbe ^sdutdjen burd)bo^rt wirb, barauf 
baß leife jwifd)cn ben Ringern ju fyaltenöe <ii mit bem fpi^en (£nbe an 
ben 93?unb bringt, unb nun, oljne heftige 2(n|Irengung , weldje ben 
fd)merj^aften O^renjwang hervorbringen fann, aber aud) fortivd^renb 
o|nc bk minbefie Unterbrechung, in bk f leine Oejfnung am fpi|en 

24* 



372 ©ierfammtung. 

(Snbe bldft, bis ber ganje flufftge %nf)ait bei Stes burd) bas größere 
£od) am ftumpfen (£nbe entfernt worben tft. <£>dlt bic§ ju fdjwer, fo 
fteeft matt befyutfam eine feljr feine ©trief nabet burd) bte engere öefjv 
nung beS StcS, rübrt bamit ben ^ni)alt beffetben um, fudjt bk ©tridv 
nabel am anbereu <£nbe wieber Ijerausjubrtngen unb fo ganj burd) bas 
<£i ju jtefyett, unb beginnt mit bem SMafen in bk enge öeffnung ganj 
von feuern, was jefjt jebenfalls (eid)ter von flattert gcfjt, nur mujj 
man aud) 2(d)t barauf fjaben, bajj bas ^>dutd)cn am ftumpfen Snbe 
nidjt blojj einen f (einen ©nrtjj, ber ftd) fogleid) wieber fd)(ief3t unb 
woburd) ber 2tuSfluf3 ber ja^en, faß fabenjie()enben Slufftgfieit gefjim 
bert wirb, fonbern ein wafjres, offen ftefycnbes, Sod) fyabe. 93ei ber 
2(nwcnbung ber (Stricfnabel i|t jebod) in allen püen, befonbers bei 
fcljr bönn[d)aligen Stern, bk größte 33orftd)t anjurat^en-, bei Heineren 
Stern fßnnen aud) .^nfeftennabeln ofjne .f nopf gebraucht werben. %e 
frifeber ein Si i% befto leichter laßt ftd) fein ijjifttttt burd) SJMafen ent- 
fernen, je alter, befto febwerer, unb bei angebrüteten Siern hkibt 
immer nod) mcl)r ober weniger in ber ©d)a(c juruef, was auf eine 
anbere SBetfe fortgefdjafft werben mujj. %m (enteren §alle verflebt 
man bat Heinere 2od) am fpi^igen Snbe bei Sieg mit ©urnmt, unb 
fprüjt burd) bas g'iSjjere, nad)bem man bem Smbrpo mit einer fcr)r 
fpü*en Sfiabel mehrmals burd)bof)rt bat, mtttelft einer fleinen <Sprt|e 
mit feiner ©pt£e, gefdttigte 'Pottafcben* unb ©obatöfung in bai Si, 
fd)uttctt ben Snfjalt tud)ttg burd) cinanber, laßt es 24 ©tunben in 
einem ^affenfopfe ober auf einer feiner @r6^e angemeffenen §(afd)en/- 
munbung u. bgf. m., mit ber @pi£e nad) unten gefeljrt, ftefjcn, wor; 
auf man bann bas Heine £od) an ber ©pijje wieber aufftid)t unb ben 
3snl)alt bes SteS, fo rocit es angeljt, ausbldft, bann bk <Spi£e wieber 
vergebt, unb von Steuern gefdttigte $a(t<- unb 9?atron(öfung einfpri^t 
unb fo biefe Operation mel)re £age Jjiiiburd) wieberljolt. ©eroßlwltcb 
erreicht man auf biefe Sßetfe feineu gweef vollftdnbig; follte aber ja 
nod) etwas ftd) nid)t fo fortfd)affen (äffen , fo fprtfjt man noch, einmal 
GbJorrcaiTer ein, (djjt es aber nur 6 ©tunben barin, bldft es rein aus, 
unb erfe^t es burd) fer)r ftarfen SBetngeift (spiritus rectificatissimus), 
bm man einige 5age im Sie lafjt, nad)bcm man nun aud) bk grofje 
Öeffnung mit ©ummi verliebt l;at. 2ftad)fjer ftid)t man bic £6d)er 
wieber auf, um ben SBeingeifl ^erauSjubringen. Sarauf werben bk 
(Sier allmdlig in ber «Sonne getroefnet. Ss foll gut kin, fte bann 
nod) mit einem ©pirituslacE ju füllen, unb benfelben wieber beraus- 
jublafen, bamit nur bk inneren SBanbungen bauon überwogen feien: 
auf biefe SBeife Würbe bk §arbe lebenbiger gebalten (?•) Ss la^t 
ftd) nid)t ableugnen, bafj fer)f viele färben, bk beim frifd) gelegten 
(£i febt' fd)5n unb rein ftnb, ftd) r-erdnbern unb ein trübes linkt 
fyn annehmen. 2)ie auögcblafenen unb getrockneten Sier imben 



®taScmgen. 373 

nun entwebet: in 'Pappfcbacbteln, wie bie Mineralien (f. ß. 8) gelegt, 
bocb ntcbt einzeln, fonbcrn bte Örier von einer 2Crt jufammen in einen 
Waffen, ober fic werben in baß tbnen jugeljörige STlcft gebvacl)t, wenn 
btefi von ber 2(rt iff, bajj cS aufbewahrt werben fann, woju gehört, 
ba$ es ntcbt unflätig grof; tft unb baburd) ju viel Siaum einnimmt, 
unb ba$ es fo funflreicb gebaut tft, bafj es nicbt auseinander fallt. 
SBtH man Sftefter in bte Sammlung bringen, fo bebürfcn fte einer 
Säuberung von etwa vorljanbenem Ungejiefer; man muf fte belegen 
in einen ©arrofen fefeen, unb fte barin fo betfj auSbörren, bafj hin 
einziges %nkU ober Snfeftenct noef) am Seben bleibt, JDarauf werben 
fte mit Terpentinöl fo betröpfelt, bafj weber bk innere Släcjje, fo Wtit 
wk bk Ster barin ju liegen fommen, noeb bk 2(u0enfTdcbe bes 33obenS 
angefeuchtet werben; es bebarf bafyer nur fefjr weniger (2— 3) tropfen. 
S>ann legt man bte Qrter hinein unb bringt fte in bk ©ammlung. Sftddjft 
ben Herbarien finb in feiner troefenen «Sammlung «Stiquetten mit richtigen 
Sftamen fo nötfyig, wk l)ier, wcfjbalb man barauf bte größte «Sorgfalt ju 
verwenben bat unb faum fiel) beilaffen barf, gefaufte (£ter in bk ©amm; 
lung aufzunehmen, unb eben fo wenig es wagen fann, nicbt jufammenge 
porige Sier, wenn aurf) nur vorläufig, in einen haften jufammenjulegen. 
25ie (gier einiger Wirten fcfyen benen anberer2(rten, felbjl (Sattungen fo tau.' 
fcbcnbabnltd), ba0c^unenb(tcl)fcl)wer^a(t, fteüoneinaubcrjuuntcrfcbeiben. 
<5!je wir jum folgenben Kapitel übergeben, wollen wir noef) ein 
SBort über bk htnfflicben 2lugen fageu. 2(lle ausgetopften Stücfgrat; 
tfyiere fönnen nicfjt if>re natürltcbcn, aus? fefjr vielen, von naebgibigen 
Rauten umgebener, §curf)ttg6cit be|M)enben 2fugen, welche bcßbalb 
entweber nicbt troefnen unb faulen ober beim Srocfnen jufammem 
februmpfen würben, behalten, fonbetn muffen ftatt berfclben mit fünft' 
lieben 2(ugen verfemen werben. §ür feljr große £I)iere maebt man roof)t 
jutveüen bk klugen von ^>o(j, welches man vorn mit öclfarbe bematt; 
bocb ifl bieS niebt anjuempfel)(en, weil -baS 2fuge bann immer matt 
auSfteljt. 2£ett jtvecfmdßiger ftnb ©lasaugen. §ür fletne ^fjtere braucl)t 
man nur mit einem (Stielten verfcfyene fpljdrifcbe ©lasperlen, für 
größere ^^tcre aber menbet man 2(ugen an, beren Wintere §ldcbe ffacfy, 
faft eben ift, unb au benen man %viä nnb Pupille unterfcl)eibet, von 
benen bk festere febon aus gefärbtem ©lafe be|fei)t; bk %n$ wirb 
nacbfjcr naturgetreu mit öelfarbe — feltener mit (sbaftfarbe — auf bk 
Wintere §(dd)e gemalt. (£tne golb* ober ftlberfcbillernbe %xi$, wirb ba; 
bureb t)er»orgebracbt, ba§ man bk bünn aufgetragene §arbc mit SMatfr 
gotb ober Sölattfilber belegt ober mit fogenanntem ^afjcngolb beftreut. 
£>te leuebtenb goldgelbe %vi$ mancl)er Svaubvögel u. f. w. wirb mit 
<£l)romgelb gemalt. 3n Berlin verfertigt ber MccbantfuS ©reiner bat 
gleicben ©laSaugen, beren 'Preis ftcb nacb ber ©rßfje — wenn wir nityt 
rren, von 5 ©gr. bis H^t^lr. für'S 'Par. — riebtet ; fte fef)en anfangt 



374 2>te (Sonfemtion fcer fattMtittgen SBirfcetttnere. . 

red)t fd)Sn aus, fefcen aber fpdter einen Sftieberfdjtag von pljospljor; 
faurcr .^alferbc a6, woburd) fte trtfbe werben; beffer, aber nod) tfyeu; 
rer finb bie 2lugen, welche man aus Q3artö bejiefjt, unb ju beren 93eiv 
fertigung u. a. 2Crfcnt6 verwanbt ift. ©(abperlen befommt man überall. 
Sic 3(ugen werben fletö er|t eingefeljt, nad;bem bas 5t)ier volljtdnbig 
ausgefropft ijr. $)ian weid)t bk 2lugenliber auf, inbem man ftarf (mit 
SBafler) angefeuchtete Sbaumivottc (SBatte) t>on außen in bk klugen 
fteeft; ftnb bic 2(ugenrdnber vollfommen aufgeweicht, fo wirb bie 25aum* 
wolle herausgenommen unb bk ^ugenrjöfyle, fo weit fte nod) leer gc 
blieben ift, unb bk ©egenb um .biefelbe fyemm, mit etwas fein ge; 
febnittenem SBerg ausgefüllt, welches bem 3(uge jum 'Polfler bienen 
foll, worauf man eine l)inreid)cnbe, aber nid)t ju grojje, SDtenge bieder 
2(uflöfung von ©ummi ^ragantlj tragt, unb bann jwangt man baß 
n id)t ju grojje 2luge jwtfdjen bk Slugentiber Ijinburd), gibt il)m bk 
rid)tigc 2age mittelft eines bünnen 'Pfriems unb flebt es fo feft; cnb* 
iid) bringt man bk 3lugen(tbcr in bk natürliche Sage. 3ft baß 2lugc 
mit Saftfarbe bemalt, fo laßt man bk ©ummiaufl&fung fort, woburd) 
es freilid) von ber Unverfd)ieb(td)fcit viel einbüßt. 3ft baß 3(uge etwas 
ju tkin, \o ndl)et man bk 2lugenlieber in bm 3(ugenwinfeln zin ikv 
nes wenig jufammen. 

3* i e r i e 3 $ a p i t e I. 
Pte Cunferoation ier kaltblütigen HJtrbeltl)tere. 

©ewöljnltd) bringt man bk faltblutigen 3iäcfgrattl)iere in (Spiritus, 
wobei man bk oben (©. 331 u. fg.) angegebenen 3vege(n ju beachten 
Ijat, unb eine fold)e «Sammlung r)at für ben SOiann von SBiJTenfcfyaft 
einen l)6l)ern SBertl). Sic meiften §ifd)e unb 21mpf)UHen laffen fid) 
jebod) aud) oljne fonbcrltd)e iöiufje recht gut auejtopfen SDen §ifd)en 
fd)ttcibct man in ber Siegel auf ber einen ©ette etwas über bem 
SBaud)6ie(e in gcraber Sitiie von ber ^iemengcgenb bis jum 2lftcr 
ober barüber fo weit als nötf)tg ift ben 23aud) mit einer 0d)eere auf. 
Sarauf fd)dlt man ben ganjen £etb fo gut als mogtid) mit einem fdjatv 
fen ©falpcle aus ber ipaut, welches man babet jiemlid) wagered)t fjält, 
um nid)t in bic S^aut ju fd)netben; tfr biefe verlebt, fo ift bas «Spiel 
verborben. S3ei einiger liebung gelangt man balb ba^in, bajj man 
bas §letf$ volljtdnbtg von ber ^»aut trennt, ^ommt man an bk §lof> 
fenfnodjen, fo fd)neibet man biefe btd)t unter ber Qaut (inwenbig) 
burd), fo bajj ber größte ^Ijeil am §lcifd)f'6rper unb bk ^loffen an 
ber ^)aut bleiben. ^)at man fo btn Sftumpf glücflid) ^erausgefd)dlt, 
fo trennt man ü)n burd) S)urd)fd)neibung ber SÖSirbclfdule biö)t am 
^opfbrufrilucfe von btefem, fd)ncibet nun aud) bic Giemen ^erau^, ent- 
fernt bk 2lugen unb bie fleifdngen ^eile bes ^opf brujlftucf es , unb 
fd)af|t bic legten fleifd)igcu Ueberrefle aus bem Stumpfe, inbem man 



£>te (lonferttation ber faftMitttgen SÖtrkWjiere. 375 

biefctben mit bem flad^jufammengebrucfren .£>eft; (<Sd)alenO enbe beS 
©falpelS von bei- Innenfläche ber £aut (oSfdjabt. gyß nun bei* gifd) 
auf btefc SSetfe von allen 5Beicf)tl)etlen befreiet, fo ndljet man bk Qaut 
mit ungebleichten, nid)t ju btefen gwirn S u / inbem man btd)t an ben 
9tanb von innen nad) aupen flicht, fo ba$ ber gaben ungefähr folgen 
SBcg mad)t: - . . ' .' .' . ' , wobei man jebod) ftd) fetjr in 2(d)t nehmen 
muli, bafj man gleichmäßig unb ntcljt fd)ief, nod) beutettg nafjet. 
Su(c§t jieljt man ben gaben feft an, fo bajj bte ^autranber votlfonu 
men an emanbee paffen, unb befejligt it)n buref; einen Steinen knoten. 
Sann fällt man bk gtfcbljaut burd) bk 3ftunb6ffnung mit feinem 
©anbe voltfommen an, »cvftopft barauf bte ganje 5Runbt)ör;(e bis an 
bie $iemen5ffnung mit grob jerfetmittenem SBerg, fo bafj hin ©anb 
fyerauSfommeu fann, gtbt bem fo ausgetopften £>alge burd) IcifeS 
Srücfen mit ber Qanb u. f. tv. bk richtige (ber Statur völlig entfpre; 
cbenbe) $orm, unö legt tfjn auf ein Sörett, auf eine feiner natürlichen 
©eftalt angemefjen au^gcr)6f>lte Untertage von SBerg ober pon @anb, 
ben man mit einem 2etntud)e ober mit bönnem, meieren 'Papier be; 
beeft. Sarauf fpanut man fämmtttcfyc Stoffen (3lucfem, ©cf)Wan^, 
Alfter;, 23aucl);, SBcuflfloffen) aus, unb ffemmt fte fo jtpifeljen jufam^' 
mengetegte ^artenbldtter, welche man mit ©teefuabetn feft jufammem 
fteeft, fo ba$ feine aufgeben ober aud) nur bte bartn bejünblid)e Stoffe 
im minbeffen jurücftpeicljen fann. Sie Stücfenflfoffe bebarf meift fotcfyer 
stemme niebj, fonbern eS retd)t gewöljnlid) fd)on {jtn, bafj man ben 
erflen <Strat)( — ober wenn 2 SKücfenftoffen vorl)anben ftnb, von jeber 
ben erffen ©tral)t — fo weit a(ß mßglid) nad) vorn (bm ^opfe ju) 
jter>t unb bann bte gloffentjaut btd)t fyinter ben erfreu (Straft mit einer 
©teefnabet burd)fttd)t unb biefe fenfred)t in bat Sörett befeftigt. ßbenfo 
fann man mit ber Sifterftoffe verfahren, unb f)at man nur »öd) 2fd)t 
ju geben, baß biefe unpartgen Stoffen l)übfd) in ber SdngS; Mittellinie 
beS ^6rpcrö fyorijontal liegen, fo bajj fte nad)i)er beim aufgehellten gifdje 
vollfommen fenfredjt flehen. S)ef3g(eid)eu muffen audj bte, bk parigen 
Stoffen unb bk ©d)t»anjf!offe entfyaltenben, ^artenbtatter fo mit feljr 
bünnen ©tccfnabeln an ben Stfd) unb befonberS an baS Sörett gehef- 
tet werben, bafj bk Stoffen vollfommen fpmmetrifd) unb fo wie beim 
©cfnvtmmen gefleltt ftnb. (£nblid) wirb aud) bk SOtunböjfnung mit 
einer «Stecfnabet ^ugefteeft, unb g(eid)falls werben bk ^iemenbecfel 
nod)ma(ö red)t fe(l an ben Ztib gebrückt ober tvofyl gar etivaö angeftebt, 
was aber feljr fauber gemacht werben mup. 97un lapt man bm %tfd) 
fo fcfjnell als mogtic^ im ©onnenfd) ein unb Suftjug ober auf einem 
etwas met)r a(S lauwarmen Öfen, vor ©taub gehörig geftcfyert, troct^ 
nen. ^fl er vollfommen ausgetrocknet, fo befreit man bte Stoffen von 
iljren stemmen unb ©tecfnabeln, öffnet ein menig bk $DJunöf)5f)(e, 
5ier>t bet)utfam baS SBerg hervor unb fluttet ben ©anb heraus. S5ar> 



376 2)te Sonfewttton bev MtWxii&m 2Btr&eft$terc. 

auf fann man jum Uebcrfutß mit einem red)t b&umcn, langen hülfet 
bie ^nnenfeite ber ttoefnen £aut an ben §(offen unb bk inneren $opf; 
fnodjen mit 2lrfcnifatfcife beftreidjen , brücft baß Sftaul wieber $u, unb 
bringt ben $ifd) auf ein ©eftett. ©iefee beftefyt aus einem ber Sänge unb 
breite bc$ Zfyknß angemcfTcncn, nid)t ju biefem, glatt gehobelten Sörette, 
inbaöman2an beiben @nben fpifcgefctlte, oben in 2 red)tc SBinfcl ( *-|) 
gebogene (öamit bei* §ifd) ntd)t Ijerunterfalle, fonbern feft gehalten 
werbe) Sräljte in gehöriger Entfernung bringt Sie ,£>6(jc ber Qitnbte* 
gungen biefer ©rafjte muß fo fein, baß, wenn man ben §ifd) in ber 2äng^ 
mittellinie btß Söaud)e$ ober in ber 3?afjt auf bk Sraljte fpießt, bie 
$loffen frei fd)ivebcn, bk unparen §loften fenfred)t ftefycn, unb ber ^ör; 
per nid)t mit feinem 33orbei'tf)eil nad) oben ober unten gerichtet ift, 
fonbern mit bem horizontalen Sßoben eim unb biefelbe Neigung ober 
9vid)tung l)abc. Spat ber gifd) nod) fo ^iem(id) feine natüitid)cn §ar; 
ben, \x>aß man am legten ernennt, wenn man einen fleinen §(ecf mit 
etwaß <&pcid)ti anfeuchtet, fo wiib er mit etnem ©emifd) von Sftaftir; 
unb ^erpentmlacf überwogen unb vor ©taub gefd)ü|t getroefnet; im 
anbern §al(e muß man tf)tn vor bem Safiren mit SBaffcrfarbcn natur* 
getreu bemalen. 3« frifd)er (für^cre gett tobt) ber §ifd) war, unb je 
fd) netter er ofjnc ju große SBarme getrocknet tft, befto ßeffet* erfjalt ftd) 
feine natürliche §arbe unb mad)t bk fünftudje Dualem ent6ef)rlid); 
bod) i\l tß nid)t mbglid), einen ganj frifd) get6btcten (burd) Sßertrocfnen 
ber .fiemen eben erft crjlicften) §ifcl) ausjuftopfen, fonbern er muß 
mtnbefrem? einige <S5tunben alt fein — am bebten mag cß fein, wenn 
er 24 @tunben Ijinburd) an einem maßig fugten Orte gelegen Ijat — 
bamit bk <Sd)Uppen gehörig fef! ftf^en, unb baß §leifd) ftd) leid)t von 
ber ^>aut töfen taffe. (iß verficht ftd) von fe(6ft, baß jeber Sifd) vor 
bem 2fu3ba(gen etwas mit SBaffer gereinigt unb (etd)t mit einem 
linnenen 3:ud)c abgetrocknet werben muß; bod) tft cß gut, wenn man 
tfjm nid)t ben @d)leim abreibt, tveil fonfl bk £arbe ju fd)nctt verliert 
unb nad)fjer nid)t wiebcrfef)rt. Sötele §ifd)e eignen ftd) aud) baju, baß 
man ft'e/oljne fte auf$ufd)neiben, burd) bk 5D?unbfjöl)le ausbälgt, waß 
feljr ju berücf ficfytigcn ift. ©eljr große §ifd)e, bk man nid)t in <©d)ran; 
fen aufbewahren fann, unb beßbatb frei fter)ctt ober fangen laffen muß 
— fef)r große §tfd)e fann man bequem an, in ber gimmerbeefe be* 
fefttgte 9\otten mittclft ©djnure unb @ewtd)te fo auffangen, baß man 
fte ju jeber gett t)crablaffen fann — werben mit locferem SBerg an; 
gefüllt. 

Unter ben Surd)en werben bk @d)langen faft ivk große gifebe 
au^geflopft, bod) muß ein 2>ral)t Idngg burd) i^ren 2cib geljen, bamit 
mau i^nen eine winbeubc «Stellung geben fonne. Sntweber ift ber 
55aud) fe^r »veit auf^efd)nitten, unb bann fann ein föi'mlidjcr <©d)(an; 
genleib, von SBerg nad; bem ausgebälgten §lcifd) gebilbet, in bk Sjaut 



Sic (Sonfewatton ber faftMüttgcn SBtrMtyiere. 377 

geftccft unb ber burd) ben nadjgebilbeten Körper gezogene Sraljt an 
einem €*nbe burd) Umbiegen unter ber Sjaut unb dinjieljen in baß 
2£crg befeftigt werben, ober bie <Sd)(ange war burd) ben 9iad)cn aus- 
gebälgt, twaö ja bei biefen gieren jtemlid) teüfyt ju bewerf|Mltgcn 
ift, unb bann wirb bei* 2>ral)t mit 6eiben Qünben auSwenbig burd) Um* 
biegen befefligt. 3n jebem Satte muß ber Sra&t fef)r fpifj gefeilt fein. 
UebrigenS lofjnt es ftcf) nur ber Sftülje große ©drangen auSjuftopfen. 

— S't'ßfctjc werben/ nadjbcm man tlmen baß @enicf burd) 2luffd)(agen 
bcffelben auf einer 'Sifcfyrante, wobei fte an btn Hinterfüßen feftge 
galten werben , gebrochen Ijat, burd) baß SSlani auägebalgt unb mit 
<banb aulgejlopft. Sie richtige $orm gibt man ifjnen mit ber ^>anb, 
ben Singern unb bem ©talpelrücfen fc^tr (eid)t. Sie Scljwtmmfjdute 
muffen auSgefpannt getrocknet werben, Qrben fo werben ade übrigen 
naeften Slmpljibien beljanbelt. 9?ad) bem ^rorfnen werben fte, je nad)* 
bem eß nöt&tg ift, mit SBafferfarben angemalt ober ntd)t, unb nad) 
bem ^roefnen ber $arbe (tetö, wk alte 3lmpfjibien, mit ßaef überwogen. 
€"ibed)fen werben mit 2iU6naljme biß <Sd)wanje$, ber faffc wk bei 
einigen Saugern — ndm(id) beljurfam aufgefdjnttten unb atfo ausgebälgt 
befjcmbelt wirb, faft wk foldje «Schlangen, benen man ben 2äb auf; 
fdjnetoct, auSgeflopft; nur bekommen bk ©einencd) £>raf)t jur «Stü^e, 
ben man mit bem oberen <5nbe an ben Sängenbraf)t ober in baß SBerg, 
mit bem unteren (£nbe in baß 23rett, »worauf fte ju fW)en fommen, 
befefrigt, unb aud) ber Scfywanj wirb burd) einen in tfjn Oitttcidjenben 
£>ra[)t geflutt. ?ötan ftropft nur bk großen (£ibed)fen unb einige von 
mittlerer ©röße unb au6ge$eid)neter ©eftalt (j. 55. bk ^rageneibed)fen) 
auß. ©djttöfrSten werben jwifd)en Stücfcn* unb 93aud)fd)i(b mit einem 
Keffer ober einer «Sage aufgefdjnttten, nnb fonft wk große (Saurer 
bc!)anbelt. 3?ad) beenbigtem 2luSjIopfen werben bk betben getrennten 
<Sd)ilbe an ifyren ©d)nittfldd)en wieber jufammengcletmt. SBte bei 
allen übrigen SBtrbeltljieren fommt eß aud) bei ben faltblüttgcn 'Xfyk; 
ven fef)r barauf an, ba$ man ifjnen eine ifjrer Statur angemeffene <Stel; 
lung gibt, wobei ftd) für bk auj»(dnbtfcf)en ober von iljm nod) nid)t 
lebenb gefebenen formen ber Anfänger unb oft feibft ber ©eübtere bk 
anerkannt gelungenen ^Ibbitbungen beß aufoufMenben ^Ijteres jum 
Stuftet nimmt. %ebeß Sfjier, baß im Selbe mit 2)raf)t verfefjen wirb, 
bekommt biefen nur, bamit eß eine ftd)ere Haltung annehmen fönne; 
ber 2>ral)t vertritt bie «Stelle bei Sfeleteä. 2lber ber Sraf)t muß in 
ben ©elenfcn mel)r ober weniger gebogen werben, unb eine einzige 
verehrte ober übermaßige ober ju geringe Sötegung verbirbt gdnjlid) 
baß ^Infeljn biß aulgeflopften ©egenftanbel. Sine Scvtigfeit in biefer 
^unft wirb erfl burd) lange Hebung erworben; nur bem 93ieif!er gc* 
lingt cß mit 4 — 10 SMeguugeu — für tljn eine Arbeit von 5 Minuten 

— of)nc 93crfud)e anjufteden, bem Sljiere glcid) eine (ebcnbtge «Stellung 



378 £>a$ Sfoöftotfen ber SBöget. 

ju geben. <£&e man aber fo weit gefommen i\i, unb ftc^ ben richtigen 
5aft angeeignet Ijat, mu§ man wol)l ftunbenlang burd) attmätigeS 93tc^ 
gen unb 3}ad)btegcn verfugen, unb man bavf ntd?t eljer nachäffen, 6tö 
man bte Stellung fjerauS r>at; bann wirb man aber fdjon beim nad)fteu 
SSRtofc mit ftcljrerer Jpanb an biefe Arbeit gefyen. 

günfteö tapitel. 
Pas ^usftopfen t>et Dägd. 
25er Söget, ben man auSflopfen will, barf nie &u alt fein; am 
bebten i(! eS, tvenn et* 24 ©tunben an einem fugten Orte gefegen ^at. 
<£remp(are, benen fd)on bte Gebern ausgeben, wenn man fte mit ber 
SBoIarfcite bes geraben Ringers vom ©cfmabel ober unb unter bk 2tu; 
gen f)in unb nad) ber öfyrgegcnb ju unb vom fjinteren <£nbe beg 93ruffr 
beinfammeS jum %fm (tretet, ft'nb ju alt unb taugen nid)ts. Rann 
man ben Sßogel jum 2fuSjtopfcn unverletzt unb gefunb tcbenbig befom; 
men, fo f)at man bte letdjtcfte SÜiülje unb verbirbt etwas, fo gefd)tef)t 
tß burd) eigene @d)ulb. Wltin tobtet il)n fdjnett, inbem man iljm bk 
SftaSlflc&cr unb ben 0ct)nabe( juljalt unb bie S5ruft jufammenprept, fo 
bajü et* g(ctd) {tieft; aud) fann man if)n in einer <bd)leife ergangen, 
©leid) barauf muffen 9?aö(od)er unb <Sd)nabel mit Baumwolle ober 
SBerg gel)5rig verftopft werben, um jcben unreinen 2lu$flujj ju veiv 
meiben. gu feljr abgemagerte, fo wie ^erfdjoffene, 23ögel eignen ftd) 
ntd)t befonberS jum 2lugftopfen. @tnb bic Gebern burd) SMut ober 
Söogelletm verunreinigt, fo muß man fte vor; bem "abbaten bes 23ogefö 
bavon befreien. 5>aS Abbalgen gefd)iel)tauf fofgenbe SBeife. 93tanmad)t 
vom anfange bet SöruftbctnfammeS biefen (enteren entlang unb biß 
jum 3(ftcr einen gerabeu, nid)t ju feierten (Schnitt, faßt bann bk burd); 
fdjmttene ^aut ber einen (Seite mit einer ^injette, l)ebt fte etwa$ 
l)od), erfaßt fte mit ben §ingerfpi^en ber linf'cn Sjanb , fcbjcbt bk ju> 
fammengef)a(tenen @H£en ber 'Ptnjette barunter nnb fud)t bk flaut 
auf biefe SSeife mitteilt ber, vermöge iljrer @lafticttdt aus einanber mu 
djenben, 'Pincettcnfptfjen vom §(eifd>förper ju'lofcrt; fo verfahrt man, 
inbem man ftets babei 2td)t gibt, ba$ bk §ebern nid)t ans §(etfd> 
fommen unb fettig werben, auf ber einen (Seite fo weit cS nur gefjt, 
nämlid) biß fetbft ein $f)etl ber SRucfenfjaut gelßft t|t \tnb nur ber 
<Sd)enfe( am weitern 23orfd)reiten fjinfcert. "Sinn fdjtebt man ein mefjr* 
faefj jugefcgteS fjtnreidjenb großes <Stücf ungetcimteS, bebrueftes Rapier 
jwifd)cn Sjaub unb §leifd)fßrper; bann ge()t m